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Erinnerungsorte des Christentums


Christoph Markschies, Hubert Wolf (Hg.):
Verlag C.H. Beck, 2010,
ISBN 978-3-406-60500-0
800 S. mit 126 Abbildungen


Für einmal sei ein dicker Wälzer empfohlen, doch kann man sich für die Lektüre viel Zeit lassen. Denn die knapp 730 Seiten Text sind eingeteilt in 46 sehr gut lesbare Essay verschiedener Autorinnen und Autoren, allesamt beheimatet in der deutschsprachigen katholischen und protestantischen Theologie. Jeder dieser Texte befasst sich mit einem Aspekt des Christentums als „Erinnerungsreligion“, wie es sich von Jesus herleitet mit dem Auftrag im Bericht von seinem letzten Abendmahl: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ (Lk 22,19).

Nach einer Einleitung der beiden Herausgeber (Christoph Markschies ist eveng. Kirchengeschichtler in Berlin, Hubert Wolf kath. Kirchengeschichtler in Münster i.W.) folgen Texte zu sieben „Zentralorten“ wie Bethlehem, Rom oder Wittenberg. Es schliesst sich ein gutes Dutzend Essays an zu „Realen Orten“ historischer oder aktueller christlicher Präsenz, gefolgt von weiteren Texten zu „Übertragenen Orten“ wie Christusbilder, Familie oder Medien, mitunter in (gewollt?) spannungsreicher Reihenfolge wie Himmel-Hölle-Fegefeuer,  Humanae Vitae und Inquisition – dies vielleicht aber auch nur ein alphabetischer Zufall. Jedenfalls bieten die Texte eine perspektivenreiche, anregende und auch – im besten Sinne des Wortes – unterhaltende Schau auf den für unseren Glauben so zentralen Akt des Erinnerns.

Jürgen Heinze

 

 

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