Römisch-Katholische Landeskirche des Kantons Aargau
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Archiv 2004

"Perspektiven im Bistum Basel": Jetzt können Themenvorschläge gemacht werden
Ab sofort können alle Katholikinnen und Katholiken des Bistums Basel Themenvorschläge für die "Perspektiven im Bistum Basel" eingeben. "Perspektiven" ist eine Veranstaltung, geplant vom März bis Oktober 2005 im Raum Baden/Wettingen, die wichtige und brennende kirchliche Themen und Probleme aus der Sicht der Basis ansprechen will. Die Fragen sollen diskutiert werden unter dem Gesichtspunkt, welche konkreten Reformschritte innerhalb des Bistums hier möglich sind.

An ihrer letzten Sitzung hat die Vorbereitungsgruppe den gegenwärtigen Stand und die nächsten Schritte diskutiert, wie Markus Heil, Mitglied der Gruppe und für die Information zuständig, auf Anfrage bestätigt hat. Im Februar haben alle Pfarrämter und Pfarreiräte des Bistums einen Brief sowie einen Fragebogen für Themenvorschläge erhalten. Die Themenvorschläge, die bis zum 30. Juni 2004 einzureichen sind, können auch direkt über die Website der "Perspektiven" www.pibb.ch eingegeben werden. Dort sind auch weitere Informationen zum Projekt abrufbar. Mit dem Brief an die Pfarreiräte wurden in erster Linie die "Organisierten" der Kirchenbasis angesprochen. Im kommenden Mai sollen über die Pfarrblätter des Bistums alle Kirchenmitglieder, ob engagiert oder distanziert, zum Mitmachen motiviert werden. Noch bis zu den Sommerferien stellen die Mitglieder der Vorbereitungsgruppe bei den kantonalen Seelsorgeräten und Synoden das Anliegen und den Ablauf persönlich vor. Nach den Sommerferien werden zu den einzelnen Themenkreisen Personen gesucht, die als Praktiker im Alltag mit der betreffenden Frage direkt zu tun haben und bereit sind, bei der Erarbeitung einer Stellungnahme zum Thema mitzumachen. Ein zentrales Anliegen beim ganzen Vorhaben ist, wie Heil betont, dass die Vorschläge von der Basis kommen und auch von der Basis weiterbearbeitet werden. So soll vermieden werden, dass der Anlass im Bistum zu einer Sache der hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger wird. Oder wie es im Brief vom Februar an die Pfarreien heisst: Die "Perspektiven", die im Rahmen der "Tagsatzungen" im Bistum Basel stattfinden, sollen "der kirchlichen Basis gegenüber der Bistumsleitung eine fokussierte Stimme geben". Fragen zur Veranstaltung und zu den Themenvorschlägen sind zu richten an Markus Heil, Gemeindeleiter, Nussbaumen, Telefon 056 290 11 55, Mail markus.heil@pibb.ch (21.03.04/mb)


"Perspektiven" fragt: Welches sind die "brennenden Themen" im Bistum Basel?
Für die Veranstaltung "Perspektiven im Bistum Basel 2005" (PiBB) werden derzeit die brennenden Themen der Kirchenbasis zusammengestellt. "Perspektiven" ist eine Veranstaltung, geplant vom März bis Oktober 2005 im Raum Baden/Wettingen, die wichtige kirchliche Themen und Probleme aus der Sicht der Basis ansprechen will. Die Fragen sollen diskutiert werden unter dem Gesichtspunkt, welche konkreten Reformschritte innerhalb des Bistums hier möglich sind.

Langsam zeigt sich klar, wo der Schuh drückt, und es kommen jede Woche noch einige Themen dazu. Derzeit sind an die 20 verschiedene Themen vorgeschlagen. Hauptanliegen scheint die "innerkirchliche Kommunikation" zu sein. Ebenso drängend taucht als Thema das Auseinanderleben von Kirchenleitung und Volk auf. Themen wie Ökumene und die "tragende Rolle der Frau in der Kirche" sind genannt, könnten aber durch zusätzliche Themeneingaben in ihrer Komplexität noch umfassender beschrieben werden. Wenn ein Thema mehrmals genannt werde, so Markus Heil, verantwortlich für die Themensuche im PiBB, dann könnten "diese komplexen kirchlichen Probleme aus verschiedenen Richtungen beleuchtet und veranschaulicht werden". Die zum betreffenden Thema jeweils einzurichtende Arbeitsgruppe könnte dann auch zielgenauer arbeiten. "Wir wollen ermuntern, möglichst viele Themenvorschläge und Beobachtungen abzugeben - Doppelnennungen sind erwünscht."

Wer an den bereits eingegebenen Themen interessiert ist, kann sie unter www.pibb.ch abrufen. Die Vorbereitungsgruppe hofft weiter auf einen interessanten Rückfluss an Themen, die bis zum kommenden 30. Juli abzugeben sind. Zur Eingabe der Themen steht im Internet eine Eingabemaske zur Verfügung. (15.06.04/bib/mb)


"WasserZeichen 2003" war auch finanziell ein Erfolg
Das Projekt der Aargauer Landeskirchen zum Kantonsjubiläum 200 Jahre Aargau, "WasserZeichen 2003", wurde mit sehr guten finanziellen Ergebnissen abgeschlossen. Die ökumenische Projektleitung hatte Ende Februar den Aargauer Kirchenräten ihren Schlussbericht und die Schlussrechnung vorgelegt, wie es in einer Medienmitteilung der Aargauer Landeskirchen heisst.

Im Rahmen der Nord-Süd-Projekte wurden insgesamt 112'870 Franken zugunsten von Wasserprojekten in wasserarmen Ländern des Südens an das Hilfswerk der evangelischen Kirchen in der Schweiz (Heks) und an die Caritas Schweiz überwiesen. Der Betrag setzte sich auf der einen Seite aus Kollekten an den Ostergottesdiensten und aus spätere Spenden im Rahmen der Fotoausstellung "An fremden Wassern"  zusammen, das ergab 65'331 Franken. Die Ausstellung zu ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten des Wassers wurde an 18 verschiedenen wassernahen und ungewöhnlichen Orten im Aargau gezeigt. Der zweite Teil von 47'539 Franken resultierte aus dem Verkauf von 10'500 Jubiläumsgläsern und 1'500 Wasserkaraffen. Obwohl alle geplanten Aktivitäten realisiert wurden, konnte der Rahmenkredit von 220'00 Franken um etwa 15'000 Franken unterschritten werden.

Zu den wichtigsten Ereignissen gehörten die Eröffnungsfeier im April in Turgi, als 111 "Wasserträgerinnen und -träger" Wasser mitbrachten und vermischten, und die Schlussfeier in Wettingen gemeinsam mit der Lancierung des Sozialpreises des Sozialrates der Landeskirchen. Den künstlerischen Höhepunkt bildete das szenische Spiel "Wasser ist Leben", das an fünf Aufführungen in Suhr, Wettingen, Schinznach und Möhlin von insgesamt mehr als 2'000 Personen besucht wurde. Noch erhältlich ist die CD (Maxi-Single) mit dem vom Musiker Dani Kalt komponierten und eingespielten Lied der Kirchen zum Kantonsjubiläum "Im Läbesstrom vo Zyt"  (Bezug beim Sekretariat der Reformierten Landeskirche in Aarau, Telefon 062 838 00 10, Mail aargau@ref.ch). (24.03.04/fw/mb)


10 Jahre Airak: Die interreligiöse Verständigung verbessern
Der Aargauer Interreligiöse Arbeitskreis (Airak) ist in diesem Jahr 10 Jahre alt geworden. Daran erinnert Max Heimgartner, Aarau, der von Anfang an dabei war, in einem Beitrag von "a+o", der Mitarbeiterzeitschrift der reformierten Landeskirche Aargau. Der reformierter Pfarrer und frühere Leiter der Fachstelle OeME der reformierten Aargauer Landeskirche ist zur Zeit Präsident des Airak.

Entstanden ist der Arbeitskreis aus der Friedensnacht des damaligen Oekumenischen Friedensnetzes Aargau (OeFNA) am Bettag 1994. Die Friedensnacht wollte eine Begegnung mit Menschen anderer Religionen anbieten. Anliegen des Airak, so fasst Heimgartner zusammen, ist bis heute "die Verständigung zwischen den Menschen verschiedener Religionen und dadurch der Abbau von Vorurteilen und Ressentiments" sowie ein "entspanntes, ja kreatives Zusammenleben der religionsverschiedenen Menschen und ihrer Gemeinschaften".

Der Airak organisiert jährlich vier öffentliche Veranstaltungen, die dem Gespräch über eine aktuelle Frage dienen oder zur Begegnung mit einer Religionsgemeinschaft im Aargau einladen. Das "Gebet der Religionen" am Bettag, 1999 erstmals durchgeführt, ist inzwischen im Aargau zu einem festen und wichtigen interreligiösen Ereignis geworden. Heimgartner macht darauf aufmerksam, dass neben diesen öffentlichen Anlässen auch einiges im Verborgenen geschieht, so etwa die Kontakte von Mitgliedern des Airak und vom Vorstand zu Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Religionsgemeinschaften im Aargau. Nur die wenigsten Religionsgemeinschaften würden von sich aus auf andere zugehen und an andern interessiert sein. Die meisten seien noch stark mit sich selbst beschäftigt, seien aber, von bisher zwei Ausnahmen abgesehen, glücklich, wenn man auf sie zukomme und sich für sie interessiere. Von einem Erfolg des Airak will Heimgartner selbskritisch aber noch nicht reden. "Zu deutlich sind Ressentiments und Unverständnis gegenüber der einen oder andern Religionsgemeinschaft in der Bevölkerung noch verbreitet." Der Arbeitskreis ist in den 10 Jahren seines Bestehens aber doch zu einem anerkannten interreligiösen Netzwerk im Aargau geworden. (19.12.2004/mb)


Aargauer Caritas-Sonntag: Die von Armut betroffenen Kinder stehen im Mittelpunkt
Im Kanton Aargau sind über 8000 Kinder von Armut betroffen. Die Caritas Aargau setzt darum den diesjährigen Aargauer Caritas-Sonntag vom 15./16. Mai bewusst für eine Sammelkampagne zu Gunsten von armutsbetroffenen Kindern ein.

Zwar würden im Aargau die von Armut betroffenen Kinder nicht an Hunger leiden, schreibt das Hilfswerk in einer Medienmitteilung, aber Armut bedeute, dass betroffene Familien "in elementaren Bereichen des Lebens erheblich unterversorgt" seien. Das beziehe sich auf Ernährung und Gesundheit, aber auch auf das gesellschaftliche und kulturelle Leben. Die sozialen Beziehungen sowie die Bildungsmöglichkeiten der jungen Menschen seien beeinträchtigt, heisst es weiter, die Kinder seien häufiger sich selber überlassen. Schlechtere Wohnsituation hätten auch zur Folge, dass diese Kinder  öfter als andere Abgasen, Lärm und Gewalt ausgesetzt seien. Abgesehen davon würden sie ausgegrenzt und sogar ausgelacht. Die Caritas Aargau sieht verschiedene Gründe für die Zunahme der Armut bei Familien. Viele Löhne seien so tief, dass Familien davon nicht leben könnten. Die Kinderzulagen genügten nicht, Krippen und Mittagstische fehlten vielerorts. Viele Familien würden sich schämen, Sozialhilfe in Anspruch zu nehmen. Neben der speziellen Sammelkampagne am 15./16. Mai hilft die Caritas Aargau armutsbetroffenen Familien mit Beratung, finanzieller Hilfe und mit spezifischen Projekten. (11.05.04/cag/mb)


AKF für eine erleichterte Einbürgerung
Der Vorstand des Aargauischen Katholischen Frauenbundes AKF begrüsst die beiden Abstimmungsvorlagen vom kommenden 26. September über die erleichterte Einbürgerung. Die erste Vorlage bringe den Jugendlichen der zweiten Generation den Vorteil des kürzeren Instanzenweges und schaffe in der ganzen Schweiz einheitliche Bedingungen, begründet der Vorstand in einer Medienmitteilung seine Haltung.

Auch bei einer erleichterten Einbürgerung seien immer noch Bedingungen vorhanden, zum Beispiel, dass die Betroffenen mit unseren Lebensverhältnissen und einer Landessprache vertraut seien und die schweizerische Rechtsordnung beachten würden. Zudem werde das Gesuch weiterhin genau geprüft. Mit der Einbürgerung würden diese Jugendlichen, die ja ohnehin in unserem Land lebten, Recht und Pflichten übernehmen, die zu ihrer Integration beitragen. 14 Kantone kennen bereits die erleichterte Einbürgerung und haben damit gute Erfahrungen gemacht. Die dritte Generation sei noch enger mit der Schweiz verbunden, die Schweiz sei ihre Heimat, führt der AKF zur zweiten Vorlage an. Diese Kinder sollten daher bei der Geburt das Schweizer Bürgerrecht erhalten, sofern die Eltern damit einverstanden sind. Es liege auch im Interesse der Schweiz, diese Kinder von Anfang an als Bürgerinnen und Bürger, als vollwertige Mitglieder unseres Staates aufzunehmen. (09.09.2004/akf/mb)


Alexander Ruhl neu bei der Jugendseelsorge Fricktal
"Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen!" Unter diesem Motto hat Alexander Ruhl auf den 1. Januar 2004 seine Arbeit bei der regionalen Jugendseelsorge Fricktal begonnen. Er wolle versuchen, so schreibt er auf der Website der Arbeitsstelle, die Energien, die durch die Veränderungen entstehen, in seiner Arbeit als Jugendseelsorger im Sinne der Windmühlen auszunutzen. Privat sei er "ein absolut naturverbundener Mensch", schreibt Ruhl über sich. So hätten die meisten seiner Freizeitbeschäftigungen etwas mit Natur zu tun: Skifahren, Klettern, Bergsteigen. Dazu komme noch das ruhigere, eher meditative Bogenschiessen. Zur Jugendarbeit kam Ruhl über die Pfadfinder. Er war lange Zeit Leiter und zuletzt hauptamtlich für die Pfadfinder tätig, zuständig insbesondere für die Ausbildung der Leiter.  Der neue Jugendseelsorger ist ausgebildeter Diplompädagoge mit Schwerpunkt Erlebnispädagogik.

Das Büro der regionalen Arbeitsstelle, die 1972 gegründet wurde, befindet sich in Rheinfelden. Getragen wir die Stellen vom Zweckverband für Jugendseelsorge, einem Zusammenschluss der 25 römisch-katholischen Kirchgemeinden des Fricktals. Die Arbeitsstelle will die Jugendarbeit in der Region fördern und sich für eine jugendgerechte und offene Kirche engagieren. Neben dem neuen Jugendseelsorger gehören zum Fricktaler Leitungsteam Urs Bisang, Theologe und Jugendseelsorger, Lucia Wohlgemuth, Sozialpädagogin und Jugendseelsorgerin, Nadia Bruggisser, Sekretariat. (24.01.04/mb)


Als Afrikaner etwas Lebensfreude in die Pfarreien bringen
"Farbe ins Leben" war das Thema des diesjährigen traditionellen ökumenischen Gottesdienstes, der jeweils eine Woche vor dem Kinderfest auf dem Heitere in Zofingen stattfindet. Gemeint war nicht die Mode, die Farbe ins Leben bringt, gemeint waren die Fremden, die Ausländer, die hier wohnen und neue Farben in unser Leben bringen.

In einer Dialogpredigt mit dem reformierten Pfarrer Andreas Möri, Zofingen, formulierte der römisch-katholische Priester Zacharie Wasuka aus dem Kongo, seit einem Jahr Pfarrer in Zofingen, seine Gedanken als "Fremder". Er sei in eine fremde Kultur gekommen und doch sei er hier "unter Brüdern und Schwestern", denn Jesus sei für alle gestorben und auferstanden. So formulierte Zacharie Wasuka gleich zu Beginn das für ihn entscheidend Christliche. Welche besondere "Farbe" er als Afrikaner nach Zofingen bringe? Wie alle ausländischen Priester sehe er sich zunächst mal als Geschenk Gottes an die Kirche in Europa, führte Abbé Zacharie seinen Gedanken weiter. Seine Arbeit hier sei Ausdruck von Solidarität mit einer Ortskirche, die in einer schwierigen Situation lebe und unter dem Priestermangel leide. Als Afrikaner wolle er auch etwas von seinem Land, von seiner Kultur mitbringen, die Lebensfreude und Sinn für den Lebensrhythmus. Und in die Konsumgesellschaft hinein wolle er auch etwas von seiner Spiritualität geben mit dem Leitsatz "Suchet zuerst das Reich Gottes". Und schliesslich sei ihm als Sohn eines reformierten Diakons die Ökumene, die Einheit der Christen auch persönlich ein wichtiges Anliegen. Der ökumenische Heitere-Gottesdienst wurde von der reformierten, der methodistischen, der christkatholischen und der römisch-katholischen Kirche vorbereitet und durchgeführt. (27.06.04/mb)


Anglikanische und christkatholische Bischöfe tagten in der Propstei Wislikofen
Vom 17. bis 19. November 2004 hat die Konferenz der anglikanischen und christkatholischen Bischöfe von Kontinentaleuropa in der Propstei Wislikofen getagt. Aus aktuellem Anlass befassten sich die Bischöfe auch mit den Spannungen und Gewalttätigkeiten, die in einigen Ländern Zentral- und Westeuropas zwischen Teilen der islamischen und der nicht-islamischen Bevölkerung entstanden sind. Manche Kommentare von Journalisten und Politikern zu dieser Entwicklung hätten den Anschein erweckt, dass unter der nicht-islamischen Bevölkerung ein radikaler und gewaltbereiter christlicher "Fundamentalismus" oder schlicht "das Christentum" als Gegenpol zu einem radikalen islamischen "Fundamentalismus" am Werk sei. Die Bischöfe der beiden Kirchengemeinschaften weisen solche Darstellungen zurück, wie sie in einer Medienmitteilung deutlich schreiben.

Seit dem Ende des letzten Weltkrieges hätten die Kirchen, die in den ökumenischen Räten und Arbeitsgemeinschaften in Zentral- und Westeuropa organisiert seien, "niemals mehr einen christlichen 'Fundamentalismus' gefördert, der Gewalt gepredigt oder die Predigt von Gewalt geduldet". Die Kirchen hätten im Gegenteil den Dialog mit den nichtchristlichen Religionen unterstützt. Gleichzeitig verurteilen die Bischöfe auch alle Tendenzen, die den Islam als eine Religion etikettieren, die Gewalt fördert. Vergröbernde und allzu vereinfachende Schilderungen, die falsche Gegensätze konstruierten, würden nicht dem Ziel friedlicher Koexistenz dienen, sondern im schlimmsten Falle neue "Lager" schaffen. (20.11.2004/mm/mb)


Die Kirchen blicken besorgt auf den 17. Dezember
Die Situation der Asylsuchenden mit Nichteintretensentscheid verschärft sich im Dezember noch einmal. Die drei Aargauer Landeskirchen und die Hilfswerke Caritas Aargau und Heks Aargau/Solothurn beobachten die gegenwärtige Lage mit Sorge, wie die Kirchen in einer Medienmitteilung schreiben. Sie haben bei den staatlichen Stellen "ihre Fragen und Bedenken vorgebracht". Sie sind auch bereit, zusätzlich zu ihrem bisherigen Engagement für Asylsuchende und anerkannte Flüchtlinge sich "speziell um die Menschen zu kümmern, die durch die Zwangsmassnahmen besondere Hilfe brauchen".

Die Situation verschärfe sich deshalb, begründen die Kirchen, weil Ende 2004 die Übergangsfrist für jene Menschen abläuft, die schon vor dem 1. April 2004 einen Nichteintretensentscheid auf ihr Asylgesuch erhalten hatten. Im Kanton Aargau seien das rund 150 Personen, die am 17. Dezember aus den Asylstrukturen ausgewiesen würden und die Unterkunft verlassen müssten. Darunter seien Familien, Schwangere, allein stehende Frauen und Minderjährige. Viele von ihnen hätten keine gültigen Reisepapiere und könnten deshalb die Schweiz nicht legal verlassen, andererseits könnten sie auch nicht von den Behörden ausgeschafft werden.

