Römisch-Katholische Landeskirche des Kantons Aargau
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Luc Humbel neuer Kirchenratspräsident der Landeskirche

Der Kirchenrat in seiner neuen Zusammensetzung (2. Reihe v.l. Heinz Altorfer, Evelyne Wernli-Meier, Luc Humbel, Maria-Pia Scholl, Ruedi Hagmann; 1. Reihe v.l. Rolf Steinemann, Josef Stalder, Carla Bättig-Knüsel, Georg Umbricht)

An ihrer letzten Sitzung der 27. Amtsperiode 2007 – 2010/11 tagte heute die Synode der Römisch-Katholischen Landeskirche des Kantons Aargau in Aarau

Zu ihrer traditionellen Herbstsitzung trat heute die Synode, das Kirchenparlament der Römisch-Katholischen Landeskirche des Kantons Aargau, im Grossratssaal in Aarau zusammen. Mit der letzten Sitzung in dieser Amtsperiode wurde nicht nur das Engagement der scheidenden Synodalen verdankt. Verabschiedet wurde nach fast zehnjähriger Tätigkeit in der Landeskirche auch Kirchenratspräsidentin Barbara Cavelti. Am heutigen Tag übergab sie ihrem Nachfolger, Luc Humbel, den «Amtsschlüssel». Diskussionslos stimmte die Synode einem Vorprojektierungskredit zur Erweiterung des Seminarbereiches in der Propstei Wislikofen zu.


Luc Humbel und Evelyne Wernli-Meier neu im Kirchenrat der Landeskirche
Nach der Demission von Kirchenratspräsidentin Barbara Cavelti, welche neu die Leitung der Sektion Integration im kantonalen Migrationsamt übernimmt, wurde eine Findungskommission mit der Suche nach einer geeigneten Nachfolge betraut. Die Synodalen folgten der Empfehlung der Findungskommission und wählten Luc Humbel zum Präsidenten des Kirchenrates. In seinem Votum ging Luc Humbel auf die aktuelle Diskussion um Kruzifixe und Kreuze wie auch auf die vom Grossen Rat gestern abgelehnte Motion ein, welche eine Aberkennung der Landeskirche gefordert hatte. «Die Landeskirche braucht sich der aktuellen Diskussion nicht zu scheuen», so Luc Humbel in seiner Rede vor der Wahl. Er wolle in der Kirche eine aktive Rolle spielen. Luc Humbel tritt das Amt per sofort an und wird den Kirchenrat für die restliche Amtsperiode, welche im Kirchenrat bis Sommer 2011 dauert, präsidieren. Der 43-jährige Familienvater lebt in Brugg und ist Partner der Anwaltskanzlei Miotti Humbel Kersten.
Ebenfalls in den Kirchenrat gewählt wurde Evelyne Wernli-Meier. «Es ist wichtig, allen Kindern und Jugendlichen dieselben Chancen und Möglichkeiten fürs Leben zu bieten», meinte die für das Ressort Jugend zuständige Kirchenrätin. Dafür werde sie sich in ihrem Amt einsetzen. Evelyne Wernli-Meier ist Präsidentin der CVP Frauen Aargau und wohnhaft in Mellingen.

