Römisch-Katholische Landeskirche des Kantons Aargau
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Archiv 2002



Sozialhilfegesetz bringt nicht für alle eine Verbesserung
Für sozial Benachteiligte bringe das neue Sozialhilfegesetz des Kantons Aargau im allgemeinen minime Verbesserungen. Für sozialhilfeabhängige Migranten und Migrantinnen hingegen sei "eine erhebliche Schlechterstellung" zu befürchten. So schreibt der Stellenleiter der Caritas Aargau, Kurt Brand, im Informationsblatt für Migrationsfragen "da & dort" vom Dezember 2002. Das neue Sozialhilfe- und Präventionsgesetz (SPG) und die dazugehörende Verordnung tritt am 1. Januar 2003 in Kraft. Nach dem bisherigen Sozialhilfegesetz wurde die Sozialhilfe für ausländische Personen durch den Kanton, jene für Schweizer im Normalfall durch die Gemeinde übernommen. Der Entscheid über die Sozialhilfe an Ausländer lag bei der Gemeinde. Damit waren sozialhilfebedürftige Ausländer in der Regel den Schweizern gleichgestellt. Nach dem neuen Sozialhilfegesetz ist grundsätzlich die Gemeinde für die Finanzierung aller Sozialhilfekosten zuständig. Der Stellenleiter der Caritas Aargau befürchtet nun, dass einige Gemeinden die Schwelle für ausländische Armutsbetroffene bewusst erhöhen würden, zum Beispiel durch "Abwimmelung". Oder sie könnten versucht sein, Ausländer aus der Gemeinde abzuschieben, weil neu immer die Aufenthaltsgemeinde zahlungspflichtig sei. In die gleiche Richtung gehe auch der Entwurf des neuen eidgenössischen Ausländergesetzes. Er sehe vor, dass sozialhilfebedürftigen Menschen mit Ausländerausweis noch rascher als heute die Aufenthaltsbewilligung abgesprochen werden könne. Es wäre paradox, so meint Kurt Brand zum Schluss seiner Stellungnahme im "da & dort", wenn in der reichen Schweiz mit den gut ausgebauten sozialen Rechten "die Sparwut der öffentlichen Hand gegenüber der sozialen Gerechtigkeit die Oberhand gewinnen würde". (23.12.02/dd/mb)

 
Ansprechpersonen bei sexuellen Übergriffen
Im Bistum Basel wurden Ansprechpersonen ernannt, an die sich Personen wenden können, die von sexuellen Übergriffen im Bereiche der Seelsorge und der Kirche betroffen sind. Von den vier Ansprechpersonen kommen zwei aus dem Aargau: Maria Weibel, Paar- und Familientherapeutin an der regionale Eheberatungsstelle in Aarau, und Walter Franzetti, Psychotherapeut und Psychoanalytiker an der ökumenische Eheberatungsstelle in Wohlen. Das Bistum Basel gibt die Adressen aller Ansprechpersonen in einer amtlichen Mitteilung in der Schweizerischen Kirchenzeitung vom 12. Dezember 2002 bekannt. Aufgabe der Ansprechpersonen ist es, Betroffene zu begleiten, um das weitere Vorgehen im jeweiligen Fall zu klären, therapeutische oder juristische Hilfe zu vermitteln und im Einverständnis mit ihnen das Personalamt des Bistums zu informieren. Sowohl direkt von sexuellen Übergriffen direkt Betroffene wie auch Personen, die von solchen Übergriffen wissen, können sich an die genannten Kontaktstellen wenden. Für die katholische Kirche im Aargau wurde bereits im August 2001 eine Broschüre und ein Merkblatt (Merkblatt PDF) zum Thema herausgegeben, die beim Regionaldekanat in Wettingen bezogen werden können, Telefon 056 426 08 71, Mail regionadekanat@ag.kath.ch. (12.12.02/mb)

 
Caritas Aargau wurde zertifiziert
Die Caritas Aargau verfüge über "kompetente und qualifizierte Mitarbeitende mit einer hohen Kundenorientierung" und führe ein "solides und gutes prozessorientiertes Managementsystem". Das bestätigt die Schweizerische Vereinigung für Qualitäts- und Management-Systeme SQS dem Aargauer Hilfswerk, wie in einer Medienmitteilung bekannt gegeben wird. Die Zertifizierungsinstanz hat die Caritas Aargau als erstes Aargauer Hilfswerk mit einem ambulanten Tätigkeitsfeld nach der ISO-Norm 9001:2000 zertifiziert. Durch das moderne Managementsystem sei sichergestellt, so heisst es weiter in der Medienmitteilung, dass die regionale Caritas-Stelle ihre Aufgaben mit Benachteiligten, in Projekten und für Pfarreien "wirkungsvoll und in guter Qualität" erbringen könne. Das Hilfswerk kann zudem das ZEWO-Label führen, das garantiert, dass jeder Spenderfranken optimal eingesetzt wird. (19.11.02/cag/mb)

 
Sozialrat: Asylinitiative fördert Missbrauch
Es sei "verwerflich", dass durch die Drittstaatenregelung Verfolgte und Nichtverfolgte gleich behandelt würden. "Das ist ungerecht und widerspricht dem ethischen Prinzip der Gleichheit." Das schreibt der Sozialrat der Aargauer Landeskirchen in einer Stellungnahme zur Initiative “gegen Asylmissbrauch”. Der Sozialrat beurteilt die Initiative bewusst nur aus ethischer Sicht, obwohl auch rechtliche und politische Gründe gegen die Initiative sprechen würden, heisst es dazu. Mit der Drittstaatenregelung müssten alle 95 Prozent der Asyl Suchenden, die auf dem Landweg in die Schweiz kommen, in das jeweilige Land zurückgewiesen werden. Die Initiative erzeuge, was sie verhindern wolle, nämlich den Missbrauch. Warum sollten Flüchtende das Herkunftsland angeben, wenn das ihre Chance zur Aufnahme verkleinere, fragt sich der Sozialrat. "Lügen und Vertuschungen fördern ein Klima des Misstrauens und letztlich auch der Fremdenfeindlichkeit." Missbrauch und Kriminalität müssten bekämpft und verhindert werden, ist auch die ökumenische Arbeitsgruppe überzeugt. "Aber es widerspricht sowohl den Prinzipien eines Rechtsstaates als auch der Ethik, dass Menschen in Not und auf der Flucht für Verfehlungen einer kleinen Gruppen von Lügnern und Kriminellen aufkommen muss." Der Sozialrat ist ein ökumenisches Beratungsgremium der Aargauer Landeskirchen für aktuelle soziale und gesellschaftliche Fragen. (13.11.02/ria/mb)


Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Aargau
Beschlüsse der Synode vom 6. November 2002
An der ordentlichen Herbstsitzung der Römisch-katholischen Synode vom 6, November 2002 in Aarau wurden folgende Beschlüsse gefasst:

  1. Voranschlag 2003

    a) Der Voranschlag der Verwaltungsrechnung für das Jahr 2003 (Zentralkasse) mit einem Zentralkassenbeitragssatz von 2,7 Steuerprozenten wird genehmigt.

    b) Der Kichenrat wird ermächtigt, den Zentralkassenbeitrag bei den Kirchgemeinden in zwei gleichen Raten zu beziehen, und zwar per 15. Mai und per 15. November 2003.
    Für die Berechnung das Zentralkassenbeitragssatzes ist der bereinigte Steuer-Sollbetrag des Rechnungsjahres 2001 massgebend.

    c) Der Kirchenrat wird ermächtigt, zur Deckung der Kosten für die Seelsorge im Dienste der italienischen, spanischen und portugiesischen Konfessionsangehörigen von den Kirchgemeinden einen "Pro-Kopf-Beitrag" von Fr. 50.- für jeden in ihrem Gebiet wohnhaften italienischen, spanischen und portugiesischen Konfessionsangehörigen (Stand: 30. April 2002) zu erheben.

  2. Baukredlt Sanierung Bildungszentrum Propstei Wislikofen
    Für die Sanierung des Bildungszentrums Propstei Wislikofen wird ein Verpflichtungskredit (brutto) von Fr. l'490'000 -- bewilligt.
    Der Kirchenrat wird ermächtigt, zur Finanzierung der Baukosten aus den Rückstellungen Bauvorhaben Fr. 400'000.- zu entnehmen und soweit nötig auch Darlehen aufzunehmen.

  3. Bauabrechnung Tellstrasse 11, Aarau

    Die Abrechnung über den Baukredit für die Renovation des Einfamilienhauses für das Spitalpfarramt Tellstrasse 11 in Aarau im Gesamtbetrag von Fr. 285'458.95 wird genehmigt.

Gemäss Art. 39 und 41 das Organisationsstatutes vom 15. Juni 1977, teilrevidiert am 7. November 1984, können Beschlüsse oder Entscheide der Organe der Landeskirche durch die Konfessionsangehörigen mit Beschwerde angefochten werden. Die Beschwerdefrist beträgt 20 Tage seit der Veröffentlichung der Beschlüsse in den Publikationsorganen. Der Ablauf den Beschwerdefrist für diese Synode ist somit der 9. Dezember 2002. Beschwerden sind an die Rekurskommission der Römisch-katholischen Landeskirche, Sekretariat, Feerstrasse 8, Postfach, 5001 Aarau, zu richten.
 