Die beiden Hilfswerke Heks und Caritas führen mit Unterstützung der Landeskirchen eine Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende in Aarau. Die Beratungsstelle wird zwischen Weihnacht und Neujahr offen sein. Die Stelle wird zudem zusammen mit der Sozialberatung der Caritas Aargau dafür sorgen, dass insbesondere auch über die Festtage die Unterbringung, die Ernährung und die medizinische Versorgung für die betroffenen Personen sichergestellt sind. Dabei sollen nicht Parallelstrukturen zum offiziellen Nothilfeangebot des Kantons geschaffen werden, betonen die Kirchen, sondern es soll dafür gesorgt werden, dass alle Personen in Not in diesen Strukturen unterkommen. Wenn dies in Einzelfällen nicht möglich sei, stehen in einem beschränkten Umfang eigene Angebote zur Verfügung. (14.12.2004/fw/mb)


Asylsuchende nach den Festtagen auf die Strasse stellen?
Asylsuchende mit einem Nichteintretensentscheid (NEE) erhalten ab 1. Januar 2005 keine Unterstützung mehr, weder Geld noch Unterkunft noch Nahrungsmittel noch medizinische Hilfe. Noch bis Ende Jahr dürfen sie sich in Minimalunterkünften aufhalten. Darauf macht in einer Medienmitteilung das Netzwerk Asyl Aargau aufmerksam. Das Netzwerk Asyl ist ein Zusammenschluss von Organisationen und Einzelpersonen, die sich im Asylbereich engagieren. Als Organisationen gehören die Caritas Aargau, das Heks, die Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende und das asylforum dazu.

Mitglieder des Netzwerkes Asyl hätten die Asylsuchenden mit einem NEE täglich in ihren Unterkünften besucht und sich nach ihrer Situation erkundigt. Diese Besuche würden bis Ende Jahr fortgesetzt, schreibt das Netzwerk über sein Engagement. Dabei auftauchende Fragen seien dem Kanton mitgeteilt worden, so etwa Fragen zur Ernährung, zum Zugang zu medizinischen Leistungen und vor allem zur Information an die Betroffenen. Grosse Sorgen macht sich das Netzwerk Asyl für die Zeit nach den Feiertagen und fragt sich dann, ob wirklich alle Betroffenen auf die Strasse gestellt werden sollen. Darunter würden sich Familien, alleinstehende Frauen und eine unbegleitete minderjährige Person befinden. Bei den vielen Männern bestehe die Gefahr, dass sie in eine Überlebenskriminalität abgleiten würden. "In einem Land, das in seiner Verfassung das Recht auf Nothilfe garantiert und das die Menschenrechtskonvention unterschrieben hat, darf dies nicht geschehen." Das Netzwerk Asyl fordert daher den Regierungsrat des Kantons Aargau auf, sich an dieses Recht zu halten. (24.12.2004/mb)


Auch bei Kirchenräumen an Behinderte denken
An den Angeboten der Kirchgemeinden und Pfarreien sollen alle teilnehmen können. Bauliche Hindernisse erschweren aber noch mancherorts körperlich behinderten Menschen sowie Menschen mit gesundheitlichen Problemen den Zugang zu Kirchenräumen. Der Sozialrat der Aargauer Landeskirchen hat deshalb Empfehlungen für ein hindernisfreies Bauen erarbeiten lassen. Entstanden ist das Dokument auf dem Hintergrund des Behindertengleichstellungsgesetzes BehiG, das seit dem 1. Januar 2004 in Kraft ist.

In den Empfehlungen mit dem Titel "Hindernisfreies Bauen nützt allen" wird stichwortartig aufgezählt, an was bei Menschen im Rollstuhl, bei sehbehinderten, hörbehinderten oder gehbehinderten Menschen gedacht werden muss. Nicht zu vergessen sind ältere Menschen oder Väter und Mütter mit Kinderwagen. Was ist bei Türen und Korridoren, bei der Beleuchtung oder bei WC-Anlagen zu beachten, um bauliche Hindernisse zu vermeiden? Die praktischen Tipps sollen nicht nur bei Neubauten berücksichtigt werden, wünscht der Sozialrat, sondern auch bei Renovation und Umbauten von kirchlichen Räumen. Die Empfehlungen wurden in Zusammenarbeit mit der Pro Infirmis Aargau und der Schweizerischen Fachstelle für behindertengerechtes Bauen erstellt. Als Ansprechspartner sieht der Sozialrat die Kirchenpflegen, die Mitglieder von Baukommissionen und kirchliche Institutionen wie Heime. Die Aargauer Landeskirchen unterstützen das Anliegen des Sozialrates und stellen die Dokumentation im Sinne einer Empfehlung allen Kirchenpflegen zu. Die Dokumentation kann auf der Internetseite des Sozialrates heruntergeladen oder beim Sekretariat der Röm.-kath. Landeskirche Aargau, Feerstrasse 8, Postfach, 5001 Aarau, Telefon 062 832 42 72, Mail landeskirche@ag.kath.ch, bestellt werden. (03.05.04/al/mb)


Begegnung mit den Aleviten - eine in der Heimat unterdrückte Minderheit
Alevitische Flüchtlinge kommen auch heute noch in die Schweiz, wenn auch nicht mehr so zahlreich wie in den achtziger und neunziger Jahren. Sie kommen aus der Türkei und sind dort eine beachtliche Minderheit von etwa 15 Prozent. Sie sind in ihrer Heimat aber nicht als eigenständige Religionsgemeinschaft anerkannt, sondern werden der islamischen Richtung der Sunniten zugezählt. Sie werden in der Türkei zudem unterdrückt und teilweise auch verfolgt. In der Schweiz finden sie im alevitischen Kulturverein Begleitung und Unterstützung. Um diese religiöse Gemeinschaft besser kennen zu lernen, hat der Aargauer Interreligiöser Arbeitskreis AIRAK sein Jahresversammlung vom März beim Alevitischen Kulturverein Aargau in Windisch abgehalten. Nach den üblichen Vereinsgeschäften stellte Doran Mor die Gemeinschaft der Aleviten vor.

Die Aleviten, die ihren Namen auf "Ali" zurückführen, den Schwiegersohn von Muhammad, kommen aus Ostanatolien in der Türkei. Hier haben sich vorislamische und christliche Elemente und solche aus der Sufi-Mystik ("Gott ist in uns") mit dem Islam vermischt. Daraus entstand eine eigene religiöse Kultur. Die Aleviten breiteten sich später nach Syrien und durch das Osmanische Reich auch in den Balkan und schliesslich ins übrige Europa aus. Religiös zentral ist das Gebet, vor allem in der Form der Cem-Versammlung, normalerweise am Donnerstag, in Europa kulturbedingt meist am Sonntag abgehalten. Männer, Frauen und Kinder nehmen gemeinsam teil. Dabei spielt der Sema-Tanz, der am Informationsabend gleich vorgeführt wurde, eine wichtige Rolle. Es ist ein Kreistanz von vier Paaren, begleitet von der Saz, einem Musikinstrument. Der Tanz wird in der Landestracht aufgeführt, ist unerhört feinfühlig, mit grosser Achtung voreinander. Die Aleveiten unterscheiden sich in manchen Punkten doch deutlich von den beiden Hauptrichtungen des Islam, den Sunniten und den Schiiten. So spielt zum Beispiel der Koran spielt eine deutlich geringere Rolle als sonst im Islam. Er ist für sie zwar eine Niederschrift von Offenbarungen, die aber kritisch gelesen werden darf. Die Scharia, das islamische Gesetz, wird abgelehnt. In der Schweiz gibt es zwölf alevitische Kulturvereine. Sie stehen untereinander im Kontakt und führen in Winterthur eine Zentrale. Weil die Aleviten keine spezielle Kleidung oder Kopfbedeckung tragen, sind sie nach aussen nicht erkenntlich. (18.03.04/mh/mb)


Bekommt die Kirche von Möhlin ein Solardach?
Die Kirchenpflege sei nicht begeistert. Eine Projektgruppe um Pfarradministrator Werner Baumann möchte eine Solaranlage auf dem Dach der römisch-katholischen Kirche in Möhlin installieren, berichtet die Basler Zeitung in ihrer Ausgabe vom 25. März.

"Wir wollen zeigen, dass die Kirche eine Botschaft zu vermitteln hat, die auch von Leuten verstanden wird, die sich schon lange von der Kirche abgewendet haben", zitiert die Zeitung Werner Baumann. Es soll ein Zeichen für den Umweltschutz gesetzt werden, ein Zeichen für sichere Lebensgrundlagen und für die Zukunft von kommenden Generationen. Das Solardach soll im Rahmen der bald beginnenden Kirchenrenovation realisiert werden. Mit der projektierten Anlage, die rund 200'000 Franken kostet, könnten pro Jahr etwa 20'000 Kilowattstunden produziert werden, das entspricht dem durchschnittlichen Stromverbrauch von vier Familien mit zwei Kindern. Das Projekt sei noch nicht genehmigt, berichtet die Zeitung weiter. Ende Mai wollen die Initianten über das Vorhaben informieren und voraussichtlich an der Kirchgemeindeversammlung vom 10. Juni soll darüber abgestimmt werden. Die Kirchenpflege möchte das Projekt aber aus finanziellen Gründen zurückstellen und erst nach der Renovation an die Hand nehmen. (26.03.04/baz/mb)


Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Aargau
Beschlüsse der Synode vom 2. Juni 2004
An der ordentlichen Frühjahrssitzung der Römisch-Katholischen Synode vom 2. Juni 2004 in Aarau wurden folgende Beschlüsse gefasst:

  1. Validierung von zwei Ersatzwahlen in die Synode für den Rest der Amtsperiode 2003-2006/7.
  2. Der Jahresbericht 2003 des Kirchenrats wurde genehmigt.
  3. Die Verwaltungsrechnung 2003 (Zentralkassenbeitrag und die Seelsorge für Anderssprachige) inkl. der Fondsrechnungen wurde genehmigt.
  4. Der Revision des Organisationsstatuts wurde in zweiter Beratung zugestimmt.
  5. Der Revision der Verordnung des Finanzausgleichs vom 7. Juni 1978, insbesondere der Anpassungen beim ordentlichen jährlich wiederkehrenden Finanzausgleich, wurde zugestimmt.
  6. Der Bericht zur Seelsorge für Anderssprachige, beruhend auf den "Pastoralen Leitlinien für die Arbeit der Kirche mit fremdsprachigen Katholikinnen und Katholiken", und dem Bericht zur "Umsetzung der pastoralen Leitlinien" wurde zustimmend zur Kenntnis genommen.
  7. Den Anträgen betreffend Sitzungsgelder für die Mitglieder der Synode insbesondere mit einer Entschädigung für die Teilnahme an den Vor-Synodesitzungen wurde zugestimmt.

Gemäss Art. 39 und 41 des Organisationsstatutes vom 15. Juni 1977, teilrevidiert am 7. November 1984, können Beschlüsse oder Entscheide der Organe der Landeskirche durch die Konfessionsangehörigen mit Beschwerde angefochten werden. Die Beschwerdefrist beträgt 20 Tage seit der Veröffentlichung in den Publikationsorganen. Der Ablauf der Beschwerdefrist für diese Synode ist somit der 1. Juli 2004. Beschwerden sind an die Rekurskommission der Römisch-Katholischen Landeskirche, Sekretariat, Feerstrasse 8, Postfach, 5001 Aarau, zu richten.

Aarau, 2. Juni 2004

Die Präsidentin: Carla Bättig
Der Sekretär: Otto Wertli


Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Aargau
Beschlüsse der Synode vom 3. November 2004
An der ordentlichen Herbstsitzung der Römisch-katholischen Synode vom 3. November 2004 in Aarau wurden folgende Beschlüsse gefasst:

  1. Der Bericht und Antrag betreffend Zusammenarbeit der Landeskirche mit der Caritas Aargau wird zur Kenntnis genommen.

  2. Der Bericht und Antrag zur "Wirkungsorientierten Pastoral – WOP" wird zur Kenntnis genommen.

  3. Dem revidierten Reglement über den Finanzausgleichsfonds wird zugestimmt.

  4. Voranschlag 2005
    a) Der Voranschlag der Verwaltungsrechnung für das Jahr 2005 (Zentralkasse) mit einem Zentralkassenbeitragssatz von 2,70 Steuerprozenten wird genehmigt.

    b) Der Kirchenrat wird ermächtigt, den Zentralkassenbeitrag bei den Kirchgemeinden in zwei gleichen Raten zu beziehen, und zwar per 15. Mai und per 15. November 2005. Für die Berechnung des Zentralkassenbeitragssatzes ist der bereinigte Steuer-Sollbetrag des Rechnungsjahres 2003 massgebend.

    c) Der Kirchenrat wird ermächtigt, zur Deckung der Kosten für die Seelsorge im Dienste der italienischen, spanischen und portugiesischen Konfessionsangehörigen von den Kirchgemeinden einen "Pro Kopf-Beitrag" von Fr. 20.- für jeden in ihrem Gebiet wohnhaften italienischen, spanischen und portugiesischen Konfessionsangehörigen (Stand: 30. April 2004) zu erheben.

  5. Die Abrechnung über den Baukredit von Fr. 1'490'000.- zur Sanierung der Propstei Wislikofen im Gesamtbetrag von Fr. 1'332'864.20 wird genehmigt.

  6. Die Abrechnung über den Verpflichtungskredit für den Ausbau der Dachwohnung Liegenschaft Feerstrasse 8, Aarau, im Gesamtbetrag von Fr. 85'548.35 wird genehmigt.

Gemäss Art. 39 und 41 des Organisationsstatutes vom 15. Juni 1977, teilrevidiert am 7. November 1984 können Beschlüsse oder Entscheide der Organe der Landeskirche durch die Konfessionsangehörigen mit Beschwerde angefochten werden. Die Beschwerdefrist beträgt 20 Tage seit der Veröffentlichung in den Publikationsorganen. Der Ablauf der Beschwerdefrist für diese Synode ist somit der 23. November 2004. Beschwerden sind an die Rekurskommission der Römisch-katholischen Landeskirche, Sekretariat, Feerstrasse 8, Postfach, 5001 Aarau, zu richten.

Aarau, 3. November 2004

Die Präsidentin: Carla Bättig
Der Sekretär: Otto Wertli


Brauchen wir christliche Parteien?
Kann die Kirche erwarten, dass eine C-Partei ihre Werte in den politischen Entscheidungsprozess einbringt? Enttäuschte Erwartungen haben in jüngster Zeit für Irritation bei den Schweizer Bischöfen gesorgt. An einem Podium vom 18. Mai in Basel unter der Leitung des ehemaligen TV-Redaktors Erwin Koller trafen die Meinungen aufeinander. Veranstalterin war die Erwachsenenbildung der Römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt. Für die CVP diskutierte die Aargauer Politikerin und CVP-Interimspräsidentin Doris Leuthard.

Aufgerüttelt hatte vor allem die Kritik des Basler Bischofs Kurt Koch, der im letzten August die CVP kritisierte, weil sie sich nicht gegen das vorgesehene Bundesgesetz zur rechtlichen Anerkennung homosexueller Partnerschaften engagierte. Doris Leuthard betonte, die CVP verstehe sich weiterhin als Partner der Kirche, aber nicht als deren verlängerten Arm. Als Beobachter der christlichen Politszene erwartet der Soziologie- und Publizistikprofessor Kurt Imhof von den christlichen politischen Parteien in erster Linie, dass sie sich für eine Kultur der Toleranz und des Ausgleichs einsetzen. Sie seien "auf der Basis des Postulats der christlichen Nächsten- und Feindesliebe immuner gegenüber allen Formen fundamentalistischer Politik". Und sie nähmen eine besondere Verantwortung gegenüber allen Formen von Gewalt und Unterdrückung wahr. Es ist für Imhof denn auch klar, dass es weiterhin christliche Parteien braucht. Von der CVP wünscht er sich ein verstärktes Engagement in sozialpolitischen Fragen. Hier stehe die Kirche links von der CVP, im Unterschied zu den sexualethischen Positionen wie Abtreibung oder homosexuelle Partnerschaften. Dass sich die CVP politisch stärker vom Bürgerblock abhebe, kann sich Doris Leuthard mit Blick auf die CVP-Parteibasis schwer vorstellen. Ausserdem stehe die CVP vor der Aufgabe, auch Finanzpolitik zu machen. Nicht einmal bei der Mutterschaftsversicherung könne sie voll mit der Basis rechnen. Ein Problem ist nach Meinung der Aargauer Politikerin auch, dass die CVP weiterhin am Image der Katholischen Volkspartei leide. Die CVP müsse jedoch die christlichen Werte heute den politischen Bedingungen anpassen. Dies rufe wiederum den Widerspruch der Kirche hervor, die sich darauf berufe, fundamentale Werte wie etwa das Lebensrecht oder die Ehe dürften nicht relativiert werden. Dies sei auch nicht die Absicht der CVP, betonte Leuthard, was die Partei auch unter Beweis stelle. Auch ein Namenswechsel mit einem Verzicht auf das "C" sei zur Zeit für sie kein Thema. (20.05.04/kipa/mb)


Brief an den Papst mit Unterschriften aus dem Fricktal
Seelsorgerinnen und Seelsorger, Kirchenengagierte sowie Persönlichkeiten aus der katholischen Kirche in der Schweiz haben dem Papst einen Offenen Brief geschrieben. Zu den 41 Unterzeichnenden gehören auch Seelsorgende und Kirchenengagierten aus dem Fricktal.

Im Brief wird die Anregung des Papstes aufgegriffen, die Gestaltung des "Petrusdienstes", des Papstamtes zu überprüfen (Rundschreiben "Ut unum sint" von 1995). So finden es die Unterzeichnenden sinnvoll, dass nicht nur die Bischöfe, sondern auch der Papst spätestens mit 75 Jahren zurücktreten soll. Die Ansprüche an einen Papst seien in den letzten Jahrzehnten denn auch "ins Unermessliche gestiegen". Gefragt wird auch, ob das Papstamt nicht ähnlich wie in der alten Kirche wieder in kontinentale Patriarchate "eingebettet" werden müsste. Der Brief anerkennt durchaus die "eindrücklichen Leistungen" von Papst Johannes Paul II., sein Pontifikat habe "die Welt bewegt" und er habe die Kirche "in eindrücklicher Weise" ins 3. Jahrtausend geführt, heisst es. Trotzdem fragen sich die Initianten, ob die Kräfte des Papstes noch ausreichen, um die "mit dem schweren Amt verbundenen Pflichten zu erfüllen". Es scheine, dass der Papst notgedrungen wichtige Aufgaben an Mitarbeiter delegieren müsse, was die päpstliche Autorität aushöhle. Und viele Menschen würden in dieser Situation mehr über die Gesundheit des Papstes spekulieren als auf seine Botschaft achten.

Anlass des Offenen Briefes ist der Besuch des Papstes am 5./6. Juni beim Jugendtreffen in Bern. Die Initianten würden gerne mit dem Papst zu diesen Fragen ins Gespräch kommen. Das wird kaum möglich sein. So hoffen sie wenigstens, dass bei allem Respekt vor dem Papst und bei aller Loyalität die angesprochenen Fragen doch in der kirchlichen Öffentlichkeit diskutiert werden. Eine Kopie des Briefes ging auch an die Schweizer Bischöfe.

Sehr geehrter Herr Papst
Die für Ihr Empfinden vielleicht etwas ungewöhnliche Anrede entnehmen wir den Schriften des heiligen Franz, der vom Nachfolger Petri mehrmals als vom Dominus Papa, vom "Herrn Papst" spricht. Damit bringt der kleine Kaufmannssohn aus Assisi zweierlei zum Ausdruck, nämlich dass er den Papst als oberste Autorität der Kirche anerkennt, und zum anderen, dass er ihn als Papa, als "Vater" aller Gläubigen und der Menschheit überhaupt betrachtet.

