SOZTreff mit WeitBLICK
Über 60 Personen aus Kirche, Politik und sozialen Institutionen trafen sich am 5. März in Frick zum SOZTreff mit WeitBLICK – mit einem gemeinsamen Ziel: sich vernetzen, voneinander lernen und soziale Arbeit sichtbar machen.
Am 5. März wurde die reformierte Kirche und das Kirchgemeindehaus in Frick zum Treffpunkt für engagierte Menschen aus dem ganzen Fricktal. Eingeladen hatten die Fachstellen Diakonie der katholischen und reformierten Landeskirchen, der Kirchlich Regionale Sozialdienst (KRSD) Frick sowie die reformierte Kirchgemeinde Frick.
Schon zu Beginn war spürbar: Hier geht es nicht nur um Information, sondern um echte Begegnung. Der SOZTreff bot Raum für Austausch, neue Kontakte und gemeinsame Perspektiven – genau das, was soziale Arbeit vor Ort trägt.
Was hält unsere Gesellschaft im Kern zusammen? Für die Fricker Gemeinderätin Alexandra Leimgruber (SVP) und die Leiterin der reformierten Fachstelle Migration und Weltweite Kirche Martina Richers ist die Antwort klar: Es sind die Menschen, die sich engagieren. Ein aktueller Blick auf gelebte Freiwilligenarbeit, die Tücken der Integration und den drängenden Hausarztmangel im Fricktal. Mehr dazu im verlinkten Rückblick auf das Podiumsgespräch:
Vielfalt, die sichtbar wird
Nach der Begrüssung durch Pfarrer Christian Vogt und das Organisationskomitee folgte ein kompakter Einblick in die Vielfalt sozialer und diakonischer Arbeit im Fricktal. In kurzen Speedpräsentationen stellten Institutionen, Projekte und Sozialpreisgewinner ihre Arbeit vor.
Mit dabei waren unter anderem:
- Mit dabei Fricktal – Sandro Villiger
- LHB Stiftung – Angela Deiss
- Sozialpreisprojekt Diakonie ökumenisch – Bettina Kustner
- Älter werden im Fricktal – Barbara Steiger
- Bildungsgutscheine – Dorian Kohler
- Jugend- und Familienberatungsstelle Laufenburg – Patrik Seger
- Stiftung Diakonierappen – Anna Schütz
- Polizei Oberes Fricktal – Sebastian Schmid
- Sozialprojekt Suhrer Spielerei – Tanja Wicki
Die Themen reichten von Bildungsangeboten über Beratungsstellen bis hin zu innovativen sozialen Projekten. Ergänzend dazu präsentierten sich 23 Organisationen an Marktständen – kreativ, niederschwellig und im direkten Austausch mit den Teilnehmenden.
So entstand ein lebendiger Marktplatz, auf dem nicht nur informiert, sondern auch diskutiert, vernetzt und weitergedacht wurde.
Was unsere Gesellschaft trägt
Ein inhaltlicher Höhepunkt war das Podiumsgespräch mit der Fricker Gemeinderätin Alexandra Leimgruber und Martina Richers, Leiterin der Fachstelle Migration und Weltweite Kirche. Moderiert wurde das Gespräch von Severin Frenzel.
Im Zentrum stand eine grundlegende Frage: Was hält unsere Gesellschaft zusammen?
Die Antwort war klar – und gleichzeitig konkret: Menschen, die sich engagieren. Freiwilligenarbeit ist weit mehr als Unterstützung im Hintergrund. Sie ist ein tragendes Element des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Sie schenkt Zeit, schafft Beziehungen und ermöglicht Angebote, die ohne dieses Engagement nicht bestehen könnten.
Auch im kirchlichen Kontext zeigt sich diese Kraft deutlich. Die Basarkultur der Kirchgemeinden etwa ist lebendig geblieben und wirkt über Generationen hinweg verbindend – als Ort von Gemeinschaft und gelebter Solidarität.
Ein Thema, das viele betrifft: der Hausarztmangel
Neben sozialen Fragen wurde auch die medizinische Versorgung im Fricktal thematisiert. Viele Hausärztinnen und Hausärzte stehen vor der Pensionierung, während Nachfolgerinnen und Nachfolger fehlen.
Gerade für ältere Menschen ist ein vertrauter Hausarzt vor Ort von grosser Bedeutung. Entsprechend gross ist die Herausforderung, diese Versorgung langfristig sicherzustellen und neue Lösungen zu entwickeln.
Begegnung, die nachwirkt
Was den SOZTreff besonders machte, zeigte sich nicht nur in den Inhalten, sondern im Miteinander. Gespräche wurden vertieft, neue Kontakte entstanden, und Ideen wurden weitergetragen.
Beim abschliessenden Apéro setzte sich diese Atmosphäre fort. Drei Frauen des Asyltreffs Frick verwöhnten die Gäste mit iranischen Spezialitäten – ein kulinarischer Beitrag, der zugleich gelebte Integration sichtbar machte.
Ein starkes Netz für die Region
Der SOZTreff mit WeitBLICK hat gezeigt, was oft im Hintergrund wirkt: ein dichtes Netz aus Engagement, Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung.
Dieses Netzwerk trägt Menschen – im Alltag ebenso wie in schwierigen Lebenssituationen. Und es bildet die Grundlage für eine Gesellschaft, die von Vertrauen, Solidarität und gemeinsamer Verantwortung lebt.
Der SOZTreff mit WeitBLICK macht sichtbar, was das Fricktal trägt: die vielen engagierten Menschen vor Ort. Die anwesenden Fachpersonen, Freiwilligen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Politik und sozialen Institutionen stehen für ein Netzwerk, das den sozialen Zusammenhalt im Fricktal aktiv trägt.
Die Begegnungen, Gespräche und Impulse dieses Nachmittags zeigen, wie wichtig solche Räume für Austausch und Zusammenarbeit sind. Sie schaffen Verbindungen, stärken bestehende Strukturen und geben neue Anstösse – weit über den Anlass hinaus.
So wird deutlich: Soziale Arbeit im Fricktal ist kein Nebeneinander einzelner Angebote, sondern ein gemeinsames Miteinander – getragen von Engagement, Vertrauen und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Eine Teilnehmerin brachte es treffend auf den Punkt:
«Der Name des Anlasses ist Programm: Mir wurde neu bewusst, wie vielfältig und innovativ die sozialen Angebote im Fricktal sind – für alle Generationen.»