Römisch-Katholische Landeskirche des Kantons Aargau
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Archiv 2003

"Borderwalk" macht die Armut zum öffentlichen Thema
"Borderwalk" – so heisst eines der zehn Jubiläumsprojekte, das der Kanton Aargau mit den beiden kirchlichen Hilfswerken Caritas und Heks in diesem Jahr umsetzen wird. Das Projekt, am 20. März den Medien vorgestellt, will die Armut im Kanton enttabuisieren und zu einem öffentlichen Thema machen.

In der ersten Phase wird die Bevölkerung für die neue Armut sensibilisiert: An elf Tagen in den Monaten April bis Juni werben eine Schauspielerin, eine Sängerin und ein Sänger sowie ein Akkordeonist an publikumsintensiven Orten für das Projekt. Weiter wird mit Plakaten und Postkarten auf "Borderwalk" hingewiesen. In der Woche vom 14. bis 19. September steht Wandern auf dem Programm. Mit Wandern soll Solidarität mit den von der neuen Armut betroffenen Menschen ausgedrückt werden. Inhalte, Lösungsansätze und Ansprüche der Armen würden so zu einem öffentlichen Thema gemacht, erklärte Staatsschreiber Marc Pfirter, der Leiter des Gesamtprojektes Kantonsjubiläum 2003. Bei den Wanderungen, zu denen auch die Bevölkerung eingeladen ist, werden weitere thematische Impulse vermittelt und am Zielort sozial relevante Projekte ausgezeichnet. Nach Regierungsrat Kurt Wernli, Chef des Departements des Innern, ist die "Neue Armut" auch im Aargau eine Tatsache. Arm sein heisse: Vereinsamung, Scham, Stress bei der Geldbeschaffung, oft Krankheit, Demütigung, Ausschluss von vielen gesellschaftlichen Aktivitäten. Die Vertreter der beiden Hilfswerke betonten an der Medienkonferenz, dass das Engagement auch nach dem Jubiläumsjahr 2003 fortgeführt werden soll. (21.03.03/kipa/mb)


"Borderwalk": Der Armut im Aargau auf der Spur
Die beiden kirchlichen Hilfswerke Caritas Aargau und Heks Aargau/Solothurn gehen zusammen mit dem Kanton Aargau für einmal einen besonderen "Weg", um der Armut auf der Spur zu sein. Anlass für das Projekt ist das Kantonsjubiläum. Auf einer Wanderung durch den Aargau soll ein grösserer Kreis für die Armutsproblematik sensibilisiert und eine Zeichen der Solidarität gesetzt werden. Das Projekt heisst "Borderwalk" und führt mit einer Wanderung von Zofingen (14. September) über Reinach (15. September), Muri (16. September), Spreitenbach (17. September) und Döttingen (18. September) nach Stein (19. September). An jedem Etappenort wird ein Programm angeboten mit Musik, einem "thematischen Intermezzo" zum Thema Armut und der Auszeichnung eines Projektes, das gute Ideen vorlegt, um die Armut lokal oder regional wirkungsvoll zu bekämpfen. Die Ideen wurden zuvor in einem Wettbewerb zusammengetragen und von einer Jury ausgewählt. Im Vorfeld der Wanderung traten Künstlerinnen und Künstler mit Musik in den elf Bezirken des Kantons auf, um auf ihre Art darauf hinzuweisen, dass auch im Aargau Menschen an und unter der Armutsgrenze leben.

Zur Wanderung vom 14. bis 18. September 2003 sind alle Interessierten eingeladen - eine Anmeldung ist nicht nötig (ausser für grössere Gruppen). Es ist auch möglich, bloss an einer einzelnen Etappe oder an der Veranstaltung am Etappenort in der Nähe (etwa 18 bis 21 Uhr) teilzunehmen. (09.09.03/mb)


"Perspektiven 2005" steht im Zeichen des Dialogs auf allen Ebenen

Die für 2005 in Baden-Wettingen geplante Veranstaltung "Perspektiven im Bistum Basel" soll im Zeichen des Dialogs auf allen Ebenen des Bistums stehen. Das sagte Prof. Carl August Zehnder, Würenlos, Präsident der Vorbereitungsgruppe, an der Sitzung des Diözesanen Seelsorgerates. Der Seelsorgerat tagte am 21. und 22. November in der Propstei Wislikofen und befasste sich neben der Veranstaltung im Raum Baden-Wettingen auch mit der Arbeit des Gremiums nach der "Grossräumigen Regionalisierung" des Bistums.

Zehnder erläuterte Zielsetzung, Struktur und Gesamtablauf der "Perspektiven"-Veranstaltung. Die Arbeit geschehe nicht in einer grossen Versammlung, sondern nach Themenkreisen in zehn bis fünfzehn Gruppen. Jede Themengruppe bearbeitet unabhängig einen Themenkreis. Die Themenkreise sollen aktuelle und wichtige Problempunkte und Anliegen der Bistumskirche Basel aufnehmen, und zwar solche, bei denen eine Chance bestehe, in Zusammenarbeit mit der Bistumsleitung in nützlicher Frist echte Reformschritte anzugehen, wie der Präsident der Vorbereitungsgruppe betonte. Die Themen werden bereits im Jahr 2004 in einem offenen Prozess ermittelt und ausgeschrieben. Auch der Diözesane Seelsorgerat sei eingeladen sich an diesem Prozess mit Themenvorschlägen zu beteiligen und weitere Kreise zur Mitwirkung zu motivieren.

Der Diözesane Seelsorgerat ist auf Bistumsebene ein Beratungsorgan des Bischofs und repräsentiert die Pfarreimitglieder des Bistums. Der Rat, der aus Laien besteht, erörtert insbesondere aktuelle seelsorgerliche Fragen und informiert den Bischof über Meinungen und Wünsche der Gläubigen. Vertreter der Bistumsregion Aargau sind: Vernerio Braun, Boniswil, Maria Bütler, Wohlen, Röbi Hug, Villmergen, Josef Dickerhof, Rudolfstetten/Friedlisberg (Ersatzmitglied), Pera Lukic, Aarau (Vertreterin Fremdsprachige). (27.11.03/he/mb)


"Tunnel-Gottesdienst" zum Baregg-Fest
Der Gottesdienst in der Tunnelröhre mit den dortigen "Ortsbezügen" zum Leben ist eine besondere Herausforderung. Dort, wo bald unzählige Autos vorbeirasen, laden die reformieren und katholischen Kirchen der angrenzenden Gemeinden (Baden, Wettingen, Neuenhof, Fislisbach, Birmenstorf) mit einem ökumenischen Gottesdienst zu einem besinnlichen Halt ein. Der für einen Gottesdienst aussergewöhnliche Ort ist voller Symbole für unser Leben: Wir sind ständig unterwegs, geraten manchmal ins Stocken, müssen einen Gang zurückschalten, und wir erleben, wie Licht am Ende des Tunnels sichtbar wird, wie wir wieder frei atmen können und sich neue Horizonte öffnen. Unter dem Stichwort "Unterwegs zum Leben" greifen die Seelsorgerinnen und Seelsorger auch Fragen zur Schnelllebigkeit und zunehmenden Mobilität auf. Der "Tunnel-Gottesdienst" im Rahmen des grossen dreitägigen Baregg-Festes findet am Sonntag, 18. Mai, um 10.30 Uhr im Ostportal des neuen Autobahntunnels (Seite Neuenhof) statt. Extra-Busse bringen die Gottesdienstbesucher gratis zum Tunnelportal: RVBW Bus 2, Abfahrt um 9.50 Uhr ab Baden Bahnhof Ost. (16.05.03/ria/mb)


"Wasser ist Leben" - ein szenisches Fest zum Kantonsjubiläum
Am Wasserfest feiern Musiker und Sängerinnen, ein Wasserchor und alle, die zum Spiel kommen. Das szenische Fest unter der Leitung von Toni Schmid, Aarau, hat den Titel "Wasser ist Leben". Die unterhaltend-besinnliche Begegnung ist ein "Geschenk" der drei Landeskirchen anlässlich des Kantonsjubiläums an alle Menschen im Aargau.

Am Fest werden Melodien des Wassers gesungen und gespielt. Gesucht wird das "lebendige" Wasser. Per SMS und Flaschenpost teilen die Mitwirkenden mit, was sie bewegt. Im Zentrum steht ein symbolischer Brunnen sowie eine Frau und ein Mann - ausgehend von der biblischen Erzählung von der Begegnung am Jakobsbrunnen: Mann und Frau, einheimisch und fremd, jung und alt, Gott und Mensch, Trauer und Hoffnung, Tod und Leben, sie können sich hier begegnen. Der Anlass ist der festliche Teil des Projektes "WasserZeichen 2003", mit dem die Kirchen im Jubiläumsjahr des Kantons Aargau präsent sind.

Die Aufführungen: 16. August, 20 Uhr, katholische Kirche Suhr 22. August, 20 Uhr, katholische Kirche St. Anton Wettingen 23. August, 20 Uhr, reformierte Kirche Schinznach-Dorf 24. August, 10.30 Uhr, reformierte Kirche Schinznach-Dorf 21. September, 10 Uhr, Steinlihalle Möhlin. Eingeladen zum Wasserfest sind alle. Als "Eintritt" bringen die Besucherinnen und Besucher ein Glas Wasser mit oder kaufen es für fünf Franken beim Eintritt. (12.08.03/ria/mb)


"Wasser ist Leben" wurde zu einem tiefen Erlebnis
In der fast vollen katholischen Kirche Suhr fand am 16. August die erste Inszenierung von "Wasser ist Leben" statt. Das szenische Spiel ist der festliche Höhepunkt der Beiträge "WasserZeichen 2003" der Aargauer Landeskirchen zum Kantonsjubiläum.

Am "Brunnen" begegneten sich in einer multimedialen Form Mann und Frau, ein leicht überforderter Sigrist, der bewegte Wasserchor und alle Besucherinnen und Besucher. In Eis erstarrte Gestalten wandeln sich von Szene zu Szene, bis sie sich in neu gefundener Beziehung gegenseitig Wasser und damit Leben schenken. Dazwischen steht eine intensive Folge szenischer, musikalischer und gesanglicher Auseinandersetzung, in welcher der Wasserchor und die in verschiedensten Stimmungen sehr präsenten Solisten überzeugten. Das intensive, unterhaltend-besinnliche Spiel wurde durch das Mitwirken aller Anwesenden bei der Wassermusik und beim Senden von Kurzmitteilungen (SMS) zu einem tiefen Erlebnis. Nicht zuletzt die eigens von Rafael Baier für dieses Fest komponierte Musik vermochte viele zu begeistern. Am fröhlichen Nachfest auf dem prächtig gestalteten Kirchenplatz erlebten alle Beteiligten, wie sich "Wasser" in "Wein" verwandelte: geteiltes Leben, das weiterführt zum lebendigen Wasser.

Weitere Aufführungen: 22. August, 20 Uhr, katholische Kirche St. Anton Wettingen 23. August, 20 Uhr, reformierte Kirche Schinznach-Dorf 24. August, 10.30 Uhr, reformierte Kirche Schinznach-Dorf 21. September, 10 Uhr, Steinlihalle Möhlin. Eingeladen zum Wasserfest sind alle. Als "Eintritt" bringen die Besucherinnen und Besucher ein Glas Wasser mit oder kaufen es für fünf Franken beim Eintritt. (18.08.03/ria/mb)


Ein weiterer und ausführlicher Bericht zum szenischen Spiel:

Wenn der Sigrist baden geht...
Das szenische Spiel "Wasser ist Leben" kam gut an

Das szenische Spiel zum Thema "Wasser", festlicher Höhepunkt der Beiträge der drei Aargauer Landeskirchen zum Kantonsjubiläum, fand an vier Inszenierungen in Suhr, Wettingen und Schinznach-Dorf ein begeistertes Publikum. Die mit Witz, Phantasie und auch einer Portion Charme gespickte Inszenierung nahm den kirchlichen Alltag aufs Korn, ohne bösartig zu sein. Das kam an.

Es war kein leichtes Unterfangen, was sich die Landeskirchen zum Kantonsjubiläum vornahmen. Die Crew um Projektleiter Toni Schmid wollte eine Produktion auf die Beine stellen, die inhaltlich und in ihrer Form einen breiten Publikumsgeschmack traf – schliesslich war es der Beitrag zum Kantonsjubiläum. Dennoch durfte die Inszenierung weder bieder noch gewöhnlich daher kommen. Es sollten Musik und Theater dabei sein, es standen vor allem Laien im Vordergrund, und dann musste es auch noch etwas mit Kirche zu tun haben. Das sind eigentlich die Ingredienzen eines von Anfang an zum Scheitern verurteilten Projektes. Nicht so beim szenischen Spiel "Wasser ist Leben".

Entstanden ist ein unterhaltendes, sinnliches und mehrschichtiges Spiel um das Thema "Wasser". Es bot für jeden Geschmack etwas: optische und akustische Erlebnisse, kabarettistische Einlagen, Musical-Passagen und anderes mehr – ein Multimedia-Spektakel, das auch die Zuschauer mit einbezog. Sie durften zum Beispiel so richtig herzhaft durch einen Strohhalm ins Wasserglas blasen oder halb gefüllte Weingläser zum Klingen bringen (als Begleitung des Saxophons in der Wassermusik) und ihr Handy für einmal in der Kirche extra einschalten, um ein persönliches SMS zu verschicken, das später auf die Leinwand projiziert wurde.

Die Inszenierung um das vordergründige Hauptthema "Wasser" in all seinen Formen und Bedeutungen liess viel Platz für persönliche Gedanken und Interpretationen. Da ging es um Ökologie, um Rücksichtnahme und Toleranz, um Anerkennung und Wertschätzung, um Beziehungen – und um das Verhältnis von Mann und Frau.

Erzählt wird in verschiedenen Szenen die Begegnung von Jesus mit der samaritanischen Frau an einem Brunnen, aus dem er um Wasser bittet, überzeugend gespielt von Pius Schürmann und Ursula Wark. Als anfänglich zu Eis erstarrte Figuren wandeln sich die beiden Protagonisten im Laufe des Stücks zu modernen Musical-Stars und zu einem schmachtend-gefühlsbetonten Latino-Tanzpaar, dessen Beziehung von Erotik und Gewalttätigkeit geprägt ist. Erst in der letzten Szene entdecken die beiden ihre Beziehung zueinander neu und schenken sich gegenseitig Wasser und damit Leben.

Zwischen den einzelnen Szenen hatte ein etwas überforderter Sigrist Gelegenheit, über Gottesdienste und kirchliche Angestellte zu lamentieren. Albrecht Haldimann in der Rolle des Sigristen traf die Seele seines Publikums, wenn er sich über das Kasperlitheater seines Pastoralassistenten ausliess. Der hatte sich vor kurzem nämlich eingebildet, dass alle Gottesdienstbesucher einen Stein als Andenken mit nach Hause nehmen sollten. Und er, der Sigrist, musste die Steine erst einmal beschaffen und in die Kirche schleppen. "Das ist keine Ordnung mehr", beschwerte sich der Sigrist. "Aber das heisst heute ja auch gar nicht mehr Ordnung. Heute heisst das Struktur. Von Ordnung spricht nur noch die Putzfrau – und der Sigrist." Und dennoch ist er nicht nur Kritikaster, sondern auch Kirchgänger mit Leib und Seele, vordergründig leidend, im Innern aber entflammt vom Gesehenen. Und so kam es, wie es kommen musste: Es war der Sigrist, der ewige Nörgler und Stänkerer, der am Ende des Stückes – ergriffen von der Inszenierung – im Planschbecken im "Lebenswasser" badete.

Ruhig, aber sehr präsent begleitete ein bewegter Wasserchor die Auseinandersetzung von Mann und Frau. Mit choreografisch raffinierten Mitteln zaubern die über 20 Chormitglieder immer wieder sinnliche Stimmung auf die Bühne. Zu einem intensiven Erleben wurde das szenische Spiel nicht zuletzt durch die SMS-Mitteilungen, mit denen Besucherinnen und Besucher im Laufe des Abends ihre ganz persönliche Beziehung zum Wasser beschrieben. Auf jeden Fall entliess das Projekt unter der Regie von Markus Furrer und mit der eigens dafür komponierten Musik von Rafael Baier ein ebenso nachdenkliches wie begeistertes Publikum.

Einen besonders festlichen Rahmen für die Aufführungen hatte die Kirchgemeinde Schinznach organisiert. Sinnig, stimmig und beinah ausgelassen fröhlich feierten die vielen Menschen aller Generationen in den für den Verkehr gesperrten Strassen rund um die reformierte Kirche weiter. Djembaklänge lockten zum Wassertanz, Schiffchen schaukelten in Wasserrinnen, aus Kübeln und Becken liessen sich Kaskaden von Seifenblasen herauspusten. Der Wymbawayachor bezauberte mit afrikanischen Liedern, im Kreis für meditatives Tanzen war das Publikum willkommen, und in der ganz besonderen Festwirtschaft, wo geteilt wurde, was jeder mitgebracht hatte, sass man noch bis Mitternacht beisammen.

Weit über 1'000 Personen haben an den vier Inszenierungen teilgenommen.  Damit ist das szenische Spiel "Wasser ist Leben" zum Höhepunkt geworden, der ihm innerhalb der Beiträge der Aargauer Landeskirchen zum Kantonsjubiläum "WasserZeichen 2003" zugedacht war. Einmal noch kann man dieses Spiel miterleben, am Bettag,㺕. September, um 10 Uhr in der Steinlihalle in Möhlin.

Thomas Compagno, ria


"WasserZeichen 2003" mit einer ansprechenden Zeremonie eröffnet
In Turgi, wo drei wichtige Flüsse des Kantons zusammenfliessen, wurde am 15. April das "Wasserzeichen 2003" eröffnet. Unter dem Dach "WasserZeichen 2003" bieten die drei Aargauer Landeskirchen verschiedene Anlässe zum Jubiläumsjahr "200 Jahre Kanton Aargau" an. Der Startevent wurde bewusst in der Karwoche angesetzt, damit das Thema in der Liturgie der Osternacht in den Pfarreien aufgenommen werden kann. Gegen 140 "Wasserträgerinnen" und "Wasserträger" haben zur Eröffnung aus den Quellen, Bächen oder Brunnen ihrer Kirchgemeinden und Pfarreien Wasser nach Turgi gebracht, das in einer ansprechenden Zeremonie zusammengeschüttet wurde. Am Schluss der Eröffnung nahmen die "Wasserträgerinnen" und "Wasserträger" aus dem grossen Bottich wieder eine Karaffe Wasser zurück in ihre Gemeinde, jetzt war es Wasser aus dem ganzen Kanton, ein verbindendes Element. An der Eröffnung wurde eine Kostprobe aus dem szenischen Spiel "Wasser ist Leben" gezeigt. Das Spiel wird während des Jahres mit regionaler Mitwirkung an einzelnen Orten aufgeführt. Erstmals zu hören war auch das "Festlied", das die Kirchen eigens zum Jubiläum in Auftrag gegeben haben. Für ihren Beitrag zum Kantonsjubiläum haben die Kirchen bewusst das Wasser als Motiv gewählt. Es ist ein eminent christliches Symbol und gleichzeitig auch etwas, das mit dem "Wasserkanton" Aargau verbindet und im Kantonswappen vorkommt. (15.04.03/mb)


"WasserZeichen 2003" unterstützt Wasserprojekte im Süden
Die Aargauer Landeskirchen haben anlässlich ihres Jubiläumsbeitrages "WasserZeichen 2003" und des damit verbundenen Nord-Süd-Projektes alle Kirchgemeinden und Pfarreien im Kanton aufgerufen, die Kollekten der Osterfeiern und allfälliger weiterer Feiern, die im Rahmen von "WasserZeichen 2003" stattfinden, den beiden Hilfswerken Heks und Caritas Schweiz zugunsten von Wasserprojekten in ärmeren Ländern des Südens zur Verfügung zu stellen. Die Kirchgemeinden und Pfarreien haben gut reagiert, wie es in einer Medienmitteilung der Projektleitung heisst: bis jetzt sind aus diesen Kollekten rund 41'000 Franken eingegangen. Auch der Erlös aus dem das ganze Jahr über laufenden Verkauf der Jubiläumsgläser und Karaffen in Kirchgemeinden und Geschäften – ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Kanton Aargau zum Kantonsjubiläum – kommt den Wasserprojekten von Heks und Caritas zugute. Neben der Nord-Süd-Fotoausstellung "An fremden Wassern", die bis Ende Oktober im ganzen Kanton zu sehen ist, wird im August und September als weiterer Höhepunkt das Theaterprojekt "Wasser ist Leben" aufgeführt. (20.06.03/ala/mb)


Die Kirchen gaben dem Kantonsjubiläum eine "Seele"
Am vergangenen Samstag, 25. Oktober,  feierten die drei Aargauer Landeskirchen den Abschluss von "WasserZeichen 2003", ihrem Beitrag zum Kantonsjubiläum. Gleichzeitig wurde der Sozialpreis der Kirchen lanciert. Mit dem Sozialpreis soll über das Kantonsjubiläum hinaus ein nachhaltiges Zeichen für eine gerechtere Zukunft gesetzt werden.

