Bilderbuchkino
Das Bilderbuchkino ist eine Medienpaketreihe, das sich aus einem sorgfältig ausgewählten Bilderbuch, den Reproduktionen der Original-Bilder in Form von Dias und einem methodischen Arbeits- und Begleitheft zusammensetzt.
Das Bilderbuchkino stellt für die medienpädagogische Arbeit im Bereich der Vorschule und der Primarschule eine einfach umzusetzende Möglichkeit dar.
Anders als beim normalen Vorlesen ergibt sich beim Bilderbuchkino eine besondere Atmosphäre. Das Betrachten der grossflächigen "Lichtbilder" im verdunkelten Raum regt die Fantasie der Kinder an und macht Lust auf die weitere Beschäftigung mit dem Dargestellten. Das Bilderbuchkino bietet reichlich kreativen und handlungsorientierten Spielraum, fördert die Wahrnehmung und Konzentrationsfähigkeit.
In unserer Medienstelle sind zur Zeit acht Titel als Bilderbuchkino erhältlich:
8095/MP Luftpost für den Weihnachtsmann
Brigitte Weninger, Anne Möller, bearbeitet von Sylvia Näger. - Stuttgart : Matthias-Film, 2000, Medienpaket : 16 Dias, Begleitheft 16 S., 1 Bilderbuch
Armin und seine Mutter leben in äusserst bescheidenen Verhältnissen irgendwo in den Bergen. Zufällig entdeckt Armin in einem alten Kalender ein Bild vom Weihnachtsmann und erfährt, dass der allen braven Kindern Geschenke bringt. Das ist ihm neu und er wundert sich, dass er noch nie etwas von diesem Mann bekommen hat. Schliesslich ist er doch folgsam und hilft seiner Mutter, wo er kann. Liegt es daran, dass er sich noch nie etwas gewünscht hat?. Als er eines Tages einen wunderbaren roten Luftballon geschenkt bekommt, beschliesst er, damit dem Weihnachtsmann seine Wünsche zuzutragen. Mit einem Wunschbrief versehen, schickt er ihn an die Adresse "Weihnachtsmann am Nordpol". Der kalte Winterwind aber bläst den Ballon weit fort nach Süden zu einem kleinen Haus, in dem der einsame alte Niccola lebt. Mürrisch mustert der den Fund in seinem Garten und wirft ihn in die Mülltonne. Nach einer schlechten Nacht besinnt er sich aber anders und holt den Brief wieder raus. Zwei Tage später steht ein Mann vor Armins Tür. Er trägt einen dicken roten Mantel und hat eine Tasche mit vielen Paketen dabei. Und seit diesem Tag hat sich für alle drei vieles verändert.
Zum Thema Weihnachten / Schenken / Wunsch / Gemeinschaft
8096/MP Das schönste Martinslicht
Ursula Wölfel, Daniele Winterhager, Sylvia Näger. - Stuttgart : Matthias-Film, 2003, Reihe: Medienpaket : 13 Dias, Begleitheft 16 S., 1 Bilderbuch ; s. auch K e 3.67
Sonne, Mond und der heilige Martin hoch zu Ross prangen auf Martins Laterne. Tagelang hat er an ihr gebastelt. Stolz auf sein Werk zieht er am St. Martinstag los und trifft sich mit den anderen Kindern aus seiner Strasse zum Martins-Singen. Wie jedes Jahr wollen sie in Herrn Bierbaums Laden beginnen, schenkt der ihnen doch immer Süssigkeiten. So ist es auch dieses Mal. Martin bleibt noch etwas länger als die anderen Kinder, da Herr Bierbaum von seiner Laterne so begeistert ist. Als er den anderen hinterher rennen möchte, hört er plötzlich ein Weinen und sieht einen fremden Jungen auf dem Boden kauern. "Meine Laterne hat auf einmal gebrannt und eine Frau hat sie zertreten", erzählt der ihm verstört. Martin erklärt dem Kleinen, dass er auch ohne Laterne beim Singen mitgehen könne, als der ihn nach seinem Namen fragt. Der Junge ist erstaunt, jemanden zu treffen, der so heisst, wie derjenige, der seinen Mantel geteilt hat. Das bringt Martin auf die gute Idee, ihn zu trösten, indem er ihm seine Laterne schenkt. Abends daheim bereut er das, doch seine Eltern können ihm vermitteln, dass er den St. Martinstag instinktiv richtig erfasst hat. Die Geschichte, in atmosphärisch dichten Bildern, spielt mit dem Symbol des Lichts: einem anderen die Situation "erhellen", auch wenn man selbst dafür etwas aufgeben muss.