Welthandel und Abrüstung sind die "heissen Eisen"
Erzbischof Diarmuid Martin sprach erfrischend offen und ging auch nicht mit dem "moralischen Zeigefinger durch die von der Globalisierung geprägte Weltwirtschaft". Der aus Irland stammende Erzbischof ist Ständiger Beobachter des Hl. Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf. Er sprach in Aarau auf Einladung der ökumenischen Kommission "Kirche - Wirtschaft" der Aargauer Landeskirchen zum Thema "Gerechtigkeit und Frieden in der internationalen Ordnung – Möglichkeiten und Grenzen vatikanischer Diplomatie". Als Organisator eines Wirtschaftstreffens in Rom, so berichtete Diarmuid Martin, habe ihm der Papst geraten, nicht "Wirtschaftwissenschaftler aus der Sakristei" einzuladen, sondern einen bunten Kreis praxisorientierter Fachleute. Die weltweite wirtschaftliche Verflechtung müsse einhergehen mit Rechtsstaatlichkeit und demokratischer Ordnung, die das menschliche Wohl zum Ziele habe, führte der Referent aus. Alle Bereiche der Gesellschaft seien miteinzubeziehen. Die grösste Veränderung der letzten Jahre habe das Engagement der Zivilgesellschaft bewirkt. Bewegungen, die auf glaubwürdiger Arbeit vor Ort fussen, könnten vieles bewirken. Die Soziallehre der Kirchen habe nichts an Aktualität eingebüsst, ist Martin überzeugt. Den wichtigen Grundsatz der Subsidiarität hätte auch die Europäische Union übernommen. Wirtschaft dürfe sich nie um sich selbst drehen, im Brennpunkt müssten immer die menschlichen Anliegen stehen. Das zunehmende weltweite Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich sei ein Ärgernis. Die Abschottung der Märkte verschliesse den armen Ländern viele Möglichkeiten. In der westlichen Welt sei die Lebenserwartung auf über 80 gestiegen, während die Lebenserwartung in 30 afrikanischen Staaten auf 38 Jahre zurückgefallen sei. Die Kirchen, so schloss der Diplomat aus dem Vatikan, müssten stets Anwälte für die Würde der Armen sein und für die Verteilungsgerechtigkeit einstehen. Die "heissen Eisen" in den Verhandlungen seien immer Abrüstung und Welthandel. (06.11.02/pb/mb)

 
Asylinitiative für AKF "unmenschlich"
Die Asylinitiative der SVP bringe nicht, was sie verspreche, schreibt der Aargauische Katholische Frauenbund AKF in einer Medienmitteilung. Mit der Drittstaatenregelung werde die Aufnahme von Flüchtlingen, die an Leib und Leben bedroht seien, darunter auch Frauen und Kinder, erschwert oder sogar verunmöglicht. "Dies widerspricht der humanitären Tradition der Schweiz." Der Vollzug der Wegweisung schaffe für den Bund eine grosse Mehrbelastung. Der AKF lehnt die "letztlich unmenschliche" Asylinitiative ab. Die wirklichen Probleme im Asylbereich würden damit nicht gelöst, sie schaffe jedoch zusätzliche Probleme. Was für den AKF in dieser Frage wichtig ist: "Es braucht ein verschärftes Asylgesetz und Rücknahmeabkommen mit verschiedenen Staaten." (04.11.02/akf/mb)

 
Caritas Aargau lehnt die Asylinitiative klar ab
Die Annahme der Asylinitiative der SVP hätte zur Folge, dass in der Schweiz niemand mehr Asyl erhalten würde, schreibt die Caritas Aargau in einer Medienmitteilung. Dies würde alle echten Flüchtlinge treffen, die in ihrem Heimatland verfolgt würden und an Leib und Leben bedroht seien. Der Vorstand und die Mitarbeitende der Caritas Aargau sprechen sich deshalb klar gegen die "unmenschliche und unpraktikable" Initiative aus. Faktisch würde die Initiative den Flüchtlingsstatus abschaffen und damit im völligen Widerspruch zur humanitären Tradition der Schweiz stehen, heisst es weiter. "Die Initiative löst nicht nur keine Probleme, sondern schafft auch neue." So würden Flüchtlinge und Asylsuchende, die weder von einem so genannten sicheren Drittstatt aufgenommen noch in ihr Heimatland zurückgeschafft werden können, in der Schweiz bleiben, ohne dass sie Asyl erhielten. Sie müssten damit in einem unwürdigen, rechtlosen Status leben. (01.11.02/cag/mb)

 
Kantonsschulen Aarau: Fach "Religion" spricht an
Dank aktiver Werbung und Informationsauftritten ist es den beiden Religionslehrern Andreas Dieckow, reformiert, und Peter Zürn, katholisch, an den beiden Kantonsschulen in Aarau gelungen, für das neue Ergänzungsfach "Religion" einen im Vergleich sehr gut besuchten Kurs mit 14 Schülerinnen und Schülern auf die Beine zu stellen. Als Ergänzungsfach zählt "Religion" im Rahmen des neuen Maturitätsreglements auch für die Maturnote mit. Fachleute hatten dem neuen Ergänzungsfach bisher eher wenig Chancen eingeräumt. Neben dem Ergänzungsfach "Religion" wird auch das Freifach "Religion" angeboten. An der Neuen Kantonsschule in Aarau wird Religion im Schuljahr 2002/03 seit längerer Zeit zum ersten Mal wieder in allen vier Klassenstufen durchgeführt. Nach einigen Jahren “Mauerblümchendasein” rückt das Fach damit wieder vermehrt ins Bewusstsein der Kantonsschule. (01.11.02/ria/mb)


Menziken besucht Partnerpfarrei in Ungarn
Ohne die Solidarität der Pfarrei St. Anna in Menziken wären die Renovationsarbeiten an der Kirche in Újfehértó in Ungarn nicht möglich gewesen. Dafür hat die ungarische Pfarrei ihrer Partnerpfarrei im Aargau mit einer grossen Gastfreundschaft herzlich gedankt. Auf einer Pfarreireise im Oktober hat die Gruppe aus Menziken Einblick bekommen in das Pfarreileben in Ungarn. Zwischen den beiden Pfarreien bestehen seit drei Jahren partnerschaftliche Kontakte. Újfehértó hat 14'000 Einwohner und liegt ganz im Osten von Ungarn, in der Nähe der Grosstadt Debrecen. Je ein Drittel der Bevölkerung ist römisch-katholisch, calvinistisch-reformiert und griechisch-katholisch. Neben dem Besuch in der Partnerpfarrei wurde die Gruppe in Debrecen von Bischof Nándor Bosák empfangen, der sein erst 1993 gegründetes Bistum vorstellte. Die 31 Pfarreimitglieder aus der Schweiz lernten auf ihrer Reise auch ein landschaftlich reizvolles Land kennen. (18.10.02/rh/mb)

 
Sie assen von der wunderbaren "Steinsuppe" und lachten
Der Bettagsgottesdienst in Klosterkirche Königsfelden ist traditionsgemäss eine Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung. Andrea Weber mit dem Saxophon und Vera Nägeli am Klavier eröffneten die Feierstunde bei grosser Beteiligung von Klinikpatienten und ihren Angehörigen, aber auch weiteren Besucherinnen und Besuchern aus dem ganzen Kanton. Frauen und Männer der Stiftung Lebenshilfe Reinach spielten auf verschiedenen Instrumenten und zeigten ein für behinderte Menschen beachtliches Können. Eindrücklich waren vor allem die Darbietungen eines Gitarristen und die einfache, aber eingängige Melodie mit der Zither. Die Behinderten boten dann das Spiel "Die Steinsuppe". Ein Mann versprach im Dorf einer Frau mit einem Stein eine gut schmeckende und nahrhafte Suppe zu kochen. Die neugierige Frau rief die Nachbarinnen zusammen, damit sie das unglaubliche Ereignis mitansehen würden. Als das Wasser brodelte bat der Mann um Kartoffeln, Karotten und Erbsen, dann um Fleisch und Gewürze. Letztlich holten alle zuhause ihre Schüsseln, brachten noch Obst für den Nachtisch mit und dann sassen alle zusammen und assen die wunderbare "Steinsuppe". Alle waren fröhlich und lachten, den sie hatten seit langer Zeit im Dorf zum ersten Mal wieder eine schöne Mahlzeit zusammen. Im Anschluss an den Gottesdienst offerierten die Landeskirchen im Park unter der grossen Platane ein Zobig. An Pfingsten und zum Bettag 2003 wird die gute Begegnungstradition in Königsfelden fortgesetzt. (17.09.02/pb/mb)

 
Religionen am Bettag: Vom Nebeneinander zum Miteinander
Über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich am Bettagsonntag im Stadtpark von Rheinfelden zu einer besonderen Feier eingefunden. Der seit 1994 bestehende Aargauer Interreligiöse Arbeitskreises (AIRAK) feierte zum ersten Mal im Fricktal das "Gebet der Religionen", das von den drei christlichen Landeskirchen, den Kirchgemeinden von Rheinfelden, der Bosnisch-Islamischen Gemeinschaft, dem Hindu Kulturellen Verein Region Basel und dem Türkisch Sozialen Kulturverein gemeinsam gestaltet wurde. Mit ihren Gebeten und Gesängen stellten die Angehörigen der verschiedenen Gemeinschaften ihren Glauben vor und warben für den Abbau von Vorurteilen, für Toleranz und Verständnis füreinander. Immer wieder wurde die Bitte um Frieden für die ganze Welt nachdrücklich ausgesprochen. Regierungsrat Rainer Huber ging in seiner Ansprache auf den diesjährigen Bettagsaufruf der Aargauer Regierung ein. In der vielgestaltigen Gesellschaft im Kanton, in der sich die Grenzen zunehmend auflösten, werde in Zukunft ein hohes Mass an Toleranz notwendig sein. Darum genüge ein Nebeneinander nicht, "es muss zum Miteinander werden", betonte er. "Gott hat nicht nur die halbe, sondern die ganze Welt geschaffen – und er liebt sie!", meinte Max Heimgartner vom Aargauer Interreligiösen Arbeitskreis zum Abschluss der Feier. Darum müssten Kirchen und Religionsgemeinschaften vermehrt aufeinander zugehen und einander achten lernen. Eine Gruppe Kinder aus allen Glaubensrichtungen stellte zum Schluss auf einer grosse Tafel die wichtigsten Glaubensfeste der am Gebet vertretenen Religionen dar. (16.09.02/rm/mb)

 
Kantonsjubiläum: Kirchen suchen "Wasserträger"
Für den kirchlichen Eröffnungsanlass zum Aargauer Kantonsjubiläum am 15. April 2003 suchen die Landeskirchen "Wasserträgerinnen" und "Wasserträger". Im Jahr 2003 feiert der Kanton "200 Jahre Aargau". Die Kirchen feiern das Jubiläum mit einem ökumenischen Beitrag mit. Die dafür gesuchten Männer und Frauen werden Wasser aus einer Quelle, einem Fluss oder einem Brunnen aus ihrer Pfarrei oder Kirchgemeinde zum kirchlichen Startevent nach Turgi bringen. Das aus allen Regionen des Kantons zusammengetragene Wasser wird in einem Ritual symbolisch zur "Wasserkraft" zusammengemischt. Anschliessend werden die "Wasserträgerinnen" und "Wasserträger" daraus Wasser schöpfen und als "Botschafter" wieder in ihre Pfarrei zurücktragen. Dort kann es zum Beispiel für die Osternachtfeier, in der das Wasser als Taufsymbol eine wichtige Rolle spielt, verwendet werden. Die Projektverantwortlichen verstehen die Teilnahme an der Eröffnung als "Wasserträgerin" oder "Wasserträger" als besondere Auszeichnung "für engagierte Menschen, die sich für ihre Kirchgemeinde verdient gemacht haben" oder die im Hinblick auf des Kantonsjubiläum bereits eine Aufgabe übernommen haben. In einem Brief an alle reformierten, römisch-katholischen und christkatholischen Kirchgemeinden im Kanton bitten die Projektleiter nun die Kirchgemeinden und Pfarreien, Männer und Frauen zu ernennen, denen diese Aufgabe anvertraut werden soll. Der kirchliche Projektbeitrag trägt den Titel "Wasserzeichen" und wird von Annette Lüthy-Altherr, Untersiggenthal, und Toni Schmid, Aarau, geleitet. (13.09.02/mb)

