Rückblick - Forum Caritas Aargau 2026
Pflegekräfte, Zugbegleiter, Servicepersonal: Auch der Aargau profitiert von der Zuwanderung. Am Caritas-Forum in Aarau sprachen Fachleute über die Migrationsdebatte. Sie fanden: Während Ängste die Diskussion prägen, gehen die wirtschaftlichen Vorteile der Zuwanderung oft unter.
Am Donnerstag, 30. April 2026, durfte die Caritas Aargau im Naturama Aarau über 80 Gäste zum diesjährigen Forum Caritas Aargau begrüssen. Unter dem Titel «Migrationsdebatte in der Schweiz – im Spannungsfeld von Zuwanderung und direkter Demokratie» stand ein Thema im Zentrum, das Gesellschaft und Politik aktuell stark beschäftigt.
Zum Auftakt ordnete der Politologe Michael Hermann die Entwicklung der schweizerischen Migrationsdebatte historisch und politisch ein. Er zeigte auf, wie Migration seit Jahrzehnten öffentlich verhandelt wird und welche Dynamiken die aktuelle Diskussion rund um die «10-Millionen-Schweiz-Initiative» prägen. Dabei wurde deutlich, dass Migration eng mit wirtschaftlicher Entwicklung, gesellschaftlichem Zusammenhalt und der Zukunftsfähigkeit der Schweiz verbunden ist.
In der anschliessenden Podiumsdiskussion diskutierten Dieter Egli, Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres des Kantons Aargau, Lisa Marie Borrelli, Michael Egli sowie Michael Hermann über Chancen, Herausforderungen und politische Verantwortung im Umgang mit Migration. Durch den Abend führte der Journalist und Moderator Mathias Küng. Begrüsst wurden die Gäste von Peter Stutz, während Thomas Boller durch den Anlass begleitete und den Austausch mit dem Publikum eröffnete.
Deutlich wurde, dass Migration oft emotional diskutiert wird, während ihre gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beiträge häufig weniger sichtbar sind. Dieter Egli betonte dabei die grosse Bedeutung der Zuwanderung für den Wirtschaftsstandort Schweiz und warnte vor den Folgen einer Abschottung. Lisa Marie Borrelli brachte die wissenschaftliche Perspektive auf aktuelle Migrationsbewegungen ein, Michael Egli zeigte die sozialpolitischen Herausforderungen und Chancen aus Sicht der Caritas auf, und Michael Hermann ordnete die politischen Entwicklungen ein.
Ein zentrales Fazit des Abends war, dass Herausforderungen im Zusammenhang mit Migration ernst genommen werden müssen, gleichzeitig aber differenzierte Debatten und konstruktive Lösungen gefragt sind. Integration gelingt dann, wenn Menschen nicht auf Zahlen oder Schlagworte reduziert, sondern als Teil unserer Gesellschaft wahrgenommen werden.
Das Forum bot fundierte fachliche Impulse und Raum für persönlichen Austausch. Das grosse Interesse und die engagierte Beteiligung des Publikums zeigten eindrücklich, wie wichtig sachliche sozialpolitische Dialoge gerade bei kontroversen gesellschaftlichen Themen sind.
Autorin: Vanessa Schaad, Aargauer Zeitung