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Jubiläum

Texte im Gottesdienst zu Spr 25, 11

Wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen ist ein Wort, gesprochen zur rechten Zeit.

Äpfel sind eigentlich keine typische Frucht aus biblischen Landen. Aber es gab da einen Orangenbaum, der goldfarbene Orangen hervorbrachte, die ungefähr so gross wie eine Grapefruit sind. Diese Orangen wurden manchmal "goldene Äpfel" genannt. Sie waren sehr schmackhaft und sahen sehr gut aus. Sie sind nur kurz reif und konnten nicht sehr leicht exportiert werden. Aus ihnen konnte ein sehr erfrischendes Getränk hergestellt werden. Und sie wurden benutzt, um eine Art Eis herzustellen. Diese Orangen wurden auf silbernen Schalen serviert und ergaben so ein wirklich sehr ansehnliches Bild.
Wenn das Wort Gottes einem "durstigen Menschen" dargeboten wird, so erfrischt es wie diese schmackhaften Orangen.


Wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen ist ein Wort, gesprochen zur rechten Zeit.

In den anatolischen Nomadengeschichten wendet sich ein Erzähler so an seine Zuhörer:

Yah, Allah, meine Brüder, kommt und hört, wisst und seht, was unser ist und ich Euch gebe. Seht Ihr in meinen leeren Händen goldene Äpfel, sehr Ihr sie? Achtet auf sie, ich werfe sie Euch zu: dir einen, dir dort ganz hinten einen, und diesen noch und den letzten auch.  Haltet sie derweil ich Euch berichte von vielem, das geschah, vielleicht geschah, vielleicht gehört ward, vielleicht nur gesehen - wer kann es sagen? Wer weiss es, was wirklich ist, wer, was nur Gedankenschatten? Wenn wir es alles sahen und hörten, werft sie mir zurück, die goldenen Aepfel, die ich euch gab aus leeren Händen und aus Euren Seelenaugen werde ich sie sehen, meine goldenen Äpfel. Fangen und halten. Habt ihr vernommen, Freunde und Brüder?


Wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen ist ein Wort, gesprochen zur rechten Zeit.

Rabíndranáth Tagore, der bengalische Dichter, Maler, Philosoph, Pädagoge und Sozialreformer erzählt:

"Ich ging als Bettler von Tür zu Tür die Dorfstrasse entlang.
Da erschien in der Ferne dein goldener Wagen wie ein schimmernder Traum,
und ich fragte mich, wer dieser König der Könige sei.
Hoffnung stieg in mir auf:
Die schlimmen Tage sind vorüber;
ich erwartete Almosen, die geboten wurden, ohne dass man um sie bat, und Reichtümer, die in den Sand gestreut wurden.
Der Wagen hielt an, wo ich stand.
Dein Blick fiel auf mich, und mit einem Lächeln stiegst du aus.
Endlich fühlte ich mein Lebensglück kommen.
Dann strecktest du plötzlich die rechte Hand aus und sagtest:

"Was hast du mir zu schenken?"
Welch königlicher Scherz war das, bei einem Bettler zu betteln!
Ich war verlegen, stand unentschlossen da, nahm schliesslich aus meinem Beutel ein winziges Reiskorn und gab es dir.
Doch wie gross war mein Erstaunen, als ich am Abend meinen Beutel umdrehte und zwischen dem wertlosen Plunder das kleine Korn wiederfand - zu Gold verwandelt.
Da habe ich bitterlich geweint, und es tat mir leid, dass ich nicht den Mut gefunden hatte, dir mein Alles zu geben."


Wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen ist ein Wort, gesprochen zur rechten Zeit.

Lukas berichtet uns aus der Apostelgeschichte:

In jenen Tagen gingen Petrus und Johannes um die neunte Stunde zum Gebet in den Tempel hinauf. Da wurde ein Mann herbei getragen, der von Geburt an gelähmt war. Man setzte ihn täglich an das Tor des Tempels, das man die Schöne Pforte nennt; dort sollte er bei denen, die in den Tempel gingen, um Almosen betteln.

Als er nun Petrus und Johannes in den Tempel gehen sah, bat er sie um ein Almosen. Petrus und Johannes blickten ihn an, und Petrus sagte: Sieh uns an! Da wandte er sich ihnen zu und erwartete, etwas von ihnen zu bekommen. Petrus aber sagte: Silber und Gold besitze ich nicht. Doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, geh umher!

Und er fasste ihn an der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich kam Kraft in seine Füsse und Gelenke; er sprang auf, konnte stehen und ging umher. Dann ging er mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. Alle Leute sahen ihn umhergehen und Gott loben. Sie erkannten ihn als den, der gewöhnlich an der Schönen Pforte des Tempels sass und bettelte. Und sie waren voll Verwunderung und Staunen über das, was mit ihm geschehen war. (Apg 3,1-10)


Wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen ist ein Wort, gesprochen zur rechten Zeit.

Papst Johannes XXIII zur Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils (1962):

So will die katholische Kirche sich als eine für alle liebevolle, gütige und geduldige Mutter erweisen, voll Barmherzigkeit und Wohlwollen gerade jenen Kindern gegenüber, die sich von ihr entfernt haben. Petrus hat angesichts der notleidenden Menschen zum Bettler, der ihn um Almosen bat, gesagt: "Silber und Gold besitze ich nicht. Doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, geh umher!" (Apg 3,6) Die Kirche bietet den Menschen heute weder vergänglichen Reichtum noch irdisches Glück. Sie gibt ihnen mit der Würde der Gotteskindschaft Anteil an vielen Gnadengaben und damit einen wirksamen Schutz und eine Hilfe für ein menschlicheres Leben. Sie öffnet den Zugang zur lebensspendenden Quelle der Lehre, die die Menschen im Lichte Christi erkennen lässt, wer sie in Wahrheit sind, welche Würde ihnen zukommt und was ihre Bestimmung ist.


Segen

Gott – du Schale voll lebendigem Wasser – erfrische uns.

Gott – du Schale voll reifer Früchte – ernähre uns.

Gott – du Schale voll würzigem Brot – stärke uns.

Gott – du Schale voll hellem Licht – erleuchte uns.

Gott – du Schale voll edler Steine – schmücke uns.

Gott – du Schale voll tiefrotem Wein – durchblute uns.

Gott – du Schale voll heilendem Oel – salbe uns.

Gott – du silberne Schale voll Gold – segne uns.


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