Wenn wir uns in diesem Schreiben an Sie als die höchste Instanz unserer katholischen Kirche wenden, tun wir dies im Bewusstsein unserer Mitverantwortung, die wahrzunehmen Sie uns selber mit dem von Ihnen im Jahr 1983 in Kraft gesetzten Kirchenrecht, dem Codex Iuris Canonici ermuntern. Wir beziehen uns dabei auf Canon 212, § 3: "Entsprechend ihrem Wissen, ihrer Zuständigkeit und ihrer hervorragenden Stellung haben die Gläubigen das Recht und bisweilen sogar die Pflicht, ihre Meinung in dem, was das Wohl der Kirche angeht, den geistlichen Hirten mitzuteilen und sie unter Wahrung der Unversehrtheit und der Ehrfurcht gegenüber den Hirten und unter Beachtung des allgemeinen Nutzens und der Würde der Personen den übrigen Gläubigen kundzutun."

Sie haben vor, uns in der Schweiz einen Besuch abzustatten und bei dieser Gelegenheit der Jugend Red und Antwort zu stehen. Das ist überaus erfreulich, denn das Gespräch ist das Herz jeder lebendigen Gemeinschaft. Wo kein Gespräch stattfindet, ist auch kein Raum für die Liebe. Ein bisschen bedauern wir, dass die Erwachsenen nur zur Eucharistiefeier eingeladen sind sie hätten in diesem Gedankenaustausch ja vielleicht auch ein paar Fragen vorzubringen, die sie seit längerer Zeit beschäftigen. Deshalb möchten wir Seelsorgende zusammen mit anderen Schweizer Katholikinnen und Katholiken auf diesem Weg mit Ihnen ins Gespräch kommen.

Da viele von uns immer wieder und immer häufiger darauf angesprochen werden, weshalb Sie auch noch im hohen Alter in Ihrem Amt bleiben, möchten wir Ihnen einige diesbezügliche Überlegungen mitteilen.

Ihr Pontifikat hat die Welt bewegt.  Insbesondere haben Sie einen entscheidenden Beitrag geleistet, dass Europa wieder zusammenwachsen kann. Sie wollten die Kirche in das 3. Jahrtausend führen und haben dies in eindrücklicher Weise getan. Zu Ihren Aufgaben zählen Sie auch die Überprüfung der Gestalt des Petrusdienstes. Sie haben sich dazu in Ihrem am 25. Mai 1995 erschienenen Rundschreiben "Ut unum sint" ausführlich geäussert (vgl. insbesondere Nr. 95 und 96). Nun sind wir der Überzeugung, dass auch der Rücktritt eines Papstes zur Regel werden sollte, wenn er ein bestimmtes Alter erreicht hat. Tatsächlich haben ja heute die im Vergleich zu früheren Zeiten viel längere Lebenserwartung und die damit verbundenen Altersbeschwerden eine völlig neue Realität geschaffen. Daher scheint es uns angebracht, dass auch der Papst als Bischof von Rom sein Amt zur Verfügung stellt, wenn er die Altersgrenze von 75 Jahren erreicht hat, angesichts derer die Bischöfe laut Kirchenrecht weltweit "gebeten" werden (rogatur), ihren Rücktritt einzureichen (vgl. Codex Iuris Canonci, Canon 401 § 1).

Die Ansprüche an den Inhaber des Papstamtes sind in den letzten Jahrzehnten ins Unermessliche gestiegen. Sie selber wissen am besten, wie schwierig es ist, die Kirche in den verschiedenen Ländern und Erdteilen angesichts der je unterschiedlichen Situationen und Entwicklungen zu führen. Allein schon von daher stellt sich die Frage, ob das Papsttum in einer heute neuen (aber eigentlich "alten", weil schon von der Kirche der ersten Jahrhunderte gepflegten) Weise in den Kontext kontinental neu umschriebener Patriarchate eingebettet werden müsste, wie übrigens auch der Bischof von Basel in einem am 29. Februar dieses Jahres auf dem Schweizer Fernsehen ausgestrahlten Interview  angemerkt hat.

Viele Menschen, die Ihre Aktivitäten in den Medien mit Interesse verfolgen, haben schon seit einigen Jahren grosse Mühe, Ihren Aussagen wegen Ihrer nachlassenden Stimme überhaupt zu folgen, was dann dazu führt, dass sie immer öfter und immer mehr über Ihren Gesundheitszustand spekulieren, statt auf die von Ihnen vorgebrachte Botschaft zu achten. Bei allem Mitgefühl stellt sich für manche von ihnen doch die Frage, ob Ihre Kräfte noch ausreichen, um die mit Ihrem schweren Amt verbundenen Pflichten zu erfüllen. Nicht wenige sind davon überzeugt, dass Sie notgedrungen viele Aufgaben, die Sie persönlich bewältigen möchten und auf Grund Ihrer Stellung auch selber bewältigen sollten, an Mitarbeiter delegieren müssen. So wird bei jedem Schreiben, das mit Ihrer Unterschrift erscheint, spekuliert, wie weit Sie wirklich dahinter  stehen. Das führt zu einer kontinuierlichen Erosion der päpstlichen Autorität. Auch für uns Christen und Christinnen gilt doch, was der Weisheitslehrer im ersttestamentlichen Buch Kohelet sagt: "Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit (...): eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen, (...) eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden" (Kohelet, Kapitel 3, Verse 1. 6 und 7).

Auch wer die Bulletins der katholischen Nachrichtenagenturen nur oberflächlich verfolgt, stösst im Zusammenhang mit Ihrem Pontifikat immer wieder auf Rekordmeldungen. Sie sind der Papst, der die meisten Heiligen kanonisiert hat. Sie haben die zweitlängste Amtszeit hinter sich, die ein Nachfolger des heiligen Petrus je erreichte. Keiner Ihrer Vorgänger hat eine solche Anzahl Pastoralreisen unternommen wie Sie. Das sind eindrückliche Leistungen, die man gar nicht hoch genug gewichten kann. Anderseits erinnert uns das Evangelium auch daran, dass unsere Daseinsberechtigung nicht auf unseren Leistungen gründet, sondern dass wir alle im Wortsinn "von Gottes Gnaden" leben. Dieses Bewusstsein befreit uns von jenem  illusionären Leistungszwang, dass unsere Präsenz unabdingbar sei, um einer guten Sache zum Durchbruch zu verhelfen. Sie selber, Herr Papst, haben die Bereitschaft bekundet, bis an Ihr Lebensende in Ihrem schweren Amt ausharren zu wollen. Diese Bereitschaft haben Sie, wenn denn die diesbezüglichen Presseinformationen tatsächlich zutreffen sollten, mit dem Hinweis auf Jesus begründet, der auch nicht vom Kreuz herabgestiegen sei. Diese Begründung für das Ausharren im Amt leuchtet uns nicht ein. Theologisch gesehen ist sie überaus fragwürdig. Eine solche Sicht impliziert doch, dass Gott sogar vermeidbares Leid und nicht notwendigen Schmerz uns Menschen abverlange. Sie widerspricht auch jener kirchlichen Überlieferung, nach welcher die Kirche (schon zur Zeit der ersten Christenverfolgungen!) den Gläubigen davon abriet, das Martyrium zu suchen! Und lehrt uns denn nicht schon Jesus selber mit seinem Gebet im Garten Getsemani, dass wir nur jene "Kreuze" auf uns nehmen sollen, die unvermeidbar sind?

Lieber Herr Papst, von ganzem Herzen sind wir Ihnen dankbar für das viele Gute, was Sie für unsere Kirche und für die gesamte Menschheit bewirkt haben. Im Glauben an den auferstandenen Herrn Jesus Christus und im Gebet bleiben wir mit Ihnen verbunden und bitten Sie um Ihren Segen.

Basel, 19. Mai 2004

Unterschrieben ist der Brief von 41 Seelsogerinnen und Seelsorgern, Kirchenengagierten und kirchlichen Persönlichkeiten vor allem aus dem Raum Basel, Aargau und Luzern, aber auch aus der übrigen Schweiz. Kontaktperson ist Xaver Pfister, Basel, Telefon 061 692 71 71, Mail pfisterfamily@bluewin.ch
(17.05.04/mb)


Caritas Aargau: Mehr Notsituationen und weniger Geld für Soziales
"So viele Menschen wie noch nie" hätten im Jahr 2003 die Angebote der Caritas Aargau in Anspruch genommen, schreibt das regionale Hilfswerk in einer Medienmitteilung zum ihrem eben erschienen Jahresbericht 2003. Hauptgründe dafür sind die schlechte wirtschaftliche Situation und die immer knapperen Finanzen von Bund, Kanton und Gemeinden. Auch die Caritas selber sei "von den eingeschränkten öffentlichen Finanzen" betroffen. Das Paradox: Trotz erheblichen Mehrleistungen für Menschen in Notsituationen steht der Caritas weniger Geld zur Verfügung. Spenden zugunsten des Hilfswerkes werden darum immer wichtiger.

Gegen 600 Familien, Paare und Einzelpersonen haben sich im letzten Jahr an die Sozialberatung der Caritas gewendet. Unter bestimmten Voraussetzungen wird finanzielle Überbrückungshilfe geleistet, aber, so betont Caritas-Stellenleiter Kurt Brand: "Wir legen Wert darauf, dass wir nicht dort einspringen wo die Gemeinde oder Sozialversicherungen leistungspflichtig sind." Doch diese Leistungen würden tendenziell abgebaut, so wurde beispielsweise die Bezugsdauer für die Arbeitslosenversicherung gekürzt. Finanzielle Not sei nur ein Teil der Problematik, weiss die Sozialberatung aus Erfahrung. Viele Armutsbetroffene würden auch an Selbstwertgefühl verlieren, unter Gesundheitsproblemen leiden und sich sozial isolieren.

Mit dem neuen Caritas-Projekt "mit mir!" sollen Familien, die in einem Engpass sind, entlastet werden, wird in der Medienmiteilung weiter berichtet. Freiwillige Patinnen oder Paten unternehmen etwas mit einem Kind aus einer betroffenen Familie während mindestens zwei Halbtagen pro Monat. So profitieren gleichzeitig das Kind und die Eltern. Ein grosses Anliegen bleibt weiterhin die Integration von Fremdsprachigen. Der Integrationskurs "Kompass" fördert die Integration von anerkannten Flüchtlingen, das Gesundheitsprojekt "Feminasana" betreibt Gesundheitsförderung bei Migrantinnen. Die Caritas Aargau bedauert ausdrücklich, dass der Kanton die Integrationsförderung finanziell kaum unterstütze, obwohl der Bedarf gross sei. (16.07.04/ca/mb)


Claudia Bonge neue Kommunikationsbeauftragte
Claudia Bonge hat ihre neue Stelle bereits Mitte Mai angetreten. Sie wurde vom Kirchenrat der Röm.-kath. Landeskirche als Kommunikationsbeauftragte gewählt, wie die Landeskirche in einer Medienmitteilung schreibt. Bonge war zuletzt leitende Kommunikationsbeauftragte in einem international tätigen Schweizer Chemieunternehmen. Sie studierte an der Universität Essen Kommunikationswissenschaften, Germanistik und Marketing und war nach Studienabschluss im Bereich Marketing, Geschäftsführung und Kommunikation tätig. Als Kommunikationsbeauftragte ist Claudia Bonge für die interne und externe Kommunikation zuständig, für die Konzeption und Produktion verschiedener Publikationen sowie für die Beratung und Unterstützung der Landeskirche und ihrer Fachstellen und Gremien in Fragen der Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation. Das Büro befindet sich bei der Röm.-kath. Landeskirche an der Feerstrasse 8 in Aarau, Telefon 062 832 42 79, Mail claudia.bonge@ag.kath.ch. (27.05.04/lk/mb)


CVP-Präsidentin Doris Leuthard: Ein "Wertefundament" muss Grundlage der Politik sein
"Wer geistig nichts zu bieten hat, der kann langfristig politisch nicht überleben." Das sagt Doris Leuthard, Merenschwand, Präsidentin der CVP Schweiz, im NZZ Folio 12/2004. Im Folio-Beitrag "Daran glaube ich" formulieren 12 Persönlichkeiten aus der Schweiz wie Stiller Has, Monica Kissling, Silja Walter, Ueli Maurer oder Moritz Leuenberger ihre persönlichen "Glaubensbekenntnisse". Eine von der CVP erarbeitete Charta bilde das Wertefundament der Partei, das auf Menschenwürde, Freiheit, Verantwortung und Solidarität basiere, präzisiert die Aargauer Politikerin. Sie selber "glaube an den freiheitlichen Menschen mit sozialer Verantwortung, sei es in der Rolle als Bürger, als Vater und Mutter, als Unternehmer". Leider hätten sich Pessimismus, Unsicherheit, Unwille zu Reformen breit gemacht. Wir müssten es schaffen, die Menschen in unserem Land wieder an ihre Chancen glauben zu lassen, an eine sichere Zukunft, an Perspektiven für die Jugend. "Glauben macht selig", so Doris Leuthard, "Glauben und das, woran man glaubt, anpacken und umsetzen macht seliger!". (06.12.2004/mb)


Das Gleichstellungsbüro ist immer noch nötig
Die Fachstelle für Gleichstellung von Frauen und Männern im Aargau soll weitergeführt werden. Das fordert der Vorstand des Aargauischen Katholischen Frauenbundes AKF gegenüber einer SVP-Motion, die das Gleichstellungsbüro abschaffen will. Der AKF unterstützt auch die Kundgebung in Aarau vom kommenden Montag, 8. März, dem internationalen Tag der Frau, wie es in einer Medienmitteilung des Verbandes weiter heisst.

Die rechtliche Gleichstellung sei zwar heute weit gehend verwirklicht. "Leider ist das aber überhaupt keine Garantie dafür, dass dies auch in ökonomischer, sozialer und politischer Hinsicht im Alltag der Fall ist", schreibt der Frauenbund zur Notwendigkeit des Gleichstellungsbüros. Täglich würden Frauen den Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten in Bildung, Löhnen, Führungspositionen, Politik und bei häuslicher Gewalt begegnen. Die Fachstelle für Gleichstellung müsse weiterhin auf vielen Gebieten an Verbesserungen arbeiten. Mit "Familienfreundlicher Aargau" und der Aargauischen Berufsschau in Lenzburg seien im letzten Jahr zwei wichtige Projekte realisiert worden. Daneben berate die Fachstelle den Regierungsrat und kantonale Stellen bei Gesetzeserlassen, erarbeite Informationen für die Öffentlichkeit, führe eine Dokumentationsstelle und berate Frauen und Männer zum Thema Chancengleichheit. Der Fraunbund erläuterte seine Forderung nach der Weiterführung des Gleichstellungsbüros auch in einem Brief an alle Aargauer Grossrätinnen und Grossräte. (04.03.04/akf/mb)


Das Vatikan-Dokument ist gegen das Frauenpriestertum gerichtet
In einem Prisma-Beitrag von Radio kath.ch nimmt Caroline Meier-Machen aus Schneisingen, Vizepräsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SKF), Stellung zum neuen Vatikan-Dokument über die "Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt". Sie formuliert den Verdacht, das Dokument verfolge andere Absichten, als es vorgebe. In der Hauptsache gehe es vermutlich um die Ablehnung der Homosexualität und des Frauenpriestertums. Im Beitrag erläutert Meier-Machen ihre Kritik. Sie würdigt aber auch die vielen positiven Punkte des Schreibens. Ihren Kommentar zum Vatikan-Papier hat sie in einer Stellungnahme (PDF) auch schriftlich festgehalten. Der SKF hat als schweizerischer Dachverband rund 250'000 Mitglieder. Er sieht sich als ein Forum für Frauenfragen und als Sprachrohr von Frauen in der Öffentlichkeit. (04.08.04/sab/mb)


Das verdient eine Auszeichnung mit dem Sozialpreis der Kirchen
Der von den Aargauer Landeskirchen erstmals verliehene Sozialpreis 2004 geht an die beiden Projekte "Hilfestellung bei der Lehrstellensuche" und "Rundum Frucht". Mit dem Sozialpreis werden Unternehmen, Institutionen oder Personen ausgezeichnet, die im Bereich von "Mensch und Arbeit" ein besonderes und innovatives soziales Engagement zeigen. Ausgeschrieben wird der Preis vom ökumenischen Sozialrat im Namen der Aargauer Landeskirchen. Die Laudatio an der Preisverleihung am Bettag in Aarau hielt Josef Rennhard, Mitglied des Sozialrates.

Eingereicht für den diesjährigen Sozialpreis wurden insgesamt 17 Projekte, wie Rennhard ausführte. Dabei waren Vorschläge für gezielte Finanzhilfe an Mütter in schwierigen Situationen, ein Programm zugunsten von Menschen, die von Aids betroffen sind, ein Projekt zur Pflege einer bewusst gestalteten menschlichen Betriebskultur, Vorschläge für neue Arten von Berufslehren insbesondere für Jugendliche, die Mühe haben mit der konventionellen Ausbildung, dabei war auch ein Projekt zur Realisierung finanziell tragbarer Wohnverhältnisse für Lehrlinge und Studierende aus schwierigen familiären Verhältnissen. Einige der Projekte sind bereits auf dem Weg zur Realisierung, andere sind noch in der "gedanklichen Kreativphase".

Das Projekt "Hilfestellung bei der Lehrstellensuche" der Regionalen Jugendarbeit Unteres Aaretal/Kirchspiel mit Daniel Lüscher sei ein Projekt, das "couragiert und konsequent" dazu beitrage, "schulisch schwächeren Jugendlichen zu einer Lehrstelle zu verhelfen und sie damit davor bewahrt, an den Rand der Gesellschaft abgedrängt zu werden", begründete Rennhard die Auszeichnungen mit einem Preis von 15'000 Franken. Das Projekt "Rundum Frucht", von den Kirchen mit 10'000 Franken ausgezeichnet, wurde von Hans und Kathrin Stucki aus Oeschgen realisiert. Das Projekt trage "ideenreich und naturverbunden" dazu bei, "dass Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung vermehrt in die Welt sinnerfüllter Arbeit integriert werden".

In einer Schlussbemerkung nahm Rennhard Stellung zur Frage, "ob Kirchen überhaupt 'politisch wirken' und sich gesellschaftlich engagieren dürfen". Über den Sozialrat haben das die Kirchen im Aargau schon mehrmals gemacht. Mindestens was den Sozialpreis betrifft fand Rennhard sogar in der Bundesverfassung, Artikel 41, Unterstützung für ein gesellschaftspolitisches Engagement der Kirchen. Nähere Auskünfte dazu gäbe es auch in der Bibel, meinte Rennhard, "bei der provokativen Frage 'Wer ist mein Nächster? Wer ist meine Nächste?'". (19.09.2004/mb)


Der Aargau ist in diözesanen Gremien gut vertreten
Mit Verspätung ist eben der Jahresbericht 2003 des Bistums Basel erschienen. Berichtet wird darin aus den Gremien der Bistumsleitung und aus diözesanen Kommissionen und Arbeitsgruppen sowie aus den einzelnen Bistumsregionen. Aus der Kirche im Aargau wird an das Jubiläumsprojekt der Landeskirchen "WasserZeichen 2003" erinnert.