 
Bettagsmandat
Der Aargau sei ein "vielfarbiges Gebilde", heisst es im diesjährigen Bettagsmandat der Aargauer Regierung und der Kirchen. Auf engem Raum würden Menschen mit verschiedenen Sprachen und Religionen, mit unterschiedlichen Wertvorstellungen und Visionen zusammenleben. Das Bettagsmandat fordert dazu auf, diese multikulturelle Gemeinschaft bewusst wahrzunehmen und mit Respekt zu pflegen. (13.09.02/mb)

 
Religionen beten gemeinsam
Am Bettag, 15. September, treffen sich in Rheinfelden, in Baden und in Rothrist verschiedene Religionsgemeinschaften zum gemeinsamen Gebet und anschliessend zu einem kleinen Fest. Es ist bereits das vierte Mal, dass der Aargauer Interreligiöse Arbeitskreis (AIRAK) gemeinsam mit den örtlichen Kirchgemeinden und den in der Region vertretenen Religionsgemeinschaften zu einem "Gebet der Religionen" einlädt. In Rothrist findet der Anlass um 10 Uhr im Gemeindesaal statt, in Baden um 11 Uhr auf dem Kirchplatz bei der katholischen Stadtkirche, in Rheinfelden um 10.30 Uhr im Stadtpark. Neben den verschiedenen christlichen Kirchen beteiligen sich in Rheinfelden vor allem bosnische und türkische Muslime und tamilische Hindu an der Feier. Sie beten nacheinander um Frieden im Bewusstsein, dass sie alle mitverantwortlich sind für ein friedliches Zusammenleben. Mit verschiedenen Beiträgen wie Ritualen, Liedern und Musik geben die Religionsgemeinschaften Einblick in ihre Kultur. Im diesjährigen Bettagsmandat hat der Aargauer Regierungsrat dieses "Miteinander und Nebeneinander von verschiedenen Kulturen und Religionen" zum Thema gemacht. Nach der Feier bieten die Gruppen kulinarische Besonderheiten aus ihrem Heimatland an. (10.09.02/ria/mb)

 
Sanitas-Preis für die FrauenLandsGemeinde
„Das kann doch nicht alles gewesen sein!", sagten sich die zwei Aargauer Frauen Dr. Lilly Dür-Gademann und Suzanne Rohr Kaufmann nach dem Frauenstreiktag vom 14. Juni 1991. "Was geschieht mit den Forderungen des Frauenstreikes?“ Und die beiden initiativen Frauen gründeten die Aargauer "FrauenLandsGemeinde". Die Arbeit des Trägervereins wird mit dem Sanitas Frauen-Preis 2002 ausgezeichnet. Der jährliche Preis mit der beachtlichen Summe von 20'000 Franken wird vom Aargauischen Katholischen Frauenbund AKF verliehen. "Die FrauenLandsGemeinde ist ein wichtiger Bestandteil in der Frauenvernetzung", schreibt der Frauenbund in einer Medienmitteilung zur Begründung. Mit dem Preis soll "die Idee und die Initiative für den Aufbau und die Pflege dieses einmaligen Frauennetzwerkes im Kanton Aargau" ausgezeichnet werden. Ziel der FrauenLandsGemeinde, die jährliche eine Tagung anbietet, ist es, Frauen zu vernetzen, Frauenorganisationen einzubinden, Weiterbildung zu Frauenthemen anzubieten sowie politische und gesellschaftliche Forderungen an geeigneter Stelle einzubringen. Die Preisverleihung findet am 18. Oktober 2002 im Tagungszentrum Rügel ob Seengen, statt. (09.09.02/akf/mb)

 
AKF für Gegenentwurf zur "Goldinitiative"
Der Gegenentwurf des Bundesrates zur "Goldinitiative" der SVP enthalte ein ausgewogeneres und nachhaltigeres Konzept, schreibt der Aargauische Katholische Frauenbund AKF in einer Medienmitteilung. Er unterstützt darum den Gegenentwurf des Bundesrates. Das Sondervermögen bleibe in der Substanz erhalten und werde an kommende Generationen weitergegeben. Die Erträge würden während 30 Jahren zu je einem Drittel an die AHV, die Kantone und an die Stiftung Solidarität Schweiz verteilt "und bringen damit allen Bevölkerungsteilen etwas". Die Stiftung Solidarität Schweiz könne im In- und Ausland sinnvolle Projekte unterstützen oder initiieren, heisst es zur Begründung weiter. "Die humanitäre Tradition der Schweiz wird damit fortgesetzt." Auch die Kantone profitierten und die AHV erhalte während 30 Jahren einen Zustupf – "die Probleme bei der Finanzierung dieses Sozialwerkes müssen aber auf einem anderen Weg gelöst werden", gibt der AKF aber zu bedenken. Der AKF ist ein Dachverband von über 100 Frauenvereinen und Gruppen junger Frauen im Kanton Aargau mit insgesamt rund 16'300 Mitgliedern. (02.09.02/akf/mb)


Kirchenräte: "Charta Oecumenica" zu wenig basisnah
Die "Charta Oecumenica" der Konferenz Europäischer Kirchen und des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen in Europa sei zu entfernt von der Kirchenbasis. Das haben die Kirchenräte der drei Aargauer Landeskirchen an ihrer Exekutiventagung vom 28. August in Rheinfelden festgestellt, heisst es in einer Medienmitteilung. Adrian Suter, Delegierter der Christkatholischen Kirche, als Mitglied des Zentralausschusses der Konferenz Europäischer Kirchen selbst an der Entstehung des Dokuments beteiligt, betonte, dass die "Charta Oecumenica" einem grossen Spektrum von Kirchen gerecht werden musste und deshalb viele nicht zufrieden stelle. In der Diskussion wurde kritisiert, dass die Charta kaum auf die Realität an der Basis eingehe. Gefordert wurde eine Konzentration auf Fragen, die heute die Menschen beschäftigen: Homosexualität, Abtreibung oder Gentechnik. Die im April 2001 in Strassburg unterzeichnete Charta formuliert im Sinne von Leitlinien "Benimmregeln" und Anstösse für den Dialog der Kirchen. Das Dokument hat aber nicht verpflichtenden Charakter. (30.08.02/kipa/mb)


Caritas Aargau für Solidaritätsstiftung
Sie sei zwar "grundsätzlich zurückhaltend mit Abstimmungsempfehlungen", schreibt die Caritas Aargau in ihrem Mitteilungsblatt 2002/23 vom August. Sie äussere sich nur, wenn ihre Arbeit unmittelbar betroffen sei. Das sei aber bei der Abstimmung vom 22. September über die "Goldinitiative" der Fall, denn es gehe um zusätzliche Mittel und Aufgaben für das regionale Hilfswerk. Im Klartext heisst das: Die Caritas Aargau unterstützt den Gegenentwurf des Bundesrates, "weil die überschüssigen Goldreserven nicht ausschliesslich einem einzigen Zweck und einer einzigen Altersgruppe dienen sollen", es werde ein Ausgleich verschiedener Interessen geschaffen. In einem eigenen Beitrag unterstreicht der Stellenleiter, Kurt Brand, die Haltung der Caritas zusätzlich. Zwar sei die Sicherung der Altersvorsorge ein wichtiges Anliegen, "aber die Solidarität mit sozial und wirtschaftlich benachteiligten Menschen im In- und Ausland" sei es ebenso. Und nur wenn diese Menschen in Zukunft eine Perspektive hätten, "wird es uns überhaupt möglich sein, den Lebensabend und die Rente in Ruhe zu geniessen". Bereits heute unterstütze die regionale Caritasstelle Projekte in diesem Sinne, oft in Zusammenarbeit mit Pfarreien und politischen Gemeinden. Aber die Mittel reichten nicht aus, "um das zu tun, was notwendig wäre", gibt der Stellenleiter zu bedenken. Die geplante Solidaritätsstiftung könnte hier in die Bresche springen. (27.08.02/mb)


Wohlen – ein besonderes "Chilefäscht"
Am Wochenende vom 30./31. August und 1. September führt Wohlen eine grosses "Chilefäscht" durch. Wer das Fest aber "mit dem steinernen Sakralbau Kirche verknüpft, liegt falsch", schreibt Paul Huwiler vom Organisationskomitee im Festführer. Das Besondere am Fest ist nicht nur das grosse Angebot, sondern ebenso die breite Trägerschaft. Die beiden Kirchgemeinden sind dabei, die römisch-katholische und die reformierte, sowie die Integra, eine Freiämter Sozialinstitution, die Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung Arbeits- und Wohnmöglichkeiten anbietet. Das Chilefäscht ist so auch eine Begegnung von Behinderten und Nichtbehinderten. Dass Gemeinschaft über die Konfessionen und Religionen hinaus gepflegt wird, dass das Chilefäscht nicht ein rein internes Kirchenfest ist, sondern ein richtiges "Dorffest", wird auch bewusst bei der breiten und aktiven Beteiligung von rund 27 Vereinen und Gruppen. Das geht vom anatolischen Kulturverein und dem Circolo Acli über den Fussballclub bis zur katholischen Frauen- und Müttergemeinschaft und den kirchlichen Jugendverbänden Blauring und Jungwacht. Angeboten werden Spiel, Märchen, Festbeizli und viel Musik. Auskunft über das Detailprogramm gibt der Festführer. Kontaktadresse: Röm.-kath. Pfarramt Wohlen, Telefon 056 622 14 70, Mail pfarreiwohlen.sekr@smile.ch. (26.08.02/mb)


Jugendseelsorge Fricktal: Geburtstag mit Jubiläumstour
Die Jugendseelsorge Fricktal gibt es bereits seit 30 Jahren – für eine regionale Jugendseelsorge ein "rechtes Alter". Lothar Zagst begann damals als Pionier in der Brodlaube 18 in Rheinfelden mit dem Aufbau der Stelle. Wie der Überblick im neuen Informationsblatt 3/2002 der Jugendseelsorge Fricktal zeigt, ist seit 1972 einiges in Gang gekommen: an regionalen Anlässen nehmen über 1'300 Jugendliche teil (1978), ein Zweckverband wurde gegründet (1980), Erwachsene vor Ort werden als Jugendbegleiter/innen ausgebildet (1986), Leitbild (1984, 2002) und Erscheinungsbild (1993, 2002) werden überarbeitet. Gefeiert wird das Jubiläum mit einer "Tour de Fricktal" in einem alten Postauto. Ab 18. August werden damit alle 25 Pfarreien des Einzugsgebietes besucht. In diesem Jugendmobil können Wünsche für die Jugendlichen festgehalten werden, es kann gespielt und getanzt werden und es gibt etwas zum Trinken und Knabbern. Auf der Website der Jugendseelsorge Fricktal können jeweils unter "topaktuell" in Text und Bild die neuesten Erlebnisse im und um das Jugendmobil "hereingezogen" werden. Das "rauschende Abschlussfest" zur Jubiläumstour findet am 21. September in Zeihen statt mit einer "Wundergugge voller Überraschungen", wie es im Informationsblatt der regionalen Jugendseelsorge heisst. Geleitet wird die Stelle an der Salinenstrasse 11 in Rheinfelden von Edeltraud Vollmer, Sozialpädagogin und Jugendseelsorgerin, Urs Bisang, Theologe und Jugendseelsorger, Lucia Wohlgemuth, Sozialpädagogin und Jugendseelsorgerin, und Franziska Jenny, Sekretärin. (15.08.02/mb)

