Bildung Mobil
Klosterstrasse 12, 5430 Wettingen
Telefon 056 438 09 40, Fax 056 438 09 37
bildung-mobil@ag.kath.ch, www.kathaargau.ch/bildung-mobil



EduQua - Schweizerisches Qualitätszertifikat für Weiterbildungsinstitutionen
Startseite

Verschwiegene Wunden - Sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche erkennen und verhindern

Wunibald Müller
Mit einem Vorwort von Anselm Grün

Kösel Verlag
München 2010
ISBN 978-3-466-37000-9
 

Schweigen
kann etwas Schönes sein. Es kann helfen, mit sich, mit dem Tieferen in einem selbst, in Berührung zu kommen, ja, Gott zu spüren.
Verschweigen dagegen kann verheerende Folgen haben. ... Ich verschweige eine Wirklichkeit, manchmal eine Wahrheit.
Wunden, die verschwiegen werden, obwohl sie da sind und zu meiner Wirklichkeit und Wahrheit gehören, schwären vor sich hin. Sie können nicht heilen. Es sei denn, ich sehe zu ihnen, verschweige sie nicht länger. (Wunibald Müller S. 11)



Der Theologe, Psychologe und Psychotherapeut Wunibald Müller stellt sich mit seinem Buch „Verschwiegene Wunden“ dem traurigen und erschütterndem Thema des sexuellen Missbrauchs, mit dem unsere Kirche in den letzten Monaten negative Schlagzeilen gemacht hat. Die Tatsache, dass Amtsträger unserer Kirche ihre Autorität, ihr Ansehen und das ihnen geschenkte Vertrauen zur sexuellen Ausbeutung Schutzbefohlener missbrauchten, hat unserer Kirche und der Glaubwürdigkeit des Evangeliums schweren Schaden zugefügt. So schmerzlich diese Krise auch für die Kirche sein mag, so notwendig ist sie, darauf weist Müller hin, damit endlich die Opfer dieser unfassbaren Taten in einen Prozess der Heilung eintreten können.
Wunibald Müller, der zusammen mit Anselm Grün das Resollectio-Hauses der Abtei Münsterschwarzach leitet , fordert mit seinem Buch die Kirche auf, Verantwortung als Institution zu übernehmen, und zwar in vielfälltiger Hinsicht: Den Opfern muss endlich Gehör geschenkt werden und Genugtuung geschehen. Doch muss sich die Kirche auch dem Thema Sexualität, und ganz besonders auch der Homosexualität, in einer offenen Art und Weise stellen. So gibt Müller detailliert Antworten auf die in der Öffentlichkeit gestellten Fragen: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Zölibat und sexuellem Missbrauch? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Pädophilie und Homosexualität? Sollen homosexuell empfindende Männer zum Priester geweiht werden? Müller verwahrt sich auch dagegen, die Täter und deren Angehörigen einfach abspalten zu wollen. Sie gehören zur Gemeinschaft und die Kirche trägt Verantwortung für sie. Wenn vielleicht auch vieles noch grundlegender bedacht und diskutiert werden will, leistet das Buch doch einen ersten wichtigen Beitrag gegen alles Plakative und vereinfachend Rigorose.

Bernhard Lindner

Unsere Veranstaltung zum Thema:

Kirche, Macht und Sexualität
Sexuelle Ausbeutung in der Kirche – zwei Diskussions-Abende

Datum: 9. und 23. September 2010
Zeit: 19.30 bis 21.30 Uhr
Kursort: Westschöpfe, Kantonsschule Wettingen

 

 

nach oben  |   Seite drucken   Seite weiterempfehlen   Kommentar zu dieser Seite