Kirchliches Energie- und Umweltmanagement

Das Umweltmanagementsystem Grüner Güggel hilft Kirchgemeinden und kirchlichen Institutionen, ihre Umweltauswirkungen zu erfassen und zu reduzieren. Gemeinsam festgelegte Ziele führen zu stetigen Verbesserungen. Die oeku bildet auch kirchliche UmweltberaterInnen aus.

Ökofonds

Mit der Schaffung des Ökofonds-Reglementes setzt die Römisch-Katholische Landeskirche des Kantons Aargau ein deutliches Zeichen für die Bewahrung der Schöpfung.Weil Massnahmen zur rationellen Energieanwendung, zur Nutzung erneuerbarer Energien und zum Klimaschutz bei neuen Investitionen zu Mehraufwand führen können, will der Kirchenrat mit der Schaffung eines Ökofonds finanzielle Anreize für
die Kirchgemeinden schaffen.

Energie sparen und die Umwelt schützen in der Kirchgemeinde? Der Ökofonds der Landeskirche unterstützt Sie dabei!

Grüner Güggel

Die Schwerpunkte setzt die Kirchgemeinde selber: Sie kann je nach Möglichkeiten und Prioritäten ihre Akzente setzen beim Sparen von Energie und Wasser, bei der Umgebungsgestaltung, bei der Förderung der Vielfalt von einheimischen Pflanzen und Tieren auf dem Kirchenareal, beim Einkauf von umweltgerechten Produkten oder bei der Abfalltrennung.

Durchläuft eine Kirchgemeinde das vorgegebene 10-Punkte-Programm und lässt sie ihr Umweltmanagement von einer qualifizierten Fachperson begutachten, erhält sie von der oeku das Zertifikat Grüner Güggel.

Kick-Off Konvoi Grüner Güggel

Am 24. November 2018 fand für die am Konvoi zum Grünen Güggel teilnehmenden Kirchgemeinden eine Start-Veranstaltung in Schöftland statt. Der Grüne Güggel ist ein Umweltmanagementsystem, der zu einer stetigen Verbesserung der Umweltbilanz führt. Dazu gehört beispielsweise die Optimierung des Ressourcenverbrauchs, die Einsparung von Betriebskosten oder die Erhöhung der Biodiversität im Pfarrgarten. Neben der Landeskirche, die ihre Verwaltungsliegenschaft in Aarau zertifizieren will, sind auch die Kirchgemeinden Brugg und Schöftland dabei. Bereits ist absehbar, dass weitere Kirchgemeinden mitmachen werden. An der Kick-off-Veranstaltung lernten sich nun die mehr als ein Dutzend Teilnehmenden kennen, profitierten von wertvollen Informationen von Projektbegleiter Andreas Frei, was eine nachhaltige Kirchgemeinde ausmacht und erhielten eine Gesamtschau über das gemeinsame Projekt. Als nächstes kommen nun in den teilnehmenden Kirchgemeinden und der Landeskirche Umweltteams zum Einsatz; erste Termine für Besprechungen zum Vorgehen wurden direkt am Anlass vereinbart. Noch besteht die Möglichkeit, beim Konvoi mitzumachen. Interessierte Kirchgemeinden wenden sich für weitere Informationen bitte an Generalsekretär Marcel Notter, marcel.notter@kathaargau.ch.

Lehrgang Kirchliches Umweltmanagement

oeku Kirche und Umwelt bildet in einem praxisnahen und kompakten Lehrgang
kirchliche UmweltberaterInnen aus. Diese Personen verfügen über
die Kenntnisse und Kompetenzen, Kirchgemeinden und kirchliche Institutionen
als Coaches zum Zertifikat «Grüner Güggel» zu führen.

Kontakt und Auskunft

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Dr. Claudia Mennen
Fachstellenleiterin Bildung und Propstei Wislikofen, Bibliodrama und Seelsorge
Telefon 056 201 40 48
claudia.mennen@kathaargau.ch

Geschäfts- und Zertifizierungsstelle Grüner Güggel oeku Kirche und Umwelt
Schwarztorstrasse 18
Postfach
3001 Bern
Telefon 031 398 23 45
info@oeku.ch
Website

Weg vom Öl: Kirchen sparen Energie

Der Ökofonds der Aargauer Landeskirchen ist ein Erfolgsmodell. Am meisten Geld floss bisher in den Ersatz von Ölheizungen – ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. An einer Baufachtagung in Suhr zogen die Verantwortlichen eine positive Zwischenbilanz.