Am Festakt in der Klosterkirche Wettingen nahmen nebst Regierungsrat Ernst Hasler und Staatsschreiber Marc Pfirter auch Grossratspräsidentin Barbara Roth sowie Peter Wertli, Präsident des kantonalen Patronatskomitees, teil. Zusammen mit rund 120 Personen aus den Kirchgemeinden und Pfarreien sowie zahlreichen Mitarbeitenden in den Projekten zogen die Kirchenleitungen eine Bilanz ihres ökumenischen Projektes. Den Auftakt bildete eine Multimediaprojektion von Toni Schmid, Projektleiter des Festspiels "Wasser ist Leben", mit Kurzbotschaften (SMS) von Besuchern des szenischen Festes. Frank Worbs, Präsident der ökumenischen Projektkommission, zeigte auf, wie sich das Thema "Wasser" als roter Faden durch das ganze Projekt hindurch zog: die Nord-Süd-Ausstellung "An fremden Wassern" wurde an 16 verschiedenen Orten gezeigt, die fünf Aufführungen des szenischen Festes "Wasser ist Leben" in den verschiedenen Regionen wurden von über 1'000 Personen besucht. Das Jubiläumsglas und die Karaffe, ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Kanton, wurden mit grossem Erfolg verkauft. Adrian Tanner, Mitglied der Projektkommission, übergab den Vertretern der Hilfswerke Heks und Caritas Schweiz einen Check von 75'000 Franken zugunsten von Wasserprojekten im Süden.

In ihren Beiträgen betonten sowohl Regierungsrat Ernst Hasler wie auch der Gesamtprojektleiter des Kantons, Staatsschreiber Marc Pfirter, dass die Beiträge der Landeskirchen zu den wenigen Projekten gehörten, die über das Kantonsjubiläum hinaus wirken. Die Absicht der Kirchen, mit dem Projekt dem kantonalen Anlass "eine Seele zu geben", sei durchaus gelungen. Und mit der Lancierung des Sozialpreises würden die Aargauer Landeskirchen einen wichtigen Beitrag zu einer verbesserten Sozialpartnerschaft leisten. (27.10.03/al/mb)


AKF Sanitas-Preis für Margrit Fuchs: "Sie sind eine Frau der Tat!"
Es seien im Laufe der Geschichte immer wieder Frauen gewesen, die die Not der Menschen gesehen und gehört und mit ihrem Einsatz darauf reagiert hätten. Eine dieser Frauen sei auch Margrit Fuchs aus Windisch. Mit diesen Worten begrüsste Rita Wismann-Baratto, Präsidentin der Sanitas-Kommission, die diesjährige Preisträgerin des Sanitas-Frauenpreises am 31. Oktober in der Klinik Königsfelden. Der Aargauische Katholische Frauenbund AKF zeichnet mit dem jährlichen Preis in der Höhe von 20'000 Franken Frauen aus dem Kanton Aargau aus, die sich mit grossem Engagement für Frauen und Kinder einsetzen. Mit dem diesjährigen Preis würdigt der AKF die "jahrelange unermüdliche Tätigkeit" von Margrit Fuchs in der Entwicklungsarbeit zu Gunsten von Waisen- und Strassenkindern in Gitarama, Ruanda. Die heute 86-jährige Preisträgerin arbeitet seit über 30 Jahren "mit einer ungeheuren Lebenskraft, uneigennützig und aufopfernd für die Ärmsten in Ruanda", sagte die Kommissionspräsidentin in ihrer Laudatio. Trotz ihrer persönlichen Schicksalsschläge habe sie die Kraft, "im Ausland Höchstleistung zu bringen, um etwas gegen die Not zu unternehmen". Was besonders beeindrucke, sei das handfeste Engagement: "Sie sind nicht eine Frau der grossen Worte, sie sind eine Frau der Tat!"

Ruanda gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Seit den kriegerischen Auseinandersetzungen, die 1994 begannen, ist die Not besonders gross. Die Massaker in Ruanda kosteten rund 300'000 Kindern und Jugendlichen das Leben, hunderttausende Kinder wurden zu Waisen. Viele Kinder und Jugendliche leiden heute noch darunter. Für sie hat sich Margrit Fuchs in dem von ihr aufgebauten Projekt eingesetzt. Heute kommt das Projekt für über 600 Strassenkinder auf. Fast 800 Waisenkinder konnten in Zusammenarbeit mit dem Sozialbüro der Stadt in Familien untergebracht werden. Durch die Abgabe von Lebensmittelgutscheinen ist es den Pflegeeltern möglich, auch die zusätzlichen "Mäuler" zu stopfen. (31.10.03/akf/mb)


Bäuerinnenschule Kloster Fahr mit neuer Ausbildung
Im Kloster Fahr in Unterengstringen ist das neue Ausbildungsangebot der bäuerlich-hauswirtschaftlichen Fachschule vorgestellt worden. Die von den Benediktinerinnen des Klosters Fahr geführte Schule erfüllt damit die ab 2003 vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie geforderten Kriterien. An der Schlussfeier des Herbstkurses präsentierte Schwester Irene Gassmann, Schulleiterin, das Projekts TROfAHR (Tradition und Offenheit im Fahr - Neuorientierung der Bäuerinnenschule Kloster Fahr). Es war in sechsmonatiger Arbeit entstanden, nachdem die Klostergemeinschaft im Fahr entschieden hatte, den Bildungsauftrag weiterhin wahrzunehmen. Im Fahr wird in der klösterlichen Atmosphäre weiterhin eine bäuerlich-hauswirtschaftliche Ausbildung als interner Semesterkurs für Frauen angeboten. Die einzelnen Module können im Rahmen der Ausbildung mit einem Kompetenznachweis abgeschlossen werden und führen zum eidgenössisch anerkannten Fachausweis Bäuerin. Die Ausbildung im Fahr ist sehr beliebt: Der Frühlingskurs 2003 ist ausgebucht und für den Herbstkurs 2003/2004 sind zur Zeit noch wenige Plätze frei. (03.02.03/kipa/mb)


Benefiz-Openair für den Irak
"Starker Sound für einen guten Zweck", so heisst es in einer Medienmitteilung der beiden kirchlichen Hilfswerke Caritas Schweiz und Heks. Sie meinen damit das Openair-Festival "Szenewächsel" vom 5. Juli auf der Rennbahn Schachen in Aarau, das zugunsten der Nothilfe im Irak stattfindet. Der Erlös des Konzertes geht an die beiden Hilfswerke, die sich im Nordirak für die geschwächte Zivilbevölkerung einsetzen. Unter den Interpreten finden sich Gigi Moto, Famara und Treekillaz. Das Openair beginnt um 13 Uhr, der Eintritt kostet 15 Franken (Kinder bis 12 Jahre gratis). Auch wenn der Krieg schon einige Zeit vorüber ist, sei die Lage der Bevölkerung im Irak an vielen Orten noch dieselbe wie während des Krieges. Die Organisatoren wollen "Menschen ansprechen, welche ihre Betroffenheit über die momentane Situation im Irak zum Ausdruck bringen wollen, indem sie Gleichgesinnte treffen, sich austauschen können und finanzielle Unterstützung bieten wollen". (26.06.03/cahe/mb)


Benno Malfèr von Muri-Gries leitet neu die Äbtekonferenz
Die Generalversammlung der Salzburger Äbtekonferenz hat am 25. April in Quarten SG den Abt von Muri-Gries, Benno Malfèr, zum neuen Vorsitzenden gewählt. Die Salzburger Äbtekonferenz ist ein Zusammenschlusses der deutschsprachigen Benediktineroberen. Dazu gehören auch Benediktiner von Ungarn, Polen, Tschechien, Kroatien und Litauen. Die Äbtekonferenz tagt jeweils in der Osterwoche abwechselnd in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Benno Malfèr löst als Präsident den emeritierten Abt von Scheyern-Lerins (Deutschland), Bernhard M. Lambert, ab. Benno Malfèr ist gleichzeitig Abt-Präses der Schweizer Benediktinerkongregation. Der am 20. Dezember 1946 in Bozen-Gries geboren Abt legte 1966 im Kloster Muri-Gries die Profess ab und wurde 1971 zum Priester geweiht. Nach Abschluss der Theologiestudien unterrichtete er im Kloster Muri-Gries und dann an der Benediktiner-Universität Sant`Anselmo in Rom. Nach dem Rücktritt von Abt Dominik Loepfe wurde er 1991 zum 59. Abt von Muri und zum 10. Prior von Gries gewählt. Abt Dominik Loepfe lebte nach seinem Rücktritt bis zum Tod im Jahr 1997 im Benediktiner-Hospiz in Muri, wo seit 1958 wieder eine kleine Gruppe von Benediktinern lebt. (26.04.03/kipa/mb)


Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Aargau
Beschlüsse der Synode vom 11. Juni 2003
An der ordentlichen Frühjahrssitzung der Römisch-katholischen Synode vom 11. Juni 2003 in Aarau wurden folgende Beschlüsse gefasst:

  1. Validierung der Gesamterneuerungswahlen von 196 Synode-Mitgliedern für die Amtsperiode 2003-2006.

  2. Wahl von Präsidium und Vizepräsidium der Synode, sowie von vier Stimmenzählenden für die Amtsdauer von zwei Jahren (2003-2004):
    Präsidentin der Synode: Carla Bättig-Knüsel, Katechetin, Menziken.
    Vizepräsident der Synode: Ueli Meyer, Kulturingenieur ETH/SIA, Schafisheim.
    Stimmenzählende: Rita Bürgi-Oechslin, Hausfrau/Katechetin, Frick Johanna Senn-Lang, Hausfrau/Katechetin, Mägenwil Martha Niederberger, Pfarreisekretärin, Aarau Matthias Schüepp, Elektromonteur, Zufikon.

  3. Wahlen für die Amtsdauer von vier Jahren (2003-2006):
    Mitglieder des Kirchenrates: Heinz Altorfer, lic. phil., Lenzburg Annemarie Frey-Fürst, Hausfrau, Wettingen Thomas Jenelten, Gemeindeleiter, Aarau Barbara Kühne, lic. iur., Rechtsanwältin, Oberbözberg Christoph Küng, Gemeindeleiter, Wittnau Theodor Fleischli, Kfm. Angestellter, Widen Edith Rey, Gemeindeleiterin, Zeihen Herbert Sohn, Gemeindeleiter, Kirchdorf Peter Vonlanthen, Betriebswirtschafter, Baden.
    Präsidentin des Kirchenrates: Barbara Kühne, lic. iur., Rechtsanwältin, Oberbözberg.
    Geschäftsprüfungskommission: Lisbeth Hänggli, Sachbearbeiterin, Brugg Gabriela Härdi, Treuhänderin, Niederlenz Röbi Hug, Kaufmann, Villmergen Erich Schaffner, Buchhalter, Niederrohrdorf Paul Huwiler, Kfm. Angestellter, Wohlen Christoph Simonett, Dr. med., Facharzt, Frick Markus Ursprung, Geschäftsleiter, Benzenschwil.
    Präsidentin der Geschäftsprüfungskommission: Gabriela Härdi, Treuhänderin, Niederlenz.
    Rekurskommission. Mitglieder: Bruno Burkhard, Gemeindeschreiber, Waltenschwil Matthias Fricker, lic. iur., Wohlen Roland Hengartner, lic.iur., Chef Straf- und Massnahmenvollzug, Küttigen Bruno Kraushaar, Gemeindeschreiber, Nussbaumen Martin Süess, lic. iur., Chef Rechtsdienst Gemeindeabteilung, Gränichen. Ersatzmitglieder: Regula Baur, Pensionskassenverwalterin, Sarmenstorf Orlando Ineichen, Architekt/Baubiologe, Zofingen.
    Präsidium der Rekurskommission: Martin Süess, lic. iur., Chef Rechtsdienst, Gemeindeabteilung, Gränichen.
    Wahl der beiden Diözesanabgeordneten: Rainer Huber, Regierungsrat, Berikon Barbara Kühne, lic. iur., Rechtsanwältin, Oberbözberg.

  4. Der Jahresbericht 2002 des Kirchenrates wurde genehmigt.

  5. Die Verwaltungsrechnung 2002 (Zentralkassenbeitrag und die Seelsorge für Anderssprachige) inkl. der Fondsrechnungen wurde genehmigt.

Gemäss Art. 39 und 41 des Organisationsstatutes vom 15. Juni 1977, teilrevidiert am 7. November 1984 können Beschlüsse oder Entscheide der Organe der Landeskirche durch die Konfessionsangehörigen mit Beschwerde angefochten werden. Die Beschwerdefrist beträgt 20 Tage seit der Veröffentlichung in den Publikationsorganen. Der Ablauf der Beschwerdefrist für diese Synode ist somit der 10. Juli 2003. Beschwerden sind an die Rekurskommission der Römisch-katholischen Landeskirche, Sekretariat, Feerstrasse 8, Postfach, 5001 Aarau, zu richten.

Aarau, 11. Juni 2003

Die Präsidentin: Carla Bättig
Der Sekretär: Otto Wertli


Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Aargau
Beschlüsse der Synode vom 5. November 2003
An der ordentlichen Herbstsitzung der Römisch-katholischen Synode vom 5. November 2003 in Aarau wurden folgende Beschlüsse gefasst:

  1. Validierung von Wahlen in die Synode

  2. Als Mitglied in den Kirchenrat für den Rest der Amtsperiode 2003-2006 wurde Rolf Steinemann, Meisterschwanden, gewählt.

  3. Für den Umbau des Obergeschosses der Sekretariatsliegenschaft Feerstrase 8, Aarau, in zwei Wohnungen und zu einzelnen Unterhaltsarbeiten ist ein Verpflichtungskredit von Fr. 67'000.- bewilligt worden.

  4. Voranschlag
    a) Der Voranschlag der Verwaltungsrechnung für das Jahr 2004 (Zentralkasse) mit einem Zentralkassenbeitragssatz von 2,65 Steuerprozenten wird genehmigt.

    b) Der Kirchenrat wird ermächtigt, den Zentralkassenbeitrag bei den Kirchgemeinden in zwei gleichen Raten zu beziehen, und zwar per 15. Mai und per 15. November 2004. Für die Berechnung des Zentralkassenbeitragssatzes ist der bereinigte Steuer-Sollbetrag des Rechnungsjahres 2002 massgebend.

    c) Der Kirchenrat wird ermächtigt, zur Deckung der Kosten für die Seelsorge im Dienste der italienischen, spanischen und portugiesischen Konfessionsangehörigen von den Kirchgemeinden einen "Pro Kopf-Beitrag" von Fr. 50.- für jeden in ihrem Gebiet wohnhaften italienischen, spanischen und portugiesischen Konfessionsangehörigen (Stand: 30. April 2003) zu erheben.

  5. Die Synodalen stimmen der Revision des Organisationsstatuts in erster Lesung zu.

Gemäss Art. 39 und 41 des Organisationsstatutes vom 15. Juni 1977, teilrevidiert am 7. November 1984, können Beschlüsse oder Entscheide der Organe der Landeskirche durch die Konfessionsangehörigen mit Beschwerde angefochten werden. Die Beschwerdefrist beträgt 20 Tage seit der Veröffentlichung in den Publikationsorganen. Der Ablauf der Beschwerdefrist für diese Synode ist somit der 18. Dezember 2003. Beschwerden sind an die Rekurskommission der Römisch-katholischen Landeskirche, Sekretariat, Feerstrasse 8, Postfach, 5001 Aarau, zu richten.

Aarau, 5. November 2003

Die Präsidentin: Carla Bättig
Der Sekretär: Otto Wertli


Bettagsaufruf der Aargauer Landeskirchen: Benachteiligte nicht stehen lassen
Trotz vieler Gesetze zur sozialen Sicherheit würden "immer wieder Menschen aus dem sozialen Netz herausfallen". Das stellen die Aargauer Landeskirchen, die Christkatholische, die Evangelisch-reformierte und die Römisch-katholische Kirche, in ihrem diesjährigen Bettagsaufruf fest. Als Beispiele werden genannt: Ausgesteuerte, Jugendliche ohne Lehrstelle, "Working poors", Behinderte ohne Arbeitsplatz, vom Leistungsdruck überforderte Menschen. Der Staat, Kanton wie Gemeinden, würden unter finanziellem Druck stehen. Trotzdem müsste aber bedacht werden, welche Konsequenzen die finanziellen Sparmassnahmen für diese Menschen hätten, geben die Kirchen zu bedenken. Mit dem Staat sei aber "auch der Einzelne immer wieder sozial gefordert". Auf diesem Hintergrund haben die Landeskirchen zum Abschluss des Kantonsjubiläums einen Sozialpreis ausgeschrieben. Der Sozialpreis will "im Bereich der Freiwilligkeit Massnahmen zur Erhaltung der sozialen Sicherheit und zur Eliminierung drohender Armut" fördern. Das Bettagsschreiben schliesst mit dem Aufruf: "Engagieren wir uns als Arbeitnehmende und Arbeitgebende sowie als Gemeinschaft von Bürgerinnen und Bürgern für Schwache und Benachteiligte!" - Der Aargauer Regierungsrat und die Aargauer Landeskirchen veröffentlichen abwechslungsweise jeweils zum Bettag einen Aufruf, der zum Nachdenken und zum Handeln aufruft. Der diesjährige Aufruf wurde von den Landeskirchen verfasst.

Bettagsaufruf 2003: Mensch und Arbeit
Liebe Einwohnerinnen und Einwohner im Kanton Aargau, liebe Mitchristinnen und Mitchristen

Der Regierungsrat und die drei Landeskirchen im Kanton Aargau veröffentlichen Jahr für Jahr einen zur Besinnung mahnenden Bettagsruf. Der diesjährige Text wurde von den Landeskirchen verfasst er widmet sich dem Thema „Mensch und Arbeit“.

Der eidgenössische Bettag erinnert auch im Jubeljahr des Kantons daran, dass die meisten seiner Bewohnerinnen und Bewohner in der Tradition des Christentums stehen. Gerade diese Tatsache darf den Respekt für all die vielen aus anderen Kulturen stammenden Menschen, die heute mit uns zusammen leben, in keinerlei Weise schmälern. Es ist nicht zuletzt die tägliche Arbeit, die uns mit diesen Menschen verbindet. Und diesem Thema – der Arbeit – wendet sich das diesjährige Bettagsmandat zu.

Zwar wird das Verhältnis zwischen Mensch und Arbeit durch vielerlei Gesetze bestimmt, welche die soziale Sicherheit gewährleisten sollen. Dennoch ist nicht zu übersehen, dass immer wieder Menschen aus dem sozialen Netz herausfallen. Wir denken dabei, um einige Beispiele zu nennen,

  • an ausgesteuerte und arbeitslose Menschen,
  • an Jugendliche, die mehr und mehr Mühe haben, eine Lehrstelle zu finden,
  • an die "working poors", die zu Löhnen arbeiten müssen, welche ihre Existenz nicht sichern,
  • an behinderte Menschen, die keinen Arbeitsplatz finden,
  • an Menschen, die  – vom Leistungsdruck in der globalisierten Shareholderwelt zermürbt –  an den Rand ihrer Kräfte gedrängt und „ausgebrannt“ sind.


Staat und Politik stehen angesichts knapp gewordener Finanzen unter Druck. Nur mit ausgeglichenem Haushalt können Kanton und Gemeinden auf Dauer funktionieren. Die Konsequenzen einzelner Massnahmen für schwache und benachteiligte Menschen wie Familien, Alleinerziehende, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger müssen dabei berücksichtigt werden.

