"Borderwalk" macht die Armut zum öffentlichen Thema
"Borderwalk" – so heisst eines der zehn Jubiläumsprojekte, das der Kanton Aargau mit den beiden kirchlichen Hilfswerken Caritas und Heks in diesem Jahr umsetzen wird. Das Projekt, am 20. März den Medien vorgestellt, will die Armut im Kanton enttabuisieren und zu einem öffentlichen Thema machen.
In der ersten Phase wird die Bevölkerung für die neue Armut sensibilisiert: An elf Tagen in den Monaten April bis Juni werben eine Schauspielerin, eine Sängerin und ein Sänger sowie ein Akkordeonist an publikumsintensiven Orten für das Projekt. Weiter wird mit Plakaten und Postkarten auf "Borderwalk" hingewiesen. In der Woche vom 14. bis 19. September steht Wandern auf dem Programm. Mit Wandern soll Solidarität mit den von der neuen Armut betroffenen Menschen ausgedrückt werden. Inhalte, Lösungsansätze und Ansprüche der Armen würden so zu einem öffentlichen Thema gemacht, erklärte Staatsschreiber Marc Pfirter, der Leiter des Gesamtprojektes Kantonsjubiläum 2003. Bei den Wanderungen, zu denen auch die Bevölkerung eingeladen ist, werden weitere thematische Impulse vermittelt und am Zielort sozial relevante Projekte ausgezeichnet. Nach Regierungsrat Kurt Wernli, Chef des Departements des Innern, ist die "Neue Armut" auch im Aargau eine Tatsache. Arm sein heisse: Vereinsamung, Scham, Stress bei der Geldbeschaffung, oft Krankheit, Demütigung, Ausschluss von vielen gesellschaftlichen Aktivitäten. Die Vertreter der beiden Hilfswerke betonten an der Medienkonferenz, dass das Engagement auch nach dem Jubiläumsjahr 2003 fortgeführt werden soll. (21.03.03/kipa/mb)
"Borderwalk": Der Armut im Aargau auf der Spur
Die beiden kirchlichen Hilfswerke
Caritas Aargau und Heks Aargau/Solothurn gehen zusammen mit dem Kanton Aargau für einmal einen besonderen "Weg", um der Armut auf der Spur zu sein. Anlass für das Projekt ist das Kantonsjubiläum. Auf einer Wanderung durch den Aargau soll ein grösserer Kreis für die Armutsproblematik sensibilisiert und eine Zeichen der Solidarität gesetzt werden. Das Projekt heisst "Borderwalk" und führt mit einer Wanderung von Zofingen (14. September) über Reinach (15. September), Muri (16. September), Spreitenbach (17. September) und Döttingen (18. September) nach Stein (19. September). An jedem Etappenort wird ein Programm angeboten mit Musik, einem "thematischen Intermezzo" zum Thema Armut und der Auszeichnung eines Projektes, das gute Ideen vorlegt, um die Armut lokal oder regional wirkungsvoll zu bekämpfen. Die Ideen wurden zuvor in einem Wettbewerb zusammengetragen und von einer Jury ausgewählt. Im Vorfeld der Wanderung traten Künstlerinnen und Künstler mit Musik in den elf Bezirken des Kantons auf, um auf ihre Art darauf hinzuweisen, dass auch im Aargau Menschen an und unter der Armutsgrenze leben.
Zur Wanderung vom 14. bis 18. September 2003 sind alle Interessierten eingeladen - eine Anmeldung ist nicht nötig (ausser für grössere Gruppen). Es ist auch möglich, bloss an einer einzelnen Etappe oder an der Veranstaltung am Etappenort in der Nähe (etwa 18 bis 21 Uhr) teilzunehmen. (09.09.03/mb)
"Perspektiven 2005" steht im Zeichen des Dialogs auf allen Ebenen
Die für 2005 in Baden-Wettingen geplante Veranstaltung "Perspektiven im Bistum Basel" soll im Zeichen des Dialogs auf allen Ebenen des Bistums stehen. Das sagte Prof. Carl August Zehnder, Würenlos, Präsident der Vorbereitungsgruppe, an der Sitzung des Diözesanen Seelsorgerates. Der Seelsorgerat tagte am 21. und 22. November in der Propstei Wislikofen und befasste sich neben der Veranstaltung im Raum Baden-Wettingen auch mit der Arbeit des Gremiums nach der "Grossräumigen Regionalisierung" des Bistums.
Zehnder erläuterte Zielsetzung, Struktur und Gesamtablauf der "Perspektiven"-Veranstaltung. Die Arbeit geschehe nicht in einer grossen Versammlung, sondern nach Themenkreisen in zehn bis fünfzehn Gruppen. Jede Themengruppe bearbeitet unabhängig einen Themenkreis. Die Themenkreise sollen aktuelle und wichtige Problempunkte und Anliegen der Bistumskirche Basel aufnehmen, und zwar solche, bei denen eine Chance bestehe, in Zusammenarbeit mit der Bistumsleitung in nützlicher Frist echte Reformschritte anzugehen, wie der Präsident der Vorbereitungsgruppe betonte. Die Themen werden bereits im Jahr 2004 in einem offenen Prozess ermittelt und ausgeschrieben. Auch der Diözesane Seelsorgerat sei eingeladen sich an diesem Prozess mit Themenvorschlägen zu beteiligen und weitere Kreise zur Mitwirkung zu motivieren.
Der Diözesane Seelsorgerat ist auf Bistumsebene ein Beratungsorgan des Bischofs und repräsentiert die Pfarreimitglieder des Bistums. Der Rat, der aus Laien besteht, erörtert insbesondere aktuelle seelsorgerliche Fragen und informiert den Bischof über Meinungen und Wünsche der Gläubigen. Vertreter der Bistumsregion Aargau sind: Vernerio Braun, Boniswil, Maria Bütler, Wohlen, Röbi Hug, Villmergen, Josef Dickerhof, Rudolfstetten/Friedlisberg (Ersatzmitglied), Pera Lukic, Aarau (Vertreterin Fremdsprachige). (27.11.03/he/mb)
"Tunnel-Gottesdienst" zum Baregg-Fest
Der
Gottesdienst in der Tunnelröhre mit den dortigen "Ortsbezügen" zum Leben ist
eine besondere Herausforderung. Dort, wo bald unzählige Autos vorbeirasen, laden
die reformieren und katholischen Kirchen der angrenzenden Gemeinden (Baden,
Wettingen, Neuenhof, Fislisbach, Birmenstorf) mit einem ökumenischen
Gottesdienst zu einem besinnlichen Halt ein. Der für einen Gottesdienst
aussergewöhnliche Ort ist voller Symbole für unser Leben: Wir sind ständig
unterwegs, geraten manchmal ins Stocken, müssen einen Gang zurückschalten, und
wir erleben, wie Licht am Ende des Tunnels sichtbar wird, wie wir wieder frei
atmen können und sich neue Horizonte öffnen. Unter dem Stichwort "Unterwegs zum
Leben" greifen die Seelsorgerinnen und Seelsorger auch Fragen zur
Schnelllebigkeit und zunehmenden Mobilität auf. Der "Tunnel-Gottesdienst" im
Rahmen des grossen dreitägigen Baregg-Festes findet am Sonntag, 18. Mai, um
10.30 Uhr im Ostportal des neuen Autobahntunnels (Seite Neuenhof) statt.
Extra-Busse bringen die Gottesdienstbesucher gratis zum Tunnelportal: RVBW Bus
2, Abfahrt um 9.50 Uhr ab Baden Bahnhof Ost. (16.05.03/ria/mb)
"Wasser ist Leben" - ein szenisches Fest zum
Kantonsjubiläum
Am Wasserfest feiern Musiker und Sängerinnen, ein
Wasserchor und alle, die zum Spiel kommen. Das szenische Fest unter der Leitung
von Toni Schmid, Aarau, hat den Titel "Wasser ist Leben". Die
unterhaltend-besinnliche Begegnung ist ein "Geschenk" der drei Landeskirchen
anlässlich des Kantonsjubiläums an alle Menschen im Aargau.
Am Fest
werden Melodien des Wassers gesungen und gespielt. Gesucht wird das "lebendige"
Wasser. Per SMS und Flaschenpost teilen die Mitwirkenden mit, was sie bewegt. Im
Zentrum steht ein symbolischer Brunnen sowie eine Frau und ein Mann - ausgehend
von der biblischen Erzählung von der Begegnung am Jakobsbrunnen: Mann und Frau,
einheimisch und fremd, jung und alt, Gott und Mensch, Trauer und Hoffnung, Tod
und Leben, sie können sich hier begegnen. Der Anlass ist der festliche Teil des
Projektes
"WasserZeichen 2003", mit dem die Kirchen im Jubiläumsjahr des
Kantons Aargau präsent sind.
Die Aufführungen: 16. August, 20 Uhr,
katholische Kirche Suhr 22. August, 20 Uhr, katholische Kirche St. Anton
Wettingen 23. August, 20 Uhr, reformierte Kirche Schinznach-Dorf 24. August,
10.30 Uhr, reformierte Kirche Schinznach-Dorf 21. September, 10 Uhr,
Steinlihalle Möhlin. Eingeladen zum Wasserfest sind alle. Als "Eintritt" bringen
die Besucherinnen und Besucher ein Glas Wasser mit oder kaufen es für fünf
Franken beim Eintritt. (12.08.03/ria/mb)
"Wasser ist Leben" wurde zu einem tiefen
Erlebnis
In der fast vollen katholischen Kirche Suhr fand am 16.
August die erste Inszenierung von "Wasser ist Leben" statt. Das szenische Spiel
ist der festliche Höhepunkt der Beiträge "WasserZeichen 2003" der Aargauer
Landeskirchen zum Kantonsjubiläum.
Am "Brunnen" begegneten sich in einer
multimedialen Form Mann und Frau, ein leicht überforderter Sigrist, der bewegte
Wasserchor und alle Besucherinnen und Besucher. In Eis erstarrte Gestalten
wandeln sich von Szene zu Szene, bis sie sich in neu gefundener Beziehung
gegenseitig Wasser und damit Leben schenken. Dazwischen steht eine intensive
Folge szenischer, musikalischer und gesanglicher Auseinandersetzung, in welcher
der Wasserchor und die in verschiedensten Stimmungen sehr präsenten Solisten
überzeugten. Das intensive, unterhaltend-besinnliche Spiel wurde durch das
Mitwirken aller Anwesenden bei der Wassermusik und beim Senden von
Kurzmitteilungen (SMS) zu einem tiefen Erlebnis. Nicht zuletzt die eigens von
Rafael Baier für dieses Fest komponierte Musik vermochte viele zu begeistern. Am
fröhlichen Nachfest auf dem prächtig gestalteten Kirchenplatz erlebten alle
Beteiligten, wie sich "Wasser" in "Wein" verwandelte: geteiltes Leben, das
weiterführt zum lebendigen Wasser.
Weitere Aufführungen: 22. August, 20
Uhr, katholische Kirche St. Anton Wettingen 23. August, 20 Uhr, reformierte
Kirche Schinznach-Dorf 24. August, 10.30 Uhr, reformierte Kirche Schinznach-Dorf
21. September, 10 Uhr, Steinlihalle Möhlin. Eingeladen zum Wasserfest sind alle.
Als "Eintritt" bringen die Besucherinnen und Besucher ein Glas Wasser mit oder
kaufen es für fünf Franken beim Eintritt. (18.08.03/ria/mb)
Ein
weiterer und ausführlicher Bericht zum szenischen Spiel:
Wenn der Sigrist baden geht...
Das szenische Spiel "Wasser ist Leben" kam gut an
Das szenische Spiel zum Thema "Wasser", festlicher
Höhepunkt der Beiträge der drei Aargauer Landeskirchen zum Kantonsjubiläum,
fand an vier Inszenierungen in Suhr, Wettingen und Schinznach-Dorf ein
begeistertes Publikum. Die mit Witz, Phantasie und auch einer Portion Charme
gespickte Inszenierung nahm den kirchlichen Alltag aufs Korn, ohne bösartig zu
sein. Das kam an.
Es war kein leichtes Unterfangen, was sich die
Landeskirchen zum Kantonsjubiläum vornahmen. Die Crew um Projektleiter Toni
Schmid wollte eine Produktion auf die Beine stellen, die inhaltlich und in ihrer
Form einen breiten Publikumsgeschmack traf – schliesslich war es der Beitrag zum
Kantonsjubiläum. Dennoch durfte die Inszenierung weder bieder noch gewöhnlich
daher kommen. Es sollten Musik und Theater dabei sein, es standen vor allem
Laien im Vordergrund, und dann musste es auch noch etwas mit Kirche zu tun
haben. Das sind eigentlich die Ingredienzen eines von Anfang an zum Scheitern
verurteilten Projektes. Nicht so beim szenischen Spiel "Wasser ist
Leben".
Entstanden ist ein unterhaltendes, sinnliches und mehrschichtiges
Spiel um das Thema "Wasser". Es bot für jeden Geschmack etwas: optische und
akustische Erlebnisse, kabarettistische Einlagen, Musical-Passagen und anderes
mehr – ein Multimedia-Spektakel, das auch die Zuschauer mit einbezog. Sie
durften zum Beispiel so richtig herzhaft durch einen Strohhalm ins Wasserglas
blasen oder halb gefüllte Weingläser zum Klingen bringen (als Begleitung des
Saxophons in der Wassermusik) und ihr Handy für einmal in der Kirche extra
einschalten, um ein persönliches SMS zu verschicken, das später auf die Leinwand
projiziert wurde.
Die Inszenierung um das vordergründige Hauptthema
"Wasser" in all seinen Formen und Bedeutungen liess viel Platz für persönliche
Gedanken und Interpretationen. Da ging es um Ökologie, um Rücksichtnahme und
Toleranz, um Anerkennung und Wertschätzung, um Beziehungen – und um das
Verhältnis von Mann und Frau.
Erzählt wird in verschiedenen Szenen die
Begegnung von Jesus mit der samaritanischen Frau an einem Brunnen, aus dem er um
Wasser bittet, überzeugend gespielt von Pius Schürmann und Ursula Wark. Als
anfänglich zu Eis erstarrte Figuren wandeln sich die beiden Protagonisten im
Laufe des Stücks zu modernen Musical-Stars und zu einem
schmachtend-gefühlsbetonten Latino-Tanzpaar, dessen Beziehung von Erotik und
Gewalttätigkeit geprägt ist. Erst in der letzten Szene entdecken die beiden ihre
Beziehung zueinander neu und schenken sich gegenseitig Wasser und damit
Leben.
Zwischen den einzelnen Szenen hatte ein etwas überforderter
Sigrist Gelegenheit, über Gottesdienste und kirchliche Angestellte zu
lamentieren. Albrecht Haldimann in der Rolle des Sigristen traf die Seele seines
Publikums, wenn er sich über das Kasperlitheater seines Pastoralassistenten
ausliess. Der hatte sich vor kurzem nämlich eingebildet, dass alle
Gottesdienstbesucher einen Stein als Andenken mit nach Hause nehmen sollten. Und
er, der Sigrist, musste die Steine erst einmal beschaffen und in die Kirche
schleppen. "Das ist keine Ordnung mehr", beschwerte sich der Sigrist. "Aber das
heisst heute ja auch gar nicht mehr Ordnung. Heute heisst das Struktur. Von
Ordnung spricht nur noch die Putzfrau – und der Sigrist." Und dennoch ist er
nicht nur Kritikaster, sondern auch Kirchgänger mit Leib und Seele,
vordergründig leidend, im Innern aber entflammt vom Gesehenen. Und so kam es,
wie es kommen musste: Es war der Sigrist, der ewige Nörgler und Stänkerer, der
am Ende des Stückes – ergriffen von der Inszenierung – im Planschbecken im
"Lebenswasser" badete.
Ruhig, aber sehr präsent begleitete ein bewegter
Wasserchor die Auseinandersetzung von Mann und Frau. Mit choreografisch
raffinierten Mitteln zaubern die über 20 Chormitglieder immer wieder sinnliche
Stimmung auf die Bühne. Zu einem intensiven Erleben wurde das szenische Spiel
nicht zuletzt durch die SMS-Mitteilungen, mit denen Besucherinnen und Besucher
im Laufe des Abends ihre ganz persönliche Beziehung zum Wasser beschrieben. Auf
jeden Fall entliess das Projekt unter der Regie von Markus Furrer und mit der
eigens dafür komponierten Musik von Rafael Baier ein ebenso nachdenkliches wie
begeistertes Publikum.
Einen besonders festlichen Rahmen für die
Aufführungen hatte die Kirchgemeinde Schinznach organisiert. Sinnig, stimmig und
beinah ausgelassen fröhlich feierten die vielen Menschen aller Generationen in
den für den Verkehr gesperrten Strassen rund um die reformierte Kirche weiter.
Djembaklänge lockten zum Wassertanz, Schiffchen schaukelten in Wasserrinnen, aus
Kübeln und Becken liessen sich Kaskaden von Seifenblasen herauspusten. Der
Wymbawayachor bezauberte mit afrikanischen Liedern, im Kreis für meditatives
Tanzen war das Publikum willkommen, und in der ganz besonderen Festwirtschaft,
wo geteilt wurde, was jeder mitgebracht hatte, sass man noch bis Mitternacht
beisammen.
Weit über 1'000 Personen haben an den vier
Inszenierungen teilgenommen. Damit ist das szenische Spiel "Wasser ist Leben"
zum Höhepunkt geworden, der ihm innerhalb der Beiträge der Aargauer
Landeskirchen zum Kantonsjubiläum "WasserZeichen 2003" zugedacht war. Einmal
noch kann man dieses Spiel miterleben, am Bettag,㺕. September, um 10 Uhr in der
Steinlihalle in Möhlin.
Thomas Compagno, ria
"WasserZeichen 2003" mit einer ansprechenden Zeremonie
eröffnet
In Turgi, wo drei wichtige Flüsse des Kantons
zusammenfliessen, wurde am 15. April das
"Wasserzeichen
2003" eröffnet. Unter dem Dach "WasserZeichen 2003" bieten die drei Aargauer
Landeskirchen verschiedene Anlässe zum Jubiläumsjahr "200 Jahre Kanton Aargau"
an. Der Startevent wurde bewusst in der Karwoche angesetzt, damit das Thema in
der Liturgie der Osternacht in den Pfarreien aufgenommen werden kann. Gegen 140
"Wasserträgerinnen" und "Wasserträger" haben zur Eröffnung aus den Quellen,
Bächen oder Brunnen ihrer Kirchgemeinden und Pfarreien Wasser nach Turgi
gebracht, das in einer ansprechenden Zeremonie zusammengeschüttet wurde. Am
Schluss der Eröffnung nahmen die "Wasserträgerinnen" und "Wasserträger" aus dem
grossen Bottich wieder eine Karaffe Wasser zurück in ihre Gemeinde, jetzt war es
Wasser aus dem ganzen Kanton, ein verbindendes Element. An der Eröffnung wurde
eine Kostprobe aus dem szenischen Spiel "Wasser ist Leben" gezeigt. Das Spiel
wird während des Jahres mit regionaler Mitwirkung an einzelnen Orten aufgeführt.
Erstmals zu hören war auch das "Festlied", das die Kirchen eigens zum Jubiläum
in Auftrag gegeben haben. Für ihren Beitrag zum Kantonsjubiläum haben die
Kirchen bewusst das Wasser als Motiv gewählt. Es ist ein eminent christliches
Symbol und gleichzeitig auch etwas, das mit dem "Wasserkanton" Aargau verbindet
und im Kantonswappen vorkommt. (15.04.03/mb)
"WasserZeichen 2003" unterstützt Wasserprojekte im
Süden
Die Aargauer Landeskirchen haben anlässlich ihres
Jubiläumsbeitrages
"WasserZeichen 2003" und des damit verbundenen
Nord-Süd-Projektes alle Kirchgemeinden und Pfarreien im Kanton aufgerufen, die
Kollekten der Osterfeiern und allfälliger weiterer Feiern, die im Rahmen von
"WasserZeichen 2003" stattfinden, den beiden Hilfswerken Heks und Caritas
Schweiz zugunsten von Wasserprojekten in ärmeren Ländern des Südens zur
Verfügung zu stellen. Die Kirchgemeinden und Pfarreien haben gut reagiert, wie
es in einer Medienmitteilung der Projektleitung heisst: bis jetzt sind aus
diesen Kollekten rund 41'000 Franken eingegangen. Auch der Erlös aus dem das
ganze Jahr über laufenden Verkauf der Jubiläumsgläser und Karaffen in
Kirchgemeinden und Geschäften – ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Kanton Aargau
zum
Kantonsjubiläum – kommt den Wasserprojekten von Heks und
Caritas zugute. Neben der Nord-Süd-Fotoausstellung
"An
fremden Wassern", die bis Ende Oktober im ganzen Kanton zu sehen ist, wird
im August und September als weiterer Höhepunkt das Theaterprojekt
"Wasser ist Leben" aufgeführt. (20.06.03/ala/mb)
Die Kirchen gaben dem Kantonsjubiläum eine
"Seele"
Am vergangenen Samstag, 25. Oktober, feierten die drei
Aargauer Landeskirchen den Abschluss von "WasserZeichen 2003", ihrem Beitrag zum
Kantonsjubiläum. Gleichzeitig wurde der Sozialpreis der Kirchen lanciert. Mit
dem Sozialpreis soll über das Kantonsjubiläum hinaus ein nachhaltiges Zeichen
für eine gerechtere Zukunft gesetzt werden.
