"Perspektiven im Bistum Basel": Jetzt können Themenvorschläge gemacht werden
Ab sofort können alle Katholikinnen und Katholiken des Bistums Basel Themenvorschläge für die
"Perspektiven im Bistum Basel" eingeben. "Perspektiven" ist eine Veranstaltung, geplant vom März bis Oktober 2005 im Raum Baden/Wettingen, die wichtige und brennende kirchliche Themen und Probleme aus der Sicht der Basis ansprechen will. Die Fragen sollen diskutiert werden unter dem Gesichtspunkt, welche konkreten Reformschritte innerhalb des Bistums hier möglich sind.
An ihrer letzten Sitzung hat die Vorbereitungsgruppe den gegenwärtigen Stand und die nächsten Schritte diskutiert, wie Markus Heil, Mitglied der Gruppe und für die Information zuständig, auf Anfrage bestätigt hat. Im Februar haben alle Pfarrämter und Pfarreiräte des Bistums einen Brief sowie einen Fragebogen für Themenvorschläge erhalten. Die Themenvorschläge, die bis zum 30. Juni 2004 einzureichen sind, können auch direkt über die Website der "Perspektiven"
www.pibb.ch eingegeben werden. Dort sind auch weitere Informationen zum Projekt abrufbar. Mit dem Brief an die Pfarreiräte wurden in erster Linie die "Organisierten" der Kirchenbasis angesprochen. Im kommenden Mai sollen über die Pfarrblätter des Bistums alle Kirchenmitglieder, ob engagiert oder distanziert, zum Mitmachen motiviert werden. Noch bis zu den Sommerferien stellen die Mitglieder der Vorbereitungsgruppe bei den kantonalen Seelsorgeräten und Synoden das Anliegen und den Ablauf persönlich vor. Nach den Sommerferien werden zu den einzelnen Themenkreisen Personen gesucht, die als Praktiker im Alltag mit der betreffenden Frage direkt zu tun haben und bereit sind, bei der Erarbeitung einer Stellungnahme zum Thema mitzumachen. Ein zentrales Anliegen beim ganzen Vorhaben ist, wie Heil betont, dass die Vorschläge von der Basis kommen und auch von der Basis weiterbearbeitet werden. So soll vermieden werden, dass der Anlass im Bistum zu einer Sache der hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger wird. Oder wie es im Brief vom Februar an die Pfarreien heisst: Die "Perspektiven", die im Rahmen der
"Tagsatzungen" im Bistum Basel stattfinden, sollen "der kirchlichen Basis gegenüber der Bistumsleitung eine fokussierte Stimme geben". Fragen zur Veranstaltung und zu den Themenvorschlägen sind zu richten an Markus Heil, Gemeindeleiter, Nussbaumen, Telefon 056 290 11 55, Mail
markus.heil@pibb.ch (21.03.04/mb)
"Perspektiven" fragt: Welches sind die "brennenden
Themen" im Bistum Basel?
Für die Veranstaltung
"Perspektiven im Bistum Basel
2005" (PiBB) werden derzeit die brennenden Themen der Kirchenbasis
zusammengestellt. "Perspektiven" ist eine Veranstaltung, geplant vom März bis
Oktober 2005 im Raum Baden/Wettingen, die wichtige kirchliche Themen und
Probleme aus der Sicht der Basis ansprechen will. Die Fragen sollen diskutiert
werden unter dem Gesichtspunkt, welche konkreten Reformschritte innerhalb des
Bistums hier möglich sind.
Langsam zeigt sich klar, wo der Schuh drückt,
und es kommen jede Woche noch einige Themen dazu. Derzeit sind an die 20
verschiedene Themen vorgeschlagen. Hauptanliegen scheint die "innerkirchliche
Kommunikation" zu sein. Ebenso drängend taucht als Thema das Auseinanderleben
von Kirchenleitung und Volk auf. Themen wie Ökumene und die "tragende Rolle der
Frau in der Kirche" sind genannt, könnten aber durch zusätzliche Themeneingaben
in ihrer Komplexität noch umfassender beschrieben werden. Wenn ein Thema
mehrmals genannt werde, so Markus Heil, verantwortlich für die Themensuche im
PiBB, dann könnten "diese komplexen kirchlichen Probleme aus verschiedenen
Richtungen beleuchtet und veranschaulicht werden". Die zum betreffenden Thema
jeweils einzurichtende Arbeitsgruppe könnte dann auch zielgenauer arbeiten. "Wir
wollen ermuntern, möglichst viele Themenvorschläge und Beobachtungen abzugeben -
Doppelnennungen sind erwünscht."
Wer an den bereits eingegebenen Themen
interessiert ist, kann sie unter
www.pibb.ch abrufen. Die Vorbereitungsgruppe hofft weiter auf
einen interessanten Rückfluss an Themen, die bis zum kommenden 30. Juli
abzugeben sind. Zur Eingabe der Themen steht im Internet eine Eingabemaske zur
Verfügung. (15.06.04/bib/mb)
"WasserZeichen 2003" war auch finanziell ein
Erfolg
Das Projekt der Aargauer Landeskirchen zum Kantonsjubiläum
200 Jahre Aargau, "WasserZeichen 2003", wurde mit sehr guten finanziellen
Ergebnissen abgeschlossen. Die ökumenische Projektleitung hatte Ende Februar den
Aargauer Kirchenräten ihren Schlussbericht und die Schlussrechnung vorgelegt,
wie es in einer Medienmitteilung der Aargauer Landeskirchen heisst.
Im
Rahmen der Nord-Süd-Projekte wurden insgesamt 112'870 Franken zugunsten von
Wasserprojekten in wasserarmen Ländern des Südens an das Hilfswerk der
evangelischen Kirchen in der Schweiz (Heks) und an die Caritas Schweiz
überwiesen. Der Betrag setzte sich auf der einen Seite aus Kollekten an den
Ostergottesdiensten und aus spätere Spenden im Rahmen der Fotoausstellung
"An fremden Wassern" zusammen, das ergab 65'331 Franken. Die Ausstellung zu ökologischen,
wirtschaftlichen und sozialen Aspekten des Wassers wurde an 18 verschiedenen
wassernahen und ungewöhnlichen Orten im Aargau gezeigt. Der zweite Teil von
47'539 Franken resultierte aus dem Verkauf von 10'500 Jubiläumsgläsern und 1'500
Wasserkaraffen. Obwohl alle geplanten Aktivitäten realisiert wurden, konnte der
Rahmenkredit von 220'00 Franken um etwa 15'000 Franken unterschritten
werden.
Zu den wichtigsten Ereignissen gehörten die Eröffnungsfeier im
April in Turgi, als 111 "Wasserträgerinnen und -träger" Wasser mitbrachten und
vermischten, und die Schlussfeier in Wettingen gemeinsam mit der Lancierung des
Sozialpreises des Sozialrates der Landeskirchen. Den künstlerischen Höhepunkt
bildete das szenische Spiel
"Wasser ist Leben", das an fünf Aufführungen in Suhr,
Wettingen, Schinznach und Möhlin von insgesamt mehr als 2'000 Personen besucht
wurde. Noch erhältlich ist die CD (Maxi-Single) mit dem vom Musiker Dani Kalt
komponierten und eingespielten Lied der Kirchen zum Kantonsjubiläum
"Im Läbesstrom vo Zyt" (Bezug beim Sekretariat der Reformierten Landeskirche in Aarau, Telefon 062 838
00 10, Mail
aargau@ref.ch). (24.03.04/fw/mb)
10 Jahre Airak: Die interreligiöse
Verständigung verbessern
Der Aargauer Interreligiöse Arbeitskreis
(Airak) ist in diesem Jahr 10 Jahre alt geworden. Daran erinnert Max
Heimgartner, Aarau, der von Anfang an dabei war, in einem Beitrag von "a+o", der
Mitarbeiterzeitschrift der reformierten Landeskirche Aargau. Der reformierter
Pfarrer und frühere Leiter der Fachstelle OeME der reformierten Aargauer
Landeskirche ist zur Zeit Präsident des Airak.
Entstanden ist der
Arbeitskreis aus der Friedensnacht des damaligen Oekumenischen Friedensnetzes
Aargau (OeFNA) am Bettag 1994. Die Friedensnacht wollte eine Begegnung mit
Menschen anderer Religionen anbieten. Anliegen des Airak, so fasst Heimgartner
zusammen, ist bis heute "die Verständigung zwischen den Menschen verschiedener
Religionen und dadurch der Abbau von Vorurteilen und Ressentiments" sowie ein
"entspanntes, ja kreatives Zusammenleben der religionsverschiedenen Menschen und
ihrer Gemeinschaften".
Der Airak organisiert jährlich vier öffentliche
Veranstaltungen, die dem Gespräch über eine aktuelle Frage dienen oder zur
Begegnung mit einer Religionsgemeinschaft im Aargau einladen. Das "Gebet der
Religionen" am Bettag, 1999 erstmals durchgeführt, ist inzwischen im Aargau zu
einem festen und wichtigen interreligiösen Ereignis geworden. Heimgartner macht
darauf aufmerksam, dass neben diesen öffentlichen Anlässen auch einiges im
Verborgenen geschieht, so etwa die Kontakte von Mitgliedern des Airak und vom
Vorstand zu Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Religionsgemeinschaften
im Aargau. Nur die wenigsten Religionsgemeinschaften würden von sich aus auf
andere zugehen und an andern interessiert sein. Die meisten seien noch stark mit
sich selbst beschäftigt, seien aber, von bisher zwei Ausnahmen abgesehen,
glücklich, wenn man auf sie zukomme und sich für sie interessiere. Von einem
Erfolg des Airak will Heimgartner selbskritisch aber noch nicht reden. "Zu
deutlich sind Ressentiments und Unverständnis gegenüber der einen oder andern
Religionsgemeinschaft in der Bevölkerung noch verbreitet." Der Arbeitskreis ist
in den 10 Jahren seines Bestehens aber doch zu einem anerkannten interreligiösen
Netzwerk im Aargau geworden. (19.12.2004/mb)
Aargauer Caritas-Sonntag: Die von Armut betroffenen
Kinder stehen im Mittelpunkt
Im Kanton Aargau sind über 8000
Kinder von Armut betroffen. Die
Caritas Aargau setzt darum den diesjährigen Aargauer
Caritas-Sonntag vom 15./16. Mai bewusst für eine Sammelkampagne zu Gunsten von
armutsbetroffenen Kindern ein.
Zwar würden im Aargau die von Armut
betroffenen Kinder nicht an Hunger leiden, schreibt das Hilfswerk in einer
Medienmitteilung, aber Armut bedeute, dass betroffene Familien "in elementaren
Bereichen des Lebens erheblich unterversorgt" seien. Das beziehe sich auf
Ernährung und Gesundheit, aber auch auf das gesellschaftliche und kulturelle
Leben. Die sozialen Beziehungen sowie die Bildungsmöglichkeiten der jungen
Menschen seien beeinträchtigt, heisst es weiter, die Kinder seien häufiger sich
selber überlassen. Schlechtere Wohnsituation hätten auch zur Folge, dass diese
Kinder öfter als andere Abgasen, Lärm und Gewalt ausgesetzt seien. Abgesehen
davon würden sie ausgegrenzt und sogar ausgelacht. Die Caritas Aargau sieht
verschiedene Gründe für die Zunahme der Armut bei Familien. Viele Löhne seien so
tief, dass Familien davon nicht leben könnten. Die Kinderzulagen genügten nicht,
Krippen und Mittagstische fehlten vielerorts. Viele Familien würden sich
schämen, Sozialhilfe in Anspruch zu nehmen. Neben der speziellen Sammelkampagne
am 15./16. Mai hilft die Caritas Aargau armutsbetroffenen Familien mit Beratung,
finanzieller Hilfe und mit spezifischen Projekten. (11.05.04/cag/mb)
AKF für eine erleichterte Einbürgerung
Der
Vorstand des
Aargauischen Katholischen Frauenbundes AKF begrüsst die beiden
Abstimmungsvorlagen vom kommenden 26. September über die erleichterte
Einbürgerung. Die erste Vorlage bringe den Jugendlichen der zweiten Generation
den Vorteil des kürzeren Instanzenweges und schaffe in der ganzen Schweiz
einheitliche Bedingungen, begründet der Vorstand in einer Medienmitteilung seine
Haltung.
Auch bei einer erleichterten Einbürgerung seien immer noch
Bedingungen vorhanden, zum Beispiel, dass die Betroffenen mit unseren
Lebensverhältnissen und einer Landessprache vertraut seien und die
schweizerische Rechtsordnung beachten würden. Zudem werde das Gesuch weiterhin
genau geprüft. Mit der Einbürgerung würden diese Jugendlichen, die ja ohnehin in
unserem Land lebten, Recht und Pflichten übernehmen, die zu ihrer Integration
beitragen. 14 Kantone kennen bereits die erleichterte Einbürgerung und haben
damit gute Erfahrungen gemacht. Die dritte Generation sei noch enger mit der
Schweiz verbunden, die Schweiz sei ihre Heimat, führt der AKF zur zweiten
Vorlage an. Diese Kinder sollten daher bei der Geburt das Schweizer Bürgerrecht
erhalten, sofern die Eltern damit einverstanden sind. Es liege auch im Interesse
der Schweiz, diese Kinder von Anfang an als Bürgerinnen und Bürger, als
vollwertige Mitglieder unseres Staates aufzunehmen. (09.09.2004/akf/mb)
Alexander Ruhl neu bei der Jugendseelsorge
Fricktal
"Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern,
die anderen Windmühlen!" Unter diesem Motto hat Alexander Ruhl auf den 1. Januar
2004 seine Arbeit bei der regionalen
Jugendseelsorge Fricktal begonnen. Er wolle versuchen, so
schreibt er auf der Website der Arbeitsstelle, die Energien, die durch die
Veränderungen entstehen, in seiner Arbeit als Jugendseelsorger im Sinne der
Windmühlen auszunutzen. Privat sei er "ein absolut naturverbundener Mensch",
schreibt Ruhl über sich. So hätten die meisten seiner Freizeitbeschäftigungen
etwas mit Natur zu tun: Skifahren, Klettern, Bergsteigen. Dazu komme noch das
ruhigere, eher meditative Bogenschiessen. Zur Jugendarbeit kam Ruhl über die
Pfadfinder. Er war lange Zeit Leiter und zuletzt hauptamtlich für die Pfadfinder
tätig, zuständig insbesondere für die Ausbildung der Leiter. Der neue
Jugendseelsorger ist ausgebildeter Diplompädagoge mit Schwerpunkt
Erlebnispädagogik.
Das Büro der regionalen Arbeitsstelle, die 1972
gegründet wurde, befindet sich in Rheinfelden. Getragen wir die Stellen vom
Zweckverband für Jugendseelsorge, einem Zusammenschluss der 25
römisch-katholischen Kirchgemeinden des Fricktals. Die Arbeitsstelle will die
Jugendarbeit in der Region fördern und sich für eine jugendgerechte und offene
Kirche engagieren. Neben dem neuen Jugendseelsorger gehören zum Fricktaler
Leitungsteam Urs Bisang, Theologe und Jugendseelsorger, Lucia Wohlgemuth,
Sozialpädagogin und Jugendseelsorgerin, Nadia Bruggisser, Sekretariat.
(24.01.04/mb)
Als Afrikaner etwas Lebensfreude in die Pfarreien
bringen
"Farbe ins Leben" war das Thema des diesjährigen
traditionellen ökumenischen Gottesdienstes, der jeweils eine Woche vor dem
Kinderfest auf dem Heitere in Zofingen stattfindet. Gemeint war nicht die Mode,
die Farbe ins Leben bringt, gemeint waren die Fremden, die Ausländer, die hier
wohnen und neue Farben in unser Leben bringen.
In einer Dialogpredigt mit
dem reformierten Pfarrer Andreas Möri, Zofingen, formulierte der
römisch-katholische Priester Zacharie Wasuka aus dem Kongo, seit einem Jahr
Pfarrer in Zofingen, seine Gedanken als "Fremder". Er sei in eine fremde Kultur
gekommen und doch sei er hier "unter Brüdern und Schwestern", denn Jesus sei für
alle gestorben und auferstanden. So formulierte Zacharie Wasuka gleich zu Beginn
das für ihn entscheidend Christliche. Welche besondere "Farbe" er als Afrikaner
nach Zofingen bringe? Wie alle ausländischen Priester sehe er sich zunächst mal
als Geschenk Gottes an die Kirche in Europa, führte Abbé Zacharie seinen
Gedanken weiter. Seine Arbeit hier sei Ausdruck von Solidarität mit einer
Ortskirche, die in einer schwierigen Situation lebe und unter dem Priestermangel
leide. Als Afrikaner wolle er auch etwas von seinem Land, von seiner Kultur
mitbringen, die Lebensfreude und Sinn für den Lebensrhythmus. Und in die
Konsumgesellschaft hinein wolle er auch etwas von seiner Spiritualität geben mit
dem Leitsatz "Suchet zuerst das Reich Gottes". Und schliesslich sei ihm als Sohn
eines reformierten Diakons die Ökumene, die Einheit der Christen auch persönlich
ein wichtiges Anliegen. Der ökumenische Heitere-Gottesdienst wurde von der
reformierten, der methodistischen, der christkatholischen und der
römisch-katholischen Kirche vorbereitet und durchgeführt. (27.06.04/mb)
Anglikanische und christkatholische Bischöfe tagten in
der Propstei Wislikofen
Vom 17. bis 19. November 2004 hat die
Konferenz der anglikanischen und christkatholischen Bischöfe von
Kontinentaleuropa in der Propstei Wislikofen getagt. Aus aktuellem Anlass
befassten sich die Bischöfe auch mit den Spannungen und Gewalttätigkeiten, die
in einigen Ländern Zentral- und Westeuropas zwischen Teilen der islamischen und
der nicht-islamischen Bevölkerung entstanden sind. Manche Kommentare von
Journalisten und Politikern zu dieser Entwicklung hätten den Anschein erweckt,
dass unter der nicht-islamischen Bevölkerung ein radikaler und gewaltbereiter
christlicher "Fundamentalismus" oder schlicht "das Christentum" als Gegenpol zu
einem radikalen islamischen "Fundamentalismus" am Werk sei. Die Bischöfe der
beiden Kirchengemeinschaften weisen solche Darstellungen zurück, wie sie in
einer Medienmitteilung deutlich schreiben.
Seit dem Ende des letzten
Weltkrieges hätten die Kirchen, die in den ökumenischen Räten und
Arbeitsgemeinschaften in Zentral- und Westeuropa organisiert seien, "niemals
mehr einen christlichen 'Fundamentalismus' gefördert, der Gewalt gepredigt oder
die Predigt von Gewalt geduldet". Die Kirchen hätten im Gegenteil den Dialog mit
den nichtchristlichen Religionen unterstützt. Gleichzeitig verurteilen die
Bischöfe auch alle Tendenzen, die den Islam als eine Religion etikettieren, die
Gewalt fördert. Vergröbernde und allzu vereinfachende Schilderungen, die falsche
Gegensätze konstruierten, würden nicht dem Ziel friedlicher Koexistenz dienen,
sondern im schlimmsten Falle neue "Lager" schaffen. (20.11.2004/mm/mb)
Die Kirchen blicken besorgt auf den 17.
Dezember
Die Situation der Asylsuchenden mit
Nichteintretensentscheid verschärft sich im Dezember noch einmal. Die drei
Aargauer Landeskirchen und die Hilfswerke Caritas Aargau und Heks
Aargau/Solothurn beobachten die gegenwärtige Lage mit Sorge, wie die Kirchen in
einer Medienmitteilung schreiben. Sie haben bei den staatlichen Stellen "ihre
Fragen und Bedenken vorgebracht". Sie sind auch bereit, zusätzlich zu ihrem
bisherigen Engagement für Asylsuchende und anerkannte Flüchtlinge sich "speziell
um die Menschen zu kümmern, die durch die Zwangsmassnahmen besondere Hilfe
brauchen".
Die Situation verschärfe sich deshalb, begründen die Kirchen,
weil Ende 2004 die Übergangsfrist für jene Menschen abläuft, die schon vor dem
1. April 2004 einen Nichteintretensentscheid auf ihr Asylgesuch erhalten hatten.
Im Kanton Aargau seien das rund 150 Personen, die am 17. Dezember aus den
Asylstrukturen ausgewiesen würden und die Unterkunft verlassen müssten. Darunter
seien Familien, Schwangere, allein stehende Frauen und Minderjährige. Viele von
ihnen hätten keine gültigen Reisepapiere und könnten deshalb die Schweiz nicht
legal verlassen, andererseits könnten sie auch nicht von den Behörden
ausgeschafft werden.