So ist denn mit dem Staat auch der Einzelne immer wieder sozial gefordert. Nicht zuletzt deshalb schreiben die Landeskirchen zum Abschluss des Jubiläumsjahres einen Sozialpreis aus, der dazu animieren will, sich im Bereich der Freiwilligkeit Massnahmen zur Erhaltung der sozialen Sicherheit und zur Eliminierung drohender Armut einfallen zu lassen, ganz im Sinne jener Botschaft – im Alten wie im Neuen Testament – die da heisst: Du sollst den Nächsten lieben wie dich selbst.

Deshalb unser Aufruf: Engagieren wir uns als Arbeitnehmende und Arbeitgebende sowie als Gemeinschaft von Bürgerinnen und Bürger für Schwache und Benachteiligte! Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag soll uns Gelegenheit geben, darüber nachzudenken und entsprechend zu handeln.

Röm.-kath. Landeskirche
Barbara Kühne, Kirchenratspräsidentin
Rudolf Rieder, Regionaldekan

Ev.-Ref. Landeskirche
Claudia Bandixen, Kirchenratspräsidentin

Christkatholische Landeskirche
Ernst Blust, Kirchenratspräsident

(19.09.03/mb)


Bischofsbesuche für den Aargau in Vorbereitung
Im Jahr 2004 besucht der Bischof alle Dekanate im Aargau. Wie die so genannten "Pastoralbesuche" ablaufen und wie sie vorbereitet werden, darüber informierte der Pastoralamtsleiter des Bistums Basel, Hans Zünd, die Seelsorgerinnen und Seelsorger des Dekanates Aarau an ihrer Sitzung vom 2. September in Unterentfelden. Der Besuch des Bischofs dient nicht der "Beschnüffelung" und es werden auch keine "Fichen" geführt, stellte Zünd sofort klar. Es gehe vielmehr um eine persönliche Begegnung zwischen Bistumsleitung und Seelsorgenden und um das gemeinsame Suchen nach einer zukunftsgerichteten Seelsorge. Zum Pastoralbesuch gehören Gespräche mit den hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern, Gespräche mit Mitgliedern von Kirchenpflegen, ein Gottesdienst, zu dem alle Interessierten aus der ganzen Region eingeladen sind, sowie allenfalls Firmungen. Die Besuche finden nach Dekanaten statt und beginnen Mitte März 2004 im Dekanat Aarau.

An der Sitzung des Dekanates Aarau kam auch das Grundlagenpapier "Eucharistiefeier, Wortgottesfeier, Kommunionfeier, Agapefeier" zur Sprache. Das Papier soll die Grundlage für ein gemeinsames Gottesdienstverständnis schaffen, wie Hans Zünd erläuterte. Das Thema wurde in den verschiedenen diözesanen Räten bereits diskutiert. Bevor das Papier allen Seelsorgenden zur "Umsetzung" zugestellt wird, wollte der Leiter des Pastoralamtes Rückmeldungen aus der Seelsorge einholen. Das Papier beschreibt die verschiedenen Gottesdienstformen, differenziert sie und formuliert Richtlinien für die Seelsorgenden. Verschiedene Seelsorgerinnen und Seelsorger brachten an der Sitzung grosse Bedenken und Vorbehalte vor. So etwa, das sei noch das Gottesdienstverständnis aus ihrer Studienzeit vor x Jahren das Papier sei trotz der Betonung der Vielfalt auf die Eucharistie zentriert der "Normalfall" sei heute im Dekanat Aarau nicht die Eucharistiefeier, sondern der Wortgottesdienst die Eucharistie sei für die Leute kein "Zeichen" mehr. Das zur Diskussion stehende Grundlagenpapier wurde nicht als Hilfe empfunden, weil es nicht die aktuellen Probleme der Pfarrei anspreche. Hans Zünd hat die vorgebrachte Kritik aufmerksam entgegengenommen. Er will sie in seinem Team im Pastoralamt diskutieren und allenfalls Korrekturen anbringen. (03.09.03/mb)


Die Asyldiskussion braucht frischen Wind
Die Caritas Aargau stellt sich grundsätzlich hinter den Aufruf des Zürcher Stadtrates vom 31. Januar 2003 zur Asylpolitik. Der Aufruf "bringt Bewegung in die zum Teil festgefahrenen Diskussionen", schreibt die Caritas Aargau auf ihrer Website. Der Stadtrat fordert darin unter anderem, dass Asylsuchende gleich nach der Ankunft arbeiten und damit ihren Aufenthalt selber finanzieren können. Kriminelle Asylsuchende sollen sofort ausgeschafft werden. Die Diskussion ums Asylwesen brauche "frühlingshaften, frischen Wind". Die Vorschläge des Stadtrates schaffe die Möglichkeit, die öffentliche Diskussion zur Asylpolitik auf eine sachliche Grundlage zu stellen. Zu bedenken sei jedoch, so die Caritas Aargau, dass das Manifest "eine Mischung aus finanziellen, praktischen und sozialen Überlegungen" sei. Insbesondere die Forderung nach sofortiger Ausschaffung von kriminellen Personen sei "sowohl in humanitärer wie auch in juristischer Hinsicht problematisch" und es stelle sich die Frage der Verhältnismässigkeit. Bei der Beurteilung des Zürcher Aufrufes stellt sich die Caritas Aargau auch hinter die Haltung der Caritas Schweiz. (15.03.03/mb)


Carla Bättig neue Synodepräsidentin
Neue Präsidentin der Synode der aargauischen Landeskirche  für die Amtsperiode 2003 bis 2004 ist Carla Bättig, hauptamtliche Katechetin in Menziken und bisher Vizepräsidentin der Synode. Barbara Kühne, Rechtsanwältin, Oberbözberg, wurde als Präsidentin des Kirchenrates für die Amtsperiode 2003 bis 2006 bestätigt. Neben verschiedenen Wahlen wurden an der Synodesitzung vom 11. Juni in Aarau der Jahresbericht 2002 und die Jahresrechung 2002 behandelt.

Kirchenratspräsidentin Barbara Kühne wies vor den Synodemitgliedern mit Freude auf das neue Erscheinungsbild der "Römisch-katholischen Kirche im Aargau" hin, das nun schrittweise in allen Bereichen eingeführt wird, die von der Kirche kantonal und nicht pfarreilich abgedeckt werden. In diesen Bereich gehört auch das Projekt "Wirkungsorientierte Pastoral" (WOP), wie die Kirchenratspräsidentin ausführte. Im Projekt WOP werden in Zusammenarbeit mit den betreffenden Stellen auf kantonaler Ebene die gegenwärtigen Seelsorgeangebote und ihre Wirksamkeit überprüft. Entsprechend dem Ergebnis werden dann die Seelsorge und ihre Finanzierung neu ausgerichtet. Eine Arbeitsgruppe hat ferner die Italienerseelsorge untersucht die Arbeitsgruppe wird der Synode voraussichtlich im November 2003 dazu einen Abschlussbericht vorlegen. Eine weitere Arbeitsgruppe hat die kirchlichen Sozialdienste für die Fremdsprachigen analysiert. Aufgrund des vorgelegten Schlussberichtes hat der Kirchenrat beschlossen, die Sozialdienste weiterzuführen, aber neu mit Leistungszielen zu verbinden. Ein Prozess, der über den Aargau hinaus geht, ist die Neueinteilung des Bistums Basel in drei Grossregionen, die "grossräumige Regionalisierung". Der Aargau bildet zusammen mit Basel-Stadt und Basel-Land eine Bistumsregion. "Viele Fragen sind immer noch offen", meinte Barbara Kühne aus der Sicht der Landeskirche  vor den Synodemitgliedern. Es würden zur Zeit aber Gespräche zwischen dem Bistum und den Kantonalkirchen geführt, um die Zusammenarbeit auf Bistums- und Regionalebene klären zu können. (11.06.03/mb)


Das "Gebet der Religionen" wurde zum Fest der Begegnung
Am Bettag fanden sich auf Einladung des Aargauer Interreligiösen Arbeitskreises (Airak) und der Aargauer Landeskirchen gegen 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum "Gebet der Religionen" in Berikon auf dem Mutschellen ein. An der eindrucksvollen Feier unter dem Leitmotiv "Unterschiede beleben – Respekt vor der Vielfalt" beteiligten sich die lokalen Pfarreien und die reformierte Kirchgemeinde Bremgarten-Mutschellen sowie die im Aargau ansässigen Religionsgemeinschaften. Christen, Juden, Hindus, Moslems und Buddhisten stellten ihre Religionen vor und sprachen über ihren Glauben.

Die Feier begann mit dem Gebetsruf des Imam Muris Puric. Nach dem gemeinsam gesungenen christlichen Lied "Grosser Gott, wir loben dich" zitierten der reformierte Pfarrer Edi Aerni und der katholische Diakon Bruno Zeltner aus der Bibel, gefolgt von Rezitationen von Satish Joshi aus der Gita, dem meistgelesenen Buch des Hinduismus, und von Rezitationen aus dem Koran. Der Mönch Loten Dahortsang kommentierte den Buddhismus und erklärte die tibetanische Gebetsfahne, ergänzt vom Vortrag eines Sängers aus Tibet. Abschliessend sprach für die Juden Werner Meyer über das Weltethos. Für den visuellen Höhepunkt sorgten Schülerinnen der Tamilischen Tanzschule Aarau, die mit den grazilen Bewegungen des tamilischen Tempeltanzes "Saptam" begeisterten.

Claudia Bandixen, reformierte Kirchenratspräsidentin, äusserte in ihrer Ansprache im Namen der Aargauer Landeskirchen drei Wünsche: Dass die Menschen unterschiedlicher Herkunft einander wahrnehmen, dass sie keine Pauschalurteile über andere fällen und dass sie "übereinander freudig stolpern" und Kontakt suchen. Regierungsrat Rainer Huber, selber in Berikon wohnhaft, überbrachte die Grüsse der Aargauer Regierung. Er gab zu bedenken, dass die Menschheit in den letzten Jahrzehnten zwar gewaltige Fortschritte auf vielen Gebieten gemacht hätten, dass die Moral aber, der Wille zum konfliktfreien Zusammenleben und zur Toleranz dabei nicht Schritt gehalten hätten. Die Integration müsse von beiden Seiten vorangetrieben werden. Im Aargau mit etwas über 20 Prozent Zugewanderten in der Bevölkerung gebe es noch Einiges zu tun, damit der Kanton zu einer Heimat für alle Menschen, zu einer multikulturellen Gesellschaft werden könne, in der sich alle respektierten.

Nach dem gottesdienstartigen Teil wurde der Anlass zu einem Fest der Begegnung. Er klang aus bei strahlendem Sonnenschein vor dem Berikerhus, wo die teilnehmenden Gruppen Speis, Trank und vielerlei Köstlichkeiten aus ihrer Heimat anboten. (22.09.03/ria/mb)


Das Care-Team bringt auch der Seele "Erste Hilfe"
Feuer und Rauch nach einer Explosion in einem Klassenzimmer, verletzte und schreiende Schulkinder, mehrere Feuerwehren und Sanität im Einsatz. Zum Glück handelte es sich in der Schulanlage von Meisterschwanden nur um eine grosse Einsatzübung der Kantonalen Sanitätshilfsstelle und mehrerer Feuerwehren. Zum ersten Mal nahmen an einer solchen Übung auch zwölf Mitglieder des Care-Teams, der ökumenischen Notfallseelsorge Aargau teil. Sie betreuten unter Schock stehende Kinder und Erwachsene und kümmerten sich um Helferinnen und Helfer.

Die Wichtigkeit der psychologischen Betreuung von Opfern, Angehörigen und Helfern bei Unglücksfällen und Katastrophen wurde erst relativ spät erkannt. Man konzentrierte sich lange fast ausschliesslich auf die Bergung und medizinische Versorgung der Verletzten.  Inzwischen hat sich, wie der Leiter des Aargauer Care-Team, Hans-Peter Ott, an der Übung sagte, die Erkenntnis durchgesetzt, dass bei einem Unglücksfall auch die Seele verletzt werden und Schaden nehmen kann. Auch unverletzte Beteiligten können in psychische Ausnahmezustände geraten, Unfallverursacher werden von Schuldgefühlen bedrängt und Helferinnen können an ihrer Hilflosigkeit verzweifeln. Auch bei den ersten Schritten der Trauerarbeit ist Unterstützung nötig.

Pfarrer Hans-Peter Ott, reformierter Seelsorger am Kantonsspital Aarau, stehen gegenwärtig 33 freiwillige Care-Team-Mitglieder zur Seite. Es handelt sich hauptsächlich um Seelsorgerinnen und Seelsorger der Landeskirchen und Psychologinnen sowie Laien, die für ihre Aufgabe speziell aus- und weitergebildet wurden. Polizei, Sanität und Feuerwehr können jederzeit über das Telefon 143 der Dargebotenen Hand die Fachleute des Care-Teams aufbieten. Innert 15 bis 30 Minuten müssen sie am Einsatzort eintreffen, damit nach dem kantonalen Konzept "Psychiatrie in ausserordentlichen Lagen und Psychotraumatologie" bereits am Unglücksort Hilfe geleistet werden kann. Das Care-Team Aargau wurde von den drei Aargauer Landeskirchen ins Leben gerufen, die es auch finanzieren. Das seit zwei Jahren bestehende Team musste glücklicherweise noch nie aufgeboten werden. Einzelne Mitglieder hingegen kamen bisher vor allem bei Verkehrs-, Arbeits- oder Sportunfällen sowie beim Überbringen von Todesnachrichten oder im Zusammenhang mit Gewaltverbrechen und Suizid zum Einsatz. Im letzten Jahr, 2002, waren es 28 solche Einsätze. Im Zusammenhang mit der Neuorganisation des Bevölkerungsschutzes XXI soll das Care-Team Aargau als Bestandteil in das Kantonales Katastropheneinsatz-Element (KKE) eingebunden werden. (27.05.03/ria/mb)


Das Fach "Religion" wird neu zu "Ethik und Religionen"
Mit der neuen Fachbezeichnung "Ethik und Religionen", bisher "Religion" genannt, soll deutlich werden, dass es sich hier nicht um den konfessionellen Religionsunterricht der Aargauer Kirchen handelt, sondern um ein "Schulfach wie jedes andere". Das schreibt Edgar Kohler in den "Katechetischen Nachrichten" 1/2004, dem Mitteilungsblatt der Katechetischen Arbeitsstelle der römisch-katholischen Kirche im Aargau. Kohler ist Mitglied des Aargauer Erziehungsrates und Präsident der Arbeitsgruppe "Religion", die vom Erziehungsrat im Februar 2002 eingesetzt wurde, um die Frage zu klären.

Das schulische Fach unterscheide sich vom Inhalt wie vom Ziel her vom kirchlichen Religionsunterricht, begründet Kohler. Im Fach "Ethik und Religionen" stehe nicht ein bestimmter Glaube im Vordergrund, wie beim kirchlichen Religionsunterricht, sondern ethische Grundsätze und Glaubensüberzeugungen aller Religionsgemeinschaften. Das schulische Fach soll einen Beitrag zum Verständnis der verschiedenen Kulturen und Religionen sein. Und es soll "im Sinne einer vertiefte Auseinandersetzung mit Sinn- und Wertfragen in einer religiös heterogenen Gesellschaft" verstanden werden. Auf diesem Hintergrund wurde das Fach "Religion" in das Fach "Ethik und Religionen" umbenannt. Die Arbeitsgruppe hatte zur Frage auch die Lehrerverbände und die verschiedenen religiösen Gemeinschaften im Aargau konsultiert und dabei eine breite Akzeptanz zum neuen Konzept festgestellt. Sie beantragte im Schlussbericht vom Frühjahr 2003 dem Erziehungsrat, das Fach umzubenennen und die entsprechenden Paragrafen des Schulgesetztes zu ändern. Einige Schulen hätten die Umbenennung bereits "eigenmächtig" umgesetzt, beklagt der Präsident der Arbeitsgruppe, bevor der Grosse Rat über die Änderung des Schulgesetzes befinden konnte. Was die Arbeitsgruppe vorgeschlagen habe, entspreche auch einer gesamtschweizerischen Tendenz und dem aktuellen Fachverständnis sowie der neuen Ausbildung an der Fachhochschule Aargau FHA für Pädagogik. Kohler ist überzeugt: "In der heutigen multikulturell und multireligiös zusammengesetzten Klassen braucht es dieses Gefäss, um ein besseres Verständnis unter den Kulturen zu fördern." (24.12.03/mb)


Das Friedenslicht wird auch in vielen Pfarreien weitergegeben
Am 21. Dezember kommt das Friedenslicht aus Betlehem in die Schweiz. Es kann um 17 Uhr beim Bürkliplatz in Zürich abgeholt werden. Zu diesem Anlass sind Menschen aller Altersgruppen und Religionen eingeladen, wie die Organisatoren mitteilen. Unter ihnen sind auch Vertreterinnen und Vertreter aus zahlreichen Aargauer Pfarreien.

Bei Aktion mitmachen werden aus dem Aargau folgende Pfarreien und Seelsorgestellen: Aarau, Baden, Birmenstorf, Birr, Brugg, Döttingen, Frick, Leuggern, Magden, Mägenwil, Mellingen, Menziken, Muri, Neuenhof, Riniken, Schinznach Dorf, Tägerig, Unterkulm, Villigen, Wallbach, Waltenschwil und Wohlenschwil. Die Pfarreiangehörigen sind aufgefordert, ihrerseits das Friedenslicht in ihrer Kirche zu holen, es persönlich weiterzugeben, damit auch selber zuhause eine Kerze oder ein Öllämpchen zu entzünden oder an Weihnachten mit dem Licht aus Betlehem die Kerzen am Christbaum entzünden. Das Friedenslicht wird von einem Kind in der Geburtsgrotte von Betlehem geholt und zunächst per Flugzeug nach Wien gebracht. Von dort wird es in 25 europäische Länder und auch nach Übersee weitergegeben. Die Aktion, 1986 in Österreich entstanden und seit 1993 auch in der Schweiz durchgeführt, ist heute international breit abgestützt und wird in der Schweiz getragen von Radio DRS und der Aktion "Denk an mich" sowie von vielen Kirchgemeinden, Jugendorganisationen und Vereinen. Das Licht aus Betlehem soll an die weihnächtliche Botschaft des Friedens erinnern. Es sei aber "kein Zauberlicht", mahnen die Organisatoren, es sei vielmehr die Aufforderung, auch selber Beiträge zum Frieden zu leisten. (16.12.03/mb)


Das Kloster Fahr hat eine neue Priorin
Die 38-jährige Schwester Irene Gassmann ist neue Priorin des Klosters Fahr. Nach der Vorschlagswahl durch die Gemeinschaft der 32 Benediktinerinnen wurde sie am 5. Juni vom Einsiedler Abt Martin Werlen ernannt. Sie übernimmt ihr Amt am 3. September. Bis dahin bleibt die bisherige Priorin im Amt. Die Aufgaben der Priorin sind neben der Führung und spirituellen Begleitung der Schwesterngemeinschaft die Organisation der innerklösterlichen Bereiche und die Vertretung des Klosters in der Öffentlichkeit.

Die neue Priorin Irene Gassmann stammt aus Dagmersellen LU und ist seit 1986 Ordensschwester im Kloster Fahr. Seit 1993 leitet die diplomierte Hauswirtschaftslehrerin die bekannte Bäuerinnenschule Kloster Fahr. Die bisherige Priorin, Schwester Fidelis Schmid aus Schüpfheim LU, habe das Kloster "umsichtig und geschickt während der letzten 15 Jahre" gelenkt, teilte das Kloster in einer Medienmitteilung mit. In dieser Zeit hat sie unter anderem grosse Bauvorhaben, wie die Renovation der Klosterkirche, realisiert. Sie hat nun um Entlastung von ihrem Amt als Priorin ersucht. Das im Jahre 1130 gegründete Kloster Fahr liegt in einer Aargauer Enklave bei Unterengstringen "vor den Toren" der Stadt Zürich. Es bildet seit seiner Gründung zusammen mit dem Kloster Einsiedeln ein Doppelkloster. Das Priorat Kloster Fahr untersteht der Führung des Abts von Einsiedeln, die Priorin des Klosters ist zugleich auch die Stellvertreterin des Abtes von Einsiedeln. (06.06.03/kipa/mb)


Die "Aargauerin" Verena wird Patronin des Bistums Basel
Im Sinne einer "Wahrnehmung der gleichen Würde von Mann und Frau" ernennt Bischof Kurt Koch die Heilige Verena offiziell zur Patronin des Bistums Basel. Verena wird damit zur dritten Patronin neben den beiden bisherigen Bistumspatronen Urs und Viktor, die mit der Thebäischen Legion ins Wallis kamen und wegen ihres christlichen Glaubens um 302 n. Chr. in Solothurn hingerichtet wurden.