Ersichtlich aus dem Jahresbericht ist auch, dass Personen aus dem Aargau in verschiedenen Gremien und teilweise auch in leitender Funktion tätig sind: Dr. Odo Camponovo, Baden, im Pastoralamt, zugleich Vertreter der Bistumsleitung in verschiedenen Kommissionen, Toni Schmid, Aarau, in der Katechetischen Kommission (Präsident), Matthias Drögsler, Entfelden, in der Liturgischen Kommission (Sekretär). Weitere Mitglieder in diözesanen Gremien: Lukas Amrhyn, Sins, Priesterrat, Hans Peter Bucher, Wettingen, Priesterrat, P. Ilija Saravanja, Aarau, Priesterrat, Thomas Hartmann, Schneisingen, Rat der Diakone und Laientheologen/theologinnen, Barbara Huster-Bloch, Windisch, Rat der Diakone und Laientheologen/theologinnen, Vernerio Braun-Locher, Boniswil Seelsorgerat, Röbi Hug-Muff, Villmergen, Seelsorgerat, Pera Lukic, Aarau, Seelsorgerat, Hanspeter Lichtin-Müller, Rheinfelden, Katechetischen Kommission, Maria Raab, Liturgische Kommission, Dr. Felix Senn, Mägenwil, Kommission für Bildungsfragen der kirchlichen Berufsgruppen, Arlette Marti-Gertiser, Fachkommission Diakonie, Sr. Iniga Affentranger, Gefangenenseelsorgerin Lenzburg, Fachkommission Diakonie, Barbara Kühne-Cavelti, Oberbörberg, Kirchenratspräsidentin, Abgeordnete des Aargaus in der Finanzkommission. Bezug des Jahresberichtes des Bistums Basel: Bischöfliches Ordinariat, Druck und Versand, Baselstrasse 58, Postfach 216, 4501 Solothurn, Telefon 032 625 58 18, Mail versand@bistum-basel.ch. (07.11.2004/mb)


Der Besuchsdienst Königsfelden sucht weitere Interessierte
Roland F. (Name geändert) ist seit 15 Jahren auf einer Langzeitabteilung der Klinik Königsfelden. Sein Kontakt zur Aussenwelt besteht lediglich in den wöchentlichen Treffen mit der freiwilligen Helferin. Mit diesem Beispiel macht der katholische Klinikseelsorger Dr. Fritz Fischer in einer Mitteilung auf den Besuchsdienst in der Klinik Königsfelden aufmerksam. Für den freiwilligen Dienst, der seit über 25 Jahren besteht, werden zur Zeit weitere Freiwillige gesucht. Dank dieses Dienstes erhalten auch Menschen, die über Jahre in der Klinik wohnen, Besuch. Mittlerweile gehören 36 Personen zum Besuchsdienst. Es gibt aber noch mehr Patientinnen und Patienten, die einen regelmässigen Besuch wünschen.

Die freiwilligen Helferinnen und Helfer besuchen in regelmässigen Abständen "ihren" Patienten oder "ihre" Patientin. Wie Fischer in Gesprächen oft hört, werden diese Besuche als Bereicherung und Unterbrechung des Alltags erlebt und bringen beiden Seiten viel Freude. Der Klinikseelsorger macht aber auch auf die besondere Situation aufmerksam. In der psychiatrischen Klinik seien Menschen, die nicht immer dem gängigen, gesellschaftskonformen Bild entsprechen würden, Menschen, die über viele Jahre hospitalisiert seien, Menschen, die, von Verwandten und Kollegen vergessen, keinen Besuch erhalten würden. Zudem sei die Hemmschwelle, jemanden in der psychiatrischen Klinik zu besuchen, grösser als in einem "gewöhnlichen" Spital. Und dann noch etwas: "In Zeiten zunehmender Sparmassnahmen und personeller Mehrbelastung ist eine Einrichtung wie die Klinik Königsfelden umso mehr auf ehrenamtliches Engagement angewiesen."

Die freiwilligen Helferinnen und Helfer werden in einer Supervision in ihrer Aufgabe begleitet und unterstützt. Eine jährliche Vortragsreihe informiert zudem über Krankheitsbilder in der Psychiatrie. Interessierte werden zuerst zu einem Abklärungsgespräch eingeladen und später zu einem ersten Treffen mit "ihrer" Patientin oder "ihrem" Patienten. Erst dann müssen sich die Interessierten entscheiden, ob sie diese Aufgabe übernehmen möchten oder nicht. Als Voraussetzungen genügen Einfühlungsvermögen, Lebenserfahrung und die Freude, jemandem ganz persönlich Zeit zu schenken. Interessierte melden sich über die Hauptnummer der psychiatrischen Klinik Königsfelden, Telefon 056 462 21 11, und verlangen eine für den Besuchsdienst verantwortliche Person . (23.02.04/frf/mb)


Der Sozialrat hat Bedenken gegen Ladenöffnungszeiten bis Mitternacht
Auch im Aargau zeichnet sich eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten ab. Eine entsprechende Vorlage wird zurzeit von einer Kommission des Grossen Rates erarbeitet. Vor allem Kioske und Tankstellenshops sollen an Werktagen wie an Sonntagen bis Mitternacht geöffnet sein können, wird gefordert. Im Auftrag der Kirchenräte hat sich deshalb der Sozialrat der Aargauer Landeskirchen mit der Problematik befasst.

In einer Medienmitteilung formuliert der Sozialrat klare Bedenken gegenüber solchen Forderungen. Das Prinzip "Konsum überall und jederzeit" führe zu einer "fragwürdigen Verschiebung ethischer Werte". Der "gesunde Rhythmus" Werktag/Sonntag und Tag/Nacht gerate zudem für die Angestellten aus dem Gleichgewicht. Wo Väter und insbesondere auch Mütter praktisch rund um die Uhr für die Arbeitgeber verfügbar sein müssen, so wendet der Sozialrat weiter ein, habe das auch Auswirkungen auf das Familienleben und die Kinderbetreuung. Der Sozialrat ist nicht grundsätzlich gegen eine Liberalisierung, aber für die wenigen Fälle, wo sich eine gewisse Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten vertreten lasse, müssten "die Bedingungen für das Personal akzeptabel und sozial gerecht gestaltet werden". Der Sozialrat ist sich bewusst, dass die Entwicklung in diesem Bereich auch "ganz wesentlich vom verantwortungsbewussten Verhalten der Konsumentinnen und Konsumenten abhängt". Wenn die Konsumentinnen und Konsumenten vor allem dort einkaufen, wo ethisch vertretbare Öffnungszeiten und sichere Arbeitsbedingungen herrschten, würden sie dazu beitragen, "ungesunden Entwicklungen den Riegel zu schieben", schreibt der Sozialrat. Der Sozialrat ist ein ökumenisches Beratungsgremium der Römisch-katholischen, der Evangelisch-reformierten und der  Christkatholische Landeskirche im Aargau und befasst sich mit aktuellen sozialen Fragen. (27.04.04/al/mb)


Die "Süd-Projekte" nicht nur finanziell unterstützen
Vom jährlichen Gesamtbeitrag von 200'000 Franken für den Bereich "Mission und Entwicklung" hat der Kirchenrat der Römisch-katholischen Landeskirche Aargau an seiner letzten Sitzung in einer ersten Phase 125'000 Franken an einzelne Projekte verteilt. Mit der finanziellen Unterstützung von Projekten im Süden will sich die Kirche über die eigenen Landesgrenzen hinaus mit benachteiligten Menschen in Ländern der Dritten Welt solidarisch zeigen, wie es in einer Medienmitteilung der Landeskirche heisst.

Das finanzielle Engagement bezieht sich auf fünf grössere Langzeitprojekte und auf verschiedene Einzelprojekte. Langfristig unterstützt werden zurzeit Projekte in Gweru (Zimbawe), Hogar und Chône (Ecuador) sowie in Debrecen-Nyreghàzi (Ungarn). Neu dazugekommen ist ein Beitrag für das Franziskanerinnen-Kloster in Maua (Tanzania). Das Franziskanerinnen-Kloster wurde in den sechziger Jahren von Schwestern des Kapuzinerinnenklosters St. Anna in Luzern gegründet die "Franziscan-Sisters" sind heute vor allem in der Ausbildung von Kindergärtnerinnen und in der Führung eines katechetischen Zentrums tätig. Die unterstützten Einzelprojekte liegen unter anderem im Bereich der Bildungsarbeit, der Alphabetisierung, der Menschenrechte und der Förderung des Gesundheitswesens.

Neben der materiellen Unterstützung ist es der Römisch-katholischen Kirche im Aargau ein Anliegen, vermehrt auch Kontakte herzustellen zwischen den Pfarreien hier und den Menschen in den Regionen der betreffenden Projekte. Der Kirchenrat möchte die Aargauer Pfarreien und auch Privatpersonen insbesondere dazu anregen, sich an einem konkreten Projekt zu beteiligen und die Realisierung mit Interesse zu begleiten. (25.06.04/lk/mb)


Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Aargau will stärker in die Öffentlichkeit treten
Bei einem gemeinsamen Gottesdienst am 14. November in der evangelisch-methodistischen Pauluskirche in Aarau unterzeichnet die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Aargau (AGCK-AG) ihre neuen Statuten. Die Festansprache hält der Bischof der christkatholischen Kirche der Schweiz, Fritz René Müller. Landamann Roland Brogli wird als Vertreter der Aargauer Regierung ein Grusswort an die Kirchen richten. In den Statuten verpflichten sich die beteiligten Kirchen zur ökumenischen Zusammenarbeit. Die Arbeitsgemeinschaft möchte gemeinsame Anliegen künftig stärker auch in der Öffentlichkeit vertreten und Themenabende zu aktuellen Fragen organisieren, wie es in einer Medienmitteilung der Kirchen heisst.

Die Arbeitsgemeinschaft wurde im Januar 1985 in Wildegg gegründet und versteht sich als Regionalgruppe der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen der Schweiz. Sie hat unter anderem folgende Ziele: Das Bewusstsein ökumenischer Verantwortung im Bereich der Verkündigung, der Diakonie und des gesellschaftlichen Handelns fördern, eintreten für eine solidarische Welt, für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, offen zur Sprache bringen, wie konfessionelle Ausdrucksformen von anderen Kirchen empfunden werden, den Dialog mit Menschen jüdischen Glaubens und Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen unterstützen. Mitglieder sind die Evanglisch-reformierte, die Römisch-katholische, die Christkatholische, die Evangelisch-methodistische, die Evangelisch-lutherische, die Anglikanische, die Syrisch-orthodoxe Kirche, die Baptistengemeinde und die Heilsarmee, die Siebenten-Tags-Adventisten sind assoziiertes Mitglied. Die darin angeschlossenen Kirchen vertreten zusammen im Aargau über 400'000 Mitglieder. Die Arbeitsgemeinschaft ist als Verein konstituiert. Jede beteiligte Kirche hat je nach Grösse ein bis zwei Vertreterinnen oder Vertreter. Geleitet wird die Arbeitsgemeinschaft von Robert Amstutz, Würenlingen, Vertreter der anglikanischen Kirche. (12.11.2004/fw/mb)


Die Fachstelle für Schuldenfragen muss aufgestockt werden
Die Zahl der Schuldensanierungen nahm im Aargau rapide zu, schreibt die Fachstelle für Schuldenfragen Aargau FSA in einer Medienmitteilung. Im Jahre 2003 haben sich 520 Hilfesuchende neu an die Fachstelle gewandt. Ab 1. September 2004 sollen deshalb die Stellenprozente von 180 auf 230 aufgestockt werden. Neu ist zudem, dass vom 1. Januar 2005 bis vorerst zum 30. Juni 2006 auch Personen aus dem Kanton Solothurn bei der Schuldensanierung von der Aargauer Fachstelle unterstützt werden. Zur Finanzierung der erweiterten Dienstleistung wurde eine Leistungsvereinbarung mit dem Solothurnischen Verein für Schuldensanierung erstellt. Die Grundfinanzierung der Stelle für die Jahre 2004 bis 2006 wurde vom Staat, den Kirchen und der Caritas Aargau bereits zugesichert oder erneut in Aussicht gestellt.

Der Verein hat zur Zeit 173 Mitglieder. Neben einzelnen Organisationen sind das vor allem politische Gemeinden im Aargau, die so die Dienstleistungen der Fachstelle zu günstigen Bedingungen beanspruchen können. Neben Gemeinden und Organisationen können sich auch Einzelne an die Fachstelle wenden. Geschäftsführende Organisation ist die Caritas Aargau, die personelle Aufgaben übernimmt und die nötige Infrastruktur zur Verfügung stellt. Das Büro der Fachstelle befindet sich an der Laurenzenvorstadt 90 in Aarau und ist jeweils von 8.30 bis 12.00 Uhr unter Telefon 062 822 82 11 erreichbar. Ausführliche Informationen zur Beratung und zu Schuldenfragen sind auf der Website der Fachstelle www.ag.schulden.ch zu finden. (07.07.04/fsa/mb)


Die Gründerin der Menzinger Schwestern kam aus dem Aargau
Mit der Sonderausstellung "Der steinige Weg einer aussergewöhnlichen Frau" erinnert Fislisbach an Maria Anna Heimgartner (1822-1863), die spätere "Mutter Bernarda" und Gründerin der Menzinger Schwestern. Vor 160 Jahren, im Oktober 1844, trafen drei junge Frauen aus dem Aargau in Menzingen ein, eine von ihnen war Maria Anna Heimgartner aus Fislisbach. Ihr Auftrag war, hier als Lehrerinnen zu wirken. Vier Jahre zuvor hatten die drei Frauen im Kapuzinerinnenkloster in Baden ihre Ausbildung begonnen. Durch die Aufhebung der Klöster im Aargau wurden sie 1841 ins benachbarte Ausland vertrieben, 1843 konnten sie im Elsass ihre Lehrerinnenausbildung abschliessen. Nach Menzingen verschlug es sie, weil der dortige Pfarrer eine Mädchenschule eröffnen wollte.

Damals konnte niemand ahnen, dass aus den bescheidenen Anfängen eine weltweit tätige Ordensgemeinschaft entstehen sollte, die "Schwestern vom Heiligen Kreuz". Die Mitbegründerin Maria Anna Heimgartner nahm den Ordensnamen "Bernarda" an und war die erste Oberin und Frau Mutter der Gemeinschaft. Die Schwestergemeinschaft von Menzingen zählt heute weltweit noch über 2000 Frauen. Die drei Frauen aus dem Aargau wurden auch zu Gründerinnen eines der ersten Lehrerinnenseminare in der Schweiz und damit zu Pionierinnen für die Bildung und Emanzipation der Frauen.

Die Kirchgemeinde und die politische Gemeinde ehren "ihre" Mutter Bernarda Heimgartner im Jubiläumsjahr mit verschiedenen Anlässen, in denen auch die Beziehung zum Kloster in Menzingen gepflegt wird. Die Sonderausstellung "Der steinige Weg einer aussergewöhnlichen Frau" wird am 7. März im Kulturzentrum Fislisbach eröffnet und bis zum 2. Januar 2005 gezeigt. Das Veranstaltungsprogramm ist beim Pfarramt Fislisbach erhältich, Telefon 056 493 10 11. (03.03.04/bin/mb)


Die Klosterkirche Muri hat in der Krypta wieder Reliquien
Sigismund stehe als Vorbild da, weil er gezeigt habe, dass es nie zu spät sei, einen Fehler einzusehen. Das sagte Abt Martin Werlen am Festgottessdienst vom 2. Mai in Muri. Anlass des Festgottesdienstes war die Überführung der Reliquien der beiden Heiligen Sigismund und Regula in die frisch renovierte Krypta der Klosterkirche Muri durch den Abt von Einsiedeln. Die beiden Heiligen stehen in engem Zusammenhang mit der Abtei St. Maurice im Wallis. Der Heilige Sigismund liess seinen Sohn aus erster Ehe töten. Der burgundische König, der sich zum katholischen Glauben bekehrt hatte, sah aber sein Unrecht ein und ging ins Kloster St. Maurice, um dort Busse zu tun. Er beschenkte das Kloster reich. 524 wurde Sigismund und seine Familie auf Anordnung des fränkischen Königs Chlodomir ertränkt. Die heilige Regula gehörte gemäss der Überlieferung der Thebäischen Legion an und erlitt gemeinsam mit ihrem Bruder Felix um 302 in Zürich den Märtyrertod.

Das Benediktinerkloster Muri wurde im Jahre 1027 durch Ita von Lothringen und Graf Radebot von Habsburg gegründet. Während des Kulturkampfes hob der Kanton Aargau 1841 das Kloster auf. Die Mönche mussten den Ort verlassen. Sie gründeten in die Nähe von Bozen im Südtirol das Kloster Muri-Gries. Bereits vor rund 1'000 Jahren hatten Mönche aus dem Kloster Einsiedeln Reliquien nach Muri gebracht. Diese verschwanden jedoch im Lauf der Geschichte. Mit der Überführung der neuen Reliquien sei "ein kleiner Kreis der Geschichte" geschlossen worden, kommentierte Martin Egli, Präsident der Vereinigung Freunde der Klosterkirche und Präsident der Kirchenpflege Muri, die Erneuerung des Reliquienschatzes. (05.05.04/kipa/mb)


Die Traktanden der Synode-Sitzung vom 2. Juni in Aarau
Neben den üblichen Traktanden stehen an der Frühjahrs-Synodesitzung der Römisch-katholischen Landeskirche die Revision des Organisationsstatutes und eine Vorlage zur Anderssprachigen-Seelsorge zur Diskussion. Die Sitzung vom Mittwoch, 2. Juni im Grossratssaal in Aarau, beginnt um 13.30 Uhr. Die Traktanden:

  1. Validierung von Ersatzwahlen in die Synode
  2. Protokoll der Synode-Sitzung vom 5. November 2003
  3. Mitteilungen des Kirchenrats
  4. Jahresbericht 2003 des Kirchenrats
  5. Jahresrechnung 2003
  6. Revision des Organisationsstatuts der Röm.-kath. Landeskirche des Kantons Aargau
    (Dokumentation: Bericht und Antrag RTF - Synopse PDF 61 KB)
  7. Vorlage des Kirchenrats vom 28.04.04 betreffend Revision Verordnung über den Finanzausgleich
    (Dokumentation: Bericht und Antrag RTF - Synopse PDF / 92 KB - Finanzausgleichsmodell PDF / 78 KB - Berechnung der Finanzausgleichsbeträge  PDF / 61 KB)
  8. Vorlage des Kirchenrats vom 28. April 2004 zur Seelsorge für Anderssprachige
    (Dokumentation: Bericht und Antrag RTF - Pastorale Leitlinien PDF / 161 KB-  Umsetzung der Leitlinien PDF / 93 KB)
  9. Vorlage des Kirchenrats vom 24. März 2004 betreffend Sitzungsgeld Synode
    (Dokumentation:  Bericht und Antrag RTF)
  10. Verschiedenes

Die Synode-Sitzung ist öffentlich und kann von Interessierten von der Zuschauertribüne des Grossratssaales aus mitverfolgt werden. (21.05.04/lk/mb)


Die Traktanden der Synode vom 3. November 2004 in Aarau

  1. Validierung von Ersatzwahlen in die Synode
  2. Protokoll der Synode-Sitzung vom 2. Juni 2004
  3. Mitteilungen des Kirchenrates
  4. Vorlage des Kirchenrates betr. Ziel- und Leistungsvereinbarung 2005-2006 mit der Caritas Aargau (Bericht und Antrag, PDF 160 KB)
  5. Vorlage des Kirchenrats zur "Wirkungsorientierten Pastoral - WOP" (Bericht und Antrag, PDF 89 KB))
  6. Fondsreglemente - Finanzausgleich (Bericht und Antrag, PDF 83 KB))
  7. Voranschlag 2005
  8. Bauabrechnung Propstei Wislikofen
  9. Bauabrechnung Feerstrasse 8, Aarau
  10. Verschiedenes


Die Synode-Sitzung im Grossratssaal in Aarau, Beginn um 13.30 Uhr, ist öffentlich und kann von Interessierten von der Zuschauertribüne des Grossratssaales aus mitverfolgt werden. (20.10.2004/lk/mb)


Diesmal treffen sie sich im Aargau
Die ehemaligen Mitglieder der Römisch-katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) organisieren jedes Jahr eine Zusammenkunft für den gegenseitigen Austausch, verbunden mit einem kulturellen Programm. In diesem Jahr findet das Treffen im Aargau statt, und zwar am 10. September, wie die Aargauer Landeskirche in einer Medienmitteilung bekannt gibt. Die RKZ, ein Zusammenschluss der kantonalkirchlichen Organisationen der Schweiz, fördert den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit in der Schweizer Kirche. Diesen Austausch möchten die ehemaligen RKZ-Mitglieder mit einem jährlichen Treffen weiterführen. In diesem Jahr wird eine Führung durch das Kloster Wettingen angeboten mit anschliessendem Orgelspiel in der Klosterkirche. Das gemeinsame Mittagessen im Bäderquartier in Baden gibt Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen. Eine Delegation der Aargauer Landeskirche wird die ehemaligen Mitglieder im Aargau willkommen heissen. (08.09.2004/lka/mb)


Doris Leuthard: Ich bin katholisch und stehe dazu
"Ich bin aber auch christlich", ergänzte die CVP-Interimsprädidentin Doris Leuthard schnell ihre Aussage in einem Gespräch mit Radio kath.ch. Es ging zwar nur am Schluss des Gespräches um CVP und Kirche, Hauptthema war das Fastenopfer. Die vermutlich künftige CVP-Präsidentin ist ist auch Präsidentin des "Stiftungsforums" des Fastenopfers, einer Art "Think Tank".