 
Caritas Aargau hat ein schwieriges Jahr gemeistert
Das Jahr 2001 brachte für die Caritas Aargau viel Stress, die Mitarbeitenden waren verunsichert und grosse Umstellungen waren nötig. Auslöser der schwierigen Zeit war die letzte Asylgesetzrevision, wie Kurt Brand, Stellenleiter des Hilfswerkes, im Jahresbericht 2001 erläutert. Die Gesetzesrevision brachte auf den 1. Oktober 2001 eine Verlagerung der Betreuungszuständigkeit der anerkannten Flüchtlinge vom Bund zu den Kantonen. Für die Caritas zeitlich viel zu spät entschied der Regierungsrat auf dieser Grundlage, den drei langjährigen Flüchtlings-Hilfswerken im Kanton kein Betreuungsmandat zu erteilen. Damit waren bei der Caritas Aargau fünf Arbeitsstellen gefährdet. Mit viel Engagement und fachlichem Know-how sei es dem regionalen Hilfswerk inzwischen gelungen, so schreibt Brand weiter, mit mehr als 20 meist grossen Gemeinden Betreuungsverträge abzuschliessen. Das Auftragsvolumen bewege sich nun wieder im alten Rahmen und die bereits gekündigten Mitarbeitenden konnten wieder angestellt werden. In der schwierigen Situation habe die Caritas gezeigt, so bilanziert Kurt Brand, "dass sie in der Lage ist, kurzfristig und flexibel auf Veränderungen zu reagieren und Herausforderungen anzunehmen". Der Jahresbericht skizziert die geleistete Arbeit in den verschiedenen Arbeitsbereichen und gibt Auskunft über die Stellenprozente und die Finanzen. Bezug: Caritas Aargau, Laurenzenvorstadt 90, 5001 Aarau, Telefon 062 822 90 10, Mail box@caritas-aargau.ch. (19.07.02/pca/mb)

 
Grosses Minifest - Aargau gut vertreten
Aus dem Aargau kommen 956 Minstrantinnen und Ministranten ans grosse Minifest vom kommenden 1. September in Winterthur, wie die Veranstalter mitteilen. Damit liegt der Aargau gleich hinter St. Gallen, das mit über 1'400 Minis am meisten Kinder und Jugendliche mitbringt. Mit 20 Teilnehmenden liegt Basel Stadt am Schluss der "Rangliste". Mit insgesamt 7'100 Ministrantinnen und Ministranten aus 312 Pfarreien der Deutschschweiz und des Fürstentums Liechtenstein wird das Minifest 02 zur grössten Veranstaltung für Kinder und Jugendliche in der katholischen Kirche der Schweiz seit Jahren. Der Anlass, organisiert von der Deutschschweizer Arbeitsstelle für Ministrantenpastoral (DAMP), soll den kirchlich engagierten Kindern und Jugendlichen die Begegnung mit anderen "Minis" ermöglichen und ihnen die Wertschätzung der Kirche für ihre Arbeit zeigen. Eine besondere Attraktion wird das grösste Weihrauchfass der Welt sein, das aus Augsburg (D) stammt, 2,6 Meter hoch ist und 180 Kilogramm wiegt. (17.07.02/stm/mb)

 
"Jublaroma" - Herausforderung für die Organisatoren
Bereits rund 2300 Kinder aus 56 Scharen haben sich mit ihren Leiterinnen und Leitern für das grosse "Jublaroma" vom 7. und 8. September in der ehemaligen Römerstadt Augusta Raurica, dem heutigen Kaiseraugst, angemeldet, wie das Organisationskomitee in einer Medienmitteilung schreibt. Ein derartiger kantonaler Grossanlass der beiden Jugendorganisationen Blauring und Jungwacht im Aargau findet nur alle zehn Jahre statt. Der rote Faden durch das Wochenende bildet eine Geschichte zwischen Römern und Galliern. Ein auslaufender Pachtvertrag muss in verschiedenen Wettkämpfen zurückerobert werden. Bei dieser grossen Teilnehmerzahl hatten die 21 Organisatorinnen und Organisatoren einige logistische Herausforderungen zu bewältigen. Wie viele Essstände braucht es, damit alle innert kurzer Zeit zum Essen kommen? Wie lange hat diese "Menschenmasse", um sich vom Essplatz ins Amphitheater zu bewegen? Wie stellt man 350 Zelte möglichst platzsparend auf? Wie viele Meter Schlauch sind nötig, um das gesamte Gelände mit Wasser zu versorgen? Mit solchen und ähnlichen Fragen musste sich das Vorbereitungsteam befassen, das seit zwei Jahren an der Arbeit ist. Inzwischen wurden auch die vorgesehenen Spiele mit Schulklassen getestet und aufgrund der Erfahrungen ausgebessert. (11.07.02/tk/mb)

 
Wohltuendes Durchatmen für Ein-Eltern-Familien
Die 22 Familien waren vom "Durchatmen" begeistert. Sie nahmen am Wochenende für Ein-Eltern-Familien vom 6./7. Juli im Bildungszentrum Propstei Wislikofen teil, oganisiert bereits zum zweiten Mal von der Propstei Wislikofen, dem Aargauischen Katholischen Frauenbund und der Caritas Aargau. Finanziell wurde der Anlass von 25 Sponsoren aus Kirche, Kanton und Wirtschaft getragen, für die Alleinerziehenden bedeutete das eine grosse Unterstützung. Während die Kinder in einem eigenen Programm gut betreut waren, befassten sich die Mütter und Väter mit Fragen zu Erziehung, Finanzen und Familienkultur. Auch kreatives Schaffen bekam Raum. Knapp die Hälfte der unter der Armutsgrenze lebenden Erwerbstätigen sind Ein-Eltern-Familien. Ruth Dreyer, Sozialarbeiterin in Aarau, wusste deshalb, wie wichtig Budgetplanung, konkrete Spartipps und staatliche Unterstützung und Beratung für Alleinerziehende sind. Hanny Vonlanthen, langjährige Katechetin, zeigte, wie mit einfachen Mitteln fantasievoll eine "Spielchiste" zusammengestellt werden kann. Ruedi Schlosser, ehemaliger Leiter der Ehe- und Familienberatungsstelle Zofingen, ging alltäglichen Erziehungssituationen nach, die für Alleinerziehende zu besonderen Herausforderungen werden können. Er sprach auch die Gefühle der Unsicherheit und des Ungenügens in Erziehungsfragen an. Das Atelier "Filzbälle" mit Johanna Gerhard und Ursula Kaufmann liess im gemeinsamen kreativen Schaffen auch interessante Gespräche entstehen. Im Schreibatelier mit Gerhard Ruff vom Bildungszentrum entstanden im Handumdrehen kleine poetische Texte voller Lebenserfahrung und Sehnsucht, aber auch mit Witz und Lust am Widerstand. (10.07.02/gr/mb)

 
Pierre Stutz bekennt sich zu seiner Homosexualität
In einem persönlichen Brief an die Mitglieder des Freundeskreises von Fontaine-André bekennt sich Pierre Stutz zu seiner Homosexualität. Der 49-jährige Theologe war nach seiner Priesterweihe von 1985 bis 1988 Jugendseelsorger im Fricktal. An den Erstkommunion-Tagungen des Aargauischen Katholischen Frauenbundes in Wislikofen betreute er während einigen Jahren bis zum Jahr 2000 den theologischen und spirituellen Teil. Heute lebt er als spiritueller Begleiter im "offenen Kloster" Abbaye de Fontaine-André bei Neuenburg. Bekannt geworden ist Pierre Stutz vor allem durch seine über 30 Bücher zur Spiritualität, die in gut verständlicher Art viele praktische Anregungen für den Alltag geben. Im Aargauer Pfarrblatt "Horizonte" ist von ihm eine Artikelreihe dazu erschienen. Er wolle sich nun "befreien von dieser Grundangst der homosexuellen Ausrichtung", die er fortan "verantwortungsvoll-partnerschaftlich" leben wolle, schreibt er im Brief. Das Geheimhalten seiner Neigung haben ihn viel Energie gekostet. Das homophile Fühlen habe er "nicht gesucht, sondern Gott als Urgrund allen Lebens hat mich so wunderbar geschaffen und gestaltet". Pierre Stutz sieht keine Chance im kirchlichen Dienst zu bleiben, obwohl er mit Leib und Seele ein priesterlicher Mensch bleibe. Er lege deshalb sein Priesteramt nieder und breche "voll Schmerz und Hoffnung" auf "in eine ungewisse Zukunft". Schmerz empfinde er über die Enge einer Kirche, in der so viele Menschen keinen Platz hätten - Hoffnung, dass er weiterhin vielen Menschen spiritueller Begleiter sein könne. Nach einer Zeit der Neuorientierungszeit möchte Pierre Stutz auch in Zukunft in der Abbaye de Fontaine-André Menschen begleiten und Kurse leiten. (04.07.02/eko/mb)


Adler zuständig für personelle Fragen
Bischof Kurt Koch hat auf Vorschlag aus dem Aargau Kurt Adler zum neuen Mitarbeiter im Regionaldekanat der Bistumsregion Aargau ernannt. Er wird seine Arbeit am 2. August aufnehmen. Das teilt das Regionaldekanat in einem Brief an die Seelsorgerinnen und Seelsorger des Kantons mit. Adler ist Nachfolger von Odo Camponovo, der zum Pastoralamt des Bistums Basel gewechselt hat. Bis 2000 leitete Kurt Adler die kantonale Arbeitstelle für Jugendseelsorge. Im Jahr 2001 führte er die auf ein Jahr befristete Projektstelle "Freiwilligenarbeit" der beiden Landeskirchen. Seit zwei Jahren ist Adler in verschiedenen Pfarreien als Pastoralkoordinator tätig. Seine Arbeitssschwerpunkte im Regionaldekanat werden personelle Fragen sein sowie die Begleitung und Beratung neuer Seelsorgeverbände, wie das Regionaldekanat schreibt. Geleitet wird die Stelle von Regionaldekan Rudolf Rieder. Die bisherige Mitarbeiterin Claudia Mennen, Theologin und Erwachsenenbildnerin, gehört weiterhin zum Team. Das Regionaldekanat mit Sitz in Wettingen plant in Zusammenarbeit mit der Aargauischen Dekanankonferenz die Seelsorge in der Bistumsregion Aargau, ist Gesprächspartner der Landeskirche für pastorale Fragen und Kontaktstelle zwischen dem Aargau und dem Bistum. Bei Stellenbesetzungen leistet das Regionaldekanat in Zusammenarbeit mit der örtlichen Kirchenpflege und dem Personalamt des Bistums wichtige Vorarbeiten. Der Regionaldekan ist auch Mitglied der Bistumsleitung in Solothurn. (04.07.02/rd/mb)