Am Festakt in der
Klosterkirche Wettingen nahmen nebst Regierungsrat Ernst Hasler und
Staatsschreiber Marc Pfirter auch Grossratspräsidentin Barbara Roth sowie Peter
Wertli, Präsident des kantonalen Patronatskomitees, teil. Zusammen mit rund 120
Personen aus den Kirchgemeinden und Pfarreien sowie zahlreichen Mitarbeitenden
in den Projekten zogen die Kirchenleitungen eine Bilanz ihres ökumenischen
Projektes. Den Auftakt bildete eine Multimediaprojektion von Toni Schmid,
Projektleiter des Festspiels "Wasser ist Leben", mit Kurzbotschaften (SMS) von
Besuchern des szenischen Festes. Frank Worbs, Präsident der ökumenischen
Projektkommission, zeigte auf, wie sich das Thema "Wasser" als roter Faden durch
das ganze Projekt hindurch zog: die Nord-Süd-Ausstellung "An fremden Wassern"
wurde an 16 verschiedenen Orten gezeigt, die fünf Aufführungen des szenischen
Festes "Wasser ist Leben" in den verschiedenen Regionen wurden von über 1'000
Personen besucht. Das Jubiläumsglas und die Karaffe, ein Gemeinschaftsprojekt
mit dem Kanton, wurden mit grossem Erfolg verkauft. Adrian Tanner, Mitglied der
Projektkommission, übergab den Vertretern der Hilfswerke Heks und Caritas
Schweiz einen Check von 75'000 Franken zugunsten von Wasserprojekten im
Süden.
In ihren Beiträgen betonten sowohl Regierungsrat Ernst Hasler wie
auch der Gesamtprojektleiter des Kantons, Staatsschreiber Marc Pfirter, dass die
Beiträge der Landeskirchen zu den wenigen Projekten gehörten, die über das
Kantonsjubiläum hinaus wirken. Die Absicht der Kirchen, mit dem Projekt dem
kantonalen Anlass "eine Seele zu geben", sei durchaus gelungen. Und mit der
Lancierung des Sozialpreises würden die Aargauer Landeskirchen einen wichtigen
Beitrag zu einer verbesserten Sozialpartnerschaft leisten. (27.10.03/al/mb)
AKF Sanitas-Preis für Margrit Fuchs: "Sie sind eine Frau
der Tat!"
Es seien im Laufe der Geschichte immer wieder Frauen
gewesen, die die Not der Menschen gesehen und gehört und mit ihrem Einsatz
darauf reagiert hätten. Eine dieser Frauen sei auch Margrit Fuchs aus Windisch.
Mit diesen Worten begrüsste Rita Wismann-Baratto, Präsidentin der
Sanitas-Kommission, die diesjährige Preisträgerin des Sanitas-Frauenpreises am
31. Oktober in der Klinik Königsfelden. Der Aargauische Katholische Frauenbund
AKF zeichnet mit dem jährlichen Preis in der Höhe von 20'000 Franken Frauen aus
dem Kanton Aargau aus, die sich mit grossem Engagement für Frauen und Kinder
einsetzen. Mit dem diesjährigen Preis würdigt der AKF die "jahrelange
unermüdliche Tätigkeit" von Margrit Fuchs in der Entwicklungsarbeit zu Gunsten
von Waisen- und Strassenkindern in Gitarama, Ruanda. Die heute 86-jährige
Preisträgerin arbeitet seit über 30 Jahren "mit einer ungeheuren Lebenskraft,
uneigennützig und aufopfernd für die Ärmsten in Ruanda", sagte die
Kommissionspräsidentin in ihrer Laudatio. Trotz ihrer persönlichen
Schicksalsschläge habe sie die Kraft, "im Ausland Höchstleistung zu bringen, um
etwas gegen die Not zu unternehmen". Was besonders beeindrucke, sei das
handfeste Engagement: "Sie sind nicht eine Frau der grossen Worte, sie sind eine
Frau der Tat!"
Ruanda gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Seit den
kriegerischen Auseinandersetzungen, die 1994 begannen, ist die Not besonders
gross. Die Massaker in Ruanda kosteten rund 300'000 Kindern und Jugendlichen das
Leben, hunderttausende Kinder wurden zu Waisen. Viele Kinder und Jugendliche
leiden heute noch darunter. Für sie hat sich Margrit Fuchs in dem von ihr
aufgebauten Projekt eingesetzt. Heute kommt das Projekt für über 600
Strassenkinder auf. Fast 800 Waisenkinder konnten in Zusammenarbeit mit dem
Sozialbüro der Stadt in Familien untergebracht werden. Durch die Abgabe von
Lebensmittelgutscheinen ist es den Pflegeeltern möglich, auch die zusätzlichen
"Mäuler" zu stopfen. (31.10.03/akf/mb)
Bäuerinnenschule Kloster Fahr mit neuer
Ausbildung
Im Kloster Fahr in Unterengstringen ist das neue
Ausbildungsangebot der
bäuerlich-hauswirtschaftlichen Fachschule vorgestellt worden.
Die von den Benediktinerinnen des Klosters Fahr geführte Schule erfüllt damit
die ab 2003 vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie geforderten
Kriterien. An der Schlussfeier des Herbstkurses präsentierte Schwester Irene
Gassmann, Schulleiterin, das Projekts TROfAHR (Tradition und Offenheit im Fahr -
Neuorientierung der Bäuerinnenschule Kloster Fahr). Es war in sechsmonatiger
Arbeit entstanden, nachdem die Klostergemeinschaft im Fahr entschieden hatte,
den Bildungsauftrag weiterhin wahrzunehmen. Im Fahr wird in der klösterlichen
Atmosphäre weiterhin eine bäuerlich-hauswirtschaftliche Ausbildung als interner
Semesterkurs für Frauen angeboten. Die einzelnen Module können im Rahmen der
Ausbildung mit einem Kompetenznachweis abgeschlossen werden und führen zum
eidgenössisch anerkannten Fachausweis Bäuerin. Die Ausbildung im Fahr ist sehr
beliebt: Der Frühlingskurs 2003 ist ausgebucht und für den Herbstkurs 2003/2004
sind zur Zeit noch wenige Plätze frei. (03.02.03/kipa/mb)
Benefiz-Openair für den Irak
"Starker
Sound für einen guten Zweck", so heisst es in einer Medienmitteilung der beiden
kirchlichen Hilfswerke Caritas Schweiz und Heks. Sie meinen damit das
Openair-Festival
"Szenewächsel" vom 5. Juli auf der Rennbahn Schachen in Aarau, das zugunsten
der Nothilfe im Irak stattfindet. Der Erlös des Konzertes geht an die beiden
Hilfswerke, die sich im Nordirak für die geschwächte Zivilbevölkerung einsetzen.
Unter den Interpreten finden sich Gigi Moto, Famara und Treekillaz. Das Openair
beginnt um 13 Uhr, der Eintritt kostet 15 Franken (Kinder bis 12 Jahre gratis).
Auch wenn der Krieg schon einige Zeit vorüber ist, sei die Lage der Bevölkerung
im Irak an vielen Orten noch dieselbe wie während des Krieges. Die Organisatoren
wollen "Menschen ansprechen, welche ihre Betroffenheit über die momentane
Situation im Irak zum Ausdruck bringen wollen, indem sie Gleichgesinnte treffen,
sich austauschen können und finanzielle Unterstützung bieten wollen".
(26.06.03/cahe/mb)
Benno Malfèr von Muri-Gries leitet neu die
Äbtekonferenz
Die Generalversammlung der Salzburger Äbtekonferenz
hat am 25. April in Quarten SG den Abt von Muri-Gries, Benno Malfèr, zum neuen
Vorsitzenden gewählt. Die Salzburger Äbtekonferenz ist ein Zusammenschlusses der
deutschsprachigen Benediktineroberen. Dazu gehören auch Benediktiner von Ungarn,
Polen, Tschechien, Kroatien und Litauen. Die Äbtekonferenz tagt jeweils in der
Osterwoche abwechselnd in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Benno Malfèr
löst als Präsident den emeritierten Abt von Scheyern-Lerins (Deutschland),
Bernhard M. Lambert, ab. Benno Malfèr ist gleichzeitig Abt-Präses der Schweizer
Benediktinerkongregation. Der am 20. Dezember 1946 in Bozen-Gries geboren Abt
legte 1966 im Kloster Muri-Gries die Profess ab und wurde 1971 zum Priester
geweiht. Nach Abschluss der Theologiestudien unterrichtete er im Kloster
Muri-Gries und dann an der Benediktiner-Universität Sant`Anselmo in Rom. Nach
dem Rücktritt von Abt Dominik Loepfe wurde er 1991 zum 59. Abt von Muri und zum
10. Prior von Gries gewählt. Abt Dominik Loepfe lebte nach seinem Rücktritt bis
zum Tod im Jahr 1997 im Benediktiner-Hospiz in Muri, wo seit 1958 wieder eine
kleine Gruppe von Benediktinern lebt. (26.04.03/kipa/mb)
Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Aargau
Beschlüsse der Synode vom 11. Juni 2003
An der ordentlichen Frühjahrssitzung der Römisch-katholischen Synode vom 11. Juni 2003 in Aarau wurden folgende Beschlüsse gefasst:
- Validierung der Gesamterneuerungswahlen von 196 Synode-Mitgliedern für die Amtsperiode 2003-2006.
- Wahl von Präsidium und Vizepräsidium der Synode, sowie von vier Stimmenzählenden für die Amtsdauer von zwei Jahren (2003-2004):
Präsidentin der Synode: Carla Bättig-Knüsel, Katechetin, Menziken.
Vizepräsident der Synode: Ueli Meyer, Kulturingenieur ETH/SIA, Schafisheim.
Stimmenzählende: Rita Bürgi-Oechslin, Hausfrau/Katechetin, Frick Johanna Senn-Lang, Hausfrau/Katechetin, Mägenwil Martha Niederberger, Pfarreisekretärin, Aarau Matthias Schüepp, Elektromonteur, Zufikon.
- Wahlen für die Amtsdauer von vier Jahren (2003-2006):
Mitglieder des Kirchenrates: Heinz Altorfer, lic. phil., Lenzburg Annemarie Frey-Fürst, Hausfrau, Wettingen Thomas Jenelten, Gemeindeleiter, Aarau Barbara Kühne, lic. iur., Rechtsanwältin, Oberbözberg Christoph Küng, Gemeindeleiter, Wittnau Theodor Fleischli, Kfm. Angestellter, Widen Edith Rey, Gemeindeleiterin, Zeihen Herbert Sohn, Gemeindeleiter, Kirchdorf Peter Vonlanthen, Betriebswirtschafter, Baden.
Präsidentin des Kirchenrates: Barbara Kühne, lic. iur., Rechtsanwältin, Oberbözberg.
Geschäftsprüfungskommission: Lisbeth Hänggli, Sachbearbeiterin, Brugg Gabriela Härdi, Treuhänderin, Niederlenz Röbi Hug, Kaufmann, Villmergen Erich Schaffner, Buchhalter, Niederrohrdorf Paul Huwiler, Kfm. Angestellter, Wohlen Christoph Simonett, Dr. med., Facharzt, Frick Markus Ursprung, Geschäftsleiter, Benzenschwil.
Präsidentin der Geschäftsprüfungskommission: Gabriela Härdi, Treuhänderin, Niederlenz.
Rekurskommission. Mitglieder: Bruno Burkhard, Gemeindeschreiber, Waltenschwil Matthias Fricker, lic. iur., Wohlen Roland Hengartner, lic.iur., Chef Straf- und Massnahmenvollzug, Küttigen Bruno Kraushaar, Gemeindeschreiber, Nussbaumen Martin Süess, lic. iur., Chef Rechtsdienst Gemeindeabteilung, Gränichen. Ersatzmitglieder: Regula Baur, Pensionskassenverwalterin, Sarmenstorf Orlando Ineichen, Architekt/Baubiologe, Zofingen.
Präsidium der Rekurskommission: Martin Süess, lic. iur., Chef Rechtsdienst, Gemeindeabteilung, Gränichen.
Wahl der beiden Diözesanabgeordneten: Rainer Huber, Regierungsrat, Berikon Barbara Kühne, lic. iur., Rechtsanwältin, Oberbözberg.
- Der Jahresbericht 2002 des Kirchenrates wurde genehmigt.
- Die Verwaltungsrechnung 2002 (Zentralkassenbeitrag und die Seelsorge für Anderssprachige) inkl. der Fondsrechnungen wurde genehmigt.
Gemäss Art. 39 und 41 des Organisationsstatutes vom 15. Juni 1977, teilrevidiert am 7. November 1984 können Beschlüsse oder Entscheide der Organe der Landeskirche durch die Konfessionsangehörigen mit Beschwerde angefochten werden. Die Beschwerdefrist beträgt 20 Tage seit der Veröffentlichung in den Publikationsorganen. Der Ablauf der Beschwerdefrist für diese Synode ist somit der 10. Juli 2003. Beschwerden sind an die Rekurskommission der Römisch-katholischen Landeskirche, Sekretariat, Feerstrasse 8, Postfach, 5001 Aarau, zu richten.
Aarau, 11. Juni 2003
Die Präsidentin: Carla Bättig
Der Sekretär: Otto Wertli
Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Aargau
Beschlüsse der Synode vom 5. November 2003
An der ordentlichen Herbstsitzung der Römisch-katholischen Synode vom 5. November 2003 in Aarau wurden folgende Beschlüsse gefasst:
- Validierung von Wahlen in die Synode
- Als Mitglied in den Kirchenrat für den Rest der Amtsperiode 2003-2006 wurde Rolf Steinemann, Meisterschwanden, gewählt.
- Für den Umbau des Obergeschosses der Sekretariatsliegenschaft Feerstrase 8, Aarau, in zwei Wohnungen und zu einzelnen Unterhaltsarbeiten ist ein Verpflichtungskredit von Fr. 67'000.- bewilligt worden.
- Voranschlag
a) Der Voranschlag der Verwaltungsrechnung für das Jahr 2004 (Zentralkasse) mit einem Zentralkassenbeitragssatz von 2,65 Steuerprozenten wird genehmigt.
b) Der Kirchenrat wird ermächtigt, den Zentralkassenbeitrag bei den Kirchgemeinden in zwei gleichen Raten zu beziehen, und zwar per 15. Mai und per 15. November 2004. Für die Berechnung des Zentralkassenbeitragssatzes ist der bereinigte Steuer-Sollbetrag des Rechnungsjahres 2002 massgebend.
c) Der Kirchenrat wird ermächtigt, zur Deckung der Kosten für die Seelsorge im Dienste der italienischen, spanischen und portugiesischen Konfessionsangehörigen von den Kirchgemeinden einen "Pro Kopf-Beitrag" von Fr. 50.- für jeden in ihrem Gebiet wohnhaften italienischen, spanischen und portugiesischen Konfessionsangehörigen (Stand: 30. April 2003) zu erheben.
- Die Synodalen stimmen der Revision des Organisationsstatuts in erster Lesung zu.
Gemäss Art. 39 und 41 des Organisationsstatutes vom 15. Juni 1977, teilrevidiert am 7. November 1984, können Beschlüsse oder Entscheide der Organe der Landeskirche durch die Konfessionsangehörigen mit Beschwerde angefochten werden. Die Beschwerdefrist beträgt 20 Tage seit der Veröffentlichung in den Publikationsorganen. Der Ablauf der Beschwerdefrist für diese Synode ist somit der 18. Dezember 2003. Beschwerden sind an die Rekurskommission der Römisch-katholischen Landeskirche, Sekretariat, Feerstrasse 8, Postfach, 5001 Aarau, zu richten.
Aarau, 5. November 2003
Die Präsidentin: Carla Bättig
Der Sekretär: Otto Wertli
Bettagsaufruf der Aargauer Landeskirchen: Benachteiligte
nicht stehen lassen
Trotz vieler Gesetze zur sozialen Sicherheit
würden "immer wieder Menschen aus dem sozialen Netz herausfallen". Das stellen
die Aargauer Landeskirchen, die Christkatholische, die Evangelisch-reformierte
und die Römisch-katholische Kirche, in ihrem diesjährigen Bettagsaufruf fest.
Als Beispiele werden genannt: Ausgesteuerte, Jugendliche ohne Lehrstelle,
"Working poors", Behinderte ohne Arbeitsplatz, vom Leistungsdruck überforderte
Menschen. Der Staat, Kanton wie Gemeinden, würden unter finanziellem Druck
stehen. Trotzdem müsste aber bedacht werden, welche Konsequenzen die
finanziellen Sparmassnahmen für diese Menschen hätten, geben die Kirchen zu
bedenken. Mit dem Staat sei aber "auch der Einzelne immer wieder sozial
gefordert". Auf diesem Hintergrund haben die Landeskirchen zum Abschluss des
Kantonsjubiläums einen Sozialpreis ausgeschrieben. Der Sozialpreis will "im
Bereich der Freiwilligkeit Massnahmen zur Erhaltung der sozialen Sicherheit und
zur Eliminierung drohender Armut" fördern. Das Bettagsschreiben schliesst mit
dem Aufruf: "Engagieren wir uns als Arbeitnehmende und Arbeitgebende sowie als
Gemeinschaft von Bürgerinnen und Bürgern für Schwache und Benachteiligte!" - Der
Aargauer Regierungsrat und die Aargauer Landeskirchen veröffentlichen
abwechslungsweise jeweils zum Bettag einen Aufruf, der zum Nachdenken und zum
Handeln aufruft. Der diesjährige Aufruf wurde von den Landeskirchen verfasst.
Bettagsaufruf 2003: Mensch und
Arbeit
Liebe Einwohnerinnen und Einwohner im Kanton Aargau,
liebe Mitchristinnen und Mitchristen
Der Regierungsrat und die drei
Landeskirchen im Kanton Aargau veröffentlichen Jahr für Jahr einen zur Besinnung
mahnenden Bettagsruf. Der diesjährige Text wurde von den Landeskirchen verfasst
er widmet sich dem Thema „Mensch und Arbeit“.
Der eidgenössische Bettag
erinnert auch im Jubeljahr des Kantons daran, dass die meisten seiner
Bewohnerinnen und Bewohner in der Tradition des Christentums stehen. Gerade
diese Tatsache darf den Respekt für all die vielen aus anderen Kulturen
stammenden Menschen, die heute mit uns zusammen leben, in keinerlei Weise
schmälern. Es ist nicht zuletzt die tägliche Arbeit, die uns mit diesen Menschen
verbindet. Und diesem Thema – der Arbeit – wendet sich das diesjährige
Bettagsmandat zu.
Zwar wird das Verhältnis zwischen Mensch und Arbeit
durch vielerlei Gesetze bestimmt, welche die soziale Sicherheit gewährleisten
sollen. Dennoch ist nicht zu übersehen, dass immer wieder Menschen aus dem
sozialen Netz herausfallen. Wir denken dabei, um einige Beispiele zu nennen,
- an ausgesteuerte und arbeitslose Menschen,
- an Jugendliche, die mehr und mehr Mühe haben, eine Lehrstelle zu
finden,
- an die "working poors", die zu Löhnen arbeiten müssen, welche
ihre Existenz nicht sichern,
- an behinderte Menschen, die keinen Arbeitsplatz finden,
- an Menschen, die – vom Leistungsdruck in der globalisierten
Shareholderwelt zermürbt – an den Rand ihrer Kräfte gedrängt und „ausgebrannt“
sind.
Staat und Politik stehen angesichts knapp gewordener Finanzen unter
Druck. Nur mit ausgeglichenem Haushalt können Kanton und Gemeinden auf Dauer
funktionieren. Die Konsequenzen einzelner Massnahmen für schwache und
benachteiligte Menschen wie Familien, Alleinerziehende, Arbeitslose und
Sozialhilfeempfänger müssen dabei berücksichtigt werden.
So ist denn mit
dem Staat auch der Einzelne immer wieder sozial gefordert. Nicht zuletzt deshalb
schreiben die Landeskirchen zum Abschluss des Jubiläumsjahres einen Sozialpreis
aus, der dazu animieren will, sich im Bereich der Freiwilligkeit Massnahmen zur
Erhaltung der sozialen Sicherheit und zur Eliminierung drohender Armut einfallen
zu lassen, ganz im Sinne jener Botschaft – im Alten wie im Neuen Testament – die
da heisst: Du sollst den Nächsten lieben wie dich selbst.