Anlässlich der diesjährigen Bilanzmedienkonferenz des Fastenopfers in Luzern referierte die Aargauer Nationalrätin über die "Millenniums-Ziele" der Uno. Sie forderte dabei, dass bei der Entwicklungszusammenarbeit nicht gespart werden dürfe, im Gegenteil, sie müsse ausgebaut werden. Nur so könnten Bundesrat und Parlament ihre Zusage auch einhalten, einen Beitrag zur Halbierung der weltweiten Armut leisten zu wollen, sagte Leuthard an der Medienkonferenz. Im Gespräch von Radio kath.ch gab sie Auskunft über über die Aufgaben und die Mitglieder des Stiftungsforums. Ob sie nach der Wahl zur CVP-Präsidentin das Präsidium beim Stiftungsforum weiterführt, ist für sie zur Zeit noch offen. In diesem Zusammenhang waren natürlich Fragen nach der Auseinandersetzung zwischen der CVP und Bischof Kurt Koch, der vor einigen Wochen seine persönlichen Erwartungen an eine C-Partei formuliert und damit heftige Reaktionen bei der CVP ausgelöst hatte, unumgänglich. (02.07.04/mb)


Eine Bruggerin ist Gastgeberin des Papstes in Bern
Schwester Elia Marty, in Brugg aufgewachsen, ehemalige Krankenpflegerin und heute Ingenbohler-Schwester, wird Papst Johannes Paul II. anlässlich des nationalen Jugendtreffens vom 5./6. Juni in Bern beherbergen. Das berichtet die Neue Zürcher Zeitung vom 2. Mai 2004. Der Papst wird im Alters- und Pflegeheim "Viktoria" in Bern übernachten. Das Haus neben dem Berner Kursaal, gebaut im Jugendstil, ist rollstuhlgängig, und zudem übernachtet der Papst gerne in Häusern von Ordensgemeinschaften. Für die engen Begleiter des Papstes werden auch einige Gästezimmer des Hauses belegt sein. So gehören auch zwei Ärzte zur Begleitung sowie die Besatzung des Papamobils, weiss die Zeitung weiter zu berichten.

Als das Altersheim noch von den Ingenbohler Schwestern geführt wurde, war Schwester Elia die Leiterin des "Viktoria". Heute machen die Schwestern selber einen Grossteil der Bewohnerinnen des Hauses aus. Die ehemalige Krankenschwester aus Brugg ist Oberin der Schwesterngemeinschaft im "Victoria" und Mitglied der dreiköpfigen Heimleitung. Schwester Elia achtet zwar das Amt des Papstes, wie sie selber sagt, ist aber kritisch gegenüber der römischen Kurie und sieht sich selber eher "auf der Linie Hans Küngs". Wenn sie mit dem Papst ins Gespräch komme, so gibt sie dem Journalisten der Zeitung zu Protokoll, dann bringe sie ein Anliegen vor: "Ich würde den Papst bitten, künftig doch die Weihe verheirateter Männer zuzulassen." (02.05.04/nzz/mb)


Einsetzung der neuen Regionalleitung
In Aarau wird am 26. August die Leitung der neuen Bistumsregion St. Urs eingesetzt. Die Region umfasst die Kantone Basel-Stadt, Basel-Land und Aargau und ist Ergebnis der Neustrukturierung des Bistums Basel. Die Regionalleitung, die ihre Arbeit bereits amف. Juli in ihrem Büro in Liestal aufgenommen hat, ist Verbindungsglied zwischen der Kirche am Ort und der Bistumsleitung. Als Mitglieder der Regionalleitung werden eingesetzt Erich Häring, Bischofsvikar, Sibylle Hardegger, Regionalverantwortliche, und Kurt Adler, Regionalverantwortlicher. Die Einsetzungsfeier findet um 18 Uhr in der Kirche St. Peter und Paul statt. In einem Grusswort lädt Bischof Kurt Koch alle Gläubigen der drei Kantone zur Feier ein. "Nach langen Jahren der Beratung und Planung vertrauen wir jetzt auf das Gelingen dieses für unser Bistum Basel bedeutsamen pastoralen Projektes", schreibt der Bischof in seinem Grusswort an die Gläubigen der Region St. Urs. In diesen Tagen werden auch die Verantwortlichen der beiden anderen Regionen St. Verena (Bern/Jura/Solothurn) und St. Viktor (Luzern/Schaffhausen/Thurgau/Zug) eingesetzt. (16.08.04/mb)


Erstmals eine Priesterweihe in Wohlen
Unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung von Wohlen und Umgebung wurde Diakon Markus Fellmann am Sonntag, 13. Juni, in der Pfarrkirche St. Leonhard von Diözesanbischof Kurt Koch zum Priester geweiht. Es ist das erste Mal, dass in Wohlen eine Priesterweihe stattfindet. Fellmann ist seit 2002 in der Pfarrei als Diakon und Pastoralassistent tätig.

Bischof Kurt Koch setzte seine Predigt unter das Motto "Priesterlicher Dienst in der Freude Jesu Christi". Einen Neupriester zu erhalten, betonte der Bischof in seiner Predigt, sei ein Geschenk und ein Grund zur Freude für das Bistum und für die Pfarrei. "Gewiss muss unsere Freude realistisch bleiben. Denn was ist für unser so grosses Bistum die Weihe eines Priesters in diesem Jahr?" Je kleiner die Zahl der Priester werde, umso grösser dürfe die Freude sein, "vor allem die Freude darüber, dass ein junger Mensch den Mut hat, in der Öffentlichkeit sein Ja zum Priestertum zu sagen". Für Aussenstehende wirke es komisch und paradox, aber es sei leider tatsächlich weithin so: "Es braucht heute selbst in der Kirche Mut, Priester zu werden." (14.06.04/he/mb)


Feier zum 85. Geburtstag von Silja Walter
"Immer wieder klopft sie provokativ mit ihrem Finger an die Wände von Mauern, Begriffen und Vorstellungen, bis diese einen Sprung bekommen und eine neue Wirklichkeit sich einen Spalt breit auftut." So beschreibt Ulrike Wolitz, Herausgeberin der Silja Walter Gesamtausgabe, die schriftstellerische Arbeit von Silja Walter. "Alle Zeit wird gebündelt auf das, was im Kloster das Wichtigste ist: die Gottesfrage", schreibt Wolitz im Solothurner "Kirchenblatt" vom 18. April 2004 weiter. Anlässlich des 85. Geburtstages der Schriftstellerin, die als Schwester M. Hedwig Walter im Benediktinerinnenkloster Fahr bei Unterengstringen lebt, findet am Freitag, 23. April um 17 Uhr im Kloster Fahr eine kleine liturgische Feier statt. Anschliessend wird bei einem Apéro ihr neuestes Buch "Das Herz betet von selbst" vorgestellt. Von dem auf 10 Bände geplanten und neu herausgegebenen literarischen Lebenswerk sind im Paulusverlag bisher 8 Bände erschienen. Das an der Feier präsentierte neue Buch gibt eine Art "kontemplative Zusammenschau ihrer Erfahrungen als Nonne". (20.04.04/mb)


Flüchtlingstag: Möglichkeiten zu Begegnungen
Im Aargau werden zum Flüchtlingstag vom 19./20 Juni über 25 verschiedene einladende Anlässe  angeboten. Das Motto des Flüchtlingstages lautet "Fremde Herkunft - Gemeinsame Zukunft". Die auf schweizerischer Ebene federführende Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) schreibt in einer Erklärung dazu, dass viele Flüchtlinge nie mehr in ihr Heimatland zurückkehren könnten, sie müssten sich eine neue Existenz in der Fremde aufbauen. Andere Flüchtlinge könnten nach einiger Zeit wieder in die Heimat zurückkehren. Für sie sei es wichtig, sich Kompetenzen und Fähigkeiten anzueignen, um nach der Rückkehr beim Aufbau ihres Landes mithelfen zu können. Für die Schweizerische Flüchtlingshilfe ist deshalb Integration ein Thema, das in die breite Bevölkerung hineingetragen werden soll. Das Erlernen der Sprachen und die Anpassung an die jeweilige Kultur sei nur ein Teil des Integrationsprozesses. Sich integrieren heisse auch, sich mit dem Fremden auseinander zu setzen, das Unbekannte zu akzeptieren, schreibt die Flüchtlingshilfe weiter. Das gehe sowohl die Flüchtlinge wie auch die Schweizerinnen und Schweizern an. "Zusammen arbeiten, zusammen lernen, zusammen spielen und gemeinsam feiern bilden vier Pfeiler der Gemeinschaft aller in der Schweiz lebenden Menschen."

Die über den ganzen Kanton Aargau verteilten Angebote, durchgeführt von Freiwilligen, wollen ein Beitrag zu dieser Integration leisten. Eine besondere Aktion der Solidarität ist, dass in Brugg die Stadtkirche und die katholische Kirche wie viele andere wichtige Gebäude in der Schweiz (u. a. das Berner Münster) in der Nacht blau beleuchtet werden - Blau ist die der Farbe des Flüchtlingshochkommissariates der UNO. Koordiniert werden die Angebote im Aargau von Urs Fischer, Leiter der Abteilung "Flüchtlingsdienst" der Caritas Aargau. (18.06.04/uf/mb)


Frauenbund gegen Aufhebung des bisherigen Ladenschlussgesetzes
Der Vorstand des Aargauischen Katholischen Frauenbundes AKF lehnt die Aufhebung des bisherigen Ladenschlussgesetzes ab, ebenso die Bevorzugung der Tankstellenshops. Die Sonntagsruhe ist dem AKF ein grosses Anliegen, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Auch der Schutz der Arbeitnehmenden im Arbeitsgesetz sollte durch eine vollständige Liberalisierung nicht gefährdet werden. Der Verlust von Arbeitsplätzen bei Tankstellenshops sei kein stichhaltiges Argument, vermutlich würden durch diese Konkurrenz Angestellte in anderen Verkaufsgeschäften ihre Stelle verlieren. (26.10.2004/akf/mb)


Für den Frauenbund ist das geplante Pflegegesetz ungenügend
Die Senkung des Pflegebettbedarfs könne nur durch den Ausbau der Spitex erreicht werden. Im geplanten neuen Pflegegesetz würden aber Angaben zur Förderung der Spitex und zum Mindestangebot der Spitex fehlen. Ebenso würden weitere wesentliche Elemente fehlen wie etwa die Pflege von jungen Leuten, die Kinderspitex oder genauere Ausführungen zur konzeptionellen Gleichstellung aller Heime. Diese Vorbehalte bringt der Vorstand des Aargauischen Katholischen Frauenbundes AKF in einer Medienmitteilung zur Vernehmlassung über das neue Pflegegesetz vor.

Der AKF-Vorstand begrüsst es aber, dass das Thema der Langzeitpflege und der Betreuung im Alter angepackt wird, nur stellt er in seiner Kritik fest, dass das Gesetz "den hohen Ansprüchen nicht genügt". Besonders störend sei, "dass sich der Kanton einerseits aus der finanziellen Verantwortung stehlen will, den Gemeinden aber anderseits wenig Mitbestimmung gibt". Zudem werde kaum Rücksicht auf Bestehendes genommen, sei es bei der Regionenbildung oder bei den bisherigen Beratungsstellen. Der AKF kann deshalb den Entwurf zum neuen Pflegegesetz nicht akzeptieren, wie er in seiner Stellungnahme schreibt, und erwartet deshalb eine bessere, überarbeitete Vorlage. Das Pflegegesetz gehört zum Gesamtprojekt "Spitallandschaft Aargau" und formuliert die rechtlichen Grundlagen für den Bereich der Langzeitpflege (Pflegeheimkonzeption, Aufgabenteilung Kanton/Gemeinden, Finanzierung der Langzeitpflege, Pflege und Betreuung im Alter). Vom 24. Februar bis 23. April stand der Entwurf des neuen Gesetzes in der Vernehmlassung. (23.04.04/mb)


Gehörlose haben den Theologiekurs für Hörende erfolgreich abgeschlossen
"Geht das, eine relativ abstrakte theologische Fachsprache in Gebärdensprache zu übersetzen?" Das fragte sich Dr. Felix Senn, Studienleiter des Zürcher Theologiekurses für Laien. Linda Lochmann und Gian Reto Janki, zwei Gehörlose, die in der Gehörlosenseelsorge Zürich und Aargau tätig sind, haben den Versuch gewagt und den vierjährigen und recht anspruchvollen berufsbegleitenden Theologiekurs besucht.

Die Teilnahme der beiden sei eine Herausforderung gewesen, meint Studienleiter Felix Senn rückblickend, und von Anfang an "so spannend". Die beiden haben den Kurs nun erfolgreich abgeschlossen und müssen nur noch die nötigen Diplomarbeiten schreiben. In der November-Nummer "der Baum", der Zeitschrift für Gehörlose in den Kantonen Zürich und Aargau, berichten sie über ihre Erfahrungen und die Motivation. Gian Reto Janki ist in der ökumenischen Jugendarbeit für Gehörlose tätig und kann nun Jugendliche bei Glaubens- und Problemfragen besser unterstützen. Linda Lochmann ist Katechetin für Gehörlose. Sie möchte später als Pastoralassistentin weiter in der Gehörlosenseelsorge arbeiten. Sie schätze die kirchliche Arbeit und die Kontakte mit Menschen, die sich mit Glaubens- und Lebensfragen befassen, schreibt sie über ihre Erfahrungen. Zu ihren Lieblingsfächern am Kurs zählten Kirchengeschichte, Altes und Neues Testament und Liturgiewissenschaft. Beide sind froh, den vierjährigen Kurs trotz Schwierigkeiten und Grenzen der Verständigung gut geschafft zu haben. Auch für die übrigen und normal hörenden Teilnehmenden war die Begegnung mit den beiden Gehörlosen eine Bereicherung. Senn bezeichnet das "Experiment" als gelungen und würde es ohne weiteres wieder machen. Besonders beeindruckt haben ihn die Übersetzerinnen, "die in einem unheimlichen Tempo die theoretischen Überlegungen in Gebärdensprache umsetzen mussten". Das seien hochqualifizierte Fachleute gewesen. Der Studienleiter bedauert, dass durch die finanziellen Kürzungen im Sozialbereich neuerdings auch die Finanzierung von Übersetzungen in solchen Ausbildungen gefährdet sei. (27.11.2004/mb)


Grosse Solidarität mit den Spaniern und den Terroropfern in Madrid gespürt
Moisés Palmeiro ist sehr beeindruckt von der Solidarität, die er bei den verschiedenen Kundgebungen in der Schweiz zum Terroranschlag von Madrid gespürt hat. Palmeiro ist katholischer Spanierseelsorger in der Region Baden. Im ganzen Kanton Aargau leben rund 2'600 Spanierinnen und Spanier katholischer Konfession. Sie werden von den beiden Seelsorgern Moisés Palmeiro von der Spanier-Mission in Baden und Luis Miguel Menes von der Spanier-Mission in Aarau betreut.

In einem Gespräch mit der Aargauer Zeitung/Mittelland Zeitung vom 15. März schildert Palmeiro, wie die Spanier im Aargau auf den Terroranschlag reagiert haben. Die Leute seien sehr betroffen gewesen. "Besonders betroffen waren wir davon, dass fast alle Opfer Arbeiter waren, dass unter den Opfern auch viele Immigranten gezählt wurden." Die hier lebenden Spanier seien ja auch Immigranten und oft Arbeiter. Palmeiro selber hat viele Angehörige in Madrid, mit denen er sofort Kontakt aufgenommen habe. "Ein Neffe fuhr just an diesem Tag eine Stunde früher als gewohnt auf einer der Zugstrecken, auf der kurz darauf die Bomben explodierten", erzählt er im Zeitungsgespräch. In den Sonntagsgottesdiensten für Spanier in Aarau und Baden wurde der Opfer in Madrid gedacht. Er sei beeindruckt gewesen von den vielen Leuten, die zu den Gottesdiensten für Spanischsprechende gekommen seien. Und er ergänzt dann: "Was mich sehr bewegt hat, sind E-Mails, in denen Nichtspanier ihre Solidarität mit uns äussern." (15.03.04/lfk/mb)


Grosses Bedürfnis nach Beratung bei sozialen Problemen
Von Armut betroffene Menschen haben ein grosses Bedürfnis nach unabhängiger Information und Beratung. Sie suchen Auskunft über ihre Rechte, ihre Pflichten und ihre Möglichkeiten. Das zeigt die Auswertung des Sozialhilfetelefons SOTEL, wie die Caritas Aargau in einer Medienmitteilung schreibt. Trotzdem wurde das Sozialhilfetelefon auf Ende 2003 eingestellt. Betrieben wurde es von den beiden Hilfswerken Caritas Aargau und Heks. Die Fragen, die am Telefon vorgebracht wurden, reichen von der Berechnung der Sozialhilfe über Elternschaftsbeihilfen, der Verbilligung der Krankenkassenprämien und der Unterstützungspflicht für Verwandte bis zur Rückerstattung von Sozialhilfe. Das Sozialhilfetelefon war ein Jahr lang in Betrieb. Eingestellt wurde es mangels Finanzen und wegen des grossen Werbeaufwandes für die Bekanntmachung der Nummer. Die telefonische Sozialberatung wird in anderer Form weitergeführt, nämlich integriert in den Dienst der Caritas Aargau. Betroffene können sich von Montag bis Donnerstag zwischen 8.30 und 12 Uhr unter Telefon 062 822 90 10 an die Caritas Aargau wenden. (02.02.04/cag/mb)


Gute Erfahrungen bei interreligiösen Begegnungen
Max Heimgartner, reformierter Pfarrer, früher Leiter der Fachstelle OeME der reformierten Landeskirche des Kantons Aargau, ist auch nach seiner Pensionierung an ökumenischen und interreligiösen Begegnungen interessiert. Er ist Präsident des Aargauer Interreligiösen Arbeitskreises AIRAK. Seine ersten interreligiösen Kontakte gehen in die 90er Jahre zurück. Am "Interkulturellen Stammtisch" in Buchs berichtete er über seine Erfahrungen.

Bei seiner Tätigkeit als Pfarrer in Gelterkinden wurde er erstmals mit Kontakten zu anderen Religionen konfrontiert, als in der Kirchgemeinde ein Treffpunkt für Asyl Suchende eingerichtet wurde, erinnerte sich Heimgartner. Später in Aarau begann er, nach Überwindung anfänglicher Hemmungen, die Gebetsräume anderer Religionsgemeinschaften zu besuchen und kam mit den dortigen Gläubigen ins Gespräch. So lernte er in Aarau zunächst den türkisch-islamische Verein und den tamilischen Hinduverein kennen. "Ich staunte, mit welcher Hingabe Muslime sich am Sonntag beim schönsten Spazierwetter zum Gebet einfanden", schilderte er seine ersten Eindrücke. "Am Freitagabend erlebte ich an der Puja der tamilischen Hindu eine völlig fremde Kultur mit ihren Düften und Lichtern, Musik und Bildern." Später kam er in Kontakt mit der Bahà'i-Gemeinde, mit türkisch-islamischen Gemeinschaften in Neuenhof, in Bremgarten/Wohlen und anderswo sowie mit der bosnischen Gemeinschaft im Aargau. Auch zu den Juden entstanden Kontakte, weniger häufig als zu den Muslimen und Hindus, dafür hätte es hier keine Sprachprobleme gegeben. Schon mehrmals wurde der reformierte Pfarrer zum Neujahrsfest der buddhistischen Kambodschaner eingeladen.