Anlass der Ernennung ist das Jubiläum "175 Jahre neu errichtetes Bistum Basel", das am 31. August mit einem Bistumsfest in Solothurn gefeiert wird. Bischof Koch gab die "Beförderung" der Heiligen Verena in seinem Wort zum Bistumsjubiläum bekannt. Verena ist eine "Aargauer" Heilige. Ihr Grab wird in der der Krypta des Verenamünsters in Zurzach verehrt. Sie stammt aus Theben in Oberägypten. Nach der Legende kam sie ebenfalls mit der Thebäischen Legion über Mailand ins Wallis. Von dort ging sie weiter nach Solothurn und später, im Jahr 323 n. Chr., nach Zurzach. Dort blieb sie bis zu ihrem Tod und pflegte kranke Menschen. Die Heilige wird deshalb oft mit einem Kamm und einem Krug Wasser dargestellt. Ihr Gedenktag ist der 1. September. (26.08.03/mb)


Die "Tagsatzung" wird im Aargau zu "Perpektiven"
Die nächste "Tagsatzung" findet nicht wie ursprünglich vorgesehen 2004, sondern erst im Oktober 2005 statt. Die zeitliche Verschiebung wurde nicht zuletzt in Rücksicht auf die im Jahr 2004 umzusetzende Regionalisierung des Bistums Basel vorgenommen. Auch wird die Veranstaltung nicht mehr "Tagsatzung im Bistum Basel" heissen, sondern in "Perspektiven im Bistum Basel 2005" umbenannt - eine Konzession an die Bistumsletiung. Der Veranstaltungsort im Raum Baden/Wettingen bleibt wie geplant. Das gibt die Initiativgruppe Baden, die das Treffen vorbereitet, in einem Informationsblatt bekannt. Mit dem neuen Namen komme die Vorbereitungsgruppe einem Wunsch der Bistumsleitung entgegen, die dadurch mehr Mitsprachemöglichkeit erhalte. Für diese Mitsprache habe sich die neue Vorbereitungsgruppe in Baden "vehement" eingesetzt. Die Vorbereitungsgruppe besteht im Wesentlichen aus ehemaligen Kirchenpflegern und Pfarreiräten Kontaktperson ist Carl August Zehnder, Würenlos.

Die bisherige "Tagsatzung im Bistum Basel" war als Veranstaltung gedacht, in denen die kirchliche Basis ihre Anliegen gegenüber der Bistumsleitung zum Ausdruck bringt. Dies geschah erstmals 1998 in Luzern und dann 2001 in Bern. Ein drittes Treffen ist unter neuen Vorzeichen für 2005 im Raum Baden/Wettingen geplant. Die Vorbereitungsgruppe Baden will die ursprüngliche Zielsetzung zwar beibehalten, aber den Durchführungsmodus ändern. Bereits 2004 werden Themen gesammelt, aus denen an einer "Auftaktveranstaltung" im März 2005 die wichtigsten ermittelt werden. In diesem thematischen Rahmen wird dann die Situation im Bistum Basel unter die Lupe genommen und anschliessend die Bistumsleitung um eine Stellungnahme gebeten. Der neue Durchführungsmodus wurde bereits mit der Bistumsleitung abgesprochen. Nicht einverstanden mit der neuen Bezeichnung "Perspektiven" ist der Vorstand der mit der Nacharbeit der Tagsatzung 2001 in Bern beauftragten Gruppe "Nachhaltigkeit". Eine Namensänderung müsse in einem breiter abgestützten Kreis diskutiert und beschlossen werden. Die Bezeichnung "Tagsatzung" sei inzwischen "Programm" geworden und wichtig für die Identifikation und die Kontinuität.

Wer will was will und warum oder warum nicht - in einer Kontroverse auf Radio kath.ch nehmen Stellung: Roland-Bernhard Trauffer, Generalvikar des Bistums Basel, Claus August Zehnder, Sprecher der Initiativgruppe Baden, Brigitte Durrer, Präsidentin der Gruppe Nachhaltigkeit der Tagsatzung 2001, und Leo Karrer, Pastoraltheologe an der Universität Freiburg und "Vater" der Tagsatzungsidee. (14.07.03/kipa/mb)


Die Caritas Aargau hat einen neuen Präsidenten
Eugen Trost, Gemeindeleiter in Niederrohrdorf, ist neuer Präsident der Caritas Aargau. Er wurde an der Mitgliederversammlung des Caritas-Vereines vom 21. November zum Nachfolger von Joseph Thali, Gemeindeleiter in Frick, gewählt. Thali leitete den Verein während fünf Jahren als Präsident. Das regionale Hilfswerk ist ein unabhängiger Verein und wird von einem ehrenamtlichen Vorstand mit sieben Mitgliedern geführt.

Thali habe sich "stets konsequent und engagiert" für die diakonische Tätigkeit der Kirche und insbesondere für eine starke Caritas eingesetzt, heisst es in einer Medienmitteilung des Hilfswerkes. Immer wieder habe er betont, dass die Kirche beim Einsatz ihrer Mittel Prioritäten setzen müsse. Eugen Trost, der neue Caritas-Präsident, hat neben einem Theologiestudium eine Ausbildung in Soziokultureller Animation und ein Nachdiplomstudium in Gemeinde-, Pfarrei- und Regionalentwicklung vorzuweisen. Neben der Gemeindeleitung hat er im Teilpensum einen Lehrauftrag für Projektmanagement in sozialen Institutionen und Freiwilligenarbeit an der Fachhochschule Zentralschweiz. Trost bringt damit "ideale Voraussetzungen für die strategische Führung der Caritas Aargau mit", heisst es in der Medienmitteilung. Neben dem neuen Präsidenten hat das regionale Hilfswerk auch neue Räume erhalten. Anfangs Oktober ist das Hilfswerk in die neu renovierten Räume des katholischen Pfarrhauses an der Laurenzenvorstadt 80 in Aarau umgezogen und hat nun optimale Voraussetzungen für die Ausübung seiner Tätigkeit.

Die von Kurt Brand geleitete Fachstelle macht es sich zur Aufgabe, soziale Ungerechtigkeit und Not im Aargau wahrzunehmen und zu bekämpfen. Sie will die Öffentlichkeit und insbesondere die Pfarreien dafür sensibilisieren und Menschen in Notsituationen durch verschiedene Hilfsangebote unterstützen. (22.11.03/cag/mb)


Die Kirchenmusikschule Aargau wird neu ökumenisch geführt
Reformierte und Katholiken bilden ihre Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker seit dem 16. August dieses Jahres gemeinsam aus. Für den ersten Ausbildungskurs an der neuen ökumenisch geführten Kirchenmusikschule in Wettingen haben sich 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeschrieben.

Bei der offiziellen Eröffnung der neuen Schule betonte Schulleiterin Veronika Kühnis, Windisch, dass die Absolventinnen und Absolventen durch die ökumenische Ausrichtung einen vertieften Einblick in das Wesen des katholischen wie auch des reformierten Gottesdienstes erhalten. "Mit Musik können wir die christliche Botschaft über die Sinne vermitteln. Und das ist unabhängig von Konfessionen." Entstanden ist die neue Kirchenmusikschule aus dem Zusammenschluss zweier verschiedener Ausbildungsgänge, dem katholischen in Wettingen und dem reformierten in Aarau. Beide litten unter Teilnehmerschwund. Dennoch sei der Zusammenschluss nicht primär aus finanziellen, sondern vielmehr aus ideellen Gründen erfolgt, betonte die Schulleiterin. Der Zusammenschluss mache auch rein praktisch Sinn, denn es sei heute nicht selten, dass ein katholischer Organist in einem reformierten Gottesdienst spiele und umgekehrt.

Der zweijährige Lehrgang bietet eine Grundausbildung in Musiklehre, Singleitung und Dirigiertechnik. Dazu kommen spezifische Fächer wie Gregorianik, Liturgik (katholische Liturgiegestaltung) und Hymnologie (Geschichte und Bedeutung des Chorals im reformierten Gottesdienst). Der Lehrgang ist in verschiedene Module aufgeteilt, die auch anderen kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offen stehen. So können zum Beispiel katechetisch oder pastoral Mitarbeitende das Modul in Singleitung oder dasjenige in Gregorianik besuchen.

Die Trägerschaft der neuen Schule setzt sich aus den beiden Kirchenmusikerverbänden sowie der Evangelisch-reformierten und der Römisch-katholischen Landeskirche zusammen. Die beiden Landeskirchen übernehmen zusammen mehr als die Hälfte der Kosten. Neben Veronika Kühnis gehören zur Schulleitung Wolfgang Rothfahl, reformierter Pfarrer in Brugg, Aktuar, und Christine Neuhaus, Kassierin. (18.08.03/ria/mb)


Die neue Ressortzuteilung im Kirchenrat
An der ersten Sitzung in seiner neuen Zusammensetzung hat der Kirchenrat der Römisch-katholischen Landeskirche die Arbeitsressorts neu zugeteilt. Die Präsidentin des Kirchenrats, Barbara Kühne, wurde von der Synode der Landeskirche bereits an der Juni-Sitzung gewählt. An der Synode-Sitzung  mussten zudem alle Mitglieder des Kirchenrates für eine neue Amtsperiode bestätigt oder neu gewählt werden. Der Kirchenrat hat die Ressorts an seiner August-Sitzung wie folgt zugeteilt:

Barbara Kühne, Oberbözberg: Präsidialressort, Öffentlichkeitsarbeit, Personalpolitik.
Heinz Altorfer, Lenzburg: Erwachsenenbildung mit Arbeitsstelle und Bildungszentrum Propstei Wislikofen, zugleich Vizepräsident des Kirchenrates.
Theo Fleischli, Widen: Mission und Entwicklung, Kultur und Kirchenmusik.
Annemarie Frey, Wettingen: Anderssprachigenseelsorge.
Thomas Jenelten, Aarau: Jugendseelsorge mit Arbeitsstelle und Villa Jugend, Aarburg.
Christoph Küng, Wittnau: Katechese, Stipendien.
Herbert Sohn, Kirchdorf: Diakonie inkl. Caritas, Sozialrat, kirchliche Arbeit an kantonalen Schulen.
Edith Rey, Widen: Spital- und übrige Spezialseelsorge.
Peter Vonlanthen: Baden: Finanzen, Liegenschaften.

Die Korrespondenz für den Kirchenrat allgemein sowie für die einzelnen Ressorts ist zu richten an das Sekretariat der Römisch-katholischen Landeskirche, Feerstrasse 8, Postfach, 5001 Aarau, E-mail landeskirche@ag.kath.ch  (10.09.03/ow/mb)


Die Pensionskasse der Landeskirche steht "überdurchschnittlich gut" da
Mit der Wahl der Arbeitgebervertretung durch den Kirchenrat ist der Stiftungsrat der Pensionskasse der Römisch-katholischen Landeskirche Aargau für die neue Amtsperiode vollständig. Die Arbeitnehmervertretung wurde von den Versicherten bereits im Juni gewählt. Der Stiftungsrat setzt sich für die Amtsperiode von 2003 bis 2006 wie folgt zusammen:

Vertretung der Arbeitgeber: Dr. Franz Eberle, Betriebswirtschafter, Zurzach, Martin Egli, Generalagent, Präsident Kirchenpflege, Muri, Dr. iur. Michael Wicki, Präsident Kirchenpflege, Baden, Felix Rohner, Betriebswirtschafter, Aarau, Theodor Fleischli, Kirchenrat, Widen. Vertretung der Arbeitnehmer: Silvia Schneider, Finanzverwalterin, Schinznach Bad, Pius Huwiler, Psychologe, Brugg, Helene Busslinger, Finanzverwalterin, Zurzach, Rita Von Arb, Finanzverwalterin, Biberstein, Thomas Kyburz, Theologe, Gipf-Obertrick. Präsident ist Franz Eberle, Vizepräsidentin Silvia Schneider.

Im Geschäftsbericht 2002 attestiert die Kontrollstelle, dass die Pensionskasse der Landeskirche "im gesamtschweizerischen Vergleich überdurchschnittlich gut" da steht. Auch diese Kasse habe zwar wegen der schlechten Börsenlage Verluste erlitten, doch die finanzielle Situation sei "nach wie vor intakt", heisst es im Geschäftsbericht 2002. Der Deckungsgrad liegt bei 100,2 Prozent, besondere Massnahmen würden sich daher nicht aufdrängen. Trotzdem wurde aufgrund einer Expertenanalyse die Aktienquote etwas gesenkt. Die Aktivguthaben werden für das Jahr 2003 mit 3,5 Prozent verzinst und damit leicht über dem gegenwärtigen gesetzlichen Mindestzinssatz von 3,25 Prozent. Ende 2002 umfasste die Kasse 438 Aktivversicherte und 135 rentenberechtigte Personen. Dazu gehören sowohl hauptamtlich in der Seelsorge Tätige wie auch Teilzeitangestellte der Kirchgemeinden und der Landeskirche. (16.09.03/mb)


"Frauen, die das Leben lieben"
Das wünscht sich Schwester Irene Gassmann für ihre Klostergmeinschaft. Seit September 2003 ist sie Priorin im Kloster Fahr. In der Sendung von Radio DRS "Musik für einen Gast" vom 28. Dezember stand die Benediktinerin Red und Antwort über das Leben im Kloster Fahr und ihren persönlichen Werdegang. "Frauen, die das Leben lieben", das sei ihr persönliches Motto. Frauen, die die Gemeinschaft lieben, die die Mitschwestern lieben, die strahlen etwas aus.

Obwohl zwei Drittel der Schwestern im AHV-Alter sind, AHV-Gelder seien zur Zeit die Haupteinnahmen des Klosters, hält die Priorin nichts vom "Missionieren", um neue Mitglieder zu gewinnen. Glaubwürdig leben, betonte sie im Radiogespräch, sei für sie das Wichtige, das strahle aus und könne junge Menschen ansprechen. So sei auch sie zum Kloster gekommen. Auf einem Bauernhof in Dagmersellen aufgewachsen, besuchte sie die Bäuerinnenschule des Klosters Fahr, war fasziniert von der Schwesterngemeinschaft, überlegte sich, ob das nicht auch etwas für sie wäre - eine Beziehung zu Gott und zur Kirche war ihr schon als Kind wichtig, wie die heutige Benediktinerin schilderte. 1986, 21-jährig, trat sie in die Klostergemeinschaft von Fahr ein, weil sie von den Schwestern beeindruckt war. Ob es einen speziellen "Kloster-Fahr-Geist" gebe? Sicher eine weibliche Spiritualität, meinte die Priorin. Es sei auch eine Spiritualität, die sich weiter entwickle. In einer Gemeinschaft sei die Spiritualität auch immer ein gemeinsames Suchen. Jede Frau bringe sich mit ihrer eigenen Spiritualität ein. Die Frauen, die vor 50 Jahren eingetreten seien, hätten eine andere Spiritualität mitgebracht als die jüngeren Schwestern. In den letzten 15 Jahren habe sich einiges im Kloster entwickelt. Übrigens, die Musik, die sich die Priorin vom Kloster Fahr gewünscht hat, war nicht nur Gregorianischer Choral oder ein Stück von Bach mit Orgel und Brass. Dabei war auch eine volkstümliche Tanzmusik - Irene Gassmann war vor dem Klostereintritt Tanzleiterin für Trachtentänze. Wiederholung der Sendung: Samstag, 3. Januar 2004, 11.00 Uhr, Radio DRS 2. (29.12.03/mb)


Die sozialen Probleme im Aargau nehmen drastisch zu
Bei den Sozialämtern und Beratungsstellen des Kantons Aargau haben sich im Durchschnitt etwa 30 Prozent mehr Rat Suchende gemeldet als vor einem Jahr. Das zeigen Umfragen und Schätzungen im Kanton, wie die Caritas Aargau in ihrem November-Bulletin mitteilt. Bei der regionalen Caritas-Stelle in Aarau haben sich gegenüber dem letzten Jahr sogar rund 50 Prozent mehr Menschen wegen sozialen Problemen gemeldet. In sehr vielen Fällen seien es finanzielle Probleme, schreibt Stellenleiter Kurt Brand. Willkürlich gekürzte oder verweigerte Sozialhilfe, Lücken im Haushaltbudget, zu tiefe Löhne (Working Poor), allein erziehende Mütter, die keine Alimentsbevorschussung erhalten würden, weil ihr Einkommen ein paar Franken zu hoch sei, das seien die täglichen Problemen, mit denen die Sozialberatung der Caritas konfrontiert sei.

Brand nennt dann klar die Hintergründe: "In der Sozialberatung wird konkret sichtbar, wer am stärksten darunter zu leiden hat, wenn die Mittel der öffentlichen Hand abgebaut werden." Der gravierendste Abbau finde bei den Steuereinnahmen statt. Neoliberale Kreise argumentierten, nur mit Steuersenkungen könnte die Wirtschaft wieder angekurbelt werden. Das Fazit des Caritas-Stelleleiters: Die Steuereinnahmen werden immer knapper, "der Wirtschaftsaufschwung lässt auf sich warten und die sozialen Probleme wachsen". In ihrem Bulletin nennt die Caritas Vergleichszahlen für den Aargau und zeigt, wer am stärksten von den sozialen Problemen betroffen ist. (09.12.03/mb)


Die Sozialhilfe im Aargau muss verbessert werden
Sozialpolitische Anliegen haben es im Aargau schwer. Das beleuchtet das Dossier "Der Armut auf der Spur - Sozialhilfepraxis im Aargau", das vom Sozialrat der Aargauer Landeskirchen am 5. Mai in Aarau den Medien vorgestellt wurde. Das Dossier, ein Buch von 80 Seiten, zeigt an fünf Porträts, was es für armutsbetroffene Menschen heisst, unter dem Existenzminimum zu leben.

Das Problem, wie die hier vorgenommene Analyse aufzeigt, ist nicht das aargauische Sozialhilfegesetz, sondern die Handhabung des Gesetzes. So werden die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe SKOS von den Behörden nur teilweise angewendet. Zu entscheiden über den Einzelfall haben zudem Gemeinderäte, die in der Regel als ehrenamtliche Laien ohne entsprechende Fachausbildung im Gemeindegremium tätig sind und mit den eigenen Wertvorstellungen im Hintergrund entscheiden im Aargau sind das über 1'000 Behördenmitglieder. Die Entscheide über die Sozialhilfe fallen deshalb in den einzelnen Gemeinden sehr unterschiedlich aus. Bei der kirchlichen und privaten Sozialhilfe fallen andererseits die vielen heterogenen und unkoordinierten Angebote auf.

Der Sozialrat ist der Meinung, dass sich die Kirchen mit ihren Angeboten weiterhin im Bereich der Lücken einsetzen sollen. Gleichzeitig sollen sie aber vermehrt auch bei der Ausgestaltung der öffentlichen und kantonalen Sozialpolitik mitarbeiten, so wurde vor den Medien betont. Auf lokaler und regionaler Ebene sollen sich die Pfarreien und Kirchgemeinden für eine Optimierung der Sozialhilfe einsetzen. Auf der Ebene des Staates soll die Sozialhilfe in den Gemeinden durch Professionelle mit entsprechender Ausbildung geleistet werden, kleinere Gemeinden müssten sich deshalb zu regionalen Sozialdiensten zusammenschliessen. Der Sozialrat ist eine ökumenisches Beratungsgremium der aargauischen Landeskirchen. Das Dossier "Der Armut auf der Spur - Sozialhilfepraxis im Aargau" kostet 10 Franken und ist im Baden-Verlag, Dättwil, erschienen, Telefon 056 484 54 35. Es wird in diesen Tagen allen Verantwortlichen in Politik und Kirche im Aargau zugestellt. Das Dossier richtet sich mit seiner Analyse und den Forderungen in erster Linie an sie. (05.05.03/mb)


Die Synode entschied doch noch für das Stimmrechtsalter 16
Die Zahl der Synodalen soll von 200 auf 150 und das Stimmrechtsalter für Schweizer/innen und Ausländer/innen von 18 auf 16 Jahre herabgesetzt werden. Das hat die Synode vom 5. November 2003 in Aarau bei der ersten Lesung zur Revision des Organisationsstatutes beschlossen.

