Bildung Mobil
Klosterstrasse 12, 5430 Wettingen
Telefon 056 438 09 40, Fax 056 438 09 37
bildung-mobil@ag.kath.ch, www.kathaargau.ch/bildung-mobil
|
|
Prof. Dr. Stephan Leimgruber
ISBN 978-383670648-3
Topos Taschenbuch
ca. 200 Seiten Broschiert
Eine Vorlesung des Papstes in Regensburg wirft hohe Wellen in der gesamten islamischen Welt; der sprichwörtlich gewordene Karikaturenstreit flammt alle paar Jahre wieder hoch; das Minarettverbot hierzulande bleibt schwer verdaulich... Eine ganze Reihe von Problem- und Konfliktfeldern zeigt: Christlich-islamischen Beziehungen und Begegnungen sind oft spannungsgeladen. Und zwar in Geschichte und Gegenwart.
Der im Aargau aufgewachsene Münchner Professor für Religionspädagogik, Stephan Leimgruber, wertet diese Konflikte als Test des Zusammenlebens. In seinem handlichen Topos Taschenbuch gibt er dazu eine praktische Handreichung für Begegnung, Dialog, Zusammenleben. Dabei werden Antworten gebündelt, wie sie a) das Zweite Vatikanische Konzil formuliert; b) Antwortrichtungen von evangelischer und orthodoxer Seite skizziert; c) Johannes Paul II als Freund vieler Muslime in Erinnerung gerufen; und endlich d) die Dialogbereitschaft der muslimischen Seite aufgezeigt.
Im Kernkapitel „Wie verhalten sich die Religionen zueinander?“ vergleicht und wertet Leimgruber verschiedene religionstheologische Modelle, um zu resümieren: „Vermutlich stösst die Frage der Religionstheologie, also des Verhältnisses der Religionen untereinander, doch an ihre Grenzen und müssen die Weltreligionen zuerst aus sich selber verstanden werden.“ (S. 121)
Wo aber Religionen aufeinander stossen, wird danach durchbuchstabiert, wie Begegnungen zu produktiven Lernfeldern werden können: In Schule und Religionsunterricht, bei religionsverschiedenen Ehen, bei multireligiösen Feiern. Beim „Interreligiösen Stammtisch“ des AIRAK wurde nota bene schon öfters heiss diskutiert über interreligiöses Beten; die Differenzierung von multireligiösem Gebet und interreligiösem Gebet bietet hierzu hilfreiche Anregungen.
Mit dem Konzept des japanischen Philosophen Nakamuro, der einen weisheitlichen Umgang mit dem Fremden vorschlägt („Xenosophie“), wird das anregende Buch abgerundet. Ein ausführlicher Anhang, auch mit Internetseiten, aber auch die Gestaltung der Kapitel, machen den gut 200 Seiten starke Büchlein zum praktischen Nachschlagewerk.
Thomas Markus Meier