Deshalb unser
Aufruf: Engagieren wir uns als Arbeitnehmende und Arbeitgebende sowie als
Gemeinschaft von Bürgerinnen und Bürger für Schwache und Benachteiligte! Der
Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag soll uns Gelegenheit geben, darüber
nachzudenken und entsprechend zu handeln.
Röm.-kath.
Landeskirche
Barbara Kühne, Kirchenratspräsidentin
Rudolf
Rieder, Regionaldekan
Ev.-Ref. Landeskirche
Claudia Bandixen,
Kirchenratspräsidentin
Christkatholische Landeskirche
Ernst
Blust, Kirchenratspräsident
(19.09.03/mb)
Bischofsbesuche für den Aargau in
Vorbereitung
Im Jahr 2004 besucht der Bischof alle
Dekanate im Aargau. Wie
die so genannten "Pastoralbesuche" ablaufen und wie sie vorbereitet werden,
darüber informierte der Pastoralamtsleiter des
Bistums Basel, Hans Zünd,
die Seelsorgerinnen und Seelsorger des Dekanates Aarau an ihrer Sitzung vom 2.
September in Unterentfelden. Der Besuch des Bischofs dient nicht der
"Beschnüffelung" und es werden auch keine "Fichen" geführt, stellte Zünd sofort
klar. Es gehe vielmehr um eine persönliche Begegnung zwischen Bistumsleitung und
Seelsorgenden und um das gemeinsame Suchen nach einer zukunftsgerichteten
Seelsorge. Zum Pastoralbesuch gehören Gespräche mit den hauptamtlichen
Seelsorgerinnen und Seelsorgern, Gespräche mit Mitgliedern von Kirchenpflegen,
ein Gottesdienst, zu dem alle Interessierten aus der ganzen Region eingeladen
sind, sowie allenfalls Firmungen. Die Besuche finden nach Dekanaten statt und
beginnen Mitte März 2004 im Dekanat Aarau.
An der Sitzung des Dekanates
Aarau kam auch das Grundlagenpapier "Eucharistiefeier, Wortgottesfeier,
Kommunionfeier, Agapefeier" zur Sprache. Das Papier soll die Grundlage für ein
gemeinsames Gottesdienstverständnis schaffen, wie Hans Zünd erläuterte. Das
Thema wurde in den verschiedenen diözesanen Räten bereits diskutiert. Bevor das
Papier allen Seelsorgenden zur "Umsetzung" zugestellt wird, wollte der Leiter
des Pastoralamtes Rückmeldungen aus der Seelsorge einholen. Das Papier
beschreibt die verschiedenen Gottesdienstformen, differenziert sie und
formuliert Richtlinien für die Seelsorgenden. Verschiedene Seelsorgerinnen und
Seelsorger brachten an der Sitzung grosse Bedenken und Vorbehalte vor. So etwa,
das sei noch das Gottesdienstverständnis aus ihrer Studienzeit vor x Jahren das
Papier sei trotz der Betonung der Vielfalt auf die Eucharistie zentriert der
"Normalfall" sei heute im Dekanat Aarau nicht die Eucharistiefeier, sondern der
Wortgottesdienst die Eucharistie sei für die Leute kein "Zeichen" mehr. Das zur
Diskussion stehende Grundlagenpapier wurde nicht als Hilfe empfunden, weil es
nicht die aktuellen Probleme der Pfarrei anspreche. Hans Zünd hat die
vorgebrachte Kritik aufmerksam entgegengenommen. Er will sie in seinem Team im
Pastoralamt diskutieren und allenfalls Korrekturen anbringen. (03.09.03/mb)
Die Asyldiskussion braucht frischen
Wind
Die
Caritas Aargau stellt sich grundsätzlich hinter den
Aufruf des Zürcher Stadtrates vom 31. Januar 2003 zur
Asylpolitik. Der Aufruf "bringt Bewegung in die zum Teil festgefahrenen
Diskussionen", schreibt die Caritas Aargau auf ihrer Website. Der Stadtrat
fordert darin unter anderem, dass Asylsuchende gleich nach der Ankunft arbeiten
und damit ihren Aufenthalt selber finanzieren können. Kriminelle Asylsuchende
sollen sofort ausgeschafft werden. Die Diskussion ums Asylwesen brauche
"frühlingshaften, frischen Wind". Die Vorschläge des Stadtrates schaffe die
Möglichkeit, die öffentliche Diskussion zur Asylpolitik auf eine sachliche
Grundlage zu stellen. Zu bedenken sei jedoch, so die Caritas Aargau, dass das
Manifest "eine Mischung aus finanziellen, praktischen und sozialen Überlegungen"
sei. Insbesondere die Forderung nach sofortiger Ausschaffung von kriminellen
Personen sei "sowohl in humanitärer wie auch in juristischer Hinsicht
problematisch" und es stelle sich die Frage der Verhältnismässigkeit. Bei der
Beurteilung des Zürcher Aufrufes stellt sich die Caritas Aargau auch hinter
die
Haltung der Caritas Schweiz. (15.03.03/mb)
Carla Bättig neue Synodepräsidentin
Neue
Präsidentin der Synode der aargauischen Landeskirche für die Amtsperiode 2003 bis 2004
ist Carla Bättig, hauptamtliche Katechetin in Menziken und bisher
Vizepräsidentin der Synode. Barbara Kühne, Rechtsanwältin, Oberbözberg, wurde
als Präsidentin des Kirchenrates für die Amtsperiode 2003 bis 2006 bestätigt.
Neben verschiedenen Wahlen wurden an der Synodesitzung vom 11. Juni in Aarau der
Jahresbericht 2002 und die Jahresrechung 2002
behandelt.
Kirchenratspräsidentin Barbara Kühne wies vor den
Synodemitgliedern mit Freude auf das neue Erscheinungsbild der "Römisch-katholischen Kirche im
Aargau" hin, das nun schrittweise in allen Bereichen eingeführt wird, die von
der Kirche kantonal und nicht pfarreilich abgedeckt werden. In diesen Bereich
gehört auch das Projekt "Wirkungsorientierte Pastoral" (WOP), wie die
Kirchenratspräsidentin ausführte. Im Projekt WOP werden in Zusammenarbeit mit
den betreffenden Stellen auf kantonaler Ebene die gegenwärtigen
Seelsorgeangebote und ihre Wirksamkeit überprüft. Entsprechend dem Ergebnis
werden dann die Seelsorge und ihre Finanzierung neu ausgerichtet. Eine
Arbeitsgruppe hat ferner die Italienerseelsorge untersucht die Arbeitsgruppe
wird der Synode voraussichtlich im November 2003 dazu einen Abschlussbericht
vorlegen. Eine weitere Arbeitsgruppe hat die kirchlichen Sozialdienste für die
Fremdsprachigen analysiert. Aufgrund des vorgelegten Schlussberichtes hat der
Kirchenrat beschlossen, die Sozialdienste weiterzuführen, aber neu mit
Leistungszielen zu verbinden. Ein Prozess, der über den Aargau hinaus geht, ist
die Neueinteilung des
Bistums Basel in drei Grossregionen, die "grossräumige Regionalisierung".
Der Aargau bildet zusammen mit Basel-Stadt und Basel-Land eine Bistumsregion.
"Viele Fragen sind immer noch offen", meinte Barbara Kühne aus der Sicht der Landeskirche
vor den Synodemitgliedern. Es würden zur Zeit aber Gespräche zwischen dem
Bistum und den Kantonalkirchen geführt, um die Zusammenarbeit auf Bistums- und
Regionalebene klären zu können. (11.06.03/mb)
Das "Gebet der Religionen" wurde zum Fest der
Begegnung
Am Bettag fanden sich auf Einladung des Aargauer
Interreligiösen Arbeitskreises (Airak) und der Aargauer Landeskirchen gegen 400
Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum "Gebet der Religionen" in Berikon auf dem
Mutschellen ein. An der eindrucksvollen Feier unter dem Leitmotiv "Unterschiede
beleben – Respekt vor der Vielfalt" beteiligten sich die lokalen Pfarreien und
die reformierte Kirchgemeinde Bremgarten-Mutschellen sowie die im Aargau
ansässigen Religionsgemeinschaften. Christen, Juden, Hindus, Moslems und
Buddhisten stellten ihre Religionen vor und sprachen über ihren
Glauben.
Die Feier begann mit dem Gebetsruf des Imam Muris Puric. Nach
dem gemeinsam gesungenen christlichen Lied "Grosser Gott, wir loben dich"
zitierten der reformierte Pfarrer Edi Aerni und der katholische Diakon Bruno
Zeltner aus der Bibel, gefolgt von Rezitationen von Satish Joshi aus der Gita,
dem meistgelesenen Buch des Hinduismus, und von Rezitationen aus dem Koran. Der
Mönch Loten Dahortsang kommentierte den Buddhismus und erklärte die tibetanische
Gebetsfahne, ergänzt vom Vortrag eines Sängers aus Tibet. Abschliessend sprach
für die Juden Werner Meyer über das Weltethos. Für den visuellen Höhepunkt
sorgten Schülerinnen der Tamilischen Tanzschule Aarau, die mit den grazilen
Bewegungen des tamilischen Tempeltanzes "Saptam" begeisterten.
Claudia
Bandixen, reformierte Kirchenratspräsidentin, äusserte in ihrer Ansprache im
Namen der Aargauer Landeskirchen drei Wünsche: Dass die Menschen
unterschiedlicher Herkunft einander wahrnehmen, dass sie keine Pauschalurteile
über andere fällen und dass sie "übereinander freudig stolpern" und Kontakt
suchen. Regierungsrat Rainer Huber, selber in Berikon wohnhaft, überbrachte die
Grüsse der Aargauer Regierung. Er gab zu bedenken, dass die Menschheit in den
letzten Jahrzehnten zwar gewaltige Fortschritte auf vielen Gebieten gemacht
hätten, dass die Moral aber, der Wille zum konfliktfreien Zusammenleben und zur
Toleranz dabei nicht Schritt gehalten hätten. Die Integration müsse von beiden
Seiten vorangetrieben werden. Im Aargau mit etwas über 20 Prozent Zugewanderten
in der Bevölkerung gebe es noch Einiges zu tun, damit der Kanton zu einer Heimat
für alle Menschen, zu einer multikulturellen Gesellschaft werden könne, in der
sich alle respektierten.
Nach dem gottesdienstartigen Teil wurde der
Anlass zu einem Fest der Begegnung. Er klang aus bei strahlendem Sonnenschein
vor dem Berikerhus, wo die teilnehmenden Gruppen Speis, Trank und vielerlei
Köstlichkeiten aus ihrer Heimat anboten. (22.09.03/ria/mb)
Das Care-Team bringt auch der Seele "Erste
Hilfe"
Feuer und Rauch nach einer Explosion in einem
Klassenzimmer, verletzte und schreiende Schulkinder, mehrere Feuerwehren und
Sanität im Einsatz. Zum Glück handelte es sich in der Schulanlage von
Meisterschwanden nur um eine grosse Einsatzübung der Kantonalen
Sanitätshilfsstelle und mehrerer Feuerwehren. Zum ersten Mal nahmen an einer
solchen Übung auch zwölf Mitglieder des Care-Teams, der ökumenischen
Notfallseelsorge Aargau teil. Sie betreuten unter Schock stehende Kinder und
Erwachsene und kümmerten sich um Helferinnen und Helfer.
Die Wichtigkeit
der psychologischen Betreuung von Opfern, Angehörigen und Helfern bei
Unglücksfällen und Katastrophen wurde erst relativ spät erkannt. Man
konzentrierte sich lange fast ausschliesslich auf die Bergung und medizinische
Versorgung der Verletzten. Inzwischen hat sich, wie der Leiter des Aargauer
Care-Team, Hans-Peter Ott, an der Übung sagte, die Erkenntnis durchgesetzt, dass
bei einem Unglücksfall auch die Seele verletzt werden und Schaden nehmen kann.
Auch unverletzte Beteiligten können in psychische Ausnahmezustände geraten,
Unfallverursacher werden von Schuldgefühlen bedrängt und Helferinnen können an
ihrer Hilflosigkeit verzweifeln. Auch bei den ersten Schritten der Trauerarbeit
ist Unterstützung nötig.
Pfarrer Hans-Peter Ott, reformierter Seelsorger
am Kantonsspital Aarau, stehen gegenwärtig 33 freiwillige Care-Team-Mitglieder
zur Seite. Es handelt sich hauptsächlich um Seelsorgerinnen und Seelsorger der
Landeskirchen und Psychologinnen sowie Laien, die für ihre Aufgabe speziell aus-
und weitergebildet wurden. Polizei, Sanität und Feuerwehr können jederzeit über
das Telefon 143 der Dargebotenen Hand die Fachleute des Care-Teams aufbieten.
Innert 15 bis 30 Minuten müssen sie am Einsatzort eintreffen, damit nach dem
kantonalen Konzept "Psychiatrie in ausserordentlichen Lagen und
Psychotraumatologie" bereits am Unglücksort Hilfe geleistet werden kann. Das
Care-Team Aargau wurde von den drei Aargauer Landeskirchen ins Leben gerufen,
die es auch finanzieren. Das seit zwei Jahren bestehende Team musste
glücklicherweise noch nie aufgeboten werden. Einzelne Mitglieder hingegen kamen
bisher vor allem bei Verkehrs-, Arbeits- oder Sportunfällen sowie beim
Überbringen von Todesnachrichten oder im Zusammenhang mit Gewaltverbrechen und
Suizid zum Einsatz. Im letzten Jahr, 2002, waren es 28 solche Einsätze. Im
Zusammenhang mit der Neuorganisation des Bevölkerungsschutzes XXI soll das
Care-Team Aargau als Bestandteil in das Kantonales Katastropheneinsatz-Element
(KKE) eingebunden werden. (27.05.03/ria/mb)
Das Fach "Religion" wird neu zu "Ethik und
Religionen"
Mit der neuen Fachbezeichnung "Ethik und Religionen",
bisher "Religion" genannt, soll deutlich werden, dass es sich hier nicht um den
konfessionellen Religionsunterricht der Aargauer Kirchen handelt, sondern um ein
"Schulfach wie jedes andere". Das schreibt Edgar Kohler in den "Katechetischen
Nachrichten" 1/2004, dem Mitteilungsblatt der Katechetischen Arbeitsstelle der
römisch-katholischen Kirche im Aargau. Kohler ist Mitglied des Aargauer
Erziehungsrates und Präsident der Arbeitsgruppe "Religion", die vom
Erziehungsrat im Februar 2002 eingesetzt wurde, um die Frage zu
klären.
Das schulische Fach unterscheide sich vom Inhalt wie vom Ziel her
vom kirchlichen Religionsunterricht, begründet Kohler. Im Fach "Ethik und
Religionen" stehe nicht ein bestimmter Glaube im Vordergrund, wie beim
kirchlichen Religionsunterricht, sondern ethische Grundsätze und
Glaubensüberzeugungen aller Religionsgemeinschaften. Das schulische Fach soll
einen Beitrag zum Verständnis der verschiedenen Kulturen und Religionen sein.
Und es soll "im Sinne einer vertiefte Auseinandersetzung mit Sinn- und
Wertfragen in einer religiös heterogenen Gesellschaft" verstanden werden. Auf
diesem Hintergrund wurde das Fach "Religion" in das Fach "Ethik und Religionen"
umbenannt. Die Arbeitsgruppe hatte zur Frage auch die Lehrerverbände und die
verschiedenen religiösen Gemeinschaften im Aargau konsultiert und dabei eine
breite Akzeptanz zum neuen Konzept festgestellt. Sie beantragte im
Schlussbericht vom Frühjahr 2003 dem Erziehungsrat, das Fach umzubenennen und
die entsprechenden Paragrafen des Schulgesetztes zu ändern. Einige Schulen
hätten die Umbenennung bereits "eigenmächtig" umgesetzt, beklagt der Präsident
der Arbeitsgruppe, bevor der Grosse Rat über die Änderung des Schulgesetzes
befinden konnte. Was die Arbeitsgruppe vorgeschlagen habe, entspreche auch einer
gesamtschweizerischen Tendenz und dem aktuellen Fachverständnis sowie der neuen
Ausbildung an der Fachhochschule Aargau FHA für Pädagogik. Kohler ist überzeugt:
"In der heutigen multikulturell und multireligiös zusammengesetzten Klassen
braucht es dieses Gefäss, um ein besseres Verständnis unter den Kulturen zu
fördern." (24.12.03/mb)
Das Friedenslicht wird auch in vielen Pfarreien
weitergegeben
Am 21. Dezember kommt das
Friedenslicht aus
Betlehem in die Schweiz. Es kann um 17 Uhr beim Bürkliplatz in Zürich
abgeholt werden. Zu diesem Anlass sind Menschen aller Altersgruppen und
Religionen eingeladen, wie die Organisatoren mitteilen. Unter ihnen sind auch
Vertreterinnen und Vertreter aus zahlreichen Aargauer Pfarreien.
Bei
Aktion mitmachen werden aus dem Aargau folgende
Pfarreien und
Seelsorgestellen: Aarau, Baden, Birmenstorf, Birr, Brugg, Döttingen, Frick,
Leuggern, Magden, Mägenwil, Mellingen, Menziken, Muri, Neuenhof, Riniken,
Schinznach Dorf, Tägerig, Unterkulm, Villigen, Wallbach, Waltenschwil und
Wohlenschwil. Die Pfarreiangehörigen sind aufgefordert, ihrerseits das
Friedenslicht in ihrer Kirche zu holen, es persönlich weiterzugeben, damit auch
selber zuhause eine Kerze oder ein Öllämpchen zu entzünden oder an Weihnachten
mit dem Licht aus Betlehem die Kerzen am Christbaum entzünden. Das Friedenslicht
wird von einem Kind in der Geburtsgrotte von Betlehem geholt und zunächst per
Flugzeug nach Wien gebracht. Von dort wird es in 25 europäische Länder und auch
nach Übersee weitergegeben. Die Aktion, 1986 in Österreich entstanden und seit
1993 auch in der Schweiz durchgeführt, ist heute international breit abgestützt
und wird in der Schweiz getragen von Radio DRS und der Aktion "Denk an mich"
sowie von vielen Kirchgemeinden, Jugendorganisationen und Vereinen. Das Licht
aus Betlehem soll an die weihnächtliche Botschaft des Friedens erinnern. Es sei
aber "kein Zauberlicht", mahnen die Organisatoren, es sei vielmehr die
Aufforderung, auch selber Beiträge zum Frieden zu leisten. (16.12.03/mb)
Das Kloster Fahr hat eine neue Priorin
Die
38-jährige Schwester Irene Gassmann ist neue Priorin des Klosters Fahr. Nach der
Vorschlagswahl durch die Gemeinschaft der 32 Benediktinerinnen wurde sie am 5.
Juni vom Einsiedler Abt Martin Werlen ernannt. Sie übernimmt ihr Amt am 3.
September. Bis dahin bleibt die bisherige Priorin im Amt. Die Aufgaben der
Priorin sind neben der Führung und spirituellen Begleitung der
Schwesterngemeinschaft die Organisation der innerklösterlichen Bereiche und die
Vertretung des Klosters in der Öffentlichkeit.
Die neue Priorin Irene Gassmann stammt aus Dagmersellen LU
und ist seit 1986 Ordensschwester im Kloster Fahr. Seit 1993 leitet die
diplomierte Hauswirtschaftslehrerin die bekannte Bäuerinnenschule Kloster Fahr.
Die bisherige Priorin, Schwester Fidelis Schmid aus Schüpfheim LU, habe das
Kloster "umsichtig und geschickt während der letzten 15 Jahre" gelenkt, teilte
das Kloster in einer Medienmitteilung mit. In dieser Zeit hat sie unter anderem
grosse Bauvorhaben, wie die Renovation der Klosterkirche, realisiert. Sie hat
nun um Entlastung von ihrem Amt als Priorin ersucht. Das im Jahre 1130
gegründete
Kloster
Fahr liegt in einer Aargauer Enklave bei Unterengstringen "vor den Toren"
der Stadt Zürich. Es bildet seit seiner Gründung zusammen mit dem
Kloster Einsiedeln ein Doppelkloster. Das Priorat Kloster Fahr
untersteht der Führung des Abts von Einsiedeln, die Priorin des Klosters ist
zugleich auch die Stellvertreterin des Abtes von Einsiedeln.