 
"Thomas-Messe" - für Zweifler und Kirchendistanzierte
Mit der Feier einer "Thomas-Messe" suchen die Aarauer Kirchen den Kontakt zu Zweiflern, Ungläubigen und Kirchendistanzierten. Am Sonntag, 23. Juni, kamen mehr als 250 Personen in die katholische Kirche St. Peter und Paul in Aarau zu diesem besonderen ökumenischen Gottesdienst. Die "Thomas-Messe", 1987 in Helsinki in dieser Art erstmals durchgeführt, hat in der Schweiz noch kaum Fuss gefasst. "Die Feier ist ein Wagnis. Ich hoffe, dass zwischen 200 und 300 Personen kommen werden, denn diese Gottesdienste leben von der Masse", erklärte Thomas Jenelten, Initiator und katholischer Gemeindeleiter in Aarau. Er eröffnete den Gottesdienst mit dem "Garderobengebet", in dem er die Anwesenden aufforderte, die Sorgen an der "Garderobe" abzugeben. Nach Musik und Liedern wurde der Bibeltext über den ungläubigen Thomas vortragen und einige Gedanken davon in einem kurzen Rollenspiel aufgenommen. Eine halbe Stunde gehörte anschliessend der "Distanz, Nähe, Tradition und Innovation" - dem Zentrum der "Thomas-Messe". Aus verschiedenen Angeboten konnte gewählt werden. Besonders gefragt waren der sakrale Tanz, die Begegnungen an der Bar und das Segnen und Salben, weniger gefragt das Singen von Taizé-Liedern. Abgeschlossen wurde die "Thomas-Messe" mit dem traditionellen (reformierten) Abendmahl, dem Vaterunser und dem Segen. Die erstmalige Feier dieser Art war in Aarau ein "Abenteuer". Die Zielgruppe - Randständige, Zweifler und Kirchendistanzierte - fehlte (diesmal noch), stellte Jenelten fest. Trotzdem sei das Wagnis fürs erste gelungen. Für den Spätherbst ist ein zweiter solcher Gottesdienst vorgesehen. (24.06.02/kipa/mb)

 
Das war ein völkerverbindendes Kulturspektakel
In Wohlen AG haben die beiden kirchlichen Jugendverbände Blauring und Jungwacht am Wochende vom 15. und 16. Juni mit über 2000 Jugendlichen aus der ganzen Deutschschweiz ein grosses "Kultur- und Musikfestival" durchgeführt. Das Treffen war ein Begegnungsfest für alle in Blauring und Jungwacht engagierten ehrenamtlichen Leiterinnen und Leiter. Es wurde daraus ein völkerverbindendes Festival, ein Rausch von Farben, Musik und Tanz. Mit solchen Ereignissen will die Bundesleitung der beiden Verbände das Verständnis für fremde Kulturen fördern und die kreative und künstlerische Vitalität von Kindern und Jugendlichen sichtbar, hörbar und erlebbar machen. Auf einer grossen Wiese in Wohlen zeigten sich sechs Kontinente von ihrer typischen Seite. So lernten die Jugendlichen z.B. bei einem Geländespiel die Stärken und Schwächen Afrikas kennen, begaben sich auf eine spannende Zeitreise durch die Geschichte Australiens, besuchten auf den Galapagos-Inseln einen südamerikanischen Markt mit viel Musik und Tanz oder tauchten bei japanischen Teezeremonien, Thai-Massagen und Mehndi-Malereien in die Vielfalt fernöstlicher Welten ein. In den beiden Jugendverbänden Blauring und Jungwacht machen in der Deutschschweiz um die 35'000 Kinder und Jugendliche mit, die auf Pfarreiebene als "Scharen" und organisiert sind und von Jugendlichen in der Freizeit geleitet werden. Im Aargau wird die Arbeit der Scharen von der kantonalen Arbeitsstelle für Blauring und Jungwacht unterstützt. (17.06.02/buj/mb)

 
Kühne im Stiftungsrat des Fastenopfers
Die Aargauer Kirchenratspräsidentin Barbara Kühne-Cavelti wurde als neues Mitglied in den Stiftungsrat des Fastenopfers gewählt. Das wurde an der Medienkonferenz des Fastenopfers vom 13. Juni in Luzern mitgeteilt. Das Fastenopfer ist ein katholisches Hilfswerk der Schweiz, das Projekte im "Süden" unterstützt, aber auch in der Schweiz eine entsprechende Bewusstseinsarbeit zur Nord-Süd-Problematik leistet. Der Stiftungsrat, der neun Mitglieder hat, ist das strategische Führungsorgan des Fastenopfers. Der Stiftungsrat begleitet unter anderem die Tätigkeit der Zentralstelle, ist zuständig für Budget-Beschlüsse, wählt den Direktor oder die Direktorin und beschliesst die Teilnahme des Fastenopfers an Unterschriftensammlungen oder Initiativen. Barbara Kühne, Juristin und freie Mitarbeiterin in einem Anwaltsbüro, ist seit einem Jahr Präsidentin des Kirchenrates der Römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Aargau. (13.06.02/mb)

 
Was machen die politischen Parteien für die Ausländer?
Sie alle setzen sich zwar "von links bis rechts" für eine bessere Intergration der Ausländerinnen und Ausländer ein, aber wie steht es parteiintern mit der Integration? Haben sie Mitglieder mit einem fremden Pass in den eigenen Reihen oder ist das Schweizer Bürgerrecht Bedingung für die Mitgliedschaft? Das wollte die Caritas Aargau genauer wissen. Sie hat deshalb bei den vier grössten Parteien im Aargau mit einem Fragebogen eine Umfrage gemacht. Über das Ergebnis der Umfrage berichtet die Integrationszeitschrift der Caritas Aargau "da & dort" in der Juni-Nummer. Das Resultat sei ernüchternd, heisst es dort, nur die CVP habe den Fragebogen beantwortet. Um doch etwas über den Umgang mit Ausländerinnen und Ausländern innerhalb der Partei zu erfahren, hat die Caritas daraufhin zwei Parteimitglieder direkt angefragt: Halil Sütlü, Suhr, Türke und Muslim, Vorstandsmitglied der CVP Suhr, und Hüseyin Haskaya, Kurde aus der Türkei, Jurist, Vorstandsmitglied der SP in Aarau. Im Artikel von "da & dort" können sie doch auch über positive Erfahrungen in den beiden Ortsparteien berichten. (10.06.02/mb)

 
Besuchsdienst - auch das ist Seelsorge
Zum ökumenischen Treffen der Besuchsdienste der Aargauer Landeskirchen im Bullingerhaus in Aarau kamen rund 120 Freiwillige, weitgehend Frauen und nur einige Männer. In reformierten Kirchgemeinden und katholischen Pfarreien besuchen sie einsame, kranke oder alte Menschen und Menschen, die persönliche Gespräche und Hilfe wünschen. Sieben Ateliers gaben Gelegenheit zur Reflexion über die eigene Arbeit. Angeboten wurden Themen wie "das seelsorgerliche Gespräch", "Schweigen und Beten", "Zeichen und Gesten", "Letzte Fragen des Lebens", "Glaubensfragen", aber auch "Musik als Zugang zum Menschen", "die Kraft der Wünsche" oder "Besuch bei Menschen aus anderen Kulturen". Die Frauen und Männer in den Besuchsdiensten leisten Freiwilligenarbeit und erhalten nur die Spesen vergütet. In einem mehrteiligen Kurs werden sie auf ihre Arbeit vorbereitet und später von Fachkräften begleitet. Drei Grundvoraussetzungen sind für den Besuchsdienst unerlässlich, so zeigte sich in den Ateliers: eigene Offenheit, Einfühlungsvermögen und seelsorgerliche Verschwiegenheit. Die Freiwilligen verstehen sich nicht als Konkurrenz zum Pfarrer oder zur hauptamtlichen Seelsorgerin. Aber dennoch, so Rosmarie Müller, Seelsorgerin am Paraplegikerzentrum Nottwil, in einem Referat, sei alles Seelsorge, was heilend und befreiend wirke. (27.05.02/ria/mb)

 
Jubiläumsjahr: Kirchenprojekt nimmt Gestalt an
Das Wasser in den Aargauer Flüssen und im Kantonswappen und das Wasser als grundlegendes christliches Symbol haben den Aargauer Landeskirchen Pate gestanden bei der Entwicklung ihres Projektes zum Jubiläumsjahr 2003. Im nächsten Jahr feiert der Kanton 200 Jahre Aargau in seiner heutigen Form - die Kirchen feiern mit einem eigenen Projekt mit. Auftakt und erster Höhepunkt des Kirchenprojektes ist ein Event kurz vor Ostern 2003, wie die Kirchen in einer Medienmitteilung bekannt geben. Dabei wird Wasser aus allen Flüssen und Seen zusammengetragen. Anschliessend soll die auch symbolisch verstandene Wasserkraft von "Wasserträgern" in ihre Kirchgemeinden mitgenommen und bei der lokalen Osterfeier verwendet werden. Zweiter Höhepunkt ist im August das szenische Fest "Wasser ist Leben". Es soll als eine Art Prozess stattfinden mit verschiedenen Kulturschaffenden, Kirchgemeinden und Pfarreien. Dabei wird ein Spiel aus Szenen und Bildern entstehen, aufgeführt in fünf Regionen des Kantons. Ein weiteres Element ist das Nord-Süd-Projekt "Wasser für Alle". Eine Wanderausstellung soll in Zusammenarbeit mit den beiden Hilfswerken Caritas und Heks auf das Wasserproblem in ärmeren Ländern aufmerksam machen. Gleichzeitig wird die Wasserproblematik in katechetischen und erwachsenenbildnerischen Angeboten der drei Landeskirchen aufgenommen. Abgeschlossen wird das Jubiläumsjahr mit lokalen ökumenischen Gottesdiensten zum Thema "Wasser" und einem kantonalen Event. Die Gesamtleitung des Kirchenprojektes wurde einem Zweierteam übertragen: Toni Schmid, Aarau, Leiter der Katechetischen Arbeits- und Medienstelle Aargau, Initiant des szenischen Festes "Wasser ist Leben", und Annette Lüthy-Altherr, Untersiggenthal, Beauftragte der reformierten Kirchgemeinde Baden für Öffentlichkeitsarbeit, freiberuflich im Bereich Kultur-PR und Kommunikation tätig. (24.05.02/ria/mb)