Zum Thema Martin von Tours / Legende
8097/MP Rik und Rik
Eric Battut, Sylvia Näger. - Stuttgart : Matthias-Film, 2003, Reihe: Edition Bilderbuch-Kino
Medienpaket : 15 Dias, Begleitheft 16 S., 1 Bilderbuch
Zwei Wesen, am gleichen Tag zur Welt gekommen, erhalten beide den Namen Rik. Aber damit enden die Gemeinsamkeiten schon. Das eine stammt aus einem rotbemützten Zwergenvolk, das über die ungewöhnliche Grösse dieses Neugeborenen staunt. Das andere, ins Volk der Riesen mit blauen Hüten hineingeboren, bleibt ein kleiner Wicht und erweckt mit seinem Feingefühl für Tiere grosses Befremden. Statt in Riesentradition zu jagen, wird es von den Tieren nach Hause getragen. Beide können als Aussenseiter in ihrer Sippschaft nicht glücklich werden und verlassen ihre jeweilige Heimat. Als sie sich in der Fremde begegnen, tauschen sie die für ihre Herkunft typischen Mützen und auch ihre Identitäten: der kleinwüchsige Riese lebt fortan in der Zwergenwelt und der grosswüchsige Zwerg bei den Riesen. Als junge Erwachsene treffen sie einander wieder und tauschen ihre Mützen zurück. Dann kehren sie zu ihrem jeweiligen Volk zurück und gründen selbst Familien. Und mit dieser Rückkehr "strahlen Rik und Rik wie die Sonne am Himmel", denn sie haben ihre Identität gefunden und können ihr Anderssein jetzt leben.
Zum Thema Gemeinschaft / Toleranz / Anderssein / Aussenseiter
8098/MP Rudi Riese
Text und Bild von Birte Müller. - Stuttgart : Matthias-Film, 2002, Reihe: Edition Bilderbuch-Kino
Medienpaket : 21 Dias, Begleitheft 16 S., 1 Bilderbuch ; s. auch K e 3.68
Drei Töchter hat die Mama Maus: hübsch und grazil beim Tanz, lebensfroh und verspielt. Dazu noch Sohn Rudi, der ganz anders ist als seine Familie. Schon als Windelkind ein Riese, so gross, dass er mit seiner Schnauze bis an die Zimmerdecke reicht. Der Schwanz ist viel zu lang, die Füße sind viel zu gross. Weder Hüpfspiel noch Ballett sind seine Stärken. Als er eines Tages auch noch mit seinem plumpen Körper in der Mäusehaus-Tür fest hängt, lachen ihn seine Schwestern aus. Rudi schämt sich. Er wird immer trauriger, und um ihn herum wird´s grau und grauer. Bis ihn eines Abends die Mäusemutter über seine Herkunft aufklärt: Gefunden hat sie ihn und sofort gewusst, dass sie ihn nie wieder hergeben wird. Jetzt versteht er, warum er so anders ist: Ratten sind eben keine Mäuse. So geliebt und angenommen ist Rudi wie ausgewechselt. Mit seinem neuen Selbstbewusstsein wird er geachtet, seine Stärken werden hoch geschätzt. Auf den breiten Schultern ihres Adoptivbruders klettern die Mäuseschwestern vergnügt herum, mit ihm im Tor gewinnen sie jedes Fussballspiel. Als sie dazu noch entdecken, dass sie mit Rudis Schwanz prächtig Springseilhopsen können, sind sie vollends begeistert. Birte Müller hat mit stimmungsvollen Bildern eine übersichtliche Welt geschaffen, in der das "rattenstarke" Findelkind letztendlich anders sein darf und dabei "mäuseleicht" leben kann.
