Römisch-Katholische Landeskirche des Kantons Aargau
Feerstrasse 8, 5001 Aarau
Telefon 062 832 42 73, Fax 062 822 11 61
landeskirche@ag.kath.ch, www.kathaargau.ch
|
|
|
Integrationsförderung als diakonischer Auftrag der Kirche
Synodale für Schaffung einer verwaltungsexternen Integrationsstelle im Aargau
Im Zentrum der Herbst-Synode, dem Parlament der Römisch-Katholischen Landeskirche im Aargau, steht die Schaffung einer Aargauer verwaltungsexternen Fachstelle für Integration. 132 Synodale aus dem ganzen Kanton debattierten am 4. November 2009 im Grossratssaal. Nebst der Integrationsförderung stand die kirchliche Hochschulbildung und die Wahl von Carla Bättig in den Kirchenrat auf der Traktandenliste. Synodepräsident Martin Egli aus Muri leitete souverän durch die Versammlung. Allen Anträgen wurde zugestimmt.
Integrationsbemühungen im Kanton stärken
Das Integrationskonzept des Kantons sieht die Einrichtung einer verwaltungsexternen Fachstelle für Integration vor. Regierungsrat Dr. Urs Hofmann führte aus, dass im Zentrum die Vernetzung der Akteure im Integrationsbereich stehe. Um der Verwaltungsunabhängigkeit gerecht zu werden und damit der ausländischen Bevölkerung den Zugang zu erleichtern, sehe das Konzept als Träger die wichtigen, verwaltungsunabhängigen Akteure im Integrationsbereich vor. Nebst den Hilfswerken und Sozialpartnern bringen die Landeskirchen ein grosses Wissen in der Integrationsarbeit mit der ausländischen Bevölkerung mit. Die Synodalen schlossen sich den Argumenten des Kirchenrates an, Integration sei ein Kernauftrag der Diakonie und für das Zustandekommen der Fachstelle sei die finanzielle Beteiligung der Landeskirchen entscheidend. Für die 100‘000 Zugewanderten im Kanton bietet die Stelle eine Möglichkeit, sich in Migrati-onsfragen unkompliziert und unabhängig beraten zu lassen.
Zürich und Luzern sind einige Schritte weiter
Julia Morais, Integrationsbeauftragte des Kantons Zürich, berichtete in einer eindrücklichen Präsentation über die Struktur der Integrationsstelle in ihrem Kanton. Nicht minder interessant ging die Stellenleiterin der verwaltungsexternen Fachstelle im Kanton Luzern auf Aufgaben, Schnittstellen und Erfahrungen ein. Themen in der anschliessenden Diskussion waren der Diakoniebegriff und die Kosten. Der Antrag des Kirchenrates wurde schliesslich grossmehrheitlich angenommen.
Positiver Anlauf der kirchlichen Bildungsarbeit im Hochschulbereich
Seit 2007 wird in einem Pilotprojekt kirchliche Bildungsarbeit im Hochschulbereich angeboten. Die ökumenische Fachstelle „Religion Technik Wirtschaft“ an der Fachhochschule Nordwestschweiz ist gut angelaufen. Gemäss dem Kirchenrat, konnte seit dem Herbstsemester 2007 das kirchliche Bildungsangebot, unter Leitung von Asha De, kontinuierlich ausgebaut werden. Die Resonanz seitens der Studierenden als auch der Hochschulleitungen und Dozierenden ist gut. Die beiden Module in diesem Semester zu den Themen „Hirnforschung Freiheit Respekt“ und „Aufgeklärte Welt und Religion – ein Paradox“ sind gut besucht. Die seelsorgerische Beratung wird sowohl von Studierenden als auch Dozierenden rege genutzt. Die Mehrheit der Synodalen begrüsst den Ausbau der kirchlichen Bildungsarbeit, der sich bisher auf die kantonalen Schulen konzentrierte, und beschloss die Weiterführung der Fachstelle bis vorerst 2013.
Senkung des Zentralkassenbeitrages
Traditionell wird an der Herbst-Synode das Budget des kommenden Jahres beschlossen. Als oberstes Organ der Röm.-Kath. Landeskirche im Aargau obliegt der Synode die Finanzkompe-tenz. Die Synodalen folgten dem Antrag des Kirchenrates, den Zentralkassenbeitrag um 0,05% auf 2,7% zu senken. Die finanzielle Situation der Landeskirche erlaubt einen solchen Schritt, so die Begründung des Kirchenrates. Für die Kirchgemeinden bedeutet die Senkung eine will-kommene finanzielle Entlastung im Umfang von 250‘000.00.
Diskussion um Beitrag an die Clinica Madre Bernarda in Cartagena/Kolumbien
Angeregt durch das interessante Votum der Bistumsregionalverantwortlichen Sibylle Hardegger über das Projekt Clinica Madre Bernarda in Cartagena/Kolumbien, stellte ein Synodemitglied spontan den Antrag für einen Beitrag an diese Klinik im Betrag von 100‘000.00 (Information zu diesem Projekt in der beigefügten Powerpoint-Präsentation). Nach einer intensiven Diskussion, bei der verschiedene Ideen zur Finanzierung vorgebracht wurden, lehnten die Synodemitglieder die Anträge zu diesem Projekt schliesslich ab. Nicht das Projekt als solches war umstritten, sondern Form und Zeitpunkt des Beitrages. Trotzdem haben diese Schulen, Krankenhäuser und Sozialeinrichtungen in Kolumbien, die notabene von der Heiligen Maria Bernarda aus Auw gegründet wurden, gute Chancen, im Rahmen der bestehenden Budgetposition Mission und Entwicklung unterstützt zu werden.
Neue Kirchenrätin für das Ressort Spital-, Klinik- und Heimseelsorge
Mit der Wahl von Thomas Mauchle als neuer Bistumsregionalverantwortlicher der Bistumsregion St. Urs, wird im Kirchenrat ein Sitz frei. Mit dem ausgezeichneten Resultat von 131 von 132 Stimmen wählten die Synodalen Carla Bättig in den Kirchenrat. Sie wird ab Januar 2010 das Ressort Spital-, Klinik- und Heimseelsorge übernehmen. Als hauptamtliche Katechetin mit Auf-gaben in der Katechese und der Seelsorge bringt die Menzikerin ideale Voraussetzungen für dieses wichtige Ressort mit.
Die Synode, das Parlament Landeskirche
Die 150 Delegierten aus den 97 römisch-katholischen Kirchgemeinden treten zweimal jährlich zur ordentlichen Sitzung im Grossratsgebäude zusammen. Die Synodalen vertreten rund 224‘422 im Kanton Aargau lebende Katholiken und damit einen Bevölkerungsanteil von rund 38%.
Medienmitteilung (4.11.2009)
Clinica Madre Bernarda (4.11.2009)
Die Beschlüsse im Einzelnen
An der ordentlichen Herbstsitzung der Römisch-Katholischen Synode vom 4. November 2009 in Aarau wurden folgende Beschlüsse gefasst und Wahlen vorgenommen:
Aarau, 4. November 2009
Der Präsident Der Sekretär
Martin Egli Marcel Notter
Fotos der Herbst-Synode