 
Organisationsstatut: Stimmrecht für Ausländer kommt
Die Vernehmlassung bei den Kirchgemeinden zur Revision des Organisationsstatutes ist abgeschlossen, wie der Kirchenrat an der Synodsitzung vom 22. Mai in Aarau mitgeteilt hat. Eine Arbeitsgruppe unter Leitung des ehemaligen Kirchenratspräsidenten und Oberrichters Werner Huber ist daran, die Ergebnisse aus der Vernehmlassung aufzunehmen und zu Handen des Kirchenrates einen Textentwurf auszuarbeiten. Bereits jetzt kann festgehalten werden, dass die Einführung des Ausländerstimm- und Wahlrechtes auf grosse Zustimmung gestossen ist, ebenso die neu vorgesehene Behandlung von pastoralen Fragen im zweiten Teil der Synodesitzung sowie die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Kirchenpflege und Pfarreiräten. Eine Mehrheit der Kirchgemeinden wünscht ferner eine Reduktion der Synode auf 150 Mitglieder. Das überarbeitete Organisationsstatut soll der Herbstsynode 2002, spätestens aber der Sommersynode 2003 zur Abstimmung vorgelegt werden. Bevor das Organisationsstatut in Kraft tritt, muss es schliesslich noch vom Grossen Rat des Kantons genehmigt werden, weil es sich bei der Römisch-katholischen Landeskirche um eine anerkannte, öffentlich-rechtliche Institution handelt. (23.05.02/kr/mb)

 
Adler neu beim Regionaldekanat
Neuer Mitarbeiter im Regionaldekanat wird Kurt Adler. Das teilte der Kirchenrat an der Synodesitzung vom 22. Mai in Aarau mit. Er ist Nachfolger von Dr. Odo Camponovo, der zum Pastoralamt des Bistums Basel wechselt. Adler war früher Leiter der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge im Aargau und hat seither in verschiedenen Pfarreien Koordinations- und Leitungsfunktionen ad interim übernommen. Er tritt die Stelle mit einem Pensum von 60 Stellenprozenten am 1. August 2002 an. (23.05.02/kr/mb)

 
Gehörlosenseelsorge erweitert
Im November 2001 hatte die Synode auf Antrag des Kirchenrates die Stellenprozente für die Gehörlosenseelsorge im Kanton Aargau erweitert. Auf den 1. März 2002 hat der Kirchenrat, wie an der Synodesitzung vom 22. Mai mitgeteilt wurde, Silvia Ruf aus Zürich neu als Seelsorgehelferin der Katholischen Gehörlosenseelsorge Aargau gewählt. Ruf, kaufmännische Angestellte, ist selber gehörlos und hat den Glaubenskurs und die katechetische Ausbildung im Aargau absolviert. Geleitet wird die Gehörlosenseelsorge im Aargau von Peter Schmitz-Hübsch. Die Seelsorgestelle hat ein Büro in Baden. Für die Jugendarbeit ist Gian Reto Janki zuständig. Zwischen der Gehörlosenseelsorge für den Kanton Zürich und für den Aargau besteht personell und von den Angeboten her eine enge Zusammenarbeit. (23.05.02/kr/mb)

 
Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Aargau
Beschlüsse der Synode vom 22. Mai 2002
An der ordentlichen Frühjahrssitzung der Römisch-katholischen Synode vom 22. Mai 2002 in Aarau wurden folgende Beschlüsse gefasst:

  1. Validierung von fünf Ersatzwahlen in die Synode für den Rest der Amtsperiode 1999 -2002.

  2. Der Jahresbericht 2001 des Kirchenrats wurde genehmigt.

  3. Die Vorlage des Kirchenrats vom 20. März 2002 zur Finanzierung der besonderen Seelsorge für Fremdsprachige wurde wie folgt genehmigt:
    3.1 Die Finanzierung der Fremdsprachigenseelsorge erfolgt ab dem Jahre 2007 ausschliesslich über den Zentralkassenbeitrag.
    3.2 Der Kirchenrat ist ermächtigt, für die Jahre 2003 und 2004 auf der Basis der Zahl der italienischen, spanischen und portugiesischen Konfessionsangehörigen bei den Kirchgemeinden einen Pro Kopf-Beitrag von Fr. 50.- und für die Jahre 2005 und 2006 von Fr. 20.- für die Fremdsprachigenseelsorge zu erheben.
    3.3 Der Kirchenrat ist ermächtigt, den Rest der Mittel für die Fremdsprachigenseelsorge für die Jahre 2003-2006 durch Erhöhung des Zentralkassen-Beitragssatzes zu beschaffen.

  4. Die Vorlage des Kirchenrats vom 10. April 2002 betreffend Sanierung Bildungszentrum Propstei Wislikofen (Erhöhung des Projektierungskredites) wurde wie folgt genehmigt: Für die Planung der Sanierungsarbeiten in Küche, Speisesaal, Cafeteria und Vortragssaal des Bildungszentrums Propstei Wislikofen, ist ein zusätzlicher Projektierungskredit von Fr. 70'000.- bewilligt worden.

  5. Die Vorlage des Kirchenrats vom 20. März 2002 betreffend das Kommunikationskonzept und die Organisationsberatung wurde zur Kenntnis genommen.

Gemäss Art. 39 und 41 des Organisationsstatutes vom 15. Juni 1977, teilrevidiert am 7. November 1984, können Beschlüsse oder Entscheide der Organe der Landeskirche durch die Konfessionsangehörigen mit Beschwerde angefochten werden. Die Beschwerdefrist beträgt 20 Tage seit der Veröffentlichung der Beschlüsse in den Publikationsorganen. Der Ablauf der Beschwerdefrist für die Beschlüsse der Synode vom 22. Mai 2002 ist der 21. Juni 2002. Beschwerden sind an die Rekurskommission der Römisch-katholischen Landeskirche, Sekretariat, Feerstrasse 8, Postfach, 5001 Aarau, zu richten.

 
Mit Kirchengeld an die Börse gehen?
Die reformierte Kirche von Basel-Stadt hat seit 1970 viele ihrer Mitglieder verloren. Damit gingen auch die Kirchensteuereinnahmen dramatisch zurück. Als zwischen 1980 und 1990 ein jährliches Defizit von 2 bis 3 Millionen entstand und Sparmöglichkeiten wie die Reduzierung der Kirchgemeinden und der Abbau von Stellen ausgeschöpft waren, entschloss man sich, mit dem Kirchengeld an die Börse zu gehen und das Geld in "fairen" Aktien anzulegen. "Denn Sparen ist nicht der richtige Weg - weil dabei die sichtbare, aktive Kirche zwangsläufig von der Bildfläche verschwinden muss." So begründete Dieter Siegrist, Anlagenprofi und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung der Evangelisch-reformierten Kirche von Basel-Stadt, das unkonventionelle Vorgehen. Siegrist informierte im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Marktplatz und Kirche" der Aargauer Landeskirchen am 14. Mai in Aarau über das "Basler Modell". Im Jahr 2000 konnte auf diesem Weg ein Gewinn von 4,5 Millionen Franken erwirtschaftet werden. "Die Kirche hat nun wieder das finanzielle Potential, um ihren Mitgliedern und den Einwohnerinnen und Einwohnern von Basel-Stadt auf zeitgemässe Weise seelsorgerische und soziale Dienste anzubieten", stellte Siegrist fest. Aber darf die Kirche denn ihr Geld an der Börse "arbeiten" lassen? Der Finanzmann argumentierte gegenüber ethisch-moralischen Bedenken sehr pragmatisch: "Die Kirchensteuer als einziges Instrument der Finanzbeschaffung hat bald ausgedient." Die Kirche nehme von allen Mitgliedern Steuern ein, egal ob diese aus einer ethisch vertretbaren Tätigkeit stammen oder nicht. "Da ist es besser, wenn die Kirche selbst finanziell tätig wird und die Verantwortung für den Gewinn übernimmt. Was ist moralischer: Von undefinierbaren Aktiengewinnen via Kirchensteuer zu profitieren oder selber mit Aktien zu handeln?" (15.05.02/ria/mb)

 
Expo-Gottesdienst von einem Aargauer Kirchenmusiker
Die Kirchen der Region Biel eröffnen die Expo mit einem speziellen ökumenischen Vespergottesdienst. Die Musik dazu wurde vom Kirchenmusiker Thomas A. Friedrich, Niederrohrdorf, eigens zu diesem Anlass komponiert. In liturgischer wie in musikalischer Hinsicht sei die Arbeit an der ökumenischen Vesper "recht spannend" gewesen, sagte der junge Aargauer Kirchenmusiker bei der Übergabe der Partitur an die Kirchen in Biel. Friedrich arbeitet als Organist und Chorleiter auch in der Pfarrei seines Wohnortes. Daher weiss er aus Erfahrung, dass die Kirchenmusik "auch auf einer emotionellen oder bildlichen Ebene verstanden werden muss". Inhaltlich interpretiert die Komposition das Thema der Bieler Arteplage "Macht und Freiheit". Die Ausarbeitung des Konzeptes habe mindestens so viel Zeit beansprucht, wie die eigentliche Komposition für Chor, Orgel und Schlagzeug. Vergleichsweise sehr lange habe schliesslich auf dem PC die Umwandlung seines "absolut unleserlichen Manuskriptes" in eine gedruckte Partitur gedauert, verriet Friedrich aus dem "Nähkistchen". Sein wichtigstes Anliegen: Die Musik muss Bilder hervorrufen können, die dem gesungenen Text entsprechen. Da Biel an der Sprachgrenze liegt, ist zudem aus dem Vaterunser zweisprachig etwas ganz Spezielles geworden. Der Vespergottesdienst zur Expo-Eröffnung gehört zum ökumenischen Programm "Open.02", das Bieler Kirchen im Umfeld der Expo anbieten. Ihre unkonventionellen Angebote sollen ein "Kontrapunkt" zur Betriebsamkeit der Ausstellung sein (Informationen über Telefon 032 322 88 67 oder Internet www.ese-02.ch). Der ökumenische Gottesdienst, der öffentlich ist, findet am Sonntag, 12. Mai um 17 Uhr in der Christ-König-Kirche in Biel statt. (07.05.02/mb)


Camponovo wechselt zum Pastoralamt des Bistums
Auf den 1. September wechselt Dr. Odo Camponovo zum Pastoralamt des Bistums Basel, wie in einer Medienmitteilung des Bistums bekannt gegeben wird.  Er gehört damit zum Leitungsteam des Bistums. Der verheiratete Aargauer Theologe war bisher Religionslehrer an der Kantonsschule Baden und Mitarbeiter beim Regionaldekanat der Bistumsregion Aargau. 1949 in Wettingen AG geboren und dort aufgewachsen, studierte Camponovo Theologie in Freiburg, Tübingen und Rom und spezialisierte sich im Bereich Bibelwissenschaft (Exegese des Neuen Testamentes). Zusammen mit Camponovo tritt auch die Theologin Sibylle Hardegger, Reinach BL, neu in den Dienst des Pastoralamtes. Die beiden ersetzen Hans-Rudolf Häusermann, der auf diesen Termin zurückgetreten ist. Das Pastoralamt ist verantwortlich für seelsorgerliche oder pastorale Fragen im Bistum mit den drei Bereichen Liturgie, Verkündigung und Diakonie. (05.05.02/he/mb)

