Fit für die Zukunft – Vision 2045 und Strategie der Römisch-Katholischen Kirche im Aargau

Wie kann die Römisch-Katholische Kirche im Aargau ihre Rolle, Leistungen und Strukturen so anpassen, dass sie auch 2045 das kirchliche Leben und kirchliches Engagement über den ganzen Kanton fördern und unterstützen kann?

Mit dem Projekt «Fit für die Zukunft» will die Landeskirche diese Frage beantworten und Weichen für die kommenden Jahrzehnte stellen. Unter der Leitung von Kirchenrätin Anita Berger werden in einem zweijährigen Prozess bis Ende 2027 die Strategie, Leistungen und Strukturen basierend auf der Vision 2045 definiert, damit die Landeskirche auch im Jahr 2045 wirksam und glaubwürdig tätig sein kann. 

Inhaltsverzeichnis

Projektziele

Mit diesem Projekt sollen unter Einbezug aller Ebenen und Funktionen der Kirche im Aargau in einem offenen und partizipativen Prozess folgende Ziele erreicht werden:

  1. Projektziel: Entwicklung einer breit abgestützten und getragenen Vision 2045 der Röm.-Kath. Kirche im Aargau.
  2. Projektziel: Entwicklung der Strategie mit den notwendigen Leistungen und Strukturen der Landeskirche, um das kirchliche Leben auch im Jahr 2045 – trotz verändernder Umstände – zuverlässig unterstützen und fördern zu können.
  3. Projektziel: Beschreibung der Rolle und Aufgaben der Landeskirche in der Röm.-Kath. Kirche im Aargau für die nächsten Jahre.

Am Ende des Prozesses sollen ein Leistungskatalog und eine Organisationsform der Landeskirche stehen, welche ermöglichen, dass sich Strukturen, Prozesse und Angebote flexibel an sich verändernde Rahmenbedingungen und Ressourcenausstattung anpassen lassen.

Projektorganisation

Eine Gruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern aller Ebenen der Kirche, bearbeitet das Projekt.  Von der Landeskirche über die Kirchgemeinden bis zu den Pastoralräumen sind Personen in die Projektgruppe eingebunden. Partizipation und Dialog sind zentrale Pfeiler des Vorgehens. «Soundingboards» mit kirchlich engagierten Personen begleiten den Prozess beratend und spiegeln die Sicht der Basis. Geleitet wird das Projekt von Kirchenrätin Anita Berger, Generalsekretär David Reichart und Prof. Dr. Hans Lichtsteiner.

Die Projektgruppe besteht aus diesen Mitgliedern:
Kirchenrat: Pascal Gregor
Landeskirche: Alois Metz, Jeannette Häsler Daffré
Missionen: Pater Juan José González Espada
Spezialseelsorge: Dorothée Fischer
Kirchgemeinden: Hans Schilling (Brugg),
Claudia Meindl (Siggenthal)
Pastoralräume: Samuel Behloul (Aarau),
Daniela Leu (Pfarreisekretariat Sins)
Büro der Synode: Matthias Schüepp
Bistum Basel: Antonia Hasler (Bistumsregion St. Urs)
Projektadministration: Valentina Nikollbibaj

Aktuelle Themen unserer Diskussion einer Vision 2045

Wir sind eine Kirche, die sich verändert, um ihrem Auftrag auch in Zukunft zu entsprechen – den Glauben zu leben, Gemeinschaft zu ermöglichen und der Gesellschaft zu dienen. Dabei konzentrieren wir uns auf diese Themenfelder:

Strukturen & Organisation
Unsere Aufgaben werden zunehmend komplexer, die rechtlichen Anforderungen steigen, und viele Ämter lassen sich nur noch bedingt ehrenamtlich besetzen. Handlungsfähigkeit und Qualität bedingen zunehmend professionelle Strukturen und Fachpersonen. Dank grösseren Einheiten, klaren Zuständigkeiten und einer engen Zusammenarbeit entstehen Effizienz und Verlässlichkeit, die den Menschen vor Ort erlaubt, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren: Glauben leben, Menschen begleiten und gemeinsam die Kirche zu gestalten.
Finanzen
Die finanziellen Mittel werden zurückgehen. Eine klare und faire Finanzstruktur stärkt die Handlungsfähigkeit und Kooperation zwischen Kirchgemeinden, Pastoralräumen und der Landeskirche. Synergien in der Pastoral und Verwaltung können nur dann erzielt werden, wenn finanzielle Mittel gemeinsam eingesetzt werden. Ressourcen sollen möglichst dort ankommen, wo kirchliches Leben wächst.
Mitgliedschaft & Zugehörigkeit​
Menschen suchen heute nach Sinn, Heimat und Zugehörigkeit. Eine Kirche, die offen, glaubwürdig und nah am Leben ist, kann diese Bedürfnisse decken. Zugehörigkeit entsteht da, wo Menschen sich anerkannt und beteiligt fühlen, unabhängig von Sprache, Herkunft oder Beitragssystem. Offene kirchliche Räume zeigen, dass die Kirche für alle Menschen da ist. So wächst Kirche als Gemeinschaft der Teilhabe, nicht als Verwaltungsstruktur. Die Kirche braucht Mitglieder im klassischen Sinn. Mitgliedschaft resultiert aber auch aus positiven Erlebnissen und Erfahrungen, ergänzend zu einer generationenübergreifenden Fortführung von Traditionen.
Personal, Kultur & Innovation​
Der Wandel ist nicht wählbar – aber er lässt sich gestalten. Kirche bleibt nur mit lernenden und engagierten Menschen zukunftsfähig. Neue gesellschaftliche Realitäten und der Rückgang an Fachpersonen fordern Kooperation, kreative Lösungen und Offenheit für Neues. Wer selbstverantwortlich handelt, bleibt handlungsfähig. Die Kirche braucht Vertrauen, Weiterbildung und Mut, um ihre Mitarbeitenden und Freiwilligen zu befähigen, den Auftrag der Kirche in veränderten Bedingungen weiterzutragen. Nur so entsteht eine bewegliche, lebensnahe und resiliente Kirche, die Wandel als Chance zur Erneuerung versteht.
Gesellschaftliche Rolle & Legitimation
Unsere Gesellschaft braucht Werte und Gemeinschaftsformen, die über das Individuelle hinausweisen. Die Kirche als eine der grössten mitgliedschaftsbasierten Institutionen im Kanton hat eine Verantwortung in dieser Gemeinschaftsbildung: Sie prägt mit ihren Haltungen das soziale Miteinander und setzt sich mit ihrem diakonischen Wirken für Menschen ein, die randständig sind und Unterstützung brauchen. Nur eine Kirche, die sichtbar und dialogfähig ist, bleibt glaubwürdig und trägt zum gesellschaftlichen Miteinander bei.
Kirchliches Leben, Werte & Teilhabe
Migration, kulturelle Vielfalt und gesellschaftlicher Wandel sind keine Bedrohung, sondern eine Chance zur Erneuerung. Kirche ist glaubwürdig, wenn sie aus Begegnung und gegenseitigem Lernen heraus lebt und handelt. Sie wird dort relevant, wo Menschen Sinn, Vertrauen und Zugehörigkeit erfahren – unabhängig von Herkunft oder Zugehörigkeitsform. Glaube bleibt nur in Beziehungen lebendig. Eine Kirche, die offen, gerecht und solidarisch ist, zeigt das Evangelium in seiner tätigen, menschennahen Form: als Gemeinschaft, die Hoffnung teilt und Verantwortung übernimmt.
Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit​
Kirche wird heute nicht mehr selbstverständlich wahrgenommen – sie muss ihre Werte und Anliegen aktiv in gesellschaftliche Diskussionen einbringen, damit sie relevant bleibt. Eine glaubwürdige und moderne Kommunikation zeigt, dass die Kirche etwas zu sagen hat, was Menschen bewegt und verbindet. Eine, professionelle, koordinierte Medienarbeit sind Grundlage, um sichtbar zu bleiben. Nur wenn die Kirche dort präsent ist, wo Menschen miteinander kommunizieren, kann sie ihrem Auftrag gerecht werden, Sinn stiften und Orientierung geben.
Infrastruktur & Immobilien​
Kirchliche Gebäude sind Orte der Gemeinschaft, des Glaubens und unserer Kultur. Sie stiften Identität und sind wichtiger Teil als Ort, wo Kirche stattfindet. Damit sie dies auch künftig bleiben können, braucht es klare Nutzungskonzepte und eine verantwortungsbewusste Bewirtschaftung. Leerstehende Gebäude binden wertvolle Ressourcen, die für pastorale und soziale Aufgaben fehlen. Ein bewusster Umgang mit kirchlichem Besitz und Raum sichert deren langfristigen Erhalt. Durch sorgfältiges Wirtschaften und ökologische Standards übernimmt die Kirche eine Vorbildfunktion im nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und Umwelt.

Umfrage - Teilnahme bis 31. März 2026

Im Rahmen des ersten Schrittes zur Entwicklung einer Strategie für die Römisch-katholischen Landeskirche im Aargau soll eine Vision 2045 entwickelt werden. Diese dient als Zielbild und Leitstern. Ab Sommer 2026 wird dann darauf aufbauend die Strategie der Landeskirche im Aargau entwickelt. Bitte bedenken Sie: Wir als Landeskirche unterstützen und begleiten die Pastorale bei ihrer Entwicklung, machen aber selbst keine Pastoralentwicklung. Federführend für pastorale Fragen ist das Bistum.

Unsere ersten Ideen und Inhalte einer Vision 2045 sollen nun ein erstes Mal breiter abgestützt diskutiert werden. Sie alle sind aufgefordert, im Rahmen einer Umfrage zu den Zielsetzungen und Inhalten der Vision 2045 bis zum 31. März 2026 Stellung zu nehmen. Zeitbedarf, um die Umfrage auszufüllen, ist ca. 20 Minuten. Die Rückmeldungen werden zu einem Gesamtbild verdichtet. Die Resultate der Umfrage dienen uns als Projektgruppe als Grundlage, um am Entwurf der Vision 2045 weiterzuarbeiten und Anpassungen und Präzisierungen vorzunehmen.

Die Resultate der Umfrage werden wir diskutieren und die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen auf der Homepage der Landeskirche publizieren. Wir werden nicht auf einzelne Rückmeldungen individuell reagieren können. Alle Antworten werden vertraulich behandelt. Die Auswertung erfolgt so, dass keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen möglich sind.

Für Ihre Rückmeldungen und konstruktive Mitarbeit danken wir Ihnen bereits im Voraus.

Projektleitung