Römisch-Katholische Landeskirche des Kantons Aargau
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Archiv 1998



Menschliche Nähe bleibt gefragt

"Diakonie ist alltägliches Tätig-Sein für all jene unter uns, die im Leben bedrängt sind oder aus dem Leben gedrängt sind." So umriss Joseph Thali, Rothrist, Präsident des Vereins Caritas Aargau, die Arbeit der Caritas Aargau an der Mitgliederversammlung vom 27. November in Aarau. Ein wichtiger Schwerpunkt des Hilfswerkes wird die Migration mit Bildungs- und Rechtsberatungsangeboten bleiben, wie an der Versammlung informiert wurde. Ab dem Jahr 2001 wird die Flüchtlingshilfe "kantonalisiert". Die Hilfswerke im Aargau sind bereit, die Aufgabe weiterzuführen, in welchem Umfang, das wird sich in den Verhandlungen mit dem Kanton noch zeigen. In der Betreuung der anerkannten Flüchtlinge verfügen die Hilfswerke inzwischen über eine jahrzehntelange Erfahrung. Für interkulturelle Begegungen sind verschiedenen Aktionen und Anlässe geplant, teilweise zusammen mit andern Partnern. Als weitere Aufgabe will die Caritas die verschiedenen kirchlichen Sozialdienste im Kanton besser vernetzen sowie die angekündigte Kampange der Aargauer Kirchen für Diakonie und Freiwilligenarbeit aktiv begleiten. Die Erwerbslosenprojekte werden weitergeführt, zum Teil aber auch neuen Entwicklungen angepasst oder an andere Träger übergeben. (29.11.98/pb/mb)


Neue Dekanatsleiter
In der Bistumsregion Aargau wurden die Leiter der Dekanate für die Amtsperiode 199 bis 2003 neu bestimmt. Die Dekane werden von den hauptamtlichen Seelsorgern und Seelsorgerinnen des betreffenden Dekanates gewählt und dann aufgrund der Wahl vom Bischof bestätigt.

Dekanat Aarau: Thomas Jenelten, Diakon Daniel Muoth, Diakon Joseph Thali, alle Co-Dekanatsleiter; Pfarrer Anton Bucher, zugeordneter Priester.
Dekanat Baden-Wettingen: Diakon Herbert Sohn-Meier, Dekanatsleiter; Pfarrer Josef Grüter, zugeordneter Priester.
Dekanat Bremgarten-Wohlen: Pfarrer Pius Emmenegger, Dekan.
Dekanat Brugg: Pfarrer Jean-Paul Götschmann, Dekan.
Dekanat Fricktal: Diakon Marcel Häfliger, Stefan Heim, Martin Rotzler, alle Co-Dekanatsleiter; Pfarrer Urs Studer, zugeordneter Priester.
Dekanat Muri: Pfarrer Alfred Berger, Dekan.
Dekanat Zurzach: Pfarrer Hans Boog, Dekan.
Regionaldekanat Aargau: Domherr Rudolf Rieder, Regionaldekan; Dr. Odo Camponovo, Beauftragter des Regionaldekanates.

Die Bistumsregion Aargau ist in sieben Dekanate aufgeteilt. Das Dekanat umfasst eine Anzahl Pfarreien, die durch die geografische Lage und die Lebensbezüge aufeinander ausgerichtet sind. Im Dekanat werden insbesondere überpfarreiliche Seelsorgeaufgaben diskutiert und koordiniert. Das Dekanat dient der Zusammenarbeit, dem Erfahrungsaustausch und der Fortbildung der Seelsorgenden einer Region. Das Pfarrblatt wird in einer späteren Nummer mehr über die Aufgaben einer Dekanatsleitung berichten. (28.11.98/mb)


Jubiläum der Italiener-Seelsorge im Aargau
Vor 50 Jahren kam der erste "Italienermissionar" in den Kanton Aargau, nach Baden. Am Sonntag, 15. November, feierten über tausend Gläubige dieses Ereignis mit einer Eucharistiefeier in der Kirche St. Peter und Paul in Aarau. Die Jubiläumsfeier sei eine Gelegenheit, zu danken und in die Zukunft zu schauen, erklärte Don Bruno Danelon, der Vorsitzende der Italienermissionare im Aargau. Heute leben rund 27 000 Emigrantinnen und Emigranten italienischer Herkunft im Aargau. Ihr kirchliches Leben findet in sechs Seelsorgestationen oder "Missionen" statt: Aarau, Baden-Wettingen, Brugg/Windisch-Fricktal-Klingnau, Lenzburg-Reinach, Wohlen-Mellingen, Zofingen-Aarburg. Missionare, Pastoralassistenten, Mitarbeiterinnen in der Seelsorge, Ordensschwestern und Pastoralräte bilden die tragenden Elemente der lebendigen Gemeinschaften. Gut ausgebaut und viel beansprucht ist auch der Sozialdienst. An einigen Orten gibt es Asili (Kinderhorte), deren Bedeutung in den Anfängen der Emigration aber grösser war als heute. (16.11.98/oc/mb)