(06.06.03/kipa/mb)
Die "Aargauerin" Verena wird Patronin des Bistums
Basel
Im Sinne einer "Wahrnehmung der gleichen Würde von Mann und
Frau" ernennt Bischof Kurt Koch die Heilige Verena offiziell zur Patronin des
Bistums Basel. Verena wird
damit zur dritten Patronin neben den beiden bisherigen Bistumspatronen Urs und
Viktor, die mit der Thebäischen Legion ins Wallis kamen und wegen ihres
christlichen Glaubens um 302 n. Chr. in Solothurn hingerichtet
wurden.
Anlass der Ernennung ist das Jubiläum "175 Jahre neu errichtetes
Bistum Basel", das am 31. August mit einem Bistumsfest in Solothurn gefeiert
wird. Bischof Koch gab die "Beförderung" der Heiligen Verena in seinem Wort zum
Bistumsjubiläum bekannt. Verena ist eine "Aargauer" Heilige. Ihr Grab wird in
der der Krypta des Verenamünsters in Zurzach verehrt. Sie stammt aus Theben in
Oberägypten. Nach der Legende kam sie ebenfalls mit der Thebäischen Legion über
Mailand ins Wallis. Von dort ging sie weiter nach Solothurn und später, im Jahr
323 n. Chr., nach Zurzach. Dort blieb sie bis zu ihrem Tod und pflegte kranke
Menschen. Die Heilige wird deshalb oft mit einem Kamm und einem Krug Wasser
dargestellt. Ihr Gedenktag ist der 1. September. (26.08.03/mb)
Die "Tagsatzung" wird im Aargau zu
"Perpektiven"
Die nächste "Tagsatzung" findet nicht wie
ursprünglich vorgesehen 2004, sondern erst im Oktober 2005 statt. Die zeitliche
Verschiebung wurde nicht zuletzt in Rücksicht auf die im Jahr 2004 umzusetzende
Regionalisierung des Bistums Basel vorgenommen. Auch wird die Veranstaltung
nicht mehr "Tagsatzung im Bistum Basel" heissen, sondern in "Perspektiven im
Bistum Basel 2005" umbenannt - eine Konzession an die Bistumsletiung. Der
Veranstaltungsort im Raum Baden/Wettingen bleibt wie geplant. Das gibt die
Initiativgruppe
Baden, die das Treffen vorbereitet, in einem Informationsblatt bekannt. Mit
dem neuen Namen komme die Vorbereitungsgruppe einem Wunsch der Bistumsleitung
entgegen, die dadurch mehr Mitsprachemöglichkeit erhalte. Für diese Mitsprache
habe sich die neue Vorbereitungsgruppe in Baden "vehement" eingesetzt. Die
Vorbereitungsgruppe besteht im Wesentlichen aus ehemaligen Kirchenpflegern und
Pfarreiräten Kontaktperson ist Carl August Zehnder, Würenlos.
Die
bisherige
"Tagsatzung im
Bistum Basel" war als Veranstaltung gedacht, in denen die kirchliche Basis
ihre Anliegen gegenüber der Bistumsleitung zum Ausdruck bringt. Dies geschah
erstmals 1998 in Luzern und dann 2001 in Bern. Ein drittes Treffen ist unter
neuen Vorzeichen für 2005 im Raum Baden/Wettingen geplant. Die
Vorbereitungsgruppe Baden will die ursprüngliche Zielsetzung zwar beibehalten,
aber den Durchführungsmodus ändern. Bereits 2004 werden Themen gesammelt, aus
denen an einer "Auftaktveranstaltung" im März 2005 die wichtigsten ermittelt
werden. In diesem thematischen Rahmen wird dann die Situation im Bistum Basel
unter die Lupe genommen und anschliessend die Bistumsleitung um eine
Stellungnahme gebeten. Der neue Durchführungsmodus wurde bereits mit der
Bistumsleitung abgesprochen. Nicht einverstanden mit der neuen Bezeichnung
"Perspektiven" ist der Vorstand der mit der Nacharbeit der Tagsatzung 2001 in
Bern beauftragten
Gruppe "Nachhaltigkeit". Eine Namensänderung müsse in einem
breiter abgestützten Kreis diskutiert und beschlossen werden. Die Bezeichnung
"Tagsatzung" sei inzwischen "Programm" geworden und wichtig für die
Identifikation und die Kontinuität.
Wer will was will und warum oder
warum nicht - in einer Kontroverse auf
Radio
kath.ch nehmen Stellung: Roland-Bernhard Trauffer, Generalvikar des Bistums
Basel, Claus August Zehnder, Sprecher der Initiativgruppe Baden, Brigitte
Durrer, Präsidentin der Gruppe Nachhaltigkeit der Tagsatzung 2001, und Leo
Karrer, Pastoraltheologe an der Universität Freiburg und "Vater" der
Tagsatzungsidee. (14.07.03/kipa/mb)
Die Caritas Aargau hat einen neuen
Präsidenten
Eugen Trost, Gemeindeleiter in Niederrohrdorf, ist
neuer Präsident der
Caritas Aargau. Er wurde an der Mitgliederversammlung des
Caritas-Vereines vom 21. November zum Nachfolger von Joseph Thali,
Gemeindeleiter in Frick, gewählt. Thali leitete den Verein während fünf Jahren
als Präsident. Das regionale Hilfswerk ist ein unabhängiger Verein und wird von
einem ehrenamtlichen Vorstand mit sieben Mitgliedern geführt.
Thali habe
sich "stets konsequent und engagiert" für die diakonische Tätigkeit der Kirche
und insbesondere für eine starke Caritas eingesetzt, heisst es in einer
Medienmitteilung des Hilfswerkes. Immer wieder habe er betont, dass die Kirche
beim Einsatz ihrer Mittel Prioritäten setzen müsse. Eugen Trost, der neue
Caritas-Präsident, hat neben einem Theologiestudium eine Ausbildung in
Soziokultureller Animation und ein Nachdiplomstudium in Gemeinde-, Pfarrei- und
Regionalentwicklung vorzuweisen. Neben der Gemeindeleitung hat er im Teilpensum
einen Lehrauftrag für Projektmanagement in sozialen Institutionen und
Freiwilligenarbeit an der Fachhochschule Zentralschweiz. Trost bringt damit
"ideale Voraussetzungen für die strategische Führung der Caritas Aargau mit",
heisst es in der Medienmitteilung. Neben dem neuen Präsidenten hat das regionale
Hilfswerk auch neue Räume erhalten. Anfangs Oktober ist das Hilfswerk in die neu
renovierten Räume des katholischen Pfarrhauses an der Laurenzenvorstadt 80 in
Aarau umgezogen und hat nun optimale Voraussetzungen für die Ausübung seiner
Tätigkeit.
Die von Kurt Brand geleitete Fachstelle macht es sich zur
Aufgabe, soziale Ungerechtigkeit und Not im Aargau wahrzunehmen und zu
bekämpfen. Sie will die Öffentlichkeit und insbesondere die Pfarreien dafür
sensibilisieren und Menschen in Notsituationen durch verschiedene Hilfsangebote
unterstützen. (22.11.03/cag/mb)
Die Kirchenmusikschule Aargau wird neu ökumenisch
geführt
Reformierte und Katholiken bilden ihre Kirchenmusikerinnen
und Kirchenmusiker seit dem 16. August dieses Jahres gemeinsam aus. Für den
ersten Ausbildungskurs an der neuen ökumenisch geführten Kirchenmusikschule in
Wettingen haben sich 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
eingeschrieben.
Bei der offiziellen Eröffnung der neuen Schule betonte
Schulleiterin Veronika Kühnis, Windisch, dass die Absolventinnen und Absolventen
durch die ökumenische Ausrichtung einen vertieften Einblick in das Wesen des
katholischen wie auch des reformierten Gottesdienstes erhalten. "Mit Musik
können wir die christliche Botschaft über die Sinne vermitteln. Und das ist
unabhängig von Konfessionen." Entstanden ist die neue Kirchenmusikschule aus dem
Zusammenschluss zweier verschiedener Ausbildungsgänge, dem katholischen in
Wettingen und dem reformierten in Aarau. Beide litten unter Teilnehmerschwund.
Dennoch sei der Zusammenschluss nicht primär aus finanziellen, sondern vielmehr
aus ideellen Gründen erfolgt, betonte die Schulleiterin. Der Zusammenschluss
mache auch rein praktisch Sinn, denn es sei heute nicht selten, dass ein
katholischer Organist in einem reformierten Gottesdienst spiele und
umgekehrt.
Der zweijährige Lehrgang bietet eine Grundausbildung in
Musiklehre, Singleitung und Dirigiertechnik. Dazu kommen spezifische Fächer wie
Gregorianik, Liturgik (katholische Liturgiegestaltung) und Hymnologie
(Geschichte und Bedeutung des Chorals im reformierten Gottesdienst). Der
Lehrgang ist in verschiedene Module aufgeteilt, die auch anderen kirchlichen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offen stehen. So können zum Beispiel
katechetisch oder pastoral Mitarbeitende das Modul in Singleitung oder dasjenige
in Gregorianik besuchen.
Die Trägerschaft der neuen Schule setzt sich aus
den beiden Kirchenmusikerverbänden sowie der Evangelisch-reformierten und der
Römisch-katholischen Landeskirche zusammen. Die beiden Landeskirchen übernehmen
zusammen mehr als die Hälfte der Kosten. Neben Veronika Kühnis gehören zur
Schulleitung Wolfgang Rothfahl, reformierter Pfarrer in Brugg, Aktuar, und
Christine Neuhaus, Kassierin. (18.08.03/ria/mb)
Die neue Ressortzuteilung im Kirchenrat
An
der ersten Sitzung in seiner neuen Zusammensetzung hat der Kirchenrat der
Römisch-katholischen Landeskirche die Arbeitsressorts neu zugeteilt. Die
Präsidentin des Kirchenrats, Barbara Kühne, wurde von der Synode der
Landeskirche bereits an der Juni-Sitzung gewählt. An der Synode-Sitzung mussten
zudem alle Mitglieder des Kirchenrates für eine neue Amtsperiode bestätigt oder
neu gewählt werden. Der Kirchenrat hat die Ressorts an seiner August-Sitzung wie
folgt zugeteilt:
Barbara Kühne, Oberbözberg: Präsidialressort,
Öffentlichkeitsarbeit, Personalpolitik.
Heinz Altorfer, Lenzburg: Erwachsenenbildung mit Arbeitsstelle und Bildungszentrum Propstei Wislikofen,
zugleich Vizepräsident des Kirchenrates.
Theo Fleischli, Widen: Mission und Entwicklung, Kultur und Kirchenmusik.
Annemarie Frey,
Wettingen: Anderssprachigenseelsorge.
Thomas Jenelten, Aarau: Jugendseelsorge mit Arbeitsstelle und Villa Jugend, Aarburg.
Christoph
Küng, Wittnau: Katechese, Stipendien.
Herbert Sohn, Kirchdorf: Diakonie inkl. Caritas, Sozialrat, kirchliche Arbeit an kantonalen
Schulen.
Edith Rey, Widen: Spital- und übrige
Spezialseelsorge.
Peter Vonlanthen: Baden: Finanzen,
Liegenschaften.
Die Korrespondenz für den Kirchenrat allgemein sowie für
die einzelnen Ressorts ist zu richten an das Sekretariat der
Römisch-katholischen Landeskirche, Feerstrasse 8, Postfach, 5001 Aarau, E-mail
landeskirche@ag.kath.ch
(10.09.03/ow/mb)
Die Pensionskasse der Landeskirche steht
"überdurchschnittlich gut" da
Mit der Wahl der
Arbeitgebervertretung durch den Kirchenrat ist der Stiftungsrat der
Pensionskasse der Römisch-katholischen Landeskirche Aargau für die neue
Amtsperiode vollständig. Die Arbeitnehmervertretung wurde von den Versicherten
bereits im Juni gewählt. Der Stiftungsrat setzt sich für die Amtsperiode von
2003 bis 2006 wie folgt zusammen:
Vertretung der Arbeitgeber: Dr. Franz
Eberle, Betriebswirtschafter, Zurzach, Martin Egli, Generalagent, Präsident
Kirchenpflege, Muri, Dr. iur. Michael Wicki, Präsident Kirchenpflege, Baden,
Felix Rohner, Betriebswirtschafter, Aarau, Theodor Fleischli, Kirchenrat, Widen.
Vertretung der Arbeitnehmer: Silvia Schneider, Finanzverwalterin, Schinznach
Bad, Pius Huwiler, Psychologe, Brugg, Helene Busslinger, Finanzverwalterin,
Zurzach, Rita Von Arb, Finanzverwalterin, Biberstein, Thomas Kyburz, Theologe,
Gipf-Obertrick. Präsident ist Franz Eberle, Vizepräsidentin Silvia
Schneider.
Im Geschäftsbericht 2002 attestiert die Kontrollstelle, dass
die Pensionskasse der Landeskirche "im gesamtschweizerischen Vergleich
überdurchschnittlich gut" da steht. Auch diese Kasse habe zwar wegen der
schlechten Börsenlage Verluste erlitten, doch die finanzielle Situation sei
"nach wie vor intakt", heisst es im Geschäftsbericht 2002. Der Deckungsgrad
liegt bei 100,2 Prozent, besondere Massnahmen würden sich daher nicht
aufdrängen. Trotzdem wurde aufgrund einer Expertenanalyse die Aktienquote etwas
gesenkt. Die Aktivguthaben werden für das Jahr 2003 mit 3,5 Prozent verzinst und
damit leicht über dem gegenwärtigen gesetzlichen Mindestzinssatz von 3,25
Prozent. Ende 2002 umfasste die Kasse 438 Aktivversicherte und 135
rentenberechtigte Personen. Dazu gehören sowohl hauptamtlich in der Seelsorge
Tätige wie auch Teilzeitangestellte der Kirchgemeinden und der Landeskirche.
(16.09.03/mb)
"Frauen, die das Leben lieben"
Das wünscht
sich Schwester Irene Gassmann für ihre Klostergmeinschaft. Seit September 2003
ist sie Priorin im
Kloster
Fahr. In der Sendung von Radio DRS "Musik für einen Gast" vom 28. Dezember
stand die Benediktinerin Red und Antwort über das Leben im Kloster Fahr und
ihren persönlichen Werdegang. "Frauen, die das Leben lieben", das sei ihr
persönliches Motto. Frauen, die die Gemeinschaft lieben, die die Mitschwestern
lieben, die strahlen etwas aus.
Obwohl zwei Drittel der Schwestern im
AHV-Alter sind, AHV-Gelder seien zur Zeit die Haupteinnahmen des Klosters, hält
die Priorin nichts vom "Missionieren", um neue Mitglieder zu gewinnen.
Glaubwürdig leben, betonte sie im Radiogespräch, sei für sie das Wichtige, das
strahle aus und könne junge Menschen ansprechen. So sei auch sie zum Kloster
gekommen. Auf einem Bauernhof in Dagmersellen aufgewachsen, besuchte sie die
Bäuerinnenschule des Klosters Fahr, war fasziniert von der
Schwesterngemeinschaft, überlegte sich, ob das nicht auch etwas für sie wäre -
eine Beziehung zu Gott und zur Kirche war ihr schon als Kind wichtig, wie die
heutige Benediktinerin schilderte. 1986, 21-jährig, trat sie in die
Klostergemeinschaft von Fahr ein, weil sie von den Schwestern beeindruckt war.
Ob es einen speziellen "Kloster-Fahr-Geist" gebe? Sicher eine weibliche
Spiritualität, meinte die Priorin. Es sei auch eine Spiritualität, die sich
weiter entwickle. In einer Gemeinschaft sei die Spiritualität auch immer ein
gemeinsames Suchen. Jede Frau bringe sich mit ihrer eigenen Spiritualität ein.
Die Frauen, die vor 50 Jahren eingetreten seien, hätten eine andere
Spiritualität mitgebracht als die jüngeren Schwestern. In den letzten 15 Jahren
habe sich einiges im Kloster entwickelt. Übrigens, die Musik, die sich die
Priorin vom Kloster Fahr gewünscht hat, war nicht nur Gregorianischer Choral
oder ein Stück von Bach mit Orgel und Brass. Dabei war auch eine volkstümliche
Tanzmusik - Irene Gassmann war vor dem Klostereintritt Tanzleiterin für
Trachtentänze. Wiederholung der Sendung: Samstag, 3. Januar 2004, 11.00 Uhr,
Radio DRS 2. (29.12.03/mb)
Die sozialen Probleme im Aargau nehmen drastisch
zu
Bei den Sozialämtern und Beratungsstellen des Kantons Aargau
haben sich im Durchschnitt etwa 30 Prozent mehr Rat Suchende gemeldet als vor
einem Jahr. Das zeigen Umfragen und Schätzungen im Kanton, wie die
Caritas Aargau in ihrem
November-Bulletin mitteilt. Bei der regionalen Caritas-Stelle in Aarau haben
sich gegenüber dem letzten Jahr sogar rund 50 Prozent mehr Menschen wegen
sozialen Problemen gemeldet. In sehr vielen Fällen seien es finanzielle
Probleme, schreibt Stellenleiter Kurt Brand. Willkürlich gekürzte oder
verweigerte Sozialhilfe, Lücken im Haushaltbudget, zu tiefe Löhne (Working
Poor), allein erziehende Mütter, die keine Alimentsbevorschussung erhalten
würden, weil ihr Einkommen ein paar Franken zu hoch sei, das seien die täglichen
Problemen, mit denen die Sozialberatung der Caritas konfrontiert
sei.
Brand nennt dann klar die Hintergründe: "In der Sozialberatung wird
konkret sichtbar, wer am stärksten darunter zu leiden hat, wenn die Mittel der
öffentlichen Hand abgebaut werden." Der gravierendste Abbau finde bei den
Steuereinnahmen statt. Neoliberale Kreise argumentierten, nur mit
Steuersenkungen könnte die Wirtschaft wieder angekurbelt werden. Das Fazit des
Caritas-Stelleleiters: Die Steuereinnahmen werden immer knapper, "der
Wirtschaftsaufschwung lässt auf sich warten und die sozialen Probleme wachsen".
In ihrem Bulletin nennt die Caritas Vergleichszahlen für den Aargau und zeigt,
wer am stärksten von den sozialen Problemen betroffen ist. (09.12.03/mb)
Die Sozialhilfe im Aargau muss verbessert
werden
Sozialpolitische Anliegen haben es im Aargau schwer. Das
beleuchtet das Dossier "Der Armut auf der Spur - Sozialhilfepraxis im Aargau",
das vom Sozialrat der Aargauer Landeskirchen am 5. Mai in Aarau den Medien
vorgestellt wurde. Das Dossier, ein Buch von 80 Seiten, zeigt an fünf Porträts,
was es für armutsbetroffene Menschen heisst, unter dem Existenzminimum zu
leben.
Das Problem, wie die hier vorgenommene Analyse aufzeigt, ist nicht
das
aargauische
Sozialhilfegesetz, sondern die Handhabung des Gesetzes. So werden die
Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe
SKOS von den Behörden nur teilweise angewendet. Zu entscheiden über den
Einzelfall haben zudem Gemeinderäte, die in der Regel als ehrenamtliche Laien
ohne entsprechende Fachausbildung im Gemeindegremium tätig sind und mit den
eigenen Wertvorstellungen im Hintergrund entscheiden im Aargau sind das über
1'000 Behördenmitglieder. Die Entscheide über die Sozialhilfe fallen deshalb in
den einzelnen Gemeinden sehr unterschiedlich aus. Bei der kirchlichen und
privaten Sozialhilfe fallen andererseits die vielen heterogenen und
unkoordinierten Angebote auf.
Der Sozialrat ist der Meinung, dass sich
die Kirchen mit ihren Angeboten weiterhin im Bereich der Lücken einsetzen
sollen. Gleichzeitig sollen sie aber vermehrt auch bei der Ausgestaltung der
öffentlichen und kantonalen Sozialpolitik mitarbeiten, so wurde vor den Medien
betont. Auf lokaler und regionaler Ebene sollen sich die Pfarreien und
Kirchgemeinden für eine Optimierung der Sozialhilfe einsetzen. Auf der Ebene des
Staates soll die Sozialhilfe in den Gemeinden durch Professionelle mit
entsprechender Ausbildung geleistet werden, kleinere Gemeinden müssten sich
deshalb zu regionalen Sozialdiensten zusammenschliessen. Der Sozialrat ist eine
ökumenisches Beratungsgremium der aargauischen Landeskirchen. Das Dossier "Der
Armut auf der Spur - Sozialhilfepraxis im Aargau" kostet 10 Franken und ist
im
Baden-Verlag, Dättwil,
erschienen, Telefon 056 484 54 35. Es wird in diesen Tagen allen
Verantwortlichen in Politik und Kirche im Aargau zugestellt. Das Dossier richtet
sich mit seiner Analyse und den Forderungen in erster Linie an sie.