Die beiden Hilfswerke Heks und
Caritas führen mit
Unterstützung der Landeskirchen eine Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende in
Aarau. Die Beratungsstelle wird zwischen Weihnacht und Neujahr offen sein. Die
Stelle wird zudem zusammen mit der Sozialberatung der Caritas Aargau dafür
sorgen, dass insbesondere auch über die Festtage die Unterbringung, die
Ernährung und die medizinische Versorgung für die betroffenen Personen
sichergestellt sind. Dabei sollen nicht Parallelstrukturen zum offiziellen
Nothilfeangebot des Kantons geschaffen werden, betonen die Kirchen, sondern es
soll dafür gesorgt werden, dass alle Personen in Not in diesen Strukturen
unterkommen. Wenn dies in Einzelfällen nicht möglich sei, stehen in einem
beschränkten Umfang eigene Angebote zur Verfügung. (14.12.2004/fw/mb)
Asylsuchende nach den Festtagen auf die Strasse
stellen?
Asylsuchende mit einem Nichteintretensentscheid (NEE)
erhalten ab 1. Januar 2005 keine Unterstützung mehr, weder Geld noch Unterkunft
noch Nahrungsmittel noch medizinische Hilfe. Noch bis Ende Jahr dürfen sie sich
in Minimalunterkünften aufhalten. Darauf macht in einer Medienmitteilung das
Netzwerk Asyl Aargau aufmerksam. Das Netzwerk Asyl ist ein Zusammenschluss von
Organisationen und Einzelpersonen, die sich im Asylbereich engagieren. Als
Organisationen gehören die Caritas Aargau, das Heks, die Rechtsberatungsstelle
für Asylsuchende und das asylforum dazu.
Mitglieder des Netzwerkes Asyl
hätten die Asylsuchenden mit einem NEE täglich in ihren Unterkünften besucht und
sich nach ihrer Situation erkundigt. Diese Besuche würden bis Ende Jahr
fortgesetzt, schreibt das Netzwerk über sein Engagement. Dabei auftauchende
Fragen seien dem Kanton mitgeteilt worden, so etwa Fragen zur Ernährung, zum
Zugang zu medizinischen Leistungen und vor allem zur Information an die
Betroffenen. Grosse Sorgen macht sich das Netzwerk Asyl für die Zeit nach den
Feiertagen und fragt sich dann, ob wirklich alle Betroffenen auf die Strasse
gestellt werden sollen. Darunter würden sich Familien, alleinstehende Frauen und
eine unbegleitete minderjährige Person befinden. Bei den vielen Männern bestehe
die Gefahr, dass sie in eine Überlebenskriminalität abgleiten würden. "In einem
Land, das in seiner Verfassung das Recht auf Nothilfe garantiert und das die
Menschenrechtskonvention unterschrieben hat, darf dies nicht geschehen." Das
Netzwerk Asyl fordert daher den Regierungsrat des Kantons Aargau auf, sich an
dieses Recht zu halten. (24.12.2004/mb)
Auch bei Kirchenräumen an Behinderte
denken
An den Angeboten der Kirchgemeinden und Pfarreien sollen
alle teilnehmen können. Bauliche Hindernisse erschweren aber noch mancherorts
körperlich behinderten Menschen sowie Menschen mit gesundheitlichen Problemen
den Zugang zu Kirchenräumen. Der Sozialrat der Aargauer Landeskirchen hat
deshalb Empfehlungen für ein hindernisfreies Bauen erarbeiten lassen. Entstanden
ist das Dokument auf dem Hintergrund des Behindertengleichstellungsgesetzes
BehiG, das seit dem 1. Januar 2004 in Kraft ist.
In den Empfehlungen mit
dem Titel
"Hindernisfreies Bauen nützt allen" wird stichwortartig
aufgezählt, an was bei Menschen im Rollstuhl, bei sehbehinderten, hörbehinderten
oder gehbehinderten Menschen gedacht werden muss. Nicht zu vergessen sind ältere
Menschen oder Väter und Mütter mit Kinderwagen. Was ist bei Türen und
Korridoren, bei der Beleuchtung oder bei WC-Anlagen zu beachten, um bauliche
Hindernisse zu vermeiden? Die praktischen Tipps sollen nicht nur bei Neubauten
berücksichtigt werden, wünscht der Sozialrat, sondern auch bei Renovation und
Umbauten von kirchlichen Räumen. Die Empfehlungen wurden in Zusammenarbeit mit
der Pro Infirmis Aargau und der Schweizerischen Fachstelle für
behindertengerechtes Bauen erstellt. Als Ansprechspartner sieht der Sozialrat
die Kirchenpflegen, die Mitglieder von Baukommissionen und kirchliche
Institutionen wie Heime. Die Aargauer Landeskirchen unterstützen das Anliegen
des Sozialrates und stellen die Dokumentation im Sinne einer Empfehlung allen
Kirchenpflegen zu. Die Dokumentation kann auf der Internetseite des
Sozialrates heruntergeladen
oder beim Sekretariat der Röm.-kath. Landeskirche Aargau, Feerstrasse 8,
Postfach, 5001 Aarau, Telefon 062 832 42 72, Mail
landeskirche@ag.kath.ch, bestellt
werden. (03.05.04/al/mb)
Begegnung mit den Aleviten - eine in der Heimat
unterdrückte Minderheit
Alevitische Flüchtlinge kommen auch heute
noch in die Schweiz, wenn auch nicht mehr so zahlreich wie in den achtziger und
neunziger Jahren. Sie kommen aus der Türkei und sind dort eine beachtliche
Minderheit von etwa 15 Prozent. Sie sind in ihrer Heimat aber nicht als
eigenständige Religionsgemeinschaft anerkannt, sondern werden der islamischen
Richtung der Sunniten zugezählt. Sie werden in der Türkei zudem unterdrückt und
teilweise auch verfolgt. In der Schweiz finden sie im alevitischen Kulturverein
Begleitung und Unterstützung. Um diese religiöse Gemeinschaft besser kennen zu
lernen, hat der Aargauer Interreligiöser Arbeitskreis AIRAK sein
Jahresversammlung vom März beim Alevitischen Kulturverein Aargau in Windisch
abgehalten. Nach den üblichen Vereinsgeschäften stellte Doran Mor die
Gemeinschaft der Aleviten vor.
Die
Aleviten, die ihren
Namen auf "Ali" zurückführen, den Schwiegersohn von Muhammad, kommen aus
Ostanatolien in der Türkei. Hier haben sich vorislamische und christliche
Elemente und solche aus der Sufi-Mystik ("Gott ist in uns") mit dem Islam
vermischt. Daraus entstand eine eigene religiöse Kultur. Die Aleviten breiteten
sich später nach Syrien und durch das Osmanische Reich auch in den Balkan und
schliesslich ins übrige Europa aus. Religiös zentral ist das Gebet, vor allem in
der Form der Cem-Versammlung, normalerweise am Donnerstag, in Europa
kulturbedingt meist am Sonntag abgehalten. Männer, Frauen und Kinder nehmen
gemeinsam teil. Dabei spielt der Sema-Tanz, der am Informationsabend gleich
vorgeführt wurde, eine wichtige Rolle. Es ist ein Kreistanz von vier Paaren,
begleitet von der Saz, einem Musikinstrument. Der Tanz wird in der Landestracht
aufgeführt, ist unerhört feinfühlig, mit grosser Achtung voreinander. Die
Aleveiten unterscheiden sich in manchen Punkten doch deutlich von den beiden
Hauptrichtungen des Islam, den Sunniten und den Schiiten. So spielt zum Beispiel
der Koran spielt eine deutlich geringere Rolle als sonst im Islam. Er ist für
sie zwar eine Niederschrift von Offenbarungen, die aber kritisch gelesen werden
darf. Die Scharia, das islamische Gesetz, wird abgelehnt. In der Schweiz gibt es
zwölf alevitische Kulturvereine. Sie stehen untereinander im Kontakt und führen
in Winterthur eine Zentrale. Weil die Aleviten keine spezielle Kleidung oder
Kopfbedeckung tragen, sind sie nach aussen nicht erkenntlich. (18.03.04/mh/mb)
Bekommt die Kirche von Möhlin ein
Solardach?
Die Kirchenpflege sei nicht begeistert. Eine
Projektgruppe um Pfarradministrator Werner Baumann möchte eine Solaranlage auf
dem Dach der römisch-katholischen Kirche in Möhlin installieren, berichtet die
Basler Zeitung in ihrer Ausgabe vom 25. März.
"Wir wollen zeigen, dass
die Kirche eine Botschaft zu vermitteln hat, die auch von Leuten verstanden
wird, die sich schon lange von der Kirche abgewendet haben", zitiert die Zeitung
Werner Baumann. Es soll ein Zeichen für den Umweltschutz gesetzt werden, ein
Zeichen für sichere Lebensgrundlagen und für die Zukunft von kommenden
Generationen. Das Solardach soll im Rahmen der bald beginnenden
Kirchenrenovation realisiert werden. Mit der projektierten Anlage, die rund
200'000 Franken kostet, könnten pro Jahr etwa 20'000 Kilowattstunden produziert
werden, das entspricht dem durchschnittlichen Stromverbrauch von vier Familien
mit zwei Kindern. Das Projekt sei noch nicht genehmigt, berichtet die Zeitung
weiter. Ende Mai wollen die Initianten über das Vorhaben informieren und
voraussichtlich an der Kirchgemeindeversammlung vom 10. Juni soll darüber
abgestimmt werden. Die Kirchenpflege möchte das Projekt aber aus finanziellen
Gründen zurückstellen und erst nach der Renovation an die Hand nehmen.
(26.03.04/baz/mb)
Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Aargau
Beschlüsse der Synode vom 2. Juni 2004
An der ordentlichen Frühjahrssitzung der Römisch-Katholischen Synode vom 2. Juni 2004 in Aarau wurden folgende Beschlüsse gefasst:
- Validierung von zwei Ersatzwahlen in die Synode für den Rest der Amtsperiode 2003-2006/7.
- Der Jahresbericht 2003 des Kirchenrats wurde genehmigt.
- Die Verwaltungsrechnung 2003 (Zentralkassenbeitrag und die Seelsorge für Anderssprachige) inkl. der Fondsrechnungen wurde genehmigt.
- Der Revision des Organisationsstatuts wurde in zweiter Beratung zugestimmt.
- Der Revision der Verordnung des Finanzausgleichs vom 7. Juni 1978, insbesondere der Anpassungen beim ordentlichen jährlich wiederkehrenden Finanzausgleich, wurde zugestimmt.
- Der Bericht zur Seelsorge für Anderssprachige, beruhend auf den "Pastoralen Leitlinien für die Arbeit der Kirche mit fremdsprachigen Katholikinnen und Katholiken", und dem Bericht zur "Umsetzung der pastoralen Leitlinien" wurde zustimmend zur Kenntnis genommen.
- Den Anträgen betreffend Sitzungsgelder für die Mitglieder der Synode insbesondere mit einer Entschädigung für die Teilnahme an den Vor-Synodesitzungen wurde zugestimmt.
Gemäss Art. 39 und 41 des Organisationsstatutes vom 15. Juni 1977, teilrevidiert am 7. November 1984, können Beschlüsse oder Entscheide der Organe der Landeskirche durch die Konfessionsangehörigen mit Beschwerde angefochten werden. Die Beschwerdefrist beträgt 20 Tage seit der Veröffentlichung in den Publikationsorganen. Der Ablauf der Beschwerdefrist für diese Synode ist somit der 1. Juli 2004. Beschwerden sind an die Rekurskommission der Römisch-Katholischen Landeskirche, Sekretariat, Feerstrasse 8, Postfach, 5001 Aarau, zu richten.
Aarau, 2. Juni 2004
Die Präsidentin: Carla Bättig
Der Sekretär: Otto Wertli
Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Aargau
Beschlüsse der Synode vom 3. November 2004
An der ordentlichen Herbstsitzung der Römisch-katholischen Synode vom 3. November 2004 in Aarau wurden folgende Beschlüsse gefasst:
- Der Bericht und Antrag betreffend Zusammenarbeit der Landeskirche mit der Caritas Aargau wird zur Kenntnis genommen.
- Der Bericht und Antrag zur "Wirkungsorientierten Pastoral – WOP" wird zur Kenntnis genommen.
- Dem revidierten Reglement über den Finanzausgleichsfonds wird zugestimmt.
- Voranschlag 2005
a) Der Voranschlag der Verwaltungsrechnung für das Jahr 2005 (Zentralkasse) mit einem Zentralkassenbeitragssatz von 2,70 Steuerprozenten wird genehmigt.
b) Der Kirchenrat wird ermächtigt, den Zentralkassenbeitrag bei den Kirchgemeinden in zwei gleichen Raten zu beziehen, und zwar per 15. Mai und per 15. November 2005. Für die Berechnung des Zentralkassenbeitragssatzes ist der bereinigte Steuer-Sollbetrag des Rechnungsjahres 2003 massgebend.
c) Der Kirchenrat wird ermächtigt, zur Deckung der Kosten für die Seelsorge im Dienste der italienischen, spanischen und portugiesischen Konfessionsangehörigen von den Kirchgemeinden einen "Pro Kopf-Beitrag" von Fr. 20.- für jeden in ihrem Gebiet wohnhaften italienischen, spanischen und portugiesischen Konfessionsangehörigen (Stand: 30. April 2004) zu erheben.
- Die Abrechnung über den Baukredit von Fr. 1'490'000.- zur Sanierung der Propstei Wislikofen im Gesamtbetrag von Fr. 1'332'864.20 wird genehmigt.
- Die Abrechnung über den Verpflichtungskredit für den Ausbau der Dachwohnung Liegenschaft Feerstrasse 8, Aarau, im Gesamtbetrag von Fr. 85'548.35 wird genehmigt.
Gemäss Art. 39 und 41 des Organisationsstatutes vom 15. Juni 1977, teilrevidiert am 7. November 1984 können Beschlüsse oder Entscheide der Organe der Landeskirche durch die Konfessionsangehörigen mit Beschwerde angefochten werden. Die Beschwerdefrist beträgt 20 Tage seit der Veröffentlichung in den Publikationsorganen. Der Ablauf der Beschwerdefrist für diese Synode ist somit der 23. November 2004. Beschwerden sind an die Rekurskommission der Römisch-katholischen Landeskirche, Sekretariat, Feerstrasse 8, Postfach, 5001 Aarau, zu richten.
Aarau, 3. November 2004
Die Präsidentin: Carla Bättig
Der Sekretär: Otto Wertli
Brauchen wir christliche Parteien?
Kann
die Kirche erwarten, dass eine C-Partei ihre Werte in den politischen
Entscheidungsprozess einbringt? Enttäuschte Erwartungen haben in jüngster Zeit
für Irritation bei den Schweizer Bischöfen gesorgt. An einem Podium vom 18. Mai
in Basel unter der Leitung des ehemaligen TV-Redaktors Erwin Koller trafen die
Meinungen aufeinander. Veranstalterin war die Erwachsenenbildung der
Römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt. Für die CVP diskutierte die Aargauer
Politikerin und CVP-Interimspräsidentin Doris Leuthard.
Aufgerüttelt
hatte vor allem die Kritik des Basler Bischofs Kurt Koch, der im letzten August
die CVP kritisierte, weil sie sich nicht gegen das vorgesehene Bundesgesetz zur
rechtlichen Anerkennung homosexueller Partnerschaften engagierte. Doris Leuthard
betonte, die CVP verstehe sich weiterhin als Partner der Kirche, aber nicht als
deren verlängerten Arm. Als Beobachter der christlichen Politszene erwartet der
Soziologie- und Publizistikprofessor Kurt Imhof von den christlichen politischen
Parteien in erster Linie, dass sie sich für eine Kultur der Toleranz und des
Ausgleichs einsetzen. Sie seien "auf der Basis des Postulats der christlichen
Nächsten- und Feindesliebe immuner gegenüber allen Formen fundamentalistischer
Politik". Und sie nähmen eine besondere Verantwortung gegenüber allen Formen von
Gewalt und Unterdrückung wahr. Es ist für Imhof denn auch klar, dass es
weiterhin christliche Parteien braucht. Von der CVP wünscht er sich ein
verstärktes Engagement in sozialpolitischen Fragen. Hier stehe die Kirche links
von der CVP, im Unterschied zu den sexualethischen Positionen wie Abtreibung
oder homosexuelle Partnerschaften. Dass sich die CVP politisch stärker vom
Bürgerblock abhebe, kann sich Doris Leuthard mit Blick auf die CVP-Parteibasis
schwer vorstellen. Ausserdem stehe die CVP vor der Aufgabe, auch Finanzpolitik
zu machen. Nicht einmal bei der Mutterschaftsversicherung könne sie voll mit der
Basis rechnen. Ein Problem ist nach Meinung der Aargauer Politikerin auch, dass
die CVP weiterhin am Image der Katholischen Volkspartei leide. Die CVP müsse
jedoch die christlichen Werte heute den politischen Bedingungen anpassen. Dies
rufe wiederum den Widerspruch der Kirche hervor, die sich darauf berufe,
fundamentale Werte wie etwa das Lebensrecht oder die Ehe dürften nicht
relativiert werden. Dies sei auch nicht die Absicht der CVP, betonte Leuthard,
was die Partei auch unter Beweis stelle. Auch ein Namenswechsel mit einem
Verzicht auf das "C" sei zur Zeit für sie kein Thema. (20.05.04/kipa/mb)
Brief an den Papst mit Unterschriften aus dem
Fricktal
Seelsorgerinnen und Seelsorger, Kirchenengagierte sowie
Persönlichkeiten aus der katholischen Kirche in der Schweiz haben dem Papst
einen Offenen
Brief geschrieben. Zu den 41 Unterzeichnenden gehören auch Seelsorgende und
Kirchenengagierten aus dem Fricktal.
Im Brief wird die Anregung des
Papstes aufgegriffen, die Gestaltung des "Petrusdienstes", des Papstamtes zu
überprüfen (Rundschreiben "Ut unum sint" von 1995). So finden es die
Unterzeichnenden sinnvoll, dass nicht nur die Bischöfe, sondern auch der Papst
spätestens mit 75 Jahren zurücktreten soll. Die Ansprüche an einen Papst seien
in den letzten Jahrzehnten denn auch "ins Unermessliche gestiegen". Gefragt wird
auch, ob das Papstamt nicht ähnlich wie in der alten Kirche wieder in
kontinentale Patriarchate "eingebettet" werden müsste. Der Brief anerkennt
durchaus die "eindrücklichen Leistungen" von Papst Johannes Paul II., sein
Pontifikat habe "die Welt bewegt" und er habe die Kirche "in eindrücklicher
Weise" ins 3. Jahrtausend geführt, heisst es. Trotzdem fragen sich die
Initianten, ob die Kräfte des Papstes noch ausreichen, um die "mit dem schweren
Amt verbundenen Pflichten zu erfüllen". Es scheine, dass der Papst notgedrungen
wichtige Aufgaben an Mitarbeiter delegieren müsse, was die päpstliche Autorität
aushöhle. Und viele Menschen würden in dieser Situation mehr über die Gesundheit
des Papstes spekulieren als auf seine Botschaft achten.
Anlass des
Offenen Briefes ist der Besuch des Papstes am 5./6. Juni beim Jugendtreffen in
Bern. Die Initianten würden gerne mit dem Papst zu diesen Fragen ins Gespräch
kommen. Das wird kaum möglich sein. So hoffen sie wenigstens, dass bei allem
Respekt vor dem Papst und bei aller Loyalität die angesprochenen Fragen doch in
der kirchlichen Öffentlichkeit diskutiert werden. Eine Kopie des Briefes ging
auch an die Schweizer Bischöfe.
Sehr geehrter Herr Papst
Die für Ihr
Empfinden vielleicht etwas ungewöhnliche Anrede entnehmen wir den Schriften des
heiligen Franz, der vom Nachfolger Petri mehrmals als vom Dominus Papa, vom
"Herrn Papst" spricht. Damit bringt der kleine Kaufmannssohn aus Assisi
zweierlei zum Ausdruck, nämlich dass er den Papst als oberste Autorität der
Kirche anerkennt, und zum anderen, dass er ihn als Papa, als "Vater" aller
Gläubigen und der Menschheit überhaupt betrachtet.
