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Gott ist nicht gut und nicht gerecht - Zum Gottesbild der Gegenwart


Andreas Benk
Patmos Verlag, 2008
215 Seiten
ISBN 978-3-491-70417-6


In jedem Gebet, in jeder Liturgie, in Predigten und Vorträgen machen wir Aussagen darüber, wie Gott ist – oder besser, wie wir uns Gott vorstellen: Gott ist gut, lieb, treu, nah. Gott ist Liebe, Frieden, Ewigkeit, Allmacht, Erbarmen. All diese Bezeichnungen haben ihren Ursprung in biblischen Schriften oder in der theologischen Tradition. Zugleich überdecken sie, dass wir über Gott eigentlich gar nichts aussagen können, weil niemand von uns weiss, wie Gott wirklich ist. Zudem birgt jede Bezeichnung die Gefahr in sich, Gott in menschliche Vorstellungen hineinzupressen. Zwischen Gott und seinen Geschöpfen ist die Unähnlichkeit immer grösser als die Ähnlichkeit. So werden alle „positiven“ Aussagen über Gott dadurch relativiert, dass Gott ganz anders und unbegreiflich ist. Diese „Negative Theologie“ ist keine Erfindung der Neuzeit, sondern hat eine lange Tradition in der Geschichte des christlichen Glaubens. Bereits auf dem IV. Laterankonzil 1215 wurde sie zur verbindlichen Lehre der Kirche erhoben.

Der deutsche Religionspädagoge Andreas Benk hat zur Negativen Theologie ein gut lesbares Buch geschrieben. Er beleuchtet ihre Wurzeln in biblischer Verkündigung und antiker Theologie und befasst sich mit ihrer Bedeutung für die Religionspädagogik und den Dialog mit den Naturwissenschaften. Schliesslich fragt Benk nach Voraussetzungen und Möglichkeiten einer glaubwürdigen Gottesrede angesichts der Leidensgeschichte der Menschheit und schliesst mit einem Plädoyer für das „Tun des Gerechten“. Ein lesenswertes Buch und ermutigend für alle, die es sich mit der Rede Gott nicht allzu leicht machen wollen!

(Jürgen Heinze)







 

 

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