Das revidierte Organisationsstatut , gewissermassen die Verfassung der Landeskirche, war das Hauptgeschäft der Synodesitzung. Es soll gestrafft und in manchen Bereichen präziser gefasst werden. Sehr engagiert diskutierte die sonst eher zurückhaltenden Synodemitglieder das Stimmrechtsalter. Die einen Votanten wiesen auf das geringe Interesse der Jugendlichen hin, die andere führten das Engagement von Jugendgruppenleitern ins Feld und meinten, dass die mit der Firmung erlangte kirchliche Mündigkeit auch das Stimm- und Wahlrecht beinhalten sollte. Mit 97 zu 71 Stimmen wurde eher knapp zugunsten des Stimmrechtsalters 16 entschieden.

Bei der Diskussion um die Grösse der Synode wurde die gegenwärtige Grösse als repräsentative "Landsgemeinde der Aargauer Katholikinnen und Katholiken" vehement verteidigt. Das kirchliche Parlament umfasst heute 200 Mitglieder, im revidierten Organisationsstatut sind es noch 150 Mitglieder. Die Bestrebung zum Straffen und Sparen obsiegte mit 107 gegen 53 Stimmen. Die Einsparungen werden allerdings mit 8'000 Franken pro Jahr nicht allzu üppig ausfallen. Zu verschiedenen Punkten nahm der Kirchenrat einige Anregungen zur Prüfung auf die zweite Lesung hin entgegen. In der Schlussabstimmung wurde das Organisationsstatut mit 158 Ja gegen 1 Nein zur zweiten Lesung verabschiedet.

Der Voranschlag der Landeskirche für das Jahr 2004 sieht Aufwand und Ertrag in der Höhe von 13,5 Millionen Franken vor. Das Budgetwachstum beträgt 2,6 Prozent, das Lohnwachstum 1 Prozent. Der Beitrag der Kirchgemeinde an die Zentralkasse kann zufolge guter Steuererträge von 2,7 geringfügig auf 2,65 Prozent gesenkt werden. Nach der Detailberatung, die zurückhaltend geführt wurde, wurde dann doch noch gefragt, ob das Sparen in der Synode ebenso wie im Grossen Rat nicht auch ein Thema sein müsste. Kirchenratspräsidentin Barbara Kühne bemerkte dazu, dass bis jetzt ein entsprechender Druck tatsächlich gefehlt habe. Im Zusammenhang mit dem Projekt "Wirkungsorientierte Pastoral"  würden jedoch Sparmöglichkeiten und Optimierungen sehr wohl gesucht und geprüft. Die Senkung des Zentralkassenbeitrages dürfe als Zeichen dafür genommen werden. Der Voranschlag wurde einstimmig gutgeheissen.

Im Vorfeld der Synode wurde daran erinnert, dass eben die Synode der römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Luzern einen Brief an die Bischofskonferenz betreffend der Zulassungsbedingungen für das Priesteramt verabschiedet habe. Das Büro der Synode wurde gebeten, angesichts des sich verschärfenden Mangels an Priestern und allgemein an Pfarreiseelsorgenden entsprechende Schritte zu prüfen. Bereits früher, im Mai 1994, hatte die Aargauer Synode einen Brief mit eindringlichen Bitten zu Veränderungen in den Zulassungsbedingungen für Diakonat und Priesteramt dem damaligen Diözesanbischof Hansjörg Vogel, der Schweizer Bischofskonferenz und dem damaligen Nuntius Karl-Josef Rauber zugestellt. Erzbischof Rauber hatte daraufhin eine Delegation der Synode zu einem Gespräch in die Nuntiatur in Bern eingeladen Bischof Vogel nahm an der Synode vom 2. November 1994 Stellung zum Brief. An der Synode vom Juni 2000 wurden die Fragen wiederum ausführlich diskutiert. Anschliessend wurden die Diskussionsergebnisse, ergänzt mit einem Brief des Kirchenrates, Bischof Kurt Koch und der Schweizerischen Bischofskonferenz zugestellt. (06.11.03/lk/mb)


Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Aargau
Beschlüsse der Synode vom 5. November 2003
An der ordentlichen Herbstsitzung der Römisch-katholischen Synode vom 5. November 2003 in Aarau wurden folgende Beschlüsse gefasst:

  1. Validierung von Wahlen in die Synode

  2. Als Mitglied in den Kirchenrat für den Rest der Amtsperiode 2003-2006 wurde Rolf Steinemann, Meisterschwanden, gewählt.

  3. Für den Umbau des Obergeschosses der Sekretariatsliegenschaft Feerstrase 8, Aarau, in zwei Wohnungen und zu einzelnen Unterhaltsarbeiten ist ein Verpflichtungskredit von Fr. 67'000.- bewilligt worden.

  4. Voranschlag
    a) Der Voranschlag der Verwaltungsrechnung für das Jahr 2004 (Zentralkasse) mit einem Zentralkassenbeitragssatz von 2,65 Steuerprozenten wird genehmigt.

    b) Der Kirchenrat wird ermächtigt, den Zentralkassenbeitrag bei den Kirchgemeinden in zwei gleichen Raten zu beziehen, und zwar per 15. Mai und per 15. November 2004. Für die Berechnung des Zentralkassenbeitragssatzes ist der bereinigte Steuer-Sollbetrag des Rechnungsjahres 2002 massgebend.

    c) Der Kirchenrat wird ermächtigt, zur Deckung der Kosten für die Seelsorge im Dienste der italienischen, spanischen und portugiesischen Konfessionsangehörigen von den Kirchgemeinden einen "Pro Kopf-Beitrag" von Fr. 50.- für jeden in ihrem Gebiet wohnhaften italienischen, spanischen und portugiesischen Konfessionsangehörigen (Stand: 30. April 2003) zu erheben.

  5. Die Synodalen stimmen der Revision des Organisationsstatuts in erster Lesung zu.

Gemäss Art. 39 und 41 des Organisationsstatutes vom 15. Juni 1977, teilrevidiert am 7. November 1984, können Beschlüsse oder Entscheide der Organe der Landeskirche durch die Konfessionsangehörigen mit Beschwerde angefochten werden. Die Beschwerdefrist beträgt 20 Tage seit der Veröffentlichung in den Publikationsorganen. Der Ablauf der Beschwerdefrist für diese Synode ist somit der 18. Dezember 2003. Beschwerden sind an die Rekurskommission der Römisch-katholischen Landeskirche, Sekretariat, Feerstrasse 8, Postfach, 5001 Aarau, zu richten.

Aarau, 5. November 2003

Die Präsidentin: Carla Bättig
Der Sekretär: Otto Wertli


Ein Kreuz genau nach der Vorschrift von Jesus?
An verschiedenen Orten im Aargau wollen Private ein exakt 7,38 m grosses Kreuz aufstellen. Darüber hat die Aargauer Zeitung in der Ausgabe vom 18. Januar 2003 kurz berichtet. In Kaisten und Lenzburg wurden bereits solche Kreuze aufgestellt, in Münchwilen hat der Gemeinderat ein entsprechendes Gesuch abgelehnt, in Herznach verlangt der Gemeinderat nachträglich noch ein Baugesuch, wie aus Zeitung zu erfahren ist.

Das Kreuz muss genau nach der Vorschrift von Jesus gebaut sein. So soll Jesus 1974 der Seherin Madeleine Aumont in Dozulé in Nordfrankreich erschienen sein und in einer ersten Anleitung ein grosses Einzelkreuz in der Höhe von 738 m verlangt haben. Der zuständige Bischof hat jedoch die Errichtung eines solchen Kreuzes abgelehnt. Daraufhin soll Jesus einer zweiten Seherin erschienen sein, Fernanda Navarro aus Grenoble. Von ihr hat er dann verlangt, dass das "Kreuz von Dozulé" im Massstab 1:100 nachzubauen sei. Jesus soll seine Forderung auch begründet haben: sein "Heiliges Kreuz" soll "über die ganze Welt herrschen" und sein "Kommen in Herrlichkeit" ankündigen. Auf der Website des Fatima-Apostolates der Deutsch-Schweiz ist die ganze Entstehungsgeschichte sowie eine genaue Bauanleitung zu finden. Das Kreuz muss 7,38 m gross und 2,46 m breit sein, in der Nacht beleuchtet, Vorder- und Rückseite weiss, die Seiten blau. Tausende solcher Kreuze "werden sich auf der ganzen Welt erheben", soll Jesus der Seherin in einer Botschaft von 1996 prophezeit haben. Die Kreuze "müssen leuchtend sein". "Zu Ehren meiner heiligen Mutter wünsche ich die beiden Farben weiss und blau", soll Jesus weiter gesagt haben. Vor diesem Kreuz oder in Sichtweite zum Kreuz sollen Gebete verrichtet werden. Das Fatima-Apostolat ist eine konservative katholische Gruppierung mit sektiererischen Tendenzen, bei der die Marienverehrung sehr im Zentrum steht.

Wie die Reaktion des zuständigen Bischofs Jean Badré im Jahr 1985 zeigt, geht die katholische Kirche offiziell sehr zurückhaltend bis ablehnend mit solchen Erscheinungen um. In einer Erklärung vom 14. Mai 2003 distanziert sich nun auch die Schweizer Bischofskonrerenz von den "Dozulé-Kreuzen".  In ihrer Erklärung erinnern die Schweizer Bischöfe daran, dass die Wallfahrten und die Kreuze von "Dozulé" von der Kirche nicht anerkennt worden seien. Zudem würden die von Dozulé publizierten Schriften "unannehmbare Elemente und Forderungen" enthalten wie etwa der "ausschliessliche" Charakter der Botschaft oder die "zweifelhafte Lehre" vom ewigen Leben.  Ebenso lehnen die Bischöfe das Aufstellen von leuchtenden Kreuzen "ohne Rücksichtsnahme auf die religiöse Sensibilität angrenzender Bewohner" ab. Sie distanzieren sich damit "im Einverständnis mit dem Lehramt der Universalkirche" klar vom Projekt "Dozulé". (21.01.03/15.05.03/mb)


Frauen marschieren für den Frieden
Einige hundert Frauen der katholischen Frauenvereine der Bezirke Baden und Brugg werden sich am Freitag, 22. August, ab 18.30 Uhr in einem Sternmarsch auf den Weg zum Reusspark in Gnadenthal begeben. Die Frauen wollen damit ein Bekenntnis zum Frieden ablegen und sich aktiv und bewusst für eine versöhnliche Welt einsetzen. Nach einer kurzen Einstimmung in Mellingen, Bellikon, Oberrohrdorf, Niederrohrdorf und Remetschwil marschieren sie für den Frieden, zeigen ihre Empörung über die Gewalt in der Welt, geben ihrer Sehnsucht Ausdruck und setzen auch Zeichen der Hoffnung. Ab Stetten, Treffpunkt 19.30 Uhr beim Schulhaus, sind alle Frauen gemeinsam unterwegs. Um 20 Uhr findet beim Labyrinth an der Reuss in Gnadenthal eine schlichte Friedensfeier statt. Kontaktperson: Aura Grubenmann-Santoro, Bezirksdelegierte Baden/Brugg, Telefon 056 401 28 75. (18.08.03/akf/mb)


Frauenbund gegen "Sparwut" im Bildungswesen
Der Aargauische Katholische Frauenbund AKF wehrt sich in einer Medienmitteilung gegen "qualitätsvermindernde Sparmassnahmen im Bildungsbereich". An einer Klausurtagung hat sich der Kantonalvorstand mit dem Thema befasst. Politiker und Politikerinnen würden ihre Forderungen nach Sparen oft damit begründen, dass sie der nächsten Generation keinen Schuldenberg hinterlassen wollten. Da fragt sich der AKF: "Wo machen wir uns schuldiger, beim Sparen am Bildungsangebot oder beim Sparen an Bildungsausgaben?"

Kinder und Jugendliche sollten auch im Aargau das Recht auf ein umfassendes Bildungsangebot haben, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Ein Bildungsangebot, "das sie individuell fördert und gemäss ihren persönlichen Fähigkeiten auf ein späteres Berufsleben vorbereitet". Verfassung, Schulgesetz und Leitbild würden für eine ganzheitliche Bildung stehen, das müsse so bleiben, "damit die Chancengleichheit im Bildungsbereich nicht zur Worthülse verkommt". Konkret wehrt sich der AKF entschieden gegen die Erhöhung der Mindestklassenbestände an der Primarschule und die Heraufsetzung der Klassengrössen an Sekundar- und Bezirksschulen. Er verurteilt auch den Bewilligungsstopp für Einschulungsklassen und die Kürzung der Stundenzahl im handwerklichen Bereich. Dem AKF ist klar, dass die Staatsfinanzen ins Lot gebracht werden müssen. Es dürften aber nur Spar- und Umlagerungsmöglichkeiten genutzt werden, "die von der Gesamtbevölkerung getragen werden und nicht von Kindern und Jugendlichen ausgebadet werden müssen".

Der Aargauische Katholische Frauenbund AKF ist ein kantonaler Dachverband von über 100 Ortsvereinen im Kanton Aargau mit total 12'824 Mitgliedern. Er fördert die Weiterbildung der Frauen für ihre Aufgaben in Familie, Gesellschaft, Kirche und Staat und erfüllt auch soziale Aufgaben. Weiter vertritt er die katholischen Frauen in verschiedenen Gremien und verschafft ihren Anliegen Gehör bei kirchlichen und staatlichen Stellen und in der Öffentlichkeit.  (24.11.03/akf/mb)
 

Frauenbund unterstützt die Verbesserung der Integration
Der Vorstand des Aargauischen Katholischen Frauenbundes AKF begrüsst es, dass der Aargauer Regierungsrat die Integration der ausländischen Bevölkerung mit geregeltem Aufenthaltsrecht verbessern will. Das schreibt der Verband in einer Medienmitteilung zur Vernehmlassung des Kantons über die Integration der ausländischen Bevölkerung. Die Stellungnahmen zur Vernehmlassung waren bis Mitte August einzureichen.

Der AKF empfiehlt die vorgeschlagenen Massnahmen sofort umzusetzen. Dazu gehören die Institutionalisierung der Koordinationsstelle, die Deutsch- und Integrationskurse sowie die Weiterbildung und der Einsatz von Kulturvermittlern. Die vierte Massnahme, Förderung des interkulturellen Dialogs, scheint dem AKF zwar wünschenswert, aber eher eine Aufgabe der Gesellschaft allgemein als der staatlichen Organisation zu sein. Im Integrationskonzept sieht der Vorstand des katholischen Frauenverbandes noch drei weitere dringliche Massnahmen: erstens ein Bildungsangebot für nichterwerbstätige und bildungsungewohnte Frauen, denn diese hätten als Erzieherinnen einen grossen Einfluss auf die nächste Generation zweitens firmeninterne Sprach- und Integrationskurse als Beitrag der Arbeitgeber drittens Schulung des Behördenpersonals, damit alle Massnahmen wirkungsvoll umgesetzt werden können. (20.08.03/akf/mb)


Fünf Jahre Jugendarbeit mit Gehörlosen
Die fünf Jahre ökumenische Jugendarbeit mit Gehörlosen in den Kantonen Aargau und Zürich wurde bei der "Visuellen Kultur" in Basel gefeiert. Das kleine Jubiläum wurde absichtlich "auswärts" gefeiert. Man wollte damit ein "kräftiges Zeichen" setzen und über die beiden Kantone hinaus zeigen, "dass man für alle da ist", wie der Gehörlosen-Jugendarbeiter Gian Reto Janki in der neuesten Ausgabe der Gehörlosenzeitschrift "der Baum" schreibt. Es ist die bisher einzige Arbeitsstelle für Jugendarbeit mit Gehörlosen. Die ökumenische Stelle, am 1. September 1998 gegründet, wird von den katholischen und reformierten Landeskirchen der Kantone Aargau und Zürich getragen.

Ziel der ökumenischen Gehörlosen-Jugendarbeit ist, Jugendlichen neue Erfahrungen von Gemeinschaft machen zu lassen und ihnen so neue Wege zu eröffnen. Es sollen Wege sein, die in ihrem Leben neue Perspektiven schaffen und auch Halt geben, wie Gian Reto Janki zur Jubiläumsfeier schreibt. Auch einander zu helfen und miteinander teilen zu können, ist ein wesentlicher Bestandteil der ökumenischen Jugendarbeit mit Gehörlosen. (04.11.03/grj/mb)


Gebet der Religionen am Bettag: Begegnung ist die Hauptsache
Nach Baden, Gränichen und Rheinfelden wird an diesem Bettag, 21. September, zu einem "Gebet der Religionen" nach Berikon eingeladen. Gestaltet wird der religiöse Anlass von den gastgebenden Kirchgemeinden und von verschiedenen Religionsgemeinschaften aus dem Aargau. Die Feier mit dem Thema "Unterschiede beleben – Respekt vor der Vielfalt" findet im "Berikerhus" südlich der Mutschellen-Passhöhe statt (Wegweiser beachten) und beginnt um 10.30 Uhr. Der erste Teil ist eine Art Gottesdienst mit Lesungen, Berichten und Gebeten. Anschliessend werden besondere Speisen vor allem aus den Herkunftsländern der Mitwirkenden angeboten. Einige kulturelle Darbietungen wie Tänze und Musik tragen zur besondern Atmosphäre bei. Die Begegnung gerade auch mit Leuten anderer Kulturen und Religionen ist bei diesem Anlass die Hauptsache - "damit aus Fremden Freunde werden". Weitere Feiern in ähnlicher Art finden am gleichen Tag auf dem Kirchplatz in Baden statt, Beginn um 11 Uhr, im Gemeindesaal in Rothrist, Beginn um 10 Uhr, und bei der Reformierten Kirche in Zurzach, Beginn um 10 Uhr.

Das "Gebet der Religionen" hat zum Ziel, die Kräfte zu bündeln, die zum Aufbau und zur Pflege einer friedvollen Gesellschaft notwendig sind. Der Aargauer Interreligiöse Arbeitskreis Airak widmet sich dieser Aufgabe seit 1994. Die von heiligen Schriften wie von religiösen Personen vermittelten Vorstellungen von Gott und die Gebete sind zwar verschieden, doch das gemeinsame Feiern hilft, Vorurteile abzubauen und einander in der Vielfalt zu respektieren. (16.09.03/mak/mb)


Hans-Peter Schmidt ist Bistums-Koordinator für den Aargau
An einer Begegnung vom 29. April im Bischöflichen Ordinariat in Solothurn mit Delegierten der staatskichenrechtlichen Exekutiven des Bistums Basel wurden die Koordinatoren für die neue Regionalisierung des Bistums vorgestellt. Ab 1. Januar 2004 wird das Bistum Basel nicht mehr eingeteilt in die zehn Bistumskantone, sondern in drei Grossräume. Die Führungsstruktur wird damit vereinfacht. Die drei Regionen sind aus den zehn bisherigen Bistumskantonen wie folgt zusammengesetzt: Region Aargau/Baselland/Basel-Stadt, Region Bern/Jura/Solothurn und Region Luzern/Schaffhausen/Thurgau/Zug.

Für eine Übergangsphase bis Mitte 2004 werden die drei Regionen von so genannten Koordinatoren oder Administratoren geleitet. Für die Region Aargau/Baselland/Basel-Stadt übernehmen diese Funktion Domherr Hans-Peter Schmidt, Pfarrer in Berikon AG und ehemaliger Regionaldekan für den Aargau, und Domherr René Hügin, Pfarrer in Muttenz BL. Aufgabe der Koordinatoren ist, in Zusammenarbeit mit der Projektleitung die Umsetzung zu begleiten. Der Projektleiter, Generalvikar P. Roland-B. Trauffer, wies bei der Vorstellung der Koordinatoren darauf hin, dass mit der Neueinteilung in nur noch drei Regionen eine intensivere Zusammenarbeit und eine direktere Kommunikation gefördert werden soll. Die Anliegen der einzelnen Regionen können so auch besser in das Bistum eingebracht werden und die Regionen können sich nach Trauffer intensiver am Geschehen des Bistums beteiligen. (07.05.03/he/mb)


In welche Richtung entwickeln wir die Seelsorge im Aargau?
Welche "Produkte" bieten die Arbeitstellen der Landeskirche zur Zeit an? Wie kommen die Angebote bei den Menschen an? Was soll weiterentwickelt und was kann abgebaut werden? Mit solchen Fragen befasst sich zur Zeit eine Projektgruppe der katholischen Kirche im Aargau unter dem Titel "Wirkungsorientierte Pastoral" (WOP). Die Arbeitsstellen und Teamleitungen haben in diesen Tagen den Auftrag erhalten, bis zum 1. Juni 2003 nach einem vorgegebenen Raster die gegenwärtigen Angebote sowie die Pläne für die Zukunft zusammenzustellen.