Wenn wir uns in diesem
Schreiben an Sie als die höchste Instanz unserer katholischen Kirche wenden, tun
wir dies im Bewusstsein unserer Mitverantwortung, die wahrzunehmen Sie uns
selber mit dem von Ihnen im Jahr 1983 in Kraft gesetzten Kirchenrecht, dem Codex
Iuris Canonici ermuntern. Wir beziehen uns dabei auf Canon 212, § 3:
"Entsprechend ihrem Wissen, ihrer Zuständigkeit und ihrer hervorragenden
Stellung haben die Gläubigen das Recht und bisweilen sogar die Pflicht, ihre
Meinung in dem, was das Wohl der Kirche angeht, den geistlichen Hirten
mitzuteilen und sie unter Wahrung der Unversehrtheit und der Ehrfurcht gegenüber
den Hirten und unter Beachtung des allgemeinen Nutzens und der Würde der
Personen den übrigen Gläubigen kundzutun."
Sie haben vor, uns in der
Schweiz einen Besuch abzustatten und bei dieser Gelegenheit der Jugend Red und
Antwort zu stehen. Das ist überaus erfreulich, denn das Gespräch ist das Herz
jeder lebendigen Gemeinschaft. Wo kein Gespräch stattfindet, ist auch kein Raum
für die Liebe. Ein bisschen bedauern wir, dass die Erwachsenen nur zur
Eucharistiefeier eingeladen sind sie hätten in diesem Gedankenaustausch ja
vielleicht auch ein paar Fragen vorzubringen, die sie seit längerer Zeit
beschäftigen. Deshalb möchten wir Seelsorgende zusammen mit anderen Schweizer
Katholikinnen und Katholiken auf diesem Weg mit Ihnen ins Gespräch
kommen.
Da viele von uns immer wieder und immer häufiger darauf
angesprochen werden, weshalb Sie auch noch im hohen Alter in Ihrem Amt bleiben,
möchten wir Ihnen einige diesbezügliche Überlegungen mitteilen.
Ihr
Pontifikat hat die Welt bewegt. Insbesondere haben Sie einen entscheidenden
Beitrag geleistet, dass Europa wieder zusammenwachsen kann. Sie wollten die
Kirche in das 3. Jahrtausend führen und haben dies in eindrücklicher Weise
getan. Zu Ihren Aufgaben zählen Sie auch die Überprüfung der Gestalt des
Petrusdienstes. Sie haben sich dazu in Ihrem am 25. Mai 1995 erschienenen
Rundschreiben "Ut unum sint" ausführlich geäussert (vgl. insbesondere Nr. 95 und
96). Nun sind wir der Überzeugung, dass auch der Rücktritt eines Papstes zur
Regel werden sollte, wenn er ein bestimmtes Alter erreicht hat. Tatsächlich
haben ja heute die im Vergleich zu früheren Zeiten viel längere Lebenserwartung
und die damit verbundenen Altersbeschwerden eine völlig neue Realität
geschaffen. Daher scheint es uns angebracht, dass auch der Papst als Bischof von
Rom sein Amt zur Verfügung stellt, wenn er die Altersgrenze von 75 Jahren
erreicht hat, angesichts derer die Bischöfe laut Kirchenrecht weltweit "gebeten"
werden (rogatur), ihren Rücktritt einzureichen (vgl. Codex Iuris Canonci, Canon
401 § 1).
Die Ansprüche an den Inhaber des Papstamtes sind in den letzten
Jahrzehnten ins Unermessliche gestiegen. Sie selber wissen am besten, wie
schwierig es ist, die Kirche in den verschiedenen Ländern und Erdteilen
angesichts der je unterschiedlichen Situationen und Entwicklungen zu führen.
Allein schon von daher stellt sich die Frage, ob das Papsttum in einer heute
neuen (aber eigentlich "alten", weil schon von der Kirche der ersten
Jahrhunderte gepflegten) Weise in den Kontext kontinental neu umschriebener
Patriarchate eingebettet werden müsste, wie übrigens auch der Bischof von Basel
in einem am 29. Februar dieses Jahres auf dem Schweizer Fernsehen ausgestrahlten
Interview angemerkt hat.
Viele Menschen, die Ihre Aktivitäten in den
Medien mit Interesse verfolgen, haben schon seit einigen Jahren grosse Mühe,
Ihren Aussagen wegen Ihrer nachlassenden Stimme überhaupt zu folgen, was dann
dazu führt, dass sie immer öfter und immer mehr über Ihren Gesundheitszustand
spekulieren, statt auf die von Ihnen vorgebrachte Botschaft zu achten. Bei allem
Mitgefühl stellt sich für manche von ihnen doch die Frage, ob Ihre Kräfte noch
ausreichen, um die mit Ihrem schweren Amt verbundenen Pflichten zu erfüllen.
Nicht wenige sind davon überzeugt, dass Sie notgedrungen viele Aufgaben, die Sie
persönlich bewältigen möchten und auf Grund Ihrer Stellung auch selber
bewältigen sollten, an Mitarbeiter delegieren müssen. So wird bei jedem
Schreiben, das mit Ihrer Unterschrift erscheint, spekuliert, wie weit Sie
wirklich dahinter stehen. Das führt zu einer kontinuierlichen Erosion der
päpstlichen Autorität. Auch für uns Christen und Christinnen gilt doch, was der
Weisheitslehrer im ersttestamentlichen Buch Kohelet sagt: "Alles hat seine
Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit (...):
eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen, (...) eine Zeit zum
Schweigen und eine Zeit zum Reden" (Kohelet, Kapitel 3, Verse 1. 6 und
7).
Auch wer die Bulletins der katholischen Nachrichtenagenturen nur
oberflächlich verfolgt, stösst im Zusammenhang mit Ihrem Pontifikat immer wieder
auf Rekordmeldungen. Sie sind der Papst, der die meisten Heiligen kanonisiert
hat. Sie haben die zweitlängste Amtszeit hinter sich, die ein Nachfolger des
heiligen Petrus je erreichte. Keiner Ihrer Vorgänger hat eine solche Anzahl
Pastoralreisen unternommen wie Sie. Das sind eindrückliche Leistungen, die man
gar nicht hoch genug gewichten kann. Anderseits erinnert uns das Evangelium auch
daran, dass unsere Daseinsberechtigung nicht auf unseren Leistungen gründet,
sondern dass wir alle im Wortsinn "von Gottes Gnaden" leben. Dieses Bewusstsein
befreit uns von jenem illusionären Leistungszwang, dass unsere Präsenz
unabdingbar sei, um einer guten Sache zum Durchbruch zu verhelfen. Sie selber,
Herr Papst, haben die Bereitschaft bekundet, bis an Ihr Lebensende in Ihrem
schweren Amt ausharren zu wollen. Diese Bereitschaft haben Sie, wenn denn die
diesbezüglichen Presseinformationen tatsächlich zutreffen sollten, mit dem
Hinweis auf Jesus begründet, der auch nicht vom Kreuz herabgestiegen sei. Diese
Begründung für das Ausharren im Amt leuchtet uns nicht ein. Theologisch gesehen
ist sie überaus fragwürdig. Eine solche Sicht impliziert doch, dass Gott sogar
vermeidbares Leid und nicht notwendigen Schmerz uns Menschen abverlange. Sie
widerspricht auch jener kirchlichen Überlieferung, nach welcher die Kirche
(schon zur Zeit der ersten Christenverfolgungen!) den Gläubigen davon abriet,
das Martyrium zu suchen! Und lehrt uns denn nicht schon Jesus selber mit seinem
Gebet im Garten Getsemani, dass wir nur jene "Kreuze" auf uns nehmen sollen, die
unvermeidbar sind?
Lieber Herr Papst, von ganzem Herzen sind wir Ihnen
dankbar für das viele Gute, was Sie für unsere Kirche und für die gesamte
Menschheit bewirkt haben. Im Glauben an den auferstandenen Herrn Jesus Christus
und im Gebet bleiben wir mit Ihnen verbunden und bitten Sie um Ihren
Segen.
Basel, 19. Mai 2004
Unterschrieben ist der Brief
von 41 Seelsogerinnen und Seelsorgern, Kirchenengagierten und kirchlichen
Persönlichkeiten vor allem aus dem Raum Basel, Aargau und Luzern, aber auch aus
der übrigen Schweiz. Kontaktperson ist Xaver Pfister, Basel, Telefon 061 692 71
71, Mail pfisterfamily@bluewin.ch
(17.05.04/mb)
Caritas Aargau: Mehr Notsituationen und weniger Geld für
Soziales
"So viele Menschen wie noch nie" hätten im Jahr 2003 die
Angebote der
Caritas
Aargau in Anspruch genommen, schreibt das regionale Hilfswerk in einer
Medienmitteilung zum ihrem eben erschienen Jahresbericht 2003. Hauptgründe dafür
sind die schlechte wirtschaftliche Situation und die immer knapperen Finanzen
von Bund, Kanton und Gemeinden. Auch die Caritas selber sei "von den
eingeschränkten öffentlichen Finanzen" betroffen. Das Paradox: Trotz erheblichen
Mehrleistungen für Menschen in Notsituationen steht der Caritas weniger Geld zur
Verfügung. Spenden zugunsten des Hilfswerkes werden darum immer
wichtiger.
Gegen 600 Familien, Paare und Einzelpersonen haben sich im
letzten Jahr an die Sozialberatung der Caritas gewendet. Unter bestimmten
Voraussetzungen wird finanzielle Überbrückungshilfe geleistet, aber, so betont
Caritas-Stellenleiter Kurt Brand: "Wir legen Wert darauf, dass wir nicht dort
einspringen wo die Gemeinde oder Sozialversicherungen leistungspflichtig sind."
Doch diese Leistungen würden tendenziell abgebaut, so wurde beispielsweise die
Bezugsdauer für die Arbeitslosenversicherung gekürzt. Finanzielle Not sei nur
ein Teil der Problematik, weiss die Sozialberatung aus Erfahrung. Viele
Armutsbetroffene würden auch an Selbstwertgefühl verlieren, unter
Gesundheitsproblemen leiden und sich sozial isolieren.
Mit dem neuen
Caritas-Projekt "mit mir!" sollen Familien, die in einem Engpass sind, entlastet
werden, wird in der Medienmiteilung weiter berichtet. Freiwillige Patinnen oder
Paten unternehmen etwas mit einem Kind aus einer betroffenen Familie während
mindestens zwei Halbtagen pro Monat. So profitieren gleichzeitig das Kind und
die Eltern. Ein grosses Anliegen bleibt weiterhin die Integration von
Fremdsprachigen. Der Integrationskurs "Kompass" fördert die Integration von
anerkannten Flüchtlingen, das Gesundheitsprojekt "Feminasana" betreibt
Gesundheitsförderung bei Migrantinnen. Die Caritas Aargau bedauert ausdrücklich,
dass der Kanton die Integrationsförderung finanziell kaum unterstütze, obwohl
der Bedarf gross sei. (16.07.04/ca/mb)
Claudia Bonge neue
Kommunikationsbeauftragte
Claudia Bonge hat ihre neue Stelle
bereits Mitte Mai angetreten. Sie wurde vom Kirchenrat der Röm.-kath.
Landeskirche als Kommunikationsbeauftragte gewählt, wie die Landeskirche in
einer Medienmitteilung schreibt. Bonge war zuletzt leitende
Kommunikationsbeauftragte in einem international tätigen Schweizer
Chemieunternehmen. Sie studierte an der Universität Essen
Kommunikationswissenschaften, Germanistik und Marketing und war nach
Studienabschluss im Bereich Marketing, Geschäftsführung und Kommunikation tätig.
Als Kommunikationsbeauftragte ist Claudia Bonge für die interne und externe
Kommunikation zuständig, für die Konzeption und Produktion verschiedener
Publikationen sowie für die Beratung und Unterstützung der Landeskirche und
ihrer Fachstellen und Gremien in Fragen der Öffentlichkeitsarbeit und
Kommunikation. Das Büro befindet sich bei der Röm.-kath. Landeskirche an der
Feerstrasse 8 in Aarau, Telefon 062 832 42 79, Mail
claudia.bonge@ag.kath.ch.
(27.05.04/lk/mb)
CVP-Präsidentin Doris Leuthard: Ein "Wertefundament"
muss Grundlage der Politik sein
"Wer geistig nichts zu bieten hat,
der kann langfristig politisch nicht überleben." Das sagt Doris Leuthard,
Merenschwand, Präsidentin der CVP Schweiz, im NZZ Folio 12/2004. Im
Folio-Beitrag
"Daran glaube
ich" formulieren 12 Persönlichkeiten aus der Schweiz wie Stiller Has, Monica
Kissling, Silja Walter, Ueli Maurer oder Moritz Leuenberger ihre
persönlichen "Glaubensbekenntnisse". Eine von der CVP erarbeitete Charta bilde
das Wertefundament der Partei, das auf Menschenwürde, Freiheit, Verantwortung
und Solidarität basiere, präzisiert die Aargauer Politikerin. Sie selber "glaube
an den freiheitlichen Menschen mit sozialer Verantwortung, sei es in der Rolle
als Bürger, als Vater und Mutter, als Unternehmer". Leider hätten sich
Pessimismus, Unsicherheit, Unwille zu Reformen breit gemacht. Wir müssten es
schaffen, die Menschen in unserem Land wieder an ihre Chancen glauben zu lassen,
an eine sichere Zukunft, an Perspektiven für die Jugend. "Glauben macht selig",
so Doris Leuthard, "Glauben und das, woran man glaubt, anpacken und umsetzen
macht seliger!". (06.12.2004/mb)
Das Gleichstellungsbüro ist immer noch
nötig
Die
Fachstelle für Gleichstellung von Frauen und Männern im Aargau
soll weitergeführt werden. Das fordert der Vorstand des
Aargauischen
Katholischen Frauenbundes AKF gegenüber einer SVP-Motion, die das
Gleichstellungsbüro abschaffen will. Der AKF unterstützt auch die Kundgebung in
Aarau vom kommenden Montag, 8. März, dem internationalen Tag der Frau, wie es in
einer Medienmitteilung des Verbandes weiter heisst.
Die rechtliche
Gleichstellung sei zwar heute weit gehend verwirklicht. "Leider ist das aber
überhaupt keine Garantie dafür, dass dies auch in ökonomischer, sozialer und
politischer Hinsicht im Alltag der Fall ist", schreibt der Frauenbund zur
Notwendigkeit des Gleichstellungsbüros. Täglich würden Frauen den Ungleichheiten
und Ungerechtigkeiten in Bildung, Löhnen, Führungspositionen, Politik und bei
häuslicher Gewalt begegnen. Die Fachstelle für Gleichstellung müsse weiterhin
auf vielen Gebieten an Verbesserungen arbeiten. Mit "Familienfreundlicher
Aargau" und der Aargauischen Berufsschau in Lenzburg seien im letzten Jahr zwei
wichtige Projekte realisiert worden. Daneben berate die Fachstelle den
Regierungsrat und kantonale Stellen bei Gesetzeserlassen, erarbeite
Informationen für die Öffentlichkeit, führe eine Dokumentationsstelle und berate
Frauen und Männer zum Thema Chancengleichheit. Der Fraunbund erläuterte seine
Forderung nach der Weiterführung des Gleichstellungsbüros auch in einem Brief an
alle Aargauer Grossrätinnen und Grossräte. (04.03.04/akf/mb)
Das Vatikan-Dokument ist gegen das Frauenpriestertum
gerichtet
In einem
Prisma-Beitrag von
Radio kath.ch nimmt Caroline Meier-Machen aus Schneisingen,
Vizepräsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SKF), Stellung
zum neuen
Vatikan-Dokument über die "Zusammenarbeit von Mann und Frau in
der Kirche und in der Welt". Sie formuliert den Verdacht, das Dokument verfolge
andere Absichten, als es vorgebe. In der Hauptsache gehe es vermutlich um die
Ablehnung der Homosexualität und des Frauenpriestertums. Im Beitrag erläutert
Meier-Machen ihre Kritik. Sie würdigt aber auch die vielen positiven Punkte des
Schreibens. Ihren Kommentar zum Vatikan-Papier hat sie in einer
Stellungnahme (PDF) auch schriftlich festgehalten. Der
SKF hat als schweizerischer
Dachverband rund 250'000 Mitglieder. Er sieht sich als ein Forum für
Frauenfragen und als Sprachrohr von Frauen in der Öffentlichkeit.
(04.08.04/sab/mb)
Das verdient eine Auszeichnung mit dem Sozialpreis der
Kirchen
Der von den Aargauer Landeskirchen erstmals verliehene
Sozialpreis 2004 geht an die beiden Projekte "Hilfestellung bei der
Lehrstellensuche" und "Rundum Frucht". Mit dem Sozialpreis werden Unternehmen,
Institutionen oder Personen ausgezeichnet, die im Bereich von "Mensch und
Arbeit" ein besonderes und innovatives soziales Engagement zeigen.
Ausgeschrieben wird der Preis vom ökumenischen Sozialrat im Namen der
Aargauer Landeskirchen. Die Laudatio an der Preisverleihung am Bettag in Aarau hielt Josef
Rennhard, Mitglied des Sozialrates.
Eingereicht für den diesjährigen
Sozialpreis wurden insgesamt 17 Projekte, wie Rennhard ausführte. Dabei waren
Vorschläge für gezielte Finanzhilfe an Mütter in schwierigen Situationen, ein
Programm zugunsten von Menschen, die von Aids betroffen sind, ein Projekt zur
Pflege einer bewusst gestalteten menschlichen Betriebskultur, Vorschläge für
neue Arten von Berufslehren insbesondere für Jugendliche, die Mühe haben mit der
konventionellen Ausbildung, dabei war auch ein Projekt zur Realisierung
finanziell tragbarer Wohnverhältnisse für Lehrlinge und Studierende aus
schwierigen familiären Verhältnissen. Einige der Projekte sind bereits auf dem
Weg zur Realisierung, andere sind noch in der "gedanklichen
Kreativphase".
Das Projekt "Hilfestellung bei der Lehrstellensuche"
der
Regionalen
Jugendarbeit Unteres Aaretal/Kirchspiel mit Daniel Lüscher sei ein Projekt,
das "couragiert und konsequent" dazu beitrage, "schulisch schwächeren
Jugendlichen zu einer Lehrstelle zu verhelfen und sie damit davor bewahrt, an
den Rand der Gesellschaft abgedrängt zu werden", begründete Rennhard die
Auszeichnungen mit einem Preis von 15'000 Franken. Das Projekt "Rundum Frucht",
von den Kirchen mit 10'000 Franken ausgezeichnet, wurde von Hans und Kathrin
Stucki aus Oeschgen realisiert. Das Projekt trage "ideenreich und
naturverbunden" dazu bei, "dass Menschen mit körperlicher oder geistiger
Behinderung vermehrt in die Welt sinnerfüllter Arbeit integriert
werden".
In einer Schlussbemerkung nahm Rennhard Stellung zur Frage, "ob
Kirchen überhaupt 'politisch wirken' und sich gesellschaftlich engagieren
dürfen". Über den Sozialrat haben das die Kirchen im Aargau schon mehrmals
gemacht. Mindestens was den Sozialpreis betrifft fand Rennhard sogar in der
Bundesverfassung, Artikel 41, Unterstützung für ein gesellschaftspolitisches
Engagement der Kirchen. Nähere Auskünfte dazu gäbe es auch in der Bibel, meinte
Rennhard, "bei der provokativen Frage 'Wer ist mein Nächster? Wer ist meine
Nächste?'". (19.09.2004/mb)
Der Aargau ist in diözesanen Gremien gut
vertreten
Mit Verspätung ist eben der Jahresbericht 2003 des
Bistums Basel erschienen.
Berichtet wird darin aus den Gremien der Bistumsleitung und aus diözesanen
Kommissionen und Arbeitsgruppen sowie aus den einzelnen Bistumsregionen. Aus der
Kirche im Aargau wird an das Jubiläumsprojekt der Landeskirchen "WasserZeichen
2003" erinnert.
Ersichtlich aus dem Jahresbericht ist auch, dass Personen
aus dem Aargau in verschiedenen Gremien und teilweise auch in leitender Funktion
tätig sind: Dr. Odo Camponovo, Baden, im Pastoralamt, zugleich Vertreter der
Bistumsleitung in verschiedenen Kommissionen, Toni Schmid, Aarau, in der
Katechetischen Kommission (Präsident), Matthias Drögsler, Entfelden, in der
Liturgischen Kommission (Sekretär). Weitere Mitglieder in diözesanen Gremien:
Lukas Amrhyn, Sins, Priesterrat, Hans Peter Bucher, Wettingen, Priesterrat, P.