In einer Bilanz zu seinen Begegnungen meinte Heimgartner, die Leute würden sich meistens freuen, wenn man auf sie zukomme, selber würden sie sich aber eher selten "an uns" wenden. Dass Glaubensgespräche mit Andersgläubigen eher selten seien, könne damit zu tun haben, dass Glaubensgespräche leider auch unter Christen selten seien. Heimgartner ermunterte alle, selber die Initiative zu ergreifen, die eigenen Hemmungen zu überwinden und auf die Menschen anderer Religionen zuzugehen. Der "Interkulturelle Stammtisch" ist eine solche Möglichkeit. Auf Einladung von Urs Fischer, Leiter der Abteilung Flüchtlingshilfe bei der Caritas Aargau, treffen sich hier "Einheimische" und Menschen aus anderen Kulturen und Religionen, um miteinander ins Gespräch zu kommen. (04.09.2004/mb)


In Bremgarten wurde das "Bullinger-Jahr" eröffnet
Das Städtchen Bremgarten hat am 16. Mai dem Reformator Heinrich Bullinger anlässlich dessen 500. Geburtstag eine Strasse gewidmet. Stadtammann Peter Hausherr nahm an einem festlichen Akt die Neubenennung des Weges zwischen Obertor und Katzentor in "Bullingerrain" vor. Vor drei Jahren hatte die reformierte Kirchgemeinde den Antrag gestellt, eine Strasse nach dem ausserhalb der Schweiz bekanntesten Bürger Bremgartens zu benennen. Warum wurde gerade dieser Weg nach Bullinger benannt? Diesen Weg hatte Zwingli 1531 nach einem Besuch bei Bullinger in Bremgarten für seine heimliche Flucht nach Zürich gewählt, um einem Überfall der Katholiken aus dem Weg zu gehen.

Als Festredner würdigte Nationalrat Ulrich Siegrist mit viel Hintergrundwissen die grossen Leistungen Heinrich Bullingers während seines vierzigjährigen Wirkens als Vorsteher der Zürcher Reformierten. Bullingers Wirken begann im Kloster Kappel am Albis, wo er die Mönche mit seinen Predigten über den neuen Glauben so nachhaltig überzeugte, dass innerhalb von zwei Jahren alle Kappeler Mönche geheiratet haben. Vom Schicksal Zwinglis hatte er gelernt, so Siegrist in seinen Ausführungen, dass die Reformation nicht mit Gewalt, sondern nur mit geistiger Überzeugung durchgesetzt werden dürfe. Er war ein Mann des Konsenses und des Ausgleichs. Damit überwand er viele Gräben, schlichtete Streitigkeiten zwischen calvinisten, lutherischen und reformierten Kirchen – damit werde man aber selten berühmt, meinte Siegrist. Bullinger war nicht nur Lehrer sondern auch ein Fürsorger, der sich für die armen und kranken Menschen, vor allem die vielen Pestkranken seiner Zeit einsetzte. Dabei erkrankte er selbst an der Pest, wurde aber wieder gesund. Es ging ihm um eine gelebte und angewandte christliche Ethik, die allen zugute kommt, nicht nur den Starken. - Mit diesem Anlass in Bremgarten wurde das Bullinger-Jubiläum im Aargau eröffnet. Die verschiedenen Anlässe sind zu finden unter www.bullinger500.ch . (17.05.04/ria/mb)


Seit sechs Monaten Priorin des Klosters Fahr
Die 38-jährige Schwester Irene Gassmann ist eine der jüngsten Schwestern und seit einem halben Jahr auch Vorsteherin, Priorin des Benediktinerinnenklosters Fahr bei Unterengstringen. Aufgewachsen im luzernischen Dagmersellen, trat sie bereits als 21-Jährige ins Kloster ein. Zusammen mit 31 Schwestern lebt sie dort in der Benediktinerinnengemeisnchaft und verlässt das Kloster nur in Ausnahmefällen. Eine erste Bilanz mit der neuen "Managerin hinter Klostermauern", mit der Priorin Irene war im Regionaljournal Aargau/Solothurn von Radi DRS am 6. Februar zu hören, über Internet weiterhin abrufbar auf der Seite des Regionaljournals von Radio DRS. (09.02.04/drs/mb)


Kurt Adler in der neuen Regionalleitung des Bistums
Für die neu geschaffene Bistumsregion Aargau/Basel-Land/Basel-Stadt hat Bischof Kurt Koch mit Kurt Adler-Sacher nun das dritte Mitglied des Leitungsgremiums ernannt. Kurt Adler, 1959 in Rheinfelden/Baden geboren, war bisher in verschiedenen kirchlichen Bereichen tätig. Von 1992 bis 2000 leitete er die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der röm.-kath. Landeskirche Aargau. Seit August 2002 war er Mitarbeiter im Regionaldekanat der Bistumsregion Aargau.

Mit der Neustrukturierung des Bistums Basel auf den 1. Juli 2004 wird die Bistumsregion Aargau aufgehoben. Zusammen mit Basel-Stadt und Basel-Land bildet der Aargau eine der drei neuen Grossregionen des Bistums, die "Region St. Urs", so genannt nach einem der drei Bistumspatrone. Die Regionalleitung ist ein Bindeglied zwischen der Bistumsleitung und der Seelsorge am Ort. Die neue Regionalleitung ist mit der Ernennung von Kurt Adler als Regionalverantwortlicher nun vollständig. Die beiden anderen Mitglieder wurden bereits früher ernannt: Dr. Erich Häring, Bischofsvikar, und Sibylle Hardegger, Regionalverantwortliche. Die feierliche Einsetzung der Regionalleitung findet am Donnerstag, 26. August um 18 Uhr in der Kirche Peter und Paul in Aarau statt. (27.05.04/he/mb)


Leo Karrer zur Situation der Kirche in der Deutschschweiz
Im Vorfeld der im Raum Baden/Wettingen für 2005 geplanten Veranstaltung "Perspektiven im Bistum Basel" schilderte der Freiburger Pastoraltheologe Leo Karrer in einem Referat im "Roten Turm" in Baden das aktuelle Befinden der Kirche in der Deutschschweiz. Anschaulich zeichnete er die Entwicklung der Kirche Schweiz seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil nach. Der einsetzende Säkularisierungsprozess und das damit verbundene Unsicherheitsgefühl unter Katholiken nahmen dabei einen zentralen Punkt ein.

Die kirchliche Gegenwart sah der in Würenlos aufgewachsene Pastoraltheologe in eher düsteren Farben. Ob "Luzerner Erklärung", Ermüdungserscheinungen in der kritischen Kirchenbasis oder Themen wie Pflichtzölibat - die Kirche in der Schweiz und insbesondere das Bistum Basel befinde sich in einer krisenhaften Situation. Immerhin freute sich Karrer über das Projekt "Perspektiven 2005", der dritten Veranstaltung in der Reihe der "Tagsatzungen im Bistum Basel". "Gerade in solchen Momenten braucht die kritische Kirchebasis eine Plattform, auf der die brennenden Fragen nach innen und nach aussen getragen werden können. Und die fehlt bislang." Im Gegensatz zu den Katholiken- und Kirchentagen in Deutschland oder Österreich fehle hierzulande ein regelmässig stattfindendes kirchliches Grosstreffen, an dem sich Verbände, Gruppen, pastorale Verantwortliche und Einzelpersonen austauschen könnten. Karrer wies jedoch auch auf den Umstand hin, dass es sich heute nicht nur um eine Strukturkrise der Kirche, sondern auch um eine Glaubenskrise oder sogar Gotteskrise unter Kirchenangehörigen handle. "Allein mit regelmässigen, das Herz kurze Zeit wärmenden Grossveranstaltungen ist es nicht getan."

Karrer warnte: "Verläuft die krisenhafte Zuspitzung in unserer Kirche weiter so, dann werden die wachen Leute sich dereinst selber helfen. Die Spaltung wird unvermeidlich sein." "Überwinterungs-Gruppen" seien deshalb keine Lösung. Der Pastoraltheologe forderte auch im Hinblick auf die "Perspektiven" eine andere, tiefer gehende Kommunikationskultur unter Katholiken. Ein Denken, das weit über den nächsten Zaun hinausgehe müsse und ein mehr auf Synergien ausgerichtetes Denken und Handeln. "Christen sollen sich unter einander solidarisieren, aufstehen, Präsenz zeigen", so Karrer. Im Zusammenhang mit den "Perspektiven" verwies Leo Karrer jedoch auch auf die vielen bereits vorhandenen positiven Modelle und Projekte wie Citykirchen und unkonventionelle Gottesdienstformen im Bistum Basel, die hoffen liessen. "Unsere Kirche besteht aus vielen menschlichen Wunden, aber auch Wundern", so Karrer, der sich letztlich zuversichtlich gab: "Allein die intensiv geführten Diskussionen an diesem Vortragsabend lassen Hoffnung aufkommen für das Projekt 'Perspektiven im Bistum Basel 2005'". (20.10.2004/kipa/mb)


Muss heute der Pfarrer für die Leute "Extraleistungen" bieten?
Ob der Pfarrer von heute auch ein "Entertainer" sein müsse? "Zwischendurch schon", ist Stefan Essig, Pfarrer in Leuggern, überzeugt. In einem Interview in der SonntagsZeitung vom 22. Februar 2004 wurde er auf den Weltrekordversuch "Bibellesen"  angesprochen, der auf seine Initiative hin und in Zusammenarbeit mit dem Jugendseelsorger in der Pfarrei im November 2003 durchgeführt wurde. Ohne Unterbrechung wurde beim Weltrekordsversuch in der Kirche von Leuggern die ganze Bibel vorgelesen. Rund 109 Stunden nahm das ganze Vorhaben in Anspruch. Die Pfarrei wartet zur Zeit noch auf die Bestätigung für einen Eintrag ins "Guinness-Buch der Rekorde". Bei den Leuten am Ort sei die Aktion gut angekommen, meinte Pfarrer Essig im Interview weiter. Ob man denn angesichts "halbleerer Kirchen" so eine "Extraleistung" bieten müsse und "Gott und das Evangelium" nicht mehr genügten, damit die Leute wieder in die Kirche kommen würden? Religion müsse sicher mehr sein als "Action und Spektakel", gab Essig auf diese Frage zu bedenken. Trotzdem müsse er sich aber als Pfarrer "einiges einfallen lassen, um die Leute anzusprechen". Dazu gehöre, die Menschen dort abzuholen, wo sie seien. (22.02.04/mb)


Neue Regionalleitung in Aarau feierlich eingesetzt
Bischof Kurt Koch stellte die feierliche Einsetzung der neuen Leitung der Bistumsregion St. Urs am 26. August in Aarau unter das Wort "Der Herr segne dich und behüte dich". Mit dem Wort "Segnen", so der Bischof in seiner Predigt zur Eucharistiefeier, würde die Haupttätigkeit im kirchlichen Dienst und besonders auch der neuen Regionalleitung sehr gut zum Ausdruck bringen. Segnen, lateinisch "bene-dicere", heisse nämlich: Gutes sagen und Gutes tun. Und "Gutes sagen" heisse, die Botschaft vom gekreuzigten und auferstandenen Christus, die "gute Botschaft", weitersagen. Das schliesse das Heraushören seines Wortes und das Festhalten an seinem Wort mit ein. Sein Wort sei aber nicht nur Zu-Spruch, sondern auch An-Spruch, führte Bischof Koch seine Überlegungen weiter. Ein An-Spruch, der etwa in den Geboten Gottes formuliert sei. Die Kirche sei ja nicht einfach "eine geistliche Bedürfnisbefriedigungsanstalt" oder "eine spirituelle Wellness-Institution". Zur Botschaft, zum kirchlichen Dienst gehöre im weiteren der Friedensdienst. Wo die Menschen am Flussufer zu weit voneinander entfernt seien, auch in der Kirche, müssten sie zur Quelle zurückgehen, um einander näher zu kommen. So schildere das eindrücklich eine Geschichte von Franz von Assisi und Klara. Seine Erwartung an die Regionalleitung formulierte der Bischof abschliessend im Wunsch: "Führt die euch anvertrauten Menschen in eurer Region immer wieder und immer deutlicher zur Quelle unseres Glaubens und unserer Kirche zurück. Wir spüren ja heute immer mehr, dass unsere Kirche, in deren Dienst wir stehen, ohne diese Quelle nicht zu verstehen ist."

Die Regionalleitung der Bistumsregion St. Urs ist für die Kantone Aargau, Basel-Land und Basel-Stadt zuständig mit Sitz in Liestal. Mitglieder der neu eingesetzten Regionalleitung sind Dr. Erich Häring als Bischofsvikar, Sibylle Hardegger als Regionalverantwortliche und Kurt Adler-Sacher als Regionalverantwortlicher. Die Regionalleitung ist Bindeglied zwischen der Bistumsleitung und der Seelsorge am Ort. (26.08.04/mb)


Neue Seelsorgerin in der Klinik Königsfelden
Am 1. September 2004 hat Agnes Oeschger ihren Dienst als Klinikseelsorgerin im Internen Psychiatrischen Dienst IPD der Klinik Königsfelden aufgenommen. Im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes in der Klinik wurde sie feierlich in ihr Amt eingesetzt. Sie löst den langjährigen Klinikseelsorger Dr. Fritz Fischer ab, wie die Landeskirche in einer Medienmitteilung schreibt. Agnes Oeschger, zuletzt Pastoralassistentin in Horgen, bringt Erfahrungen aus dem Bereich der Spitalseelsorge und der Betagtenbetreuung mit. Bei verschiedenen Auslandsaufenthalten vertiefte sie zudem ihre theologische und spirituelle Ausbildung. Zu ihren Tätigkeiten als Klinikseelsorgerin gehören vor allem die Begleitung von Patientinnen und Patienten der Klinik, die Durchführung von Gottesdiensten und die Begleitung der Freiwilligen des Besuchsdienstes. (06.09.2004/lk/mb)


Neuer Sozialzeitausweis mit Grundlagen aus dem Aargau
Die im Aargau erarbeiteten Unterlagen für einen Sozialzeitausweis werden weiterentwickelt zu einem schweizerischen Sozialzeitausweis. Der Sozialzeitausweis ist eine Art Arbeitszeugnis für geleistete Freiwilligenarbeit. Darin werden der Arbeitsbereich und die dazu nötigen Kompetenzen und Fähigkeiten beschrieben. Der Ausweis soll beispielsweise bei Stellenbewerbungen vorgelegt werden können oder Türöffner für die Erwerbsarbeit sein.

Hubert Kausch von der Caritas Aargau, der am Aargauer-Projekt mitgearbeitet hatte, stellte an der Fachtagung "Freiwilligenarbeit macht kompetent" vom 11. März in Olten den auf schweizerischer Ebene geplanten Sozialausweis vor. Die Tagung wurde vom Verein "Forum Freiwilligenarbeit.ch" organisiert. Der neue Sozialzeitausweis soll ein "Manual mit Textbausteinen" werden. Für die Beschreibung der Funktionen in der Freiwilligenarbeit und die dazu notwendigen Kompetenzen werden vorformulierte Textelemente zusammengestellt, die entsprechend dem Einsatz der betreffenden Person angepasst und eingesetzt werden können. Nach drei Jahren Erfahrung im Aargau hat sich nämlich gezeigt, dass das Formulieren von Funktionen und Kompetenzen oft ein Hindernis ist, um einen Sozialzeitausweis auszustellen. Die Aargauer Erfahrungen wurden im Rahmen des mehrjährigen Projektes "Vergeld’s Gott" gemacht. Anliegen war, die Freiwilligenarbeit in den Kirchen aufzuwerten. Realisiert wurde das Aargauer Projekt von den beiden Frauenstellen der katholischen und der reformierten Landeskirche und der Caritas Aargau. Entstanden ist daraus als Schlussergebnis "Kana", ein seit 2001 in den Aargauer Kirchen verwendeter Kompetenz- und Arbeitsnachweis für Freiwillige in Kirchgemeinden, Pfarreien und Verbänden. Eine Projektgruppe mit Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Landeskirchen und sozialen Institutionen ist nun daran, den Aargauer Sozialzeitausweis zu einem Schweizer Manual weiterzuentwickeln. Herausgegeben wird der neue Sozialzeitausweis vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund und von der Schweizer Bischofskonferenz. Erscheinen wird er dreisprachig voraussichtlich im Februar 2005. (13.03.04/hk/mb)


Ökumene am Ort ist zur Selbstverständlichkeit geworden
Auf der Ebene der Bischofskonferenz und des Vatikans werden zwar bei gewissen Formen des ökumenischen Gottesdienstes "Missstände" geortet, doch auf der Ebene der Pfarreien und Kirchgemeinden freut man sich am Zusammengehen in verschiedensten Bereichen. Darauf machen die Aargauer Landeskirchen in einer gemeinsamen Medienmitteilung aufmerksam. An drei Beispielen geben sie Einblick in die Vielfalt der Ökumene im Aargau.

Die gute Zusammenarbeit, das offene Denken und fröhliche Feiern, welche das Miteinander in Riniken prägen, führt die Seelsorgenstellenleiterin Uta-Maria Köninger von Brugg-Nord nicht zuletzt auf die gemeinsam genutzten Räume zurück. Die katholische Pfarrei ist Gast im Kirchlichen Zentrum Lee, das von der reformierten Kirchgemeinde gebaut wurde. Neben gemeinsam gestalteten ökumenischen Gottesdiensten unterrichtet eine reformierte Katechetin katholische Schülerinnen und Schüler, ausgenommen in der Sakramentenkatechese.

In Zurzach wird seit Jahren ein Teil der gemeinsam gefeierten Gottesdienste als reformiertes Abendmahl oder als katholische Eucharistie gestaltet. Dass man einander dabei Gastfreundschaft gewähre und diese Einladung auch angenommen werde, sei selbstverständlich, sagt der katholische Pfarrer und Gemeindeleiter von Zurzach, Urs Zimmermann. Zudem werden für Konfirmanden und Firmlinge gemeinsame Wochenenden angeboten.

Am Rohrdorferberg wird Ökumene ebenfalls "in aller Selbstverständlichkeit" gelebt, betont der reformierte Pfarrer Stefan Mayer gemäss Medienmitteilung. Zur 100-Jahr-Feier der Kirchgemeinde habe die reformierte Kirche beispielsweise eine Osterkerze von der katholischen Kirche erhalten. Überhaupt profitiere die reformierte Kirche viel von der katholischen Kirche. Weil es in den Gemeinden am Rohrdorferberg heute viele ökumenische Familien gibt, werden Kleinkinder-Gottesdienste "selbstverständlich" ökumenisch gehalten. Die Oster- und die Pfingstnacht werden ebenfalls gemeinsam gefeiert. Bei den ökumenischen Gottesdiensten wird bewusst auf die Eigenheiten der Kirchen geachtet und nicht eine Mischformen angestrebt. "Dass wir die Ökumene in dieser Selbstverständlichkeit leben können, verdanken wir den Seelsorgerinnen und Seelsorgern sowie den Pfarreiräten und Kirchenpflegen", nicht zuletzt aber auch den vielen Kirchenmitgliedern, die der Ökumene eine Chance geben und sich dafür engagieren. (27.08.04/ria/mb)


Pastoralbesuche: Wie geht es den Seelsorgerinnen und Seelsorgern in den Pfarreien?
Am 20. Januar beginnen im Aargau die Pastoralbesuche. Diözesanbischof Kurt Koch und Mitglieder aus der Bistumsleitung führen bei regionalen Treffen Gespräche mit den Seelsorgerinnen und Seelsorgern. Weitere Treffen finden zwischen dem Generalvikar P. Roland-B. Trauffer und den Kirchenpflegen statt. In jedem Dekanat hält der Bischof Koch zudem einen Gottesdienst, zu dem alle Interessierten eingeladen sind. Gemäss gegenwärtiger Planung ist der Bischof vom 20. bis 27. Januar im Dekanat Muri, vom 7. Februar bis 19. März im Dekanat Fricktal, vom 16. März bis 2. April im Dekanat Aarau, vom 13. März bis 18. Mai im Dekanat Baden-Wettingen, vom 4. bis 26. Mai im Dekanat Bremgarten-Wohlen, vom 15. Mai bis 1. Juni im Dekanat Zurzach.