(05.05.03/mb)
Die Synode entschied doch noch für das Stimmrechtsalter 16
Die Zahl der Synodalen soll von 200 auf 150 und das Stimmrechtsalter für Schweizer/innen und Ausländer/innen von 18 auf 16 Jahre herabgesetzt werden. Das hat die Synode vom 5. November 2003 in Aarau bei der ersten Lesung zur Revision des Organisationsstatutes beschlossen.
Das revidierte Organisationsstatut , gewissermassen die Verfassung der Landeskirche, war das Hauptgeschäft der Synodesitzung. Es soll gestrafft und in manchen Bereichen präziser gefasst werden. Sehr engagiert diskutierte die sonst eher zurückhaltenden Synodemitglieder das Stimmrechtsalter. Die einen Votanten wiesen auf das geringe Interesse der Jugendlichen hin, die andere führten das Engagement von Jugendgruppenleitern ins Feld und meinten, dass die mit der Firmung erlangte kirchliche Mündigkeit auch das Stimm- und Wahlrecht beinhalten sollte. Mit 97 zu 71 Stimmen wurde eher knapp zugunsten des Stimmrechtsalters 16 entschieden.
Bei der Diskussion um die Grösse der Synode wurde die gegenwärtige Grösse als repräsentative "Landsgemeinde der Aargauer Katholikinnen und Katholiken" vehement verteidigt. Das kirchliche Parlament umfasst heute 200 Mitglieder, im revidierten Organisationsstatut sind es noch 150 Mitglieder. Die Bestrebung zum Straffen und Sparen obsiegte mit 107 gegen 53 Stimmen. Die Einsparungen werden allerdings mit 8'000 Franken pro Jahr nicht allzu üppig ausfallen. Zu verschiedenen Punkten nahm der Kirchenrat einige Anregungen zur Prüfung auf die zweite Lesung hin entgegen. In der Schlussabstimmung wurde das Organisationsstatut mit 158 Ja gegen 1 Nein zur zweiten Lesung verabschiedet.
Der Voranschlag der Landeskirche für das Jahr 2004 sieht Aufwand und Ertrag in der Höhe von 13,5 Millionen Franken vor. Das Budgetwachstum beträgt 2,6 Prozent, das Lohnwachstum 1 Prozent. Der Beitrag der Kirchgemeinde an die Zentralkasse kann zufolge guter Steuererträge von 2,7 geringfügig auf 2,65 Prozent gesenkt werden. Nach der Detailberatung, die zurückhaltend geführt wurde, wurde dann doch noch gefragt, ob das Sparen in der Synode ebenso wie im Grossen Rat nicht auch ein Thema sein müsste. Kirchenratspräsidentin Barbara Kühne bemerkte dazu, dass bis jetzt ein entsprechender Druck tatsächlich gefehlt habe. Im Zusammenhang mit dem Projekt "Wirkungsorientierte Pastoral" würden jedoch Sparmöglichkeiten und Optimierungen sehr wohl gesucht und geprüft. Die Senkung des Zentralkassenbeitrages dürfe als Zeichen dafür genommen werden. Der Voranschlag wurde einstimmig gutgeheissen.
Im Vorfeld der Synode wurde daran erinnert, dass eben die Synode der römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Luzern einen
Brief an die Bischofskonferenz betreffend der Zulassungsbedingungen für das Priesteramt verabschiedet habe. Das Büro der Synode wurde gebeten, angesichts des sich verschärfenden Mangels an Priestern und allgemein an Pfarreiseelsorgenden entsprechende Schritte zu prüfen. Bereits früher, im Mai 1994, hatte die Aargauer Synode einen Brief mit eindringlichen Bitten zu Veränderungen in den Zulassungsbedingungen für Diakonat und Priesteramt dem damaligen Diözesanbischof Hansjörg Vogel, der Schweizer Bischofskonferenz und dem damaligen Nuntius Karl-Josef Rauber zugestellt. Erzbischof Rauber hatte daraufhin eine Delegation der Synode zu einem Gespräch in die Nuntiatur in Bern eingeladen Bischof Vogel nahm an der Synode vom 2. November 1994 Stellung zum Brief. An der Synode vom Juni 2000 wurden die Fragen wiederum ausführlich diskutiert. Anschliessend wurden die Diskussionsergebnisse, ergänzt mit einem Brief des Kirchenrates, Bischof Kurt Koch und der Schweizerischen Bischofskonferenz zugestellt. (06.11.03/lk/mb)
Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Aargau
Beschlüsse der Synode vom 5. November 2003
An der ordentlichen Herbstsitzung der Römisch-katholischen Synode vom 5. November 2003 in Aarau wurden folgende Beschlüsse gefasst:
- Validierung von Wahlen in die Synode
- Als Mitglied in den Kirchenrat für den Rest der Amtsperiode 2003-2006 wurde Rolf Steinemann, Meisterschwanden, gewählt.
- Für den Umbau des Obergeschosses der Sekretariatsliegenschaft Feerstrase 8, Aarau, in zwei Wohnungen und zu einzelnen Unterhaltsarbeiten ist ein Verpflichtungskredit von Fr. 67'000.- bewilligt worden.
- Voranschlag
a) Der Voranschlag der Verwaltungsrechnung für das Jahr 2004 (Zentralkasse) mit einem Zentralkassenbeitragssatz von 2,65 Steuerprozenten wird genehmigt.
b) Der Kirchenrat wird ermächtigt, den Zentralkassenbeitrag bei den Kirchgemeinden in zwei gleichen Raten zu beziehen, und zwar per 15. Mai und per 15. November 2004. Für die Berechnung des Zentralkassenbeitragssatzes ist der bereinigte Steuer-Sollbetrag des Rechnungsjahres 2002 massgebend.
c) Der Kirchenrat wird ermächtigt, zur Deckung der Kosten für die Seelsorge im Dienste der italienischen, spanischen und portugiesischen Konfessionsangehörigen von den Kirchgemeinden einen "Pro Kopf-Beitrag" von Fr. 50.- für jeden in ihrem Gebiet wohnhaften italienischen, spanischen und portugiesischen Konfessionsangehörigen (Stand: 30. April 2003) zu erheben.
- Die Synodalen stimmen der Revision des Organisationsstatuts in erster Lesung zu.
Gemäss Art. 39 und 41 des Organisationsstatutes vom 15. Juni 1977, teilrevidiert am 7. November 1984, können Beschlüsse oder Entscheide der Organe der Landeskirche durch die Konfessionsangehörigen mit Beschwerde angefochten werden. Die Beschwerdefrist beträgt 20 Tage seit der Veröffentlichung in den Publikationsorganen. Der Ablauf der Beschwerdefrist für diese Synode ist somit der 18. Dezember 2003. Beschwerden sind an die Rekurskommission der Römisch-katholischen Landeskirche, Sekretariat, Feerstrasse 8, Postfach, 5001 Aarau, zu richten.
Aarau, 5. November 2003
Die Präsidentin: Carla Bättig
Der Sekretär: Otto Wertli
Ein Kreuz genau nach der Vorschrift von
Jesus?
An verschiedenen Orten im Aargau wollen
Private ein exakt 7,38 m grosses Kreuz aufstellen. Darüber hat die Aargauer
Zeitung in der Ausgabe vom 18. Januar 2003 kurz berichtet. In Kaisten und
Lenzburg wurden bereits solche Kreuze aufgestellt, in Münchwilen hat der
Gemeinderat ein entsprechendes Gesuch abgelehnt, in Herznach verlangt der
Gemeinderat nachträglich noch ein Baugesuch, wie aus Zeitung zu erfahren
ist.
Das Kreuz muss genau nach der Vorschrift von Jesus gebaut sein. So
soll Jesus 1974 der Seherin Madeleine Aumont in Dozulé in Nordfrankreich
erschienen sein und in einer ersten Anleitung ein grosses Einzelkreuz in der
Höhe von 738 m verlangt haben. Der zuständige Bischof hat jedoch die Errichtung
eines solchen Kreuzes abgelehnt. Daraufhin soll Jesus einer zweiten Seherin
erschienen sein, Fernanda Navarro aus Grenoble. Von ihr hat er dann verlangt,
dass das "Kreuz von Dozulé" im Massstab 1:100 nachzubauen sei. Jesus soll seine
Forderung auch begründet haben: sein "Heiliges Kreuz" soll "über die ganze Welt
herrschen" und sein "Kommen in Herrlichkeit" ankündigen. Auf der Website des Fatima-Apostolates der
Deutsch-Schweiz ist die ganze Entstehungsgeschichte sowie eine genaue Bauanleitung zu
finden. Das Kreuz muss 7,38 m gross und 2,46 m breit sein, in der Nacht
beleuchtet, Vorder- und Rückseite weiss, die Seiten blau. Tausende solcher
Kreuze "werden sich auf der ganzen Welt erheben", soll Jesus der Seherin in
einer Botschaft von 1996 prophezeit haben. Die Kreuze "müssen leuchtend sein".
"Zu Ehren meiner heiligen Mutter wünsche ich die beiden Farben weiss und blau",
soll Jesus weiter gesagt haben. Vor diesem Kreuz oder in Sichtweite zum Kreuz
sollen Gebete verrichtet werden. Das Fatima-Apostolat ist eine konservative
katholische Gruppierung mit sektiererischen Tendenzen, bei der die
Marienverehrung sehr im Zentrum steht.
Wie die Reaktion des zuständigen
Bischofs Jean Badré im Jahr 1985 zeigt, geht die katholische Kirche offiziell
sehr zurückhaltend bis ablehnend mit solchen Erscheinungen um. In einer Erklärung vom 14. Mai 2003 distanziert sich nun auch die
Schweizer Bischofskonrerenz von den "Dozulé-Kreuzen". In ihrer Erklärung
erinnern die Schweizer Bischöfe daran, dass die Wallfahrten und die Kreuze von
"Dozulé" von der Kirche nicht anerkennt worden seien. Zudem würden die von
Dozulé publizierten Schriften "unannehmbare Elemente und Forderungen" enthalten
wie etwa der "ausschliessliche" Charakter der Botschaft oder die "zweifelhafte
Lehre" vom ewigen Leben. Ebenso lehnen die Bischöfe das Aufstellen von
leuchtenden Kreuzen "ohne Rücksichtsnahme auf die religiöse Sensibilität
angrenzender Bewohner" ab. Sie distanzieren sich damit "im Einverständnis mit
dem Lehramt der Universalkirche" klar vom Projekt "Dozulé".
(21.01.03/15.05.03/mb)
Frauen marschieren für den Frieden
Einige
hundert Frauen der katholischen Frauenvereine der Bezirke Baden und Brugg werden
sich am Freitag, 22. August, ab 18.30 Uhr in einem Sternmarsch auf den Weg zum
Reusspark in Gnadenthal begeben. Die Frauen wollen damit ein Bekenntnis zum
Frieden ablegen und sich aktiv und bewusst für eine versöhnliche Welt einsetzen.
Nach einer kurzen Einstimmung in Mellingen, Bellikon, Oberrohrdorf,
Niederrohrdorf und Remetschwil marschieren sie für den Frieden, zeigen ihre
Empörung über die Gewalt in der Welt, geben ihrer Sehnsucht Ausdruck und setzen
auch Zeichen der Hoffnung. Ab Stetten, Treffpunkt 19.30 Uhr beim Schulhaus, sind
alle Frauen gemeinsam unterwegs. Um 20 Uhr findet beim Labyrinth an der Reuss in
Gnadenthal eine schlichte Friedensfeier statt. Kontaktperson: Aura
Grubenmann-Santoro, Bezirksdelegierte Baden/Brugg, Telefon 056 401 28 75.
(18.08.03/akf/mb)
Frauenbund gegen "Sparwut" im
Bildungswesen
Der Aargauische Katholische Frauenbund AKF wehrt
sich in einer Medienmitteilung gegen "qualitätsvermindernde Sparmassnahmen im
Bildungsbereich". An einer Klausurtagung hat sich der Kantonalvorstand mit dem
Thema befasst. Politiker und Politikerinnen würden ihre Forderungen nach Sparen
oft damit begründen, dass sie der nächsten Generation keinen Schuldenberg
hinterlassen wollten. Da fragt sich der AKF: "Wo machen wir uns schuldiger, beim
Sparen am Bildungsangebot oder beim Sparen an Bildungsausgaben?"
Kinder
und Jugendliche sollten auch im Aargau das Recht auf ein umfassendes
Bildungsangebot haben, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Ein
Bildungsangebot, "das sie individuell fördert und gemäss ihren persönlichen
Fähigkeiten auf ein späteres Berufsleben vorbereitet". Verfassung, Schulgesetz
und Leitbild würden für eine ganzheitliche Bildung stehen, das müsse so bleiben,
"damit die Chancengleichheit im Bildungsbereich nicht zur Worthülse verkommt".
Konkret wehrt sich der AKF entschieden gegen die Erhöhung der
Mindestklassenbestände an der Primarschule und die Heraufsetzung der
Klassengrössen an Sekundar- und Bezirksschulen. Er verurteilt auch den
Bewilligungsstopp für Einschulungsklassen und die Kürzung der Stundenzahl im
handwerklichen Bereich. Dem AKF ist klar, dass die Staatsfinanzen ins Lot
gebracht werden müssen. Es dürften aber nur Spar- und Umlagerungsmöglichkeiten
genutzt werden, "die von der Gesamtbevölkerung getragen werden und nicht von
Kindern und Jugendlichen ausgebadet werden müssen".
Der
Aargauische Katholische
Frauenbund AKF ist ein kantonaler Dachverband von über 100 Ortsvereinen im
Kanton Aargau mit total 12'824 Mitgliedern. Er fördert die Weiterbildung der
Frauen für ihre Aufgaben in Familie, Gesellschaft, Kirche und Staat und erfüllt
auch soziale Aufgaben. Weiter vertritt er die katholischen Frauen in
verschiedenen Gremien und verschafft ihren Anliegen Gehör bei kirchlichen und
staatlichen Stellen und in der Öffentlichkeit. (24.11.03/akf/mb)
Frauenbund unterstützt die Verbesserung der
Integration
Der Vorstand des
Aargauischen
Katholischen Frauenbundes AKF begrüsst es, dass der Aargauer Regierungsrat
die Integration der ausländischen Bevölkerung mit geregeltem Aufenthaltsrecht
verbessern will. Das schreibt der Verband in einer Medienmitteilung zur
Vernehmlassung des Kantons über die Integration der ausländischen Bevölkerung.
Die Stellungnahmen zur Vernehmlassung waren bis Mitte August
einzureichen.
Der AKF empfiehlt die vorgeschlagenen Massnahmen sofort
umzusetzen. Dazu gehören die Institutionalisierung der Koordinationsstelle, die
Deutsch- und Integrationskurse sowie die Weiterbildung und der Einsatz von
Kulturvermittlern. Die vierte Massnahme, Förderung des interkulturellen Dialogs,
scheint dem AKF zwar wünschenswert, aber eher eine Aufgabe der Gesellschaft
allgemein als der staatlichen Organisation zu sein. Im Integrationskonzept sieht
der Vorstand des katholischen Frauenverbandes noch drei weitere dringliche
Massnahmen: erstens ein Bildungsangebot für nichterwerbstätige und
bildungsungewohnte Frauen, denn diese hätten als Erzieherinnen einen grossen
Einfluss auf die nächste Generation zweitens firmeninterne Sprach- und
Integrationskurse als Beitrag der Arbeitgeber drittens Schulung des
Behördenpersonals, damit alle Massnahmen wirkungsvoll umgesetzt werden können.
(20.08.03/akf/mb)
Fünf Jahre
Jugendarbeit mit Gehörlosen
Die fünf Jahre ökumenische Jugendarbeit mit Gehörlosen in den Kantonen Aargau
und Zürich wurde bei der "Visuellen Kultur" in Basel gefeiert. Das kleine
Jubiläum wurde absichtlich "auswärts" gefeiert. Man wollte damit ein "kräftiges
Zeichen" setzen und über die beiden Kantone hinaus zeigen, "dass man für alle da
ist", wie der Gehörlosen-Jugendarbeiter Gian Reto Janki in der neuesten Ausgabe
der Gehörlosenzeitschrift "der Baum" schreibt. Es ist die bisher einzige
Arbeitsstelle für Jugendarbeit mit Gehörlosen. Die ökumenische Stelle, am 1.
September 1998 gegründet, wird von den katholischen und reformierten
Landeskirchen der Kantone Aargau und Zürich getragen.
Ziel der
ökumenischen Gehörlosen-Jugendarbeit ist, Jugendlichen neue Erfahrungen von
Gemeinschaft machen zu lassen und ihnen so neue Wege zu eröffnen. Es sollen Wege
sein, die in ihrem Leben neue Perspektiven schaffen und auch Halt geben, wie
Gian Reto Janki zur Jubiläumsfeier schreibt. Auch einander zu helfen und
miteinander teilen zu können, ist ein wesentlicher Bestandteil der ökumenischen
Jugendarbeit mit Gehörlosen. (04.11.03/grj/mb)
Gebet der Religionen am Bettag: Begegnung ist die
Hauptsache
Nach Baden, Gränichen und Rheinfelden wird an diesem
Bettag, 21. September, zu einem "Gebet der Religionen" nach Berikon eingeladen.
Gestaltet wird der religiöse Anlass von den gastgebenden Kirchgemeinden und von
verschiedenen Religionsgemeinschaften aus dem Aargau. Die Feier mit dem Thema
"Unterschiede beleben – Respekt vor der Vielfalt" findet im "Berikerhus" südlich
der Mutschellen-Passhöhe statt (Wegweiser beachten) und beginnt um 10.30 Uhr.
Der erste Teil ist eine Art Gottesdienst mit Lesungen, Berichten und Gebeten.
Anschliessend werden besondere Speisen vor allem aus den Herkunftsländern der
Mitwirkenden angeboten. Einige kulturelle Darbietungen wie Tänze und Musik
tragen zur besondern Atmosphäre bei. Die Begegnung gerade auch mit Leuten
anderer Kulturen und Religionen ist bei diesem Anlass die Hauptsache - "damit
aus Fremden Freunde werden". Weitere Feiern in ähnlicher Art finden am gleichen
Tag auf dem Kirchplatz in Baden statt, Beginn um 11 Uhr, im Gemeindesaal in
Rothrist, Beginn um 10 Uhr, und bei der Reformierten Kirche in Zurzach, Beginn
um 10 Uhr.
Das "Gebet der Religionen" hat zum Ziel, die Kräfte zu
bündeln, die zum Aufbau und zur Pflege einer friedvollen Gesellschaft notwendig
sind. Der Aargauer Interreligiöse Arbeitskreis Airak widmet sich dieser Aufgabe
seit 1994. Die von heiligen Schriften wie von religiösen Personen vermittelten
Vorstellungen von Gott und die Gebete sind zwar verschieden, doch das gemeinsame
Feiern hilft, Vorurteile abzubauen und einander in der Vielfalt zu respektieren.
(16.09.03/mak/mb)
Hans-Peter Schmidt ist Bistums-Koordinator für den
Aargau
An einer Begegnung vom 29. April im Bischöflichen
Ordinariat in Solothurn mit Delegierten der staatskichenrechtlichen Exekutiven
des
Bistums Basel wurden
die Koordinatoren für die neue Regionalisierung des Bistums vorgestellt. Ab 1.
Januar 2004 wird das Bistum Basel nicht mehr eingeteilt in die zehn
Bistumskantone, sondern in drei Grossräume. Die Führungsstruktur wird damit
vereinfacht. Die drei Regionen sind aus den zehn bisherigen Bistumskantonen wie
folgt zusammengesetzt: Region Aargau/Baselland/Basel-Stadt, Region
Bern/Jura/Solothurn und Region Luzern/Schaffhausen/Thurgau/Zug.
Für eine
Übergangsphase bis Mitte 2004 werden die drei Regionen von so genannten
Koordinatoren oder Administratoren geleitet. Für die Region
Aargau/Baselland/Basel-Stadt übernehmen diese Funktion Domherr Hans-Peter
Schmidt, Pfarrer in Berikon AG und ehemaliger Regionaldekan für den Aargau, und
Domherr René Hügin, Pfarrer in Muttenz BL. Aufgabe der Koordinatoren ist, in
Zusammenarbeit mit der Projektleitung die Umsetzung zu begleiten. Der
Projektleiter, Generalvikar P. Roland-B. Trauffer, wies bei der Vorstellung der
Koordinatoren darauf hin, dass mit der Neueinteilung in nur noch drei Regionen
eine intensivere Zusammenarbeit und eine direktere Kommunikation gefördert
werden soll. Die Anliegen der einzelnen Regionen können so auch besser in das
Bistum eingebracht werden und die Regionen können sich nach Trauffer intensiver
am Geschehen des Bistums beteiligen. (07.05.03/he/mb)
In welche Richtung entwickeln wir die Seelsorge im
Aargau?
Welche "Produkte" bieten die Arbeitstellen der Landeskirche zur Zeit an?