Ilija Saravanja, Aarau, Priesterrat, Thomas Hartmann, Schneisingen, Rat der
Diakone und Laientheologen/theologinnen, Barbara Huster-Bloch, Windisch, Rat der
Diakone und Laientheologen/theologinnen, Vernerio Braun-Locher, Boniswil
Seelsorgerat, Röbi Hug-Muff, Villmergen, Seelsorgerat, Pera Lukic, Aarau,
Seelsorgerat, Hanspeter Lichtin-Müller, Rheinfelden, Katechetischen Kommission,
Maria Raab, Liturgische Kommission, Dr. Felix Senn, Mägenwil, Kommission für
Bildungsfragen der kirchlichen Berufsgruppen, Arlette Marti-Gertiser,
Fachkommission Diakonie, Sr. Iniga Affentranger, Gefangenenseelsorgerin
Lenzburg, Fachkommission Diakonie, Barbara Kühne-Cavelti, Oberbörberg,
Kirchenratspräsidentin, Abgeordnete des Aargaus in der Finanzkommission. Bezug
des Jahresberichtes des Bistums Basel: Bischöfliches Ordinariat, Druck und
Versand, Baselstrasse 58, Postfach 216, 4501 Solothurn, Telefon 032 625 58 18,
Mail
versand@bistum-basel.ch.
(07.11.2004/mb)
Der Besuchsdienst Königsfelden sucht weitere
Interessierte
Roland F. (Name geändert) ist seit 15 Jahren auf
einer Langzeitabteilung der Klinik Königsfelden. Sein Kontakt zur Aussenwelt
besteht lediglich in den wöchentlichen Treffen mit der freiwilligen Helferin.
Mit diesem Beispiel macht der katholische Klinikseelsorger Dr. Fritz Fischer in
einer Mitteilung auf den Besuchsdienst in der
Klinik
Königsfelden aufmerksam. Für den freiwilligen Dienst, der seit über 25
Jahren besteht, werden zur Zeit weitere Freiwillige gesucht. Dank dieses
Dienstes erhalten auch Menschen, die über Jahre in der Klinik wohnen, Besuch.
Mittlerweile gehören 36 Personen zum Besuchsdienst. Es gibt aber noch mehr
Patientinnen und Patienten, die einen regelmässigen Besuch wünschen.
Die
freiwilligen Helferinnen und Helfer besuchen in regelmässigen Abständen "ihren"
Patienten oder "ihre" Patientin. Wie Fischer in Gesprächen oft hört, werden
diese Besuche als Bereicherung und Unterbrechung des Alltags erlebt und
bringen beiden Seiten viel Freude. Der Klinikseelsorger macht aber auch auf die
besondere Situation aufmerksam. In der psychiatrischen Klinik seien Menschen,
die nicht immer dem gängigen, gesellschaftskonformen Bild entsprechen würden,
Menschen, die über viele Jahre hospitalisiert seien, Menschen, die, von
Verwandten und Kollegen vergessen, keinen Besuch erhalten würden. Zudem sei die
Hemmschwelle, jemanden in der psychiatrischen Klinik zu besuchen, grösser als in
einem "gewöhnlichen" Spital. Und dann noch etwas: "In Zeiten zunehmender
Sparmassnahmen und personeller Mehrbelastung ist eine Einrichtung wie die Klinik
Königsfelden umso mehr auf ehrenamtliches Engagement angewiesen."
Die
freiwilligen Helferinnen und Helfer werden in einer Supervision in ihrer Aufgabe
begleitet und unterstützt. Eine jährliche Vortragsreihe informiert zudem über
Krankheitsbilder in der Psychiatrie. Interessierte werden zuerst zu einem
Abklärungsgespräch eingeladen und später zu einem ersten Treffen mit "ihrer"
Patientin oder "ihrem" Patienten. Erst dann müssen sich die Interessierten
entscheiden, ob sie diese Aufgabe übernehmen möchten oder nicht. Als
Voraussetzungen genügen Einfühlungsvermögen, Lebenserfahrung und die Freude,
jemandem ganz persönlich Zeit zu schenken. Interessierte melden sich über die
Hauptnummer der psychiatrischen Klinik Königsfelden, Telefon 056 462 21 11, und
verlangen eine für den Besuchsdienst verantwortliche Person . (23.02.04/frf/mb)
Der Sozialrat hat Bedenken gegen Ladenöffnungszeiten bis
Mitternacht
Auch im Aargau zeichnet sich eine Liberalisierung der
Ladenöffnungszeiten ab. Eine entsprechende Vorlage wird zurzeit von einer
Kommission des Grossen Rates erarbeitet. Vor allem Kioske und Tankstellenshops
sollen an Werktagen wie an Sonntagen bis Mitternacht geöffnet sein können, wird
gefordert. Im Auftrag der Kirchenräte hat sich deshalb der Sozialrat der
Aargauer Landeskirchen mit der Problematik befasst.
In einer Medienmitteilung formuliert der Sozialrat klare Bedenken
gegenüber solchen Forderungen. Das Prinzip "Konsum überall und jederzeit" führe
zu einer "fragwürdigen Verschiebung ethischer Werte". Der "gesunde Rhythmus"
Werktag/Sonntag und Tag/Nacht gerate zudem für die Angestellten aus dem
Gleichgewicht. Wo Väter und insbesondere auch Mütter praktisch rund um die Uhr
für die Arbeitgeber verfügbar sein müssen, so wendet der Sozialrat weiter ein,
habe das auch Auswirkungen auf das Familienleben und die Kinderbetreuung. Der
Sozialrat ist nicht grundsätzlich gegen eine Liberalisierung, aber für die
wenigen Fälle, wo sich eine gewisse Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten
vertreten lasse, müssten "die Bedingungen für das Personal akzeptabel und sozial
gerecht gestaltet werden". Der Sozialrat ist sich bewusst, dass die Entwicklung
in diesem Bereich auch "ganz wesentlich vom verantwortungsbewussten Verhalten
der Konsumentinnen und Konsumenten abhängt". Wenn die Konsumentinnen und
Konsumenten vor allem dort einkaufen, wo ethisch vertretbare Öffnungszeiten und
sichere Arbeitsbedingungen herrschten, würden sie dazu beitragen, "ungesunden
Entwicklungen den Riegel zu schieben", schreibt der Sozialrat. Der Sozialrat ist ein
ökumenisches Beratungsgremium der Römisch-katholischen, der
Evangelisch-reformierten und der Christkatholische Landeskirche im Aargau und
befasst sich mit aktuellen sozialen Fragen. (27.04.04/al/mb)
Die "Süd-Projekte" nicht nur finanziell
unterstützen
Vom jährlichen Gesamtbeitrag von 200'000 Franken für
den Bereich "Mission und Entwicklung" hat der Kirchenrat der
Römisch-katholischen Landeskirche Aargau an seiner letzten Sitzung in einer
ersten Phase 125'000 Franken an einzelne Projekte verteilt. Mit der finanziellen
Unterstützung von Projekten im Süden will sich die Kirche über die eigenen
Landesgrenzen hinaus mit benachteiligten Menschen in Ländern der Dritten Welt
solidarisch zeigen, wie es in einer Medienmitteilung der Landeskirche
heisst.
Das finanzielle Engagement bezieht sich auf fünf grössere
Langzeitprojekte und auf verschiedene Einzelprojekte. Langfristig unterstützt
werden zurzeit Projekte in Gweru (Zimbawe), Hogar und Chône (Ecuador) sowie in
Debrecen-Nyreghàzi (Ungarn). Neu dazugekommen ist ein Beitrag für das
Franziskanerinnen-Kloster in Maua (Tanzania). Das Franziskanerinnen-Kloster
wurde in den sechziger Jahren von Schwestern des Kapuzinerinnenklosters St. Anna
in Luzern gegründet die "Franziscan-Sisters" sind heute vor allem in der
Ausbildung von Kindergärtnerinnen und in der Führung eines katechetischen
Zentrums tätig. Die unterstützten Einzelprojekte liegen unter anderem im Bereich
der Bildungsarbeit, der Alphabetisierung, der Menschenrechte und der Förderung
des Gesundheitswesens.
Neben der materiellen Unterstützung ist es der
Römisch-katholischen Kirche im Aargau ein Anliegen, vermehrt auch Kontakte
herzustellen zwischen den Pfarreien hier und den Menschen in den Regionen der
betreffenden Projekte. Der Kirchenrat möchte die Aargauer Pfarreien und auch
Privatpersonen insbesondere dazu anregen, sich an einem konkreten Projekt zu
beteiligen und die Realisierung mit Interesse zu begleiten. (25.06.04/lk/mb)
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Aargau
will stärker in die Öffentlichkeit treten
Bei einem gemeinsamen
Gottesdienst am 14. November in der evangelisch-methodistischen Pauluskirche in
Aarau unterzeichnet die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Aargau
(AGCK-AG) ihre neuen Statuten. Die Festansprache hält der Bischof der
christkatholischen Kirche der Schweiz, Fritz René Müller. Landamann Roland
Brogli wird als Vertreter der Aargauer Regierung ein Grusswort an die Kirchen
richten. In den Statuten verpflichten sich die beteiligten Kirchen zur
ökumenischen Zusammenarbeit. Die Arbeitsgemeinschaft möchte gemeinsame Anliegen
künftig stärker auch in der Öffentlichkeit vertreten und Themenabende zu
aktuellen Fragen organisieren, wie es in einer Medienmitteilung der Kirchen
heisst.
Die Arbeitsgemeinschaft wurde im Januar 1985 in Wildegg gegründet
und versteht sich als Regionalgruppe der Arbeitsgemeinschaft Christlicher
Kirchen der Schweiz. Sie hat unter anderem folgende Ziele: Das Bewusstsein
ökumenischer Verantwortung im Bereich der Verkündigung, der Diakonie und des
gesellschaftlichen Handelns fördern, eintreten für eine solidarische Welt, für
Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, offen zur Sprache bringen,
wie konfessionelle Ausdrucksformen von anderen Kirchen empfunden werden, den
Dialog mit Menschen jüdischen Glaubens und Menschen anderer Religionen und
Weltanschauungen unterstützen. Mitglieder sind die Evanglisch-reformierte, die
Römisch-katholische, die Christkatholische, die Evangelisch-methodistische, die
Evangelisch-lutherische, die Anglikanische, die Syrisch-orthodoxe Kirche, die
Baptistengemeinde und die Heilsarmee, die Siebenten-Tags-Adventisten
sind assoziiertes Mitglied. Die darin angeschlossenen Kirchen vertreten zusammen
im Aargau über 400'000 Mitglieder. Die Arbeitsgemeinschaft ist als Verein
konstituiert. Jede beteiligte Kirche hat je nach Grösse ein bis zwei
Vertreterinnen oder Vertreter. Geleitet wird die Arbeitsgemeinschaft von Robert
Amstutz, Würenlingen, Vertreter der anglikanischen Kirche. (12.11.2004/fw/mb)
Die Fachstelle für Schuldenfragen muss aufgestockt
werden
Die Zahl der Schuldensanierungen nahm im Aargau rapide zu,
schreibt die
Fachstelle für
Schuldenfragen Aargau FSA in einer Medienmitteilung. Im Jahre 2003 haben
sich 520 Hilfesuchende neu an die Fachstelle gewandt. Ab 1. September 2004
sollen deshalb die Stellenprozente von 180 auf 230 aufgestockt werden. Neu ist
zudem, dass vom 1. Januar 2005 bis vorerst zum 30. Juni 2006 auch Personen aus
dem Kanton Solothurn bei der Schuldensanierung von der Aargauer Fachstelle
unterstützt werden. Zur Finanzierung der erweiterten Dienstleistung wurde eine
Leistungsvereinbarung mit dem Solothurnischen Verein für Schuldensanierung
erstellt. Die Grundfinanzierung der Stelle für die Jahre 2004 bis 2006 wurde vom
Staat, den Kirchen und der Caritas Aargau bereits zugesichert oder erneut in
Aussicht gestellt.
Der Verein hat zur Zeit 173 Mitglieder. Neben
einzelnen Organisationen sind das vor allem politische Gemeinden im Aargau, die
so die Dienstleistungen der Fachstelle zu günstigen Bedingungen beanspruchen
können. Neben Gemeinden und Organisationen können sich auch Einzelne an die
Fachstelle wenden. Geschäftsführende Organisation ist die
Caritas Aargau, die
personelle Aufgaben übernimmt und die nötige Infrastruktur zur Verfügung stellt.
Das Büro der Fachstelle befindet sich an der Laurenzenvorstadt 90 in Aarau und
ist jeweils von 8.30 bis 12.00 Uhr unter Telefon 062 822 82 11 erreichbar.
Ausführliche Informationen zur Beratung und zu Schuldenfragen sind auf der
Website der Fachstelle
www.ag.schulden.ch zu finden. (07.07.04/fsa/mb)
Die Gründerin der Menzinger Schwestern kam aus dem
Aargau
Mit der Sonderausstellung
"Der
steinige Weg einer aussergewöhnlichen Frau" erinnert Fislisbach an Maria
Anna Heimgartner (1822-1863), die spätere "Mutter Bernarda" und Gründerin der
Menzinger Schwestern. Vor 160 Jahren, im Oktober 1844, trafen drei junge Frauen
aus dem Aargau in Menzingen ein, eine von ihnen war Maria Anna Heimgartner aus
Fislisbach. Ihr Auftrag war, hier als Lehrerinnen zu wirken. Vier Jahre zuvor
hatten die drei Frauen im Kapuzinerinnenkloster in Baden ihre Ausbildung
begonnen. Durch die Aufhebung der Klöster im Aargau wurden sie 1841 ins
benachbarte Ausland vertrieben, 1843 konnten sie im Elsass ihre
Lehrerinnenausbildung abschliessen. Nach Menzingen verschlug es sie, weil der
dortige Pfarrer eine Mädchenschule eröffnen wollte.
Damals konnte niemand
ahnen, dass aus den bescheidenen Anfängen eine weltweit tätige
Ordensgemeinschaft entstehen sollte, die
"Schwestern vom
Heiligen Kreuz". Die Mitbegründerin Maria Anna Heimgartner nahm den
Ordensnamen "Bernarda" an und war die erste Oberin und Frau Mutter der
Gemeinschaft. Die Schwestergemeinschaft von Menzingen zählt heute weltweit noch
über 2000 Frauen. Die drei Frauen aus dem Aargau wurden auch zu Gründerinnen
eines der ersten Lehrerinnenseminare in der Schweiz und damit zu Pionierinnen
für die Bildung und Emanzipation der Frauen.
Die Kirchgemeinde und die
politische Gemeinde ehren "ihre" Mutter Bernarda Heimgartner im Jubiläumsjahr
mit verschiedenen Anlässen, in denen auch die Beziehung zum Kloster in Menzingen
gepflegt wird. Die Sonderausstellung "Der steinige Weg einer aussergewöhnlichen
Frau" wird am 7. März im Kulturzentrum Fislisbach eröffnet und bis zum 2. Januar
2005 gezeigt. Das
Veranstaltungsprogramm ist beim Pfarramt Fislisbach erhältich,
Telefon 056 493 10 11. (03.03.04/bin/mb)
Die Klosterkirche Muri hat in der Krypta wieder
Reliquien
Sigismund stehe als Vorbild da, weil er gezeigt habe,
dass es nie zu spät sei, einen Fehler einzusehen. Das sagte Abt Martin Werlen am
Festgottessdienst vom 2. Mai in Muri. Anlass des Festgottesdienstes war die
Überführung der Reliquien der beiden Heiligen Sigismund und Regula in die frisch
renovierte Krypta der
Klosterkirche Muri durch den Abt von Einsiedeln. Die beiden
Heiligen stehen in engem Zusammenhang mit der
Abtei
St. Maurice im Wallis. Der Heilige
Sigismund liess seinen Sohn aus erster Ehe töten. Der
burgundische König, der sich zum katholischen Glauben bekehrt hatte, sah aber
sein Unrecht ein und ging ins Kloster St. Maurice, um dort Busse zu tun. Er
beschenkte das Kloster reich. 524 wurde Sigismund und seine Familie auf
Anordnung des fränkischen Königs Chlodomir ertränkt. Die heilige
Regula gehörte gemäss der Überlieferung der Thebäischen Legion
an und erlitt gemeinsam mit ihrem Bruder Felix um 302 in Zürich den
Märtyrertod.
Das Benediktinerkloster Muri wurde im Jahre 1027 durch Ita
von Lothringen und Graf Radebot von Habsburg gegründet. Während des
Kulturkampfes hob der Kanton Aargau 1841 das Kloster auf. Die Mönche mussten den
Ort verlassen. Sie gründeten in die Nähe von Bozen im Südtirol das Kloster
Muri-Gries. Bereits vor rund 1'000 Jahren hatten Mönche aus dem Kloster
Einsiedeln Reliquien nach Muri gebracht. Diese verschwanden jedoch im Lauf der
Geschichte. Mit der Überführung der neuen Reliquien sei "ein kleiner Kreis der
Geschichte" geschlossen worden, kommentierte Martin Egli, Präsident der
Vereinigung Freunde der Klosterkirche und Präsident der Kirchenpflege Muri, die
Erneuerung des Reliquienschatzes. (05.05.04/kipa/mb)
Die Traktanden der Synode-Sitzung vom 2. Juni in
Aarau
Neben den üblichen Traktanden stehen an der
Frühjahrs-Synodesitzung der Römisch-katholischen Landeskirche die Revision des
Organisationsstatutes und eine Vorlage zur Anderssprachigen-Seelsorge zur
Diskussion. Die Sitzung vom Mittwoch, 2. Juni im Grossratssaal in Aarau, beginnt
um 13.30 Uhr. Die Traktanden:
Validierung von Ersatzwahlen in die Synode
Protokoll der Synode-Sitzung vom 5. November
2003
Mitteilungen des Kirchenrats
Jahresbericht 2003 des Kirchenrats
Jahresrechnung 2003
Revision des Organisationsstatuts der Röm.-kath.
Landeskirche des Kantons Aargau
(Dokumentation:
Bericht und Antrag RTF -
Synopse PDF 61 KB)
-
-
Vorlage des Kirchenrats vom 24. März 2004 betreffend
Sitzungsgeld Synode
(Dokumentation:
Bericht und Antrag RTF)
Verschiedenes
Die Synode-Sitzung ist öffentlich und kann von Interessierten von
der Zuschauertribüne des Grossratssaales aus mitverfolgt werden.
(21.05.04/lk/mb)
Die Traktanden der Synode vom 3. November 2004 in
Aarau
Validierung von Ersatzwahlen in die Synode
Protokoll der Synode-Sitzung vom 2. Juni 2004
Mitteilungen des Kirchenrates
Vorlage des Kirchenrates betr. Ziel- und
Leistungsvereinbarung 2005-2006 mit der Caritas Aargau (
Bericht
und Antrag, PDF 160 KB)
Vorlage des Kirchenrats zur "Wirkungsorientierten
Pastoral - WOP" (
Bericht und Antrag, PDF 89 KB))
-
Voranschlag 2005
Bauabrechnung Propstei Wislikofen
Bauabrechnung Feerstrasse 8, Aarau
Verschiedenes
Die Synode-Sitzung im Grossratssaal in Aarau, Beginn um 13.30 Uhr,
ist öffentlich und kann von Interessierten von der Zuschauertribüne des
Grossratssaales aus mitverfolgt werden. (20.10.2004/lk/mb)
Diesmal treffen sie sich im Aargau
Die
ehemaligen Mitglieder der
Römisch-katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ)
organisieren jedes Jahr eine Zusammenkunft für den gegenseitigen Austausch,
verbunden mit einem kulturellen Programm. In diesem Jahr findet das Treffen im
Aargau statt, und zwar am 10. September, wie die Aargauer Landeskirche in einer
Medienmitteilung bekannt gibt. Die RKZ, ein Zusammenschluss der
kantonalkirchlichen Organisationen der Schweiz, fördert den Erfahrungsaustausch
und die Zusammenarbeit in der Schweizer Kirche. Diesen Austausch möchten die
ehemaligen RKZ-Mitglieder mit einem jährlichen Treffen weiterführen. In diesem
Jahr wird eine Führung durch das Kloster Wettingen angeboten mit anschliessendem
Orgelspiel in der Klosterkirche. Das gemeinsame Mittagessen im Bäderquartier in
Baden gibt Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen. Eine Delegation der Aargauer
Landeskirche wird die ehemaligen Mitglieder im Aargau willkommen heissen.
(08.09.2004/lka/mb)
Doris Leuthard: Ich bin katholisch und stehe
dazu
"Ich bin aber auch christlich", ergänzte die
CVP-Interimsprädidentin Doris Leuthard schnell ihre Aussage in einem
Gespräch mit Radio kath.ch. Es ging zwar nur am Schluss des
Gespräches um CVP und Kirche, Hauptthema war das
Fastenopfer. Die vermutlich
künftige CVP-Präsidentin ist ist auch Präsidentin des "Stiftungsforums" des
Fastenopfers, einer Art "Think Tank".