 
Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Aargau
Beschlüsse der Synode vom 4. November 1998
An der ordentlichen Herbstsitzung der Römisch-katholischen Synode vom 4. November 1998 in Aarau wurden folgende Beschlüsse gefasst:

  1. a) Für die Sanierung der Heizungsanlage im Bildungszentrum Propstei Wislikofen mit dem System "Luft-Wasser-Wärmepumpe/Ölfeuerung kombiniert" wird ein Bruttokredit von Fr. 261'000.- bewilligt.
    b) Zur Finanzierung werden den Rückstellungen für ausserordentlichen Liegenschaftsunterhalt Fr. 100'000.- entnommen. Der Restbetrag wird aktiviert und in den nächsten Jahren abgeschrieben.

  2. a) An die Renovation der Klosterkirche Fahr wird ein Beitrag von Fr. 150'000.- bewilligt.
    b) Die Auszahlung erfolgt in zwei Raten zu Lasten der Budgets 1999 und 2000 der Zentralkasse.

  3. Für die Öffentlichkeitskampagne "Diakonie" wird ein Betrag von Fr. 70'000.- bewilligt.

  4. Für die im Bauprojekt Jugendgruppenhaus Aarburg nicht vorgesehenen Spiel- und Sportplätze wird ein Zusatzkredit von Fr. 49'000.- bewilligt.

  5. Budget l999
    a) Der Voranschlag der Verwaltungsrechnung für das Jahr 1999 (Zentralkasse) mit einem Zentralkassenbeitragssatz von 2,45 Steuerprozenten wird genehmigt.
    b) Der Kirchenrat wird ermächtigt, den Zentralkassenbeitrag bei den Kirchgemeinden in zwei gleichen Raten zu beziehen, und zwar per 31. Mai und per 31. Oktober 1999. Für die Berechnung des Zentralkassenbeitragssatzes ist der bereinigte Steuersollbetrag des Rechnungsjahres 1997 massgebend.
    c) Der Kirchenrat wird ermächtigt, zur Deckung der Kosten für die Seelsorge im Dienste der italienischen, spanischen und portugiesischen Konfessionsangehörigen von den Kirchgemeinden einen "Pro-Kopf-Beitrag" von Fr. 78.- für jeden in ihrem Gebiet wohnhaften italienischen, spanischen und portugiesischen Konfessionsangehörigen (Stand: 30. April 1998) zu erheben.  (04.11.98/slk)

 
Neues Konzept für den kirchlichen Religionsunterricht
An der diesjährigen gemeinsamen Exekutiven-Tagung haben sich die reformierte, die christkatholische und die römisch-katholische Landeskirche mit dem kirchlichen Religionsunterricht befasst. Toni Schmid, Leiter der Katechetischen Arbeitsstelle Aargau, stellte die Neukonzeption des katholischen Religionsunterrichtes vor, Beat Urech, Jugendbeauftragter der reformierten Kirche, das Projekt "Pädagogisches Handeln" der reformierten Kirche. Das Neukonzept des katholischen Religionsunterrichts trägt den Titel "Mit Kindern auf dem Weg des Glaubens". Dieser Weg ist auf einem bei der Katechetischen Arbeitsstelle Aargau erhältlichen Faltblatt für die Eltern genauer erläutert. Im Vergleich zu früher, erklärte Schmid, wurde der Lernstoff reduziert: Pro Schuljahr wird schwerpunktmässig ein Thema vertieft und an unterschiedlichen Lernorten behandelt. In der Primarschule (1. bis 5. Klasse) sind das die folgenden Themen: Kreuz, Vater unser, Eucharistie, Versöhnung und Kirchenjahr. Für die Oberstufe ist der Themenfindungsprozess noch nicht abgeschlossen. Bei diesen Schwerpunktthemen werden die Eltern der Kinder und die Pfarrgemeinde gezielt miteinbezogen. Mittel dazu sind schriftliche Elterninformationen zu Beginn des Schuljahrs, Elternabende und in der Pfarrei gottesdienstliche Feiern und gemeindekatechetische Projekte. (10.10.98/mb)


Die Freiwilligenarbeit in den Pfarreien aufwerten

In den Pfarreien wird vieles gratis gemacht, "ehrenamtlich". Im ersten Halbjahr 1998 wurde in neun Aargauer Pfarreien während eines Monats der zeitliche Aufwand für diese Gratisarbeit aufgeschrieben. Das Ziel dabei war, die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen und Freiwilligen bewusst zu machen, in Zahlen aufzuzeigen und damit auch aufzuwerten. Da die geleistete Freiwilligenarbeit auch finanziell wertvoll ist, soll die Arbeit mit 25 Franken pro Stunde auch in der Jahresrechung 1998 der betreffenden Kirchgemeinden sichtbar gemacht werden. In einer ersten Zwischenbilanz, die Bea Stalder von der Arbeitsgruppe "Freiwilligenarbeit" im Aargauer Pfarrblatt vom 20. September zog, zeigten sich die Verantwortlichen selber überrascht, wieviel Freiwilligenarbeit in den Pfarreien geleistet wird. In einer Tagung vom 24. Oktober in Aarau soll in einem zweiten Schritt überlegt werden, wie die Freiwilligenarbeit attraktiver gestaltet werden kann. Das Projekt läuft unter dem Titel "Vergeld's Gott" und wurde am ökumenischen Frauenkirchenfest 1997 in Zofingen initiiert. Beteiligt sind römisch-katholische, christkatholische und evangelisch-reformierte Pfarreien und Kirchgemeinden. (19.09.98/mb)