Der Anstoss zum Projekt WOP kam vom Kirchenrat, der auf dem Hintergrund eines mittelfristigen Finanzplanes das Geld bewusst und "wirkungsorientiert" einsetzen möchte, zumal künftig nicht mehr Steuergelder zur Verfügung stehen. Der Kirchenrat konnte aber nicht von sich aus in der Seelsorge, in der Pastoral die Schwerpunkte für die Zukunft setzen und hat deshalb zusammen mit der Aargauischen Dekanenkonferenz, zuständig für Seelsorgefragen im Kanton, nach Entscheidungsgrundlagen gesucht. Daraus entstand mit Unterstützung von aussen, von Dr. Daniel Kosch, Geschäftsführer der Römisch-katholischen Zentralkonferenz der Schweiz RKZ, das Projekt WOP. An einer Tagung im vergangenen Januar wurde das Projekt mit den Stellen- und Teamleitungen, die im Bereich der Landeskirche tätig sind, diskutiert. Bis Ende 2003 sollen die abgegebenen Antworten ausgewertet sein. Auf Grund der daraus entstandenen Profile der Arbeitsstellen wird in einer nächsten Phase überlegt, in welche Richtung und mit welchen Schwerpunkten die Seelsorge im Aargau weiterentwickelt werden soll. Es werden Leitideen und Entwicklungsziele formuliert sowie Führungsinstrumente erarbeitet. Ende 2004 soll das Projekt abgeschlossen sein. Die Federführung in der Projektgruppe hat ein Steuerungsausschuss mit Claudia Mennen, Mitarbeiterin beim Regionaldekanat, Barbara Kühne, Präsidentin des Kirchenrates, Otto Wertli, Sekretär der Landeskirche, und Daniel Kosch von der RKZ als Projektbegleiter. (02.04.03/mb)


Irak: Wenn Politik und Diplomatie am Ende sind
In einer Zeit, wo "Politik und Diplomatie am Ende sind und Aufrufe zu Menschlichkeit ungehört verhallen", fordert das Regionaldekanat der Bistumsregion Aargau in einem Brief vom 19. März 2003 an die Seelsorgerinnen und Seelsorger alle Pfarreien zum Friedensgebet auf. Im Gebet könnten wir uns "verbinden mit vielen Menschen guten Willens, so auch mit unserem Papst Johannes Paul II in seinem unermüdlichen Einsatz für den Frieden". Mit dem Gebetausaufruf, bei dem auch an die vielen weiteren Kriegsherde auf der Welt gedacht werden soll, knüpft das Regionaldekanat an die Gebetsaktion während des Golfkrieges an. Gleichzeitig fordert das Regionaldekanat die Pfarreien auf, mitzuteilen, mit welchem äusseren Zeichen sie die Sorge um den Frieden auch symbolisch ausdrücken. (20.03.03/mb)


Iraker im Aargau: "Wir weinten für unser Land"
Die Zerstörung des Regimes von Saddam Hussein sei für "jeden Iraker und jede Irakerin wie ein Traum" gewesen, "den niemand träumen durfte". Amerika habe die Menschen von einem grossen Albtraum erlöst. Das schreibt eine Irakerin, die in Aarau wohnt, in der Juni-Nummer der Integrationszeitschrift der Caritas Aargau "da & dort". Ihre Familie lebt im Norden des Irak. "Ich hoffe, dass es besser wird und die Leute noch mehr Freiheit bekommen", schreibt die Irakerin weiter. In ihrem Land gebe es viele arme Leute, die Hilfe brauchten, "und ich werde helfen".

Sie hätten die Zerstörungen des Krieges am Fernsehen mitverfolgt, schreibt ein Iraker aus Buchs. Er habe versucht zu verstehen, warum Amerika in sein Land eingedrungen sei. "Wir weinten für unser Land und die Toten, welche ohne Grund gestorben sind." Er habe immer wieder gehofft, dass niemand von seiner Familie unter den Toten sei, schildert er die damalige Situation. "Ich geniesse jetzt mit Freude, wie der Diktator gestürzt worden ist. Aber andererseits bin ich traurig, wenn ich mein Land sehe, all die abgebrannten und geplünderten Gebäude."

Ein weiter Iraker, er wohnt in Aarau, erinnert sich an den März 1991. Damals hätten Iraker Widerstand gegen Saddam geleistet. Die Amerikaner hätten aber nicht den Widerstand, sondern Saddam unterstützt. "Meine grosse Frage ist, weshalb wir zwölf Jahre warten mussten, bis wir ans Ziel kamen." Er wünscht seinem Land ein besseres Leben und der Schweizer Behörde dankt er "für alles, was sie für uns in der Schweiz gemacht hat". Und er dankt auch "für das Mitgefühl, das ich hier angetroffen habe".

Die von der Caritas Aarau vierteljährlich herausgegebene "Plattform für Flucht-, Migrations- und Integrationsthemen", so heisst es im Untertitel der Zeitschrift "da & dort", kann gegen einen Unterstützungsbeitrag abonniert werden: Caritas Aargau, Laurenzenvorstadt 90, 5001 Aarau, Telefon 062 822 90 10, Mail box@caritas-aargau.ch. (13.06.03/mb)


Irak-Krieg: Taugwalder hat dem Papst geschrieben
Angesichts des drohenden Irak-Krieges hat der 93-jährige in Aarau wohnhafte Schweizer Autor Hannes Taugwalder Papst Johannes Paul II. in einem unbeantwortet gebliebenen Schreiben aufgefordert, zu einer "weltweiten grossen Friedensdemonstration" am 12. März aufzurufen. Taugwalders Anregung: "Am 12. März um 12 Uhr 12 Minuten lang im ganzen Erdkreis die Kirchenglocken läuten zu lassen, denen sich andere religiöse Gruppierungen anschliessen werden. Während der Zeit des Glockengeläutes wird den Menschen nahe gelegt, zu meditieren oder auf den Strassen sich schweigend die Hände zu reichen." (11.03.03/kipa/mb)


Ist Ethik die Antwort auf die Unmoral der Wirtschaft?
Eine Rückbesinnung auf ethische und moralische Werte ist in der Wirtschaft unbedingt nötig. Die überlieferten Moralvorstellungen seien in eine Ecke abgedrängt worden. Diese Meinung vertrat Dr. Bernhard Waxenberger, Mitarbeiter am Institut für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen. Er hielt in Aarau ein Referat zum Thema "Wirtschaftsethik als Antwort auf die Unmoral der Wirtschaft?". Eingeladen zur Veranstaltung hatte die ökumenische Kommission "Kirche – Wirtschaft" der Aargauischen Landeskirchen.

Der Referent zählte gleich einige Beispiele auf, die das Vertrauen in die Wirtschaft schwinden liessen. Er nannte Fehlbuchungen in den Konzernen und gefälschte Bilanzen, ferner hohe Führungskräfte, die mit Aktien bezahlt werden und deshalb die Kurse künstlich hoch treiben, oder Manager, die ungeniert "abzocken". Stetiges Wachstum stehe im Vordergrund. Am Ende müsse die Arbeitnehmerschaft auf der unteren Stufe die Fehler des Managements ausbaden – gewöhnlich mit Arbeitsplatzabbau und Entlassungen. Damit würde die finanziellen und wirtschaftlichen Krisen zu eigentlichen Vertrauenskrisen, erläuterte Waxenberger. Ethiker, insbesondere die Wirtschaftsethiker, müssten die Moralansprüche unserer Gesellschaft neu hinterfragen. Ethisches Denken und Handeln könne in den Unternehmungen durchaus Früchte tragen, ist der Referent überzeugt. Dabei müssten sich in erster Linie die "Bosse" an die moralischen Regeln halten. Waxenberger empfahl den Firmenverantwortlichen, ethiknahe Konzepte zu entwickeln und "bürgerschaftliches Engagement" in den Vordergrund zu stellen. Zudem müssten sie sich fragen, ob ihr Unternehmen lediglich eine "Gewinnmaschine" sein soll oder auch die legitimen Ansprüche der Mitarbeitenden berücksichtigt werden. Gewinnstreben sei zwar durchaus legitim, dürfe jedoch nur ein begrenztes Gewinnstreben sein, bei dem die Würde der Menschen gewahrt bleiben müsse. Die Erfahrung zeige, dass die Rückbesinnung auf moralische Werte einigen Unternehmen Erfolg gebracht hätte, vor allem langfristigen Erfolg. Erstaunlicherweise wurde an der kirchlichen Veranstaltung zur Rolle und Aufgabe der Kirchen auf dem Gebiet der Ethik und Moral lediglich gesagt, dass heute jeder Mensch selber herauszufinden habe, was ethisch und moralisch relevant sei. (03.04.03/ria/mb)


Jubiläumslied "Im Läbensstrom vor Ziit" auf CD
Gerade rechtzeitig zum Beginn des Kirchenprojektes "WasserZeichen 2003" erscheint die CD mit dem Lied der Aargauer Landeskirchen zum Kantonsjubiläum. Dani Kalt, Musiker und Sänger aus Buus, hat zur Idee von "WasserZeichen" ein ansprechendes und eingängiges Lied geschrieben. Auf der Maxi-Single finden sich neben der gesungenen Originalfassung von Dani Kalt auch die Instrumentalversion zum selber Mitsingen und als Bonustrack ein drittes Musikstück. Die CD eignet sich über die Anlässe von "WasserZeichen" hinaus als besonderes Geschenk zu Ostern, zur Firmung oder im Laufe des Jahres als Taufgeschenk. Die CD und ein vierstimmiger Chorsatz des Liedes sind ab sofort erhältlich bei der Katechetischen Medienstelle, Hohlgasse 30, 5000 Aarau, Mail medienstelle@ag.kath.ch. Einzelpreis: Fr. 8.—(+Versandkosten), 10 oder mehr Exemplare: je Fr. 6.— (inkl. Versandkosten). (31.03.03/ts)


Jugendevent "Waterproof - noch ganz dicht?"
Es dreht sich alles ums Wasser beim Aargauer Jugendevent "Waterproof" vom 19./20. September. Der ökumenische Anlass findet im Rahmen von "Wasserzeichen 2003" statt, dem Beitrag der Aargauer Landeskirchen zum Kantonsjubiläum. Aus acht Regionen machen sich am Freitagabend Jugendliche entlang der Aargauer Flüsse auf den Weg. Am Samstagnachmittag treffen alle im Amphitheater Windisch ein. Verschiedene Jugendorganisationen stellen dort ihre Angebote vor. An Bars werden Getränke, Früchtsäfte und Glacé offeriert. Anschliessend steht mit der Band "waterproof" Funkiges aus Zofingen auf dem Programm  und die Hip-Hop-Tanzgruppe "Roundabout" sorgt für Stimmung. Interessierte Jugendliche können sich unter www.waterproof-ag.ch über die Regionalprogramme informieren und sich mit dem Onlineformular direkt anmelden - Mitmachen ist noch möglich. (11.09.03/tg/mb)


Jugendliche brauchen Räume auch zum blossen "Rumhängen"
Wo haben Sie als Kind Ihre Freizeit verbracht? Was haben Sie gespielt? Gab es da nicht öfters recht brenzlige Situationen? Der Vortrag von Martin Lechner am Jugendseelsorgeforum vom 20. Mai in Aarau war ein Plädoyer für Orte, an denen Kinder und Jugendliche gemeinsam lernen können, was gefährlich ist und wie das Zusammenleben am besten funktionieren kann. Der Referent, Professor für Jugendpastoral in Benediktbeuern (Deutschland), machte mit vielen Beispielen auf die Auswirkungen der modernen Stadtentwicklung auf das Leben der Kinder aufmerksam. Es gebe immer weniger Gleichaltrige in der nächsten Umgebung, mit denen sie sich an frei wählbaren Plätzen treffen könnten. Im "Rumhängen" mit der Clique probieren aber Jugendliche mögliche Lebensstile aus, bei den Streifzügen durch den Park werden sie mit den Tücken der Natur und den Werten der Gesellschaft konfrontiert. Nur wenn sie nicht ständig behütet werden, lernen Kinder auf eigenen Beinen zu stehen, ihr Leben zu meistern.

Der Referent forderte die rund 60 anwesenden Erwachsenen auf, sich als Anwälte für attraktive Sozialräume einzusetzen. Dies bedeute erstens, die öffentliche Zone für alle einladend zu gestalten und gegebenenfalls Räume zu verteidigen. Jugendliche ernst nehmen heisse zweitens auch, sich für ihre Lebenswelt zu interessieren und gegebenenfalls mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Darüber hinaus bedeute es, sich für eine Vernetzung einzusetzen, die Generationen und verschiedenen Institutionen zum gegenseitigen Kennenlernen zusammenzubringen. Zuletzt sollten sich alle darum bemühen, betonte Lechner, dass Professionelle, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, "als Person" in die Arbeit eingehen. Denn Jugendliche würden sich weniger für das, was man könne, sondern für die Art, wie man lebe, interessieren. Dies schliesse die Bereitschaft ein, mit Jugendlichen zu überlegen, wie man heute recht und sinnvoll leben könne.

Das Jugendseelsorgeforum, in diesem Jahr zum Thema "Jugend und Räume", wurde von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge in Zusammenarbeit mit der Fachkommission Jugend der Römisch-katholischen Kirche im Aargau und der Vereinigung Aargauischer Jugendseelsorger/innen bereits zum neunten Mal organisiert. Der Anlass richtet sich an Jugendseelsorger/innen, Kirchenpfleger/innen und weitere an Jugendfragen Interessierte aus den Pfarreien. Die wichtigsten Thesen des Referates "Leitlinien für eine sozialräumliche Perspektive von Jugendarbeit" von Martin Lechner sind auf der Website der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge zu finden. (27.05.03/thv/mb)


Das Markusevangelium als Weltliteratur gelesen
Die szenische Lesung des Markusevangeliums am 20. November an der Kantonsschule Baden begeisterte die Zuhörenden wie auch die zwölf Vortragenden. Die biblische Botschaft wurde für einmal nicht ausschliesslich in ein theologisches oder kirchliches Umfeld eingebettet. "Wir wollten das Evangelium nach Markus auch als ein Stück grosser Weltliteratur verstehen", betonte der Religionslehrer Zsolt Keller. Die sechs Gitarristinnen und Gitarristen, angeleitet vom Instrumentallehrer Benjamin Scheck, untermalten die Lesung und nahmen die Thematik des Textes musikalisch auf, etwa wenn Laura Spring zu den Leidensankündigungen mit teils wilden Riffs auf der Elektrogitarre improvisierte. Die sechs Rezitierenden an ihren Bistrotischen liessen dem Stück Weltliteratur den entsprechenden Raum und steigerten sich in den Schlusskapiteln in eine szenische Lesung. (23.11.03/pze/mb)


Kirchenpflegentagung mit vielen jungen Leuten
Auch die dritte Tagung für Kirchenpflegemitglieder vom Mai in der Propstei Wislikofen war komplett ausgebucht. Wegen der grossen Nachfrage bietet die Römisch-katholische Landeskirche die Tagung jeweils an drei verschiedenen Daten an. Viele der Teilnehmenden wurden im letzten Herbst neu in der Kirchenpflege gewählt. Bei der Programmgestaltung lag deshalb ein besonderer Akzent auf der Einführung in die Arbeit einer Kirchenpflege.

Zur Diskussion standen Fragen wie etwa: Wie führt man Mitarbeitergespräche? Wie finanziert man einen Neubau? Wie managt man die Finanzen? Unter der Leitung der Theologin und Erwachsenenbildnerin Claudia Mennen machten sich die ehrenamtlichen Behördemitglieder auch Gedanken über ihre Motivation. Die Gründe zur Mitarbeit in der Kirchenpflege waren sehr breit gestreut: "Ich will mich für etwas Konstruktives engagieren" - "Ich will etwas verändern in der Kirche" - "Ich möchte etwas für mich persönlich dazulernen". Otto Wertli, Sekretär der Landeskirche, erläuterte die Struktur und Organisation der Kirche im Aargau. Um auf spezifische Bedürfnisse eingehen zu können, wurden Ateliers zu konkreten "Alltagsfragen" angeboten wie Finanzen, Personalwesen, pastorale und staatskirchenrechtliche Strukturen, Unterstützungsangebote, Arbeitsstellen oder Sitzungsmanagement. Sehr geschätzt wurde auch der Austausch untereinander.

"Ich führe oft Personalgespräche", meinte ein Kirchenpfleger, "und ich bin froh zu hören, welche Erfahrungen andere machen." Eine Kirchenpflegerin, die nicht das erste Mal dabei war, meinte überrascht: "Viele junge Mütter und Väter sind hier. Ich bin erstaunt, wie viele junge Leute interessiert sind, dass es gut weiter geht mit der Kirche. Das macht Mut!" Eine junge Frau zog die Bilanz: "Ich habe durch die Tagung nicht nur viel gelernt, sondern auch gemerkt, dass ich sehr gerne Kirchenpflegerin bin." (07.05.03/mbn/mb)


Kloster Fahr: "Wir sind hier sehr selbständig"
Im kommendem September übernimmt die 38-jährige Ordensfrau Irene Gassmann als Priorin die Leitung des Benediktinerinnenklosters Fahr. Die diplomierte Hauswirtschaftslehrerin lebt seit 1986 im Kloster Fahr und leitete seit 1993 die Bäuerinnenschule des Klosters. Sie wurde im Juni dieses Jahr auf Vorschlag der Klostergemeinschaft Fahr vom Benediktinerabt Martin Werlen, Einsiedeln, zur Priorin ernannt.

Die Frauen im Kloster Fahr seien sehr selbständig, und im Klosteralltag sei heute vieles selbstverständlich geworden, was früher undenkbar gewesen sei. Das sagt die neue Priorin in einem Interview der "Neuen Zürcher Zeitung" vom 12. August 2003. Sie stellt sich dort den Fragen über die Frauenordination, über die Zukunft des Klosters und die Gestaltung des Klosterlebens und schildert ihre Erfahrungen im Kloster. Als Priorin ist Irene Gassmann verantwortlich für Führung und spirituellen Begleitung der Schwesterngemeinschaft, für die Organisation der innerklösterlichen Bereiche sowie für die Vertretung des Klosters in der Öffentlichkeit. (12.08.2003/mb)


Landeskirche mit positivem Rechungsabschluss
Die Römisch-katholische Landeskirche Aargau hat  die Gesamtrechnung 2002 mit einem Mehrertrag von 283'150 Franken abgeschlossen, wie es in einer Medienmitteilung der Landeskirche heisst. Zum positiven Ergebnis beigetragen haben verschiedene Aufwendungen, die niedriger waren als  budgetiert. Dies war der Fall insbesondere beim Finanzausgleich unter den Kirchgemeinden und bei vorübergehend vakanten Stellen. Vereinzelt führten auch höhere Erträge zur positiven Entwicklung. Die meisten Aufwendungen flossen auch im Jahr 2002 in die Spezialseelsorge, rund 29 Prozent des Gesamtvolumens. Der zweitgrösste Aufwandposten entfiel auf die Seelsorge für Anderssprachige. Hier ergab sich ein Mehraufwand von rund 160'000 Franken, der jedoch deutlich unter der Budgetvorgabe von 293'000 Franken blieb. Ein grosser Teil des Mehrertrags aus der Jahresrechnung 2002 fliesst in Rückstellungen für die im letzten Herbst beschlossenen Sanierungsarbeiten am Bildungszentrum Propstei Wislikofen sowie in die Abschreibungen auf Investitionen für das Jugendgruppenhaus "Villa Aarburg". Die Synode wird an ihrer Sitzung am 11. Juni 2003 die Rechnung 2002 beraten und die entsprechenden Beschlüsse fassen. (10.04.03/mbg/mb)


Magden hat eine besondere ökumenische Bibel
Sie wurde von 74 Männern und Frauen aus dem Dorf persönlich von Hand geschrieben. Die neue "Magdener Bibel" enthält alle 89 Kapitel der vier Evangelien. Konfessionsangehörige aus allen drei Landeskirchen machten mit, auch Jugendliche und Pensionierte. Die Gesamtleitung des Projektes hatte der christkatholische Pfarrer Teun Wijker, Magden. Die Anregung stammt aus den Ideen, die eine gesamtschweizerische Arbeitsgruppe zum "Jahr der Bibel 2003" vorgelegtt hatte. Für Teun Wijker war das ein besonderes Erlebnis, wie er im Christkatholischen Kirchenblatt vom 4. Oktober schreibt.