Papst Franziskus hätte Freude: Ganz im Sinne seines Umweltschreibens «Sorge für das gemeinsame Haus» versammelten sich am 10. November rund 60 Personen zu einer kirchlichen Baufachtagung im Pfarreizentrum von Suhr. Bauverantwortliche, Sigristen und Kirchenpflege-Mitglieder aus 30 reformierten und katholischen Kirchgemeinden waren dabei. Begrüsst wurden sie von Marcel Notter, dem Generalsekretär der katholischen Kirche im Aargau. «Franziskus geht es um die nachhaltige Entwicklung auf unserem Planeten. Was können unsere Kirchen dazu beitragen?», fragte Notter. «Kein einfaches Erbe» sei der Betrieb und der Unterhalt der kirchlichen Gebäude, meinte er, doch es gebe zunehmend gute Beispiele. Einige davon wurden an der Baufachtagung vorgestellt.

Jährlich 1 Million Kilowattstunden gespart
Genau 100 Gesuche um finanzielle Unterstützung bei energetischen Massnahmen sind bei der katholischen Kirche in den letzten Jahren eingegangen. Dies die aktuelle Bilanz von Kirchenrat Rolf Steinemann, der den Ökofonds seit dessen Gründung präsidiert. Vor einem Umbau oder einer Sanierung sei es besonders sinnvoll, die Gebäude auf ihre Schwachstellen zu untersuchen und von einer Fachperson verschiedene Lösungen berechnen zu lassen. Die Hälfte aller Gesuche hätten solche Abklärungen vor oder während Bauprojekten betroffen. Bei der anderen Hälfte sei es um konkrete Massnahmen wie die Isolation einer Kirchendecke, den Ersatz einer Ölheizung oder den Bau einer Solaranlage gegangen. «Weg vom Öl» will auch Pius Hüsser, der die Landeskirche als Energiefachmann berät. Er zieht ein positives Fazit: «Die von uns untersuchten Gebäude stossen pro Jahr 300 Tonnen weniger CO2 aus.» Dazu habe auch die Installation von Heizungssteuerungen in Kirchen beigetragen – eine Massnahme, die in Suhr von zwei Spezialisten vorgestellt wurde.

Umweltmanagement ist der nächste Schritt
Seit diesem Jahr fördern die Ökofonds der beiden grossen Aargauer Landeskirchen auch die Einführung eines Umweltmanagements. Was in Firmen verbreitet ist, hält in der Kirche zunehmend Einzug. «Kirchgemeinden sind wie kleine KMUs, da gehört ein Umweltmanagement dazu. Dieses hilft beim Sparen von Ressourcen, das ist ökologisch und finanziell sinnvoll», sagt Andreas Frei, der das Label «Grüner Güggel» an der Tagung vorstellte. Frei begleitet eine Gruppe von Kirchgemeinden, die demnächst ein Umweltmanagement einführen. Die beiden Ökofonds unterstützen dies mit 3000 Franken pro Kirchgemeinde.

Förderprogramme arbeiten Hand in Hand
Mit den Ökofonds ergänzen die Landeskirchen das Gebäudeprogramm des Bundes und die Förderangebote des Kantons Aargau. Der Leiter der Sektion Energieeffizienz beim Kanton Aargau, Stephan Kämpfen, begrüsst die Sparbemühungen der Landeskirchen. Diese seien ein Beitrag zur Energiewende – weg von CO2-Emissionen und hin zu mehr Effizienz. An der Tagung lud er die Kirchgemeinden dazu ein, auch die Beratungs- und Förderinstrumente des Kantons zu nutzen.
Abschliessend schlug Marcel Notter noch einmal den Bogen zum Tagungsthema «Unser gemeinsames Haus»: Auf seiner Suche nach einem passenden Geschenk für die Referenten war er auf die Wildbienen-Häuser der Stiftung Brändi gestossen. Neun solche Bienenhäuser kommen dadurch zum Einsatz – ein weiterer kleiner Beitrag zum nachhaltigen Miteinander von Mensch und Umwelt.

Kurt Aufdereggen
12. November 2018