Anlässlich der diesjährigen
Bilanzmedienkonferenz des Fastenopfers in Luzern referierte die Aargauer
Nationalrätin über die "Millenniums-Ziele" der Uno. Sie forderte dabei, dass bei
der Entwicklungszusammenarbeit nicht gespart werden dürfe, im Gegenteil, sie
müsse ausgebaut werden. Nur so könnten Bundesrat und Parlament ihre Zusage auch
einhalten, einen Beitrag zur Halbierung der weltweiten Armut leisten zu wollen,
sagte Leuthard an der Medienkonferenz. Im Gespräch von Radio kath.ch gab sie
Auskunft über über die Aufgaben und die Mitglieder des Stiftungsforums. Ob sie
nach der Wahl zur CVP-Präsidentin das Präsidium beim Stiftungsforum weiterführt,
ist für sie zur Zeit noch offen. In diesem Zusammenhang waren natürlich Fragen
nach der Auseinandersetzung zwischen der CVP und Bischof Kurt Koch, der vor
einigen Wochen seine persönlichen Erwartungen an eine C-Partei formuliert und
damit heftige Reaktionen bei der CVP ausgelöst hatte, unumgänglich.
(02.07.04/mb)
Eine Bruggerin ist Gastgeberin des Papstes in
Bern
Schwester Elia Marty, in Brugg aufgewachsen, ehemalige
Krankenpflegerin und heute Ingenbohler-Schwester, wird Papst Johannes Paul II.
anlässlich des nationalen Jugendtreffens vom 5./6. Juni in Bern beherbergen. Das
berichtet die
Neue Zürcher Zeitung vom 2. Mai 2004. Der Papst wird im
Alters- und Pflegeheim "Viktoria" in Bern übernachten. Das Haus neben dem Berner
Kursaal, gebaut im Jugendstil, ist rollstuhlgängig, und zudem übernachtet der
Papst gerne in Häusern von Ordensgemeinschaften. Für die engen Begleiter des
Papstes werden auch einige Gästezimmer des Hauses belegt sein. So gehören auch
zwei Ärzte zur Begleitung sowie die Besatzung des Papamobils, weiss die Zeitung
weiter zu berichten.
Als das Altersheim noch von den Ingenbohler
Schwestern geführt wurde, war Schwester Elia die Leiterin des "Viktoria". Heute
machen die Schwestern selber einen Grossteil der Bewohnerinnen des Hauses aus.
Die ehemalige Krankenschwester aus Brugg ist Oberin der Schwesterngemeinschaft
im "Victoria" und Mitglied der dreiköpfigen Heimleitung. Schwester Elia achtet
zwar das Amt des Papstes, wie sie selber sagt, ist aber kritisch gegenüber der
römischen Kurie und sieht sich selber eher "auf der Linie Hans Küngs". Wenn sie
mit dem Papst ins Gespräch komme, so gibt sie dem Journalisten der Zeitung zu
Protokoll, dann bringe sie ein Anliegen vor: "Ich würde den Papst bitten,
künftig doch die Weihe verheirateter Männer zuzulassen." (02.05.04/nzz/mb)
Einsetzung der neuen Regionalleitung
In
Aarau wird am 26. August die Leitung der neuen Bistumsregion St. Urs eingesetzt.
Die Region umfasst die Kantone Basel-Stadt, Basel-Land und Aargau und ist
Ergebnis der Neustrukturierung des
Bistums Basel. Die Regionalleitung, die ihre Arbeit bereits
amف. Juli in ihrem Büro in Liestal aufgenommen hat, ist Verbindungsglied
zwischen der Kirche am Ort und der Bistumsleitung. Als Mitglieder der
Regionalleitung werden eingesetzt Erich Häring, Bischofsvikar, Sibylle
Hardegger, Regionalverantwortliche, und Kurt Adler, Regionalverantwortlicher.
Die Einsetzungsfeier findet um 18 Uhr in der Kirche St. Peter und Paul statt. In
einem Grusswort lädt Bischof Kurt Koch alle Gläubigen der drei Kantone zur Feier
ein. "Nach langen Jahren der Beratung und Planung vertrauen wir jetzt auf das
Gelingen dieses für unser Bistum Basel bedeutsamen pastoralen Projektes",
schreibt der Bischof in seinem Grusswort an die Gläubigen der Region St. Urs. In
diesen Tagen werden auch die Verantwortlichen der beiden anderen Regionen St.
Verena (Bern/Jura/Solothurn) und St. Viktor (Luzern/Schaffhausen/Thurgau/Zug)
eingesetzt. (16.08.04/mb)
Erstmals eine Priesterweihe in
Wohlen
Unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung von Wohlen und
Umgebung wurde Diakon Markus Fellmann am Sonntag, 13. Juni, in der Pfarrkirche
St. Leonhard von Diözesanbischof Kurt Koch zum Priester geweiht. Es ist das
erste Mal, dass in Wohlen eine Priesterweihe stattfindet. Fellmann ist seit 2002
in der Pfarrei als Diakon und Pastoralassistent tätig.
Bischof Kurt Koch
setzte seine
Predigt unter das Motto "Priesterlicher Dienst in der Freude
Jesu Christi". Einen Neupriester zu erhalten, betonte der Bischof in seiner
Predigt, sei ein Geschenk und ein Grund zur Freude für das Bistum und für die
Pfarrei. "Gewiss muss unsere Freude realistisch bleiben. Denn was ist für unser
so grosses Bistum die Weihe eines Priesters in diesem Jahr?" Je kleiner die Zahl
der Priester werde, umso grösser dürfe die Freude sein, "vor allem die Freude
darüber, dass ein junger Mensch den Mut hat, in der Öffentlichkeit sein Ja zum
Priestertum zu sagen". Für Aussenstehende wirke es komisch und paradox, aber es
sei leider tatsächlich weithin so: "Es braucht heute selbst in der Kirche Mut,
Priester zu werden." (14.06.04/he/mb)
Feier zum 85. Geburtstag von Silja
Walter
"Immer wieder klopft sie provokativ mit ihrem Finger an die
Wände von Mauern, Begriffen und Vorstellungen, bis diese einen Sprung bekommen
und eine neue Wirklichkeit sich einen Spalt breit auftut." So beschreibt
Ulrike Wolitz, Herausgeberin der Silja Walter Gesamtausgabe,
die schriftstellerische Arbeit von Silja Walter. "Alle Zeit wird gebündelt auf
das, was im Kloster das Wichtigste ist: die Gottesfrage", schreibt Wolitz im
Solothurner "Kirchenblatt" vom 18. April 2004 weiter. Anlässlich des 85.
Geburtstages der Schriftstellerin, die als Schwester M. Hedwig Walter im
Benediktinerinnenkloster
Fahr bei Unterengstringen lebt, findet am Freitag, 23. April um 17 Uhr im
Kloster Fahr eine kleine liturgische Feier statt. Anschliessend wird bei einem
Apéro ihr neuestes Buch "Das Herz betet von selbst" vorgestellt. Von dem auf 10
Bände geplanten und neu herausgegebenen literarischen Lebenswerk sind im
Paulusverlag bisher 8 Bände erschienen. Das an der Feier präsentierte neue Buch
gibt eine Art "kontemplative Zusammenschau ihrer Erfahrungen als Nonne".
(20.04.04/mb)
Flüchtlingstag: Möglichkeiten zu
Begegnungen
Im Aargau werden zum Flüchtlingstag vom 19./20 Juni
über 25 verschiedene einladende Anlässe angeboten. Das Motto des Flüchtlingstages lautet
"Fremde Herkunft - Gemeinsame Zukunft". Die auf schweizerischer Ebene
federführende Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) schreibt in einer Erklärung
dazu, dass viele Flüchtlinge nie mehr in ihr Heimatland zurückkehren könnten,
sie müssten sich eine neue Existenz in der Fremde aufbauen. Andere Flüchtlinge
könnten nach einiger Zeit wieder in die Heimat zurückkehren. Für sie sei es
wichtig, sich Kompetenzen und Fähigkeiten anzueignen, um nach der Rückkehr beim
Aufbau ihres Landes mithelfen zu können. Für die Schweizerische Flüchtlingshilfe
ist deshalb Integration ein Thema, das in die breite Bevölkerung hineingetragen
werden soll. Das Erlernen der Sprachen und die Anpassung an die jeweilige Kultur
sei nur ein Teil des Integrationsprozesses. Sich integrieren heisse auch, sich
mit dem Fremden auseinander zu setzen, das Unbekannte zu akzeptieren, schreibt
die Flüchtlingshilfe weiter. Das gehe sowohl die Flüchtlinge wie auch die
Schweizerinnen und Schweizern an. "Zusammen arbeiten, zusammen lernen, zusammen
spielen und gemeinsam feiern bilden vier Pfeiler der Gemeinschaft aller in der
Schweiz lebenden Menschen."
Die über den ganzen Kanton Aargau verteilten
Angebote, durchgeführt von Freiwilligen, wollen ein Beitrag zu dieser
Integration leisten. Eine besondere Aktion der Solidarität ist, dass in Brugg
die Stadtkirche und die katholische Kirche wie viele andere wichtige Gebäude in
der Schweiz (u. a. das Berner Münster) in der Nacht blau beleuchtet werden -
Blau ist die der Farbe des Flüchtlingshochkommissariates der UNO. Koordiniert
werden die Angebote im Aargau von Urs Fischer, Leiter der Abteilung
"Flüchtlingsdienst" der
Caritas Aargau. (18.06.04/uf/mb)
Frauenbund gegen Aufhebung des bisherigen
Ladenschlussgesetzes
Der Vorstand des
Aargauischen
Katholischen Frauenbundes AKF lehnt die Aufhebung des bisherigen
Ladenschlussgesetzes ab, ebenso die Bevorzugung der Tankstellenshops. Die
Sonntagsruhe ist dem AKF ein grosses Anliegen, wie es in einer Medienmitteilung
heisst. Auch der Schutz der Arbeitnehmenden im Arbeitsgesetz sollte durch eine
vollständige Liberalisierung nicht gefährdet werden. Der Verlust von
Arbeitsplätzen bei Tankstellenshops sei kein stichhaltiges Argument, vermutlich
würden durch diese Konkurrenz Angestellte in anderen Verkaufsgeschäften ihre
Stelle verlieren. (26.10.2004/akf/mb)
Für den Frauenbund ist das geplante
Pflegegesetz ungenügend
Die Senkung des Pflegebettbedarfs könne
nur durch den Ausbau der Spitex erreicht werden. Im geplanten neuen
Pflegegesetz würden aber Angaben zur Förderung der Spitex und
zum Mindestangebot der Spitex fehlen. Ebenso würden weitere wesentliche Elemente
fehlen wie etwa die Pflege von jungen Leuten, die Kinderspitex oder genauere
Ausführungen zur konzeptionellen Gleichstellung aller Heime. Diese Vorbehalte
bringt der Vorstand des
Aargauischen Katholischen Frauenbundes AKF in einer
Medienmitteilung zur
Vernehmlassung über das neue Pflegegesetz vor.
Der
AKF-Vorstand begrüsst es aber, dass das Thema der Langzeitpflege und der
Betreuung im Alter angepackt wird, nur stellt er in seiner Kritik fest, dass das
Gesetz "den hohen Ansprüchen nicht genügt". Besonders störend sei, "dass sich
der Kanton einerseits aus der finanziellen Verantwortung stehlen will, den
Gemeinden aber anderseits wenig Mitbestimmung gibt". Zudem werde kaum Rücksicht
auf Bestehendes genommen, sei es bei der Regionenbildung oder bei den bisherigen
Beratungsstellen. Der AKF kann deshalb den Entwurf zum neuen Pflegegesetz nicht
akzeptieren, wie er in seiner Stellungnahme schreibt, und erwartet deshalb eine
bessere, überarbeitete Vorlage. Das Pflegegesetz gehört zum Gesamtprojekt
"Spitallandschaft Aargau" und formuliert die rechtlichen Grundlagen für den
Bereich der Langzeitpflege (Pflegeheimkonzeption, Aufgabenteilung
Kanton/Gemeinden, Finanzierung der Langzeitpflege, Pflege und Betreuung im
Alter). Vom 24. Februar bis 23. April stand der Entwurf des neuen Gesetzes in
der Vernehmlassung. (23.04.04/mb)
Gehörlose haben den Theologiekurs für Hörende
erfolgreich abgeschlossen
"Geht das, eine relativ abstrakte
theologische Fachsprache in Gebärdensprache zu übersetzen?" Das fragte sich Dr.
Felix Senn, Studienleiter des Zürcher
Theologiekurses für Laien. Linda Lochmann und Gian Reto Janki,
zwei Gehörlose, die in der
Gehörlosenseelsorge Zürich und
Aargau tätig sind,
haben den Versuch gewagt und den vierjährigen und recht anspruchvollen
berufsbegleitenden Theologiekurs besucht.
Die Teilnahme der beiden sei
eine Herausforderung gewesen, meint Studienleiter Felix Senn rückblickend, und
von Anfang an "so spannend". Die beiden haben den Kurs nun erfolgreich
abgeschlossen und müssen nur noch die nötigen Diplomarbeiten schreiben. In der
November-Nummer "der Baum", der Zeitschrift für Gehörlose in den Kantonen Zürich
und Aargau, berichten sie über ihre Erfahrungen und die Motivation. Gian Reto
Janki ist in der ökumenischen Jugendarbeit für Gehörlose tätig und kann nun
Jugendliche bei Glaubens- und Problemfragen besser unterstützen. Linda Lochmann
ist Katechetin für Gehörlose. Sie möchte später als Pastoralassistentin weiter
in der Gehörlosenseelsorge arbeiten. Sie schätze die kirchliche Arbeit und die
Kontakte mit Menschen, die sich mit Glaubens- und Lebensfragen befassen,
schreibt sie über ihre Erfahrungen. Zu ihren Lieblingsfächern am Kurs zählten
Kirchengeschichte, Altes und Neues Testament und Liturgiewissenschaft. Beide
sind froh, den vierjährigen Kurs trotz Schwierigkeiten und Grenzen der
Verständigung gut geschafft zu haben. Auch für die übrigen und normal hörenden
Teilnehmenden war die Begegnung mit den beiden Gehörlosen eine Bereicherung.
Senn bezeichnet das "Experiment" als gelungen und würde es ohne weiteres wieder
machen. Besonders beeindruckt haben ihn die Übersetzerinnen, "die in einem
unheimlichen Tempo die theoretischen Überlegungen in Gebärdensprache umsetzen
mussten". Das seien hochqualifizierte Fachleute gewesen. Der Studienleiter
bedauert, dass durch die finanziellen Kürzungen im Sozialbereich neuerdings auch
die Finanzierung von Übersetzungen in solchen Ausbildungen gefährdet sei.
(27.11.2004/mb)
Grosse Solidarität mit den Spaniern und den Terroropfern
in Madrid gespürt
Moisés Palmeiro ist sehr beeindruckt von der
Solidarität, die er bei den verschiedenen Kundgebungen in der Schweiz zum
Terroranschlag von Madrid gespürt hat. Palmeiro ist katholischer
Spanierseelsorger in der Region Baden. Im ganzen Kanton Aargau leben rund 2'600
Spanierinnen und Spanier katholischer Konfession. Sie werden von den beiden
Seelsorgern Moisés Palmeiro von der Spanier-Mission in Baden und Luis Miguel
Menes von der Spanier-Mission in Aarau betreut.
In einem Gespräch mit
der
Aargauer Zeitung/Mittelland Zeitung vom 15. März schildert
Palmeiro, wie die Spanier im Aargau auf den Terroranschlag reagiert haben. Die
Leute seien sehr betroffen gewesen. "Besonders betroffen waren wir davon, dass
fast alle Opfer Arbeiter waren, dass unter den Opfern auch viele Immigranten
gezählt wurden." Die hier lebenden Spanier seien ja auch Immigranten und oft
Arbeiter. Palmeiro selber hat viele Angehörige in Madrid, mit denen er sofort
Kontakt aufgenommen habe. "Ein Neffe fuhr just an diesem Tag eine Stunde früher
als gewohnt auf einer der Zugstrecken, auf der kurz darauf die Bomben
explodierten", erzählt er im Zeitungsgespräch. In den Sonntagsgottesdiensten für
Spanier in Aarau und Baden wurde der Opfer in Madrid gedacht. Er sei beeindruckt
gewesen von den vielen Leuten, die zu den Gottesdiensten für Spanischsprechende
gekommen seien. Und er ergänzt dann: "Was mich sehr bewegt hat, sind E-Mails, in
denen Nichtspanier ihre Solidarität mit uns äussern." (15.03.04/lfk/mb)
Grosses Bedürfnis nach Beratung bei sozialen
Problemen
Von Armut betroffene Menschen haben ein grosses
Bedürfnis nach unabhängiger Information und Beratung. Sie suchen Auskunft über
ihre Rechte, ihre Pflichten und ihre Möglichkeiten. Das zeigt die Auswertung des
Sozialhilfetelefons SOTEL, wie die Caritas Aargau in einer Medienmitteilung
schreibt. Trotzdem wurde das Sozialhilfetelefon auf Ende 2003 eingestellt.
Betrieben wurde es von den beiden Hilfswerken Caritas Aargau und Heks. Die
Fragen, die am Telefon vorgebracht wurden, reichen von der Berechnung der
Sozialhilfe über Elternschaftsbeihilfen, der Verbilligung der
Krankenkassenprämien und der Unterstützungspflicht für Verwandte bis zur
Rückerstattung von Sozialhilfe. Das Sozialhilfetelefon war ein Jahr lang in
Betrieb. Eingestellt wurde es mangels Finanzen und wegen des grossen
Werbeaufwandes für die Bekanntmachung der Nummer. Die telefonische
Sozialberatung wird in anderer Form weitergeführt, nämlich integriert in den
Dienst der
Caritas
Aargau. Betroffene können sich von Montag bis Donnerstag zwischen 8.30 und
12 Uhr unter Telefon 062 822 90 10 an die Caritas Aargau wenden.
(02.02.04/cag/mb)
Gute Erfahrungen bei interreligiösen
Begegnungen
Max Heimgartner, reformierter Pfarrer, früher Leiter
der Fachstelle OeME der reformierten Landeskirche des Kantons Aargau, ist auch
nach seiner Pensionierung an ökumenischen und interreligiösen Begegnungen
interessiert. Er ist Präsident des Aargauer Interreligiösen Arbeitskreises
AIRAK. Seine ersten interreligiösen Kontakte gehen in die 90er Jahre zurück. Am
"Interkulturellen Stammtisch" in Buchs berichtete er über seine
Erfahrungen.
Bei seiner Tätigkeit als Pfarrer in Gelterkinden wurde er
erstmals mit Kontakten zu anderen Religionen konfrontiert, als in der
Kirchgemeinde ein Treffpunkt für Asyl Suchende eingerichtet wurde, erinnerte
sich Heimgartner. Später in Aarau begann er, nach Überwindung anfänglicher
Hemmungen, die Gebetsräume anderer Religionsgemeinschaften zu besuchen und kam
mit den dortigen Gläubigen ins Gespräch. So lernte er in Aarau zunächst den
türkisch-islamische Verein und den tamilischen Hinduverein kennen. "Ich staunte,
mit welcher Hingabe Muslime sich am Sonntag beim schönsten Spazierwetter zum
Gebet einfanden", schilderte er seine ersten Eindrücke. "Am Freitagabend erlebte
ich an der Puja der tamilischen Hindu eine völlig fremde Kultur mit ihren Düften
und Lichtern, Musik und Bildern." Später kam er in Kontakt mit der
Bahà'i-Gemeinde, mit türkisch-islamischen Gemeinschaften in Neuenhof, in
Bremgarten/Wohlen und anderswo sowie mit der bosnischen Gemeinschaft im Aargau.
Auch zu den Juden entstanden Kontakte, weniger häufig als zu den Muslimen und
Hindus, dafür hätte es hier keine Sprachprobleme gegeben. Schon mehrmals wurde
der reformierte Pfarrer zum Neujahrsfest der buddhistischen Kambodschaner
eingeladen.
