Bildung Mobil
Klosterstrasse 12, 5430 Wettingen
Telefon 056 438 09 40, Fax 056 438 09 37
bildung-mobil@ag.kath.ch, www.kathaargau.ch/bildung-mobil



EduQua - Schweizerisches Qualitätszertifikat für Weiterbildungsinstitutionen
Startseite

Was heilt uns? - Zwischen Spiritualität und Therapie

ISBN: 978-3-451-05684-0

Hans Jellouschek
Peter Schellenbaum
Ken Wilber u.a.

Hg. Von Michael Seitlinger  
Verlag Herder
3. Auflage 2008
Taschenbuchformat, 158 Seiten


 

Menschen sind Suchende und Fragende ein Leben lang; es mag eine existentielle Verletzung sein, die sie dazu anspornt. In ihrer tiefen Sehnsucht nach Ganzheit, Identitätsfindung und Sinn bieten beide Bezugssysteme, Spiritualität und Therapie, den Menschen Begleitung zu mehr Heilung und Heil an. Die gegenseitige Skepsis zwischen Religion (oder offener gefasst: Spiritualität) und psychologischer Therapie gehört weitgehend der Vergangenheit an. Während Spiritualität den ganzen Menschen mit Leib und Seele meint und ergreift, um ihn / sie bis in transpersonale Erfahrungen hinein zu tragen, nehmen umgekehrt immer mehr Therapieformen die Ausrichtung vieler Menschen auf eine letzte Wirklichkeit sehr ernst und beziehen sie in den Prozess mit ein.


Das Buch fragt: Sind Menschen, die sich intensiv auf einen spirituellen Weg eingelassen haben, auch emotional, menschlich und in ihrem ethischen Handeln frei und reif?
Heilt beispielsweise Meditation auch alte Wunden, macht sie gesund und heil?
Kann umgekehrt Psychotherapie grundlegende Sinnfragen beantworten, die Seele beruhigen, ja sogar mitunter die bessere Seelsorge sein?
Wie ergänzen sich Spiritualität und Therapie?

Auf diese Fragen gehen die verschiedenen Autorinnen und Autoren auf dem Hintergrund ihrer je eigenen Erfahrungen ein: Während Theologen wie Eugen Drewermann oder Anselm Grün die  kritische Funktion der Psychologie für einen gesunden und befreienden Glauben beleuchten, sprechen sich Psychologen / Psychiater wie Daniel Hell und Peter Schellenbaum für ein tieferes Verständnis der transzendenten spirituellen Dimension in der Psychotherapie aus. Silvia Ostertag gibt einen sehr persönlichen Einblick über die Begegnung mit den eigenen Schatten auf dem Meditationsweg. Ken Wilber stellt ein umfassendes Modell der menschlichen Bewusstseinsent-wicklung vor, das Mystik und Therapie voneinander abgrenzt.
Jeder Beitrag für sich allein ist schon spannend zu lesen. Die verschiedenen Blickwinkel eröffnen eine differenzierte Sicht auf die Fragestellung des Buches.

Die Quintessenz der unterschiedlichen Beiträge lässt sich vielleicht in der alten buddhistischen Weisheit zusammenfassen, dass eine Erleuchtung noch keine/n Erleuchteten macht. Im Bild des 10 Ochsenbildes spielt das Leben auf dem Marktplatz. Es macht jedoch einen Unterschied, wie „Erleuchtete“ und „Nichterleuchtete“ sich auf dem Marktplatz bewegen…


Claudia Nothelfer

 

 

nach oben  |   Seite drucken   Seite weiterempfehlen   Kommentar zu dieser Seite