In dem halben Jahr, in dem an der Bibel gearbeitet wurde, sah man Pfarrer Wijker oft mit einer der vier farbigen grossen Arbeitsmappen im Dorf herumgehen. Er instruierte die verschiedenen Scheiberinnen und Schreiber. Es wurde ein von Hand geschöpftes Büttenpapier verwendet, Textvorlage war die ökumenische Einheitsübersetzung. Es musste mit Tinte und von Hand geschrieben werden, Zeilenabstand, Zeilenlänge und Buchstabengrösse waren vorgegeben. Wijker machte viele interessante Begegnungen und hörte von den verschiedenen Erfahrungen bei der Schreibarbeit. Er staunt über das, was am Schluss herauskam. Und die vielen verschiedenen Handschriften hätten zu einer "vielseitigen und wertvollen Gemeinschaftsarbeit" beitragen. Wijker selber hat für das Evangeliar nach der irisch-schottischen Tradition die vier Evangelistensymbole (Engel, Löwe, Stier, Adler) gemalt und kalligrafisch eine Einleitung verfasst, die auch die Teilnehmerliste enthält. Die 495 Seiten wurden schliesslich von einer Buchbinderin von Hand genäht und mit einem kunstvoll gestalteten Ledereinband versehen. Die kostbare Magdener Bibel wurde beim ökumenischen Gottesdienst vom Bettag offiziell eingeweiht. Sie soll von nun an bei jedem ökumenischen Gottesdienst in Magden verwendet werden. In der Zwischenzeit liegt das handgeschriebene Evangeliar abwechslungsweise in einer der drei Kirchen auf, wo es gemäss der eigenen konfessionellen Tradition in der Liturgie in Gebrauch ist. (03.10.03/tw/mb)


Mit dem Sozialpreis verantwortliches Handeln in der Arbeitswelt fördern
Die Aargauer Landeskirchen haben einen "Sozialpreis für eine gerechte Zukunft" lanciert. Sie möchten damit verantwortliches Handeln im Bereich Arbeitswelt und Sozialpartnerschaft fördern. Anwärter für den Preis sind laut Medienmitteilung der Kirchen Unternehmen, Institutionen, Teams oder Einzelpersonen im Kanton Aargau oder mit Bezug zum Aargau, die Pionierhaftes leisten, um dem Gedanken menschlicher Gerechtigkeit und Solidaritätn in der Arbeitswelt Ausdruck zu verleihen. Der Preis ist mit 25'000 Franken dotiert und wird erstmals am Bettag 2004 durch den Sozialrat der Landeskirchen verliehen.

Der Preis wurde am 25. Oktober in Wettingen lanciert zum Abschluss von "WasserZeichen 2003", dem Beitrag der Aargauer Landeskirchen zum 200-jährigen Bestehen des Kantons. Mit der Lancierung zum Abschluss des Jubiläumsjahres wollen die Kirchen sagen, dass sie den Elan des Jubiläums "nicht einfach versickern, sondern nachhaltig weiter fliessen" lassen wollen. Projekte für den Sozialpreis sind bis zum 15. Mai 2004 einzureichen. Informationen und Unterlagen sind erhältlich bei der Geschäftstelle des Sozialrates, Annette Lüthy-Altherr, Eichstrasse 12, 5417 Untersiggenthal, Telefon 056 288 06 52, Mail annette.luethy@bluewin.ch. (26.10.03/al/mb)


Neuer Erwachsenenbildner für das Fricktal
Der Theologe Bernhard A. Lindner (43), Balsthal, übernimmt auf den 1. November 2003 die zur Zeit vakante Stelle der regionalen kirchlichen Erwachsenenbildung für das Fricktal, wie die Landeskirche in einer Medienmitteilung schreibt. Die Stelle wurde zuvor von Susanne A. Birke geleitet, die auf den 1. April dieses Jahres die kirchliche Frauenstelle sowie die Fachstelle "Solidarität" der Römisch-katholischen Kirche im Aargau übernommen hat. Lindner ist in Berlin und bei Köln aufgewachsen und hat in Bonn katholische Theologie und Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung studiert. Nach einer ersten beruflichen Tätigkeit in einem kirchlichen Jugendzentrum arbeitete er im Auftrag der Missionsgesellschaft Bethlehem Immensee während sieben Jahren in Peru. Seit 1995 ist Lindner Pastoralassistent und Gemeindeleiter ad interim in Balsthal. Daneben hat er verschiedene Aufgaben als Kursleiter, Referent und Dozent übernommen. Bis zum definitiven Wohnsitz im Aargau hat der neue Erwachsenenbildner sein Büro im Pfarrhaus Zuzgen, Telefon 062 391 24 42, Mail bernhard.lindner@ag.kath.ch. (13.10.03/lk/mb)


"Auch der Siebte Himmel ist manchmal bewölkt"
In den Beziehungsbildern, die uns heute nicht nur in der Werbung vor Augen geführt werden, geht es um junge Menschen, die meist geradlinig ans Ziel kommen und in der Partnerschaft perfekte Beziehungen haben. Der Beziehungsalltag sieht jedoch anders aus, "auch der Siebte Himmel ist manchmal bewölkt", meinte Niklaus Knecht, Eheberater und Leiter der Arbeitsstelle "Partnerschaft - Ehe - Familie" in St. Gallen. Er wurde von der katholischen Ehekurskommission Aargau nach Aarau eingeladen, um sich in einem Referat und im Gespräch Gedanken über Partnerschaft und Ehe zu machen.

In Anlehnung an Fulbert Steffensky nannte Knecht sechs Gebote zugunsten einer dauerhaften Partnerschaft. So zum Beispiel: Du sollst die Ekstase nicht vergöttlichen - das sei gefährlich, denn auf einfache Dinge zu achten gehöre ebenso zur Liebe wie auch Alltag und Langeweile. Du sollst dich Ganzheitszwängen nicht unterwerfen, sondern den Mut zur Unvollkommenheit haben -  die meisten "Lieben" würden nur halb gelingen, und das sei schon viel. Du sollst nicht knausrig sein in deiner Beziehung und berechnend, sondern grossmutig und nicht Angst davor haben, etwas verlieren zu können. Du sollst deine Unabhängigkeit nicht vergessen, sonst verzichte ich auf die Bereicherung durch die Partnerschaft. Du sollst die Liebe nicht zu einer Privatangelegenheit machen, denn was ich öffentlich zeige, bekommt ein Gesicht dazu sind auch Rituale wichtig, wie das homosexuell veranlagte Menschen heute richtig spüren - man kann in seiner Privatheit auch ersticken. Ihr sollt euch nicht in euch selbst, in eurer Zweisamkeit erschöpfen, denn man könne auf Dauer nur zusammenleben, wenn man mehr wolle als sich selbst - man müsse sich gegenseitig nicht alles sein und bieten wollen, das entlaste. Positiv formuliert nannte Knecht als wichtige Elemente einer Beziehungskultur: Aneinander wachsen, sich gegenseitig akzeptieren mit seinen Grenzen und Schrullen, offen sein für die Andersartigkeit, Treue, bescheiden zur eigenen Bedürftigkeit und zur Ergänzung durch die Partnerschaft stehen, sich Zeit nehmen zum Geniessen, bestandene Probleme als Gewinn betrachten, zur Schuld stehen und verzeihen, sich gegenseitig nicht alles sein müssen. Der Eheberater meinte abschliessend, dass für eine solche Beziehungskultur die christliche Spiritualität, das christliche Menschenbild einen guten Hintergrund geben könne. Es sei eine Spiritualität, die nicht Vollkommenheit fordere, wo Schuld und auch Verzeihen Platz habe und wo vollständige Erfüllung nicht von einem Menschen erwartet werde.

Die kirchliche Ehekurskommission, die den Anlass organisiert hat,  bietet regelmässig Kurse zu verschiedenen Fragen der Partnerschaft und auch zur Vorbereitung der kirchlichen Trauung an. Eine Übersicht über die Angebote ist erhältlich beim Sekretariat des Regionaldekanates, Klosterstrasse 12, 5430 Wettingen, Telefon 056 426 08 71, Mail regionaldekanat@ag.kath.ch. Persönliche Beratung zu Fragen von Partnerschaft und Ehe bieten die regionalen Eheberatungsstellen im Kanton, die auch kirchlich mitgetragen werden. (07.09.03/mb)


Pfarrblatt "Horizonte" mit guter finanzieller Basis
Der Abopreis soll ab 1. Januar 2004 von gegenwärtig 23 auf neu 22 Franken gesenkt werden. Diesen Antrag stellte ein Delegierter an der Delegiertenversammlung der Römisch-katholischen Pfarrblattgemeinschaft Aargau vom 12. Juli in Baden. Angesichts des Mehrertrages von rund 36'000 Franken in der Rechnung 2002 und von 87'000 Franken im Budget 2004 und der gegenwärtig guten Reserve stimmten die Delegierten mit einer Zweidrittelmehrheit der Senkung des Abopreises zu. Bei einem Umsatz von gegen 2,3 Millionen Franken in der Rechnung 2002 ist als Eigenkapital zur Zeit eine Reserve von über 603'000 Franken vorhanden.

Mit dem Beitritt der Kirchgemeinde Brugg/Windisch zur Pfarrblattgemeinschaft anfangs dieses Jahres erscheint das Pfarrblatt "Horizonte" nun mit 13 Regionalausgaben in einer Gesamtauflage von über 104'000 Exemplaren, wie der Präsident der Pfarrblattgemeinschaft, Beat Niederberger, mit Freude feststellte. Auf die Delegiertenversammlung hin traten vier Vorstandsmitglieder zurück: Anna-Maria Rüttimann, Menziken, Edith Rey, Zeihen, Alois Stampfli, Wettingen, Martin Rotzler, Aarau. Neu in den Vorstand gewählt wurden Stephan Heim, Kaisten, und Jürgen Rotner, Neuenhof  für einen der beiden noch freien Sitze wird ein Kirchenpflegemitglied gesucht. Als bisherige Vorstandsmitglieder wurden für die Amtsperiode 2003 bis 2007 einstimmig bestätigt: Beat Niederberger, Bottenwil, Präsident, Margrit Kaufmann, Seon, Vizepräsidentin, Annemarie Frey, Wettingen, Vertreterin des Kirchenrates. (13.06.03/mb)


Pfarrer gehören nicht in den Grossen Rat
Pfarrerinnen und Pfarrer der Landeskirchen sollen in Zukunft nicht mehr im Grossen Rat politisieren dürfen. Das verlangt Benjamin Giezendanner, SVP, Rothrist, in einer Motion vom 21. Januar 2003, wie dem Sitzungsprotokoll des Grossen Rates zu entnehmen ist. Gemäss Unvereinbarkeitsgesetz (§4) dürfen Personen die "in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis des kantonalen Rechts" stehen, nicht dem Grossen Rat angehören. Giezendammer will mit seiner Motion mit den Pfarrerinnen und Pfarrern der Landeskirchen gleichzeitig auch die Lehrpersonen an den Volksschulen dem Unvereinbarkeitsgesetz unterstellen. Der Motionär begründet seine Forderung mit möglichen Interessenkonflikten, mit einer "Privilegienwirtschaft" (Pfarrer und Lehrer hätten bereits von ihrer beruflichen Tätigkeit her genügend Einfluss auf viele Menschen) und zudem sollten sich Pfarrer und Lehrer "nicht politisch betätigen". Die Motion wird von 39 weiteren Ratsmitgliedern unterstützt. Die Pfarrer und Pfarrerinnen der Landeskirchen werden nicht vom Kanton angestellt und bezahlt, sondern von den einzelnen Kirchgemeinden, sie sind als keine "Staatsangestellten". Die Landeskirchen sind zwar öffentlich-rechtlich anerkannte Institutionen, sie sind aber unabhängig vom Staat und unabhängig von der kantonalen Verwaltung. Staat und Kirche sind im Aargau weitgehend getrennt. (31.01.03/mb)


Propstei Wislikofen nach ökologischen Gesichtspunkten saniert
In einem Zeitraum von nur acht Wochen wurde das Bildungszentrum Propstei Wislikofen für 1,4 Mio. Franken saniert. Nach 25 Jahren intensiver Nutzung standen umfangreiche Sanierungen an, wie es in einer Medienmiteilung der Landeskirche heisst. Dabei wurden auch baubiologische und bauökologische Anliegen umgesetzt. Die Genehmigung des Baukredits für die Propstei im November 2002 war für die Landeskirche Anlass, von nun an ihre Bauvorhaben nach baubiologischen und bauökologischen Kriterien auszuführen. Bauökologen haben die Arbeiten auf der Baustelle denn auch periodisch überprüft. Der Schwerpunkt der Sanierung lag auf der Erneuerung von Küche und Klimatechnik. An der Gebäudehülle wurden kaum erkennbare, jedoch physisch spürbare Veränderungen vorgenommen. Mit den neuen Fenstern und dem neu gedämmten Flachdach konnten 70 Prozent der Aussenfläche dieses Gebäudeteiles der aktuellen Energieverordnung angepasst werden. Weil bei der Sanierung der Haustechnik die Verkleidungen entfernt werden mussten, wurden gleichzeitig die Innenräume neu gestaltet.

Die ehemalige Benediktinerpropstei ist seit 1976 das Bildungshaus der Römisch-katholischen Kirche im Aargau. Vom zwölften bis neunzehnten Jahrhundert diente sie den Mönchen des Klosters St. Blasien als Zufluchtstätte. Die Propstei versteht sich heute als Rückzugsort für Einzelgäste oder für Gruppen sowie als Ort der Begegnung, der Besinnung und der Bildung. (12.09.03/blr/mb)


Der Neuauftritt macht die Zusammenarbeit auch optisch sichtbar
"Das Kreuz ist nicht aufdringlich, jeder kann es selber vervollständigen. Und es strahlt in den Kubus hinein." So charakterisierte Regionaldekan Rudolf Rieder das neue Logo für die "Römisch-katholische Kirche im Aargau". Das Logo entstand im Rahmen des neuen optischen Erscheinungsbildes, das an einer Medienkonferenz am 28. Mai in Aarau vorgestellt wurde.

Kircheratspräsidentin Barbara Kühne betonte, dass mit dem Neuauftritt und dem neuen Namen nicht ein neues Gebilde geschaffen wurde. Damit werden lediglich der staatskirchenrechtliche Bereich der Landeskirche mit Kirchenrat, Synode und Kommissionen und der pastorale Bereich des Regionaldekanates mit den Dekanaten und Pfarreien sowie die verschiedenen Fachstellen unter einem Dach zusammengefasst. Auch das sei nur äusserlich etwas Neues, weil bereits eine Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Bereichen bestehe. "Es wird nach aussen sichtbar gemacht, was innen schon längere Zeit so war", fasste Kühne zusammen. Die Landeskirche und das Regionaldekanat würden weiterhin als autonome Institutionen bestehen bleiben.

Ein erstes Beispiel für die Umsetzung des neuen Erscheinungsbildes ist der druckfrische Jahresbericht der Römisch-katholischen Kirche im Aargau, der von Marion Balling, Kommunikationsbeauftragte, den Medien vorgestellt wurde. Der mit vielen Fotos sehr leserfreundlich gestaltete Jahresbericht stellt die Arbeit der verschiedenen Organe vor. Was mit einer Konzeptarbeit vor zwei Jahren begann und nun mit dem Jahresbericht erstmals realisiert wurde, soll nun in den nächsten Monaten auch bei den Fachstellen umgesetzt werden. Ein zweites Beispiel für die "Dacharbeit" der katholischen Kirche im Aargau skizzierte Otto Wertli, Sekretär der Landeskirche: das Projekt "Wirkungsorientierte Pastoral" (WOP). Danach werden zur Zeit die Angebote aller Fachstellen der Landeskirche überprüft, es wird nach Wirkung, Synergien und Erwartungen gefragt. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Pastoralplanung im Aargau, die dann ihrerseits Auswirkung auf die Finanzplanung hat.

Bezug des Jahresberichtes 2002 der Römisch-katholischen Kirche im Aargau: Sekretariat der Röm.-kath. Landeskirche des Kantons Aargau, Feerstrasse 8, Postfach, 5001 Aarau, Telefon 062 832 42 72, Fax 062 822 11 61, E-Mail landeskirche@ag.kath.ch. (28.05.03/mb)


Schwester Iniga geht ins Gefängnis
Die Baldeggerschwester Iniga Affentranger geht regelmässig ins Gefängnis. Sie ist Gefängnisseelsorgerin in der Strafanstalt Lenzburg. In der "Treffpunkt"-Sendung von Radio DRS vom 25. Dezember erzählte sie über ihre Arbeit und ihre Anliegen. Zum Gefängnis in Lenzburg kam sie, weil der Gefängnisdirektor für die freigewordene Stelle eine Frau suchte und bei der Klostergemeinschaft in Baldegg  anfragte. Schwester Iniga lebt seit 34 Jahren im Kloster und unterrichtet am hauseigenen Lehrerinnenseminar Sprachen und an der Krankenpflegeschule Sursee Religion und Allgemeinbildung. Während ihrer Studienzeit in Italien war sie Hospitantin im Gefängnis von Neapel. Die guten Erfahrungen dort motivierten sie, die Teilzeitstelle in Lenzburg anzunehmen. Nun geht sie jede Woche an zwei Nachmittagen und einmal im Monat an einem Wochenende nach Lenzburg. In die geschlossene Strafanstalt  werden rückfällige oder gemeingefährliche Männer zum Strafvollzug eingewiesen.

"Nach beinahe 30 Jahren 'Stummheit' jemanden zu kennen, mit dem ich im Vertrauen sprechen kann, wo alles in Worte gefasst werden kann, ist eine ungeahnte Chance", sagte ihr ein Strafgefangener. Für Schwester Iniga sind das ermutigende Erfahrungen, wie sie im Radio-Gespräch schilderte. Sie trifft sich mit den Gefangenen in ihrem Kleid als Ordensfrau und hört sich ihre Sorgen und Probleme an. Auch Gefangene aus anderen Konfessionen und Religionen kommen bei ihr vorbei. Ob solche Gespräche nicht belastend seien? Sie trage die Anliegen mit sich, schliesse sie ins tägliche Gebet ein, "schlafen kann ich immer gut". Seelsorgegespräche seien eine Form der Schuldbewältigung. Neben den Einzelgesprächen bietet die Baldeggerschwester monatlich einen Wortgottesdienst an. Gefragt aus ihrem Freizeitangebot, das sie zusätzlich macht, sind Meditation, Kreativität und Bibelgespräche. Vor einem Jahr haben die Gefangenen für die Pfarrei Lenzburg einen Adventskalender mit selber geschriebenen Gedichten gestaltet. (28.12.03/jh/mb)


Schwester Irene Gassmann als Priorin im Kloster Fahr eingesetzt

Abt Martin Werlen hat im Benediktinerinnenkloster Fahr Schwester Irene Gassmann am 3. September als neue Priorin in ihr Amt eingesetzt. Abt Martin erklärte anlässlich des feierlichen Gottesdienstes: "Führende sollen - gemäss der Regel Benedikts - Dienende sein. Eine Führungsaufgabe im Kloster ist letztlich ein Gottesdienst." Er übergab der neuen Priorin einen Umschlag "mit Visionen fürs Kloster Fahr - für Frauen, die das Leben lieben. Für eine Gemeinschaft, die unterwegs und suchend ist". Neben Familienangehörigen und Freunden von Priorin Irene nahmen auch die Gemeinderäte von Würenlos AG und von Unterengstringen ZH, der Standortgemeinde des Klosters, an der schlichten Amtseinsetzung teil. Priorin Irene Gassmann ist in ihrer Funktion erste Ansprechperson in persönlichen und spirituellen Anliegen jeder einzelnen der 32 Schwestern des Klosters. Daneben obliegen ihr die organisatorischen und administrativen Aufgaben der Frauengmeinschaft sowie die Vertretung des Klosters in der Öffentlichkeit. Das im Jahre 1130 gegründete Kloster Fahr bildet seit seiner Gründung zusammen mit dem Kloster Einsiedeln ein Doppelkloster das Priorat Kloster Fahr untersteht der Führung des Abts von Einsiedeln. (04.09.03/kipa/mb)


Sensibler werden für die Kinder anderer Religionen
Soll es um den Schulweg oder den Stundenplan gehen, um Sport, Essen und Trinken, Pause, Schulreise, oder um das Jugendfest, religiöse Feiertage, um Haartracht und Bekleidung? Der Aargauer Interreligiöse Arbeitskreis (Airak) organisierte in Brugg einen für alle offenen Gesprächsabend über religiöse Minderheiten an den Aargauer Volksschulen. Man einigte sich schnell darauf, dass die Frage des Religionsunterrichtes im Mittelpunkt stehen soll. Und diese Frage gab einiges zu diskutieren.