In einer Bilanz zu seinen Begegnungen meinte Heimgartner, die
Leute würden sich meistens freuen, wenn man auf sie zukomme, selber würden sie
sich aber eher selten "an uns" wenden. Dass Glaubensgespräche mit
Andersgläubigen eher selten seien, könne damit zu tun haben, dass
Glaubensgespräche leider auch unter Christen selten seien. Heimgartner
ermunterte alle, selber die Initiative zu ergreifen, die eigenen Hemmungen zu
überwinden und auf die Menschen anderer Religionen zuzugehen. Der
"Interkulturelle Stammtisch" ist eine solche Möglichkeit. Auf Einladung von Urs
Fischer, Leiter der Abteilung Flüchtlingshilfe bei der Caritas Aargau, treffen
sich hier "Einheimische" und Menschen aus anderen Kulturen und Religionen, um
miteinander ins Gespräch zu kommen. (04.09.2004/mb)
In Bremgarten wurde das "Bullinger-Jahr"
eröffnet
Das Städtchen Bremgarten hat am 16. Mai dem Reformator
Heinrich Bullinger anlässlich dessen 500. Geburtstag eine Strasse gewidmet.
Stadtammann Peter Hausherr nahm an einem festlichen Akt die Neubenennung des
Weges zwischen Obertor und Katzentor in "Bullingerrain" vor. Vor drei Jahren
hatte die reformierte Kirchgemeinde den Antrag gestellt, eine Strasse nach dem
ausserhalb der Schweiz bekanntesten Bürger Bremgartens zu benennen. Warum wurde
gerade dieser Weg nach Bullinger benannt? Diesen Weg hatte Zwingli 1531 nach
einem Besuch bei Bullinger in Bremgarten für seine heimliche Flucht nach Zürich
gewählt, um einem Überfall der Katholiken aus dem Weg zu gehen.
Als
Festredner würdigte Nationalrat Ulrich Siegrist mit viel Hintergrundwissen die
grossen Leistungen Heinrich Bullingers während seines vierzigjährigen Wirkens
als Vorsteher der Zürcher Reformierten. Bullingers Wirken begann im Kloster
Kappel am Albis, wo er die Mönche mit seinen Predigten über den neuen Glauben so
nachhaltig überzeugte, dass innerhalb von zwei Jahren alle Kappeler Mönche
geheiratet haben. Vom Schicksal Zwinglis hatte er gelernt, so Siegrist in seinen
Ausführungen, dass die Reformation nicht mit Gewalt, sondern nur mit geistiger
Überzeugung durchgesetzt werden dürfe. Er war ein Mann des Konsenses und des
Ausgleichs. Damit überwand er viele Gräben, schlichtete Streitigkeiten zwischen
calvinisten, lutherischen und reformierten Kirchen – damit werde man aber selten
berühmt, meinte Siegrist. Bullinger war nicht nur Lehrer sondern auch ein
Fürsorger, der sich für die armen und kranken Menschen, vor allem die vielen
Pestkranken seiner Zeit einsetzte. Dabei erkrankte er selbst an der Pest, wurde
aber wieder gesund. Es ging ihm um eine gelebte und angewandte christliche
Ethik, die allen zugute kommt, nicht nur den Starken. - Mit diesem Anlass in
Bremgarten wurde das Bullinger-Jubiläum im Aargau eröffnet. Die verschiedenen
Anlässe sind zu finden unter
www.bullinger500.ch . (17.05.04/ria/mb)
Seit sechs Monaten Priorin des Klosters
Fahr
Die 38-jährige Schwester Irene Gassmann ist eine der jüngsten
Schwestern und seit einem halben Jahr auch Vorsteherin, Priorin des
Benediktinerinnenklosters
Fahr bei Unterengstringen. Aufgewachsen im luzernischen Dagmersellen, trat
sie bereits als 21-Jährige ins Kloster ein. Zusammen mit 31 Schwestern lebt sie
dort in der Benediktinerinnengemeisnchaft und verlässt das Kloster nur in
Ausnahmefällen. Eine erste Bilanz mit der neuen "Managerin hinter
Klostermauern", mit der Priorin Irene war im Regionaljournal Aargau/Solothurn
von Radi DRS am 6. Februar zu hören, über Internet weiterhin abrufbar auf der
Seite des
Regionaljournals von Radio DRS. (09.02.04/drs/mb)
Kurt Adler in der neuen Regionalleitung des
Bistums
Für die neu geschaffene Bistumsregion
Aargau/Basel-Land/Basel-Stadt hat Bischof Kurt Koch mit Kurt Adler-Sacher nun
das dritte Mitglied des Leitungsgremiums ernannt. Kurt Adler, 1959 in
Rheinfelden/Baden geboren, war bisher in verschiedenen kirchlichen Bereichen
tätig. Von 1992 bis 2000 leitete er die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der
röm.-kath. Landeskirche Aargau. Seit August 2002 war er Mitarbeiter im
Regionaldekanat der Bistumsregion Aargau.
Mit der Neustrukturierung
des
Bistums Basel auf
den 1. Juli 2004 wird die Bistumsregion Aargau aufgehoben. Zusammen mit
Basel-Stadt und Basel-Land bildet der Aargau eine der drei neuen Grossregionen
des Bistums, die "Region St. Urs", so genannt nach einem der drei
Bistumspatrone. Die Regionalleitung ist ein Bindeglied zwischen der
Bistumsleitung und der Seelsorge am Ort. Die neue Regionalleitung ist mit der
Ernennung von Kurt Adler als Regionalverantwortlicher nun vollständig. Die
beiden anderen Mitglieder wurden bereits früher ernannt: Dr. Erich Häring,
Bischofsvikar, und Sibylle Hardegger, Regionalverantwortliche. Die feierliche
Einsetzung der Regionalleitung findet am Donnerstag, 26. August um 18 Uhr in der
Kirche Peter und Paul in Aarau statt. (27.05.04/he/mb)
Leo Karrer zur Situation der Kirche in der
Deutschschweiz
Im Vorfeld der im Raum Baden/Wettingen für 2005
geplanten Veranstaltung
"Perspektiven im Bistum Basel" schilderte der Freiburger
Pastoraltheologe Leo Karrer in einem Referat im "Roten Turm" in Baden das
aktuelle Befinden der Kirche in der Deutschschweiz. Anschaulich zeichnete er die
Entwicklung der Kirche Schweiz seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil nach. Der
einsetzende Säkularisierungsprozess und das damit verbundene Unsicherheitsgefühl
unter Katholiken nahmen dabei einen zentralen Punkt ein.
Die kirchliche
Gegenwart sah der in Würenlos aufgewachsene Pastoraltheologe in eher düsteren
Farben. Ob "Luzerner Erklärung", Ermüdungserscheinungen in der kritischen
Kirchenbasis oder Themen wie Pflichtzölibat - die Kirche in der Schweiz und
insbesondere das
Bistum
Basel befinde sich in einer krisenhaften Situation. Immerhin freute sich
Karrer über das Projekt
"Perspektiven 2005", der dritten Veranstaltung in der Reihe
der "Tagsatzungen im Bistum Basel". "Gerade in solchen Momenten braucht die
kritische Kirchebasis eine Plattform, auf der die brennenden Fragen nach innen
und nach aussen getragen werden können. Und die fehlt bislang." Im Gegensatz zu
den Katholiken- und Kirchentagen in Deutschland oder Österreich fehle
hierzulande ein regelmässig stattfindendes kirchliches Grosstreffen, an dem sich
Verbände, Gruppen, pastorale Verantwortliche und Einzelpersonen austauschen
könnten. Karrer wies jedoch auch auf den Umstand hin, dass es sich heute nicht
nur um eine Strukturkrise der Kirche, sondern auch um eine Glaubenskrise oder
sogar Gotteskrise unter Kirchenangehörigen handle. "Allein mit regelmässigen,
das Herz kurze Zeit wärmenden Grossveranstaltungen ist es nicht
getan."
Karrer warnte: "Verläuft die krisenhafte Zuspitzung in unserer
Kirche weiter so, dann werden die wachen Leute sich dereinst selber helfen. Die
Spaltung wird unvermeidlich sein." "Überwinterungs-Gruppen" seien deshalb keine
Lösung. Der Pastoraltheologe forderte auch im Hinblick auf die "Perspektiven"
eine andere, tiefer gehende Kommunikationskultur unter Katholiken. Ein Denken,
das weit über den nächsten Zaun hinausgehe müsse und ein mehr auf Synergien
ausgerichtetes Denken und Handeln. "Christen sollen sich unter einander
solidarisieren, aufstehen, Präsenz zeigen", so Karrer. Im Zusammenhang mit den
"Perspektiven" verwies Leo Karrer jedoch auch auf die vielen bereits vorhandenen
positiven Modelle und Projekte wie Citykirchen und unkonventionelle
Gottesdienstformen im Bistum Basel, die hoffen liessen. "Unsere Kirche besteht
aus vielen menschlichen Wunden, aber auch Wundern", so Karrer, der sich
letztlich zuversichtlich gab: "Allein die intensiv geführten Diskussionen an
diesem Vortragsabend lassen Hoffnung aufkommen für das Projekt 'Perspektiven im
Bistum Basel 2005'". (20.10.2004/kipa/mb)
Muss heute der Pfarrer für die Leute "Extraleistungen"
bieten?
Ob der Pfarrer von heute auch ein "Entertainer" sein
müsse? "Zwischendurch schon", ist Stefan Essig, Pfarrer in Leuggern, überzeugt.
In einem Interview in der SonntagsZeitung vom 22. Februar 2004 wurde er auf
den Weltrekordversuch
"Bibellesen" angesprochen, der auf seine Initiative hin und in
Zusammenarbeit mit dem Jugendseelsorger in der Pfarrei im November 2003
durchgeführt wurde. Ohne Unterbrechung wurde beim Weltrekordsversuch in der
Kirche von Leuggern die ganze Bibel vorgelesen. Rund 109 Stunden nahm das ganze
Vorhaben in Anspruch. Die Pfarrei wartet zur Zeit noch auf die Bestätigung für
einen Eintrag ins "Guinness-Buch der Rekorde". Bei den Leuten am Ort sei die
Aktion gut angekommen, meinte Pfarrer Essig im Interview weiter. Ob man denn
angesichts "halbleerer Kirchen" so eine "Extraleistung" bieten müsse und "Gott
und das Evangelium" nicht mehr genügten, damit die Leute wieder in die Kirche
kommen würden? Religion müsse sicher mehr sein als "Action und Spektakel", gab
Essig auf diese Frage zu bedenken. Trotzdem müsse er sich aber als Pfarrer
"einiges einfallen lassen, um die Leute anzusprechen". Dazu gehöre, die Menschen
dort abzuholen, wo sie seien. (22.02.04/mb)
Neue Regionalleitung in
Aarau feierlich eingesetzt
Bischof Kurt Koch stellte
die feierliche Einsetzung der neuen Leitung der Bistumsregion St. Urs am 26.
August in Aarau unter das Wort "Der Herr segne dich und behüte dich". Mit dem
Wort "Segnen", so der Bischof in seiner Predigt zur
Eucharistiefeier, würde die Haupttätigkeit im kirchlichen Dienst und besonders
auch der neuen Regionalleitung sehr gut zum Ausdruck bringen. Segnen, lateinisch
"bene-dicere", heisse nämlich: Gutes sagen und Gutes tun. Und "Gutes sagen"
heisse, die Botschaft vom gekreuzigten und auferstandenen Christus, die "gute
Botschaft", weitersagen. Das schliesse das Heraushören seines Wortes und das
Festhalten an seinem Wort mit ein. Sein Wort sei aber nicht nur Zu-Spruch,
sondern auch An-Spruch, führte Bischof Koch seine Überlegungen weiter. Ein
An-Spruch, der etwa in den Geboten Gottes formuliert sei. Die Kirche sei ja
nicht einfach "eine geistliche Bedürfnisbefriedigungsanstalt" oder "eine
spirituelle Wellness-Institution". Zur Botschaft, zum kirchlichen Dienst gehöre
im weiteren der Friedensdienst. Wo die Menschen am Flussufer zu weit voneinander
entfernt seien, auch in der Kirche, müssten sie zur Quelle zurückgehen, um
einander näher zu kommen. So schildere das eindrücklich eine Geschichte von
Franz von Assisi und Klara. Seine Erwartung an die Regionalleitung formulierte
der Bischof abschliessend im Wunsch: "Führt die euch anvertrauten Menschen in
eurer Region immer wieder und immer deutlicher zur Quelle unseres Glaubens und
unserer Kirche zurück. Wir spüren ja heute immer mehr, dass unsere Kirche, in
deren Dienst wir stehen, ohne diese Quelle nicht zu verstehen ist."
Die
Regionalleitung der Bistumsregion St. Urs ist für die Kantone Aargau, Basel-Land
und Basel-Stadt zuständig mit Sitz in Liestal. Mitglieder der neu eingesetzten
Regionalleitung sind Dr. Erich Häring als Bischofsvikar, Sibylle Hardegger als
Regionalverantwortliche und Kurt Adler-Sacher als Regionalverantwortlicher. Die
Regionalleitung ist Bindeglied zwischen der Bistumsleitung und der Seelsorge am
Ort. (26.08.04/mb)
Neue Seelsorgerin in der Klinik
Königsfelden
Am 1. September 2004 hat Agnes Oeschger ihren Dienst
als Klinikseelsorgerin im Internen Psychiatrischen Dienst IPD der Klinik
Königsfelden aufgenommen. Im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes in der
Klinik wurde sie feierlich in ihr Amt eingesetzt. Sie löst den langjährigen
Klinikseelsorger Dr. Fritz Fischer ab, wie die Landeskirche in einer
Medienmitteilung schreibt. Agnes Oeschger, zuletzt Pastoralassistentin in
Horgen, bringt Erfahrungen aus dem Bereich der Spitalseelsorge und der
Betagtenbetreuung mit. Bei verschiedenen Auslandsaufenthalten vertiefte sie
zudem ihre theologische und spirituelle Ausbildung. Zu ihren Tätigkeiten als
Klinikseelsorgerin gehören vor allem die Begleitung von Patientinnen und
Patienten der Klinik, die Durchführung von Gottesdiensten und die Begleitung der
Freiwilligen des Besuchsdienstes. (06.09.2004/lk/mb)
Neuer Sozialzeitausweis mit Grundlagen aus dem
Aargau
Die im Aargau erarbeiteten Unterlagen für einen
Sozialzeitausweis werden weiterentwickelt zu einem schweizerischen
Sozialzeitausweis. Der
Sozialzeitausweis ist eine Art Arbeitszeugnis für geleistete
Freiwilligenarbeit. Darin werden der Arbeitsbereich und die dazu nötigen
Kompetenzen und Fähigkeiten beschrieben. Der Ausweis soll beispielsweise bei
Stellenbewerbungen vorgelegt werden können oder Türöffner für die Erwerbsarbeit
sein.
Hubert Kausch von der Caritas Aargau, der am Aargauer-Projekt
mitgearbeitet hatte, stellte an der Fachtagung "Freiwilligenarbeit macht
kompetent" vom 11. März in Olten den auf schweizerischer Ebene geplanten
Sozialausweis vor. Die Tagung wurde vom Verein
"Forum
Freiwilligenarbeit.ch" organisiert. Der neue Sozialzeitausweis soll ein
"Manual mit Textbausteinen" werden. Für die Beschreibung der Funktionen in der
Freiwilligenarbeit und die dazu notwendigen Kompetenzen werden vorformulierte
Textelemente zusammengestellt, die entsprechend dem Einsatz der betreffenden
Person angepasst und eingesetzt werden können. Nach drei Jahren Erfahrung im
Aargau hat sich nämlich gezeigt, dass das Formulieren von Funktionen und
Kompetenzen oft ein Hindernis ist, um einen Sozialzeitausweis auszustellen. Die
Aargauer Erfahrungen wurden im Rahmen des mehrjährigen Projektes
"Vergeld’s Gott" gemacht.
Anliegen war, die Freiwilligenarbeit in den Kirchen aufzuwerten. Realisiert
wurde das Aargauer Projekt von den beiden Frauenstellen der katholischen und der
reformierten Landeskirche und der Caritas Aargau. Entstanden ist daraus als
Schlussergebnis "Kana", ein seit 2001 in den Aargauer Kirchen verwendeter
Kompetenz- und Arbeitsnachweis für Freiwillige in Kirchgemeinden, Pfarreien und
Verbänden. Eine Projektgruppe mit Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen
Landeskirchen und sozialen Institutionen ist nun daran, den Aargauer
Sozialzeitausweis zu einem Schweizer Manual weiterzuentwickeln. Herausgegeben
wird der neue Sozialzeitausweis vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund
und von der Schweizer Bischofskonferenz. Erscheinen wird er dreisprachig
voraussichtlich im Februar 2005. (13.03.04/hk/mb)
Ökumene am Ort ist zur Selbstverständlichkeit
geworden
Auf der Ebene der Bischofskonferenz und des Vatikans
werden zwar bei gewissen Formen des ökumenischen Gottesdienstes "Missstände"
geortet, doch auf der Ebene der Pfarreien und Kirchgemeinden freut man sich am
Zusammengehen in verschiedensten Bereichen. Darauf machen die Aargauer
Landeskirchen in einer gemeinsamen Medienmitteilung aufmerksam. An drei
Beispielen geben sie Einblick in die Vielfalt der Ökumene im Aargau.
Die
gute Zusammenarbeit, das offene Denken und fröhliche Feiern, welche das
Miteinander in Riniken prägen, führt die Seelsorgenstellenleiterin Uta-Maria
Köninger von Brugg-Nord nicht zuletzt auf die gemeinsam genutzten Räume zurück.
Die katholische Pfarrei ist Gast im Kirchlichen Zentrum Lee, das von der
reformierten Kirchgemeinde gebaut wurde. Neben gemeinsam gestalteten
ökumenischen Gottesdiensten unterrichtet eine reformierte Katechetin katholische
Schülerinnen und Schüler, ausgenommen in der Sakramentenkatechese.
In
Zurzach wird seit Jahren ein Teil der gemeinsam gefeierten Gottesdienste als
reformiertes Abendmahl oder als katholische Eucharistie gestaltet. Dass man
einander dabei Gastfreundschaft gewähre und diese Einladung auch angenommen
werde, sei selbstverständlich, sagt der katholische Pfarrer und Gemeindeleiter
von Zurzach, Urs Zimmermann. Zudem werden für Konfirmanden und Firmlinge
gemeinsame Wochenenden angeboten.
Am Rohrdorferberg wird Ökumene
ebenfalls "in aller Selbstverständlichkeit" gelebt, betont der reformierte
Pfarrer Stefan Mayer gemäss Medienmitteilung. Zur 100-Jahr-Feier der
Kirchgemeinde habe die reformierte Kirche beispielsweise eine Osterkerze von der
katholischen Kirche erhalten. Überhaupt profitiere die reformierte Kirche viel
von der katholischen Kirche. Weil es in den Gemeinden am Rohrdorferberg heute
viele ökumenische Familien gibt, werden Kleinkinder-Gottesdienste
"selbstverständlich" ökumenisch gehalten. Die Oster- und die Pfingstnacht werden
ebenfalls gemeinsam gefeiert. Bei den ökumenischen Gottesdiensten wird bewusst
auf die Eigenheiten der Kirchen geachtet und nicht eine Mischformen angestrebt.
"Dass wir die Ökumene in dieser Selbstverständlichkeit leben können, verdanken
wir den Seelsorgerinnen und Seelsorgern sowie den Pfarreiräten und
Kirchenpflegen", nicht zuletzt aber auch den vielen Kirchenmitgliedern, die der
Ökumene eine Chance geben und sich dafür engagieren. (27.08.04/ria/mb)
Pastoralbesuche: Wie geht es den Seelsorgerinnen und
Seelsorgern in den Pfarreien?
Am 20. Januar beginnen im Aargau die
Pastoralbesuche. Diözesanbischof Kurt Koch und Mitglieder aus der Bistumsleitung
führen bei regionalen Treffen Gespräche mit den Seelsorgerinnen und Seelsorgern.
Weitere Treffen finden zwischen dem Generalvikar P. Roland-B. Trauffer und den
Kirchenpflegen statt. In jedem Dekanat hält der Bischof Koch zudem einen
Gottesdienst, zu dem alle Interessierten eingeladen sind. Gemäss gegenwärtiger
Planung ist der Bischof vom 20. bis 27. Januar im Dekanat Muri, vom 7. Februar
bis 19. März im Dekanat Fricktal, vom 16. März bis 2. April im Dekanat Aarau,
vom 13. März bis 18. Mai im Dekanat Baden-Wettingen, vom 4. bis 26. Mai im
Dekanat Bremgarten-Wohlen, vom 15. Mai bis 1. Juni im Dekanat
Zurzach.
