Römisch-Katholische Landeskirche des Kantons Aargau
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Mit dem Aufruf «Stoppt den unfairen Handel» wird am Samstag, 27. Februar 2010 in Lenzburg offiziell die ökumenische Kampagne in der Fastenzeit 2010 für den Kanton Aargau eröffnet. Die Stadt und Kirchgemeinden Lenzburg und die Aargauer Landeskirchen laden mit der Konzertlesung «Spiel mir das Lied vom Brot» zu einem unterhaltsamen Abend ein, welcher mit feinem Humor komplexe Zusammenhänge zum Thema Nahrung und Gerechtigkeit aufzeigt.
Kann der Hunger – ein milliardenfacher Skandal – wirksamer bekämpft werden?
Ist eine gerechte Verteilung der Ressourcen überhaupt möglich? Sind lokale und globale Nahrungs-Gerechtigkeit in Einklang zu bringen? Mit Liedern, Lyrik und Essays setzen sich die Mitwirkenden des Programms mit diesen drängenden Fragen auseinander und suchen gemeinsam nach Antworten und Visionen, die Mut machen.
Ruedi Baumann, ehemaliger Nationalrat, früherer Präsident der Grünen Partei Schweiz
und heutiger Biobauer in Frankreich, bringt seine Sicht zur real-politischen Dimension der weltweiten Nahrungs- und Wirtschaftskrise ein. Sein Fazit: «Die natürlichen Ressourcen auf diesem Planeten sind ungleich verteilt und die Interessen der Großen und der Industrie sind mit ihrer starken und hochfinanzierten Lobby viel besser vertreten. Die Politik muss (!) deshalb Regeln erlassen, die einen gerechten Ausgleich zwischen arm und reich, zwischen gross und klein, alt und jung ermöglichen.»
Katharina Morello ist freie Buchautorin und Mitarbeiterin bei Brot für alle. Den scharfen Beobachtungen Ruedi Baumanns stellt sie kurze Geschichten gegenüber, die vom
Alltag der Menschen im fernen Süden erzählen – vom Kampf ums tägliche Brot, aber auch von Fantasie und ungebrochenem Lebenswillen. Gleichzeitig schlägt sie den Bogen in unsere Welt, stellt beim Einkauf für die Familie zwischen den Regalen im Supermarkt fest, dass «wir zu viel haben, schlicht viel zu viel!» und entwickelt die Vision einer gerechteren Welt – angefangen bei freien Schirmen für alle, die im Regen stehen.
Grupo Sal – seit über 25 Jahren im deutschsprachigen Europa die «Stimme Lateinamerikas» – führt musikalisch virtuos durch das Programm. Spielfreude und Rhythmus der multi-kulturellen Musiker wirken ansteckend und lassen immer wieder den Funken überspringen zum gemeinsamen Feiern. Dies geschieht nicht von ungefähr: In ihren Liedern verwebt Grupo Sal eigene Kompositionen und jazzige Arrangements stets mit dem kulturellen Reichtum der Armen, die ihre Musik seit je als Mittel benutzt haben, Ohnmacht und Verzweiflung zu überwinden.
Die Konzertlesung zur Eröffnung der kantonalen Kampagne in der Fastenzeit findet am 27. Februar 2010 im Alten Gemeindesaal in Lenzburg von 20-22 Uhr statt. Türöffnung: 19 Uhr. Abendkasse: CHF 20.-; Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre gratis. Reservation: concetta.gamper@ag.kath.ch / 056 438 09 40.
Flyer
Ökumenische Kampagne in der Fastenzeit 2010
Stoppt den unfairen Handel
Während in den Industrieländern die Ausgaben für Lebensmittel im Vergleich zu den Gesamtausgaben stetig kleiner werden, müssen im Süden viele Familien ihr gesamtes Einkommen für Lebensmittel aufwenden. Spekulation, unfaire Handelsregeln, Eingriffe in die Agrarpolitik armer Staaten sind an der Tagesordnung. Zum Glück gibt es bereits heute lokale Handelsnetze oder Fairtrade-Organisationen, die funktionieren und wirtschaftlich erfolgreich sind. Die Kampagne 2010 von Fastenopfer und Brot für alle fordert auf zu lustvollem ökologischem und sozialem Konsumverhalten: www.rechtaufnahrung.ch.
Kontakt und weitere Auskünfte