Sicherheit, Secondhand und grüne Zahlen
«Grüner Güggel»: Rückblick auf den Umwelt- und Sicherheitshalbtag vom 23. Juni 2026
Am Sicherheits- und Umwelttag der Römisch-Katholischen Kirche im Aargau standen am 23. Juni Sicherheit am Arbeitsplatz, der Lebenszyklus unserer Kleider und die Umweltkennzahlen der Landeskirche im Mittelpunkt. Der gemeinsame Vormittag zeigte einmal mehr: Nachhaltigkeit beginnt oft mit genauem Hinschauen – im eigenen Büro ebenso wie beim Kleiderkauf.
Die Verwaltung der Römisch-Katholischen Kirche im Aargau ist mit dem Umweltlabel «Grüner Güggel» zertifiziert. Um die Mitarbeitenden für Umwelt- und Sicherheitsthemen zu sensibilisieren, organisiert das Umweltteam einmal jährlich einen gemeinsamen Sicherheits- und Umwelttag. Dieses Jahr trafen sich die Mitarbeitenden der Feerstrasse und der Hohlgasse am 23. Juni zu zwei parallel geführten Ateliers.
Wo lauern Gefahren im Büro?
Im ersten Atelier nahm oeku-Beraterin Brigitta Bölsterli die Mitarbeitenden mit auf einen Rundgang durch die Büroräumlichkeiten an der Feerstrasse 8. Dabei zeigte sich: Sicherheit steckt oft im Detail. Sind Notausgänge jederzeit frei und ohne Schlüssel zu öffnen? Wo befinden sich Löschdecken und Erste-Hilfe-Sets? Sind die Feuerlöscher gewartet? Und ist allen bekannt, wo im Notfall ein Defibrillator zugänglich ist?
Gemeinsam wurden mögliche Gefahrenstellen identifiziert und konkrete Verbesserungsmöglichkeiten diskutiert. Dazu gehören beispielsweise gut sichtbare Löschdecken in den Küchen, klar gekennzeichnete und regelmässig kontrollierte Erste-Hilfe-Sets sowie definierte Zuständigkeiten für Notfälle. Auch regelmässige Brandschutz- und Erste-Hilfe-Kurse gehören zu den empfohlenen Massnahmen.
Ein zweites Leben für Kleider
Was geschieht eigentlich mit Kleidern, die wir nicht mehr tragen? Dieser Frage ging die zweite Gruppe mit Fabio Steiner von Caritas Aarau nach. Nach Informationen zum Lebenszyklus von Secondhand- und Altkleidern führte das Atelier direkt in den Caritas Secondhand-Laden in Aarau.
Dabei dürfte für manche eine kleine Überraschung dabei gewesen sein: In den Caritas Secondhand-Läden dürfen alle einkaufen. Armutsbetroffene Personen erhalten mit der KulturLegi zusätzlich 30 Prozent Rabatt. Secondhand schont damit nicht nur das Portemonnaie, sondern verlängert die Lebensdauer von Kleidern und spart Ressourcen.
Wie gross die Dimensionen sind, zeigten einige Zahlen: Allein durch die drei Aargauer Caritas-Läden gingen zum Zeitpunkt des Umwelttags jährlich rund 50 Tonnen Kleider. Gleichzeitig schafft es nur ein Teil der gespendeten Kleidung durch die Qualitätskontrolle. Die Kleider werden geprüft, aufbereitet und verkauft; nicht verkaufte Stücke gelangen je nach Zustand und Qualität in weitere Verwertungswege. Ein eindrücklicher Einblick in einen Kreislauf, der zeigt, weshalb bewusster Konsum und eine möglichst lange Nutzung von Kleidungsstücken wichtig sind.
Der «Grüne Güggel» in Zahlen
Anschliessend übernahmen die beiden Lernenden Elia Mazzei und Raoul Perna. Sie präsentierten die Umweltkennzahlen der Verwaltung, die im Rahmen des Umweltmanagementsystems «Grüner Güggel» regelmässig erhoben werden. Erfasst werden unter anderem Strom, Wärme, Wasser, Papier und Abfall. Besonders erfreulich: Der Stromverbrauch ist seit 2022 kontinuierlich gesunken – von 16’585 kWh auf 15’617 kWh im Jahr 2025. Dazu beigetragen haben unter anderem die Umstellung auf LED-Beleuchtung und die Abschaltung eines Hausservers.
Die Präsentation machte aber auch deutlich, weshalb das kontinuierliche Erfassen der Daten wichtig ist: Kennzahlen zeigen nicht nur Fortschritte, sondern machen Auffälligkeiten und Verbesserungspotenzial sichtbar. Genau darum geht es beim «Grünen Güggel» – Umweltleistung nicht nur als gute Absicht zu verstehen, sondern sie messbar zu machen und Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.
Zum Abschluss wurde aus dem Umwelt- auch ein Gemeinschaftstag: Bei einer gemeinsamen Tavolata kamen die mitgebrachten Speisen auf den Tisch. Alle konnten etwas beitragen, teilen und probieren – ein unkomplizierter und genussvoller Abschluss eines Vormittags, der zeigte, dass nachhaltiges Handeln viele Facetten hat: aufmerksam hinschauen, Ressourcen bewusst nutzen, Dinge länger im Kreislauf halten – und gemeinsam Verantwortung übernehmen.