Die letzten Pastoralbesuche im Aargau fanden 2000 statt. Bei den
Bischofsbesuchen vor vier Jahren lag das Schwergewicht auf Begegnungen mit
Pfarreimitgliedern, die das Leben in der Pfarreien mittragen. Diesmal stehen die
Begegnungen mit den Seelsorgenden im Vordergrund, wie es aus der Bistumsleitung
dazu heisst. Die Treffen finden regional in kleinen Gruppen bis zu zwölf
Personen statt. Von der Bistumsleitung ist jeweils Bischof Kurt Koch,
Weihbischof Martin Gächter oder Weihbischof Denis Theurillat dabei sowie je eine
Vertretung aus dem Pastoralamt und dem Personalamt. Themen der Gespräche sind
das Leben als Seelsorger oder Seelsorgerin mit den erfreulichen und leidvollen
Erfahrungen in der Pfarrei sowie das Suchen nach einer zukunftsgerichteten
Seelsorge. Es besteht auch die Möglichkeit, einzelne konkrete Fragen
anzusprechen. Zur Begegnung mit den Seelsorgenden gehören ein gemeinsamer
Gottesdienst und ein Essen. Während der Pastoralbesuche spenden die Bischöfe in
einzelnen Pfarreien das Sakrament der Firmung.
Beibehalten aus den
Pastoralbesuchen von 2000 wurden die "Offenen Gottesdienste". An einem
Samstagabend findet in jedem
Dekanat ein Gottesdienst mit Bischof Kurt Koch statt. Beim
anschliessenden Apéro besteht die Gelegenheit zu spontanen Kontakten. Die
Gottesdienste stehen unter dem Motto "Mensch werden in der Ruhe des Sonntags".
Solche Gottesdienste, zu dem alle eingeladen sind, finden an folgenden Orten
statt: am 24. Januar um 17 Uhr in Boswil, am 7. Februar um 16.30 Uhr in
Rheinfelden, am 28. Februar um 18 Uhr in Kaisten, am 20. März um 17 Uhr in
Buchs, am 13. März im Dekanat Baden-Wettingen, am 8. Mai im Dekanat
Bremgarten-Wohlen, am 15. Mai im Dekanat Zurzach (Ort und Zeit werden noch
bekannt gegeben). (17.01.04/mb)
Personalwechsel an überpfarreilichen
Stellen
In der Römisch-katholischen Kirche im Aargau haben an
überpfarreilichen Stellen in den letzten Monaten einige Personalwechsel
stattgefunden. Darüber orientierte der Kirchenrat an der Synode-Sitzung vom 2.
Juni.
Am Neujahr starb P. Josef Graf, Zofingen, der erste
Portugiesenseelsorger im Aargau. Die Nachfolge wird in Zusammenarbeit mit der
Portugiesenseelsorge für Basel-Land und Basel-Stadt geregelt. Für den im Februar
2004 verstorbenen administrativer Mitarbeiter der Missione Cattolica Italiana
von Wohlen, Rudolf Hübscher, wurde Ornella Bizzotto, Wohlen, gewählt mit einem
Stellenpensum von 30 Prozent. An der Missione Cattolica Italiana von
Wettingen-Baden wurde Don Carlo De Stasio Nachfolger für den nach Italien
zurückgekehrten Don Eugenio Giorgini.
An der Fachstelle Katechese –
Medien wurde nach dem Ausscheiden von Annemarie Ehrsam neu Claudia Rüegsegger,
Kleindöttingen, als Fachmitarbeiterin mit einem Pensum von 30 Stellenprozenten
angestellt. Als Nachfolgerin für Arlette Marti wurde Bea Mazzara, Aarau, neue
Sachbearbeiterin der Fachstelle Katechese – Medien. Bea Mazzara war bisher
Sekretärin im Regionaldekanat, das wegen der Neuaufteilung des Bistums Basel auf
den 1. Juli 2004 aufgelöst wird.
Dr. Fritz Fischer trat aus Altersgründen
als Seelsorger der Psychiatrischen Klinik Königsfelden zurück. Seine
Seelsorgearbeit übernimmt am 1. September 2004 Agnes Oeschger, zur Zeit
Pastoralassistentin in Horgen. Für Peter Zürn als kirchlich Beauftragter an der
Alten Kantonsschule Aarau wurde auf Beginn des neuen Schuljahres am 1. August
2004 Sascha Bischof, Bern, gewählt. Bischof hat Theologie und Pädagogik an der
Universität Freiburg studiert und schliesst eben mit einer Dissertation ab. Die
Nachfolge für Dr. Josef Breuss, der aus Altersgründen seine Tätigkeit als
Kirchlicher Beauftragter an der Kantonsschule Wettingen beendet, wird durch die
Reformierte Landeskirche geregelt, dies im Rahmen der Aufgabenteilung in diesem
oekumenisch verantworteten Bereich der Kirchlichen Arbeit an Kantonalen Schulen.
Zsolt Keller hat als Kirchlicher Beauftragter an der Kantonsschule Baden, seine
Stelle gekündigt, um an einer Universität tätig zu werden. Die Regelung der
Nachfolge ist hier noch im Gange.
Durch die Auflösung des
Regionaldekanats der Bistumsregion Aargau wechselt Bea Mazzara, wie erwähnt, auf
die Fachstelle Katechese – Medien. Claudia Mennen, bisher mit einem Teilpensum
Mitarbeiterin beim Regionaldekanat, wird ihr gesamtes Pensum auf der
Arbeitsstelle Erwachsenenbildung einbringen. Kurt Adler, ebenfalls Mitarbeiter
beim Regionaldekanat, wechselt in die Regionalleitung der neuen Bistumsregion
Aargau/Basel-Landschaft/Basel-Stadt. Der bisherige Regionaldekan Rudolf Rieder
wird Seelsorgeaufgaben in Pfarreien übernehmen.
Als
Kommunikationsbeauftragte der Römisch-katholischen Kirche im Aargau arbeitet
seit dem 15. Mai 2004 Claudia Bonge, Wölflinswil, vorerst mit einem Teilpensum
von 60 Prozent. Bonge hat in Deutschland Kommunikationswissenschaften und
Marketing studiert und war bisher in diesem Bereich tätig. Auf dem Sekretariat
der Landeskirche wurde für Patrizia Roth mit dem gleichen Teilpensum von 60
Prozent als neue Mitarbeiterin Bernadette Metzger, Zofingen, gewählt.
(02.06.04/kir/mb)
Peter Zürn wechselt zur Bibelpastoralen
Arbeitsstelle
Seit dem 1. Februar arbeitet
Peter Zürn mit
einem Teilpensum bei der Bibelpastoralen Arbeitsstelle in Zürich. Zürn
war Erwachsenenbilder in der Region Aarau und zuletzt Religionslehrer an der
Alten Kantonsschule in Aarau. Hinter dem Wechsel steht ein persönliches
Anliegen. Zürn möchte sich stärker "auf die Tradition konzentrieren, von der ich
herkomme, die jüdisch-christliche, die biblische", wie er auf Anfrage sagte. An
der Schule, wo alle Weltreligionen im Lehrplan stünden, sei das weniger gut
möglich gewesen. Dort seien auch immer die religiösen Fragen der Schülerinnen
und Schüler im Mittelpunkt gestanden. An der neuen Arbeitsstelle hätte er zudem
die Möglichkeit, selber mehr zu schreiben.
Peter Zürn will weiterhin zur
Hälfte der Zeit Hausmann sein. Da biete ihm die Teilzeitstelle bei der
Bibelpastoralen Arbeitsstelle die Möglichkeit, in der ihm zur Verfügung
stehenden Zeit konzentriert in einem Bereich zu arbeiten, den er gerne auch für
sich selber vertiefen möchte. In einem Nebenauftrag wird er weiterhin die
"Catholica" betreuen, einer von der römisch-katholischen Landeskirche
finanzierten Abteilung der
Kantonsbibliothek Aargau für Bücher aus dem "katholischen"
Bereich. Die
Bibelpastorale
Arbeitsstelle mit Sitz in Zürich, geleitet vom Theologen Dieter Bauer,
will Hilfestellungen zu einem sachgerechten Umgang mit der Bibel geben,
suchenden Menschen die biblische Kultur erschliessen und im Bereich Bibel auch
den ökumenischen Dialog insbesondere mit dem Judentum fördern. Für Zürn als
Fachmitarbeiter der Arbeitsstelle wird zunächst die Frage im Vordergrund stehen,
was nach dem "Jahr der Bibel" bleibt und was daraus weitergeführt werden soll.
(24.02.04/mb)
Podiumsdiskussion über Ökumene: Ist das Leiden an der
Basis stärker als bei den Kirchenleitungen?
"500 Jahre Spaltung
oder Zusammenarbeit – wo steht die Ökumene der christlichen Kirchen heute?"
Diese Frage behandelten vier Vertreterinnen und Vertreter der Kirchenleitungen
der drei Aargauer Landeskirchen an ihrer jährlichen Exekutiventagung in
Bremgarten. Die Podiumsdiskussion fand anschliessend an den Gottesdienst im
Rahmen des Aargauer Bullingerjubiläums statt.
Für Prof. Dr. Urs von Arx,
Theologieprofessor am Christkatholischen Departement der Universität Bern,
stellt sich die Ökumene bedauerlicherweise vor allem als bilaterale
Angelegenheit zwischen der reformierten und der römisch-katholischen Kirche dar,
denen die grosse Mehrheit der christlichen Bevölkerung in der Schweiz angehöre.
Zur Ökumene gehöre allerdings auch eine weltweite Dimension und speziell hier in
der Schweiz auch die Gemeinschaft mit Lutheranern, Methodisten, evangelischen
Freikirchen, Anglikanern und vor allem mit orthodoxen Kirchen.
"Im
sozialen Bereich oder bei der gemeinsamen Finanzierung einer Arbeitsstelle
funktioniert die Ökumene im Kanton Aargau vielerorts sehr gut", betonte Barbara
Kühne, Kirchenratspräsidentin der Römisch-katholischen Landeskirche. Umstritten
ist hingegen nach wie vor der gottesdienstliche Bereich. Streitpunkt bleibt eine
gemeinsam gestaltete Eucharistiefeier oder ein gemeinsam durchgeführtes
Abendmahl. Dr. Erich Häring, Bischofsvikar der Bistumsregion St. Urs (Aargau und
beide Basel), erklärte die theologischen Hintergründe. Er differenzierte
zwischen dem gemeinsam gefeierten Abendmahl, das aus katholischer Sicht, wie
auch von Arx bestätigte, nicht möglich sei, und der ökumenischen
Gastfreundschaft. Er betonte gleichzeitig, dass die bischöflichen Weisungen
nicht meinen, dass andere Konfessionsangehörige vom "katholischen Abendmahl"
ausgeschlossen würden. Häring musste deutliche Kritik aus dem Kreis der
Zuhörenden an den römischen Verlautbarungen über Gottesdienst und Ökumene
entgegennehmen. Engagierte Voten beklagten als Folge davon die wieder zunehmende
Trennung im Alltag. So würden sich ökumenisch offene Priester vor
Denunziantentum fürchten und wieder traditionellere Wege beschreiten. Die
engagierten Voten zeigten, wie Frank Worbs, der reformierte
Informationsbeauftragte und Leiter der Podiumsdiskussion, feststellte, den
Schmerz und die Wut über diese Abgrenzungen, deren tieferen Sinn meistens nur
die Theologen verstünden. "Das Leiden ist an der Basis offensichtlich stärker
als bei den Kirchenleitungen."
Barbara Kühne bedauerte, dass der
Blickwinkel der Ökumene sich oft auf die Liturgie reduziere. Sie plädierte
dafür, sich in der Ökumene vielmehr auf die guten Kontakte und das gemeinsame
Handeln zu konzentrieren. "Wir sollten auf das Verbindende achten und nicht auf
das Trennende." Der Wunsch nach mehr Ökumene war auf dem Podium offensichtlich
bei allen vorhanden. Erich Häring wünschte sich für die Zukunft mehr gemeinsame
ökumenische Tätigkeiten und einen Dialog, der über die Liturgie hinausgeht.
Barbara Kühne sieht praktische Möglichkeiten in der Jugendarbeit, in der
Diakonie und in der Erwachsenenbildung.
In der Diskussion drängte sich
weiter noch die Frage auf, wie sich die Kirchen nach aussen im
gesellschaftlichen und politischen Dialog positionieren sollten. Claudia
Bandixen, Kirchenratspräsidentin der Evangelisch-reformierten Landeskirche,
stellte klar, dass christliches Handeln immer auch politisches Handeln sei.
Keine Position zu beziehen sei auch Politik. Auch wenn dies nicht immer einmütig
geschehen könne, wie Barbara Kühne trotz ihrer Zustimmung einschränkte: "Das
Nein der Bischofskonferenz zur Stammzellenforschung und das Ja des
Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes zeigt auch gelegentlich
gegensätzliche Meinungen auf." (08.11.2004/usi/mb)
Projekte für den Sozialpreis einreichen
Am
15. Mai 2004 ist Eingabeschluss für Projekte, die sich für den Sozialpreis
"Mensch und Arbeit" bewerben. Daran erinnern in einer Medienmitteilung die
Aargauer Landeskirchen, die den Preis in der Höhe von 25'000 Franken vergeben.
Gesucht sind Projekte von Unternehmen, Institutionen, Teams oder Einzelpersonen,
die den Gedanken von Gerechtigkeit und Solidarität in der Arbeitswelt Ausdruck
verleihen. Das könnte beispielsweise ein Projekt sein, um jungen Menschen mit
eher schwachem Schulsack Chancen für eine Lehrstelle zu bieten, oder eine Aktion
zugunsten der Integration von Behinderten in der Arbeitswelt. Die
Preisverleihung findet im Auftrag der Landeskirchen durch den Sozialrat statt am
Bettag 2004. Weitere Informationen sind zum Sozialpreis sind erhältlich unter
www.ag.kath.ch/sozialrat. Die Projekte sind einzureichen an
die Geschäftsstelle des Sozialrates, Annette Lüthy-Altherr, Eichstrasse 12, 5417
Untersiggenthal, Telefon 056 288 06 52, E-Mail
annette.luethy@bluewin.ch.
(20.04.04/al/mb)
Regionalleitungen für die neuen Bistumsregionen
ernannt
Für die Leitung der neuen Bistumsregion AG/BL/BS ernannte
Diözesanbischof Kurt Koch Bischofsvikar Dr. Erich Häring und die
Regionalveranwortliche Sibylle Hardegger. Erich Häring ist zur Zeit
Regionaldekan des Kantons Thurgau und priesterlicher Mitarbeiter in der
Seelsorge. Sibylle Hardegger ist Pastoralverantwortliche in der Leitung des
Bistums Basel und Pastoralassistentin in Reinach BL. Beide sind in ihrer
Funktion auch Mitglieder des Bischofsrates. Zur Regionalleitung, die sich selber
organisiert, werden noch weitere Mitarbeitende hinzukommen. Der Standort des
Büros muss noch festgelegt werden. Amtsantritt ist der 1. Juli 2004. Die
Einsetzung der neuen Verantwortlichen wird in der Region mit einem Gottesdienst
erfolgen. Mit der Ernennung der Regionalleitungen wurde ein weiterer wichtiger
Schritt zur Realisierung der neuen Gliederung des
Bistums Basel, der so
genannten "Grossräumigen Regionalisierung" getan. Das Bistum ist neu nicht mehr
nach den einzelnen Kantonen des Bistums gegliedert, sondern in die drei
Grossregionen AG/BL/BS, BE/JU/SO und LU/SH/TG/ZG. (09.02.04/rbt/mb)
Solche Projekte aus der Arbeitswelt sollen einen Preis
erhalten
Wer lässt sich etwas Aussergewöhnliches einfallen, um
jungen Menschen Chancen für eine Lehrstelle zu bieten? Wer entwickelt Ideen, um
Jugendliche mit einem eher schwachem Schulsack in die Arbeitswelt zu
integrieren? Wer tut etwas Mutiges, um Behinderten vermehrt Arbeitschancen zu
beschaffen? Wer sorgt dafür, dass ältere Menschen nicht unter die Räder rasanter
technologischer Neuentwicklungen geraten? Wer trägt dazu bei, dass Erwerbs- und
Familienarbeit sich besser miteinander vereinbaren lassen?
Der Sozialrat
der Aargauer Landeskirchen will Projekte, die solche und ähnliche Anliegen
verwirklichen, mit einem Preis auszeichnen, dem "Sozialpreis". Ausgezeichnet
werden können, so schreibt der Sozialrat in einer Medienmitteilung, Unternehmen,
Institutionen, Teams oder Einzelpersonen, die im Kanton Aargau oder im Bezug zum
Aargau Pionierhaftes leisten, um den Gedanken von Gerechtigkeit und Solidarität
in der Arbeitswelt und in der Sozialpartnerschaft Ausdruck zu verleihen. Der
Preis in der Höhe von 25'000 Franken wurde von den Landeskirchen im Anschluss an
das Jubiläumsjahr des Kantons Aargau im letzten Herbst lanciert. Bewerbungen für
den Sozialpreis sind bis zum 15. Mai 2004 einzureichen bei der Geschäftsstelle
des Sozialrates, Annette Lüthy-Altherr, 5417 Untersiggenthal, Telefon 056 288 06
52, Mail
annette.luethy@bluewin.ch. Bei der
Geschäftsstelle oder über Internet auf www.ag.kath.ch/sozialrat ist auch ein
Informationsprospekt erhältlich. Die Preisverleihung findet am Bettag 2004
statt. (26.01.04/al/mb)
Sternmarsch: Für den Frieden unterwegs
Der
Sternmarsch für den Frieden vom letzten August war auf grosses Echo gestossen.
Das hat die Ortsvereine aus den Bezirken Baden/Brugg und den
Aargauischen
Katholischen Frauenbund AKF ermutigt, auch in diesem Jahr, am 27. August,
wieder einen Sternmarsch zu organisieren. Eingeladen sind Frauen, Männer und
Kinder, wie der AKF in einer Medienmitteilung schreibt. Nach einer Einstimmung
am Startort machen sich alle gruppenweise auf den Weg zum Amphitheater in
Windisch. Die Startorte sind Lupfig (Paulus Kirche, 18.15 Uhr), Gebenstorf
(Schulhaus Brüel, 18.40 Uhr, Halteselle Reuss, 19 Uhr), Brugg (Schützenmatt, 19
Uhr, Bahnhof, 19.15 Uhr), Hausen (Ref. Kirche, 18.45 Uhr) und Windisch (HTL,
19.30 Uhr). Um 20 Uhr treffen sich alle Gruppen in Windisch, bei schönem Wetter
im Amphitheater, bei schlechtem Wetter in der katholischen Kirche. Dort findet
zum Abschluss eine Friedensfeier statt. (17.08.04/akf/mb)
Stimmungsvoller Gottesdienst in der
Bareggröhre
Die leere dritte Tunnelröhre bot einen ungewöhnlichen,
aber stimmungsvollen Rahmen für den ökumenischen Gottesdienst am Sonntagmorgen.
Mehr als 800 Personen, Jugendliche und Erwachsene, nahmen in der Mitte des
Baregg-Tunnels daran teil. Pfarrer Stefan Blumer, Baden, wusste in seiner
Ansprache, warum so viele Leute da sind: "Die Kirche geht dorthin, wo die Leute
sind." Die Feier mit kritischen Fragen zur modernen Mobilität stand unter dem
Motto "Unterwegs – zum Leben?!" und fand im Rahmen des Baregg-Festes zur
Eröffnung der dritten Röhre statt.
Nach dem mitreissenden Auftakt des
Gospelchors "Voices of Joy" wechselten sich besinnliche, fröhliche und kritische
Beiträge der vielen Beteiligten ab. Sie kamen in verschiedenen liturgischen
Gewändern aus den sechs Gemeinden, die an den Baregg angrenzen: Baden,
Wettingen, Birmenstorf, Mellingen, Neuenhof und Fislisbach - Vertreterinnen und
Vertreter aus der römisch-katholischen, reformierten, methodistischen,
christkatholischen und syrisch-orthodoxen Kirche. Mobilität hält jung und
dynamisch, eröffnet neue Horizonte, beflügelt die Fantasie und bringt die Welt
zusammen. Doch sind mobile Menschen auch wirklich "unterwegs zum Leben"? Bleibt
bei diesem Tempo nicht oft die Seele auf der Strecke? Pfarrer Blumer schlug in
seiner Predigt kritische Töne an: "Weniger wäre mehr. Wir sollten mehr abbremsen
und anhalten, statt immer nur beschleunigen. Ich wünsche mir weniger Stress,
dafür um so mehr Begegnungen und Träume. Und warum sollten wir nicht
gelegentlich einen Stau verursachen, der uns und andere zum Innehalten zwingt?"