 
Arbeitsgemeinschaft Notfallseelsorge Schweiz gegründet
Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger verschiedener Kirchen aus der ganzen Schweiz haben am 1. Mai in Aarau den Verein "Arbeitsgemeinschaft Notfallseelsorge Schweiz" (AG NFS CH) gegründet. Die Arbeitsgemeinschaft will Standards für die Ausbildung in der Notfallseelsorge schaffen, die Weiterbildung fördern, den Erfahrungsaustausch ermöglichen und den Kontakt zu Dachorganisationen von Einsatz- und Rettungskräften wie Polizei, Sanität oder Feuerwehr verbessern. Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist auch, die interreligiöse Zusammenarbeit im Bereich der Notfallseelsorge zu suchen und Kontakte zu Partnerorganisationen im In- und Ausland zu knüpfen. Das Aargauer Notfallteam, getragen von den drei Landeskirchen, hatte im letzten Jahr 16 Einsätze zu leisten, die Hälfte davon waren Arbeits- und Verkehrsunfälle. (03.05.02/ria/mb)


Die Fremdsprachigenseelsorge anders finanzieren
Die Römisch-katholische Landeskirche Aargau kann für das Jahr 2001 wiederum einen guten Rechnungsabschluss ausweisen. Der Mehrertrag liegt bei rund 320'000 Franken, wie es in einer Medienmitteilung der Landeskirche heisst. An der Synode vom kommenden 22. Mai in Aarau will der Kirchenrat eine Neuregelung der Finanzierung der Fremdsprachigenseelsorge vorlegen. Neben der Pfarreiseelsorge bestehen für Fremdsprachige im Aargau eigene Seelsorgestellen und Sozialdienste, und zwar für die Italiener, die Spanier, die Portugiesen und die Kroaten. Die Seelsorge für Angehörige anderer Nationalitäten wie Philippinen, Tamilen oder Slowaken wird durch die bischöfliche Kommission "migratio" überkantonal organisiert und durch die einzelnen Landeskirchen mitgetragen. Bisher wurde die Finanzierung weitgehend über "Pro Kopf-Beiträge" sichergestellt, was die Kirchgemeinden mit einem hohen Anteil von Fremdsprachigen stark belastet. Neu will der Kirchenrat die Fremdsprachigenseelsorge vollständig über den Zentralkassenbeitrag finanzieren. Damit erfolgt zugleich eine Gleichstellung zu allen anderen kantonal getragenen Seelsorgebereiche der Landeskirche. Die Zentralkasse wird durch die Beiträge der Kirchgemeinden entsprechend der Höhe ihrer allgemeinen Steuereinnahmen gespiesen. Die endgültige Umstellung der Finanzierung soll in drei Schritten bis 2007 erreicht sein. Es handelt sich um eine Umlagerung von rund 3 Mio. Franken oder 22,5 Prozent des Gesamthaushaltes der Landeskirche. (30.04.02/pb/mb)


Frauenbund seit 90 Jahren sozial und politisch dabei
Der Aargauische Katholische Frauenbund (AKF) ist 90 Jahre alt geworden. An der Jubiläums- Delegiertenversammlung vom 21. März in Lenzburg gab die Historikerin Brigitte Glur-Schüpfer Einblick in die Ergebnisse ihres Forschungsprojektes über die Anfänge der katholischen Frauenbewegung in der Schweiz, und zwar dem Anlass entsprechend zum "Schwerpunkt Aargau". Der AKF wurde am 13. Juni 1912 gegründet, nur wenige Wochen nach der Gründungsversammlung des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SKF). Die Hauptaktivitäten lagen teils im sozialen, teils im politischen Bereich. Bunt zeigte sich schon in der Anfangszeit das sorgsam gepflegte Kurswesen. Als Beispiele nannte die Historikerin Bereiche wie Hauswirtschaft, Krankenpflege, Paramentenstickerei oder Weissnähen. In Kriegszeiten wurden Notstands- und Sparmassnahmenkurse, aber auch Lehrgänge für alkoholfreie Mostzubereitung angeboten. Zudem setzte der AKF im gesellschaftlichen Leben Akzente. So wurde bei den Aargauer Justizbehörden immer wieder gegen neue Kinoverordnungen protestiert und auch die Sittlichkeit beschäftigte die Frauen stets aufs neue. Bei der besonders delikaten Frage der Bademode zum Beispiel veröffentlichten die Frauen in der Verbandszeitschrift ihr Modell eines Badekleides mit dem Hinweis, auch dieser Anzug sei nur in eingezäunten, geschlechtergetrennten Anstalten zu verwenden. Die Emanzipation war ein Thema, das den AKF von den Anfängen bis in die Gegenwart begleitete. (24.03.02/kipa/mb)


Die Fristenregelung ist keine glückliche Lösung
"Ich bin nicht glücklich mit der Fristenregelung, aber ich sehe keine Alternative." Das meinte Barbara Kühne im Aargauer Lokalradio Kanal K. In der Sendung "Religion und Gesellschaft" vom 19. März schilderte sie ihre ersten Erfahrungen als Präsidentin des katholischen Aargauer Kirchenrates und nahm Stellung zur Fristenregelung. Die ausgebildete Juristin arbeitete bisher im Bereich Familienrecht. Als Mutter von drei Kindern wisse sie, so erläuterte sie auf Kanal K, was es heisse, schwanger zu sein und zu den Kindern zu stehen. Sie wisse auch von Situationen, wo das sehr schwierig sei. "Von da her sehe ich in der Fristenregelung eine Möglichkeit, allen Bedürfnissen gerecht zu werden." Sie hätte sich zwar gewünscht, präzisierte sie, dass damit eine Beratungspflicht verbunden gewesen wäre. Das sei nun nicht der Fall, trotzdem wäre es aber wichtig, dass staatliche oder kirchliche Stellen Beratung anbieten würden. Und sie differenzierte: Wenn ich sage, ich bin für die Fristenregelung, ist das nicht die gleiche Aussage, wie wenn ich sage, ich bin für die Abtreibung. Die Juristin möchte aber diese Möglichkeit auf legalem Weg offen halten, "denn auf illegalem Weg wird sie immer offen sein". Kühne betonte, das sei ihre persönliche Meinung und sie spreche nicht im Namen des Kirchenrates. Während sich die Schweizer Bischöfe und insbesondere Bischof Kurt Koch klar gegen die Fristenregelung ausgesprochen haben, gibt es sonst auf katholischer Seite keine einheitliche Meinung zu dieser Frage. (20.03.02/mb)


Kirche und Wirtschaft - ein schwieriges Gespräch
Aus der Sicht beider Seiten ist das Gespräch zwischen Kirche und Marktwirtschaft schwierig. Dieser Eindruck entstand am Podiumsgespräch zum Thema "Das 'Wort der Kirchen' - ein halbes Jahr danach" am 12. März in Aarau. Die Kommission "Kirche - Wirtschaft" der Aargauer Landeskirchen, die zum Anlass eingeladen hat, ist überzeugt, dass mit dem "Wort der Kirchen" zum Abschluss der Ökumenischen Konsultation ein wichtiger Beitrag zur gesellschaftlichen und politischen Diskussion geleistet wird. Es diskutierten Dr. Thomas Wallimann, Leiter des Sozialinstitutes der Katholischen Arbeiterbewegung, und Dr. Heinz Suter, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Aargauischen Industrie- und Handelskammer. Entstanden sei mit dem "Wort der Kirchen" ein "Dokument mit Substanz", welches Partei ergreife und eine Herausforderung sei, räumte Heinz Suter ein. Allzu häufig werde aber die freie Marktwirtschaft mit dem Kapitalismus und dem "Reich des Bösen" gleichgestellt. Allerdings gebe es streng gesehen keine eigentliche freie Marktwirtschaft, denn Kultur, Tradition, Recht und Gesellschaft würden ihr Grenzen setzen. "Zudem bin ich überzeugt, dass nur die Wirtschaft überlebt, die auf einem Wertfundament basiert." Das "Wort der Kirche" hebe die Grundwerte hervor, aber das löse noch keine Probleme. Mühe bekundete Suter mit der Tatsache, dass die positiven Aspekte eines Lebens in der Schweiz nicht hervorgehoben würden. Suter meinte damit den Sozialstaat, die Umweltfragen und das Lebensniveau in der Schweiz. "Das mangelnde Echo auf die wirtschaftlichen Bemühungen verhindert den Dialog." In der Diskussion wurde betont, zu den Kirchen kämen auch Menschen, die nicht den Eindruck hätten, sie würden in der "besten aller Welten" leben. Und wo sind die Wirtschaftsleute in der Kirche? Suter sprach von Verständnisschwierigkeiten, von "Sprachbarrieren" gegenüber den Kirchen, da müssen man ja ein Hochschulstudium absolvieren. Das Interesse für das "Wort der Kirchen" fehle auf allen Seiten, wurde weiter gesagt. Jeder sorge für sich allein. Selbst Kirchenprofis würden sich nicht gross darum kümmern. Klar war am Gespräch aber: Die Wirtschaft kommt nicht ohne Ethik und die Kirche nicht ohne Wirtschaft aus. (15.03.02/pb/mb)

 
Caritas-Jubiläum mit Benefizveranstaltung
Statt eines Festaktes organisierte die Caritas Aargau zu ihrem 30-jährigen Bestehen am 8. März im Saalbau in Aarau eine Benefizveranstaltung. Den ersten Teil des Abends bestritt das Kabarettduo "Sibylle und Michael Birkenmeier" mit einem Sonderprogramm. Im zweiten Teil des Abends spielte die "Musique Simili" auf, die einen würzigen Mix aus Zigeuner- und Weltmusik bot. Ein Patronatskomitee mit bekannten Persönlichkeiten aus Politik und Kirche gab dem Anlass ein besonderes Gewicht. Dank Sponsoring konnte der finanzielle Aufwand für den Abend klein gehalten werden. Der Erlös der Veranstaltung wird für die Beratung und die finanzielle Unterstützung von armutsbetroffenen Menschen im Aargau verwendet. (09.03.02/cag/mb)


