352. Ordentliche Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz
Missbrauchsprävention, Synodalität und Migration im Fokus
Mit einem Gebet in der Abtei Einsiedeln begann die 352. Ordentliche Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK). Auf der Traktandenliste standen zahlreiche Themen von kirchlicher und gesellschaftlicher Bedeutung.
Ein Besuch des kantonalen Durchgangszentrums Nuolen (SZ) bot den Bischöfen Einblicke in die Situation von Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen. Die SBK würdigte dabei insbesondere das Engagement der Mitarbeitenden vor Ort.
Breiten Raum nahm die Auseinandersetzung mit dem Thema Missbrauch im kirchlichen Kontext ein. Diskutiert wurden die überarbeiteten Richtlinien zu sexuellen Übergriffen sowie weitere Präventionsmassnahmen. Die Bischöfe bekräftigten, dass die Unterstützung Betroffener und die Stärkung der Prävention weiterhin höchste Priorität haben. Ab 2026 soll zudem jährlich rund um den 18. November ein nationaler Gebets- und Gedenktag für Betroffene sexuellen Missbrauchs begangen werden.
Weitere Schwerpunkte bildeten die Vorbereitung des nationalen Synodalitätstags 2026 und die Umsetzung des weltweiten synodalen Prozesses in den Schweizer Diözesen. Dabei stehen Fragen der Mitwirkung, Transparenz und der missionarischen Erneuerung der Kirche im Zentrum.
Auch die Petition «Privat ist Privat» wurde behandelt. Die SBK schlägt hierzu einen strukturierten Dialog im Rahmen eines «Gesprächs im Geist» zwischen Vertretungen der Petition und der Bischofskonferenz vor.
Daneben befassten sich die Bischöfe mit ökumenischen Anliegen, der Rezeption der revidierten Charta Oecumenica sowie dem Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung. Zum Abschluss standen Begegnungen mit dem Apostolischen Nuntius sowie mit emeritierten Schweizer Bischöfen auf dem Programm.
Die Beratungen zeigten, welche Themen die katholische Kirche in der Schweiz derzeit besonders beschäftigen: der Umgang mit Missbrauch, die Weiterentwicklung synodaler Strukturen, gesellschaftliche Fragen rund um Migration sowie das gemeinsame Engagement für Ökumene und Schöpfungsverantwortung.