Oder mit den Worten von Ernst Bloch: "Das Wesentliche im Leben will lange Weile
haben." (19.05.03/ria/mb)
Stipendien für die Ausbildung in kirchlichen
Diensten
Der Stipendien-Fonds der Römisch-katholischen
Landeskirche des Kantons Aargau richtet für das Studienjahr 2004/2005
Ausbildungsbeiträge aus. Bezugsberechtigt sind Studierende mit Wohnsitz im
Kanton Aargau, die sich auf die Mitarbeit im kirchlichen Dienst vorbereiten, wie
zum Beispiel: Theologiestudium, Ausbildung am Katechetischen Institut,
Ausbildung an der Akademie für Kirchenmusik, Ausbildung an der Schule für
Sozialarbeit, Ausbildung für Jugendarbeit. Das Gesuch ist bis 30. November
einzureichen. Die Stipendien werden im Januar 2005 für das Studienjahr 2004/2005
zugesprochen. Gesuchformulare und Auskunft: Sekretariat der Römisch-katholischen
Landeskirche des Kantons Aargau, Feerstrasse 8, Postfach, Aarau, Telefon 062 832
42 72, E-Mail
landeskirche@ag.kath.ch (11.09.2004/lak)
Strafen - eine Ausstellung regt zum Nachdenken
an
Im letzten Raum stehen zwei Kisten Äpfel am Boden. Kann man
sich bedienen oder sind die Äpfel nur "für schön" da? An die Wand projiziert
richtet sich ein grosses Auge auf den Besucher. "Paradies" oder "Urknall der
Strafe" nennen wir das, sagt Beat Hächler von der Gesamtleitung der
Ausstellung "strafen". Die
Ausstellung in Lenzburg wurde an einer Medienkonferenz vorgestellt. Das
projizierte Auge aus dem letzten Ausstellungsraum ist auch auf dem
Austellungsplakat zu sehen.
Die Ausstellung will das Thema "strafen"
darstellen und zum Nachdenken anregen. Weshalb strafen wir? Auf welche Art
strafen wir? Dahinter steht schliesslich die Frage nach dem menschlichen
Zusammenleben, nach den Regeln des Zusammenlebens, wie die Ausstellungsmacher
erläuterten. Das Thema hat auch eine starke religiöse Dimension, auch wenn das
in der Ausstellung selber kaum direkt angesprochen wird. Aber im Buch zur
Ausstellung und in Begleitveranstaltungen kommt dieser Bezug zur Sprache. Beim
Gang durch die Ausstellung wird auch manchem in den Sinn kommen, wie früher in
der Kirche mit Fegefeuer und Hölle und mit dem "Letzten Gericht" gedroht wurde,
als Strafe für die Sünde, von der Volksfrömmigkeit mit viel Fantasie
ausgemalt.
Als Co-Sponsoren der Ausstellung treten unter anderen
Institutionen auch die Aargauer Landeskirchen auf. Zudem bieten die Kirchen Veranstaltungen zum Thema an: Am 20. November ein
Ausstellungsbesuch mit der Frage "Rückkehr des strafenden Gottes?" (Berhard
Lindner, Erwachsenenbildung Fricktal), am 18. Januar ein Diskussionsforum in
Rheinfelden "Thema Strafen" (Berhard Lindner, Erwachsenenbildung Fricktal), am
20. Februar und 13. März eine Führung durch die Ausstellung mit dem
theologischen Schwerpunkt "Gott kann mehr als strafen", am 2. und 9. März in
Seon eine Vertiefung zur Ausstellung unter dem Titel "Das letzte Gericht erhält
jung" (Thomas Markus Meier, Erwachsenenbildung Aarau).
Als Grund für das
Sponsering der Ausstellung nennt die Kommunikationsbeauftragte der Röm.-kath.
Landeskirche, Claudia Bonge, den Bezug des Themas zur Religion. Zudem erhalte
die kirchliche Fachstelle für Erwachsenbildung hier ein Plattform, um Angebote
zum theologischen Aspekt der Frage an ein breiteres Publikum zu richten. Nicht
zuletzt gelte die Unterstützung, so Bonge, auch der anerkannten Institution
selber, dem Stapferhaus Lenzburg, das sich auf ansprechende Art mit Phänomenen
der Alltagskultur auseinandersetze. Die Ausstellung, realisiert vom
Stapferhaus Lenzburg, wird
vom 29. Oktober 2004 bis zum 25. April 2005 im Zeughausareal Lenzburg gezeigt
(10 Min. vom Bahnhof, der Weg ist markiert). (28.10.2004/mb)
Synode-Sitzung: Die Caritas Aargau braucht
Unterstützung
Für die
Caritas Aargau ist die finanzielle Situation schwierig
geworden. Die finanzielle Unterstützung durch die Landeskirche ist deshalb ein
wichtiges Traktandum an der Synode-Sitzung der Römisch-katholischen Landeskirche vom 3.
November in Aarau. Aufgrund knapper Finanzen bei Bund, Kanton und Gemeinden
gehen auch deren Aufträge und damit die finanziellen Beiträge an
Caritas-Projekte zurück. Parallel dazu steigt aber im heutigen gesellschaftlich
schwierigen Umfeld die soziale Not und somit die Nachfrage nach Unterstützung
und Begleitung. So wird die gegenwärtige Situation in einer Medienmitteilung der
Landeskirche geschildert. Der Kirchenrat, die Regionalleitung der Bistumsregion
St. Urs und die Aargauische Dekanenkonferenz haben die Tätigkeiten der Caritas
Aargau überprüft und sind überzeugt, dass die gegenwärtigen Dienstleistungen und
Angebote auch nötig sind. Im Jahr 2004 wird die Caritas mit 590'000 Franken
unterstützt. Der Kirchenrat schlägt der Synode nun vor, diesen Beitrag um
150'000 Franken auf gesamthaft 740'000 Franken für das Jahr 2005 zu erhöhen.
Damit soll die Caritas ihren Grundauftrag als diakonische Fachstelle der Kirche
weiterführen können, ohne das Leistungsangebot kürzen zu müssen.
Ein
weiteres wichtiges Traktandum ist gemäss Medienmitteilung der Bericht über das
Projekt "Wirkungsorientierte Pastoral – WOP". Mit den von der Landeskirche
finanzierten kirchlichen Fachstellen Jugendseelsorge, Erwachsenenbildung,
Katechese und Medien, mit der Propstei Wislikofen sowie mit der Spital- und
Gehörlosenseelsorge wurden Leistungsvereinbarungen im Sinne einer
"wirkungsorientierte Pastoral" formuliert. Das soll im Sinne des "New Public
Managements" erlauben, die personellen und finanziellen Ressourcen möglichst
gezielt einzusetzen und die Tätigkeiten in einem ständigen Prozess zu
überprüfen. Die Leistungsvereinbarungen werden auch eine Grundlage sein für die
Pastoral- und Finanzplanung. Die einheitlich abgefassten Leistungsvereinbarungen
bieten zudem mehr Transparenz, sie ermöglichen eine bessere Vernetzung und
Abstimmung der Tätigkeiten. Die Leistungsvereinbarungen gelten als Wegweiser für
die nächsten vier Jahre. Dann wird man die Tätigkeiten erneut überprüfen,
Schlussfolgerungen ziehen und sie allenfalls neuen Bedürfnissen anpassen. Der
Kirchenrat und die Dekanenkonferenz haben die Leistungsvereinbarungen inzwischen
verabschiedet. An der Synode-Sitzung soll über das Projekt berichtet
werden.
Die Synode ist das staatskirchenrechtliche Parlament der
Römisch-katholischen Kirche im Aargau. Sie besteht aus 200 Mitgliedern, die von
den 97 Kirchgemeinden gewählt werden. Im Frühjahr und im Herbst tritt sie
jeweils zur ordentlichen Sitzung zusammen. Die Synode-Sitzung ist öffentlich und
kann von Interessierten von der Zuschauertribüne des Grossratssaales aus
mitverfolgt werden. (27.10.2004/lak/mb)
Vor 150 Jahren zogen die Wettinger Mönche ins
Ausland
Vor 150 Jahren, am 8. Juni 1854 zogen die aus Wettingen
vertriebenen Zisterziensermönche in das ehemalige Benediktinerstift Mehrerau bei
Bregenz. Einige Jahre zuvor, am 26. Januar 1841 verfügte die Regierung des
Kantons Aargau, dass das Zisterzienserkloster in Wettingen zusammen mit anderen
Klöstern im Aargau aufzuheben sei. Die Mönche zogen zunächst nach Buonas und
dann nach Werthenstein, bevor sie ins Ausland nach Bregenz auswanderten. Dort
soll die vertriebene Mönchsgemeinschaft von der Bevölkerung mit einem
Freudenfest empfangen worden sein. Mit einem festlichen Gottesdienst und einer
Sonderpublikation soll in diesem Sommer der 150. Geburtstag der
Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau gefeiert werden, wie das
St. Galler Tagblatt vom 30. Januar berichtet.
Mit dem
Umzug kamen die Mönche in ihre alte Heimat zurück, denn das Kloster in
Wettingen, 1227 gegründet, wurde von Zisterziensern aus Salem am Bodensee
besiedelt. Die Zisterzienser sind ein benediktinischer Ordenszweig. Das nach
Bregenz ausgewanderte Kloster trägt bis heute den Doppelnamen
"Zisterzienserabtei
Wettingen-Mehrerau". Das ursprünglich 1097 von Benediktinern gegründete
Kloster Mehrerau wurde 1806 säkularisiert und verwüstet und bis zur Ankunft der
Wettinger Mönche als Fabrik, Kaserne und Druckerei verwendet. Zu den
Zisterziensern, die damals nach Mehrereau kamen, gehörte auch der Komponist des
Schweizerpsalmes, Pater Alberich Zwyssig die Originalpartitur des
Schweizerpsalmes wird immer noch in Mehrerau aufbewahrt. Heute leben noch 33
Mönche dort, 25 davon sind Priester. Sie führen ein Privatgymnasium, ein
Sanatorium sowie einen Landwirtschaftsbetrieb und das Restaurant
"Klosterkeller". Geleitet wird die Gemeinschaft von Abt Kassian Lauterer. Seine
Verbundenheit mit Wettigngen zeigt das Kloster am Bodensee auch dadurch, dass
auf seiner Website ein Link zur Kirchegmeinde Wettingen zu finden ist.
(31.01.04/mb)
Wertvolle Begegnung am "interkulturellen
Stammtisch"
Flüchtlinge erzählen von ihrer Flucht, von ihrem Leben
heute in der Schweiz, von ihrem früheren Leben in der Heimat. Sorgen und Angst
werden im Blick zurück spürbar, dann aber Hoffnungen für die Zukunft und Freude
über das bisher Gelungene. Schweizerinnen und Schweizer hören interessiert zu,
fragen nach, erzählen von eigenen Erlebnissen und Erfahrungen. Das ist der
"Interkulturelle Stammtisch", der bereits zum zehnten Mal stattfand.
Man
traf sich wie meistens in Buchs, im Restaurant "Win Long", das von zwei
Vietnamesinnen geführt wird, selber ehemalige Flüchtlinge. Die Idee zum
Interkulturelle Stammtisch hatte Urs Fischer, Leiter der
Abteilung Flüchtlingshilfe bei der
Caritas Aargau. Sein Anliegen ist, Flüchtlinge, auch
inzwischen eingebürgerte, und Einheimische miteinander ins Gespräch zu bringen
und Probleme bewusst zu machen. Und erfreut kann er feststellen: "Jedesmal
werden am Schluss Adressen ausgetauscht!" So war es auch diesmal. Per E-Mail
lädt er jeweils zum Treffen ein und stellt den Abend unter ein bestimmtes Thema.
Schwerpunkt des Gespräches war diesmal: "Ferienreise - Fluchtreise". Eine Türkin
erzählte vom "Ferienland Türkei". Ein Ehepaar aus dem Irak erinnerte sich an die
dramatische und voller Angst ausgestandene Flucht mit den zwei Kindern von
Bagdad über die Türkei in die Schweiz, eine Flucht ins Ungewisse. Nach der
Erinnerung an die Zeit in Bagdad wurde auch die Integrationsarbeit in der
Schweiz angesprochen. Durch persönliche Kontakte vermittelt zum Beispiel die
Irakerin ihren Landsfrauen die Gewohnheiten und "Regeln" in der Schweiz. Sie
möchte dazu beitragen, dass die Frauen die Gelegenheit benützen und sich hier
"emanzipieren". Die Gesprächsgruppe an diesem Abend war nicht gross, vielleicht
war es gerade deshalb eine sehr persönliche und wertvolle Begegnung.
(24.06.04/mb)
Wie nützlich ist das Integrationsprojekt "Kompass" der
Caritas Aargau?
"Ich habe keine Angst mehr, Deutsch zu sprechen.
Vor Kompass hatte ich viel Angst - Angst falsch zu sprechen." Das sagt ein
Flüchtling, der den Kompass-Kurs besucht hat. "Kompass" ist ein
Integrationsprojekt der
Caritas Aargau und richtet sich an anerkannte Flüchtlinge.
Während jeweils sechs Monaten können Menschen mit einem positiven Asylentscheid
ihre Deutschkenntnisse verbessern und konkretes Wissen erarbeiten, um ihren
Alltag und die berufliche Zukunft besser zu gestalten. Die
Sozialwissenschafterin Nadia von Holzen von der Universität Bern wollte es
genauer wissen und hat die Wirksamkeit des Projektes in einer umfassenden
Diplomarbeit untersucht. Das Resultat ist eindeutig: Sämtliche Teilnehmende von
zwei Kompass-Kursen sagen, dass sie dank Kompass Deutsch nicht nur verstehen,
sondern auch deutlich besser sprechen gelernt haben. Die Caritas Aargau führt
den Integrationskurs bereits seit über fünf Jahren durch. Getragen wird das
Projekt vom Bund und von der Caritas Aargau. Im Informationsblatt "da &
dort" Nr. 13 vom April 2004 fasst Kurt Brand, Stellenleiter der Caritas Aargau,
das Ergebnis der Auswertung zusammen.
Für 82 Prozent der Flüchtlinge sei
die Informationsvermittlung hilfreich, und sie würden die Informationen zur
Schweiz und zum Leben in der Schweiz als wichtig erachten. 88 Prozent der
Flüchtlinge bewältige nach dem Kursbesuch Telefongespräche selbständig, und der
grössere Teil gehe nun ohne Dolmetscher zum Arzt oder könne ein Elterngespräch
mit den Lehrkräften selbständig führen. Neben den Betroffenen selber wurden auch
die Sozialstellen nach der Nützlichkeit des Integrationskurses befragt. Die
betreuenden Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter stellen bei fast zwei
Dritteln der Kursteilnehmenden eine Verbesserung des Befindens und ein
gestärktes Selbstvertrauen fest. 75 Prozent der Flüchtlinge hätten nach dem
Besuch von Kompass zudem konkrete Schritte und Vorhaben realisiert. Vor allem
der Wunsch nach einer autonomeren Lebensbewältigung sei bei vielen Teilnehmenden
gewachsen, wird positiv vermerkt.
Ein Problem aber bleibe, wie Brand
weiter aus der Untersuchung berichtet. 52 Prozent der Flüchtlinge geben nämlich
an, dass sie kaum Kontakt zu Deutschsprachigen hätten. Der Caritas-Stellenleiter
meint dann, dass in diesem Bereich auch "wir Schweizerinnen und Schweizer"
angesprochen seien. Nur wenn wir gegenüber Fremdsprachigen offen seien und das
Gespräch suchten, würden wir die Möglichkeit für eine nachhaltige Integration
schaffen, denn diese finde nur über soziale Kontakte statt. (09.04.04/kb/mb)
Wie soll die Jugendseelsorge Fricktal künftig
ausgerichtet sein?
Eine Arbeitsgruppe der regionalen
Jugendseelsorge
Fricktal hat sich Gedanken gemacht über die künftige Ausrichtung der
Arbeitsstelle und ihre Vorstellungen in einem Modell formuliert. Das Modell
sieht vor, wie an einem Mediengespräch der Jugendseelsorgestelle erläutert
wurde, dass ein Grundstock von Angeboten wie bisher regional für das ganze
Fricktal angeboten und dementsprechend auch von allen Kirchgemeinden finanziert
wird. Zusätzlich zu diesem Grundangebot sollen Aktivitäten der Jugendseelsorge,
die nur von einzelnen Pfarreien oder Seelsorgeverbänden gewünscht werden, in
Form von Leistungsaufträgen mit den einzelnen Seelsorgeverbänden geregelt
werden.
Das Modell wurde an der März-Sitzung des Dekanates Fricktal von
den hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern bereits ausgiebig diskutiert.
Es habe sich dabei herausgestellt, dass die Bedürfnisse und Vorstellungen in den
verschiedenen Pfarreien sehr unterschiedlich und teilweise widersprüchlich
seien. Die grossen Unterschiede hätten sich vor allem in der Frage gezeigt, wie
gross jeweils das Angebot der regionalen Jugendseelsorge und wie gross das
Angebot der lokalen Pfarrei sein soll. Anlass zur Diskussion unter den
Seelsorgenden gab auch die Frage nach den inhaltlichen Schwerpunkten der
Jugendseelsorgestelle und die Frage, welche Angebote in den "Grundstock" der
regionalen Angebote gehörten. Das Dekanat hat an der März-Sitzung noch nicht
definitiv Stellung genommen und wird sich noch einmal im April an einer
Sondersitzung damit befassen. Das Dekanat wird dann gleichzeitig eine Empfehlung
an die Kirchgemeinden erarbeiten. Aufgrund der Empfehlung, die im Mai mit den
Vertreterinnen und Vertretern der Kirchgemeinden noch diskutiert wird, soll in
einem letzten Schritt das definitive Modell ausgearbeitet und an der
Delegiertenversammlung der Jugendseelsorge Fricktal vom 15. September 2004 zur
Abstimmung vorgelegt werden. (20.03.04/jsf/mb)
Zusammenschluss der Muslime im Aargau
Im
März 2004 ist nach Zürich und Bern auch im Aargau eine kantonale Organisation
für Muslime gegründet worden. Das teilt der neu gegründete "Verband Aargauer
Muslime" (VAM) in einem Brief mit. Die Organisation will eine zentrale
Anlaufstelle für Muslime und Nichtmuslime im Aargau sein. Sie will weiter die
Anliegen der Muslime im Bereich Bildung, Erziehung und Integration unterstützen,
die interreligiöse Zusammenarbeit fördern, muslimische soziale Diensten aufbauen
und eine dem islamischen Glauben entsprechende Bestattung von Muslimen
ermöglichen. Die Organisation will sich zudem für eine öffentlich-rechtliche
Anerkennung des Islam im Kanton Aargau einsetzen, wie es in der Mitteilung
weiter heisst.
Der Verband zählt zur Zeit sieben Vereinigungen als
Mitglieder: Die Schweizerische Islamische Glaubensgemeinschaft SIG (Aarau,
Wohlen, Möhlin), den Verband Islamischer Kulturzentren VIKZ (Baden, Neuenhof,
Staufen), die Islamisch-albanische Gemeinschaften (Brugg, Bözen, Reinach,
Kirchdorf), die Türkisch-Islamische Stiftung für die Schweiz ITDV (Buchs,
Reinach, Seon, Kleindöttingen), den Dzemat der Islamischen Gemeinden Bosniens
(Lenzburg, Koblenz, Teufenthal, Zofingen), den Islamischen Kulturverein Bab-i
Reyhan (Rheinfelden) und den Trägerverein der Zeitschrift «Die Barmherzigkeit»
(Turgi).
Zwischen den verschiedenen islamischen Gruppierungen, meist
ethnisch oder sprachlich ausgerichtet, bestehen in der Regel weder auf
schweizerischer noch auf kantonaler oder regionaler Ebene Beziehungen. Kantonale
Dachverbände gab es bisher nur in den Kantonen Zürich und Bern. Die
Zusammenarbeit auf nationaler Ebene will die "Koordination islamischer
Organisationen der Schweiz" (KIOS) fördern. In der Mitteilung des Aargauer
Verbandes wird es als wichtiges Anliegen bezeichnet, "mit allen interessierten
Kreisen aus Politik und Gesellschaft sowie Behörden aktiv zusammenzuarbeiten".
Und der Verband möchte helfen, "anstehende Probleme zu lösen und dadurch einen
Beitrag zur besseren Integration der Muslime in die hiesige Gesellschaft
leisten". Präsident des Verbandes ist Halit Duran, Turgi. Kontaktadresse:
Verband Aargauer Muslime (VAM), Postfach 1453, 5401 Baden,
v.a.m@schweiz.ch. (28.12.2004/vam/mb)