Wie kommen die Angebote bei den Menschen an? Was soll weiterentwickelt und was
kann abgebaut werden? Mit solchen Fragen befasst sich zur Zeit eine
Projektgruppe der katholischen Kirche im Aargau unter dem Titel
"Wirkungsorientierte Pastoral" (WOP). Die Arbeitsstellen und Teamleitungen haben
in diesen Tagen den Auftrag erhalten, bis zum 1. Juni 2003 nach einem
vorgegebenen Raster die gegenwärtigen Angebote sowie die Pläne für die Zukunft
zusammenzustellen.
Der Anstoss zum Projekt WOP kam vom Kirchenrat, der
auf dem Hintergrund eines mittelfristigen Finanzplanes das Geld bewusst und
"wirkungsorientiert" einsetzen möchte, zumal künftig nicht mehr Steuergelder zur
Verfügung stehen. Der Kirchenrat konnte aber nicht von sich aus in der
Seelsorge, in der Pastoral die Schwerpunkte für die Zukunft setzen und hat
deshalb zusammen mit der Aargauischen Dekanenkonferenz, zuständig für
Seelsorgefragen im Kanton, nach Entscheidungsgrundlagen gesucht. Daraus entstand
mit Unterstützung von aussen, von Dr. Daniel Kosch, Geschäftsführer der
Römisch-katholischen Zentralkonferenz der Schweiz RKZ, das Projekt WOP. An einer
Tagung im vergangenen Januar wurde das Projekt mit den Stellen- und
Teamleitungen, die im Bereich der Landeskirche tätig sind, diskutiert. Bis Ende
2003 sollen die abgegebenen Antworten ausgewertet sein. Auf Grund der daraus
entstandenen Profile der Arbeitsstellen wird in einer nächsten Phase überlegt,
in welche Richtung und mit welchen Schwerpunkten die Seelsorge im Aargau
weiterentwickelt werden soll. Es werden Leitideen und Entwicklungsziele
formuliert sowie Führungsinstrumente erarbeitet. Ende 2004 soll das Projekt
abgeschlossen sein. Die Federführung in der Projektgruppe hat ein
Steuerungsausschuss mit Claudia Mennen, Mitarbeiterin beim Regionaldekanat,
Barbara Kühne, Präsidentin des Kirchenrates, Otto Wertli, Sekretär der
Landeskirche, und Daniel Kosch von der RKZ als Projektbegleiter. (02.04.03/mb)
Irak: Wenn Politik und Diplomatie am Ende
sind
In einer Zeit, wo "Politik und Diplomatie am Ende sind und
Aufrufe zu Menschlichkeit ungehört verhallen", fordert das
Regionaldekanat der
Bistumsregion Aargau in einem Brief vom 19. März 2003 an die Seelsorgerinnen
und Seelsorger alle Pfarreien zum Friedensgebet auf. Im Gebet könnten wir uns
"verbinden mit vielen Menschen guten Willens, so auch mit unserem Papst Johannes
Paul II in seinem unermüdlichen Einsatz für den Frieden". Mit dem
Gebetausaufruf, bei dem auch an die vielen weiteren Kriegsherde auf der Welt
gedacht werden soll, knüpft das Regionaldekanat an die Gebetsaktion während des
Golfkrieges an. Gleichzeitig fordert das Regionaldekanat die Pfarreien auf,
mitzuteilen, mit welchem äusseren Zeichen sie die Sorge um den Frieden auch
symbolisch ausdrücken. (20.03.03/mb)
Iraker im Aargau: "Wir weinten für unser
Land"
Die Zerstörung des Regimes von Saddam Hussein sei für "jeden
Iraker und jede Irakerin wie ein Traum" gewesen, "den niemand träumen durfte".
Amerika habe die Menschen von einem grossen Albtraum erlöst. Das schreibt eine
Irakerin, die in Aarau wohnt, in der Juni-Nummer der Integrationszeitschrift der
Caritas Aargau "da & dort". Ihre Familie lebt im Norden des Irak. "Ich
hoffe, dass es besser wird und die Leute noch mehr Freiheit bekommen", schreibt
die Irakerin weiter. In ihrem Land gebe es viele arme Leute, die Hilfe
brauchten, "und ich werde helfen".
Sie hätten die Zerstörungen des
Krieges am Fernsehen mitverfolgt, schreibt ein Iraker aus Buchs. Er habe
versucht zu verstehen, warum Amerika in sein Land eingedrungen sei. "Wir weinten
für unser Land und die Toten, welche ohne Grund gestorben sind." Er habe immer
wieder gehofft, dass niemand von seiner Familie unter den Toten sei, schildert
er die damalige Situation. "Ich geniesse jetzt mit Freude, wie der Diktator
gestürzt worden ist. Aber andererseits bin ich traurig, wenn ich mein Land sehe,
all die abgebrannten und geplünderten Gebäude."
Ein weiter Iraker, er
wohnt in Aarau, erinnert sich an den März 1991. Damals hätten Iraker Widerstand
gegen Saddam geleistet. Die Amerikaner hätten aber nicht den Widerstand, sondern
Saddam unterstützt. "Meine grosse Frage ist, weshalb wir zwölf Jahre warten
mussten, bis wir ans Ziel kamen." Er wünscht seinem Land ein besseres Leben und
der Schweizer Behörde dankt er "für alles, was sie für uns in der Schweiz
gemacht hat". Und er dankt auch "für das Mitgefühl, das ich hier angetroffen
habe".
Die von der Caritas Aarau vierteljährlich herausgegebene
"Plattform für Flucht-, Migrations- und Integrationsthemen", so heisst es im
Untertitel der Zeitschrift "da & dort", kann gegen einen
Unterstützungsbeitrag abonniert werden:
Caritas Aargau, Laurenzenvorstadt 90, 5001 Aarau, Telefon 062
822 90 10, Mail
box@caritas-aargau.ch. (13.06.03/mb)
Irak-Krieg: Taugwalder hat dem Papst
geschrieben
Angesichts des drohenden Irak-Krieges hat der
93-jährige in Aarau wohnhafte Schweizer Autor Hannes Taugwalder Papst Johannes
Paul II. in einem unbeantwortet gebliebenen Schreiben aufgefordert, zu einer
"weltweiten grossen Friedensdemonstration" am 12. März aufzurufen. Taugwalders
Anregung: "Am 12. März um 12 Uhr 12 Minuten lang im ganzen Erdkreis die
Kirchenglocken läuten zu lassen, denen sich andere religiöse Gruppierungen
anschliessen werden. Während der Zeit des Glockengeläutes wird den Menschen nahe
gelegt, zu meditieren oder auf den Strassen sich schweigend die Hände zu
reichen." (11.03.03/kipa/mb)
Ist Ethik die Antwort auf die Unmoral der
Wirtschaft?
Eine Rückbesinnung auf ethische und moralische Werte
ist in der Wirtschaft unbedingt nötig. Die überlieferten Moralvorstellungen
seien in eine Ecke abgedrängt worden. Diese Meinung vertrat
Dr. Bernhard Waxenberger, Mitarbeiter am
Institut für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen. Er
hielt in Aarau ein Referat zum Thema "Wirtschaftsethik als Antwort auf die
Unmoral der Wirtschaft?". Eingeladen zur Veranstaltung hatte die ökumenische
Kommission "Kirche – Wirtschaft" der Aargauischen Landeskirchen.
Der
Referent zählte gleich einige Beispiele auf, die das Vertrauen in die Wirtschaft
schwinden liessen. Er nannte Fehlbuchungen in den Konzernen und gefälschte
Bilanzen, ferner hohe Führungskräfte, die mit Aktien bezahlt werden und deshalb
die Kurse künstlich hoch treiben, oder Manager, die ungeniert "abzocken".
Stetiges Wachstum stehe im Vordergrund. Am Ende müsse die Arbeitnehmerschaft auf
der unteren Stufe die Fehler des Managements ausbaden – gewöhnlich mit
Arbeitsplatzabbau und Entlassungen. Damit würde die finanziellen und
wirtschaftlichen Krisen zu eigentlichen Vertrauenskrisen, erläuterte
Waxenberger. Ethiker, insbesondere die Wirtschaftsethiker, müssten die
Moralansprüche unserer Gesellschaft neu hinterfragen. Ethisches Denken und
Handeln könne in den Unternehmungen durchaus Früchte tragen, ist der Referent
überzeugt. Dabei müssten sich in erster Linie die "Bosse" an die moralischen
Regeln halten. Waxenberger empfahl den Firmenverantwortlichen, ethiknahe
Konzepte zu entwickeln und "bürgerschaftliches Engagement" in den Vordergrund zu
stellen. Zudem müssten sie sich fragen, ob ihr Unternehmen lediglich eine
"Gewinnmaschine" sein soll oder auch die legitimen Ansprüche der Mitarbeitenden
berücksichtigt werden. Gewinnstreben sei zwar durchaus legitim, dürfe jedoch nur
ein begrenztes Gewinnstreben sein, bei dem die Würde der Menschen gewahrt
bleiben müsse. Die Erfahrung zeige, dass die Rückbesinnung auf moralische Werte
einigen Unternehmen Erfolg gebracht hätte, vor allem langfristigen Erfolg.
Erstaunlicherweise wurde an der kirchlichen Veranstaltung zur Rolle und Aufgabe
der Kirchen auf dem Gebiet der Ethik und Moral lediglich gesagt, dass heute
jeder Mensch selber herauszufinden habe, was ethisch und moralisch relevant sei.
(03.04.03/ria/mb)
Jubiläumslied "Im Läbensstrom vor Ziit" auf
CD
Gerade rechtzeitig zum Beginn des Kirchenprojektes
"WasserZeichen 2003" erscheint die CD mit dem Lied der Aargauer Landeskirchen
zum Kantonsjubiläum. Dani Kalt, Musiker und Sänger aus Buus, hat zur Idee von
"WasserZeichen" ein ansprechendes und eingängiges Lied geschrieben. Auf der
Maxi-Single finden sich neben der gesungenen Originalfassung von Dani Kalt auch
die Instrumentalversion zum selber Mitsingen und als Bonustrack ein drittes
Musikstück. Die CD eignet sich über die Anlässe von "WasserZeichen" hinaus als
besonderes Geschenk zu Ostern, zur Firmung oder im Laufe des Jahres als
Taufgeschenk. Die CD und ein vierstimmiger Chorsatz des Liedes sind ab sofort
erhältlich bei der Katechetischen Medienstelle, Hohlgasse 30, 5000 Aarau, Mail
medienstelle@ag.kath.ch.
Einzelpreis: Fr. 8.—(+Versandkosten), 10 oder mehr Exemplare: je Fr. 6.— (inkl.
Versandkosten). (31.03.03/ts)
Jugendevent "Waterproof - noch ganz
dicht?"
Es dreht sich alles ums Wasser beim Aargauer Jugendevent
"Waterproof" vom 19./20. September. Der ökumenische Anlass findet im Rahmen von
"Wasserzeichen 2003" statt, dem Beitrag der Aargauer Landeskirchen zum
Kantonsjubiläum. Aus acht Regionen machen sich am Freitagabend Jugendliche
entlang der Aargauer Flüsse auf den Weg. Am Samstagnachmittag treffen alle im
Amphitheater Windisch ein. Verschiedene Jugendorganisationen stellen dort ihre
Angebote vor. An Bars werden Getränke, Früchtsäfte und Glacé offeriert.
Anschliessend steht mit der Band "waterproof" Funkiges aus Zofingen auf dem
Programm und die Hip-Hop-Tanzgruppe "Roundabout" sorgt für Stimmung.
Interessierte Jugendliche können sich unter www.waterproof-ag.ch über die
Regionalprogramme informieren und sich mit dem Onlineformular direkt anmelden -
Mitmachen ist noch möglich. (11.09.03/tg/mb)
Jugendliche brauchen Räume auch zum blossen
"Rumhängen"
Wo haben Sie als Kind Ihre Freizeit verbracht? Was
haben Sie gespielt? Gab es da nicht öfters recht brenzlige Situationen? Der
Vortrag von Martin Lechner am Jugendseelsorgeforum vom 20. Mai in Aarau war ein
Plädoyer für Orte, an denen Kinder und Jugendliche gemeinsam lernen können, was
gefährlich ist und wie das Zusammenleben am besten funktionieren kann. Der
Referent, Professor für Jugendpastoral in Benediktbeuern (Deutschland), machte
mit vielen Beispielen auf die Auswirkungen der modernen Stadtentwicklung auf das
Leben der Kinder aufmerksam. Es gebe immer weniger Gleichaltrige in der nächsten
Umgebung, mit denen sie sich an frei wählbaren Plätzen treffen könnten. Im
"Rumhängen" mit der Clique probieren aber Jugendliche mögliche Lebensstile aus,
bei den Streifzügen durch den Park werden sie mit den Tücken der Natur und den
Werten der Gesellschaft konfrontiert. Nur wenn sie nicht ständig behütet werden,
lernen Kinder auf eigenen Beinen zu stehen, ihr Leben zu meistern.
Der
Referent forderte die rund 60 anwesenden Erwachsenen auf, sich als Anwälte für
attraktive Sozialräume einzusetzen. Dies bedeute erstens, die öffentliche Zone
für alle einladend zu gestalten und gegebenenfalls Räume zu verteidigen.
Jugendliche ernst nehmen heisse zweitens auch, sich für ihre Lebenswelt zu
interessieren und gegebenenfalls mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Darüber
hinaus bedeute es, sich für eine Vernetzung einzusetzen, die Generationen und
verschiedenen Institutionen zum gegenseitigen Kennenlernen zusammenzubringen.
Zuletzt sollten sich alle darum bemühen, betonte Lechner, dass Professionelle,
die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, "als Person" in die Arbeit
eingehen. Denn Jugendliche würden sich weniger für das, was man könne, sondern
für die Art, wie man lebe, interessieren. Dies schliesse die Bereitschaft ein,
mit Jugendlichen zu überlegen, wie man heute recht und sinnvoll leben
könne.
Das Jugendseelsorgeforum, in diesem Jahr zum Thema "Jugend und
Räume", wurde von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge in Zusammenarbeit mit
der Fachkommission Jugend der Römisch-katholischen Kirche im Aargau und der
Vereinigung Aargauischer Jugendseelsorger/innen bereits zum neunten Mal
organisiert. Der Anlass richtet sich an Jugendseelsorger/innen,
Kirchenpfleger/innen und weitere an Jugendfragen Interessierte aus den
Pfarreien. Die wichtigsten Thesen des Referates "Leitlinien für eine
sozialräumliche Perspektive von Jugendarbeit" von Martin Lechner sind auf der
Website der
Arbeitsstelle für Jugendseelsorge zu finden. (27.05.03/thv/mb)
Das Markusevangelium als Weltliteratur
gelesen
Die szenische Lesung des Markusevangeliums am 20. November
an der Kantonsschule Baden begeisterte die Zuhörenden wie auch die zwölf
Vortragenden. Die biblische Botschaft wurde für einmal nicht ausschliesslich in
ein theologisches oder kirchliches Umfeld eingebettet. "Wir wollten das
Evangelium nach Markus auch als ein Stück grosser Weltliteratur verstehen",
betonte der Religionslehrer Zsolt Keller. Die sechs Gitarristinnen und
Gitarristen, angeleitet vom Instrumentallehrer Benjamin Scheck, untermalten die
Lesung und nahmen die Thematik des Textes musikalisch auf, etwa wenn Laura
Spring zu den Leidensankündigungen mit teils wilden Riffs auf der Elektrogitarre
improvisierte. Die sechs Rezitierenden an ihren Bistrotischen liessen dem Stück
Weltliteratur den entsprechenden Raum und steigerten sich in den Schlusskapiteln
in eine szenische Lesung. (23.11.03/pze/mb)
Kirchenpflegentagung mit vielen jungen
Leuten
Auch die dritte Tagung für Kirchenpflegemitglieder vom Mai
in der Propstei Wislikofen war komplett ausgebucht. Wegen der grossen Nachfrage
bietet die Römisch-katholische Landeskirche die Tagung jeweils an drei
verschiedenen Daten an. Viele der Teilnehmenden wurden im letzten Herbst neu in
der Kirchenpflege gewählt. Bei der Programmgestaltung lag deshalb ein besonderer
Akzent auf der Einführung in die Arbeit einer Kirchenpflege.
Zur
Diskussion standen Fragen wie etwa: Wie führt man Mitarbeitergespräche? Wie
finanziert man einen Neubau? Wie managt man die Finanzen? Unter der Leitung der
Theologin und Erwachsenenbildnerin Claudia Mennen machten sich die
ehrenamtlichen Behördemitglieder auch Gedanken über ihre Motivation. Die Gründe
zur Mitarbeit in der Kirchenpflege waren sehr breit gestreut: "Ich will mich für
etwas Konstruktives engagieren" - "Ich will etwas verändern in der Kirche" -
"Ich möchte etwas für mich persönlich dazulernen". Otto Wertli, Sekretär der
Landeskirche, erläuterte die Struktur und Organisation der Kirche im Aargau. Um
auf spezifische Bedürfnisse eingehen zu können, wurden Ateliers zu konkreten
"Alltagsfragen" angeboten wie Finanzen, Personalwesen, pastorale und
staatskirchenrechtliche Strukturen, Unterstützungsangebote, Arbeitsstellen oder
Sitzungsmanagement. Sehr geschätzt wurde auch der Austausch
untereinander.
"Ich führe oft Personalgespräche", meinte ein
Kirchenpfleger, "und ich bin froh zu hören, welche Erfahrungen andere machen."
Eine Kirchenpflegerin, die nicht das erste Mal dabei war, meinte überrascht:
"Viele junge Mütter und Väter sind hier. Ich bin erstaunt, wie viele junge Leute
interessiert sind, dass es gut weiter geht mit der Kirche. Das macht Mut!" Eine
junge Frau zog die Bilanz: "Ich habe durch die Tagung nicht nur viel gelernt,
sondern auch gemerkt, dass ich sehr gerne Kirchenpflegerin bin."
(07.05.03/mbn/mb)
Kloster Fahr: "Wir sind hier sehr
selbständig"
Im kommendem September übernimmt die 38-jährige
Ordensfrau Irene Gassmann als Priorin die Leitung des
Benediktinerinnenklosters
Fahr. Die diplomierte Hauswirtschaftslehrerin lebt seit 1986 im Kloster Fahr
und leitete seit 1993 die Bäuerinnenschule des Klosters. Sie wurde im Juni
dieses Jahr auf Vorschlag der Klostergemeinschaft Fahr vom Benediktinerabt
Martin Werlen, Einsiedeln, zur Priorin ernannt.
Die Frauen im Kloster
Fahr seien sehr selbständig, und im Klosteralltag sei heute vieles
selbstverständlich geworden, was früher undenkbar gewesen sei. Das sagt die neue
Priorin in einem Interview der
"Neuen
Zürcher Zeitung" vom 12. August 2003. Sie stellt sich dort den Fragen über
die Frauenordination, über die Zukunft des Klosters und die Gestaltung des
Klosterlebens und schildert ihre Erfahrungen im Kloster. Als Priorin ist Irene
Gassmann verantwortlich für Führung und spirituellen Begleitung der
Schwesterngemeinschaft, für die Organisation der innerklösterlichen Bereiche
sowie für die Vertretung des Klosters in der Öffentlichkeit. (12.08.2003/mb)
Landeskirche mit positivem
Rechungsabschluss
Die Römisch-katholische Landeskirche Aargau
hat die Gesamtrechnung 2002 mit einem Mehrertrag von 283'150 Franken
abgeschlossen, wie es in einer Medienmitteilung der Landeskirche heisst. Zum
positiven Ergebnis beigetragen haben verschiedene Aufwendungen, die niedriger
waren als budgetiert. Dies war der Fall insbesondere beim Finanzausgleich unter
den Kirchgemeinden und bei vorübergehend vakanten Stellen. Vereinzelt führten
auch höhere Erträge zur positiven Entwicklung. Die meisten Aufwendungen flossen
auch im Jahr 2002 in die Spezialseelsorge, rund 29 Prozent des Gesamtvolumens.
Der zweitgrösste Aufwandposten entfiel auf die Seelsorge für Anderssprachige.
Hier ergab sich ein Mehraufwand von rund 160'000 Franken, der jedoch deutlich
unter der Budgetvorgabe von 293'000 Franken blieb. Ein grosser Teil des
Mehrertrags aus der Jahresrechnung 2002 fliesst in Rückstellungen für die im
letzten Herbst beschlossenen Sanierungsarbeiten am Bildungszentrum Propstei
Wislikofen sowie in die Abschreibungen auf Investitionen für das
Jugendgruppenhaus "Villa Aarburg". Die Synode wird an ihrer Sitzung am 11. Juni
2003 die Rechnung 2002 beraten und die entsprechenden Beschlüsse fassen.