Synode stärkt Seminarbetrieb der Propstei Wislikofen
Seit 30 Jahren beherbergt die Landeskirche im ehemaligen Benediktinerkloster das Bildungs- und Seminarhaus Propstei Wislikofen. Das im Zuge der Säkularisierung aufgehobene Kloster befand sich bis zum Kauf durch die Landeskirche in einem desolaten Zustand. Heute stehen die geschichtsträchtigen Mauern unter eidgenössischem und kantonalem Denkmalschutz. Anfang 2010 wurde ein Grossteil der ehemaligen Klosterzellen und heutigen Hotelzimmer renoviert und neu ausgestattet. Bei den Gästen würden die im «klösterlichen» Stil neu eingerichteten Zimmer auf ein positives Echo stossen, so Kirchenrat Rolf Steinemann. Die Sanierung könne als ein Erfolg bezeichnet werden. Die Synode folgte dem Antrag des Kirchenrates und genehmigte die Kreditabrechnung von 655‘664 Franken einstimmig.
Unterbreitet wurde der Synode auch ein Antrag zur Erweiterung des Seminarbereiches. Hier stösst die Propstei an ihre Kapazitätsgrenzen. Die heutigen Raumverhältnisse erlauben es nicht, gleichzeitig zwei grössere Gruppen zu beherbergen. Die dadurch verursachte tiefere Auslastung im Bereich Hotellerie führe zu Umsatzeinbussen von jährlich 150‘000 Franken, was 12 % des Umsatzes entspreche, so der Kirchenrat. Deshalb beauftragte er eine Projektkommission mit der Durchführung eines Ideenwettbewerbes. An die Projekteingaben wurden hohe Anforderungen gestellt: Die Vorschläge sollten Verbesserungsmöglichkeiten für die bisherige Raumgestaltung von Speisesaal und dem bestehenden Seminarraum aufzeigen und gleichzeitig dem Denkmal- und Umgebungsschutz gerecht werden. Diesen Ansprüchen gerecht wurde das Projekt des Architekturbüros «Eins zu Eins» aus Aarau. Die Synode folgte dem Antrag des Kirchenrates zur Erweiterung des Seminarbereichs und stimmte dem Vorprojektierungskredit von 95‘000 Franken einstimmig zu. Der eigentliche Ausführungskredit, welcher die Höhe von 2 Mio. Franken nicht überschreiten soll, wird der Synode im Frühjahr 2011 unterbreitet. Damit sendet die Synode ein positives Signal zur Stärkung der Propstei Wislikofen als Seminarhaus mit überregionaler Ausstrahlung aus.

Voranschlag 2011: Beitragssatz der Kirchgemeinden an Landeskirche gleich hoch trotz Steuereinbussen
Ebenfalls einstimmig genehmigte die Synode den Voranschlag 2011. Für das nächste Jahr rechnet die Landeskirche mit Einnahmen von 16‘148‘000 Franken bei einem unveränderten Zentralkassen-Beitragssatz von 2.70 %. Aufgrund von Steuereinbussen bei den Kirchgemeinden müssen zum Ausgleich des Voranschlages 549‘000 Franken aus der allgemeinen Reserve entnommen werden. Zu schaffen machten den Kirchgemeinden in dem für die Budgetierung relevanten Jahr 2009 vor allem Einbussen bei den Quellensteuern. Spürbar waren auch die Auswirkungen der Steuergesetzrevision und die Folgen der Wirtschaftskrise. Bereits für das nächste Jahr geht die Landeskirche von einer Erholung der Finanzsituation aus. Da die Landeskirche in den vergangenen Jahren eine gute Ertragssituation auswies und die Kirchgemeinden nicht zusätzlich belastet werden sollten, sah der Kirchenrat von einer Erhöhung des Beitragssatzes ab.

Verabschiedungen und Ausblick auf die neue Amtsperiode
Mit einer Standing-Ovation verabschiedete die Synode Kirchenratspräsidentin Barbara Cavelti, welche während fast zehn Jahren den Kirchenrat präsidierte. Im Sinne ihres Aufrufes an der Frühjahrssynode 2010, man solle in der Kirche auftreten anstelle auszutreten, verdankte Synodepräsident Martin Egli ihr engagiertes Auftreten. In ihrer Abschiedsrede wies Barbara Cavelti auf die kommenden Herausforderungen der Kirche hin und dankte für das ihr stets entgegengebrachte Vertrauen. Verabschiedet wurde auch Synodepräsident Martin Egli. Vize-Präsident Peter Neuhaus dankte ihm für sein langjähriges Wirken zum Wohle der Landeskirche.
Mit einem anschliessenden Apéro wurde das Engagement der Synodalen gewürdigt. Rund ein Drittel wird in der nächsten Amtsperiode nicht mehr in der Synode vertreten sein. Gleichzeitig mit der konstituierenden Sitzung der Synode am 12. Januar 2011 begeht die Landeskirche mit einer Feier ihr 125-Jahr-Jubiläum.

3.11.2010 / CS


 




Aufgeschaltet am 3. November 2010

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