Soll auf der Primarstufe zuerst eher die eigene Religion vermittelt und dann auf der Oberstufe das interreligiöse Gespräch angegangen werden? Wenn die Kinder für den Religionsunterricht nach Religionszugehörigkeit getrennt werden, dann bleiben die Nichtchristen ohne Religionsunterricht. Damit würde aber eine wichtige Integrations- und Friedensarbeit versäumt, wurde vorgebracht. Erwünscht ist neben dem religionsspezifischen auch ein gemeinsamer Religionsunterricht. In diesem gemeinsamen Religionsunterricht könnten beispielsweise die Schüler selber einander über ihre Religion, über ihre Feste und ihre Bräuche erzählen. Angesprochen wurden auch Probleme. So sind viele Lehrkräfte auch an der eigenen Religion wenig interessiert. Zudem stehen sie Erwartungen von Seiten der Eltern gegenüber, die sich widersprechen. Am einfachsten ist es dann für die Lehrerinnen und Lehrer, wenn sie die Religion auf der Seite lassen und ethische und kulturelle Fragen behandeln.

Dass der islamische Religionsunterricht ein Reizthema ist, zeigte das Beispiel Turgi, das ausführlicher angesprochen wurde. Dort wurde die Schulpflege von Eltern angefragt, ob ein islamischer Religionsunterricht möglich sei. Die Schulpflege hat das Anliegen daraufhin behandelt und mit dem Kanton besprochen. Bei Gesprächen in der Gemeinde zeigte sich bei einigen Eltern aber Angst vor Fundamentalismus und Fanatismus. Die Schulpflege gab schliesslich grünes Licht unter der Voraussetzung, dass zur Realisierung ein Trägerverein gegründet wurde. In Turgi steht nun die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) dahinter. Wichtig in diesem Falle war, so wurde am Gesprächsabend betont, dass die Eltern die Initiative ergriffen haben. Gelobt wurde der Mut der Schulpflege, die in einem politischen Spannungsfeld stehe.

Klar hervorgehoben wurde aber, so das Fazit des Abends, dass es in jedem Falle gelte, sensibler zu werden für die Situation der Kinder aus anderen Religionen. Beide Seiten müssten Vorurteile ablegen, indem sie einander geduldig Fragen stellen und begegnen und so allmählich erkennen, wer die andern sind. (08.11.03/mh/mb)


Silja Walter wurde Ehrenbürgerin von Würenlos
Die Gemeinde Würenlos hat der seit 1948 im Benediktinerinnenkloster Fahr lebenden Ordensschwester Maria Hedwig, besser bekannt als Schriftstellerin unter ihrem ursprünglichen Namen Silja Walter, an der Gemeindeversammlung vom Juni das Ehrenbürgerrecht verliehen. Für die 1100-Jahr-Feier der Gemeinde im Jahr 1970 verfasste die Schriftstellerin ein "Mysterienspiel". Der Kontakt zwischen ihr und dem Dorf sei in den letzten 33 Jahren nie mehr abgebrochen, schreibt der Würenloser Gemeinderat dazu.

Das literarische Lebenswerk von Silja Walter wird neu in einer Gesamtausgabe präsentiert. Die Schriften in den zehn Bänden, herausgegeben von Ulrike Wolitz, sind nach literarischen Gattungen aufgeteilt enthalten sind darin auch bisher unveröffentlichte Werke. Silja Walter, 1919 in Rickenbach bei Olten geboren, schreibt Lieder, Hymnen, Gebete, Schauspiele, Meditationen sowie Oster- und Pfingsterzählungen. Sie malt auch Pastellkreidebilder. Für ihre literarische Arbeit wurde sie mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. (11.08.03/kipa/mb)


Susanne Andrea Birke leitet neu die Frauenstelle
Die 35-jährige Theologin Susanne Andrea Birke war seit gut einem Jahr kirchliche Erwachsenenbildnerin der Region Fricktal. Ab 1. April übernimmt sie neu die Frauenstelle, eine Fachstelle der kirchlichen Erwachsenenbildung der römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Aargau. Wie ein roter Faden durchzieht die Frauenarbeit das Leben der jungen Theologin. Während des Studiums in Tübingen und Freiburg i.Ue. organisierte sie femistisch-theologische Lehraufträge, gründete eine Frauenliturgiegruppe, arbeitete in einer Organisation gegen den Frauenhandel und war Seelsorgerin in Frauengefängnissen. Bei ihren Auslandaufenthalten in Mexiko, Jamaika und Südafrika hatte sie Kontakte zu Frauenprojekten. Als Erwachsenenbildnerin der Region Fricktal arbeitet sie bereits mit der bisherigen Leiterin der Frauenstelle, Regula Haag, im Projekt "gerecht haushalten" zusammen. Das Projekt befasste sich mit der Nord-Süd-Gerechtigkeit und mit der "Gendergerechtigkeit". Als gleichzeitige Leiterin der Fachstelle "Solidarische Welt" ist ihr dieser Bereich ein besonderes Anliegen. Wichtig ist ihr in der neuen Arbeit auch, dass die Frauenstelle weiterhin für Kirchennahe wie für Kirchenferne da ist. In den nächsten Wochen werden als Erstes die Vorbereitungen zum Aargauer Frauenkirchenfest vom August 2003 anstehen. Susanne Andrea Birke hat ihr Büro an der Klosterstrasse 12 in Wettingen, Telefon 056 427 01 50, Mail susanne.birke@ag.kath.ch.  (31.03.03/prm/mb)


Synodesitzung vom 5. November: Revision des Organisationsstatutes
Die Revision des Organisationsstatutes wird das Haupttraktandum der Synodesitzung der Römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Aargau vom 5. November 2003 in Aarau sein. Die Synode ist das kirchliche Parlament und zählt 200 Mitglieder. Das Organisationsstatut , eine staatskirchenrechtliche Verordnung, legt die Grundzüge der Struktur und der Organisation der Landeskirche und der Kirchgemeinden fest. Zur Diskussion stehen bei der Revision unter anderem das Stimm- und Wahlrecht für Ausländerinnen und Ausländer, das Stimmrechtsalter, die Grösse der Synode und die Frage der Organisation von Seelsorgeverbänden.

Neben dem Organisationsstatut als Schwerpunkt werden an der Synodesitzung noch weitere Themen verhandelt. So etwa der Bericht und der Antrag für einen Verpflichtungskredit zum Ausbau des Dachgeschosses der Sekretariatsliegenschaft an der Feerstrasse in Aarau. Für Kirchenrat Peter Vonlanthen, Baden, der aus beruflichen Gründen seinen Wohnsitz in einen anderen Kanton verlegt, muss ein neues Mitglied in den Kircherat gewählt werden. Vonlanthen betreute das Ressort Finanzen und Liegenschaften. Beim Budget für 2004 unterbreitet der Kirchenrat der Synode einen Voranschlag in der Höhe von 13,5 Mio. Franken, rund 2,5 Prozent höher als im Vorjahr. Die Erhöhung ist hauptsächlich auf zusätzliche Abschreibungen beim Jugendgruppenhaus Villa Jugend Aarburg und beim Bildungshaus Propstei Wislikofen sowie auf mehr Mittel im ordentlichen Finanzausgleich zurückzuführen. Der Zentralkassenbeitragssatz kann von 2,70 auf 2,65 Prozent reduziert werden.

Die Synodesitzung findet am Mittwoch, 5. November um 13.30 Uhr im Grossratsgebäude in Aarau statt. Die Sitzung ist öffentlich und kann von Interessierten von der Zuschauertribüne aus verfolgt werden. (15.10.03/lk/mb)

Die Traktanden der Synodesitzung vom 5. November 2003
(Unterlagen zum Download, PDF-Dokumente)

  1. Protokoll der Synode-Sitzung vom 11. Juni 2003
  2. Validierung von Wahlen in die Synode
  3. Ersatzwahl in den Kirchenrat
  4. Mitteilungen des Kirchenrates
  5. Verpflichtungskredit Umbau Dachgeschoss   (Bericht und Antrag) 
  6. Revision des Organisationsstatutes der Röm.-kath. Landeskirche des Kantons Aargau - erste Beratung  (Bericht und Antrag)  (Synopse)
  7. Verschiedenes


Theologiepreis für die Maturandin Nicole Frei
Die Kantonsschülerin Nicole Frei, Tägerig, hat im Rahmen ihrer Maturaarbeit die letztjährige Weihnachtsfeier der Kantonsschule Baden gestaltet. Für diese Arbeit wurde sie mit dem neuen "Basler Theologiepreis" ausgezeichnet. Der Preis wird von den reformierten Nordwestschweizer Landeskirchen (AG, BL, BS, SO) und der theologischen Fakultät der Universität Basel gestiftet und ist für hervorragende Maturaarbeiten aus dem Themenbereich Ethik, Religion, Theologie oder Kirche vorgesehen.

Die religiösen Angebote an den Aargauer Mittelschulen sind immer ökumenisch ausgerichtet. An der Feier, die Nicole Frei plante und leitete, wirkten rund 80 Personen mit. Die Kantonsschülerin stellte Texte aus fünf Weltreligionen zum Thema "Licht" zusammen. Im Mittelpunkt der Feier standen zweisprachige Lesungen aus den verschiedenen Religionen. Neben Hebräisch waren Texte in Vedisch, Sanskrit, Arabisch und Griechisch, umrahmt von klassischer Musik und Chorgesang, zu hören. Anschliessend an die Feier wurden den Teilnehmenden traditionelle Speisen aus dem Umfeld des Islam, des Judentums, des Christentums, des Hinduismus und des Buddhismus angeboten. Nicole Frei dokumentierte den Anlass zusammen mit dem Klarinettenlehrer Georges Müller, der die Maturaarbeit von Seiten der Kantonsschule Baden begleitete. In allem kam das Anliegen der Maturandin deutlich zum Tragen, und in der Tradition des "Weltethos" des Tübinger Theologen Hans Küng stehend verdeutlichte Nicole Frei: "Die Weltreligionen sind sich ähnlicher als es manche denken. Man sollte die Gemeinsamkeiten und nicht die Unterschiede betonen." Die Maturandin hat sich an der Universität Zürich für Geschichte und Theologie eingeschrieben, aber auf die Studienpläne soll der Preis keinen Einfluss gehabt haben, wie die junge Studentin betonte. (26.08.03/pze/mb)


Thomas Markus Meier ist neuer Erwachsenbildner der Region Aarau
Auf Beginn dieses Jahres hat Thomas Markus Meier neu für den zurückgetretenen Peter Zürn die kirchliche Erwachsenenbildungsstelle im Dekanat Aarau übernommen. Das Dekanat Aarau umfasst die Region Aarau, Lenzburg, Schöftland und Zofingen. Der 37-jährige Theologe war früher Primarlehrer und arbeitete zuletzt als Pastoralassistent in Schwarzenburg BE. Er hat sein Büro an der Feerstrasse 8 in Aarau. Eine seiner Hauptaufgaben sieht der neue Erwachsenenbildner darin, "Grunddienstleistungen in Sachen Erwachsenenbildung für die Pfarreien" anzubieten, wie die Römisch-katholische Landeskirche in einer Medienmitteilung schreibt. Die Begleitung von Pfarreiratsmitgliedern gehört für ihn ebenso dazu wie die Unterstützung der Frauen, die im Hausgruppenunterricht ("Hausunti") mitarbeiten oder die Bibelabende in Pfarreien. Darüber hinaus möchte er verstärkt gesellschaftliche und kulturelle Themen, "die in der Luft liegen", aufgreifen. Besonders engagieren will sich der Theologe im interreligiösen Dialog. Aus Studienzeiten in Jerusalem und Istanbul kennt er die Probleme beim Zusammentreffen verschiedener Kulturen und Religionen. Mit Meier sind alle regionalen kirchlichen Erwachsenenbildungsstellen im Aargau wieder besetzt. Für die Dekanate Baden, Brugg und Zurzach ist Angelika Imhasly zuständig, für die Dekanate Bremgarten, Muri und Wohlen Jörg Trottmann und für das Dekanat Fricktal Susanne Andrea Birke. (24.01.03/mb)


Wasser - ein Bilderdialog zwischen Nord und Süd
Die Ausstellung "An fremden Wassern" ist mit den Fotos von Naem Mohammad und Peter Stäger eine Art Bilderdialog zwischen Nord und Süd. Der Schweizer Fotograf Peter Stäger aus Villmergen, heute in Zürich, verbrachte zwei Wochen in Velingara, Senegal. Beim Zusammenleben mit seiner Gastfamilie hat er den Alltag im Dorf realitätsnah eingefangen. Seine Bilder zeigen, was es mit sich bringt, wenn rund 4000 Menschen aus einem Umkreis von 20 Kilometern an einem Wasserdepot zusammenkommen. Im Gegenzug bannte der pakistanische Fotograf Naem Mohammad, heute in Aarau, Wasser im Aargau in zahlreichen Varianten ins Bild. Während vier Monaten reiste er zu Fuss, auf dem Velo, im Zug und im Bus durch den Kanton. Mit einem feinem Sensorium macht er mit seinen Bildern auf Widersprüche in unserem verschwenderischen Umgang mit Wasser aufmerksam und lässt sichtbar werden, wie reglementiert und eingeengt der scheinbar freie Fluss des Wassers in der Schweiz ist. Die Ausstellung, realisiert von der Aargauer Landeskirchen in Zusammenarbeit mit den Hilfswerken Heks und Caritas Schweiz, wurde am 11. April im kirchlichen Zentrum in Widen, Mutschellen, eröffnet. Sie ist dort im Rahmen des Jubiläumsprojektes "Wasserzeichen 2003" bis zum 22. April zu sehen. Die Wanderausstellung wird anschliessend an 14 weiteren Orten im Aargau gezeigt. (11.04.03/prm/mb)


Wie wird die Geburt in verschiedenen Religionen begleitet?
Auf den ersten Blick gibt es einige Gemeinsamkeiten in der Art und Weise, wie in verschiedenen Religionen und Kulturen Schwangerschaft und Geburt begleitet werden. Doch beim Umgang mit dem Neugeborenen gibt es interessante Unterschiede. Das machte die interreligiöse Begegnung "Willkommen im Leben!" am 6. Mai im Kantonsspital Baden deutlich. Vertreterinnen aus dem Islam, dem Christentum, dem Judentum und dem Hinduismus erzählten von ihren Erfahrungen als Mutter und erläuterten Hintergründe. Organisiert wurde der Informationsabend vom Aargauischen Interreligiösen Arbeitskreis Airak in Zusammenarbeit mit der Spitalseelsorge Baden. Als Veranstaltungsort wurde bewusst das Spital ausgewählt, weil sich hier Menschen verschiedener Religionen täglich begegnen und die meisten Frauen ihre Kinder im Spital gebären.

Gemeinsam ist den genannten Religionen, dass das neue Leben mit Zeichen der Freude, der Ehrfurcht, der Dankbarkeit und auch der Achtsamkeit empfangen wird. Der Mutter gegenüber wird in allen Religionen eine grosse Wertschätzung gezeigt. Nach den ersten Wehen, so schilderte Nusreta Puric, Muslima aus Bosnien, wird der Mutter Wasser zum Trinken gereicht, verbunden mit einem Koranspruch. Nach der Geburt wird das Kind gewaschen, neue Kleider werden angezogen, in das Ohr wird ihm ein Gebetsruf geflüstert. Den Namen erhält das Kind eine Woche später. Die Knaben werden meistens kurz nach der Geburt beschnitten, manchmal auch erst später im Alter zwischen 4 und 10 Jahren. Die Beschneidung bietet Schutz vor Infektionen und ist auch ein religiöses Zeichen. Nach 7 Tagen oder nach 18 Monaten ist es Brauch, die Haare des Kindes in Gold oder Silber aufzuwägen und das Geld den Armen zu geben. In der islamischen Kultur wird gewünscht, dass das Kind zwei Jahre lang gestillt wird, es sei für das Kind die beste Nahrung und fördere zudem den Hautkontakt.

Jürg Blösch, Spitalseelsorger in Baden und Vertreter des Christentums, schilderte seine "Geburts-Erfahrungen" als Vater. Die religiöse Begleitung in das Leben, ergänzte er, werde mit der Taufe ausgedrückt, mit dem Wasser als Zeichen des Lebens und mit der Taufkerze als Licht auf den Lebensweg.

Ruth Gellis, Leiterin einer jüdischen Schule in Zürich, betonte die jüdische Überzeugung, dass bei der Zeugung eines Kindes drei beteiligt seien: Gott, der Mann und die Frau. Damit werde bewusst gemacht, dass das Werden menschlichen Lebens etwas Besonderes sei und nicht allein von den Eltern abhangen würde. Bei der Geburt seien die Männer meist dabei, würden sich aber bei Blutungen zurückziehen, weil die Frau dann geistig als "unrein" gelte. Aus dem gleichen Grund gehen die Männer in dieser Zeit mit Berührungen und Zärtlichkeiten eher auf Distanz. Acht Tage nach der Geburt werden die Knaben beschnitten und erhalten dabei den Namen, gefeiert in einem Fest mit Verwandten und Freunden. Mädchen werden (wie im Islam) nicht beschnitten, aber es findet ebenfalls ein Fest statt. Den Namen erhält das Mädchen, wenn die Mutter mit ihm zum ersten Mal in die Synagoge geht.

Nasma Scheibler-Shresta, Hindu, in Nepal aufgewachsen, lebt heute in der Schweiz und gibt Kurse für Babymassage - sie hat dazu auch ein Buch geschrieben. In der Schweiz, wo sie ihr erstes Kind zur Welt brachte, erlebte sie vieles anders. So vermisste sie die Babymassage, ein in ihrer Tradition sehr zentrales Element in der Begleitung des Neugeborenen. Bis zur Geburt arbeitet in Nepal eine schwangere Frau normal im Haushalt, es gibt keine spezielle Geburtsvorbereitung für die Frau. Die schönste Zeit erlebe die Frau nach der Geburt, schilderte die Nepalesin. Drei Monate lang darf sie im Haushalt nicht mehr arbeiten, das ist Sache der übrigen Familienmitglieder, sie kann sich mit dem Kind auch anderswohin zurückziehen. In der ersten Woche nach der Geburt darf das Kind nicht fremden Personen gezeigt werden, Mutter und Kind sollen nicht "exponiert" werden. Am Schluss dieser Zeit findet eine religiöse Reinigungszeremonie statt, erst dann darf das Kind Verwandten und Bekannten gezeigt werden. Den Namen erhält das Kind später, zuerst soll die Mutter die Persönlichkeit des Kindes herausspüren können. Dann geht sie zum Astrologen, der nach dem Mondkalender und aufgrund der Persönlichkeit des Kindes den Namen und den Geburtstag bestimmt. Sehr zentral in der Begleitung nach der Geburt ist die Babymassage. Während drei Monaten oder länger werden Mutter und Kind regelmässig massiert. Für das Kind soll damit ein Willkommen ausgedrückt und Vertrauen aufgebaut werden. Ein weiteres wichtiges Ritual findet später beim Abstillen statt, ein wichtiger Moment der "Trennung" von der Mutter. (08.05.03/mb)

 

 

 

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