Die letzten Pastoralbesuche im Aargau fanden 2000 statt. Bei den Bischofsbesuchen vor vier Jahren lag das Schwergewicht auf Begegnungen mit Pfarreimitgliedern, die das Leben in der Pfarreien mittragen. Diesmal stehen die Begegnungen mit den Seelsorgenden im Vordergrund, wie es aus der Bistumsleitung dazu heisst. Die Treffen finden regional in kleinen Gruppen bis zu zwölf Personen statt. Von der Bistumsleitung ist jeweils Bischof Kurt Koch, Weihbischof Martin Gächter oder Weihbischof Denis Theurillat dabei sowie je eine Vertretung aus dem Pastoralamt und dem Personalamt. Themen der Gespräche sind das Leben als Seelsorger oder Seelsorgerin mit den erfreulichen und leidvollen Erfahrungen in der Pfarrei sowie das Suchen nach einer zukunftsgerichteten Seelsorge. Es besteht auch die Möglichkeit, einzelne konkrete Fragen anzusprechen. Zur Begegnung mit den Seelsorgenden gehören ein gemeinsamer Gottesdienst und ein Essen. Während der Pastoralbesuche spenden die Bischöfe in einzelnen Pfarreien das Sakrament der Firmung.

Beibehalten aus den Pastoralbesuchen von 2000 wurden die "Offenen Gottesdienste". An einem Samstagabend findet in jedem Dekanat ein Gottesdienst mit Bischof Kurt Koch statt. Beim anschliessenden Apéro besteht die Gelegenheit zu spontanen Kontakten. Die Gottesdienste stehen unter dem Motto "Mensch werden in der Ruhe des Sonntags". Solche Gottesdienste, zu dem alle eingeladen sind, finden an folgenden Orten statt: am 24. Januar um 17 Uhr in Boswil, am 7. Februar um 16.30 Uhr in Rheinfelden, am 28. Februar um 18 Uhr in Kaisten, am 20. März um 17 Uhr in Buchs, am 13. März im Dekanat Baden-Wettingen, am 8. Mai im Dekanat Bremgarten-Wohlen, am 15. Mai im Dekanat Zurzach (Ort und Zeit werden noch bekannt gegeben). (17.01.04/mb)


Personalwechsel an überpfarreilichen Stellen
In der Römisch-katholischen Kirche im Aargau haben an überpfarreilichen Stellen in den letzten Monaten einige Personalwechsel stattgefunden. Darüber orientierte der Kirchenrat an der Synode-Sitzung vom 2. Juni.

Am Neujahr starb P. Josef Graf, Zofingen, der erste Portugiesenseelsorger im Aargau. Die Nachfolge wird in Zusammenarbeit mit der Portugiesenseelsorge für Basel-Land und Basel-Stadt geregelt. Für den im Februar 2004 verstorbenen administrativer Mitarbeiter der Missione Cattolica Italiana von Wohlen, Rudolf Hübscher, wurde Ornella Bizzotto, Wohlen, gewählt mit einem Stellenpensum von 30 Prozent. An der Missione Cattolica Italiana von Wettingen-Baden wurde Don Carlo De Stasio Nachfolger für den nach Italien zurückgekehrten Don Eugenio Giorgini.

An der Fachstelle Katechese – Medien wurde nach dem Ausscheiden von Annemarie Ehrsam neu Claudia Rüegsegger, Kleindöttingen, als Fachmitarbeiterin mit einem Pensum von 30 Stellenprozenten angestellt. Als Nachfolgerin für Arlette Marti wurde Bea Mazzara, Aarau, neue Sachbearbeiterin der Fachstelle Katechese – Medien. Bea Mazzara war bisher Sekretärin im Regionaldekanat, das wegen der Neuaufteilung des Bistums Basel auf den 1. Juli 2004 aufgelöst wird.

Dr. Fritz Fischer trat aus Altersgründen als Seelsorger der Psychiatrischen Klinik Königsfelden zurück. Seine Seelsorgearbeit übernimmt am 1. September 2004 Agnes Oeschger, zur Zeit Pastoralassistentin in Horgen. Für Peter Zürn als kirchlich Beauftragter an der Alten Kantonsschule Aarau wurde auf Beginn des neuen Schuljahres am 1. August 2004 Sascha Bischof, Bern, gewählt. Bischof hat Theologie und Pädagogik an der Universität Freiburg studiert und schliesst eben mit einer Dissertation ab. Die Nachfolge für Dr. Josef Breuss, der aus Altersgründen seine Tätigkeit als Kirchlicher Beauftragter an der Kantonsschule Wettingen beendet, wird durch die Reformierte Landeskirche geregelt, dies im Rahmen der Aufgabenteilung in diesem oekumenisch verantworteten Bereich der Kirchlichen Arbeit an Kantonalen Schulen. Zsolt Keller hat als Kirchlicher Beauftragter an der Kantonsschule Baden, seine Stelle gekündigt, um an einer Universität tätig zu werden. Die Regelung der Nachfolge ist hier noch im Gange.

Durch die Auflösung des Regionaldekanats der Bistumsregion Aargau wechselt Bea Mazzara, wie erwähnt, auf die Fachstelle Katechese – Medien. Claudia Mennen, bisher mit einem Teilpensum Mitarbeiterin beim Regionaldekanat, wird ihr gesamtes Pensum auf der Arbeitsstelle Erwachsenenbildung einbringen. Kurt Adler, ebenfalls Mitarbeiter beim Regionaldekanat, wechselt in die Regionalleitung der neuen Bistumsregion Aargau/Basel-Landschaft/Basel-Stadt. Der bisherige Regionaldekan Rudolf Rieder wird Seelsorgeaufgaben in Pfarreien übernehmen.

Als Kommunikationsbeauftragte der Römisch-katholischen Kirche im Aargau arbeitet seit dem 15. Mai 2004 Claudia Bonge, Wölflinswil, vorerst mit einem Teilpensum von 60 Prozent. Bonge hat in Deutschland Kommunikationswissenschaften und Marketing studiert und war bisher in diesem Bereich tätig. Auf dem Sekretariat der Landeskirche wurde für Patrizia Roth mit dem gleichen Teilpensum von 60 Prozent als neue Mitarbeiterin Bernadette Metzger, Zofingen, gewählt. (02.06.04/kir/mb)


Peter Zürn wechselt zur Bibelpastoralen Arbeitsstelle
Seit dem 1. Februar arbeitet Peter Zürn mit einem Teilpensum bei der Bibelpastoralen Arbeitsstelle in Zürich. Zürn war Erwachsenenbilder in der Region Aarau und zuletzt Religionslehrer an der Alten Kantonsschule in Aarau. Hinter dem Wechsel steht ein persönliches Anliegen. Zürn möchte sich stärker "auf die Tradition konzentrieren, von der ich herkomme, die jüdisch-christliche, die biblische", wie er auf Anfrage sagte. An der Schule, wo alle Weltreligionen im Lehrplan stünden, sei das weniger gut möglich gewesen. Dort seien auch immer die religiösen Fragen der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt gestanden. An der neuen Arbeitsstelle hätte er zudem die Möglichkeit, selber mehr zu schreiben.

Peter Zürn will weiterhin zur Hälfte der Zeit Hausmann sein. Da biete ihm die Teilzeitstelle bei der Bibelpastoralen Arbeitsstelle die Möglichkeit, in der ihm zur Verfügung stehenden Zeit konzentriert in einem Bereich zu arbeiten, den er gerne auch für sich selber vertiefen möchte. In einem Nebenauftrag wird er weiterhin die "Catholica" betreuen, einer von der römisch-katholischen Landeskirche finanzierten Abteilung der Kantonsbibliothek Aargau für Bücher aus dem "katholischen" Bereich. Die Bibelpastorale Arbeitsstelle mit Sitz in Zürich, geleitet vom Theologen Dieter Bauer, will Hilfestellungen zu einem sachgerechten Umgang mit der Bibel geben, suchenden Menschen die biblische Kultur erschliessen und im Bereich Bibel auch den ökumenischen Dialog insbesondere mit dem Judentum fördern. Für Zürn als Fachmitarbeiter der Arbeitsstelle wird zunächst die Frage im Vordergrund stehen, was nach dem "Jahr der Bibel" bleibt und was daraus weitergeführt werden soll. (24.02.04/mb)


Podiumsdiskussion über Ökumene: Ist das Leiden an der Basis stärker als bei den Kirchenleitungen?
"500 Jahre Spaltung oder Zusammenarbeit – wo steht die Ökumene der christlichen Kirchen heute?" Diese Frage behandelten vier Vertreterinnen und Vertreter der Kirchenleitungen der drei Aargauer Landeskirchen an ihrer jährlichen Exekutiventagung in Bremgarten. Die Podiumsdiskussion fand anschliessend an den Gottesdienst im Rahmen des Aargauer Bullingerjubiläums statt.

Für Prof. Dr. Urs von Arx, Theologieprofessor am Christkatholischen Departement der Universität Bern, stellt sich die Ökumene bedauerlicherweise vor allem als bilaterale Angelegenheit zwischen der reformierten und der römisch-katholischen Kirche dar, denen die grosse Mehrheit der christlichen Bevölkerung in der Schweiz angehöre. Zur Ökumene gehöre allerdings auch eine weltweite Dimension und speziell hier in der Schweiz auch die Gemeinschaft mit Lutheranern, Methodisten, evangelischen Freikirchen, Anglikanern und vor allem mit orthodoxen Kirchen.

"Im sozialen Bereich oder bei der gemeinsamen Finanzierung einer Arbeitsstelle funktioniert die Ökumene im Kanton Aargau vielerorts sehr gut", betonte Barbara Kühne, Kirchenratspräsidentin der Römisch-katholischen Landeskirche. Umstritten ist hingegen nach wie vor der gottesdienstliche Bereich. Streitpunkt bleibt eine gemeinsam gestaltete Eucharistiefeier oder ein gemeinsam durchgeführtes Abendmahl. Dr. Erich Häring, Bischofsvikar der Bistumsregion St. Urs (Aargau und beide Basel), erklärte die theologischen Hintergründe. Er differenzierte zwischen dem gemeinsam gefeierten Abendmahl, das aus katholischer Sicht, wie auch von Arx bestätigte, nicht möglich sei, und der ökumenischen Gastfreundschaft. Er betonte gleichzeitig, dass die bischöflichen Weisungen nicht meinen, dass andere Konfessionsangehörige vom "katholischen Abendmahl" ausgeschlossen würden. Häring musste deutliche Kritik aus dem Kreis der Zuhörenden an den römischen Verlautbarungen über Gottesdienst und Ökumene entgegennehmen. Engagierte Voten beklagten als Folge davon die wieder zunehmende Trennung im Alltag. So würden sich ökumenisch offene Priester vor Denunziantentum fürchten und wieder traditionellere Wege beschreiten. Die engagierten Voten zeigten, wie Frank Worbs, der reformierte Informationsbeauftragte und Leiter der Podiumsdiskussion, feststellte, den Schmerz und die Wut über diese Abgrenzungen, deren tieferen Sinn meistens nur die Theologen verstünden. "Das Leiden ist an der Basis offensichtlich stärker als bei den Kirchenleitungen."

Barbara Kühne bedauerte, dass der Blickwinkel der Ökumene sich oft auf die Liturgie reduziere. Sie plädierte dafür, sich in der Ökumene vielmehr auf die guten Kontakte und das gemeinsame Handeln zu konzentrieren. "Wir sollten auf das Verbindende achten und nicht auf das Trennende." Der Wunsch nach mehr Ökumene war auf dem Podium offensichtlich bei allen vorhanden. Erich Häring wünschte sich für die Zukunft mehr gemeinsame ökumenische Tätigkeiten und einen Dialog, der über die Liturgie hinausgeht. Barbara Kühne sieht praktische Möglichkeiten in der Jugendarbeit, in der Diakonie und in der Erwachsenenbildung.

In der Diskussion drängte sich weiter noch die Frage auf, wie sich die Kirchen nach aussen im gesellschaftlichen und politischen Dialog positionieren sollten. Claudia Bandixen, Kirchenratspräsidentin der Evangelisch-reformierten Landeskirche, stellte klar, dass christliches Handeln immer auch politisches Handeln sei. Keine Position zu beziehen sei auch Politik. Auch wenn dies nicht immer einmütig geschehen könne, wie Barbara Kühne trotz ihrer Zustimmung einschränkte: "Das Nein der Bischofskonferenz zur Stammzellenforschung und das Ja des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes zeigt auch gelegentlich gegensätzliche Meinungen auf." (08.11.2004/usi/mb)


Projekte für den Sozialpreis einreichen
Am 15. Mai 2004 ist Eingabeschluss für Projekte, die sich für den Sozialpreis "Mensch und Arbeit" bewerben. Daran erinnern in einer Medienmitteilung die Aargauer Landeskirchen, die den Preis in der Höhe von 25'000 Franken vergeben. Gesucht sind Projekte von Unternehmen, Institutionen, Teams oder Einzelpersonen, die den Gedanken von Gerechtigkeit und Solidarität in der Arbeitswelt Ausdruck verleihen. Das könnte beispielsweise ein Projekt sein, um jungen Menschen mit eher schwachem Schulsack Chancen für eine Lehrstelle zu bieten, oder eine Aktion zugunsten der Integration von Behinderten in der Arbeitswelt. Die Preisverleihung findet im Auftrag der Landeskirchen durch den Sozialrat statt am Bettag 2004. Weitere Informationen sind zum Sozialpreis sind erhältlich unter www.ag.kath.ch/sozialrat. Die Projekte sind einzureichen an die Geschäftsstelle des Sozialrates, Annette Lüthy-Altherr, Eichstrasse 12, 5417 Untersiggenthal, Telefon 056 288 06 52, E-Mail annette.luethy@bluewin.ch. (20.04.04/al/mb)


Regionalleitungen für die neuen Bistumsregionen ernannt
Für die Leitung der neuen Bistumsregion AG/BL/BS ernannte Diözesanbischof Kurt Koch Bischofsvikar Dr. Erich Häring und die Regionalveranwortliche Sibylle Hardegger. Erich Häring ist zur Zeit Regionaldekan des Kantons Thurgau und priesterlicher Mitarbeiter in der Seelsorge. Sibylle Hardegger ist Pastoralverantwortliche in der Leitung des Bistums Basel und Pastoralassistentin in Reinach BL. Beide sind in ihrer Funktion auch Mitglieder des Bischofsrates. Zur Regionalleitung, die sich selber organisiert, werden noch weitere Mitarbeitende hinzukommen. Der Standort des Büros muss noch festgelegt werden. Amtsantritt ist der 1. Juli 2004. Die Einsetzung der neuen Verantwortlichen wird in der Region mit einem Gottesdienst erfolgen. Mit der Ernennung der Regionalleitungen wurde ein weiterer wichtiger Schritt zur Realisierung der neuen Gliederung des Bistums Basel, der so genannten "Grossräumigen Regionalisierung" getan. Das Bistum ist neu nicht mehr nach den einzelnen Kantonen des Bistums gegliedert, sondern in die drei Grossregionen AG/BL/BS, BE/JU/SO und LU/SH/TG/ZG. (09.02.04/rbt/mb)


Solche Projekte aus der Arbeitswelt sollen einen Preis erhalten
Wer lässt sich etwas Aussergewöhnliches einfallen, um jungen Menschen Chancen für eine Lehrstelle zu bieten? Wer entwickelt Ideen, um Jugendliche mit einem eher schwachem Schulsack in die Arbeitswelt zu integrieren? Wer tut etwas Mutiges, um Behinderten vermehrt Arbeitschancen zu beschaffen? Wer sorgt dafür, dass ältere Menschen nicht unter die Räder rasanter technologischer Neuentwicklungen geraten? Wer trägt dazu bei, dass Erwerbs- und Familienarbeit sich besser miteinander vereinbaren lassen?

Der Sozialrat der Aargauer Landeskirchen will Projekte, die solche und ähnliche Anliegen verwirklichen, mit einem Preis auszeichnen, dem "Sozialpreis". Ausgezeichnet werden können, so schreibt der Sozialrat in einer Medienmitteilung, Unternehmen, Institutionen, Teams oder Einzelpersonen, die im Kanton Aargau oder im Bezug zum Aargau Pionierhaftes leisten, um den Gedanken von Gerechtigkeit und Solidarität in der Arbeitswelt und in der Sozialpartnerschaft Ausdruck zu verleihen. Der Preis in der Höhe von 25'000 Franken wurde von den Landeskirchen im Anschluss an das Jubiläumsjahr des Kantons Aargau im letzten Herbst lanciert. Bewerbungen für den Sozialpreis sind bis zum 15. Mai 2004 einzureichen bei der Geschäftsstelle des Sozialrates, Annette Lüthy-Altherr, 5417 Untersiggenthal, Telefon 056 288 06 52, Mail annette.luethy@bluewin.ch. Bei der Geschäftsstelle oder über Internet auf www.ag.kath.ch/sozialrat ist auch ein Informationsprospekt erhältlich. Die Preisverleihung findet am Bettag 2004 statt. (26.01.04/al/mb)


Sternmarsch: Für den Frieden unterwegs
Der Sternmarsch für den Frieden vom letzten August war auf grosses Echo gestossen. Das hat die Ortsvereine aus den Bezirken Baden/Brugg und den Aargauischen Katholischen Frauenbund AKF ermutigt, auch in diesem Jahr, am 27. August, wieder einen Sternmarsch zu organisieren. Eingeladen sind Frauen, Männer und Kinder, wie der AKF in einer Medienmitteilung schreibt. Nach einer Einstimmung am Startort machen sich alle gruppenweise auf den Weg zum Amphitheater in Windisch. Die Startorte sind Lupfig (Paulus Kirche, 18.15 Uhr), Gebenstorf (Schulhaus Brüel, 18.40 Uhr, Halteselle Reuss, 19 Uhr), Brugg (Schützenmatt, 19 Uhr, Bahnhof, 19.15 Uhr), Hausen (Ref. Kirche, 18.45 Uhr) und Windisch (HTL, 19.30 Uhr). Um 20 Uhr treffen sich alle Gruppen in Windisch, bei schönem Wetter im Amphitheater, bei schlechtem Wetter in der katholischen Kirche. Dort findet zum Abschluss eine Friedensfeier statt. (17.08.04/akf/mb)


Stimmungsvoller Gottesdienst in der Bareggröhre
Die leere dritte Tunnelröhre bot einen ungewöhnlichen, aber stimmungsvollen Rahmen für den ökumenischen Gottesdienst am Sonntagmorgen. Mehr als 800 Personen, Jugendliche und Erwachsene, nahmen in der Mitte des Baregg-Tunnels daran teil. Pfarrer Stefan Blumer, Baden, wusste in seiner Ansprache, warum so viele Leute da sind: "Die Kirche geht dorthin, wo die Leute sind." Die Feier mit kritischen Fragen zur modernen Mobilität stand unter dem Motto "Unterwegs – zum Leben?!" und fand im Rahmen des Baregg-Festes zur Eröffnung der dritten Röhre statt.