Neue Spezialseelsorger gewählt

Mit Stellenantritt am 1. Juli 2002 hat der Kirchenrat Diakon Daniel Muoth, Gemeindeleiter in Entfelden, zum neuen Seelsorger für die Klinik Barmelweid gewählt, wie der Informationsdienst der Landeskirche mitteilt. Muoth ist Nachfolger von Pfarrer Anton Ming, der sein Teilpensum von 40 Prozent an der Barmelweid abgegeben hat. Ming war während acht Jahren in diesem Dienst tätig. Weiter hat der Kirchenrat den Rücktritt des langjährigen Spitalseelsorgers am Kantonsspital Aarau, Pfarrer Kurt Bader, auf den 31. Januar 2003 entgegen nehmen müssen. Als Seelsorgehelferin in der katholischen Gehörlosenseelsorge Aargau wurde Silvia Ruf gewählt. Die Synode hatte an ihrer Sitzung im November 2001 den Ausbau der Gehörlosenseelsorge beschlossen. Silvia Ruf wird diese Aufgabe zusammen mit Gehörlosenseelsorger Peter Schmitz-Hübsch, Wettingen, und in Zusammenarbeit mit dem Jugendarbeiter für Gehörlose, Gian-Reto Janki, wahrnehmen. (02.03.02/pb/mb)

 
Für faire Arbeitsbedingungen in der Kirche
Auch für die Behörden und die Angestellten einer Pfarrei und Kirchgemeinde sind verbindliche und klare Regelungen, faire Arbeitsbedingungen sowie Mitarbeitergespräche ein Muss. Das wurde an der Kirchenpflegentagung vom 22./23. Februar in Wislikofen betont, wie es in einer Medienmitteilung der römisch-katholischen Landeskirche heisst. Es geht dabei, so erläuterte Regionaldekan Rudolf Rieder, um die Förderung des Personals mit Zielformulierung und Setzung von Prioritäten und Arbeitsschwerpunkten, um die Kooperation, um die Motivation und Verantwortung, um die Arbeitszufriedenheit und um gezielte Fortbildung. Es gelte Strukturen zu klären, Abläufe zu optimieren und das Arbeitsklima zu verbessern. Förderung der Pastoral heisse aber nicht Effizienzsteigerung auf Kosten der Menschen. Im Zusammenhang mit Personalfragen legte Rieder Zahlen zur Entwicklung im Bistum Basel vor. In den 476 Pfarreien des Bistums gab es 1993 noch 290 Priester, heute seien es 200, für 2012 rechne man mit 131 Priestern. Das Bistum strebe eine pastorale Vollstelle auf 1000 Konfessionsangehörige an. Für das Jahr 2012 bedeute dies: Mit 131 Priestern und 249 Laientheologinnen und Laientheologen werden voraussichtlich insgesamt 380 Personen in der Pfarreileitung tätig sein. 76 kleinere Pfarreien hätten somit keinen ortsansässigen Gemeindeleiter mehr. (26.02.02/kipa/mb)


Die Tagsatzung 2004 kommt nach Baden
Die dritte Tagsatzung im Bistum Basel findet im Jahr 2004 in Baden statt. An der Vorbereitung wird bereits vor Ort gearbeitet. Die Tagsatzung will eine basisorientierte Auseinandersetzung zu aktuellen kirchlichen und gesellschaftlichen Fragen sein. Die erste Tagsatzung im Bistum Basel fand 1998 in Luzern statt, die zweite 2001 in Bern. Da die bisherigen Tagsatzungen an den pfarreilichen Gremien annähernd spurlos vorübergegangen sind, wird für Baden ein neues Konzept erarbeitet. Ziel ist es, profilierten und kompetenten Vertretern der kirchlichen Basis die Gelegenheit zu geben, ihr Know-how und ihr Interesse aktiv in die kirchliche Diskussion auf der Ebene des Bistums einzubringen. Derzeit wird an einer Struktur gearbeitet, die ein gutes Gespräch einerseits unter den Basisvertretern selber und andererseits zwischen Basisvertretern und dem Bischof und der Bistumsleitung ermöglicht. (05.03.02/mh/mb)

 
Frauenbund für Uno-Beitritt
Der Aargauische Katholische Frauenbund AKF setze sich für den Beitritt der Schweiz zur Uno ein, schreibt der Kantonalvorstand des Verbandes in einer Medienmitteilung vom 15. Februar. Die Uno sei das einzige Podium, das sich weltweit für Menschenrechte einsetze. Die Uno, so begründet der Kantonalvorstand weiter, fördere zudem Frauen- und Kinderrechte und setze sich für Benachteiligte ein. Sie sei die Plattform für internationale Kontakte und berühre die Neutralität der Schweiz nicht. Wolle die Schweiz den Anschluss an die Welt nicht verpassen, müsse sie auch im Interesse der Jugend beitreten. (15.02.02/akf/mb)

 
Caritas-Laden neu auch in Wettingen
Am 15. Februar hat die Caritas Aargau an der Landstrasse 20 in Wettingen einen neuen Secondhand-Kleiderladen eröffnet. Damit kann ein seit längerem bestehendes Bedürfnis nun auch in der Region Baden abgedeckt werden. In Aarau gibt es bereits seit Jahren einen solchen Laden. Menschen mit einem kleinen Budget können hier attraktive, preiswerte Gebrauchtkleider einkaufen. Es soll nur gute Qualität angeboten werden, kein Ramsch. Daneben stehen Lebensmittel aus fairem Handel mit Entwicklungsländern sowie ökologische Produkte im Sortiment. Um eine breite Kollektion führen zu können, ist der Laden auf viele Kleiderspenden angewiesen. Saubere, brauchbare Kleider und andere Textilien sowie guterhaltene Schuhe können direkt im Laden abgegeben werden. Der Verkaufserlös fliesst in die Sozialhilfe der Caritas Aargau für armutsbetroffene Menschen im Aargau. (15.02.02/cag/mb)


Alleluja - Improvisationen mit Saxofon und Orgel
Weshalb trifft man in der Kirche kaum auf die Kombination von Orgel und Saxofon? Das fragt sich der musikalische Laie nach der eindrücklichen "Improvisationswerkstatt", die am 10. Februar im Rahmen der Besinnungsreihe "Durchatmen - Loslassen - Auftanken" in der Propstei Wislikofen für hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger angeboten wurde. Tobias Willi, Organist in Brugg, und Rafael Baier, Instrumentallehrer für Saxofon in Aarau und Zürich, führten auf faszinierende Weise in die Zwiesprache von zwei ganz unterschiedlichen Instrumenten ein. Gebannt lauschten die Zuhörenden der freien Improvisation zur doch vertrauten gregorianischen Melodie des österlichen Allelujas. Tobias Willi verglich das improvisierende Zusammenspiel, wo die Musik im Augenblick entsteht und gleich wieder vergeht, mit der Balance von zwei eigenständigen Künstlern. Ausgewogen sei die Balance, wenn wie in einer "Gesprächsrunde" jeder seine Gedanken einbringen und dem Partner ein Echo bieten könne. Die Kostproben des gemeinsamen Improvisierens, stets den melodischen roten Faden des Allelujas mittragend, erfreuten das Herz und liess manches auch in Gedanken nachklingen. Es war ein eindrückliches Erlebnis, das die beiden auch den Pfarreien anbieten sollten. (12.02.02/ek/mb)

 
Wie begleiten die Religionen sterbende Menschen?
Die Religionen gehen behutsam und liebevoll mit sterbenden Menschen um. Das spürte man am interreligiösen Informationsabend vom 23. Januar am Kantonsspital Baden. Vertreterinnen und Vertreter von Hinduismus, Christentum und Islam schilderten, mit welchen Ritualen und welchem spirituellen Hintergrund sterbende Menschen in ihren Religionen begleitet werden. Der sterbende Mensch, so erläuterte Yahya Bajwa, Baden, für den Islam, ist am Übergang in eine neue Welt, ins "Paradies", wie mit einem Bild gesagt wird. Der Übergang wird mit Gebeten und Zitaten aus dem Koran begleitet. Beim Sterben verlässt die unsterbliche Seele den sterblichen Körper, so der Hindu Satish Joshi, Zürich. Der Körper, für die Seele bloss ein Gefängnis, soll nach dem Tod möglichst schnell verbrannt werden. Beim Tod nimmt die Seele ihre ganze Lebensgeschichte mit und wird entsprechend dem Karma wiedergeboren. Der Hindu ist nicht interessiert an einem langen Leben, deshalb soll das Leben nicht unnötig verlängert werden. Der Hindu schätzt viele Besuche am Sterbebett. Gebräuchliche Rituale beim "Abschied von der Weltbühne" sind: Räucherstäbchen oder Kerzen, spirituelle Musik, Gangeswasser, hier als Ersatz ein frisches Basilikumblatt im Mund. Karin Klemm, katholische Spitalseelsorgerin in Baden, schilderte das Ritual der Krankensalbung, früher "Letzte Ölung". Sie bezeichnete den Brauch des Segnens insbesondere durch Angehörige als etwas sehr Sinnvolles. Das Salben mit Öl, auch am toten Körper sinnvoll, ermögliche ein besonderes Berühren Abschiednehmen und sei zudem Zeichen der Zärtlichkeit Gottes. Eine Kerze am Totenbett erinnere "in der Dunkelheit des Karfreitags" an das Ostergeschehen. Der gut besuchte Anlass mit der angeregten Diskussion wurde vom Aargauischen Interreligiösen Arbeitskreis AIRAK und vom Spitalpfarramt Baden organisiert. (25.01.02/mb)

 
Aarau plant Gottesdienst für Zweifler
Der vor einigen Jahren in Helsinki "erfundene" Gottesdienst für "Zweifler und andere gute Christinnen", die so genannte "Thomasmesse", soll auch in Aarau eingeführt werden, erstmals am 23. Juni dieses Jahres. Die neue Gottesdienstform will auf ökumenischer Basis kirchliche wie kirchlich distanzierte Menschen ansprechen, wie das Aarauer Seelsorgeteam in der neuesten Nummer im Pfarrblatt "Horizonte" mitteilt. Die "Thomasmesse" hat ihren Namen von "Thomas dem Zweifler", einem der zwölf Apostel. Der Gottesdienst hat drei Teile. Zum ersten Teil gehören das Ankommen, das Gebet und die Verkündigung. Der zweite Teil, das Kernstück, wird offen gestaltet mit verschiedenen Möglichkeiten wie beispielsweise Taizélieder singen, Kerzen anzünden, stilles Gebet, Fürbittewand, Segnung, Musik hören. Die Teilnehmenden entscheiden selber, welches Angebot ihnen am besten entspricht. Abgeschlossen wird der Gottesdienst mit dem Teilen von Brot und Wein und dem Segen. Diese Gottesdienstform, die aus verschiedenen religiösen Traditionen Elemente übernimmt, lebt davon, dass viele Interessierte mitmachen, so betont das Aarauer Seelsorgeteam. Es gebe darin nur wenige Aufgaben, für die es Theologinnen oder Theologen braucht. Eine Gruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aus der reformierten, der katholischen und der methodistischen Kirche sowie aus der Minoritätsgemeinde und des Theologisch-Diakonischen Seminars arbeitet zur Zeit an der Vorbereitung der ersten "Thomasmesse" und lädt auch weitere Interessierte am 15. Februar zu einem Vorbereitungstreffen ein. Mai-Adresse der katholischen Pfarrei Aarau: peterundpaul.aarau@bluewin.ch. (19.01.02/mb)

 

 

 

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