Soziale Fragen bleiben Schwerpunkt
Der "Mittagstisch" ist ein Angebot, das in den Pfarreien unbedingt weitergeführt werden soll. Wo das Angebot nicht besteht, soll die Einführung überlegt werden. Diese Empfehlung gaben die Aargauer Seelsorgerinnen und Seelsorger an der Tagung der Pastoralkonferenz vom 19. August in Lenzburg ab. Zudem soll die Arbeitsgruppe "Diakonie" weitergeführt werden. Die Arbeitsgruppe hat die Aufgabe, Erfahrungen über diakonische d.h. kirchlich-soziale Projekte zu sammeln und in diesem Bereich Impulse zu geben.

Die vor einem Jahr eingesetzte Arbeitsgruppe "Diakonie" hatte unter allen katholischen Aargauer Pfarreien eine Umfrage über die soziale Arbeit der Kirche durchgeführt. Aus der Umfrage zeigte sich, dass der Schwerpunkt der diakonischen Tätigkeiten die Besuche bei Kranken, Alten und Gefangenen sind. Dazu kommen heute neu Engagements im Bereich Arbeitslosigkeit. Das gegenwärtige Image der Kirche erschwert aber die Arbeit, so wurde gesagt, weil die Menschen von den Pfarreien keine Hilfe mehr erwarteten. In den Pfarreien fehlten auch vielfach konkrete Informationen über die soziale Notsituationen. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil die Zusammenarbeit von pfarreilichen Gremien mit Behörden, Organisationen und Institutionen im Sozialbereich am Ort oft mangelhaft sei.

In einem Grundlagenreferat zeigte der Theologe Urs Eigenmann die enge Verbindung zwischen Handeln und Mystik auf, die zwei Seiten des gleichen Glaubens. Auf Grund der Umfrage bei den Pfarreien und dem theologischen Impuls von Eigenmann beschloss die Pastoralkonferenz, die sozialen Fragen und Probleme weiterhin als einer der Schwerpunkte in der Seelsorgearbeit zu betrachten. Die Pastoralkonferenz umfasst alle hauptamtlich tätigen Seelsorgerinnen und Seelsorger der Bistumsregion Aargau und führt jährlich eine Tagung zu einem Schwerpunktthema durch, diesmal zum Thema "Diakonie und Mystik". (26.08.98/hk/mb)


Rundschreiben zu Kirchenmitgliedschaft und Austritten
In einem Rundschreiben vom 31. Juli 1998 an die Kirchenpflegen und Pfarrämter im Aargau nimmt die Landeskirche Stellung zu Fragen über die Mitgliedschaft in der Kirche und die Kirchenaustritte. Die Meinung, "man könne einerseits aus der Kirchgemeinde austreten, andererseits aber gleichwohl in der Pfarrei bzw. in der Kirche bleiben und deren Dienste weiterhin in Anspruch nehmen", wird im Rundschreiben klar als falsch bezeichnet. Es wird zwar differenziert zwischen der Mitgliedschaft in der Kirchgemeinde nach staatlichem Recht (durch die Wohnsitznahme eines Konfessionsangehörigen in einer bestimmten Gemeinde) und der Mitgliedschaft in der Kirche bzw. der Pfarrei nach kirchlichem Recht (durch die Taufe). Nach staatlichem Recht in den meisten Kantonen, so auch im Aargau, sind beide Mitgliedschaften miteinander verknüpft: Wer sich im Aargau als Mitglied der Kirche bekennt, ist automisch auch Mitglied der Kirchgemeinde des Wohnortes. Der Austritt aus der Kirche kann jederzeit durch eine schriftliche Erklärung vorgenommen werden.

Wer aus der Kirche austritt, so wird im Rundschreiben weiter erläutert, verzichtet automatisch auch auf die mit der Mitgliedschaft verbundenen Rechte und Ansprüche wie z.B. auf die Teilnahme an der Eucharistie, die kirchliche Bestattung, den Religionsunterricht für die Kinder, die persönliche seelsorgerliche Begleitung, die Wahl des Pfarrers und der Kirchenbehörden. Mit dem Austritt fällt auch der finanzielle Beitrag (Kirchensteuer) für die Unterstützung der Seelsorge sowie der kirchlichen Bildungs- und Sozialarbeit weg. Das Rundschreiben an die Kirchgemeinden und Pfarrämter wurde gemeinsam vom Kirchenrat und vom Regionaldekanat erarbeitet. (15.08.98/mb)

 

 

 

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