Zum Thema Gemeinschaft / Toleranz / Aussenseiter / Anderssein
8101/MP Danke, gutes Brot! Über das Grundnahrungsmittel Brot und seinen Symbolgehalt
Sylvia Näger nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Brigitte Weninger, illustriert von Anne Möller, Neugebauer Verlag, Gossau/Zürich 2000. - Stuttgart : Matthias-Film, 2004,
Medienpaket : 13 Dias, Begleitheft 14 S., 1 Bilderbuch ; siehe auch K e 3.14
Ein Mädchen erfreut sich am duftenden Brot, das es gemeinsam mit seiner Mutter gebacken hat. Die Kleine erzählt Lesern und Betrachtern ihr Wissen über Aussaat und Wachstum des Getreides bis hin zum Mahlen der Körner. Sie lässt uns teilnehmen am Herstellungsprozess ihres Brotes und versäumt nicht, darauf hinzuweisen, dass anderswo Menschen hungern müssen. Extreme Nahzeichnungen hat sich die Illustratorin zu den Gedanken der kleinen Protagonistin des Buches einfallen lassen. Selbst deren Kopf ist manchmal angeschnitten, um ein Detail wie Hefe oder den geformten Brotlaib auf dem Weg in den Backofen detailliert zu zeigen. Die Bilder sind manchmal spielerisch, vor allem aber sehr idyllisch gehalten. Letzteres meint zum Beispiel ein Getreidefeld, das von Klatschmohn und Kornblumen durchzogen ist, während ersteres sich auf die Tiere bezieht, die um die Pflanzen herum aber auch in Nähe des Mädchens daheim zu finden sind und ebenfalls Wärme und Geborgenheit vermitteln. Getreide als Grundnahrungsmittel, das der Mensch der Natur abringt, ohne sie zu zerstören. Brot, das Leben bedeutet. Eine Ähre, die eben das symbolisiert - nicht Hunger leiden zu müssen. Mit diesen Assoziationen spielen Bild und Text sehr bewusst und laden damit zu vielseitigen Gesprächen ein.
Zum Thema Brot
8102/MP Der Weihnachtsnarr
Sylvia Näger nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Max Bolliger, illustriert von Gianni De Conno, bohem press, Zürich 2003. - Stuttgart : Matthias-Film, 2004,
Medienpaket : 14 Dias, Begleitheft 14 S., 1 Bilderbuch ; siehe auch K e 3.66
Vor über zweitausend Jahren lebte im Morgenland ein Narr, der gerne weise werden wollte. Eines Nachts entdeckt er am Himmel einen ungewöhnlichen Stern, der ihm genauso wie den Königen Kaspar, Melchior und Balthasar zeigt, dass ein neuer Herrscher geboren sei. Da jeder König auch einen Narren braucht, macht er sich auf den Weg. Viel hat er nicht, was er ihm mitbringen könnte, nur seine Narrenkappe, ein Glockenspiel und eine Blume. Als ihm unterwegs ein trauriges gelähmtes Kind begegnet, schenkt er ihm seine Narrenkappe und stimmt es damit fröhlich. Dasselbe passiert, als er noch auf ein blindes und dann auf ein taubes Kind trifft, denen er seine anderen beiden Besitztümer überlässt. Mit leeren Händen kommt er an der Krippe an und erkennt schnell, dass er für eben dieses Kind alles weggegeben hat, das ihm jetzt mit seinem Lächeln die Weisheit schenkt, nach der er sich gesehnt hat. Die vorwiegend in dunklen Braun- und Blautönen gehaltenen Zeichnungen muten auf den ersten Blick wie die "alter Meister" an Stilisierte Landschaften, Gebäude und Gegenstände harmonisieren mit den wenig individualisierten Figuren. Dadurch entsteht ein ruhiger, fast statischer Eindruck, der zum Verweilen einlädt und mit seinen zeitlosen exotischen Motiven eine Freude für's Auge ist. Der Text, der die christliche Botschaft mit märchenhaften Elementen durchsetzt, steht gleichberechtigt daneben.