Nach dem mitreissenden Auftakt des Gospelchors "Voices of Joy" wechselten sich besinnliche, fröhliche und kritische Beiträge der vielen Beteiligten ab. Sie kamen in verschiedenen liturgischen Gewändern aus den sechs Gemeinden, die an den Baregg angrenzen: Baden, Wettingen, Birmenstorf, Mellingen, Neuenhof und Fislisbach - Vertreterinnen und Vertreter aus der römisch-katholischen, reformierten, methodistischen, christkatholischen und syrisch-orthodoxen Kirche. Mobilität hält jung und dynamisch, eröffnet neue Horizonte, beflügelt die Fantasie und bringt die Welt zusammen. Doch sind mobile Menschen auch wirklich "unterwegs zum Leben"? Bleibt bei diesem Tempo nicht oft die Seele auf der Strecke? Pfarrer Blumer schlug in seiner Predigt kritische Töne an: "Weniger wäre mehr. Wir sollten mehr abbremsen und anhalten, statt immer nur beschleunigen. Ich wünsche mir weniger Stress, dafür um so mehr Begegnungen und Träume. Und warum sollten wir nicht gelegentlich einen Stau verursachen, der uns und andere zum Innehalten zwingt?" Oder mit den Worten von Ernst Bloch: "Das Wesentliche im Leben will lange Weile haben." (19.05.03/ria/mb)


Stipendien für die Ausbildung in kirchlichen Diensten
Der Stipendien-Fonds der Römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Aargau richtet für das Studienjahr 2004/2005 Ausbildungsbeiträge aus. Bezugsberechtigt sind Studierende mit Wohnsitz im Kanton Aargau, die sich auf die Mitarbeit im kirchlichen Dienst vorbereiten, wie zum Beispiel: Theologiestudium, Ausbildung am Katechetischen Institut, Ausbildung an der Akademie für Kirchenmusik, Ausbildung an der Schule für Sozialarbeit, Ausbildung für Jugendarbeit. Das Gesuch ist bis 30. November einzureichen. Die Stipendien werden im Januar 2005 für das Studienjahr 2004/2005 zugesprochen. Gesuchformulare und Auskunft: Sekretariat der Römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Aargau, Feerstrasse 8, Postfach, Aarau, Telefon 062 832 42 72, E-Mail landeskirche@ag.kath.ch (11.09.2004/lak)


Strafen - eine Ausstellung regt zum Nachdenken an
Im letzten Raum stehen zwei Kisten Äpfel am Boden. Kann man sich bedienen oder sind die Äpfel nur "für schön" da? An die Wand projiziert richtet sich ein grosses Auge auf den Besucher. "Paradies" oder "Urknall der Strafe" nennen wir das, sagt Beat Hächler von der Gesamtleitung der Ausstellung "strafen". Die Ausstellung in Lenzburg wurde an einer Medienkonferenz vorgestellt. Das projizierte Auge aus dem letzten Ausstellungsraum ist auch auf dem Austellungsplakat zu sehen.

Die Ausstellung will das Thema "strafen" darstellen und zum Nachdenken anregen. Weshalb strafen wir? Auf welche Art strafen wir? Dahinter steht schliesslich die Frage nach dem menschlichen Zusammenleben, nach den Regeln des Zusammenlebens, wie die Ausstellungsmacher erläuterten. Das Thema hat auch eine starke religiöse Dimension, auch wenn das in der Ausstellung selber kaum direkt angesprochen wird. Aber im Buch zur Ausstellung und in Begleitveranstaltungen kommt dieser Bezug zur Sprache. Beim Gang durch die Ausstellung wird auch manchem in den Sinn kommen, wie früher in der Kirche mit Fegefeuer und Hölle und mit dem "Letzten Gericht" gedroht wurde, als Strafe für die Sünde, von der Volksfrömmigkeit mit viel Fantasie ausgemalt.

Als Co-Sponsoren der Ausstellung treten unter anderen Institutionen auch die Aargauer Landeskirchen auf. Zudem bieten die Kirchen Veranstaltungen zum Thema an: Am 20. November ein Ausstellungsbesuch mit der Frage "Rückkehr des strafenden Gottes?" (Berhard Lindner, Erwachsenenbildung Fricktal), am 18. Januar ein Diskussionsforum in Rheinfelden "Thema Strafen" (Berhard Lindner, Erwachsenenbildung Fricktal), am 20. Februar und 13. März eine Führung durch die Ausstellung mit dem theologischen Schwerpunkt "Gott kann mehr als strafen", am 2. und 9. März in Seon eine Vertiefung zur Ausstellung unter dem Titel "Das letzte Gericht erhält jung" (Thomas Markus Meier, Erwachsenenbildung Aarau).

Als Grund für das Sponsering der Ausstellung nennt die Kommunikationsbeauftragte der Röm.-kath. Landeskirche, Claudia Bonge, den Bezug des Themas zur Religion. Zudem erhalte die kirchliche Fachstelle für Erwachsenbildung hier ein Plattform, um Angebote zum theologischen Aspekt der Frage an ein breiteres Publikum zu richten. Nicht zuletzt gelte die Unterstützung, so Bonge, auch der anerkannten Institution selber, dem Stapferhaus Lenzburg, das sich auf ansprechende Art mit Phänomenen der Alltagskultur auseinandersetze. Die Ausstellung, realisiert vom Stapferhaus Lenzburg, wird vom 29. Oktober 2004 bis zum 25. April 2005 im Zeughausareal Lenzburg gezeigt (10 Min. vom Bahnhof, der Weg ist markiert). (28.10.2004/mb)


Synode-Sitzung: Die Caritas Aargau braucht Unterstützung
Für die Caritas Aargau ist die finanzielle Situation schwierig geworden. Die finanzielle Unterstützung durch die Landeskirche ist deshalb ein wichtiges Traktandum an der Synode-Sitzung der Römisch-katholischen Landeskirche vom 3. November in Aarau. Aufgrund knapper Finanzen bei Bund, Kanton und Gemeinden gehen auch deren Aufträge und damit die finanziellen Beiträge an Caritas-Projekte zurück. Parallel dazu steigt aber im heutigen gesellschaftlich schwierigen Umfeld die soziale Not und somit die  Nachfrage nach Unterstützung und Begleitung. So wird die gegenwärtige Situation in einer Medienmitteilung der Landeskirche geschildert. Der Kirchenrat, die Regionalleitung der Bistumsregion St. Urs und die Aargauische Dekanenkonferenz haben die Tätigkeiten der Caritas Aargau überprüft und sind überzeugt, dass die gegenwärtigen Dienstleistungen und Angebote auch nötig sind. Im Jahr 2004 wird die Caritas mit 590'000 Franken unterstützt. Der Kirchenrat schlägt der Synode nun vor, diesen Beitrag um 150'000 Franken auf gesamthaft 740'000 Franken für das Jahr 2005 zu erhöhen. Damit soll die Caritas ihren Grundauftrag als diakonische Fachstelle der Kirche weiterführen können, ohne das Leistungsangebot kürzen zu müssen.

Ein weiteres wichtiges Traktandum ist gemäss Medienmitteilung der Bericht über das Projekt "Wirkungsorientierte Pastoral – WOP". Mit den von der Landeskirche finanzierten kirchlichen Fachstellen Jugendseelsorge, Erwachsenenbildung, Katechese und Medien, mit der Propstei Wislikofen sowie mit der Spital- und Gehörlosenseelsorge wurden Leistungsvereinbarungen im Sinne einer "wirkungsorientierte Pastoral" formuliert. Das soll im Sinne des "New Public Managements" erlauben, die personellen und finanziellen Ressourcen möglichst gezielt einzusetzen und die Tätigkeiten in einem ständigen Prozess zu überprüfen. Die Leistungsvereinbarungen werden auch eine Grundlage sein für die Pastoral- und Finanzplanung. Die einheitlich abgefassten Leistungsvereinbarungen bieten zudem mehr Transparenz, sie ermöglichen eine bessere Vernetzung und Abstimmung der Tätigkeiten. Die Leistungsvereinbarungen gelten als Wegweiser für die nächsten vier Jahre. Dann wird man die Tätigkeiten erneut überprüfen, Schlussfolgerungen ziehen und sie allenfalls neuen Bedürfnissen anpassen. Der Kirchenrat und die Dekanenkonferenz haben die Leistungsvereinbarungen inzwischen verabschiedet. An der Synode-Sitzung soll über das Projekt berichtet werden.

Die Synode ist das staatskirchenrechtliche Parlament der Römisch-katholischen Kirche im Aargau. Sie besteht aus 200 Mitgliedern, die von den 97 Kirchgemeinden gewählt werden. Im Frühjahr und im Herbst tritt sie jeweils zur ordentlichen Sitzung zusammen. Die Synode-Sitzung ist öffentlich und kann von Interessierten von der Zuschauertribüne des Grossratssaales aus mitverfolgt werden. (27.10.2004/lak/mb)

Vor 150 Jahren zogen die Wettinger Mönche ins Ausland
Vor 150 Jahren, am 8. Juni 1854 zogen die aus Wettingen vertriebenen Zisterziensermönche in das ehemalige Benediktinerstift Mehrerau bei Bregenz. Einige Jahre zuvor, am 26. Januar 1841 verfügte die Regierung des Kantons Aargau, dass das Zisterzienserkloster in Wettingen zusammen mit anderen Klöstern im Aargau aufzuheben sei. Die Mönche zogen zunächst nach Buonas und dann nach Werthenstein, bevor sie ins Ausland nach Bregenz auswanderten. Dort soll die vertriebene Mönchsgemeinschaft von der Bevölkerung mit einem Freudenfest empfangen worden sein. Mit einem festlichen Gottesdienst und einer Sonderpublikation soll in diesem Sommer der 150. Geburtstag der Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau gefeiert werden, wie das St. Galler Tagblatt vom 30. Januar berichtet.

Mit dem Umzug kamen die Mönche in ihre alte Heimat zurück, denn das Kloster in Wettingen, 1227 gegründet, wurde von Zisterziensern aus Salem am Bodensee besiedelt. Die Zisterzienser sind ein benediktinischer Ordenszweig. Das nach Bregenz ausgewanderte Kloster trägt bis heute den Doppelnamen "Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau". Das ursprünglich 1097 von Benediktinern gegründete Kloster Mehrerau wurde 1806 säkularisiert und verwüstet und bis zur Ankunft der Wettinger Mönche als Fabrik, Kaserne und Druckerei verwendet. Zu den Zisterziensern, die damals nach Mehrereau kamen, gehörte auch der Komponist des Schweizerpsalmes, Pater Alberich Zwyssig die Originalpartitur des Schweizerpsalmes wird immer noch in Mehrerau aufbewahrt. Heute leben noch 33 Mönche dort, 25 davon sind Priester. Sie führen ein Privatgymnasium, ein Sanatorium sowie einen Landwirtschaftsbetrieb und das Restaurant "Klosterkeller". Geleitet wird die Gemeinschaft von Abt Kassian Lauterer. Seine Verbundenheit mit Wettigngen zeigt das Kloster am Bodensee auch dadurch, dass auf seiner Website ein Link zur Kirchegmeinde Wettingen zu finden ist. (31.01.04/mb)


Wertvolle Begegnung am "interkulturellen Stammtisch"
Flüchtlinge erzählen von ihrer Flucht, von ihrem Leben heute in der Schweiz, von ihrem früheren Leben in der Heimat. Sorgen und Angst werden im Blick zurück spürbar, dann aber Hoffnungen für die Zukunft und Freude über das bisher Gelungene. Schweizerinnen und Schweizer hören interessiert zu, fragen nach, erzählen von eigenen Erlebnissen und Erfahrungen. Das ist der "Interkulturelle Stammtisch", der bereits zum zehnten Mal stattfand.

Man traf sich wie meistens in Buchs, im Restaurant "Win Long", das von zwei Vietnamesinnen geführt wird, selber ehemalige Flüchtlinge. Die Idee zum Interkulturelle Stammtisch hatte Urs Fischer, Leiter der Abteilung Flüchtlingshilfe bei der Caritas Aargau. Sein Anliegen ist, Flüchtlinge, auch inzwischen eingebürgerte, und Einheimische miteinander ins Gespräch zu bringen und Probleme bewusst zu machen. Und erfreut kann er feststellen: "Jedesmal werden am Schluss Adressen ausgetauscht!" So war es auch diesmal. Per E-Mail lädt er jeweils zum Treffen ein und stellt den Abend unter ein bestimmtes Thema. Schwerpunkt des Gespräches war diesmal: "Ferienreise - Fluchtreise". Eine Türkin erzählte vom "Ferienland Türkei". Ein Ehepaar aus dem Irak erinnerte sich an die dramatische und voller Angst ausgestandene Flucht mit den zwei Kindern von Bagdad über die Türkei in die Schweiz, eine Flucht ins Ungewisse. Nach der Erinnerung an die Zeit in Bagdad wurde auch die Integrationsarbeit in der Schweiz angesprochen. Durch persönliche Kontakte vermittelt zum Beispiel die Irakerin ihren Landsfrauen die Gewohnheiten und "Regeln" in der Schweiz. Sie möchte dazu beitragen, dass die Frauen die Gelegenheit benützen und sich hier "emanzipieren". Die Gesprächsgruppe an diesem Abend war nicht gross, vielleicht war es gerade deshalb eine sehr persönliche und wertvolle Begegnung. (24.06.04/mb)


Wie nützlich ist das Integrationsprojekt "Kompass" der Caritas Aargau?
"Ich habe keine Angst mehr, Deutsch zu sprechen. Vor Kompass hatte ich viel Angst - Angst falsch zu sprechen." Das sagt ein Flüchtling, der den Kompass-Kurs besucht hat. "Kompass" ist ein Integrationsprojekt der Caritas Aargau und richtet sich an anerkannte Flüchtlinge. Während jeweils sechs Monaten können Menschen mit einem positiven Asylentscheid ihre Deutschkenntnisse verbessern und konkretes Wissen erarbeiten, um ihren Alltag und die berufliche Zukunft besser zu gestalten. Die Sozialwissenschafterin Nadia von Holzen von der Universität Bern wollte es genauer wissen und hat die Wirksamkeit des Projektes in einer umfassenden Diplomarbeit untersucht. Das Resultat ist eindeutig: Sämtliche Teilnehmende von zwei Kompass-Kursen sagen, dass sie dank Kompass Deutsch nicht nur verstehen, sondern auch deutlich besser sprechen gelernt haben. Die Caritas Aargau führt den Integrationskurs bereits seit über fünf Jahren durch. Getragen wird das Projekt vom Bund und von der Caritas Aargau. Im Informationsblatt "da & dort" Nr. 13 vom April 2004 fasst Kurt Brand, Stellenleiter der Caritas Aargau, das Ergebnis der Auswertung zusammen.

Für 82 Prozent der Flüchtlinge sei die Informationsvermittlung hilfreich, und sie würden die Informationen zur Schweiz und zum Leben in der Schweiz als wichtig erachten. 88 Prozent der Flüchtlinge bewältige nach dem Kursbesuch Telefongespräche selbständig, und der grössere Teil gehe nun ohne Dolmetscher zum Arzt oder könne ein Elterngespräch mit den Lehrkräften selbständig führen. Neben den Betroffenen selber wurden auch die Sozialstellen nach der Nützlichkeit des Integrationskurses befragt. Die betreuenden Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter stellen bei fast zwei Dritteln der Kursteilnehmenden eine Verbesserung des Befindens und ein gestärktes Selbstvertrauen fest. 75 Prozent der Flüchtlinge hätten nach dem Besuch von Kompass zudem konkrete Schritte und Vorhaben realisiert. Vor allem der Wunsch nach einer autonomeren Lebensbewältigung sei bei vielen Teilnehmenden gewachsen, wird positiv vermerkt.

Ein Problem aber bleibe, wie Brand weiter aus der Untersuchung berichtet. 52 Prozent der Flüchtlinge geben nämlich an, dass sie kaum Kontakt zu Deutschsprachigen hätten. Der Caritas-Stellenleiter meint dann, dass in diesem Bereich auch "wir Schweizerinnen und Schweizer" angesprochen seien. Nur wenn wir gegenüber Fremdsprachigen offen seien und das Gespräch suchten, würden wir die Möglichkeit für eine nachhaltige Integration schaffen, denn diese finde nur über soziale Kontakte statt. (09.04.04/kb/mb)


Wie soll die Jugendseelsorge Fricktal künftig ausgerichtet sein?
Eine Arbeitsgruppe der regionalen Jugendseelsorge Fricktal hat sich Gedanken gemacht über die künftige Ausrichtung der Arbeitsstelle und ihre Vorstellungen in einem Modell formuliert. Das Modell sieht vor, wie an einem Mediengespräch der Jugendseelsorgestelle erläutert wurde, dass ein Grundstock von Angeboten wie bisher regional für das ganze Fricktal angeboten und dementsprechend auch von allen Kirchgemeinden finanziert wird. Zusätzlich zu diesem Grundangebot sollen Aktivitäten der Jugendseelsorge, die nur von einzelnen Pfarreien oder Seelsorgeverbänden gewünscht werden, in Form von Leistungsaufträgen mit den einzelnen Seelsorgeverbänden geregelt werden.

Das Modell wurde an der März-Sitzung des Dekanates Fricktal von den hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern bereits ausgiebig diskutiert. Es habe sich dabei herausgestellt, dass die Bedürfnisse und Vorstellungen in den verschiedenen Pfarreien sehr unterschiedlich und teilweise widersprüchlich seien. Die grossen Unterschiede hätten sich vor allem in der Frage gezeigt, wie gross jeweils das Angebot der regionalen Jugendseelsorge und wie gross das Angebot der lokalen Pfarrei sein soll. Anlass zur Diskussion unter den Seelsorgenden gab auch die Frage nach den inhaltlichen Schwerpunkten der Jugendseelsorgestelle und die Frage, welche Angebote in den "Grundstock" der regionalen Angebote gehörten. Das Dekanat hat an der März-Sitzung noch nicht definitiv Stellung genommen und wird sich noch einmal im April an einer Sondersitzung damit befassen. Das Dekanat wird dann gleichzeitig eine Empfehlung an die Kirchgemeinden erarbeiten. Aufgrund der Empfehlung, die im Mai mit den Vertreterinnen und Vertretern der Kirchgemeinden noch diskutiert wird, soll in einem letzten Schritt das definitive Modell ausgearbeitet und an der Delegiertenversammlung der Jugendseelsorge Fricktal vom 15. September 2004 zur Abstimmung vorgelegt werden. (20.03.04/jsf/mb)


Zusammenschluss der Muslime im Aargau
Im März 2004 ist nach Zürich und Bern auch im Aargau eine kantonale Organisation für Muslime gegründet worden. Das teilt der neu gegründete "Verband Aargauer Muslime" (VAM) in einem Brief mit. Die Organisation will eine zentrale Anlaufstelle für Muslime und Nichtmuslime im Aargau sein. Sie will weiter die Anliegen der Muslime im Bereich Bildung, Erziehung und Integration unterstützen, die interreligiöse Zusammenarbeit fördern, muslimische soziale Diensten aufbauen und eine dem islamischen Glauben entsprechende Bestattung von Muslimen ermöglichen. Die Organisation will sich zudem für eine öffentlich-rechtliche Anerkennung des Islam im Kanton Aargau einsetzen, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Der Verband zählt zur Zeit sieben Vereinigungen als Mitglieder: Die Schweizerische Islamische Glaubensgemeinschaft SIG (Aarau, Wohlen, Möhlin), den Verband Islamischer Kulturzentren VIKZ (Baden, Neuenhof, Staufen), die Islamisch-albanische Gemeinschaften (Brugg, Bözen, Reinach, Kirchdorf), die Türkisch-Islamische Stiftung für die Schweiz ITDV (Buchs, Reinach, Seon, Kleindöttingen), den Dzemat der Islamischen Gemeinden Bosniens (Lenzburg, Koblenz, Teufenthal, Zofingen), den Islamischen Kulturverein Bab-i Reyhan (Rheinfelden) und den Trägerverein der Zeitschrift «Die Barmherzigkeit» (Turgi).

Zwischen den verschiedenen islamischen Gruppierungen, meist ethnisch oder sprachlich ausgerichtet, bestehen in der Regel weder auf schweizerischer noch auf kantonaler oder regionaler Ebene Beziehungen. Kantonale Dachverbände gab es bisher nur in den Kantonen Zürich und Bern. Die Zusammenarbeit auf nationaler Ebene will die "Koordination islamischer Organisationen der Schweiz" (KIOS) fördern. In der Mitteilung des Aargauer Verbandes wird es als wichtiges Anliegen bezeichnet, "mit allen interessierten Kreisen aus Politik und Gesellschaft sowie Behörden aktiv zusammenzuarbeiten". Und der Verband möchte helfen, "anstehende Probleme zu lösen und dadurch einen Beitrag zur besseren Integration der Muslime in die hiesige Gesellschaft leisten". Präsident des Verbandes ist Halit Duran, Turgi. Kontaktadresse: Verband Aargauer Muslime (VAM), Postfach 1453, 5401 Baden, v.a.m@schweiz.ch. (28.12.2004/vam/mb)

 

 

 

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