(10.04.03/mbg/mb)
Magden hat eine besondere ökumenische
Bibel
Sie wurde von 74 Männern und Frauen aus dem Dorf persönlich
von Hand geschrieben. Die neue "Magdener Bibel" enthält alle 89 Kapitel der vier
Evangelien. Konfessionsangehörige aus allen drei Landeskirchen machten mit, auch
Jugendliche und Pensionierte. Die Gesamtleitung des Projektes hatte der
christkatholische Pfarrer Teun Wijker, Magden. Die Anregung stammt aus den
Ideen, die eine gesamtschweizerische Arbeitsgruppe zum "Jahr der Bibel 2003"
vorgelegtt hatte. Für Teun Wijker war das ein besonderes Erlebnis, wie er im
Christkatholischen Kirchenblatt vom 4. Oktober schreibt.
In dem halben
Jahr, in dem an der Bibel gearbeitet wurde, sah man Pfarrer Wijker oft mit einer
der vier farbigen grossen Arbeitsmappen im Dorf herumgehen. Er instruierte die
verschiedenen Scheiberinnen und Schreiber. Es wurde ein von Hand geschöpftes
Büttenpapier verwendet, Textvorlage war die ökumenische Einheitsübersetzung. Es
musste mit Tinte und von Hand geschrieben werden, Zeilenabstand, Zeilenlänge und
Buchstabengrösse waren vorgegeben. Wijker machte viele interessante Begegnungen
und hörte von den verschiedenen Erfahrungen bei der Schreibarbeit. Er staunt
über das, was am Schluss herauskam. Und die vielen verschiedenen Handschriften
hätten zu einer "vielseitigen und wertvollen Gemeinschaftsarbeit" beitragen.
Wijker selber hat für das Evangeliar nach der irisch-schottischen Tradition die
vier Evangelistensymbole (Engel, Löwe, Stier, Adler) gemalt und kalligrafisch
eine Einleitung verfasst, die auch die Teilnehmerliste enthält. Die 495 Seiten
wurden schliesslich von einer Buchbinderin von Hand genäht und mit einem
kunstvoll gestalteten Ledereinband versehen. Die kostbare Magdener Bibel wurde
beim ökumenischen Gottesdienst vom Bettag offiziell eingeweiht. Sie soll von nun
an bei jedem ökumenischen Gottesdienst in Magden verwendet werden. In der
Zwischenzeit liegt das handgeschriebene Evangeliar abwechslungsweise in einer
der drei Kirchen auf, wo es gemäss der eigenen konfessionellen Tradition in der
Liturgie in Gebrauch ist. (03.10.03/tw/mb)
Mit dem Sozialpreis verantwortliches Handeln in der
Arbeitswelt fördern
Die Aargauer Landeskirchen haben einen
"Sozialpreis für eine gerechte Zukunft" lanciert. Sie möchten damit
verantwortliches Handeln im Bereich Arbeitswelt und Sozialpartnerschaft fördern.
Anwärter für den Preis sind laut Medienmitteilung der Kirchen Unternehmen,
Institutionen, Teams oder Einzelpersonen im Kanton Aargau oder mit Bezug zum
Aargau, die Pionierhaftes leisten, um dem Gedanken menschlicher Gerechtigkeit
und Solidaritätn in der Arbeitswelt Ausdruck zu verleihen. Der Preis ist mit
25'000 Franken dotiert und wird erstmals am Bettag 2004 durch den Sozialrat der
Landeskirchen verliehen.
Der Preis wurde am 25. Oktober in Wettingen
lanciert zum Abschluss von "WasserZeichen 2003", dem Beitrag der Aargauer
Landeskirchen zum 200-jährigen Bestehen des Kantons. Mit der Lancierung zum
Abschluss des Jubiläumsjahres wollen die Kirchen sagen, dass sie den Elan des
Jubiläums "nicht einfach versickern, sondern nachhaltig weiter fliessen" lassen
wollen. Projekte für den Sozialpreis sind bis zum 15. Mai 2004 einzureichen.
Informationen und Unterlagen sind erhältlich bei der Geschäftstelle des
Sozialrates, Annette Lüthy-Altherr, Eichstrasse 12, 5417 Untersiggenthal,
Telefon 056 288 06 52, Mail
annette.luethy@bluewin.ch.
(26.10.03/al/mb)
Neuer Erwachsenenbildner für das
Fricktal
Der Theologe Bernhard A. Lindner (43), Balsthal,
übernimmt auf den 1. November 2003 die zur Zeit vakante Stelle der regionalen kirchlichen
Erwachsenenbildung für das Fricktal, wie die Landeskirche in einer
Medienmitteilung schreibt. Die Stelle wurde zuvor von Susanne A. Birke geleitet,
die auf den 1. April dieses Jahres die kirchliche Frauenstelle sowie die
Fachstelle "Solidarität" der Römisch-katholischen Kirche im Aargau übernommen
hat. Lindner ist in Berlin und bei Köln aufgewachsen und hat in Bonn katholische
Theologie und Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt
Erwachsenenbildung studiert. Nach einer ersten beruflichen Tätigkeit in einem
kirchlichen Jugendzentrum arbeitete er im Auftrag der Missionsgesellschaft
Bethlehem Immensee während sieben Jahren in Peru. Seit 1995 ist Lindner
Pastoralassistent und Gemeindeleiter ad interim in Balsthal. Daneben hat er
verschiedene Aufgaben als Kursleiter, Referent und Dozent übernommen. Bis zum
definitiven Wohnsitz im Aargau hat der neue Erwachsenenbildner sein Büro im
Pfarrhaus Zuzgen, Telefon 062 391 24 42, Mail
bernhard.lindner@ag.kath.ch.
(13.10.03/lk/mb)
"Auch der Siebte Himmel ist manchmal
bewölkt"
In den Beziehungsbildern, die uns heute nicht nur in der
Werbung vor Augen geführt werden, geht es um junge Menschen, die meist
geradlinig ans Ziel kommen und in der Partnerschaft perfekte Beziehungen haben.
Der Beziehungsalltag sieht jedoch anders aus, "auch der Siebte Himmel ist
manchmal bewölkt", meinte Niklaus Knecht, Eheberater und Leiter der
Arbeitsstelle "Partnerschaft - Ehe - Familie" in St. Gallen. Er wurde von der
katholischen Ehekurskommission Aargau nach Aarau eingeladen, um sich in einem
Referat und im Gespräch Gedanken über Partnerschaft und Ehe zu machen.
In
Anlehnung an Fulbert Steffensky nannte Knecht sechs Gebote zugunsten einer
dauerhaften Partnerschaft. So zum Beispiel: Du sollst die Ekstase nicht
vergöttlichen - das sei gefährlich, denn auf einfache Dinge zu achten gehöre
ebenso zur Liebe wie auch Alltag und Langeweile. Du sollst dich Ganzheitszwängen
nicht unterwerfen, sondern den Mut zur Unvollkommenheit haben - die meisten
"Lieben" würden nur halb gelingen, und das sei schon viel. Du sollst nicht
knausrig sein in deiner Beziehung und berechnend, sondern grossmutig und nicht
Angst davor haben, etwas verlieren zu können. Du sollst deine Unabhängigkeit
nicht vergessen, sonst verzichte ich auf die Bereicherung durch die
Partnerschaft. Du sollst die Liebe nicht zu einer Privatangelegenheit machen,
denn was ich öffentlich zeige, bekommt ein Gesicht dazu sind auch Rituale
wichtig, wie das homosexuell veranlagte Menschen heute richtig spüren - man kann
in seiner Privatheit auch ersticken. Ihr sollt euch nicht in euch selbst, in
eurer Zweisamkeit erschöpfen, denn man könne auf Dauer nur zusammenleben, wenn
man mehr wolle als sich selbst - man müsse sich gegenseitig nicht alles sein und
bieten wollen, das entlaste. Positiv formuliert nannte Knecht als wichtige
Elemente einer Beziehungskultur: Aneinander wachsen, sich gegenseitig
akzeptieren mit seinen Grenzen und Schrullen, offen sein für die
Andersartigkeit, Treue, bescheiden zur eigenen Bedürftigkeit und zur Ergänzung
durch die Partnerschaft stehen, sich Zeit nehmen zum Geniessen, bestandene
Probleme als Gewinn betrachten, zur Schuld stehen und verzeihen, sich
gegenseitig nicht alles sein müssen. Der Eheberater meinte abschliessend, dass
für eine solche Beziehungskultur die christliche Spiritualität, das christliche
Menschenbild einen guten Hintergrund geben könne. Es sei eine Spiritualität, die
nicht Vollkommenheit fordere, wo Schuld und auch Verzeihen Platz habe und wo
vollständige Erfüllung nicht von einem Menschen erwartet werde.
Die
kirchliche Ehekurskommission, die den Anlass organisiert hat, bietet
regelmässig Kurse zu verschiedenen Fragen der Partnerschaft und auch zur
Vorbereitung der kirchlichen Trauung an. Eine Übersicht über die Angebote ist
erhältlich beim Sekretariat des Regionaldekanates, Klosterstrasse 12, 5430
Wettingen, Telefon 056 426 08 71, Mail
regionaldekanat@ag.kath.ch.
Persönliche Beratung zu Fragen von Partnerschaft und Ehe bieten die
regionalen Eheberatungsstellen im Kanton, die auch kirchlich mitgetragen
werden. (07.09.03/mb)
Pfarrblatt "Horizonte" mit guter finanzieller
Basis
Der Abopreis soll ab 1. Januar 2004 von gegenwärtig 23 auf
neu 22 Franken gesenkt werden. Diesen Antrag stellte ein Delegierter an der
Delegiertenversammlung der Römisch-katholischen Pfarrblattgemeinschaft Aargau
vom 12. Juli in Baden. Angesichts des Mehrertrages von rund 36'000 Franken in
der Rechnung 2002 und von 87'000 Franken im Budget 2004 und der gegenwärtig
guten Reserve stimmten die Delegierten mit einer Zweidrittelmehrheit der Senkung
des Abopreises zu. Bei einem Umsatz von gegen 2,3 Millionen Franken in der
Rechnung 2002 ist als Eigenkapital zur Zeit eine Reserve von über 603'000
Franken vorhanden.
Mit dem Beitritt der Kirchgemeinde Brugg/Windisch zur
Pfarrblattgemeinschaft anfangs dieses Jahres erscheint das Pfarrblatt
"Horizonte" nun mit 13 Regionalausgaben in einer Gesamtauflage von über 104'000
Exemplaren, wie der Präsident der Pfarrblattgemeinschaft, Beat Niederberger, mit
Freude feststellte. Auf die Delegiertenversammlung hin traten vier
Vorstandsmitglieder zurück: Anna-Maria Rüttimann, Menziken, Edith Rey, Zeihen,
Alois Stampfli, Wettingen, Martin Rotzler, Aarau. Neu in den Vorstand gewählt
wurden Stephan Heim, Kaisten, und Jürgen Rotner, Neuenhof für einen der beiden
noch freien Sitze wird ein Kirchenpflegemitglied gesucht. Als bisherige
Vorstandsmitglieder wurden für die Amtsperiode 2003 bis 2007 einstimmig
bestätigt: Beat Niederberger, Bottenwil, Präsident, Margrit Kaufmann, Seon,
Vizepräsidentin, Annemarie Frey, Wettingen, Vertreterin des Kirchenrates.
(13.06.03/mb)
Pfarrer gehören nicht in den Grossen
Rat
Pfarrerinnen und Pfarrer der Landeskirchen sollen in Zukunft
nicht mehr im Grossen Rat politisieren dürfen. Das verlangt Benjamin
Giezendanner, SVP, Rothrist, in einer Motion vom 21. Januar 2003, wie dem
Sitzungsprotokoll des Grossen Rates zu entnehmen ist. Gemäss
Unvereinbarkeitsgesetz (§4) dürfen Personen die "in einem öffentlich-rechtlichen
Dienstverhältnis des kantonalen Rechts" stehen, nicht dem Grossen Rat angehören.
Giezendammer will mit seiner Motion mit den Pfarrerinnen und Pfarrern der
Landeskirchen gleichzeitig auch die Lehrpersonen an den Volksschulen dem
Unvereinbarkeitsgesetz unterstellen. Der Motionär begründet seine Forderung mit
möglichen Interessenkonflikten, mit einer "Privilegienwirtschaft" (Pfarrer und
Lehrer hätten bereits von ihrer beruflichen Tätigkeit her genügend Einfluss auf
viele Menschen) und zudem sollten sich Pfarrer und Lehrer "nicht politisch
betätigen". Die Motion wird von 39 weiteren Ratsmitgliedern unterstützt. Die
Pfarrer und Pfarrerinnen der Landeskirchen werden nicht vom Kanton angestellt
und bezahlt, sondern von den einzelnen Kirchgemeinden, sie sind als keine
"Staatsangestellten". Die Landeskirchen sind zwar öffentlich-rechtlich
anerkannte Institutionen, sie sind aber unabhängig vom Staat und unabhängig von
der kantonalen Verwaltung. Staat und Kirche sind im Aargau weitgehend getrennt.
(31.01.03/mb)
Propstei Wislikofen nach ökologischen Gesichtspunkten
saniert
In einem Zeitraum von nur acht Wochen wurde
das Bildungszentrum
Propstei
Wislikofen für 1,4 Mio. Franken saniert. Nach 25 Jahren intensiver Nutzung
standen umfangreiche Sanierungen an, wie es in einer Medienmiteilung der
Landeskirche heisst. Dabei wurden auch baubiologische und bauökologische
Anliegen umgesetzt. Die Genehmigung des Baukredits für die Propstei im November
2002 war für die Landeskirche Anlass, von nun an ihre Bauvorhaben nach
baubiologischen und bauökologischen Kriterien auszuführen. Bauökologen haben die
Arbeiten auf der Baustelle denn auch periodisch überprüft. Der Schwerpunkt der
Sanierung lag auf der Erneuerung von Küche und Klimatechnik. An der Gebäudehülle
wurden kaum erkennbare, jedoch physisch spürbare Veränderungen vorgenommen. Mit
den neuen Fenstern und dem neu gedämmten Flachdach konnten 70 Prozent der
Aussenfläche dieses Gebäudeteiles der aktuellen Energieverordnung angepasst
werden. Weil bei der Sanierung der Haustechnik die Verkleidungen entfernt werden
mussten, wurden gleichzeitig die Innenräume neu gestaltet.
Die ehemalige
Benediktinerpropstei ist seit 1976 das Bildungshaus der Römisch-katholischen
Kirche im Aargau. Vom zwölften bis neunzehnten Jahrhundert diente sie den
Mönchen des Klosters St. Blasien als Zufluchtstätte. Die Propstei versteht sich
heute als Rückzugsort für Einzelgäste oder für Gruppen sowie als Ort der
Begegnung, der Besinnung und der Bildung. (12.09.03/blr/mb)
Der Neuauftritt macht die Zusammenarbeit auch optisch
sichtbar
"Das Kreuz ist nicht aufdringlich, jeder kann es selber
vervollständigen. Und es strahlt in den Kubus hinein." So charakterisierte
Regionaldekan Rudolf Rieder das neue Logo für die "Römisch-katholische Kirche im
Aargau". Das Logo entstand im Rahmen des neuen optischen Erscheinungsbildes, das
an einer Medienkonferenz am 28. Mai in Aarau vorgestellt
wurde.
Kircheratspräsidentin Barbara Kühne betonte, dass mit dem
Neuauftritt und dem neuen Namen nicht ein neues Gebilde geschaffen wurde. Damit
werden lediglich der staatskirchenrechtliche Bereich der
Landeskirche mit
Kirchenrat, Synode und Kommissionen und der pastorale Bereich des
Regionaldekanates mit den
Dekanaten und Pfarreien sowie die verschiedenen Fachstellen unter einem Dach
zusammengefasst. Auch das sei nur äusserlich etwas Neues, weil bereits eine
Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Bereichen bestehe. "Es wird nach
aussen sichtbar gemacht, was innen schon längere Zeit so war", fasste Kühne
zusammen. Die Landeskirche und das Regionaldekanat würden weiterhin als autonome
Institutionen bestehen bleiben.
Ein erstes Beispiel für die Umsetzung des
neuen Erscheinungsbildes ist der druckfrische Jahresbericht der
Römisch-katholischen Kirche im Aargau, der von Marion Balling,
Kommunikationsbeauftragte, den Medien vorgestellt wurde. Der mit vielen Fotos
sehr leserfreundlich gestaltete Jahresbericht stellt die Arbeit der
verschiedenen Organe vor. Was mit einer Konzeptarbeit vor zwei Jahren begann und
nun mit dem Jahresbericht erstmals realisiert wurde, soll nun in den nächsten
Monaten auch bei den Fachstellen umgesetzt werden. Ein zweites Beispiel für die
"Dacharbeit" der katholischen Kirche im Aargau skizzierte Otto Wertli, Sekretär
der Landeskirche: das Projekt
"Wirkungsorientierte Pastoral" (WOP). Danach werden zur Zeit
die Angebote aller Fachstellen der Landeskirche überprüft, es wird nach Wirkung,
Synergien und Erwartungen gefragt. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die
Pastoralplanung im Aargau, die dann ihrerseits Auswirkung auf die Finanzplanung
hat.
Bezug des Jahresberichtes 2002 der Römisch-katholischen Kirche im
Aargau: Sekretariat der Röm.-kath. Landeskirche des Kantons Aargau, Feerstrasse
8, Postfach, 5001 Aarau, Telefon 062 832 42 72, Fax 062 822 11 61, E-Mail
landeskirche@ag.kath.ch. (28.05.03/mb)
Schwester Iniga geht ins Gefängnis
Die
Baldeggerschwester Iniga Affentranger geht regelmässig ins Gefängnis. Sie ist
Gefängnisseelsorgerin in der
Strafanstalt Lenzburg. In der "Treffpunkt"-Sendung von Radio
DRS vom 25. Dezember erzählte sie über ihre Arbeit und ihre Anliegen. Zum
Gefängnis in Lenzburg kam sie, weil der Gefängnisdirektor für die freigewordene
Stelle eine Frau suchte und bei der
Klostergemeinschaft in Baldegg anfragte. Schwester Iniga lebt
seit 34 Jahren im Kloster und unterrichtet am hauseigenen Lehrerinnenseminar
Sprachen und an der Krankenpflegeschule Sursee Religion und Allgemeinbildung.
Während ihrer Studienzeit in Italien war sie Hospitantin im Gefängnis von
Neapel. Die guten Erfahrungen dort motivierten sie, die Teilzeitstelle in
Lenzburg anzunehmen. Nun geht sie jede Woche an zwei Nachmittagen und einmal im
Monat an einem Wochenende nach Lenzburg. In die geschlossene Strafanstalt
werden rückfällige oder gemeingefährliche Männer zum Strafvollzug
eingewiesen.
"Nach beinahe 30 Jahren 'Stummheit' jemanden zu kennen, mit
dem ich im Vertrauen sprechen kann, wo alles in Worte gefasst werden kann, ist
eine ungeahnte Chance", sagte ihr ein Strafgefangener. Für Schwester Iniga sind
das ermutigende Erfahrungen, wie sie im Radio-Gespräch schilderte. Sie trifft
sich mit den Gefangenen in ihrem Kleid als Ordensfrau und hört sich ihre Sorgen
und Probleme an. Auch Gefangene aus anderen Konfessionen und Religionen kommen
bei ihr vorbei. Ob solche Gespräche nicht belastend seien? Sie trage die
Anliegen mit sich, schliesse sie ins tägliche Gebet ein, "schlafen kann ich
immer gut". Seelsorgegespräche seien eine Form der Schuldbewältigung. Neben den
Einzelgesprächen bietet die Baldeggerschwester monatlich einen Wortgottesdienst
an. Gefragt aus ihrem Freizeitangebot, das sie zusätzlich macht, sind
Meditation, Kreativität und Bibelgespräche. Vor einem Jahr haben die Gefangenen
für die Pfarrei Lenzburg einen Adventskalender mit selber geschriebenen
Gedichten gestaltet. (28.12.03/jh/mb)
Schwester Irene Gassmann als Priorin im Kloster Fahr
eingesetzt
Abt Martin Werlen hat im
Benediktinerinnenkloster
Fahr Schwester Irene Gassmann am 3. September als neue Priorin in ihr Amt
eingesetzt. Abt Martin erklärte anlässlich des feierlichen Gottesdienstes:
"Führende sollen - gemäss der Regel Benedikts - Dienende sein. Eine
Führungsaufgabe im Kloster ist letztlich ein Gottesdienst." Er übergab der neuen
Priorin einen Umschlag "mit Visionen fürs Kloster Fahr - für Frauen, die das
Leben lieben. Für eine Gemeinschaft, die unterwegs und suchend ist". Neben
Familienangehörigen und Freunden von Priorin Irene nahmen auch die Gemeinderäte
von Würenlos AG und von Unterengstringen ZH, der Standortgemeinde des Klosters,
an der schlichten Amtseinsetzung teil. Priorin Irene Gassmann ist in ihrer
Funktion erste Ansprechperson in persönlichen und spirituellen Anliegen jeder
einzelnen der 32 Schwestern des Klosters. Daneben obliegen ihr die
organisatorischen und administrativen Aufgaben der Frauengmeinschaft sowie die
Vertretung des Klosters in der Öffentlichkeit. Das im Jahre 1130 gegründete
Kloster Fahr bildet seit seiner Gründung zusammen mit dem Kloster Einsiedeln ein
Doppelkloster das Priorat Kloster Fahr untersteht der Führung des Abts von
Einsiedeln. (04.09.03/kipa/mb)
Sensibler werden für die Kinder anderer
Religionen
Soll es um den Schulweg oder den Stundenplan gehen, um
Sport, Essen und Trinken, Pause, Schulreise, oder um das Jugendfest, religiöse
Feiertage, um Haartracht und Bekleidung? Der Aargauer Interreligiöse
Arbeitskreis (Airak) organisierte in Brugg einen für alle offenen Gesprächsabend
über religiöse Minderheiten an den Aargauer Volksschulen. Man einigte sich
schnell darauf, dass die Frage des Religionsunterrichtes im Mittelpunkt stehen
soll. Und diese Frage gab einiges zu diskutieren.
