Danke Hans Niggeli

Am 10. Dezember 2025 wurde Hans Niggeli, der langjährige Leiter der Fachstelle Spezialseelsorge, mit einem würdevollen Fest in die Teilpensionierung verabschiedet.

Er wurde als Mensch gewürdigt, dessen Handschrift die Spezialseelsorge im Aargau über viele Jahre geprägt hat. Seit seinem Eintritt am 1. September 2009 hat Hans Niggeli – als Leiter der Fachstelle Spezialseelsorge wie auch als Klinikseelsorger – unermüdlich dazu beigetragen, dass Seelsorge im Gesundheitswesen das bleibt, was sie sein muss: nah, verlässlich, präsent und zutiefst menschlich.

 Wie Pascal Gregor, Kirchenratspräsident der Römisch-Katholischen Kirche im Aargau in seiner Rede betont, hat Hans Niggeli  eine Aufgabe übernommen, die weit über Koordination und Mitarbeiterführung hinausgeht. Mit seinem grossen Herz, seiner spirituellen Tiefe und seiner enormen Ausdauer hat er die ökumenisch verantwortete Spital-, Klinik- und Heimseelsorge gestärkt und weiterentwickelt. Dass dieses schweizweit einzigartige Modell seit 50 Jahren Bestand hat und weiterhin als Brücke zwischen Staat, Gesundheitsinstitutionen und Kirchen trägt, wurde im 2023 an einer Feierstunde eindrücklich bestätigt. Hans Niggeli  hat diesen Weg nicht nur begleitet, er hat ihn mitgebaut.

Catherine Berger, Kirchenrätin der Reformierten Landeskirche, und Stefan Mayer, Bereichsleiter Seelsorge und kantonale Dienste der Reformierten Landeskirche Aargau lobten die gute ökumenische Zusammenarbeit der Aargauer Landeskirchen mit den Gesundheitsinstitutionen im Aargau. Seit 1973 ist das «Abkommen über die Seelsorge in den kantonalen Krankenhäusern zwischen der evangelisch-reformierten und der römisch-katholischen Landeskirche einerseits und dem Staat Aargau anderseits» in Kraft.

Die Seelsorgenden beider Konfessionen sind im Aargau in Spitälern, Kliniken und Heimen präsent. Seelsorge als spezialisierte Spiritual Care ist heute gut und verbindlich in die Teams der Spitäler integriert. Das Seelsorge-Angebot der Reformierten und der Römisch-Katholischen Landeskirche im Kanton Aargau steht allen Patientinnen, Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitende der Institutionen zur Verfügung – unabhängig von deren Weltanschauung und Religionszugehörigkeit. Die Landeskirchen erbringen so eine gesamtgesellschaftliche Leistung an alle Menschen.

Auch Martin Rotzler, Ressortleiter im Kirchenrat der Römisch-Katholischen Kirche im Aargau, würdigte die unermessliche Arbeit, die Hans Niggeli für die Fachstelle und die Landeskirche geleistet hat. Der frühere Spitalseelsorger Daniel Muoth überbrachte ein persönliches Gedicht und Spitalseelsorgerin Annette Weimann sorgte mit der musikalischen Vertonung des Rilke-Gedichtes für einen magischen Moment: 

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm, und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiss noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm oder ein grosser Gesang.
Rainer Maria Rilke

«Dass er sein Amt als Fachstellenleiter nun – in seinem 70. Lebensjahr – abgibt, erfüllt uns mit Respekt und Dankbarkeit. Dass er uns als Klinikseelsorger erhalten bleibt, erfüllt uns mit Freude.» sagt Pascal Gregor, «Hans Niggeli hat die Seelsorge und die Landeskirche im Aargau mitgeprägt. Er hat professionell geführt, menschlich begleitet und geistlich inspiriert. Und er hat uns gezeigt, was Seelsorge ist, wenn sie aus einer tiefen inneren Überzeugung gelebt wird.»

Der Kirchenrat und seine Kolleginnen und Kollegen danken Hans Niggeli von Herzen für seinen Einsatz, sein unerschütterliches Engagement, seine Treue und sein grosses Herz. «Möge sein weiterer Weg als Klinikseelsorger etwas ruhiger, aber weiterhin reich an Begegnungen sein – und möge ihm viel Zeit bleiben für das, was ihm guttut, zum Beispiel der Aufenthalt in den Bergen.»