Zum Thema Weihnachten
8104/MP Das Mädchen an der Krippe
Sylvia Näger nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Christine Merz und Astrid Krömer, Kerle im Verlag Herder, Freiburg 2000. - Stuttgart : Matthias-Film, 2001,
Medienpaket : 19 Dias, Begleitheft 14 S., 1 Bilderbuch
Die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht eines kleinen Mädchens: Maria und Josef sind erleichtert, als ihnen eine Wirtin wenigstens die Unterkunft im Stall zuweist. Deren kleine Tochter Ruth schaut Ihnen nach. Heimlich schleicht sich das Mädchen später aus dem Haus, um zu sehen, was es mit dem jungen Paar auf sich hat. Draussen ist es bereits dunkle Nacht und ziemlich kühl. Ruth fürchtet sich zwar ein bisschen, aber ihre Neugier ist stärker. Am Stall angekommen, lugt sie auf Zehenspitzen durch das kleine Fenster ins Innere. Und als Maria und Josef vor die Hütte treten, nutzt sie den Augenblick und schleicht sich hinein. Da liegt ein neugeborenes Kind in der Futterkrippe, schaut sie mit gossen Augen an und lächelt. Ruth wird es ganz warm ums Herz. Angerührt hüllt sie ihren weichen Schal um das Baby. Als sie sich verstohlen wieder aus dem Stall schleicht, ist die Nacht nicht mehr so dunkel und so kalt. Ganz erfüllt von dieser Begegnung mit dem Kind in der Krippe, setzt sie sich auf einen Hügel und betrachtet den strahlenden Stern von Bethlehem. Am nächsten Tag wird sie wieder zu dem Kind gehen, aber nicht mehr heimlich, auf leisen Sohlen. Ein schönes, stilles Bilderbuch, das geheimnisumwoben die biblische Weihnachtsbotschaft erzählt. Stimmungsvolle Bilder und Geschichten lassen den Zauber dieser Nacht erahnen.
Zum Thema Weihnachten / Mädchen
8103/MP Maxi der Schüchterne ... dessen Leben ein kleiner roter Goldfisch ziemlich verändert
Sylvia Näger nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Gilles Tibo, illustriert von Pef, Nord-Süd Verlag, Gossau/Zürich 2002. - Stuttgart : Matthias-Film, 2002,
Medienpaket : 20 Dias, Begleitheft 14 S., 1 Bilderbuch
Wird Maxi angesprochen, verfärbt sich sein Gesicht so rot wie eine Tomate. Manchmal rennt er weg, wenn Menschen und Zahlen ihn überfallen und überrollen und seine Worte ihm im Munde steckenbleiben. Alles was rot ist, kann einen, der selbst immer rot wird, natürlich nicht erfreuen. Maxi hasst rot - trotzdem wünscht er sich einen kleinen roten Fisch. Den nennt er Tom, das kommt von Tomate. Und Tom ist genauso schüchtern wie Maxi. Dennoch unterhalten sich die beiden und Maxi bemerkt, dass er den Horizont seines Freundes etwas erweitern muss. Er trägt ihn durchs Haus und durch die Gegend. Er zeigt ihm dies und das und erklärt ihm die Welt. Manchmal schämen sich alle beide und werden zusammen rot. Unentwegt aber redet Maxi mit seinem Fisch. Als er mit dem Aquarium auf der Lenkstange in den Park fährt, kommen sofort Kinder auf ihn zu und wollen alles über seinen Fisch wissen. Und er? Er gibt einfach Antwort. Wenn Maxi von Tom erzählen kann, sind seine Ängste und Unsicherheiten im sozialen Umgang verschwunden. Selbst in der Schule kommen nun die Worte aus seinem Mund. Fast nie mehr ist er schüchtern, und die Angst vor rot ist auch verflogen. Dank Tom, dem kleinen roten Goldfisch, hat Maxi nicht nur sich selbst, sondern auch echte Freunde gefunden. Die pfiffige und cartoonhafte Illustration schafft eine gelungene Spannung zur Geschichte des introvertierten Maxi. Kinder und Erwachsene nehmen Einblick in die und Anteil an der Situation eines schüchternen Kindes, das eigentlich nicht so sein will.
Zum Thema Selbstwertgefühl
Toni Schmid
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