Soll auf der
Primarstufe zuerst eher die eigene Religion vermittelt und dann auf der
Oberstufe das interreligiöse Gespräch angegangen werden? Wenn die Kinder für den
Religionsunterricht nach Religionszugehörigkeit getrennt werden, dann bleiben
die Nichtchristen ohne Religionsunterricht. Damit würde aber eine wichtige
Integrations- und Friedensarbeit versäumt, wurde vorgebracht. Erwünscht ist
neben dem religionsspezifischen auch ein gemeinsamer Religionsunterricht. In
diesem gemeinsamen Religionsunterricht könnten beispielsweise die Schüler selber
einander über ihre Religion, über ihre Feste und ihre Bräuche erzählen.
Angesprochen wurden auch Probleme. So sind viele Lehrkräfte auch an der eigenen
Religion wenig interessiert. Zudem stehen sie Erwartungen von Seiten der Eltern
gegenüber, die sich widersprechen. Am einfachsten ist es dann für die
Lehrerinnen und Lehrer, wenn sie die Religion auf der Seite lassen und ethische
und kulturelle Fragen behandeln.
Dass der islamische Religionsunterricht
ein Reizthema ist, zeigte das Beispiel Turgi, das ausführlicher angesprochen
wurde. Dort wurde die Schulpflege von Eltern angefragt, ob ein islamischer
Religionsunterricht möglich sei. Die Schulpflege hat das Anliegen daraufhin
behandelt und mit dem Kanton besprochen. Bei Gesprächen in der Gemeinde zeigte
sich bei einigen Eltern aber Angst vor Fundamentalismus und Fanatismus. Die
Schulpflege gab schliesslich grünes Licht unter der Voraussetzung, dass zur
Realisierung ein Trägerverein gegründet wurde. In Turgi steht nun die
Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) dahinter. Wichtig in
diesem Falle war, so wurde am Gesprächsabend betont, dass die Eltern die
Initiative ergriffen haben. Gelobt wurde der Mut der Schulpflege, die in einem
politischen Spannungsfeld stehe.
Klar hervorgehoben wurde aber, so das
Fazit des Abends, dass es in jedem Falle gelte, sensibler zu werden für die
Situation der Kinder aus anderen Religionen. Beide Seiten müssten Vorurteile
ablegen, indem sie einander geduldig Fragen stellen und begegnen und so
allmählich erkennen, wer die andern sind. (08.11.03/mh/mb)
Silja Walter wurde Ehrenbürgerin von
Würenlos
Die Gemeinde Würenlos hat der seit 1948 im
Benediktinerinnenkloster
Fahr lebenden Ordensschwester Maria Hedwig, besser bekannt als
Schriftstellerin unter ihrem ursprünglichen Namen Silja Walter, an der
Gemeindeversammlung vom Juni das Ehrenbürgerrecht verliehen. Für die
1100-Jahr-Feier der Gemeinde im Jahr 1970 verfasste die Schriftstellerin ein
"Mysterienspiel". Der Kontakt zwischen ihr und dem Dorf sei in den letzten 33
Jahren nie mehr abgebrochen, schreibt der Würenloser Gemeinderat
dazu.
Das literarische Lebenswerk von Silja Walter wird neu in einer
Gesamtausgabe präsentiert. Die Schriften in den zehn Bänden,
herausgegeben von Ulrike Wolitz, sind nach literarischen Gattungen aufgeteilt
enthalten sind darin auch bisher unveröffentlichte Werke. Silja Walter, 1919 in
Rickenbach bei Olten geboren, schreibt Lieder, Hymnen, Gebete, Schauspiele,
Meditationen sowie Oster- und Pfingsterzählungen. Sie malt auch
Pastellkreidebilder. Für ihre literarische Arbeit wurde sie mit verschiedenen
Preisen ausgezeichnet. (11.08.03/kipa/mb)
Susanne Andrea Birke leitet neu die
Frauenstelle
Die 35-jährige Theologin Susanne Andrea Birke war
seit gut einem Jahr kirchliche Erwachsenenbildnerin der Region Fricktal. Ab 1.
April übernimmt sie neu die Frauenstelle, eine Fachstelle der kirchlichen
Erwachsenenbildung der römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Aargau. Wie ein
roter Faden durchzieht die Frauenarbeit das Leben der jungen Theologin. Während
des Studiums in Tübingen und Freiburg i.Ue. organisierte sie
femistisch-theologische Lehraufträge, gründete eine Frauenliturgiegruppe,
arbeitete in einer Organisation gegen den Frauenhandel und war Seelsorgerin in
Frauengefängnissen. Bei ihren Auslandaufenthalten in Mexiko, Jamaika und
Südafrika hatte sie Kontakte zu Frauenprojekten. Als Erwachsenenbildnerin der
Region Fricktal arbeitet sie bereits mit der bisherigen Leiterin der
Frauenstelle, Regula Haag, im Projekt "gerecht haushalten" zusammen. Das Projekt
befasste sich mit der Nord-Süd-Gerechtigkeit und mit der "Gendergerechtigkeit".
Als gleichzeitige Leiterin der Fachstelle "Solidarische Welt" ist ihr dieser Bereich ein
besonderes Anliegen. Wichtig ist ihr in der neuen Arbeit auch, dass die
Frauenstelle weiterhin für Kirchennahe wie für Kirchenferne da ist. In den
nächsten Wochen werden als Erstes die Vorbereitungen zum Aargauer
Frauenkirchenfest vom August 2003 anstehen. Susanne Andrea Birke hat ihr Büro an
der Klosterstrasse 12 in Wettingen, Telefon 056 427 01 50, Mail
susanne.birke@ag.kath.ch.
(31.03.03/prm/mb)
Synodesitzung vom 5. November: Revision des
Organisationsstatutes
Die Revision des Organisationsstatutes wird
das Haupttraktandum der Synodesitzung der Römisch-katholischen
Landeskirche des Kantons Aargau vom 5. November 2003 in Aarau sein. Die
Synode ist das kirchliche Parlament und zählt 200 Mitglieder. Das Organisationsstatut , eine
staatskirchenrechtliche Verordnung, legt die Grundzüge der Struktur und der
Organisation der Landeskirche und der Kirchgemeinden fest. Zur Diskussion stehen
bei der Revision unter anderem das Stimm- und Wahlrecht für Ausländerinnen und
Ausländer, das Stimmrechtsalter, die Grösse der Synode und die Frage der
Organisation von Seelsorgeverbänden.
Neben dem Organisationsstatut als
Schwerpunkt werden an der Synodesitzung noch weitere Themen verhandelt. So etwa
der Bericht und der Antrag für einen Verpflichtungskredit zum Ausbau des
Dachgeschosses der Sekretariatsliegenschaft an der Feerstrasse in Aarau. Für
Kirchenrat Peter Vonlanthen, Baden, der aus beruflichen Gründen seinen Wohnsitz
in einen anderen Kanton verlegt, muss ein neues Mitglied in den Kircherat
gewählt werden. Vonlanthen betreute das Ressort Finanzen und Liegenschaften.
Beim Budget für 2004 unterbreitet der Kirchenrat der Synode einen Voranschlag in
der Höhe von 13,5 Mio. Franken, rund 2,5 Prozent höher als im Vorjahr. Die
Erhöhung ist hauptsächlich auf zusätzliche Abschreibungen beim Jugendgruppenhaus
Villa Jugend Aarburg und beim Bildungshaus Propstei Wislikofen sowie auf mehr
Mittel im ordentlichen Finanzausgleich zurückzuführen. Der
Zentralkassenbeitragssatz kann von 2,70 auf 2,65 Prozent reduziert
werden.
Die Synodesitzung findet am Mittwoch, 5. November um 13.30 Uhr im
Grossratsgebäude in Aarau statt. Die Sitzung ist öffentlich und kann von
Interessierten von der Zuschauertribüne aus verfolgt werden. (15.10.03/lk/mb)
Die Traktanden der Synodesitzung vom 5. November
2003
(Unterlagen zum Download, PDF-Dokumente)
Protokoll der Synode-Sitzung vom 11. Juni 2003
Validierung von Wahlen in die Synode
Ersatzwahl in den Kirchenrat
Mitteilungen des Kirchenrates
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Verschiedenes
Theologiepreis für die Maturandin Nicole
Frei
Die Kantonsschülerin Nicole Frei, Tägerig, hat im Rahmen
ihrer Maturaarbeit die letztjährige Weihnachtsfeier der Kantonsschule Baden
gestaltet. Für diese Arbeit wurde sie mit dem neuen
"Basler
Theologiepreis" ausgezeichnet. Der Preis wird von den reformierten
Nordwestschweizer Landeskirchen (AG, BL, BS, SO) und der theologischen Fakultät
der Universität Basel gestiftet und ist für hervorragende Maturaarbeiten aus dem
Themenbereich Ethik, Religion, Theologie oder Kirche vorgesehen.
Die
religiösen Angebote an den Aargauer Mittelschulen sind immer ökumenisch
ausgerichtet. An der Feier, die Nicole Frei plante und leitete, wirkten rund 80
Personen mit. Die Kantonsschülerin stellte Texte aus fünf Weltreligionen zum
Thema "Licht" zusammen. Im Mittelpunkt der Feier standen zweisprachige Lesungen
aus den verschiedenen Religionen. Neben Hebräisch waren Texte in Vedisch,
Sanskrit, Arabisch und Griechisch, umrahmt von klassischer Musik und Chorgesang,
zu hören. Anschliessend an die Feier wurden den Teilnehmenden traditionelle
Speisen aus dem Umfeld des Islam, des Judentums, des Christentums, des
Hinduismus und des Buddhismus angeboten. Nicole Frei dokumentierte den Anlass
zusammen mit dem Klarinettenlehrer Georges Müller, der die Maturaarbeit von
Seiten der Kantonsschule Baden begleitete. In allem kam das Anliegen der
Maturandin deutlich zum Tragen, und in der Tradition des "Weltethos" des
Tübinger Theologen Hans Küng stehend verdeutlichte Nicole Frei: "Die
Weltreligionen sind sich ähnlicher als es manche denken. Man sollte die
Gemeinsamkeiten und nicht die Unterschiede betonen." Die Maturandin hat sich an
der Universität Zürich für Geschichte und Theologie eingeschrieben, aber auf die
Studienpläne soll der Preis keinen Einfluss gehabt haben, wie die junge
Studentin betonte. (26.08.03/pze/mb)
Thomas Markus Meier ist neuer Erwachsenbildner der
Region Aarau
Auf Beginn dieses Jahres hat Thomas Markus Meier neu
für den zurückgetretenen Peter Zürn die kirchliche Erwachsenenbildungsstelle im
Dekanat Aarau übernommen. Das Dekanat Aarau umfasst die Region Aarau, Lenzburg, Schöftland
und Zofingen. Der 37-jährige Theologe war früher Primarlehrer und arbeitete
zuletzt als Pastoralassistent in Schwarzenburg BE. Er hat sein Büro an der
Feerstrasse 8 in Aarau. Eine seiner Hauptaufgaben sieht der neue
Erwachsenenbildner darin, "Grunddienstleistungen in Sachen Erwachsenenbildung
für die Pfarreien" anzubieten, wie die Römisch-katholische Landeskirche in einer
Medienmitteilung schreibt. Die Begleitung von Pfarreiratsmitgliedern gehört für
ihn ebenso dazu wie die Unterstützung der Frauen, die im Hausgruppenunterricht
("Hausunti") mitarbeiten oder die Bibelabende in Pfarreien. Darüber hinaus
möchte er verstärkt gesellschaftliche und kulturelle Themen, "die in der Luft
liegen", aufgreifen. Besonders engagieren will sich der Theologe im
interreligiösen Dialog. Aus Studienzeiten in Jerusalem und Istanbul kennt er die
Probleme beim Zusammentreffen verschiedener Kulturen und Religionen. Mit Meier
sind alle regionalen kirchlichen Erwachsenenbildungsstellen im Aargau wieder
besetzt. Für die Dekanate Baden, Brugg und Zurzach ist Angelika Imhasly
zuständig, für die Dekanate Bremgarten, Muri und Wohlen Jörg Trottmann und für
das Dekanat Fricktal Susanne Andrea Birke. (24.01.03/mb)
Wasser - ein Bilderdialog zwischen Nord und
Süd
Die
Ausstellung "An fremden Wassern" ist mit den Fotos von Naem
Mohammad und Peter Stäger eine Art Bilderdialog zwischen Nord und Süd. Der
Schweizer Fotograf Peter Stäger aus Villmergen, heute in Zürich, verbrachte zwei
Wochen in Velingara, Senegal. Beim Zusammenleben mit seiner Gastfamilie hat er
den Alltag im Dorf realitätsnah eingefangen. Seine Bilder zeigen, was es mit
sich bringt, wenn rund 4000 Menschen aus einem Umkreis von 20 Kilometern an
einem Wasserdepot zusammenkommen. Im Gegenzug bannte der pakistanische Fotograf
Naem Mohammad, heute in Aarau, Wasser im Aargau in zahlreichen Varianten ins
Bild. Während vier Monaten reiste er zu Fuss, auf dem Velo, im Zug und im Bus
durch den Kanton. Mit einem feinem Sensorium macht er mit seinen Bildern auf
Widersprüche in unserem verschwenderischen Umgang mit Wasser aufmerksam und
lässt sichtbar werden, wie reglementiert und eingeengt der scheinbar freie Fluss
des Wassers in der Schweiz ist. Die Ausstellung, realisiert von der Aargauer
Landeskirchen in Zusammenarbeit mit den Hilfswerken Heks und Caritas Schweiz,
wurde am 11. April im kirchlichen Zentrum in Widen, Mutschellen, eröffnet. Sie
ist dort im Rahmen des Jubiläumsprojektes
"Wasserzeichen
2003" bis zum 22. April zu sehen. Die Wanderausstellung wird anschliessend
an 14
weiteren Orten im Aargau gezeigt. (11.04.03/prm/mb)
Wie wird die Geburt in verschiedenen Religionen
begleitet?
Auf den ersten Blick gibt es einige Gemeinsamkeiten
in der Art und Weise, wie in verschiedenen Religionen und Kulturen
Schwangerschaft und Geburt begleitet werden. Doch beim Umgang mit dem
Neugeborenen gibt es interessante Unterschiede. Das machte die interreligiöse
Begegnung "Willkommen im Leben!" am 6. Mai im Kantonsspital Baden deutlich.
Vertreterinnen aus dem Islam, dem Christentum, dem Judentum und dem Hinduismus
erzählten von ihren Erfahrungen als Mutter und erläuterten Hintergründe.
Organisiert wurde der Informationsabend vom Aargauischen Interreligiösen
Arbeitskreis Airak in Zusammenarbeit mit der Spitalseelsorge Baden. Als
Veranstaltungsort wurde bewusst das Spital ausgewählt, weil sich hier Menschen
verschiedener Religionen täglich begegnen und die meisten Frauen ihre Kinder im
Spital gebären.
Gemeinsam ist den genannten Religionen, dass das neue
Leben mit Zeichen der Freude, der Ehrfurcht, der Dankbarkeit und auch der
Achtsamkeit empfangen wird. Der Mutter gegenüber wird in allen Religionen eine
grosse Wertschätzung gezeigt. Nach den ersten Wehen, so schilderte Nusreta
Puric, Muslima aus Bosnien, wird der Mutter Wasser zum Trinken gereicht,
verbunden mit einem Koranspruch. Nach der Geburt wird das Kind gewaschen, neue
Kleider werden angezogen, in das Ohr wird ihm ein Gebetsruf geflüstert. Den
Namen erhält das Kind eine Woche später. Die Knaben werden meistens kurz nach
der Geburt beschnitten, manchmal auch erst später im Alter zwischen 4 und 10
Jahren. Die Beschneidung bietet Schutz vor Infektionen und ist auch ein
religiöses Zeichen. Nach 7 Tagen oder nach 18 Monaten ist es Brauch, die Haare
des Kindes in Gold oder Silber aufzuwägen und das Geld den Armen zu geben. In
der islamischen Kultur wird gewünscht, dass das Kind zwei Jahre lang gestillt
wird, es sei für das Kind die beste Nahrung und fördere zudem den
Hautkontakt.
Jürg Blösch, Spitalseelsorger in Baden und Vertreter des
Christentums, schilderte seine "Geburts-Erfahrungen" als Vater. Die religiöse
Begleitung in das Leben, ergänzte er, werde mit der Taufe ausgedrückt, mit dem
Wasser als Zeichen des Lebens und mit der Taufkerze als Licht auf den
Lebensweg.
Ruth Gellis, Leiterin einer jüdischen Schule in Zürich,
betonte die jüdische Überzeugung, dass bei der Zeugung eines Kindes drei
beteiligt seien: Gott, der Mann und die Frau. Damit werde bewusst gemacht, dass
das Werden menschlichen Lebens etwas Besonderes sei und nicht allein von den
Eltern abhangen würde. Bei der Geburt seien die Männer meist dabei, würden sich
aber bei Blutungen zurückziehen, weil die Frau dann geistig als "unrein" gelte.
Aus dem gleichen Grund gehen die Männer in dieser Zeit mit Berührungen und
Zärtlichkeiten eher auf Distanz. Acht Tage nach der Geburt werden die Knaben
beschnitten und erhalten dabei den Namen, gefeiert in einem Fest mit Verwandten
und Freunden. Mädchen werden (wie im Islam) nicht beschnitten, aber es findet
ebenfalls ein Fest statt. Den Namen erhält das Mädchen, wenn die Mutter mit ihm
zum ersten Mal in die Synagoge geht.
Nasma Scheibler-Shresta, Hindu, in
Nepal aufgewachsen, lebt heute in der Schweiz und gibt Kurse für Babymassage -
sie hat dazu auch ein Buch geschrieben. In der Schweiz, wo sie ihr erstes Kind
zur Welt brachte, erlebte sie vieles anders. So vermisste sie die Babymassage,
ein in ihrer Tradition sehr zentrales Element in der Begleitung des
Neugeborenen. Bis zur Geburt arbeitet in Nepal eine schwangere Frau normal im
Haushalt, es gibt keine spezielle Geburtsvorbereitung für die Frau. Die schönste
Zeit erlebe die Frau nach der Geburt, schilderte die Nepalesin. Drei Monate lang
darf sie im Haushalt nicht mehr arbeiten, das ist Sache der übrigen
Familienmitglieder, sie kann sich mit dem Kind auch anderswohin zurückziehen. In
der ersten Woche nach der Geburt darf das Kind nicht fremden Personen gezeigt
werden, Mutter und Kind sollen nicht "exponiert" werden. Am Schluss dieser Zeit
findet eine religiöse Reinigungszeremonie statt, erst dann darf das Kind
Verwandten und Bekannten gezeigt werden. Den Namen erhält das Kind später,
zuerst soll die Mutter die Persönlichkeit des Kindes herausspüren können. Dann
geht sie zum Astrologen, der nach dem Mondkalender und aufgrund der
Persönlichkeit des Kindes den Namen und den Geburtstag bestimmt. Sehr zentral in
der Begleitung nach der Geburt ist die Babymassage. Während drei Monaten oder
länger werden Mutter und Kind regelmässig massiert. Für das Kind soll damit ein
Willkommen ausgedrückt und Vertrauen aufgebaut werden. Ein weiteres wichtiges
Ritual findet später beim Abstillen statt, ein wichtiger Moment der "Trennung"
von der Mutter. (08.05.03/mb)